Saint-Front-la-Rivière

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Saint-Front-la-Rivière
Sent Front la Ribiera
Saint-Front-la-Rivière (Frankreich)
Saint-Front-la-Rivière
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 28′ N, 0° 44′ OKoordinaten: 45° 28′ N, 0° 44′ O
Höhe 125–233 m
Fläche 17,89 km2
Einwohner 518 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche Saint-Front

Saint-Front-la-Rivière (okzitanisch Sent Front la Ribiera) ist eine französische Gemeinde mit 518 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Saint-Pardoux-la-Rivière). Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden als Saint-Frontais bzw. Saint-Frontaises bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die okzitanische Bezeichnung Sent Front la Ribiera leitet sich ab vom Heiligen Fronto (Sanctus Fronto) und von la ribiera mit der Bedeutung der Fluss, gemeint ist hier die Dronne.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Front-la-Rivière liegt fünf Kilometer südsüdwestlich von Saint-Pardoux-la-Rivière, acht Kilometer südöstlich von Nontron und 14 Kilometer nordnordöstlich von Brantôme.

Die Gemeinde wird von folgenden fünf Nachbargemeinden umgeben:

Sceau-Saint-Angel Saint-Pardoux-la-Rivière Milhac-de-Nontron
Sceau-Saint-Angel Nachbargemeinden Milhac-de-Nontron
Quinsac Quinsac Villars

Zum Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière gehören neben dem Ortskern folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen, Schlösser und Geländepunkte:

Babayou, Bélêterie, Bois de Mousseau, Bouteiller, Chabrellac, Chante-Perdrix, Château de la Rénaudie, Château Gaillard, Chazelle, Curegousset, Fontaine de la Peur, Jauviderie, L'Étang, La Garenne, La Pépide, La Peycelière, La Rebière, La Varenne, La Vigerie, Labrousse, Le Caneau, Le Grand Trou, Le Lac Blanc, Le Moulin de Pombol, Le Moulin Turelet, Le Pommier, Le Sablon, Les Bertades, Les Brames, Les Devalantes, Les Réserves, Lusson, Maison Neuve, Malcontent, Milan, Montrabet, Peycelière, Piche Chabre, Pombol, Puychabrol, Soulage und Terre du Prêtre.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 125 Metern über dem Meer an der Dronne im äußersten Süden, der höchste Punkt mit 233 Metern an der Südwestecke bei Malcontent. Die maximale Höhendifferenz beträgt 108 Meter. Der Ortskern befindet sich auf 132 Meter Meerhöhe.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Saint-Front-la-Rivière

Der Ortskern von Saint-Front-la-Rivière liegt an der D 83 von Brantôme nach Saint-Pardoux-la-Rivière. Er wird außerdem von einer Kommunalstraße in Ost-West-Richtung gequert, die von Milhac-de-Nontron nach Sceau-Saint-Angel führt. Durch den Südteil der Gemeinde verläuft die D 3 von Nontron nach Villars. Parallel zur D 83, die auf der linken Talseite der Dronne entlangläuft, verbindet eine Kommunalstraße die rechtsseitigen Weiler an der Dronne.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière wird in Nordnordost-Südsüdwest-Richtung in etwa mittig von der Dronne durchflossen. Die Talaue, in der die Dronne mäandriert, wird über 500 Meter breit. Mehrere kleinere linke und rechte Seitentäler erreichen den Fluss, die aber alle aufgrund der Kalktopographie als Trockentäler ausgelegt sind. Nur im letzten rechten Seitental an der Südgrenze, das von einer Quelle gespeist wird, fließt tatsächlich Wasser. Eine abflusslose Quelle bei Curegousset im Südwesten ist die Fontaine de la Peur.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Front-la-Rivière wird vollständig von flachliegenden Sedimenten des nordöstlichen Aquitanischen Beckens aufgebaut, im Wesentlichen Dogger und Oberkreide sowie deren kontinentale Decksedimente aus dem Tertiär.

Älteste aufgeschlossene Formation ist Unterstes Bathonium der Formation j 1c-2a (Oolithkalke, zu sehen am linken und rechten nördlichen Talrand der Dronne bis etwas südlich des Ortskerns). Darüber lagern kryptokristalline Fossilkalke (Formation j 2b – Unterbathon, anstehend nördlich von Chazelle, um Le Caneau und bei Le Sablon) und bioklastische Kalke (Formation j 2-6a – Oberbathon bei Jauviderie und La Pépide).

Über den Dogger transgredierte Cenomanium der Formation c 1-2 (die sandigen, Alveolinen-führenden Kalke sind in kleineren Vorkommen links der Dronne bei Le Caneau und bei Le Sablon und rechts der Dronne bei L'Étang, bei Soulage und bei Milan aufgeschlossen). Das Cenomanium wird von Schichten des Turoniums abgelöst (kreidige Knollenkalke des Ligériens der Formation c 3a südlich vom Château Gaillard und bei Bélêterie sowie verkieselte, kryptokristalline Rudistenkalke des Angoumiens der Formation c 3b südlich vom Château de la Rénaudie).

Der Höhenrücken östlich von Lusson trägt pliozänes bis altpleistozänes Plattformalluvium (Formation Fs). Höhere Hanglagen werden ferner von pleistozänem Alluvium (fluviatile Schotter) und von daraus durch Umlagerung hervorgegangenem Kolluvium überdeckt (Formationen Ac an der rechten Dronneseite entlang der D 3 sowie Acf um Babayou und CF um Lusson). Auch einige kalkige Hangschuttlagen aus der Würm-Kaltzeit sind erhalten geblieben (Formation GP). Im Dronnetal finden sich Schotterterrassen aus der Riß-Kaltzeit (Formation Fw). Noch ältere Hochterrassenreste der Dronne aus dem Altpleistozän (Formation Ft) sind bei La Vigerie und Maison Neuve zu sehen. Der Fluss fließt jedoch jetzt in holozänem Alluvium (Formation K).

Das Schichtpaket fällt generell mit 8 bis 10 Grad nach Südwesten ein, zeigt aber auch örtliche Abweichungen mit 5 bis 6 Grad nach Nordwest. Dies deutet auf tektonische Bewegungen hin, die sich in lokalen Störungen manifestieren (beispielsweise östlich von Soulage, wo ein Nord-streichendes und ein Nordnordwest-streichendes Störungssystem durchziehen).

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dronne unterhalb der Brücke von Pombol

Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Front- la-Rivière bildet einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Weilern Pombol und Chazelle wurden die Feuchtwiesen entlang der Dronne zu einem Ökotop ausgewiesen (Französisch: zone d'interêt naturelle écologique, faunistique et floristique, kurz ZNIEFF des Typus 1). Das Gebiet erstreckt sich über 4 Kilometer und ist insgesamt 115 Hektar groß. Die Feuchtwiesen beherbergen bedingt durch die sie begrenzenden Kalkfelshanglagen eine sehr interessante Flora.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Bauwerk in Saint-Front-la-Rivière ist die im romanischen Baustil begonnene Kirche Saint-Front. Dieses Bauwerk wird in einer Päpstlichen Bulle von Coelestin III. aus dem Jahr 1192 als Ecclesia S. Frontonis de Riparia erwähnt. Die Ruinen des Château de la Renaudie gehen ins 13. Jahrhundert zurück. Damals hieß die Gemeinde noch Sanctus Fronto de Ripperia und war eine von 27 Pfarreien, die dem Erzpriester von Condat, der seinen Sitz in Champagnac-de-Belair hatte, unterstanden. Das Château Saulnier stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Im 15. Jahrhundert wurde das Château de Pommier errichtet. Das Château du Caneau folgte dann im 19. Jahrhundert. Während des Nationalkonvents (1792 bis 1795) trug die Gemeinde den Namen Front-sur-Dronne.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Front-la Rivière
Jahr Einwohner


1962 639
1968 570
1975 586
1982 541
1990 559
1999 543
2004 522
2006 534
2007 532
2009 527
2014 514
2016 530
2017 518

Quelle: INSEE[1]

Saint-Front-la-Rivière zählte in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch knapp über tausend Einwohner. Ab 1886 setzte ein stetiger Rückgang ein. Nach größeren Einbußen in den 1960ern ist die Bevölkerung in Saint-Front-la-Rivière seitdem nur noch leicht rückläufig.

Bei einer Fläche von 17,89 Quadratkilometer besitzt die Gemeinde eine Bevölkerungsdichte von 29 Einwohner/km².

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Front-la-Rivière ist seit März 2008 der parteilose Maurerpolier Maurice Francis Guinot.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Kirche Saint-Front mit Kirchenschiff aus dem 16. Jahrhundert
  • Ruine des Château de la Renaudie aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, seit 1946 Monument historique
  • Château Saulnier aus dem 13. und 16. Jahrhundert mit Donjon aus dem 15. Jahrhundert; seit 1969 Monument historique
  • Château de Pommier aus dem 15. und 17. Jahrhundert, Monument historique seit 1959
  • Château du Caneau aus dem 19. Jahrhundert
  • runder Taubenturm im Ortskern.

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Front-la-Rivière auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floc'h u. a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Saint-Front-la-Rivière – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien