Senegalesische Fußballnationalmannschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der senegalesischen Fußballnationalmannschaft der Herren, das Team der Frauen ist unter Senegalesische Fußballnationalmannschaft der Frauen beschrieben.
Republik Senegal
République du Sénégal
FA Sengela.svg
Spitzname(n) Les Lions de la Teranga
Löwen von Teranga
Verband Fédération Sénégalaise
de Football
Konföderation CAF
Trainer FrankreichFrankreich Alain Giresse
Kapitän Lamine Diatta
Rekordtorschütze Henri Camara (29)
Rekordspieler Henri Camara (99)
Heimstadion Stade Léopold Sédar Senghor
FIFA-Code SEN
FIFA-Rang 36. (645 Punkte)
(Stand: 18. September 2014)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
BeninBenin Benin 3:2 Senegal SenegalSenegal
(Elfenbeinküste; 31. Dezember 1961)
Höchster Sieg
SenegalSenegal Senegal 7:0 Mauritius MauritiusMauritius
(Dakar, Senegal; 9. Oktober 2010)
Höchste Niederlage
TunesienTunesien Tunesien 4:0 Senegal SenegalSenegal
(Tunesien; 15. Juli 1995)
und weitere 7 Spiele
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2002)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2002
Afrikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 12 (Erste: 1965)
Beste Ergebnisse 2. Platz 2002
(Stand: 8. Februar 2012)

Die senegalesische Fußballnationalmannschaft wird von der "Fédération Sénégalaise de Football" kontrolliert. Ihren größten Auftritt hatte sie mit dem Viertelfinaleinzug bei der WM 2002.

Turniere[Bearbeiten]

Weltmeisterschaft 2002[Bearbeiten]

Bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea sorgte die senegalesische Nationalelf im ersten Spiel für eine nicht für möglich gehaltene Sensation, als sie den Titelverteidiger und Turnierfavoriten Frankreich 1:0 bezwang. In der Euphorie erkämpfte sich die Mannschaft zwei Unentschieden gegen Dänemark (1:1) und Uruguay (3:3) und stand damit im Achtelfinale. Dort wurde Schweden mit 2:1 nach Verlängerung bezwungen; beide Tore schoss Henri Camara. Erst im Viertelfinale unterlag der Senegal einer anderen WM-Überraschungsmannschaft, der Türkei, mit 0:1 nach Verlängerung. Der Siegeszug machte den Senegal zu einem der erfolgreichsten WM-Debütanten seit 1950.

Afrikameisterschaften[Bearbeiten]

Zum ersten Mal war Senegal 1965 für den Afrika-Cup qualifiziert. Die Mannschaft schied nach einem Losentscheid zugunsten Tunesiens ungeschlagen in der Vorrunde aus. Bei der zweiten Teilnahme 1968 konnte sich Senegal in der Vorrunde nicht gegen Ghana und die DR Kongo durchsetzen und schied erneut aus.

Erst 18 Jahre später, 1986, konnte sich Senegal wieder qualifizieren. In der Vorrunde schlug man neben Mosambik auch überraschend den späteren Sieger Ägypten, verlor aber gegen Elfenbeinküste und scheiterte abermals in der ersten Runde.

1990 schließlich konnte sich Senegal bis ins Halbfinale spielen, mit nur einem einzigen Sieg, da lediglich acht Mannschaften am Turnier teilnahmen. Am Ende wurde die Mannschaft Vierter, der bis dahin größte Erfolg im senegalesischen Fußball außerhalb Westafrikas.

1992 durfte Senegal dann sogar das Turnier austragen. Die hohen Erwartungen konnte die Mannschaft aber nicht ganz erfüllen, im Viertelfinale verlor sie gegen Kamerun.

1994 und 2000 scheiterten die Senegalesen erneut im Viertelfinale. Der große Durchbruch gelang 2002, als man sich bis ins Turnierfinale spielte und dort erst im Elfmeterschießen gegen Kamerun unterlag.

2004 unterlag Senegal dem späteren Meister Tunesien im Viertelfinale. 2006 wurde man Vierter. Bei der Afrikameisterschaft 2008 schied man in der Vorrunde aus. Seither genügen die Leistungen der Senegalesen nicht den Erwartungen. In der Qualifikation für die WM 2010 scheiterte man vorzeitig und konnte sich nicht für die Afrika-Meisterschaft 2010 qualifizieren.

Für die Fußball-Afrikameisterschaft 2012 qualifizierte sich der Senegal mit fünf Siegen und einem Remis und galt vor Turnierbeginn - auch weil einige andere starke Mannschaften sich nicht qualifizieren konnten - als einer der Turnierfavoriten. Nach drei Niederlagen gegen in der FIFA-Weltrangliste schlechter platzierte Mannschaften schied der Senegal aber bereits in der Vorrunde aus. Aufgrund des Ausscheidens wurde Trainer Amara Traoré am 8. Februar 2012 entlassen.[2]

Copa Amilcar[Bearbeiten]

An der Copa Amilcar Cabral, dem Turnier für westafrikanische Nationalmannschaften, nahm Senegal immer teil, seitdem sie 1979 das erste Mal ausgetragen wurde. Eine Ausnahme bildet hier 2001, als die U23 des Landes das Turnier in Kap Verde spielte - und prompt gewann.

Der Senegal konnte die Copa Amilcar bereits 8-mal gewinnen, häufiger als jedes andere Team Westafrikas. Trotzdem hat die senegalesische Elf keine Ausnahmestellung im westafrikanischen Fußball: Beim Turnier 2005 verlor sie das Finale gegen Gambia, 2000 war sie der Nationalmannschaft der Kap Verde unterlegen.

Weitere Turniere[Bearbeiten]

  • WAFU Laurent Gbagbo African Unity Cup 2005 - 3. Platz
  • CEDEAO-Cup (Turnier für westafrikanische Mannschaften, wird nicht mehr ausgetragen)
    • 1977 & 1983 - nicht teilgenommen
    • 1985 - 1. Platz
    • 1987 - 3. Platz
    • 1990 - 2. Platz
    • 1991 - 2. Platz
  • African Games
    • African Games 1987 - Vorrunde

Seit 1991 sind die African Games ein U23-Turnier; die senegalesische Mannschaft nahm bisher nur 2003 daran teil und schied in der Vorrunde aus.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[3] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1958 Schweden nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1962 Chile nicht teilgenommen 1. Spiel erst nach Beginn der Qualifikation
1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde nach Entscheidungsspiel an Marokko gescheitert.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Marokko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Togo gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder in der 1. Runde an Marokko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Angola im Elfmeterschießen gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1990 Italien nicht teilgenommen
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Marokko gescheitert.
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Togo gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
2002 Südkorea/Japan Viertelfinale Türkei 7. Bruno Metsu Niederlage nach Verlängerung durch Golden Goal. Sieg im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Togo gescheitert.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Algerien gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf der Senegal zunächst auf Angola, Uganda und Liberia, das nach dem Rückzug von Mauritius für die 2. Runde qualifiziert ist.[4]Durch ein 1:0 am letzten Spieltag gegen den direkten Konkurrenten Uganda konnte sich der Senegal den Gruppensieg und damit den Einzug in die Playoff-Runde der Gruppensieger sichern. Dort scheiterte die Mannschaft an der Elfenbeinküste.
2018 Russland
2022 Katar

Fußball-Afrikameisterschaft[Bearbeiten]

1957 bis 1963 nicht teilgenommen
1965 in Tunesien 4. Platz
1968 in Äthiopien Vorrunde
1970 in Sudan nicht qualifiziert
1972 in Kamerun nicht qualifiziert
1974 in Ägypten nicht qualifiziert
1976 in Äthiopien nicht qualifiziert
1978 in Ghana nicht qualifiziert
1980 in Nigeria nicht teilgenommen
1982 in Libyen nicht qualifiziert
1984 in der Elfenbeinküste nicht qualifiziert
1986 in Ägypten Vorrunde
1988 in Marokko nicht qualifiziert
1990 in Algerien 4. Platz
1992 im Senegal Viertelfinale
1994 in Tunesien Viertelfinale
1996 in Südafrika nicht qualifiziert
1998 in Burkina Faso nicht qualifiziert
2000 in Ghana und Nigeria Viertelfinale
2002 in Mali 2. Platz
2004 in Tunesien Viertelfinale
2006 in Ägypten 4. Platz
2008 in Ghana Vorrunde
2010 in Angola nicht qualifiziert
2012 in Gabun und Äquatorialguinea Vorrunde
2013 in Südafrika nicht qualifiziert

Afrikanische Nationenmeisterschaft[Bearbeiten]

Kader der Afrikameisterschaft 2012[Bearbeiten]

Nr. Name Verein vor Turnierbeginn Geburtstag
Torhüter
Bouna Coundoul vereinslos 4. März 1982
Khadim N’Diaye SenegalSenegal ASC Linguère 30. November 1984
Pape Latyr N’Diaye SenegalSenegal US Ouakam 4. April 1985
Abwehr
Pape Diakhaté SpanienSpanien FC Granada 21. Juni 1984
Souleymane Diawara FrankreichFrankreich Olympique Marseille 24. Dezember 1978
Jacques Faty TurkeiTürkei Sivasspor 25. Februar 1984
Kader Mangane FrankreichFrankreich Stade Rennes 23. März 1983
Cheikh M’Bengue FrankreichFrankreich FC Toulouse 23. Juli 1988
Moustapha Bayal Sall FrankreichFrankreich AS Saint-Étienne 30. November 1985
Ludovic Sané FrankreichFrankreich Girondins Bordeaux 22. März 1987
Armand Traoré EnglandEngland Queens Park Rangers 8. Oktober 1989
Mittelfeld
Omar Daf FrankreichFrankreich Stade Brest 12. Februar 1977
Mohamed Diamé EnglandEngland Wigan Athletic 14. Juni 1987
Rémi Gomis FrankreichFrankreich FC Valenciennes 14. Februar 1984
Guirane N’Daw EnglandEngland Birmingham City 24. April 1984
Angriff
Demba Ba EnglandEngland FC Chelsea 25. Mai 1985
Souleymane Camara FrankreichFrankreich HSC Montpellier 22. Dezember 1982
Papiss Demba Cissé EnglandEngland Newcastle United 3. Juni 1985
Issiar Dia TurkeiTürkei Fenerbahçe Istanbul 8. Juni 1987
Deme N’Diaye TurkeiTürkei Trabzonspor 6. Februar 1985
Dame N’Doye DanemarkDänemark FC Kopenhagen 21. Februar 1985
Mamadou Niang KatarKatar Al-Sadd 13. Oktober 1979
Moussa Sow TurkeiTürkei Fenerbahçe Istanbul 19. Januar 1985

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, August 2014. Abgerufen am 18. September 2014
  2. FIFA.com: Senegal feuert Trainer Traore
  3. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)
  4. FIFA.com: Mauritius zieht Nationalelf zurück