Kanton Périgord Vert Nontronnais

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Kanton Périgord Vert Nontronnais
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Hauptort Nontron
Einwohner 15.185 (1. Jan. 2017)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Fläche 560,25 km²
Gemeinden 28
INSEE-Code 2413

Lage des Kantons Périgord Vert Nontronnais im
Département Dordogne

Der Kanton Périgord Vert Nontronnais ist ein französischer Kanton im Arrondissement Nontron im Département Dordogne und in der Region Nouvelle-Aquitaine; sein Hauptort ist Nontron, seine Vertreter im Generalrat des Départements sind seit 2015 Pascal Bourdeau und Juliette Nevers, die beide der PS angehören. Der Kanton wurde im März 2015 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Kantone Nontron und Bussière-Badil sowie von fünf Gemeinden des ehemaligen Kantons Saint-Pardoux-la-Rivière neu geschaffen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Périgord Vert Nontronnais ist aus der Gebietsreform des Jahres 2014 hervorgegangen, welche ihrerseits auf dem Erlass vom 21. Februar 2014 beruht.[1] Die Reform trat mit den Départementswahlen im März 2015 in Kraft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Périgord Vert Nontronnais hat als Organisationszentren die Subpräfektursstadt Nontron und die Gemeinde Saint-Pardoux-la-Rivière, die beide dem Arrondissement Nontron angehören. Er wird von folgenden Kantonen umgeben:

Seine topographischen Höhen variieren zwischen seiner tiefstgelegenen Stelle mit 115 Metern am Bandiat im Gemeindegebiet von Varaignes und seiner höchsten Erhebung mit 370 Meter im Gemeindegebiet von Saint-Saud-Lacoussière.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton besteht aus 28 Gemeinden mit insgesamt 15.185 Einwohnern (Stand: 2017) auf einer Gesamtfläche von 560,25 km2:

Gemeinde Einwohner
1. Januar 2017
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
Code
INSEE
Postleitzahl
Abjat-sur-Bandiat 000000000000620.0000000000620 27,62 000000000000022.000000000022 24001 24300
Augignac 000000000000814.0000000000814 22,64 000000000000036.000000000036 24016 24300
Busserolles 000000000000503.0000000000503 32,46 000000000000015.000000000015 24070 24360
Bussière-Badil 000000000000391.0000000000391 19,86 000000000000020.000000000020 24071 24360
Champniers-et-Reilhac 000000000000455.0000000000455 20,40 000000000000022.000000000022 24100 24360
Champs-Romain 000000000000286.0000000000286 20,33 000000000000014.000000000014 24101 24470
Connezac 000000000000074.000000000074 5,78 000000000000013.000000000013 24131 24300
Étouars 000000000000155.0000000000155 7,83 000000000000020.000000000020 24163 24360
Hautefaye 000000000000136.0000000000136 12,47 000000000000011.000000000011 24209 24300
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert 000000000000846.0000000000846 29,25 000000000000029.000000000029 24214 24300
Le Bourdeix 000000000000226.0000000000226 11,69 000000000000019.000000000019 24056 24300
Lussas-et-Nontronneau 000000000000300.0000000000300 22,35 000000000000013.000000000013 24248 24300
Milhac-de-Nontron 000000000000505.0000000000505 34,75 000000000000015.000000000015 24271 24470
Nontron 000000000003050.00000000003.050 24,67 000000000000124.0000000000124 24311 24300
Piégut-Pluviers 000000000001166.00000000001.166 18,11 000000000000064.000000000064 24328 24360
Saint-Barthélemy-de-Bussière 000000000000214.0000000000214 15,01 000000000000014.000000000014 24381 24360
Saint-Estèphe 000000000000613.0000000000613 21,37 000000000000029.000000000029 24398 24360
Saint-Front-la-Rivière 000000000000518.0000000000518 17,89 000000000000029.000000000029 24410 24300
Saint-Front-sur-Nizonne 000000000000157.0000000000157 13,05 000000000000012.000000000012 24411 24300
Saint-Martial-de-Valette 000000000000789.0000000000789 15,71 000000000000050.000000000050 24451 24300
Saint-Martin-le-Pin 000000000000271.0000000000271 15,54 000000000000017.000000000017 24458 24300
Saint-Pardoux-la-Rivière 000000000001179.00000000001.179 23,84 000000000000049.000000000049 24479 24470
Saint-Saud-Lacoussière 000000000000832.0000000000832 58,04 000000000000014.000000000014 24498 24470
Savignac-de-Nontron 000000000000191.0000000000191 9,69 000000000000020.000000000020 24525 24300
Sceau-Saint-Angel 000000000000124.0000000000124 17,49 000000000000007.00000000007 24528 24300
Soudat 000000000000092.000000000092 8,82 000000000000010.000000000010 24541 24360
Teyjat 000000000000275.0000000000275 16,99 000000000000016.000000000016 24548 24300
Varaignes 000000000000403.0000000000403 16,60 000000000000024.000000000024 24565 24360
Kanton Périgord Vert Nontronnais 000000000015185.000000000015.185 560,25 000000000000027.000000000027 2413 – 

Der Kanton wird von folgenden Flüssenentwässert:

  • Tardoire (Grenzfluss zum Département Charente) mit ihren linken Nebenflüssen Bandiat und Trieux. Die Entwässerung erfolgt generell nach Westen in Richtung Charente
  • Dronne, Entwässerung generell nach Südsüdwest.

Der Kanton Périgord Vert Nontronnais ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nontron und Tal des Bandiat, Blick nach Nordost

Geologisch lässt sich der Kanton Périgord Vert Nontronnais zweiteilen. Der größere Nordostteil gehört noch zum variszischen Grundgebirge des Massif Central, der Südwestteil wird von generell flach liegenden bis leicht nach Südsüdwest einfallenden, mesozoischen Sedimenten des Aquitanischen Beckens unterlagert. Das Grundgebirge bildet eine schwach nach Südwest abfallende Pultscholle, die etwas gegenüber den Beckensedimenten meist entlang einer Randstörung herausgehoben ist und durchschnittlich größere Höhenlagen aufweist. Es wird aus dem Saint-Mathieu-Dom aufgebaut, bestehend aus Glimmerschiefern, verschiedenen Paragneisen sowie aus dem Saint-Mathieu-Leukogranit und dem Piégut-Pluviers-Granodiorit. Die Sedimente bestehen aus generell detritischem Lias (Arkosen, Dolomite, Schiefertone, Oolithkalke und Mikrite) der im Bereich der Randstörung oft verkieselt auftritt, aus Fossilkalken des Doggers, die rekristallisiert sein können, sowie aus transgressiver, fossilführender Oberkreide (Cenomanium bis Coniacium). Die Randstörung wird oft von detritischem, eisenhaltigem Sidérolithique aus dem Eozän begleitet. Pleistozänes Kolluvium (Schotter und Kiese fluviatilen Ursprungs) bedeckt stellenweise relativ geringmächtig das Grundgebirge, kann aber im Sedimentbecken zu mächtiger werdenden Hüllsedimenten heranwachsen. Alluviale Schotterterrassen aus der Riß- und der Würm-Kaltzeit finden sich im Tal der Dronne.

An bekannten mineralischen Rohstoffen zu nennen sind die Minerale Baryt, Galenit (Bleiglanz), Kassiterit, Scheelit, Sphalerit (Zinkblende), die Uranminerale Autunit und Torbernit (Chalkolith) sowie Mangan und Kaolin. Weniger bekannte Minerale sind Pyromorphit und Nontronit.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ökologische Schutzzone (Französisch ZNIEFFZone naturelle d’intérêt écologique, faunistique et floristique) befindet sich im Tal der Queue d’Ane im Gemeindegebiet von Saint-Saud-Lacoussière (ZNIEFF des Typus 1, Schutzzonennummer 27100000). Zwischen den Weilern Pombol und Chazelle der Gemeinde Saint-Front-la-Rivière wurden die Feuchtwiesen entlang der Dronne zu einem Ökotop (ZNIEFF) ausgewiesen. Das Gebiet erstreckt sich über 4 Kilometer und ist insgesamt 115 Hektar groß. Es weist eine sehr interessante Flora auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanische Kirche von La-Chapelle-Saint-Robert

Die menschliche Besiedlung im Kanton Périgord vert nontronnais lässt sich mindestens bis 10000 v. Chr. ins Neolithikum (spätes Magdalénien) zurückverfolgen. Mögliche ältere Spuren aus dem Paläolithikum kommen von Aux Roches in der Gemeinde Varaignes. Neolithische Beispiele sind die bekannte Höhle von Teyjat und der nahegelegene Abri Mège. In der Höhle von Teyjat finden sich auf 6 Abschnitte verteilt feine, sehr realistische Ritzzeichnungen von etwa 40 Figuren, darunter Hornträger (Bisons, Hirsche, Rentiere, Rinder). Weitere neolithische Funde stammen von Piogeat bei Milhac-de-Nontron. Spuren finden sich auch am Butte du Collège in Piégut-Pluviers sowie in Soudat und in Saint-Barthélemy-de-Bussière.

Aus der Megalithzeit sind Überreste der Dolmen von Veaubrunet bei Teyjat und von Saint-Barthélemy-de-Bussière erhalten, ein Tumulus bei Coudert-Ferry (Milhac-de-Nontron) sowie der Menhir von Fixard im Gemeindegebiet von Saint-Estèphe.

Eisenzeitliche Mauerreste sind bei Puygaud und bei Maine du Bos im Gemeindegebiet von Piégut-Pluviers gegenwärtig.

Auch die Römer haben einige Spuren hinterlassen. Erwähnenswert sind ein Villenkomplex aus dem 1. Jahrhundert in der Gemeinde von Lussas-et-Nontronneau (Chez Vayssière), eine weitere Villa bei Les Petits Bois in Bussière-Badil sowie das Castrum von Nontron mit Strassenresten bei Poperdu und La Roderie de Bord. Reste einer Römerstraße und einer Schmiede finden sich ferner bei Chez Noyer (Piégut-Pluviers) und auch Reste eines Oppidums, einer Villa und einer Schmiede können bei Villechalanne und bei La Courarie (Saint-Barthélemy-de-Bussière) ausgemacht werden.

Im Mittelalter wurden in den meisten Gemeinden romanische Kirchen erbaut, zu besichtigen beispielsweise in:

Der romanische Ursprung der Kirchen in Étouars, Pluviers und Soudat ist wegen späterer Umbauarbeiten nicht mehr zu erkennen.

Schloss von Connezac

Auch einige Priorate sind teilweise erhalten geblieben, darunter:

Unter den weltlichen Bauwerken (Burgen, Schlösser und Herrensitze) sind anzuführen:

Die Bevölkerung im Kanton Nontron konzentriert sich eindeutig auf die Gemeinde Nontron, das auch die höchste Bevölkerungsdichte besitzt, und dessen Nachbargemeinde Saint-Martial-de-Valette. Sekundäre Zentren sind Piégut-Pluviers und Saint-Pardoux-la-Rivière. Die Bevölkerungsdichten schwanken zwischen extrem dünnbesiedelten Landgemeinden wie Sceau-Saint-Angel mit 7 Einwohnern/km² und der Stadtgemeinde Nontron mit 140 Einwohnern/km². Die flächenmäßig größte Gemeinde mit 58,04 Quadratkilometer ist Saint-Saud-Lacoussière, die kleinste Connezac mit nur 5,78 Quadratkilometer.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dekret vom 21. Februar 2014 über die Neuordnung der Kantone im Département Dordogne auf der Website von "Légifrance"