Grünheide (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grünheide (Mark)
Grünheide (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grünheide (Mark) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 25′ N, 13° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 126,9 km2
Einwohner: 8327 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15537
Vorwahlen: 03362, 033632 (Hangelsberg, Mönchwinkel)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LOS, BSK, EH, FW
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 201
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Marktplatz 1
15537 Grünheide (Mark)
Webpräsenz: Großgemeinde Grünheide
Bürgermeister: Arne Christiani (parteilos)
Lage der Gemeinde Grünheide (Mark) im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Grünheide (Mark) ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg südöstlich von Berlin.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Grünheide (Mark) liegt im nördlichen Teil des Landkreises Oder-Spree. Sie grenzt im Norden an die amtsfreien Gemeinden Woltersdorf und Rüdersdorf bei Berlin (Landkreis Märkisch-Oderland), im Nordosten an die Gemeinde Rehfelde (Amt Märkische Schweiz) und die amtsfreie Stadt Müncheberg, im Osten an die amtsfreie Gemeinde Steinhöfel, im Südosten an die amtsfreie Stadt Fürstenwalde/Spree, im Süden und Südwesten an die Gemeinden Spreenhagen und Gosen-Neu Zittau (Amt Spreenhagen) und im Westen an die amtsfreie Stadt Erkner.

Naturraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werlsee

Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich eine Seenplatte vom Priestersee und Werlsee über den Baberowsee bis zum Liebenberger See. Die Seenkette ist ein Teil der glazialen Löcknitz-Stobber-Rinne und entwässert über die parallel zur Seenkette fließende Löcknitz zur Spree. Die Löcknitz entsteht nahe dem Ortsteil Kienbaum aus dem Zusammenfluss des Maxsee-Abflusses Mühlenfließ mit dem Stobberbach, der aus dem Roten Luch kommt. Als dritte „Quelle“ der Löcknitz wird in der Fachliteratur der Abfluss des Liebenberger Sees bezeichnet, der kurz unterhalb der Vereinigung von Stobberbach und dem Maxsee-Mühlenfließ, gleichfalls unter dem Namen Mühlenfließ, der Löcknitz zufließt. Dabei entwässert der Liebenberger See zudem die mit ihm – in Nordrichtung entgegen der hauptsächlichen Fließrichtung der Rinne – verbundenen Gewässer der Seenkette in den Fluss. Die rund 30 Kilometer lange Löcknitz strömt von Kienbaum bis zum Grünheider Ortsteil Fangschleuse frei mäandrierend und hat auf mehr als 20 Kilometern, insbesondere im Naturschutzgebiet Löcknitztal, natürliche Uferstrukturen behalten.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand durch den Zusammenschluss von sechs Gemeinden zwischen 2001 und 2003. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Grünheide (Mark).

Die Gemeinde Grünheide (Mark) besteht laut ihrer Hauptsatzung[3] aus folgenden Ortsteilen:

  • Grünheide (Mark) mit den bewohnten Gemeindeteilen Altbuchhorst, Fangschleuse, Grünheide (Mark) (einschließlich Freienbrink), Schmalenberg und Klein Wall
  • Hangelsberg mit den bewohnten Gemeindeteilen Wulkow, Spreetal und Hangelsberger Forst
  • Kagel mit den bewohnten Gemeindeteilen Kagel-Möllensee und Kagel-Finkenstein
  • Kienbaum
  • Mönchwinkel mit dem bewohnten Gemeindeteil Neu Mönchwinkel
  • Spreeau mit den bewohnten Gemeindeteilen Spreewerder, Storkowfurt, Sieverslake, Freienbrink und Störitz

Hinzu kommen die Wohnplätze Bergluch, Forsthaus Wilhelmsbrück, Fürstenwalde West, Gottesbrück, Kolonie Kienbaum, Liebenberg, Schlangenluch, Störitzsee, Waldeck und Wilhelmsaue.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grünheider Gebiet war bereits früh Siedlungsgebiet germanischer Stämme. Der Begriff „Grüne Heyde“ wurde erstmals von Kurfürst Joachim II. verwendet, der 1543 seinen Bruder Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin hierher zur Jagd in sein Jagdhaus auf einer Insel im Werlsee einlud.

Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte die Gegend völlig. Erst 1662 genehmigte Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, die Ansiedlung einer Sägemühle. Daher gilt 1662 als Gründungsjahr von Grünheide. Seit 1933 erinnert ein Feldsteindenkmal unterhalb der Kirche an den Gründer des Ortes, Kurfürst Joachim II. Zwischen 1748 und 1763 siedelte König Friedrich II. in sogenannten Kolonien zahlreiche Kleinbauern und Holzfäller an.

Die Schiffbarmachung der Löcknitz 1875 und der Anschluss an das Eisenbahnnetz über den nahen Bahnhof Fangschleuse verhalf Grünheide zu einem Aufschwung. Zahlreiche wohlhabende Berliner Bürger bauten sich an den Ufern von Peetzsee und Werlsee große Sommerhäuser. Unter anderem Gerhart Hauptmann, Bertolt Brecht, Wilhelm Bölsche und Ernst Rowohlt verbrachten die Sommermonate in und bei Grünheide.

Zunächst gehörte Grünheide zum brandenburgischen III. Heidedistrikt. Ab 1889 hieß der Ort Gemeinde Werlsee, die am 16. Juli 1934 in Grünheide (Markt) umbenannt wurde.[5]

In Grünheide (damals DDR-Bezirk Frankfurt/Oder) wurde am Störitzsee das BetriebsferienlagerAlexander Matrossow“ durch den VEB IFA-Automobilwerke Ludwigsfelde errichtet und als Kinder- und Jugenderholung Störitzland fortgeführt. In Altbuchhorst gab es ebenfalls ein Ferienlager, das vom Druck- und Verlagswesen der DDR betrieben wurde.

Der DDR-Regimekritiker Robert Havemann lebte von 1976 bis zu seinem Tode 1982 in Grünheide (Mark). Von 1976 bis 1979 stand er unter einem von der DDR-Führung auferlegten Hausarrest. Nach drei Jahren wurde der Hausarrest zwar aufgehoben, die Überwachung jedoch fortgesetzt.

Am 9./10. September 1989 wurde im Grünheider Ortsteil Altbuchhorst, im Haus von Katja Havemann, der Witwe von Robert Havemann, die Bürgerbewegung Neues Forum gegründet. Dies war ein wichtiger Anstoß für die politischen Veränderungen, die letztlich zum Zusammenbruch der DDR und zur Demokratisierung in den neuen Bundesländern geführt haben.

Amt Grünheide

Im Zuge der Ämterbildung 1992 in Brandenburg schlossen sich fünf Gemeinden im damaligen Kreis Fürstenwalde zum Amt Grünheide zusammen. Der Minister des Innern des Landes Brandenburg erteilte am 9. Juli 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Grünheide.[5] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 21. Juli 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Grünheide und bestand zunächst aus folgenden Gemeinden:

  1. Grünheide
  2. Kagel
  3. Hangelsberg
  4. Mönchwinkel
  5. Spreeau

Am 28. August 1992 wurde die Gemeinde Kienbaum durch Beschluss des Ministers des Innern dem Amt Grünheide zugeordnet.[6] Das Amt wurde zum 1. Juli 1994 in Amt Grünheide (Mark) umbenannt.[7] Zum 31. Dezember 2001 schlossen sich die Gemeinden Grünheide (Mark), Kagel und Kienbaum zur neuen Gemeinde Grünheide (Mark) zusammen.[8]

Am 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Hangelsberg, Mönchwinkel und Spreeau per Gesetz in die Gemeinde Grünheide (Mark) eingegliedert. Das Amt Grünheide (Mark) wurde aufgelöst, die Gemeinde Grünheide (Mark) wurde amtsfrei.[9] Die Gemeinde Spreeau legte Kommunalverfassungsbeschwerde gegen ihre Eingliederung in die Gemeinde Grünheide ein, die jedoch verworfen wurde.[10]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 763
1890 889
1910 1 509
1925 2 114
1933 2 245
1939 2 747
1946 2 742
1950 2 896
1964 2 766
1971 2 805
Jahr Einwohner
1981 2 557
1985 2 528
1989 2 435
1990 2 347
1991 2 286
1992 2 259
1993 2 244
1994 2 380
1995 2 805
1996 2 995
Jahr Einwohner
1997 3 136
1998 3 331
1999 3 482
2000 3 622
2001 4 891
2002 4 963
2003 7 546
2004 7 674
2005 7 761
2006 7 822
Jahr Einwohner
2007 7 770
2008 7 820
2009 7 885
2010 7 982
2011 8 034
2012 8 047
2013 8 111
2014 8 165
2015 8 327

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[11][12] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Grünheide besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[13]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arne Christiani (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 mit 75,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. Dezember 1995 genehmigt.[15]

Blasonierung: „In Grün eine aus einem fünfmal von Blau und Silber geteiltem Wellenschildfuß wachsende Schildkröte.“[3]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde zeigt – bei Aufhängung an einem Querholz – drei Längsstreifen Grün–Weiß–Grün im Verhältnis 1:2:1 mit dem Gemeindewappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Grünheide (Mark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Zum Guten Hirten

Die evangelische Kirche Zum Guten Hirten im Ortsteil Grünheide ist ein 1892 errichteter neuromanischer Backsteinbau. Sie ist zusammen mit der tempelartigen Grabanlage der Familie Teich im Nordwesten des Kirchengebäudes in die Denkmalliste des Landkreises Oder-Spree aufgenommen. Die Kirche hat in ihrer Geschichte bereits drei große Innenraumveränderungen erlebt. Ende der 1950er Jahre wurde die Erstausmalung von 1892 komplett umgestaltet. Die Apsis wurde mit einem Christusmonogramm IHS neu gestaltet und die Empore mit Symbolen des Kirchenjahres und Bibelzitaten ausgestattet. Die vorher dominierenden Farben (mahagonibraun und blau) wurden komplett durch Grün- und Grautöne und weiße Wände ersetzt. 1960 erfolgte der Einbau einer zweimanualigen Orgel mit Pedal aus der Werkstatt Schuke in Potsdam. Ende der 1970er Jahre wurden die defekte Kanzel komplett abgebrochen und der Steinfußboden mit einem Linoleumbelag überzogen. 2013 begann eine erneute komplette Innensanierung mit einem neuen Terrakotta-Bodenbelag, einer modernen Fußboden- und Wandheizung und einer komplett neuen Elektrik und Beleuchtung.[16] Die farbliche Gestaltung ist noch nicht abgeschlossen. Der Taufort besteht aus Sandstein aus der Bauzeit der Kirche von 1892. Die beiden Figuren der Apostel Petrus und Paulus von dem Berliner Bildhauer Gotthold Riegelmann (1864–1935) befinden sich über der Küsterei der Kirche.

Weitere Baudenkmale:

  • Dorfkirche Kagel
  • Dorfkirche Kienbaum
  • Dorfschmiede Kagel, Gerhart-Hauptmann-Straße 20
  • Villenanlage mit Park im Grünheider Ortsteil Fangschleuse, Am Schlößchen 12
  • Wohnhaus mit Hofgebäude in Grünheide, Karl-Marx-Straße 25

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmal für die Opfer von Krieg, Faschismus und Gewaltherrschaft an der Großen Wallbrücke über die Löcknitz (ebenfalls Baudenkmal)
  • Gedenktafel von 1948 für die Opfer des Faschismus unterhalb der Kirche an der Karl-Marx-Straße
  • Kurfürstendenkmal Karl-Marx-Straße 37 unterhalb der Kirche
  • Sowjetisches Ehrenmal für gefallene Soldaten der Roten Armee Neue Erknerstr./Friedrich-Engels-Str.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Median Klinik Grünheide, Fachklinik für neurologisch-neurochirurgische Rehabilitation
  • GVZ Berlin Ost Freienbrink

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße L 23 zwischen Herzfelde und Storkow durchquert das Gemeindegebiet in nord-südlicher Richtung, die L 38 zwischen Erkner und Fürstenwalde in west-östlicher Richtung. Die A 10 (östlicher Berliner Ring) mit den Anschlussstellen 6 (Erkner) und 7 (Freienbrink) verläuft an der westlichen Grenze des Gemeindegebietes.

Die Gemeinde Grünheide (Mark) liegt an der Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder) und hat mit Fangschleuse und Hangelsberg Haltepunkte der Regional-Express-Linie RE 1 Magdeburg–Berlin–Frankfurt (Oder), die von der DB Regio AG bedient wird.

Die Gemeinde wird außerdem durch die Buslinien 429 und 436 des Busverkehrs Oder-Spree erschlossen. Sie führen von Herzfelde sowie Fürstenwalde nach Erkner mit weiteren Umsteigemöglichkeiten, zum Beispiel in Erkner in die S-Bahnlinie S3 nach Berlin.

Die Gemeinde gehört zum Gebiet des VBB. Der Bahnhof Fangschleuse und die Gemeindeteile Altbuchhorst, Fangschleuse, Grünheide (Mark) liegen im Gebiet des Tarifbereichs der Stadt Berlin im Teilbereich (Tarifzone) C.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp-Melanchthon-Gymnasium

Der Löcknitzcampus ist Bildungsstandort des Ortsteils Grünheide mit Gerhart-Hauptmann-Grundschule, Bettina-von-Arnim-Oberschule und Philipp-Melanchthon-Gymnasium. Der Montessori-Campus „Clara Grunwald“ im Ortsteil Hangelsberg ist mit der Montessori-Grundschule und Montessori-Oberschule ein weiterer Schulstandort.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesleistungszentrum Kienbaum

Das Bundesleistungszentrum Kienbaum im gleichnamigen Ortsteil ist eines von vier deutschen Bundesleistungszentren für die Betreuung und das Training von Spitzensportlern. Es ist aus einer seit 1952 genutzten und später ausschließlich dem Leistungssport der DDR vorbehaltenen Anlage hervorgegangen. Museal erhalten ist die Unterdruckkammer zur Simulierung von Höhentrainingsbedingungen bis 4000 m Höhe. In den letzten Jahren wurde das Zentrum umfangreich erweitert und modernisiert. Es bietet heute den deutschen Spitzensportlern beste Trainingsbedingungen zur Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe.

Seit Juli 2017 ist es umbenannt in "Olympisches und Paralympisches Trainingszentrum für Deutschland." Das ist bis dato das einzige vollständig barrierefreie Sportzentrum dieser Art in Europa.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Curt Herrmann (1854–1929), Impressionist, bewohnte das Gutshaus mit Turm im zum Ortsteil Hangelsberg gehörenden Gemeindeteil Wulkow aus dem Jahre 1750. Seine Enkel und Urenkel aus England ließen das stark zerfallene Objekt in den Jahren 1995–1998 restaurieren und nutzen ihren deutschen Landsitz vor allem in der warmen Jahreszeit.
  • Georg Alexander von Müller (1854–1940), Marineoffizier, zuletzt Admiral und von 1906 bis 1918 Chef des Marinekabinetts, bewohnte zuletzt bis zu seinem Tod die Villa „Stensjöholm“ im heutigen Ortsteil Hangelsberg, deren Baugrund er als Geschenk von Kaiser Wilhelm II. erhielt.
  • Fritz Rasp (1891–1976), Schauspieler, wohnte während seiner Zeit in Berlin im eigenen Haus im heutigen Ortsteil Mönchwinkel. Seine Tochter, die Schriftstellerin Renate Rasp, hält das Haus auch heute noch als Eigentum, wohnt jedoch im Münchener Vorort Gräfelfing.
  • Robert Havemann (1910–1982), Chemiker, Kommunist, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Regimekritiker in der DDR. Havemann lebte in seinem Haus im heutigen Ortsteil Grünheide von 1976 bis 1979 wegen seiner Kritik an der SED und an der Ausbürgerung Wolf Biermanns unter Hausarrest und ständiger Bewachung und Abhörung des Anwesens durch die Stasi. Wichtige Informationen tauschte der Systemkritiker mit seinen Besuchern nur schriftlich aus. Man benutzte u. a. eine Schreibmaschine, in die der eine die Frage tippte und der andere die Antwort. Wenige Tage vor seinem Tod konnte Biermann seinen alten Freund noch einmal mittels eines besonderen Einreisevisums in Grünheide diskret besuchen.
  • Herbert Ziergiebel (1922–1988), Schriftsteller, verbrachte seine letzten Lebensjahre im Ortsteil Spreeau
  • Günter Kunert (* 1929), Landesforstmeister a.D., wohnt im heutigen Ortsteil Mönchwinkel und engagiert sich dort als Ortschronist und Hobby-Historiker, verfasste mit seinen Büchern Zisterzienserdörfer (ISBN 978-3-933416-77-3) und Die Grüne Heide (ISBN 978-3-933416-64-3) zwei Werke, die vor allem die Landschaft und Naturgebiete in der heutigen Gemeinde Grünheide (Mark) sowie die Besiedlung der Region durch Zisterzienser-Mönche aufarbeiten
  • Karl-Heinz Kotzan (1930–2013), Wehrleiter a. D., wohnte in Mönchwinkel und engagierte sich bis zuletzt für die Freiwillige Feuerwehr, beendete seinen aktiven Dienst als Brandinspektor 1996 nach 39 Jahren im Amt des Wehrleiters
  • Günter Sarge (* 1930), Generalmajor der NVA und Militäroberstaatsanwalt der DDR, 1986–1989 Präsident des obersten Gerichtshofes der DDR, lebt im Ortsteil Kagel.
  • Richard Leder (* 1935), ehemaliger Wirkungsbereichsleiter der Feuerwehr, nach der Wende erster Amtsbrandmeister des Amtes Grünheide (Mark) und damit maßgeblich beteiligt an der Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehr nach der Wiedervereinigung. Nachdem er 1999 aus dem Amt schied, ernannte ihn der damalige Amtsdirektor zum Ehrenwehrführer.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünheide ist der Herkunftsort der alten Obstsorte Apfel aus Grünheide, die hier vor 1900 vermutlich als Zufallssämling aus der Apfelsorte Gelber Bellefleur hervorging. Der Apfel aus Grünheide ist ein saftiger Tafel- und Wirtschaftsapfel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grünheide (Mark) – Sammlung von Bildern

https://www.tourismus-gruenheide.de/seite/174365/baden_&_badestellen.html

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Jörg Gelbrecht, Gerhard Ziebarth: Das NSG „Löcknitztal“. (PDF; 104 kB) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Interessengemeinschaft Löcknitztal e. V., ohne Datierung.
  3. a b Hauptsatzung der Gemeinde Grünheide (Mark) vom 27. Februar 2009 (PDF)
  4. Gemeinde Grünheide (Mark). Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  5. Bildung der Ämter Vetschau, Schlieben, Angermünde-Land, GrünheideGroßräschen, Lübbenau, Unteres Dahmeland und Calau. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Juni 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 54, 31. Juli 1992, S.968/9.
  6. Zuordnung der Gemeinde Kienbaum (Kreis Fürstenwalde) zum Amt Grünheide. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 26. August 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 75, 5. Oktober 1992, S.1866.
  7. Änderung des Namens des Amtes Grünheide. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 70, 5. Oktober 1994, S.1430.
  8. Bildung einer neuen Gemeinde Grünheide (Mark). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 13. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 52, 27. Dezember 2001. (PDF) S. 894
  9. Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.93
  10. Kommunales Verfassungsbeschwerdeverfahren der Gemeinde Spreeau gegen Eingemeindung in die Gemeinde Grünheide VfGBbg: 247/03 vom 21. April 2005
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 18–21
  12. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  13. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  15. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  16. Multibeton: Evangelische Kirche in Grünheide (PDF)