Bundesautobahn 19

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Bundesautobahn 19 in Deutschland
Bundesautobahn 19
 European Road 55 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 19
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 123 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Die A 19 im Randbereich der Mecklenburgischen Schweiz
Die A 19 im Randbereich der Mecklenburgischen Schweiz

Die Bundesautobahn 19 (Abkürzung: BAB 19) – Kurzform: Autobahn 19 (Abkürzung: A 19) – verbindet die Hansestadt Rostock mit der Autobahn A 24 bei Wittstock/Dosse. Die gesamte A 19 ist Teilstück der Europastraße 55.

Verlauf[Bearbeiten]

Mautstelle an der östlichen Ausfahrt des Warnowtunnels
Anschlussstelle Rostock-Ost (1987)

Die Autobahn 19 beginnt im Norden Rostocks an der östlichen Ausfahrt des Warnowtunnels, südlich des Rostocker Überseehafens, verläuft östlich der Stadt in Richtung Süden, kreuzt die A 20 am Kreuz Rostock, zieht sich durch den Landkreis Rostock, überquert hier die Recknitz, verläuft östlich des Krakower Sees und durchschneidet die Mecklenburgische Seenplatte im gleichnamigen Landkreis. Nördlich von Wittstock/Dosse wird die Landesgrenze nach Brandenburg überquert. Südlich der Stadt endet die A 19 am Dreieck Wittstock/Dosse an der A 24.

Für den internationalen Verkehr erlangt die A 19 Bedeutung durch den direkten Zugang zum Überseehafen von Rostock (ein Kilometer ab A 19). Fährverbindungen bestehen dort in mehrere Staaten an der Ostsee, so nach Gedser in Dänemark, Trelleborg in Schweden, Helsinki in Finnland, Tallinn in Estland und Ventspils in Lettland.

Während der Ferienreisewelle gibt es auf dieser Autobahn mitunter Staus, da der Verkehr zu den Ostseestränden, wie z. B. nach Rügen, Graal-Müritz oder Kühlungsborn über diese Strecke läuft. Ausweichrouten nach Rügen sind die A 11 (ab Berliner Ring), dann A 20 und schließlich die B 96.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem man sich in den 1950er-Jahren mit in der DDR nur langsam steigender Motorisierung zuerst um den Ausbau und Erhalt von Landstraßen kümmerte, sollten laut einem 1958 verfassten Schreiben der SED-Führung alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet werden, um mit dem Ausbau des Autobahnnetzes in der DDR zu beginnen. Unter anderem ging es dabei um ein Projekt bis in den Bezirk Rostock. In der Volkskammer war Walter Ulbricht schon im Herbst 1959 angetan von einer Autobahn, auf der die Werktätigen zur Ostsee gelangen könnten. 1961 wurden die Pläne plötzlich auf Eis gelegt. Mehrere Jahre existierte ein isolierter einbahnig fertiggestellter Abschnitt im Nordosten von Rostock zwischen der Fernverkehrsstraße 105 (heute Bundesstraße) und dem Seehafen.

Ein Wirtschaftsaufschwung und stärkere Verkehrsbelastungen machten jedoch Ende der 1960er Jahre eine Wiederaufnahme des Projekts notwendig. Baubeginn war 1970, die Arbeiten führte der VEB Autobahnbaukombinat aus. Mit dem Machtwechsel an der Spitze der SED wurde in der DDR vor allem der Wohnungsbau forciert. Die Bauarbeiten an der heutigen A 19 sollten eingestellt werden. In Verhandlungen mit Günter Mittag erreichte man zumindest einen langsameren Weiterbau. Nach acht Jahren Bauzeit wurde das letzte Teilstück der Autobahn Berlin-Rostock 1978 schließlich dem Verkehr übergeben. Nach der Wende wurde die Fahrbahn der A 19 sukzessive ausgebessert sowie mit Standstreifen und Parkplatzanlagen ausgestattet.

Im Einzelnen erfolgten folgende Freigaben:

  • 1963 AS Rostock-Überseehafen - AS Krummendorf
  • 1963 AS Krummendorf - AS Rostock-Ost (zweite Fahrbahn erst 1973)
  • 1973 AS Rostock-Ost - AS Rostock-Süd (zweite Fahrbahn erst 1974)
  • 1973 AS Rostock-Süd - AS Kessin
  • 1974 AS Kessin - AS Laage
  • 1975 AS Laage - AS Krakow
  • 1976 AS Wittstock - AD Wittstock/Dosse (bis AS Neuruppin an der (heutigen) A 24)
  • 1977 AS Röbel - AS Wittstock
  • 1978 AS Krakow - AS Röbel

Die Widmung als Autobahn wurde im Bereich Rostock nach 1990 mehrfach geändert: Anschlussstellen im Bereich des Überseehafens galten dann nicht mehr als Autobahn. Mit der Fertigstellung des Warnowtunnels wurde der ursprüngliche Verlauf der Autobahn dann nochmals verändert: Ursprünglich führte sie über die heutige "Straße zum Überseehafen" direkt dorthin.

Massenkarambolage:

Am 8. April 2011 ereignete sich aufgrund eines Sandsturms eine Massenkarambolage auf der Autobahn 19 nahe Kavelstorf. Über 80 Fahrzeuge waren insgesamt (beide Fahrtrichtungen) ineinander gefahren, davon gerieten etwa 30 in Brand, unter anderem ein Gefahrguttransporter. Dieser bisher schwerste Verkehrsunfall in Mecklenburg-Vorpommern forderte acht Todesopfer und 131 Verletzte, wovon 44 in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten.[1][2][3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Axel Doßmann: Begrenzte Mobilität. Eine Kulturgeschichte der Autobahnen in der DDR. Klartext Verlag, Essen 2003, ISBN 3898611531

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 19 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNach der Massenkarambolage auf der A 19: Bergung dauert bis in die Nacht. RP Online, 8. April 2011, abgerufen am 8. April 2011.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMecklenburg-Vorpommern: Acht Tote bei Massenkarambolage. Focus Online, 8. April 2011, abgerufen am 8. April 2011.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTödlicher Massenunfall auf der A 19: Identität der acht Todesopfer noch nicht geklärt. Stern.de, 9. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMassencrash auf der A 19: Aufräumarbeiten werden Tage dauern. Focus Online, 9. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.