Beaufort-en-Argonne

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Beaufort-en-Argonne
Beaufort-en-Argonne (Frankreich)
Beaufort-en-Argonne
Region Grand Est
Département Meuse
Arrondissement Verdun
Kanton Stenay
Gemeindeverband Pays de Stenay et du Val Dunois
Koordinaten 49° 28′ N, 5° 7′ OKoordinaten: 49° 28′ N, 5° 7′ O
Höhe 175–245 m
Fläche 11,09 km2
Einwohner 146 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km2
Postleitzahl 55700
INSEE-Code
Website beaufort.stenay.com

Das Feste Haus von Beaufort

Beaufort-en-Argonne ist eine französische Gemeinde mit 146 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Meuse in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beaufort-en-Argonne liegt in Nordfrankreich am Maasnebenfluss Wiseppe[1] in der Landschaft Argonne im äußersten Nordwesten Lothringens am Westrand des Départements Meuse, 82 Kilometer nordöstlich von Reims, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Verdun, dem Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements, 28 Kilometer südöstlich von Sedan und 5,6 Kilometer westlich von Stenay, dem Hauptort des Kantons und des Kommunalverbands Pays de Stenay auf einer mittleren Höhe von 210 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 186 Metern. Nachbargemeinden von Beaufort-en-Argonne sind Pouilly-sur-Meuse im Nordwesten, Laneuville-sur-Meuse im Nordosten, Beauclair im Süden und Tailly im Südwesten. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 1109 Hektar.

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beaufort wurde 1188 als Bellofortis erstmals urkundlich erwähnt.[3]

Die ursprüngliche Kirche von Beaufort wurde um 1570 von Hugenotten im Zuge der Hugenottenkriege (1562–1598) in Brand gesetzt. Das Feste Haus von Beaufort wurde 1664 errichtet. Es diente dem Schutz der Bewohner und des Viehs.[4]

1793 erhielt Beaufort-en-Argonne als Beaufort während der Zeit der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 unter dem heutigen Namen durch die Verwaltungsreform unter Napoleon Bonaparte das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Den Namen Beaufort-en-Argonne trägt die Gemeinde seit 1922.[5]

Jahr Einwohner[5]
1793 603
1806 680
1851 648
1856 493
1881 375
1911 276
1946 196
1954 209
1962 199
1999 170
2010 153

Auf dem Friedhof gibt es zwei Gräber von gefallenen Offizieren aus dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) und fünf Gräber von britischen Piloten, deren Flugzeug am 21. Dezember 1942 im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) über Beaufort-en-Argonne abstürzte.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dorfkern Beauforts befindet sich an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen Grande rue und Rue du Château. Dort stehen die Kirche mit einem kleinen Friedhof und die Mairie. Die heutige Kirche Sainte-Catherine wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist von einem kleinen Friedhof umgeben. Der Chor wurde 1910 gebaut. Im Ersten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Das Mobiliar der Kirche stammt teilweise aus der Kartause von Le Mont-Dieu (Ardennes).[4] In der Kirche befinden sich mehrere Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Dazu gehören drei Statuen aus dem 18. Jahrhundert, die in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques (‚historische Denkmale‘) eingetragen sind. Ein Ziborium aus dem 18. Jahrhundert wurde im Februar 1993 entdeckt. In ganz Lothringen gibt es kein vergleichbares Hostiengefäß. Im Jahr 2000 wurde es als Monument historique klassifiziert. Ein silberner Kelch aus dem Jahr 1786 wurde 1996 als historisches Denkmal eingestuft.[6] Beaufort-en-Argonne gehört zur römisch-katholischen Pfarrei Sainte Thérèse-Bénédicte de la Croix du Pays de Stenay des Bistums Verdun.[7]

Das Feste Haus von Beaufort besteht heute aus einem viereckigen Gebäude mit einem Hof an dem sich noch Reste der Befestigungsmauern befinden. Über einer Tür steht die Jahreszahl 1664. Im 19. Jahrhundert beherbergte das Gebäude eine Ölmühle.[4]

Am südlichen Ende des Dorfes befindet sich das um 1901 gebaute Lavoir.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächstgelegene Haltepunkt ist der 17,9 Kilometer entfernte Haltepunkt in Carignan. Der nächste zivile Flughafen ist der 81,1 Kilometer entfernt liegende Flughafen Luxemburg in Luxemburg.

Auf dem Gemeindegebiet gelten geschützte geographische Angaben (IGP) für Geflügel (Volailles de la Champagne), Mirabelles de Lorraine und Bergamote de Nancy.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beaufort-en-Argonne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiseppe bei SANDRE (französisch)
  2. a b Le village du Beaufort-en-Argonne. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 13. August 2013 (französisch).
  3. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 3. Librairie Droz, 1998, ISBN 2-600-02884-6, S. 1478 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c d Patrimoine. In: stenay.com. Pays de Stenay, abgerufen am 13. August 2013 (französisch).
  5. a b Beaufort-en-Argonne - notice communal. In: Cassini.ehess.fr. Abgerufen am 13. August 2013 (französisch).
  6. Eintrag Nr. 55037 in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Sainte Thérèse-Bénédicte de la Croix du Pays de Stenay. Diocèse de Verdun, archiviert vom Original am 18. Mai 2015; abgerufen am 13. August 2013 (französisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/catholique-verdun.cef.fr