Saint-Saud-Lacoussière

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Saint-Saud-Lacoussière
Sensaut e la Cossiera
Saint-Saud-Lacoussière (Frankreich)
Saint-Saud-Lacoussière
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 33′ N, 0° 49′ OKoordinaten: 45° 33′ N, 0° 49′ O
Höhe 189–370 m
Fläche 58,04 km2
Einwohner 839 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 24470
INSEE-Code

Saint-Saud-Lacoussière, Blick von Südwesten

Saint-Saud-Lacoussière (okzitanisch Sensaut e la Cossiera) ist eine französische Gemeinde mit 839 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Saint-Pardoux-la-Rivière). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Okzitanischen Sensaut ist nicht ganz geklärt. Die zweite Wortsilbe saut bedeutet einen bewaldeten Abhang oder einen Hohlweg (wörtlich Sprung). La cossiera ist eine Variante von la corsiera mit der Bedeutung Rinne oder Abzugsgraben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Saud-Lacoussière liegt auf halbem Weg zwischen Nontron und La Coquille. Die Entfernung zu dem im Westen gelegenen Nontron beträgt zwölf Kilometer, zu dem im Osten gelegenen La Coquille ebenfalls zwölf Kilometer (Luftlinie).

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Saint-Saud-Lacoussière ist Grenzgemeinde zum Département Haute-Vienne. Flächenmäßig ist sie mit 58,04 km² die größte Gemeinde im Kanton Périgord Vert Nontronnais. Zu ihrem Gebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser, Mühlen bzw. Schmieden und Ziegeleien:

Aux Juges, Beynac, Bœuf Mort, Bonnefond, Bourbon, Bourneix, Chapellas, Châtaignier, Château de Beynac, Chez Farjouty, Claud de la Veyrière, Contussier, Côte Chaude, Grandcoing, L'Aubade, La Beauzetie, La Besse, La Bucherie, La Chapelle Verlaine, La Fontaine de Loriot, La Forêt de Beynac, La Garde, La Gourgousse, La Jurie, La Maque, La Petite Garde, La Peyrière, La Pinalie de Grandcoing, La Pinalie de Montagnac, La Porcherie, La Rebière, La Rouderie, La Sagne, La Tuilerie de la Veyrière, La Valade, La Veyrière, La Villotte, Lacoussière, Lage, Larret, Le Breuil, Le Claud du Four, Le Grand Peytour, Le Monteix, Le Moulin de Maziéras, Le Pic, Le Pimpidour, Le Puy, Le Roudat, Le Tendeix, Les Bordes, Les Carrières, Les Clèdes, Les Couderchoux, Les Farges, Les Gargalines, Les Grafouillades, Les Marottes, Les Paleyres, Les Petites Bordes, Les Peychères, Les Places, Les Tuileries de Vaure, Maberout, Maisonneuve, Manaud, Mazaubrun, Mazaudet, Maziéras, Montagnac, Moulin de Grandcoing, Moulin du Pont, Mouton, Nicolas, Petit Peytour, Peyfreix, Peyrouse, Pimpidour, Puydoyeux, Vachaumard, Vacher, Vaure, Veyrinas und Vieille Abbaye.

Das Gemeindegebiet wird etwa mittig von der Dronne durchflossen. Der mäandrierende Fluss hat sich bis zu 100 Meter tief in das Grundgebirge eingeschnitten und ein schluchtartiges Tal geschaffen. Die Dronne fließt anfangs in südlicher Richtung und bildet gleichzeitig die Nordostgrenze zu Mialet. Nach einer Kursänderung auf Südwest durchquert sie von Osten kommend das Gemeindegebiet und passiert den Ortskern von Saint-Saud-Lacoussière im Süden. Sie behält die Südwestrichtung bis zum Verlassen des Gemeindegebiets westlich von Larret bei. Auf ihren letzten beiden Kilometern ist sie dann Grenzfluss zu Champs-Romain. Nennenswerte Nebenflüsse sind der rechtsseitige Ruisseau de la Bucherie und der ebenfalls rechtsseitige Ruisseau la Malencourie. Letztgenannter Bach verlängert mit seinem Verlauf die Westgrenze zu Champs-Romain nach Norden. Die Südostgrenze der Gemeinde wird von der nach Südsüdwest mäandrierenden Queue d’Ane definiert, einem rechten Nebenfluss der Côle.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 189 Metern über dem Meer an der Dronne im Westen, der höchste Punkt mit 370 Metern im äußersten Nordosten bei le Roudat.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von La Coquille kommend durchquert die D 79 den Ortskern und führt weiter nach Westen in Richtung Nontron. Am Nordrand des Gemeindegebiets verläuft die D 6a (Haute-Vienne), die in der Dordogne als D 85 bezeichnet wird; sie kommt von Nordosten aus Dournazac und zieht dann weiter nach Nontron. Den Südteil der Gemeinde (linke Talseite der Dronne) durchfährt in Südwestrichtung die D 82 von Mialet nach Villars. Im Ortskern kreuzt außerdem eine Nord-Süd-verlaufende Kommunalstraße; sie stellt Anschlüsse zur D 6a im Norden und zur D 82 im Süden her; darüber hinaus ermöglicht sie eine Verbindung nach Thiviers.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geröll des Saint-Mathieu-Leukogranits aus der Dronne bei Saint-Saud

Saint-Saud-Lacoussière liegt vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Der Ostteil der Gemeinde wird vom Glimmerschieferband der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit in Nord-Südrichtung durchzogen. Mit den Glimmerschiefern assoziiert ist der Saint-Mathieu-Leukogranit, der im Westteil des Gemeindegebiets in seiner Saint-Saud-Fazies auftritt. Der Leukogranit drang im ausgehenden Oberkarbon in den Kontaktbereich der Glimmerschiefer mit den von ihnen überfahrenen Paragneisen ein (die Paragneise stehen weiter im Westen im Gemeindegebiet von Champs-Romain an). Dass er ein anatektisches Aufschmelzungsprodukt der Glimmerschiefer ist, lässt sich an den in ihm mitgeführten Glimmerschieferinseln ersehen (ein schönes Beispiel hierfür befindet sich mitten im Ortskern von Saint-Saud-Lacoussière). Strukturell folgen über den Glimmerschiefern – der strukturell tiefstgelegenen Einheit im Zentralmassiv – Augengneise und Leptynite der Unteren Gneisdecke. Die Augengneise sind am äußersten Nordostrand bei Les Grafouillades gerade noch entlang einer Störung aufgeschlossen; sie treten auch an der Südostgrenze südlich von Vielle Abbaye auf. Der Leukogranit wird von Gangscharen aus Lamprophyren durchsetzt, die vorwiegend Nordnordost-Südsüdwest streichen. Auch Quarzgänge kommen im Leukogranit vor, die meist sehr ähnlich orientiert sind. Mehrere aushaltende Quarzzüge finden sich in den Glimmerschiefern in der Nähe von Grandcoing.

Viele Höhenlagen im Gemeindegebiet werden oft von relativ dünnmächtigen, kolluvialen Alteriten des Pleistozäns verhüllt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1163 gründeten die Zisterzienser in Peyrouse eine Abtei, die zu den vier Zisterzienserabteien im Périgord zählte. Ob der Weiler Vieille Abbaye damit im Zusammenhang steht, ist nicht geklärt. Die romanische Ortskirche von Saint-Saud-Lacoussière wurde gleichfalls im 12. Jahrhundert errichtet. Sie enthält Holzstatuen aus der ehemaligen Zisterzienserabtei. Etwa zur selben Zeit dürfte auch das Schloss von Lacoussière entstanden sein, das während des Hundertjährigen Krieges wieder zerstört wurde. Das Château de Beynac wurde im 19. Jahrhundert auf einem wesentlich älteren Fundament erbaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Saud-Lacoussière
Jahr Einwohner


1962 1468
1968 1284
1975 1148
1982 1045
1990 951
1999 868
2007 856
2016 839

Quelle: INSEE[1]


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Kirche Saint-Étienne von Saint-Saud-Lacoussière aus dem 12. Jahrhundert, erbaut aus Leukogranit
  • Ruinen des Château de la Coussière
  • Ruinen der Zisterzienserabtei von Peyrouse
  • Stromschnellen des Saut du Chalard an der Dronne
  • 12 Hektar großer Badesee nördlich des Ortskerns

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 438 durchquert die Gemeinde in etwa mittig in Nord-Süd-Richtung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Saud-Lacoussière auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Floc'h, J.-P. u. a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Briand, B. u. a.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Saud-Lacoussière – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien