Wittstock/Dosse

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wittstock/Dosse
Wittstock/Dosse
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wittstock/Dosse hervorgehoben
53.16361111111112.48555555555665Koordinaten: 53° 10′ N, 12° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 420,24 km²
Einwohner: 14.631 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 16909 (alle Ortsteile außer Zempow und Freyenstein), 16837 (Zempow), 16918 (Freyenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03394, 033923 (Zempow), 033964 (Gadow), 033966 (Berlinchen), 033967 (Freyenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 468
Stadtgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Heiligegeiststraße 19–23
16909 Wittstock/Dosse
Webpräsenz: www.wittstock.de
Bürgermeister: Jörg Gehrmann (CDU / Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Stadt Wittstock/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild
Markt mit Rathaus, dahinter Heiliggeistkirche und Gröpertor

Wittstock/Dosse ist eine Kleinstadt im Nordwesten von Brandenburg.

Wittstock ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Wittstock liegt in der Ostprignitz am nördlichen Rand der Kyritz-Ruppiner Heide, einer eiszeitlich geprägten Endmoränenlandschaft südlich der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kernstadt liegt in der Dosseniederung am Zusammenfluss der Flüsse Dosse und Glinze.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Nach Eingemeindungen am 6. Dezember 1993 (Babitz und Biesen)[2] und am 26. Oktober 2003[3] gehört Wittstock nun zu den flächengrößten Städten Deutschlands.

Wittstock besteht aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen:[4]

Ortsteile[Bearbeiten]

Bewohnte Gemeindeteile[Bearbeiten]

Ackerfelde, Eichenfelde, Heinrichsdorf, Klein Haßlow, Neu Cölln, Randow, Tetschendorf

Wohnplätze[Bearbeiten]

Alt-Daber, Am Damm, Ausbau, Bauhof, Brausebachmühle, Charlottenhof, Dudel, Dunkelsruh, Ernstenswille, Friedrichsgüte, Friedrichsgüter Mühle, Glashütte, Griebsee, Gustavsruh, Heinrichsdorfer Siedlung, Karl-Marx-Hof, Karstedtshof, Kuhlmühle, Lütkendosse, Neu Biesen, Neuendorf, Rheinsberger Siedlung, Rote Mühle, Scharfenberg, Scharfenberger Mühle, Scharfenberger Ziegelei, Siebmannshorst, Sudrowshof, Walkmühle

Geschichte (Wittstock Kernstadt)[Bearbeiten]

Bürgermeisterhaus und Amtsturm der alten Bischofsburg

Wittstock entstand aus einer slawischen Siedlung und wurde 946 in der Stiftungsurkunde für das Bistum Havelberg erstmals erwähnt und ist damit eine der ältesten Städte Brandenburgs. Am 13. September 1248 wurde Wittstock durch Bischof Heinrich I. von Havelberg das Stendaler Stadtrecht verliehen. 1251 erhielt die Stadt einen Abdruck des Stadtsiegels, das auch eines der ältesten in ganz Brandenburg ist. Die auf den Fundamenten einer slawischen Befestigung errichtete Wittstocker Burg diente den Bischöfen von Havelberg von 1271 bis 1548 als Wohnsitz, die daher auch als Alte Bischofsburg bezeichnet wird.

Der Name (1271 Wiztok, 1284 Witzstock, 1441 Witstock) ist volksetymologisch an niederdeutsch witt (weiß) und stock (Wurzelstock) angeglichen worden. Er geht aber auf altpolabisch vysoka (die hoch gelegene) zurück, da die Wittstocker Burg ab 946 so genannt wurde. Der Name ist dann auf die Siedlung im Tal übertragen worden.

Erstmals wurde 1325 ein Tuchmacher, 1328 ein Lehrer und 1333 ein Gewandschneider in der Stadt erwähnt. Am 23. August 1410 wurde Wittstock durch ein Erdbeben erschüttert[5], und 1495 zerstörte eine Feuersbrunst große Teile der Stadt. Die erste Stadtordnung wurde 1523 erlassen. Mit Busso II. starb 1548 der letzte Bischof von Havelberg auf der Wittstocker Burg. Die Herrschaft des Bistums Havelberg endete in Wittstock 1550 mit der Reformation.

Kupferstich von Matthäus Merian d. J. aus dem Jahre 1652

Im Dreißigjährigen Krieg siegten 1636 in der Schlacht bei Wittstock am Scharfenberg die Schweden über kaiserliche und sächsische Truppen. 1638 brach die Pest in Wittstock aus. 1.500 Menschen, das war die Hälfte der Bevölkerung, starben. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg besuchte 1658 die Stadt. 1681 wurde Wittstock Poststation auf der Postroute BerlinGüstrow. Die Reisezeit nach Berlin betrug damals 24 Stunden. Erneut zerstörte 1716 ein großer Stadtbrand zwei Drittel der Stadt. Um die Bevölkerungsverluste der letzten Jahrzehnte auszugleichen, wurden 1750 Kolonisten aus Württemberg und der Pfalz in und um Wittstock angesiedelt.

Während des Krieges gegen Napoleon wurde die Stadt 1812 zur Festung erklärt. Die erste Wittstocker, und somit älteste Zeitung der Prignitz, erschien 1826. Die in der Stadt seit langem lebende Jüdische Gemeinde errichtete 1857 ihre Synagoge in der St.-Marien-Straße 2, die 1928/29 nicht mehr gebraucht wurde und daher aufgegeben wurde. Sie wurde in den 1980er Jahren abgerissen, ohne danach ein Zeichen der Erinnerung zu setzen. Im Jahr 1869 wurde das Wittstocker Gymnasium gegründet. 1885 wurde die Stadt über die Bahnstrecke Wittenberge–Strasburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Diese wurde 1899 beziehungsweise 1912 durch eine weitere Strecke nach Neuruppin und Meyenburg ergänzt. Im Ersten Weltkrieg war Wittstock Standort eines Lazaretts.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus 1933 richtete die SA-Standarte 39 im Keller einer ehemaligen Lungenheilstätte im Ortsteil Alt-Daber ein frühes Konzentrationslager ein, in dem 40 Angehörige der Arbeiterparteien gefangen gehalten wurden, von denen kurze Zeit später 26 von ihnen in das KZ Oranienburg überführt worden sind. Der zu DDR-Zeiten dort entstandene Gedenkraum wurde nach 1990 beseitigt, wie auch der Gedenkstein vor dem Haus. Während des Zweiten Weltkrieges war Wittstock Standort mehrerer Ersatztruppenteile und Schulen der Fallschirmjäger der Wehrmacht. Bei Luftangriffen wurden die Außenbezirke der Stadt getroffen. Die Rote Armee besetzte Wittstock 1945 und richtete in der Stadt eine Garnison der GSSD ein, die bis Juni 1994 bestand.

Zu DDR-Zeiten errichtete und betrieb der VEB Werkstoffprüfungsmaschinen Leipzig im Ort ein Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

Seit 1953 war Wittstock in der DDR eine Kreisstadt. Im Zuge der Gemeindereform verlor die Stadt 1993 diesen Status, der Kreis Wittstock ging im neuen Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf. 1994 wurde der Flugplatz Alt Daber, der als Armeeflugplatz genutzt wurde, geschlossen.

Nach der Eingemeindung umliegender Dörfer im Zuge der Gemeindereform am 26. Oktober 2003 war Wittstock bis 2009 die flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl des heutigen Wittstocks entwickelte sich bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unterproportional zur Bevölkerung Brandenburgs. Nur die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gaben der Stadt Mitte des 20. Jahrhunderts einen Bevölkerungsschub. Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass Wittstock von 2000 bis 2030 ca. 30 % seiner Einwohner verliert, wobei die absolute Zahl der Senioren steigt, während die arbeitsfähige Bevölkerung abnimmt.

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen[6]
Bevölkerungsentwicklung Wittstock.pdf
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Bevölkerungsprognosen Wittstock.pdf
Prognosen der Bevölkerungsentwicklung
Altersstrukturentwicklung Wittstock.pdf
Prognose der Altersstruktur


Wittstock/Dosse:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
[6]
Jahr Einwohner
1875 15 434
1890 15 366
1910 14 873
1925 15 045
1933 15 802
1939 16 538
1946 19 901
1950 20 700
1964 17 717
1971 17 912
Jahr Einwohner
1981 19 022
1985 19 903
1989 20 447
1990 20 056
1991 19 275
1992 20 561
1993 19 977
1994 19 885
1995 20 164
1996 19 750
Jahr Einwohner
1997 19 759
1998 19 464
1999 18 584
2000 17 985
2001 17 674
2002 17 305
2003
2004 16 687
2005 16 363
2006 16 108
Jahr Einwohner
2007 15 892
2008 15 650
2009 15 407
2010 15 235
2011 14 801
2012 14 708
2013 14 631

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

(nach der Wahl am 28. September 2008, Sortierung nach Stimmenzahl[7])

Stadtverwaltung in der Heiligegeiststraße
Partei / Gruppierung Sitze
Kommunalwahl 2008[8]
Wahlbeteiligung: 41,6 %
 %
30
20
10
0
24,5 %
23,4 %
21,4 %
13,8 %
8,4 %
6,8 %
1,7 %
SPD 7
CDU 7
LINKE 6
Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin e. V. 4
FDP 2
Wählergruppe des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin 2

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • bis 1850: Hermann Kunth
  • 1990–2007: Lutz Scheidemann (FDP)
  • seit 2008: Jörg Gehrmann (CDU/Freie Wählergemeinschaft)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Wittstock.png
Blasonierung:

„„In Silber eine rote gequaderte und gezinnte Burg mit zwei goldenen spitzbedachten, mit je einem schwarzen Fenster versehenen, Spitztürmen und einem niedrigen Torturm mit geöffnetem schwarzen Tor, mit goldenem aufgezogenen Fallgatter und goldenen Torflügeln. Über den Zinnen des Torturmes thront ein rotgekleideter Bischof, der in seinen ausgebreiteten Armen rechts einen goldenen Bischofsstab und links ein aufgeschlagenes Buch hält“.[9]

Das Wappen wurde am 8. August 1995 genehmigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft mit Höganäs in Schweden besteht seit 2004, ein Jugendaustausch fand im Frühjahr 2006 zwischen schwedischen Jugendlichen und Wittstocker Gymnasiasten statt. Eine weitere Partnerschaft besteht seit dem 3. Oktober 1990 mit der Rosenstadt Uetersen in Schleswig-Holstein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

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Museen[Bearbeiten]

Burghof der Alten Bischofsburg
Todesmarsch-Gedenkstätte beim Todesmarsch-Museum
  • Ungefähr zehn Kilometer nördlich der Kernstadt Wittstock befindet sich das Museum des Todesmarsches im Wald von Below. Das ehemalige Hirtenhaus ist heute eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Auf dem Todesmarsch vom KZ Sachsenhausen (21. April 1945) in Richtung Nordwesten waren von den etwa 33.000 Häftlingen aus 22 Ländern nach zwei Tagen bereits 5.000 durch Gewalt und Hunger ums Leben gekommen. Im Wald bei Below, der außerdem auch Station des Todesmarsches vom KZ Ravensbrück war, sind nach Schätzungen 700 bis 800 Tote verscharrt worden. Im September 2002 wurde ein Brandanschlag auf das Museum verübt und Nazisymbole und antisemitische Parolen angebracht.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des Ersten Weltkrieges mit einer Ergänzungstafel von 1994 für die Soldaten des Zweiten Weltkriegs sowie die Opfer von Vertreibung und Gewaltherrschaft.
  • Ehrenmal im Friedrich-Ebert-Park nahe der Pritzwalker Straße aus dem Jahr 1950 von dem Bildhauer Carl Lühnsdorf für die Opfer des Faschismus
  • Gedenkstein von 1952 vor dem Kyritzer Tor für den von den Nationalsozialisten geschändeten Jüdischen Friedhof
  • Gedenktafel von 1983 am Amtsgericht Kyritzer Tor 4 an den von SA-Männern 1933 im damaligen NS-Polizeigefängis ermordeten Antifaschisten Walter Schulz
  • Denkmal für die ermordeten Antifaschisten Ernst Lück, Walter Schulz und Alfred Seefluth von dem Bildhauer Klaus Simon aus dem Jahre 1982 vor dem Gebäude des ehemaligen VEB Obertrikotagenbetrieb Ernst Lück, das nach 1989 entfernt wurde und jetzt eingelagert ist im Depot des Ostprignitz-Museums
  • Gedenkstein auf dem Städtischen Friedhof am Rote-Mühle-Weg für die antifaschistischen Opfer Ernst Lück, Walter Schulz und Alfred Seefluth
  • Gedenktafel vor der Kirche des Ortsteils Dossow zur Erinnerung an den Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen vom April 1945
  • Gedenkstein neben vier Gräbern auf dem Friedhof des Ortsteils Dossow zur Erinnerung an vier Opfer des Todesmarsches
  • Gedenkstein auf dem Ehrengrab von zwei Opfern des Todesmarsches auf dem Friedhof des Ortsteils Fretzdorf
  • Gedenksteine auf dem Friedhof des Ortsteils Gadow für zwei französische Häftlinge, die Opfer des Todesmarsches wurden
  • Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteils Rossow für Opfer des Todesmarsches
  • Stolpersteine für in der Zeit des Nationalsozialismus ermordete jüdische Mitbürger[10]

Musik[Bearbeiten]

In Wittstock gibt es mehrere Chöre, darunter die Chöre der Kantorei Wittstock, den Wittstocker Männerchor 1836 e. V. und den Schulchor des Gymnasiums. Zum Musikleben der Stadt gehören daneben auch Konzerte von lokalen Instrumentalensembles und Orgelkonzerte auf der Orgel der St.-Marien-Kirche sowie der vier bis fünf Mal jährlich stattfindende Jugendevent „X-Time“ in der Heiliggeistkirche mit regionalen Musikgruppen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus, 1905 umgebaut, unter Einbeziehung der mittelalterlichen Gerichtslaube und des Kellers des Vorgängerbaus, im Innern zahlreiche Jugendstilelemente, Gemälde zur Übergabe der Stadtrechte.
  • St.-Marien-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, stattliche dreischiffige Backsteinhallenkirche mit Breitturm und barocker Turmhaube; Ausstattung aus dem 15. Jahrhundert; Hochaltar aus zwei spätgotischen Schnitzaltären des Lübecker Bildschnitzers Claus Berg zusammengesetzt, Besteigung des 68 Meter hohen Turms nach Absprache mit dem Kirchenbüro möglich.
  • Superintendentur, stadtbildprägendes Fachwerkhaus, sehenswerter Innenhof
  • Telschowsches Haus: wurde 1566 erstmals erwähnt und gehörte zur alten Amtsfreiheit, die erst 1848 an die Stadt fiel. Als 1681 die Kariolpost von Güstrow über Wittstock nach Berlin fuhr, war das Haus erste Poststation. An der Restaurierung war 2003 und 2005 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt.
  • Alte Bischofsburg, von 1271 bis 1548 Sitz der Bischöfe von Havelberg, bestand aus Unter- und Oberburg (Amtshof) mit dem 32 Meter hohen Bergfried (Amtsturm), Burgmauer mit drei Wiekhäusern. Heute Sitz von Museen.
  • Stadtmauer mit Wall- und Grabenzone: 2.500 Meter lang, ursprünglich bis zu elf Meter hoch, heutzutage noch vier bis sieben Meter hoch, rund 30 Wiekhäuser, Wälle und weiträumige öffentliche Grünflächen.
  • Die Daberburg, 3 km nördlich der Stadt gelegen, ist das letzte erhaltene Außenwerk der mittelalterlichen Befestigung.
  • Fachwerkhaus Königstraße 33, mehr als 300 Jahre alt, überstand den großen Brand von 1716, letztes Zeugnis giebelständiger Bauweise in Wittstock.
  • Gröpertor, im 14. Jh. erbaut und 1503 erhöht, als einziges von drei Stadttoren erhalten. Bis 1867 waren die Tore nachts geschlossen.
  • Heiliggeistkirche, erbaut um 1300, diente Kaufleuten und Reisenden als Andachtskirche. 1730 durch Stadtbrand zerstört, danach in der heutigen Form wiedererrichtet.
  • Adlerapotheke: seit mehr als 400 Jahren befindet sich hier eine Apotheke; Jugendstilfassade und sehenswerter Innenhof.
  • Friesen-Jahn-Körner-Denkmal: erinnert an die Befreiungskriege. (116 Wittstocker meldeten sich damals freiwillig zum Landsturm.)
  • Schwedenstein (80 t): erinnert (seit 1997) an den Dankesgottesdienst, den Johan Banér im Anschluss an die gewonnene Schlacht bei Wittstock unter der dortigen historischen Pappel abhielt.
  • Schloss und Burg in Freyenstein
  • Stüler-Kirche in Christdorf
  • Fachwerkkirche (von 1704) in Fretzdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Wittstock ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Wittstock (Dosse)

Wittstock hat eine direkte Anbindung an die Bundesautobahnen 19 und 24 durch das Autobahndreieck Wittstock/Dosse in die Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock.

Der Bahnhof Wittstock (Dosse) der Wittstocker Kernstadt liegt an der Bahnstrecke Wittenberge–Strasburg und der Bahnstrecke Kremmen–Meyenburg. Dieser sowie die Haltepunkte der Ortsteile Dossow und Fretzdorf sind mit der Bahnlinie RE6, dem Prignitz-Express, im 1 bis 2-Stunden-Takt erreichbar.

Bildung[Bearbeiten]

Staatliche Schulen[Bearbeiten]

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  • Diesterweg-Grundschule Wittstock
  • Dr.-Wilhelm-Polthier-Oberschule Wittstock
  • Gymnasium Wittstock
  • Mosaik-Schule, Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ Wittstock
  • Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ Wittstock
  • Waldring-Grundschule Wittstock

Einrichtungen[Bearbeiten]

Wittstock ist Sitz der Superintendentur des Evangelischen Kirchenkreises Wittstock-Ruppin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Superintendent ist Matthias Puppe.

In der Nähe von Wittstock liegt ein „Bombodrom“ genannter ehemaliger Truppenübungsplatz der Sowjetarmee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 2009, 12. Dezember: Kurt Zellmer, Superintendent i. R.[11]
  • 2011, 24. September: Wolfgang Dost, Historiker, in Würdigung seiner Verdienste um das kulturelle Leben der Stadt[12]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Ehrenmedaille[Bearbeiten]

Die Ehrenmedaille der Stadt Wittstock wurde verliehen an:

  • 2009 Hubert Boger als Ortschronist und Werner Risse als Läufer[13]
  • 2010 Regina Melzer für Verdienste innerhalb der Volkssolidarität und Wolfgang Wilcke für sein Engagement in der Wendezeit[14]
  • 2011 Karin Kranz und Horst Thonack
  • 2012 Klaus Rother und Waldemar Klawohn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Ministerium des Innern des Landes Brandenburg (Dienstleistungsportal der Landesverwaltung): Kommunen > Landkreis Ostprignitz-Ruppin > Stadt Wittstock/Dosse, Gebietsstand: 1. Januar 2009, gesehen 30. Dezember 2009.
  5. August Sieberg: Beiträge zum Erdbebenkatalog Deutschlands und angrenzender Gebiete für die Jahre 58 bis 1799. – Mitt. d. Dt. Reichs-Erdbebendienstes, H. 2, Berlin
  6. a b Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons.
  7. Ergebnis zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung Wittstock/Dosse am 28. September 2008
  8. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=103
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Erste Stolpersteine gegen das Vergessen in Wittstock. 20. März 2014. Abgerufen am 29. März 2014.
  11. Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wittstock/Dosse an Superintendent i.R. Kurt Zellmer. Stadt Wittstock/Dosse, 16. Dezember 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.
  12. Ehrenbürgerschaft für Dr. Wolfgang Dost. Stadt Wittstock/Dosse, 28. September 2011, abgerufen am 18. Juni 2013.
  13. Dirk Klauke: Wittstocker Rathausturm am Donnerstag bekrönt. In: MAZarchiv.de. Märkische Allgemeine, 28. August 2009, abgerufen am 20. Mai 2013.
  14. Homepage der Stadt Wittstock

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittstock/Dosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien