Saint-Front-la-Rivière

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Saint-Front-la-Rivière
Sent Front la Ribiera
Saint-Front-la-Rivière (Frankreich)
Saint-Front-la-Rivière
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 28′ N, 0° 44′ OKoordinaten: 45° 28′ N, 0° 44′ O
Höhe 125–233 m
Fläche 17,89 km2
Einwohner 514 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche Saint-Front

Saint-Front-la-Rivière (okzitanisch Sent Front la Ribiera) ist eine französische Gemeinde mit 514 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Saint-Pardoux-la-Rivière). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die okzitanische Bezeichnung Sent Front la Ribiera leitet sich ab vom Heiligen Fronto (Sanctus Fronto) und von la ribiera mit der Bedeutung der Fluss, gemeint ist hier die Dronne.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Front-la-Rivière liegt fünf Kilometer südsüdwestlich von Saint-Pardoux-la-Rivière, acht Kilometer südöstlich von Nontron und 14 Kilometer nordnordöstlich von Brantôme.

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben: Saint-Pardoux-la-Rivière im Norden, Milhac-de-Nontron im Nordosten und Osten, Villars im Südosten, Quinsac im Süden und Südwesten sowie Sceau-Saint-Angel im Westen und Nordwesten.

Zum Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière gehören neben dem Ortskern folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen und Schlösser:

Bélêterie, Chabreillac, Château de la Rénaudie, Château Gaillard, Chazelle, Curegousset, Jauviderie, L'Étang, La Garenne, La Pépide, La Rebière, La Varenne, La Vigerie, Labrousse, Le Caneau, Le Grand Trou, Le Moulin de Pombol, Le Moulin Turelet, Le Pommier, Le Sablon, Lusson, Maison Neuve, Malcontent, Milan, Montrabet, Peycelière, Pombol, Puychabrol und Soulage.

Das Gemeindegebiet wird in etwa mittig von der Dronne in NNO-SSW-Richtung durchflossen. Die Dronne besitzt im Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière neben einem kleinen rechtsseitigen Nebenbach bei L'Étang und einigen Trockentälern keine nennenswerten Nebenflüsse. In Nähe des Ortskern weitet sich das Dronnetal auf nahezu einen Kilometer.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 125 Metern über dem Meer an der Dronne im äußersten Süden, der höchste Punkt mit 233 Metern an der Südwestecke bei Malcontent.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière wird vollständig von flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens aufgebaut, im Wesentlichen Dogger und Oberkreide. Älteste aufgeschlossene Formation ist Unterstes Bathonium (Oolithkalke, zu sehen am linken und rechten nördlichen Talrand der Dronne bis etwas südlich des Ortskerns). Darüber folgen kryptokristalline Fossilkalke und bioklastische Kalke des Unter- und Oberbathons. Über den Dogger transgredierte Cenomanium (die sandigen, Alveolinen-führenden Kalke sind in kleineren Vorkommen links der Dronne bei Le Caneau und bei Le Sablon und rechts der Dronne bei L'Étang, bei Soulage und bei Milan aufgeschlossen). Das Cenomanium wird von Schichten des Turoniums abgelöst (kreidige Knollenkalke des Ligériens sowie verkieselte, kryptokristalline Rudistenkalke des Angoumiens). Die höheren Hanglagen werden anschließend von pleistozänem Alluvium (fluviatile Schotter) und von daraus durch Umlagerung hervorgegangenem Kolluvium bedeckt. Auch einige kalkige Hangschuttlagen aus der Würm-Kaltzeit sind erhalten geblieben. Im Dronnetal finden sich Schotterterrassen aus der Riß- und der Würm-Kaltzeit.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Weilern Pombol und Chazelle wurden die Feuchtwiesen entlang der Dronne zu einem Ökotop ausgewiesen (Französisch: zone d'interêt naturelle écologique, faunistique et floristique, kurz ZNIEFF). Das Gebiet erstreckt sich über 4 Kilometer und ist insgesamt 115 Hektar groß. Es weist eine sehr interessante Flora auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Bauwerk in Saint-Front-la-Rivière ist die im romanischen Baustil begonnene Kirche Saint-Front. Die Ruinen des Château de la Renaudie gehen ins 13. Jahrhundert zurück. Das Château Saulnier stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Im 15. Jahrhundert wurde das Château de Pommier errichtet. Das Château du Caneau folgte dann im 19. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Front-la Rivière
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 639 35,7/km²
1968 570 31,9/km²
1975 586 32,8/km²
1982 541 30,2/km²
1990 559 31,2/km²
1999 543 30,4/km²
2006 534 29,8/km²
2007 532 29,7/km²

Quelle: INSEE[1]

Saint-Front-la-Rivière zählte in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch knapp über tausend Einwohner. Ab 1886 setzte ein stetiger Rückgang ein. Nach größeren Einbußen in den 1960ern ist die Bevölkerung in Saint-Front-la-Rivière seitdem nur noch leicht rückläufig.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Front-la-Rivière ist seit 2008 der parteilose Maurermeister Francis Guinot.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruinen des Château de la Renaudie
  • romanische Kirche Saint-Front mit Kirchenschiff aus dem 16. Jahrhundert
  • Ruine des Château de la Renaudie aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, seit 1946 Monument historique
  • Château Saulnier aus dem 13. und 16. Jahrhundert mit Donjon aus dem 15. Jahrhundert; seit 1969 Monument historique
  • Château de Pommier aus dem 15. und 17. Jahrhundert, Monument historique seit 1959
  • Château du Caneau aus dem 19. Jahrhundert
  • runder Taubenturm im Ortskern

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Saint-Front-la-Rivière liegt an der D 83 von Brantôme nach Saint-Pardoux-la-Rivière. Er wird außerdem von einer Kommunalstraße in Ost-West-Richtung gequert, die von Milhac-de-Nontron nach Sceau-Saint-Angel führt. Durch den Südteil der Gemeinde verläuft die D 3 von Nontron nach Villars. Parallel zur D 83, die auf der linken Talseite der Dronne entlangläuft, verbindet eine Kommunalstraße die rechtsseitigen Weiler an der Dronne.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Front-la-Rivière auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floc'h et al.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Front-la-Rivière – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien