International Christian Fellowship

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ICF – International Christian Fellowship
International Christian Fellowship
Allgemeines
Organisation Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen, wobei das episkopale im Vordergrund steht.
Besonderheiten keine verbindlichen Mitgliedschaften
Verbreitung Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Kambodscha und Albanien
Gründung
Gründungsort Zürich
Sonstiges
Humanitäre Einrichtungen sozialdiakonische Einrichtung „Acts“
Steuerliche Stellung Freikirche
Auch genannt: ICF Church
Website www.icf.ch

ICF (phonetisch [ai'siːæf], für International Christian Fellowship), auch „ICF Church“ genannt, ist eine 1990 entstandene in mehreren Ländern tätige überkonfessionelle christliche Freikirche, die zur neocharismatischen Bewegung gezählt wird.

Das ICF trägt das Motto „Kirche neu erleben“ und bemüht sich, unter anderem ein junges Publikum anzusprechen. Die Kirche pflegt daher einen modernen bis modischen Stil und auch die Gemeindeorganisation ist darauf ausgerichtet, junge Menschen verantwortlich in die Gemeindearbeit einzubeziehen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Im März 2014 existierten in der Schweiz 26 ICF-Gemeinden, 16 in Deutschland, sieben im übrigen europäischen Ausland und eine in Kambodscha:[1]

ICF beschäftigt gemäss der Deutschen Evangelischen Allianz in der Gemeinde in Zürich 60 hauptamtliche Mitarbeiter und erreicht mit ihren Gottesdiensten etwa 3.000 Besuchende.[7]

Lehre[Bearbeiten]

Die ICF-Bewegung sieht sich als neocharismatische Bewegung, weil sie sich in theologischen Grundsatzfragen nicht zwischen evangelikalem und charismatischem Gedankengut festlegen will.

Als Fundament der Lehre wird die Bibel gesehen. Die ICF betont, dass sie keine vertritt, die sich von anderen Kirchen unterscheidet. Die Auslegung entspricht der evangelikalen Tradition, auch in sexualethischen Fragen wie vorehelichem Geschlechtsverkehr oder Homosexualität nimmt die ICF eine konservative Position ein.

Zentraler Aspekt der Lehre ist laut ICF Menschen in eine persönliche und wachsende Beziehung mit Jesus Christus zu führen.

Die ICF-Church hat keine einheitliche theologische Prägung, die einzelnen Gemeinden sind unterschiedlich stark evangelikal und charismatisch geprägt.

Die ICF-Bewegung hat 2006 als gemeinsamen Nenner eine Vision entwickelt, nach welcher sich die einzelnen Gemeinden ausrichten sollen.[8] In der Vision werden folgende Werte deklariert:

  • Menschen ermutigen, Gottes Liebe zu erfahren und weiterzugeben;
  • diese Menschen unterstützen, damit sie ein solides Glaubensfundament entwickeln;
  • sie darin fördern, ihre Talente zu entdecken und ihr Leiterschaftspotential zu entwickeln;
  • schließlich die Menschen motivieren, das Gelernte an andere weiterzugeben.

Gottesdienst und Praxis[Bearbeiten]

Gottesdienste[Bearbeiten]

Leo Bigger gibt Themen vor, nach denen die regionalen Leiter predigen. Beliebt sind Themenmonate, in denen ein bestimmtes Thema in mehreren aufeinander folgenden Wochen in den Gottesdiensten und in Smallgroups genannten Gesprächskreisen behandelt wird. Die Predigten (von der ICF Messages genannt) sind sehr um Anschaulichkeit bemüht, und ein erklärtes Ziel der ICF Movement ist es, dass die Predigten von den Gläubigen umgesetzt werden können; sie rufen also die Gottesdienstbesucher auf, umzudenken und konkret zu handeln.

Moderne Musik im Stil von Rock, Soul, Funk, Reggae oder Hip-Hop ist Teil jedes Gottesdienstes. Die gesamte Feier und darin vor allem der Anbetungsteil ähnelt den Gottesdiensten der Hillsong Church. Hierbei spielt moderne Veranstaltungstechnik eine auffällige Rolle, und alle ICF-Gemeinden gestalten ihre Gottesdienste mit ähnlichen modernen Mitteln wie

  • Videoclips,
  • Interviews und
  • kurzen Theaterstücken.

Musikstücke entstehen zum Teil aus der ICF selbst, vielfach aber werden andere Bands beliehen, das heißt die Rechte für die entsprechenden Songs gekauft und diese dann gespielt. Viel genannte und beliehene Bands sind die australische Hillsong United und Jeremy Camp.

Auffällig ist ein massiver und konsequenter Gebrauch von Anglizismen wie z. B. Celebration für Gottesdienst, Message für Predigt, Worship für Lobpreismusik.

Die wöchentlichen Gottesdienste in Zürich in der größten ICF-Gemeinde werden von mehreren Hundert Gläubigen besucht.

Außer den Gottesdiensten bietet die ICF Kurse an etwa über Glaubensgrundlagen, persönliche Begabungen, den Umgang mit Geld oder zur Leiterschaftsausbildung.

Das Smallgroupprinzip[Bearbeiten]

Seit 2002 gibt es in der ICF ein Kleingruppen-Modell (Smallgroups), das sich an der Gemeinschaft der Jünger Jesu laut dem Neuen Testament orientiert. Die Smallgroups sollen durch persönlichen Austausch den Glauben festigen und vertiefen. Die Gestaltung der meist wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Treffen ist den Gruppenmitgliedern überlassen; einige legen vor allem Wert auf geistlichen Austausch, andere auf den Aspekt der Gemeinschaft.

Ursprünglich gab es im Rahmen der Kleingruppen ein Pyramiden- oder Schneeballsystem, wobei jeder Teilnehmer einer Smallgroup als „Missionar“ fungierte, der jeweils zwölf Interessenten anwerben durfte, die dann seine eigene Smallgroup bildeten. Diese Vorgehensweise wurde von außen wie innerhalb des ICF stark kritisiert. Als problematisch gesehen wurden dabei der Missionierungsdruck und eine eventuell zu starke Bindung an den Gruppenleiter. Aufgrund der Schwierigkeiten wurde in der Praxis bald wieder auf den Missionierungsdruck verzichtet.[9]

College[Bearbeiten]

In Zürich, München, Berlin und Karlsruhe wird im sogenannten ICF-College eine Laienausbildung in den Basisfächern „Bible Challenge“ (Bibelstudium), „Leadership Challenge“ (Leitungsgrundlagen) und „Life Challenge“ (Selbst- und Sozialkompetenz) sowie in Vertiefungsfächern eine theologische Ausbildung angeboten, die sich an Bibelschulen orientiert.[10]

ICF Music[Bearbeiten]

ICF Music ist ein Musik-Label der ICF Media GmbH, welches zurzeit zehn Worship-Bands mit über hundert Musikern und Musikerinnen betreut. Seit 1996 wurden mehr als 20 CDs produziert und mehrere Konzert- und Musicaltourneen durchgeführt.

ICF TV[Bearbeiten]

Seit August 2010 werden halbstündige Aufzeichnungen von Predigten, die der ICF-Pastor Leo Bigger in Zürich gehalten hat, über Fernsehen verbreitet. Die Sendungen können über die eigene Website von ICF TV und über Ausstrahlungen diverser Sender angesehen werden (Rhein-Main TV, Das Vierte, Super RTL und andere).[11]

Organisation: Aufbau, Führung und Finanzierung[Bearbeiten]

Gemeindestruktur[Bearbeiten]

Der Hauptsitz befindet sich in Zürich (sog. Mutterkirche). Die Schweizer ICF-Gemeinden sind als Non-Profit-Organisationen im Sinne eingetragener Vereine in den jeweiligen Handelsregistern der Kantone eingetragen.

Das ICF-Movement kennt, im Gegensatz zu den meisten anderen Freikirchen, keine verbindliche Mitgliedschaft. Besucher, welche das ICF als ihre Kirche betrachten, sind keine Mitglieder des Vereins und haben deshalb kein demokratisches Mitbestimmungsrecht etwa über die Verwendung des Zehnten oder die Lehre. Daher kann man nicht sagen, dass in der Organisationsstruktur ein kongregationalistischen Element vorliegt. So gibt es im ICF keine Gemeindeversammlung. Der Verein ICF Zürich zum Beispiel hat drei Mitglieder mit Einzelunterschrift. Klar im Vordergrund - auch medial - steht jedoch der Hauptleiter Leo Bigger.

Jeder Besucher wird ermuntert, selbst Teil der Kirche zu werden. Durch Mitarbeit in den Celebrations und im Hintergrund der jeweiligen lokalen Gemeinde können so Dienste (sog. Ministries) abgedeckt werden. Ziel sei es, dass jeder nach seinen Begabungen eingesetzt werde und durch seine Mitarbeit aufblühe. Nach Aussage von ICF ist die Mitarbeit freiwillig, es werde kein Druck ausgeübt.[12]

Die Struktur der ICF-Kirchen ist eine Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen und ist nicht überall gleich.

Finanzierung[Bearbeiten]

Da die ICF-Gemeinden nicht staatlich finanziert werden, beruht die Finanzierung auf Spendenbasis. Somit wird in den Veranstaltungen regelmäßig um Spenden gebeten. Als theologische Begründung wird wie von den meisten Freikirchen auf die Abgabe an den jüdischen Tempel verwiesen, die in der Bibel als Pflicht der Gläubigen angeführt wird.[13] Das ICF ruft zu Spenden auf, stellt es Gottesdienstbesuchern jedoch frei, zu entscheiden, ob sie in der Lage und willens sind, etwas zu spenden, eine Spendenpflicht gibt es nicht.

Das ICF betont, die Finanzen transparent zu halten und bekundet verschiedentlich die Bereitschaft, über die Verwendung von Geldern Auskunft zu geben.[14] Den Spendern werde einmal oder mehrmals im Jahr ein Finanzbericht gegeben, aus dem die einzelnen Einnahmen, Spenden und Ausgaben ersichtlich seien. So erfahre jeder Spender, was mit seinem Geld geschieht. Ein Teil (meistens 10 %) des Geldes fließt für karitative Hilfe.

An finanziellen Entscheidungen beteiligt ist in der Regel eine Gruppe, die aus dem lokalen Hauptpastor (der vom ICF „Senior Pastor“ genannt wird) und den örtlichen Diakonen (die „Ministryleiter“ genannt werden) besteht.

Gemäss der Deutschen Evangelischen Allianz beträgt der Jahresetat etwa 3.8 Millionen Euro.[15]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Schweizer Heinz W. Strupler, Gärtner und Gemeindegründer, der bereits in der Newlife-Bewegung (Schweizer Version der Jesus-People) ab Ende der 1960er Jahre eine wichtige Rolle spielte, organisierte am 19. August 1990 einen überkonfessionellen Lobpreis-Gottesdienst in der St.-Anna-Kapelle der Evangelischen Gesellschaft. Es wurden 380 Personen gezählt.[16] Die junge Gemeinde ließ sich später in der alten Börse in Zürich nieder.

Aus der ICF heraus entstanden 1990 das Institut für Gemeindebau und Weltmission sowie 1992 verschiedene christliche Gemeinden, so die Evangelische Gemeinde Glockenhof (später Limmatgemeinde genannt), die English Church of Zurich und die Assemblée Chrétienne de Zurich.

1993 zog die Gemeinde für kurze Zeit in den Glockenhof, dann für ein paar Monate in das Bahnhofs-Einkaufszentrum Shopville um. 1994 übernahm Leo Bigger die Leitung und ersetzte Heinz W. Strupler. Ab diesem Jahr fanden die ICF-Gottesdienste im Hotel Limmathaus statt.[17]

1996 kam die Limmatgemeinde von Matthias Bölsterli wieder zur ICF. Im selben Jahr gründeten Leo Bigger, Matthias Bölsterli und Micky Conod den Verein ICF Church, der 1999 in icf-zürich umbenannt wurde. Schon damals war ihr erklärtes Ziel, eine internationale Bewegung zu werden.[18]

1997 zog die ICF Church vom Hotel Limmathaus in die alte Börse am Paradeplatz in Zürich um. Im Jahr 1998 diversifizierte die Bewegung ihre Gottesdienste, um verschiedene Altersgruppen ansprechen zu können: Groundzero- (13 bis 15 Jahre), Youthplanet- (16 bis 19 Jahre) und seit 2002 gibt es den Zwänzger-Gottesdienst (20 bis 25 Jahre). Seit wenigen Jahren gibt es zudem den GenX-Gottesdienst für Über-25-jährige (GenX steht für Generation X).

2002 wurden im ICF Hausbibelkreise mit jeweils zwölf Personen nach dem Vorbild einer kolumbianischen Gemeinde gebildet. Dieses G12-Prinzip wurde später wieder fallengelassen. Im selben Jahr verlegte die Zürcher ICF-Gemeinde ihren Standort von der alten Börse in die Maag-Event-Hallen im Kreis 5 in Zürich mit 1900 Sitzplätzen.[18]

2006 feierte die ICF-Bewegung ihr zehnjähriges Bestehen. Die Feier war mit einer Konferenz verbunden und wurde mit der Feier zur Christi Himmelfahrt zusammengelegt. Sie erhielt intern die Bezeichnung Big10 (ausgesprochen Big Ten in Anlehnung an Big Ben). Etwa 3500 Personen besuchten den Anlass im Eishockeystadion Kolping Arena in Kloten. Im selben Jahr wurde die sozialdiakonische Stiftung Acts gegründet.

2010 wurden erstmals ICF-Gottesdienste auf zwei Privat-Fernsehkanälen übertragen. Im selben Jahr wurden die ICF-Filialen Winterthur, Rapperswil und Wetzikon organisatorisch in das ICF Zürich eingegliedert.[18]

2011 fand die Feier zum 15-Jahr-Jubiläum im Hallenstadion Zürich statt. Dieses Mal hieß der Event Big15[19] und wurde von etwa 7.000 Menschen besucht. Durch das hohe Interesse auch seitens der Medien wurde der Event kritisiert, als Beispiel sei der Tages-Anzeiger erwähnt.[20]

Von Anfang 2012 bis April 2013 war die ICF Zürich im Güterbahnhof lokalisiert, danach wechselte es in die nur wenige Meter entfernte Maaghalle.

Interkirchliche Verbindungen[Bearbeiten]

Die ICF gehört keiner ökumenischen Organisation an. ICF-Zürich als Mutterkirche hält eine Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz für nicht notwendig,[21] wirkt aber bei evangelikal-charismatischen Kongressen mit. Gemeindebeteiligungen an überkonfessionellen Aktionen:

  • Berlin nimmt regelmäßig an den sogenannten 24/7-Prayers teil, einer überkonfessionellen Gebetsbewegung (24 Stunden 7 Tage die Woche wird gebetet).
  • Nürnberg unterstützte 2006 das ökumenische Fest für Fußballfreunde, ist in Kontakt mit der evangelischen Allianz und LUX, einem Jugendkirchenprojekt der evangelischen Kirche.[22]
  • Mittelland beteiligt sich mit der reformierten Landeskirche und diversen Freikirchen an der Gebetswoche der evangelischen Allianz.
  • Augsburg ist Mitglied der evangelischen Allianz
  • Karlsruhe ist im Netzwerk Forum Christlicher Leiter Karlsruhe vertreten und Teil der evangelischen Allianz Karlsruhe, wobei einer der leitenden Pastoren 2007 sogar den Vorsitz Allianz übernahm.
  • Basel,[23] Chur[24] und St. Gallen[25] sind Mitglied der lokalen Sektionen der Schweizerischen Evangelischen Allianz.
  • München ist Mitglied der Evangelischen Allianz München.[26][27]

Kontroversen[Bearbeiten]

Früher stand das ICF wegen des inzwischen aufgegebenen Smallgroup-Prinzips '„G12“' in der Kritik, weil dies als Schneeballsystem galt. Am häufigsten wurde das ICF kritisiert wegen seiner biblisch-konservativen Ethik.

Kritik[Bearbeiten]

Der Zürcher Journalist und Sekten-Experte Hugo Stamm bezeichnete den ICF als eine charismatische Freikirche mit sektiererischen Tendenzen während die Fachstelle infosekta die Entfremdung von Familie und Freunden, grossen psychischen Stress bei Zweifel und einen problematischen Umgang mit psychischen Grenzsituationen als mögliche Probleme für Mitglieder ortet. [28]

Hugo Stamm hatte in der Anfangsphase der ICF-Bewegung die Kirche noch unterstützt, revidierte seine Meinung jedoch später zu deren Ungunsten. Im Interview mit der Aargauer Zeitung 2006 sagte er, ICF sei eine charismatische Freikirche mit sektiererischen Tendenzen. Er kritisierte, „[…] dass junge Menschen, teilweise schon Schüler, missioniert werden. Mit Livemusik, Videoclips und einem topmodernen Pastor fasziniert ICF junge Leute und macht den Eindruck, modern zu sein. Doch der Inhalt ist alttestamentarisch. […] Mit […] starren Verhaltensregeln und […] fundamentalistischen Bibelverständnis engen sie […] Menschen […] ein“. Auch die Sektenberatungsstelle Infosekta kritisierte die junge Bewegung.

Zu einer gegenteiligen Ansicht gelangte die Sektenberatungsstelle Inforel nach ausführlichen Recherchen im Umfeld der Kirche. So heißt es auf der offiziellen Homepage: „Die ICF unterscheidet sich theologisch nicht von anderen evangelischen Freikirchen […] ICF will vor allem junge Menschen ansprechen, die noch keiner Kirche angehören. Deshalb werden […] Gottesdienste so gestaltet, dass Junge angesprochen werden […].[29]

Der Journalist und evangelische Theologe Fritz Imhof kritisiert zudem Infosekta für die potentiell irreführende Entscheidung „[…] eine christliche Jugendkirche in einer statistischen Tabelle neben der Scientology und dem VPM […]“ zu platzieren. Auch bemängelte er, dass Infosekta sich bei der Bewertung der ICF hauptsächlich auf Aussagen ehemaliger Mitglieder stütze. Imhof gibt zu bedenken, dass „[…] Aussteiger meist sehr scharf mit ihrer früheren geistigen Heimat ins Gericht gehen. [D]a ist oft viel Frustration, die in Form von Aggression und entsprechend harten Urteilen kompensiert wird. Aussteiger geben kein neutrales Bild ab.[30]

Sicht von Landeskirchen und anderen Freikirchen[Bearbeiten]

Die ICF zieht auch junge Menschen aus anderen Kirchen an. Dies löste den Protest einiger Kirchen aus, welche der Meinung sind, ICF werbe Teile der dort bisher engagierten Jugendlichen ab.[9] Von Seiten der ICF Church wird dies bestritten: Es gebe keine gezielte Abwerbung.

Proselytismus durch junge ICF-Besucher sei gemäß Aussage von Georg Otto Schmid auf Relinfo.ch auffällig häufig im Jugendlager „Camp Rock“ vorgekommen. Es hätten sich offensichtlich ICF-Zugehörige als Camp-Betreuende engagiert und dabei Werbung für ICF unter den ihnen anbefohlenen Jugendlichen gemacht. Da die Teens des Camp Rocks meistens aus anderen Freikirchen stammen, stelle ein solches Verhalten mehrheitlich ein Abwerben dar. Aus persönlichen Berichten ist bekannt, wie bei Neugründungen von ICF-Kirchen regionale Transfers stattfinden von den jungen Besuchern traditioneller, örtlicher Freikirchen hin zum wachsenden, neuen ICF-Zweig. Ob dies das Ergebnis eines aktiven Abwerbens oder der automatische Sog der ICF-Kirche mit ihrer multimedial-modernen Aufmachung ist, sei offengelassen.

Reaktionen des ICF[Bearbeiten]

Die ICF wehrt sich gegen den Vorwurf, eine Sekte zu sein. Beispielsweise erklärte das ICF-Zofingen in einer FAQ auf seiner früheren Website, eine wertneutrale Beurteilung gebe es nicht, wenn man entscheiden wolle, ob eine Gemeinschaft eine Sekte sei oder nicht, der Begriff sei daher grundsätzlich fragwürdig. Die von Sektenexperten benutzten Erkennungsmerkmale für Sekten[31] hielt das ICF-Zofingen für unzureichend und erklärte: „Wir glauben, dass nicht die Sektenmerkmale das primäre Beurteilungskriterium sein sollten, sondern die Auswirkungen, die eine Organisation auf einzelne Menschen und auf die Gesellschaft hat.“ Dass das ICF keine Sekte sei, erkenne man unter anderem daran, dass es keine Mitglieder gebe, niemand daran gehindert werde, die Gemeinschaft zu verlassen und auch die Finanzen transparent seien.[31]

Weiter wird zu den Anstoßpunkten Stellung bezogen: Die ICF behauptet von sich, dass die biblisch-konservative Ethik „alter Wein in neuen Schläuchen“ sei, die ICF vertrete somit die biblischen Prinzipien nach ihrer Auslegung konsequent und loyal. Sie behauptet weiter, dass gerade die biblische Ethik in der Gesellschaft als konservativ und daher veraltet gelte, müsse kein Maßstab sein. Die ICF ist der Ansicht, dass die Homosexualität als in der Bibel (vor allem in den Paulusbriefen des Neuen Testaments, siehe auch: Bibeltexte zur Homosexualität) als Sünde bezeichnet werde. ICF ist der Meinung, dass sie Homosexuelle nicht diskriminiere, da sie alle Menschen willkommen heiße. Dazu äußert sich die ICF weiter: Es verurteile die Sünde, nicht aber den Sünder. Für die ICF sei jede Sünde vor Gott gleich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Schmid, Georg Otto Schmid (Hrsg.): Die Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum. ISBN 3-290-17215-5, Theologischer Verlag Zürich, 7. Auflage Zürich 2003.
  • mehrere Autoren, ICF-Mittelland (Hrsg.): Portrait ICF Zofingen, Eigendruck 2005.
  • mehrere Autoren, ICF-Mittelland (Hrsg.): Geschäftsbericht (ICF Zofingen), Eigendruck 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: fellowship – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten]

  1. ICF-Movement: Locations
  2. http://www.icf.ch/about/reach.html (abgerufen am: 15. März 2012).
  3. Berner Zeitung vom 8. November 2011.
  4. flickr.com Fotoseite mit ersten Eindrücken Big Bang ICF Solothurn
  5. http://www.icf-luzern.ch/about/icf-zentralschweiz.html (abgerufen am: 19. November 2012).
  6. http://www.icf-biel.ch/info/1-church-3-locations.html (abgerufen am: 19. November 2012).
  7. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/schweiz-icf-gemeinden.html
  8. Vision. In: ICF Zürich. Archiviert vom Original am 5. Mai 2006, abgerufen am 5. August 2012 (Inzwischen werden die Ziele leicht verändert formuliert: ICF Zürich: About: Willkommen).
  9. a b Livenet: ICF: Für junge Menschen der Inbegriff von Kirche
  10. icf.ch, Seite College
  11. Sendezeiten. In: „ICF Television mit Leo Bigger“. Abgerufen am 12. August 2012.
  12. Portrait ICF-Zofingen
  13. Georg Otto Schmid: ICF heute, Kurzinformation, relinfo.ch, 2007, abgerufen am 21. Juli 2011.
  14. Über ICF: Finanzen. Rechenschaft. In: „ICF Freiburg e. V.“ 18. Mai 2012, abgerufen am 5. August 2012: „[…] Immer wieder berichten wir auch in unseren Celebrations, bei anderen Anlässen und im Newsletter über den aktuellen Stand der Finanzen. Wenn du zu diesem Bereich Fragen hast, kannst du auch gerne unseren Finanz-Chef Tim ansprechen.“
  15. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/schweiz-icf-gemeinden.html
  16. Heinz und Annelies Strupler: History Maker 2. … die Geschichte geht weiter., Projektion J Gerth, Asslar 2003, ISBN 3-89490-474-7, S. 138.
  17. Claude-Alain Humbert: Religionsführer Zürich. 370 Kirchen, religiös-spirituelle Gruppierungen, Zentren und weltanschauliche Bewegungen der Stadt Zürich. Orell Füssli, Zürich 2004, ISBN 3-280-05086-3, S. 288-289.
  18. a b c About. History. In: ICF Zürich. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  19. Homepage "The Big 15"
  20. Tagesanzeiger Online vom 14. Juni 2011
  21. Relinfo, Seite ICF
  22. NZ-Online.de 'Oft ist die Kirche wie eine Mauer' über LUX und ICF vom 22. Januar 2010
  23. EA Basel. Sektionsmitglieder. In: „sea online. Schweizerische Evangelische Allianz“. Abgerufen am 17. August 2012 (Eine Liste von Kollektivmitgliedschaften.).
  24. EA Chur. Sektionsmitglieder. In: „sea online. Schweizerische Evangelische Allianz“. Abgerufen am 17. August 2012 (Eine Liste von Kollektivmitgliedschaften.).
  25. http://www.each.ch/ea-st-gallen.html (abgerufen am: 19. November 2012)
  26. Zugehörige Gemeinden, Werke und Bewegungen. In: „Evangelische Allianz München“. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  27. Was ist ICF? In: „ICF München“. Abgerufen am 17. August 2012: „Was uns auch sehr freut ist: Wir sind seit kurzem Mitglied in der evangelischen Allianz München (Link: www.ea-muenchen.de), weil uns die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Organisationen sehr am Herzen liegt.“
  28. ICF - evangelikale Doktrin in modernem Gewand (infoSekta, 2012) - infosekta - Fachstelle für Sektenfragen. Abgerufen am 29. April 2014.
  29. ICF Basel. Lehre und Ziele. In: „INFOREL, Information Religion“. 3. Februar 2012, abgerufen am 5. August 2012: „Die ICF unterscheidet sich theologisch nicht von anderen evangelischen Freikirchen (evangelisches Glaubensbekenntnis). Das Ziel von ICF-Basel ist es, Menschen in eine persönliche und wachsende Beziehung zu Jesus zu führen. ICF will vor allem junge Menschen ansprechen, die noch keiner Kirche angehören. Deshalb werden Multimedia-Gottesdienste so gestaltet, dass Junge angesprochen werden: Moderne Musik, Theaterstücke, Videobeiträge und Predigten, die sich auf die Alltagssituation der Besuchenden beziehen.“
  30. Fritz Imhof: ICF …oder wenn die Statistik eine Freikirche zur Sekte macht. In: „livenet.ch, Webportal von schweizer Christen“. 8. Mai 2004, abgerufen am 5. August 2012 (Ein Offener Brief).
  31. a b FAQ. Wie kann ich wissen, dass icf keine Sekte ist? In: „ICF Zofingen“. Archiviert vom Original am 29. Januar 2005, abgerufen am 12. August 2012: „Sektenberater schauen auf ‘Sektenmerkmale’: 1. Rasch eintretender, hoher Abhängigkeitsgrad, 2. Abbruch bestehender sozialer Verbindungen; 3. Gurukult; 4. Gleichschaltung des Denkens; 5. Anspruch als Einzige den Weg zum Heil zu kennen; 6. Straffe Führungsstrukturen; 7. Finanzielle Ausbeutung. Eine wertneutrale Beurteilung gibt es nicht. In ihrer Beurteilung gehen auch Sektenexperten von ihrem eigenen Weltbild aus. […]“