Busserolles

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Busserolles
Busserolles (Frankreich)
Busserolles
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Haut-Périgord
Koordinaten 45° 41′ N, 0° 39′ OKoordinaten: 45° 41′ N, 0° 39′ O
Höhe 135–303 m
Fläche 32,46 km2
Einwohner 511 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km2
Postleitzahl 24360
INSEE-Code
Website busserollesenperigordvert.a3w.fr

Busserolles, okzitanisch Busseiròla, ist eine französische Gemeinde mit 511 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Kanton Bussière-Badil). Außerdem bildet sie Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das okzitanische Wort bussairòla ist ein Diminutiv von bussiera (französisch bussière, seinerseits abgeleitet von buis) und bedeutet folglich “eine von kleinen Buchsbäumen bewachsene Gegend”.[1] Am Ende des 13. Jahrhunderts wird die Gemeinde erstmals als Buxerolla erwähnt und im 14. Jahrhundert als Buysserola. Auf der Carte de Cassini des 18. Jahrhunderts wird sie als Buxerolles dargestellt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Place du puits (Brunnenplatz) von Busserolles

Busserolles ist die am weitesten nördlich gelegene Gemeinde im Département Dordogne und besitzt ein sehr großes Areal von über 30 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte ist sehr niedrig und liegt unterhalb von 20 Einwohnern/km².

Die Gemeinde liegt abseits größerer Verkehrsachsen. Über die D 88 hat sie einerseits Verbindung zur weiter nördlich verlaufenden D 699 von Saint-Mathieu im Département Haute-Vienne nach Montbron im Département Charente, andererseits zur im Süden verlaufenden D 91 von Piégut-Pluviers nach Montbron. Ferner hat sie mittels der D 90 Verbindung zum Nachbarort Bussière-Badil im Westen und nach Champniers-et-Reilhac im Osten. Busserolles ist etwa 10 Kilometer vom südöstlich gelegenen Piégut-Pluviers und 15 Kilometer von Montbron im Westen entfernt.

Lagekarte von Busserolles

Busserolles ist Grenzgemeinde sowohl zum Département Charente als auch zum Département Haute-Vienne. Sie wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Auf dem Gemeindegebiet von Busserolles liegen zahllose Weiler und Gehöfte: Beaulieu, Bellevue, Bois de Puyrocher, Bost Pertus, Chantalouette, Chez Bigot, Chez Gabarier, Chez Garot, Chez Gauchou, Chez Giraudeau, Chez la Lyre, Chez Levraut, Chez Nadaud, Chez Peynaud, Clargourt, Cluzance, Coiraud, Croix de Rougier, Fargeas, Forge-Neuve, L'Étang Grolhier, L'Isle, La Barrière, La Brousse, La Châtaignolle, La Forêt, La Forge de Lavallade, La Garenne, La Maillerie, La Ribière, Lacaud, Lamandeau, Langlade, Le Buisson, Le Chalard, Le Chêne Blanc, Le Cros de l'Ouvrage, Le Dagois, Le Fraisse, Le Graffeuil (zwei Weiler gleichen Namens), Le Grand Bost, Le Grand Clos, Le Grand Vilotte, Le Mangot, Le Moulin de Coiraud, Le Moulin de Grolhier, Le Moulin de Ludièras, Le Petit Vilotte, Le Poirier, Le Reclos, Le Roc, Le Verger, Le Villard, Les Chareyroux, Les Fontenelles, Les Joncs, Les Meynieux, Les Potences, Leymeronie, Ludièras, Malègue, Mirambeau, Moulin de Leymeronie, Nanteuil, Paugnac, Trepeix, Varachaud, Villautrange und Villeneuve.

Busserolles liegt am Trieux, einem linken Nebenfluss der Tardoire. Ferner durchqueren das Gemeindegebiet noch der Ruisseau la Planche und der Ruisseau de l'Étang Grolhier – kleinere linke Nebenflüsse des Trieux. Der Ruisseau de l'Étang Grolhier ist zu einem größeren Stausee, dem Étang Grolhier, aufgestaut und bildet gleichzeitig ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Die Tardoire ist Grenzfluss zum Département Charente, der Trieux grenzt die Gemeinde teilweise zu den Nachbargemeinden Maisonnais-sur-Tardoire und Champniers-et-Reilhac ab.

Generelle Entwässerungsrichtung ist nach Westen bzw. Südwesten.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 135 Meter über N. N. an der Tardoire im Südwesten. Der höchste Punkt mit 303 Meter über N. N. befindet sich im Bois de Puyrocher im Südosten.

Weiher am GR 4 zwischen les Chareyroux und La Forêt

Durch den südlichen Teil des Gemeindegebietes führt der GR-Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Limoges und weiter nach Grasse.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Busserolles wird vollständig von variszischen Grundgebirgsgesteinen des nordwestlichen Massif Central unterlagert. Darunter metamorphe Gesteine wie Paragneise, Metatexite und Anatexite. Zu den Tiefengesteinen gehört der Piégut-Pluviers-Granodiorit, der die gesamte Südhälfte einnimmt. Assoziiert mit dem Granodiorit ist seine nördliche Apophyse, die als porphyrischer Mikrogranit ausgebildet ist. Dieses Anhängsel wird nur durch eine sehr dünne migmatitische Gneislage unweit nördlich des Ortskerns von Busserolles vom eigentlichen Granodioritmassiv abgetrennt. Im äußersten Osten steht auch noch der Saint-Mathieu-Leukogranit mit seiner feinkörnigen Fazies an. Bei Villautrange durchschlägt ein Südost-Nordwest-streichender Lamprophyrgang die Metamorphite.

In den Talauen der Tardoire und des Trieux wurden nacheiszeitliche, holozäne Flusssande mit kleinen Quarz- und Grundgebirgsgeröllen abgelagert.

Ökologie und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Étang Grolhier

Die Talungen der Tardoire, des Trieux und des Ruisseau de l'Étang Grolhier bilden im Gemeindegebiet insbesondere wegen ihrer Flora und ihrer Wassergüte eine ökologische Schutzzone; im Französischen werden diese Gebiete als eine ZNIEFF des Typus 1 bezeichnet (Zone d'interêt écologique, faunistique et floristique). Der Étang Grolhier im Südosten ist seit 1979 als zu schützendes Ökotop (Französisch site naturel) ausgewiesen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Busserolles sind Nachweise für die Gallo-römische Kultur vorhanden. Die romanische Ortskirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut.

Seit 1790 gehört die Gemeinde Busserolles zum Kanton Bussière-Badil, der anfangs nur Kanton Bussière hieß und der bis 1795 zum Distrikt Nontron zählte. 1795 wurden die Distrikte aufgelöst. Ab 1801 wurde der Kanton dann ins Arrondissement Nontron eingegliedert.

Im Zuge der Gebietsreform von 2014, die durch den Erlass vom 21. Februar 2014 geregelt wird, verschwand der Kanton Bussière-Badil mit den Départementswahlen im März 2015. Seitdem bildet die Gemeinde Busserolles Teil des neugeschaffenen Kantons Périgord vert nontronnais.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Bussière-Badil
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 941 18,4 29,0/km²
1968 818 17,2 25,2/km²
1975 728 16,5 22,4/km²
1982 616 14,5 19,0/km²
1990 569 14,0 17,5/km²
1999 507 13,4 15,6/km²
2004 540 16,6/km²
2006 548 15,0 16,9/km²
2008 556 17,1/km²
2009 560 17,3/km²
2013 528 16,3/km²

Quelle: INSEE[2]

Die Einwohnerzahlen sind seit 1962 generell sehr stark rückläufig, mit einer neuerlichen Trendumkehr seit 1999.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das doppelschiffige Innere der Kirche Saint-Martial

Bürgermeister von Busserolles ist seit Juni 1995 der zu den Les Républicains gehörende Landwirt Guy Beauzetier.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrug die erwerbstätige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 219 Personen, was 40,2 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Zahl der Arbeitslosen war von 18 im Jahr 2007 auf 30 angestiegen und hatte damit eine Arbeitslosenrate innerhalb der Erwerbstätigen von 13,7 % erreicht.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde 62 Unternehmen ansässig, davon 30 im Sektor Handel, Transport oder Dienstleistungen, 15 im Baugewerbe, 10 im Sektor Landwirtschaft, Forst oder Fischerei, 4 in der Industrie und 3 im Sektor Verwaltung, Lehrwesen, Gesundheit und Soziales.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: St-Martial (Busserolles)
Das Logis de Chalard im Tal des Trieux, Chez Bigot
  • Die romanische Kirche Saint-Martial aus dem 12. Jahrhundert, verändert im 15. Jahrhundert und seit 1958 Monument Historique.
  • Das Oratorium Notre-Dame-des-Champs an der linken Straßenseite der D 90 nach Champniers-et-Reilhac wurde im Jahr 1954 erbaut. Am 15. August bildet es den Zielpunkt einer jährlich stattfindenden Wallfahrt.
  • Das Logis de Chalard bei Chez Bigot, einstiges Quartier des Schmiedemeisters.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al. (1986). Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Busserolles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chantal Tanet und Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. éditions Fanlac, 2000, ISBN 2-86577-215-2, S. 76.
  2. Busserolles auf der Website des Insee