Paul Greengard

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Paul Greengard

Paul Greengard (* 11. Dezember 1925 in New York City) ist ein US-amerikanischer Biochemiker und Pharmakologe. Im Jahr 2000 erhielt er gemeinsam mit dem Schweden Arvid Carlsson und dem Amerikaner Eric Richard Kandel den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen betreffend der Signalübertragung im Nervensystem. Er ist Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. 1991 war er mit dem NAS Award in the Neurosciences ausgezeichnet worden.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Paul Greengard promovierte 1953 als Biochemiker und ging 1959 an die Geigy-Forschungslaboratorien in Ardsley. 1968 wurde er als Professor an die Yale University, School of Medicine in New Haven berufen, auf der er als Professor für Pharmakologie und Psychiatrie tätig wurde. 1983 bekam er eine Professur an der Rockefeller University in New York, wo er zugleich die Leitung des Labors für Molekularbiologie und Zelluläre Neurowissenschaften übernahm. Im Laufe seiner akademischen Karriere forschte und unterrichtete Greengard außerdem am Albert Einstein College of Medicine und an der Vanderbilt University.

Greengard forschte vor allem an der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn, um die konkrete Vermittlung durch interzellulare Signalstoffe zu untersuchen. Dabei klärte er vor allem die Übertragung an den so genannten langsamen Synapsen auf, über die grundlegende Funktionen des Zentralen Nervensystems wie etwa Stimmungen oder die Wachsamkeit bestimmt werden. Er entdeckte, dass der Signalstoff Dopamin eine Kaskade von Reaktionen im Innern der Nervenzelle auslöst, die neben der Modifikation verschiedener zelleigener Proteine auch zur Öffnung von Ionenkanälen führt. Durch die dadurch eindringenden Ionen wird die elektrische Ladung der Zelle umgekehrt, wodurch Aktionspotentiale ausgelöst werden.

Die Erkenntnisse über die Signalübertragung und die Wirkung von Signalstoffen sind vor allem für den Einsatz von Medikamenten von Bedeutung. Vor allem die Wirkungsweise von Psychopharmaka, etwa gegen Schizophrenie, können dadurch besser verstanden und untersucht werden.

Er ist der Vater des Mathematikers Leslie Greengard.

1994 erhielt er den Ralph-W.-Gerard-Preis.

Weblinks[Bearbeiten]