Abjat-sur-Bandiat

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Abjat-sur-Bandiat
Wappen von Abjat-sur-Bandiat
Abjat-sur-Bandiat (Frankreich)
Abjat-sur-Bandiat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 35′ N, 0° 46′ OKoordinaten: 45° 35′ N, 0° 46′ O
Höhe 196–355 m
Fläche 27,62 km2
Einwohner 617 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Abjat-sur-Bandiat

Abjat-sur-Bandiat, okzitanisch Ajac de Bandiat, ist eine französische Gemeinde mit 617 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015: Nontron).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge des Namens Abjat gehen sehr wahrscheinlich auf den lateinischen Männernamen Apicius oder auch auf den gallorömischen Eigennamen Avitius mit der Nachsilbe -acum als Ortsbezeichnung bzw. Besitzanspruch zurück.

Auf der Cassini-Karte, die 1756 und 1789 herausgegeben wurde, erschien der Ort als Abjac. 1864 wurde er in „Abjat-de-Nontron“ umbenannt. Der heutige Name besteht seit 1975. Der Namenszusatz wurde vom Fluss Bandiat abgeleitet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Bandiat, einem Nebenfluss der Tardoire, rund 60 Kilometer südwestlich von Limoges an der Grenze zum Département Haute-Vienne und im Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Der Bandiat quert das Gemeindegebiet von Nordost nach Südwest, Fließrichtung ist gen Südwest.

Abjat-sur-Bandiat ist zehn Kilometer (Luftlinie) von dem im Südwesten gelegenen Nontron entfernt, bis Piégut-Pluviers im Nordwesten sind es sieben Kilometer.

Abjat-sur-Bandiat wird von folgenden Gemeinden umgeben:

Das Gemeindegebiet von Abjat-sur-Bandiat umfasst folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen, ein Gut und ein Schloss:

Barthouleix, Belle Vue, Bigaumont, Bois de la Croix, Bois de Lestrade, Bois de Mirandon, Bois de Rhins, Bois d'en Pied, Bois des Charelles, Bois des Landes, Bois du Mas, Chabanas, Cha(p)chat, Chantecorps, Château de l'Étang, Chez Gouyout, Chez Tarlat, Domaine de la Malinie, Étang Blanchet, Étang de la Forêt, Étang de l'Échasserie, Étang du Moulin de Lestrade, Fargeas, Forêt de la Malinie, Grafeuille, Grospuy, L'Echasserie, La Blanchardie, La Chapelle-Verlaine, La Charelle, La Collina, La Combette, La Juvénie, La Mazaurie, La Rivière, La Roderie, La Vigeonie, Labrousse, Laulandie, Le Bost du Play, Le Bouchage, Le Chatenet, Le Grand Gollier, Le Moulin de Grospuy, Le Moulin de Masfraulet, Le Moulin de Rhins, Le Petit Fargeas, Le Petit Peyrat, Les Arnaudies, Les Aumèdes, Les Bardeaux, Les Cautas, Les Granges, Les Landes (zwei unterschiedliche Weiler desselben Namens), Masfraulet, Maumont, Ménesplier, Peyrat, Pont de la Vigeonie, Puizillout, Puyfromental, Quartier de Bel-Air, Rhins und Savanat.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 196 Meter über dem Meer bei Le Bouchage am Bandiat im Südwesten. Der höchste Punkt mit 355 Meter über dem Meer befindet sich in der Nähe von La Chapelle Verlaine im Südosten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Rotfazies" im gewöhnlichen Granodiorit; Steinbruch bei Abjat-sur-Bandiat, am linken Rand ein rosafarbener Aplitgang

Abjat-sur-Bandiat liegt vollständig auf dem variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Der größte Teil des Gemeindegebiets wird vom Piégut-Pluviers-Granodiorit eingenommen. Im äußersten Südosten steht auch noch der Saint-Mathieu-Leukogranit an. Der Leukogranit enthält bei Chachat und bei La Chapelle-Verlaine größere Enklaven von Glimmerschiefern (Parautochthone Glimmerschiefereinheit). Im Süden bei Belle Vue und Savanat werden Plagioklas-führende Paragneise angetroffen. Im Steinbruch von Abjat-sur-Bandiat entlang der rechten Talseite des Bandiats wird die Rotfazies des Piégut-Pluviers-Granodiorits abgebaut und hauptsächlich zu Schotter und Granulat weiterverarbeitet; der Schotter (Splitt) ist wegen seiner kräftigen Färbung ein beliebter Rohstoff für den Wege- und Straßenbau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 949 837 716 687 693 624 640 617
Quellen: Cassini und INSEE

Die Bevölkerungszahlen von Abjat-sur-Bandiat sind generell rückläufig, haben sich aber seit 1999 wieder etwas erholt.


Kirche Saint André

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ortskern von Abjat-sur-Bandiat durchquert die D 87 (bzw. D 64 im Département Haute Vienne) von Marval nach Nontron in südwestlicher Richtung. Es kreuzt ferner die nordwest-südöstlich verlaufende D 96 von Piégut-Pluviers nach Saint-Saud-Lacoussière. Das Gemeindegebiet berührt am Nordrand die D 93 (bzw. D 75) von Piégut-Pluviers nach Marval. Der Südostrand berührt die D 85 von Nontron in Richtung Châlus.

Fernwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Abjat-sur-Bandiat verläuft der Fernwanderweg GR 4 in Ost-West-Richtung. Von ihm zweigt bei La Mazaurie der GR 654 nach Süden in Richtung Saint-Saud-Lacoussière ab (Verbindung zum GR 36); er bildet Teil des Jakobswegs (Via Lemovicensis).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Bauwerk in Abjat-sur-Bandiat ist die romanische Kirche Saint-André aus dem 12. Jahrhundert, die im 16. und 17. Jahrhundert umgebaut wurde, Monument Historique seit 1994. Nennenswert sind ferner die Schlösser Château de l’Étang von 1846–1850 und das Château de Grospuy aus dem 13. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Briand u. a.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abjat-sur-Bandiat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]