Saint-Estèphe (Dordogne)

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Saint-Estèphe
Wappen von Saint-Estèphe
Saint-Estèphe (Frankreich)
Saint-Estèphe
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 36′ N, 0° 40′ OKoordinaten: 45° 36′ N, 0° 40′ O
Höhe 177–300 m
Fläche 21,37 km2
Einwohner 612 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 24360
INSEE-Code

Kirche Saint-Étienne

Saint-Estèphe, okzitanisch Sent Estefe, ist eine französische Gemeinde mit 612 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015: Nontron). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das okzitanische Sent Estefe bezeichnet den Heiligen Stefan und wird im Französischen normalerweise als Saint-Étienne wiedergegeben. Im 13. Jahrhundert hieß der Ort noch Sanctus Stefanus deus Ledros und auf der Cassini-Karte des 18. Jahrhunderts dann Saint-Étienne le Droux.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Estèphe gehört zum Périgord Vert und ist zirka sieben Kilometer von dem im Süden liegenden Nontron und rund vier Kilometer vom nordöstlich gelegenen Piégut-Pluviers entfernt.

Saint-Estèphe wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Zum Gemeindegebiet von Saint-Estèphe gehören folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen und ein Schloss: Badeix, Barraud, Bridarias, Chevalarias, Fixard, Font Froide, Gondat, L'Étang Neuf, La Haute Sudrie, La Ménardie, La Pouge, La Sudrie, Lacaujamet, Le Bois Périgord, Le Briodet, Le Grand Étang, Le Moulin de Lapeyre, Le Moulin de Ligneras, Le Moulin Fondu, Le Verger, Les Blancs, Les Forêts, Les Petits Moulins, Ligneras, Maisonneuve, Mérigaud, Peyrat, Puycharnaud, Seguinaud und Villepradeau.

Der Südosten des Gemeindegebiets wird von der Doue und ihrem kleinen linken Seitenarm durchflossen. Die Doue verlässt bei Le Moulin de Ligneras das Gemeindegebiet nach Westen. Sie wird etwas östlich vom Ortskern zum 30 Hektar großen Étang de Saint-Estèphe aufgestaut (davon 17 Hektar für den Badeverkehr freigegeben), einem bekannten Naherholungszentrum mit Campingplatz. Der Nordwesten wird vom Ruisseau des Forges, einem rechten Seitenarm der Doue, in südwestliche Richtung entwässert.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 177 Meter über N. N. an der Doue im äußersten Südwesten. Der höchste Punkt mit 300 Meter über N. N. befindet sich etwas östlich von Lacaujamet im äußersten Nordosten. Zu erkennen ist somit ein generelles Einfallen des Geländes nach Südwesten.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Saint-Estèphe liegt an der nord-südlich verlaufenden D 88 von Busserolles nach Nontron. Hier kreuzt ferner eine Ost-West verlaufende Kommunalstraße von Augignac nach Le Bourdeix. Am Nordrand des Gemeindegebiets verläuft die D 91 von Piégut-Pluviers nach Montbron. Mitten durchs Gemeindegebiet nördlich vom Ortskern queren in Nordost-Südwestrichtung die von der D 91 abzweigende D 92 nach Javerlhac und die D 91 E von Piégut nach Le Bourdeix.

Die Chorhaube der Kapelle von Badeix

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Estèphe wird im äußersten Nordosten bei Bridarias und bei Lacaujamet vom Fernwanderweg GR 4 gequert bzw. berührt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Estèphe liegt vollständig auf dem Piégut-Pluviers-Granodiorit (in Normalfazies). Bei Les Blancs ist dessen feinkörnige Dachfazies aufgeschlossen. Nördlich von Lacaujamet geht die Normalfazies in die grobkörnige Porphyrfazies über. Im mittlerweile stillgelegten Steinbruch von Lacaujamet wurde früher der Granodiorit abgebaut, die Quader wurden hauptsächlich zu Tür- und Fensterstürzen weiterverarbeitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes kulturelles Zeugnis in der Gemeinde Saint-Estèphe ist ein Menhirpaar bei Fixard im Norden (Megalithkultur). Die romanische Kirche Saint-Étienne im Ortskern stammt aus dem 12. Jahrhundert. Auf denselben Zeitabschnitt gehen die Überreste der ehemaligen Abtei (Grammontenser) von Badeix zurück. Bei Briodet stand einst ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Estèphe
Jahr Einwohner


1962 745
1968 643
1975 621
1982 612
1990 604
1999 618
2008 596
2016 612

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen von Saint-Estèphe sind seit dem Beginn der 1960er generell rückläufig, sie haben sich aber seit 1975 unter leichten Fluktuationen stabilisiert.


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Menhirpaar aus der Megalithzeit bei Fixard. Einer der beiden Menhire ist leider umgefallen und zerbrochen.
  • Die romanische Kirche Saint-Étienne von Saint-Estèphe aus dem 12. Jahrhundert, erbaut in Granodiorit. Sie wurde im 15. und erneut im 17. Jahrhundert erweitert.
  • Die Überreste des Grammontenserpriorats von Badeix aus dem 12. Jahrhundert.
  • Der aufgestaute Badesee Le Grand Étang.
  • Der Roc Branlant, in unmittelbarer Nähe des Badesees, an der Doue gelegen. Es handelt sich hier um einen 3 × 3 × 3 Meter großen Granodioritblock, der mit einiger Anstrengung zu Kippbewegungen gebracht werden kann. Unmittelbar flussabwärts schließt sich ein Felsenmeer (Chapelet-du-Diable) an, das stellenweise die Doue total überdeckt. Die Entstehung dieses Naturphänomens dürfte auf den Ausgang der letzten Eiszeit zurückzuführen sein (erhöhte Erosion).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al.: Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM, 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Estèphe (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Estèphe auf der Website des Insee