Champniers-et-Reilhac

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Champniers-et-Reilhac
Champniers-et-Reilhac (Frankreich)
Champniers-et-Reilhac
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 40′ N, 0° 44′ OKoordinaten: 45° 40′ N, 0° 44′ O
Höhe 185–360 m
Fläche 21,12 km²
Einwohner 453 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km²
Postleitzahl 24360
INSEE-Code

Champniers-et-Reilhac, okzitanisch Champs Niers e Relhac, ist eine französische Gemeinde mit 453 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2016 Bussière-Badil). Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden als Champniérois bzw. Champniéroises bezeichnet.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Champniers leitet sich vom Okzitanischen Champs niers, Französisch champs noirs, ab. Gemeint sind schwarze Böden, d. h. Böden von guter Qualität. Der Ortsname Relhac oder Reilhac stammt wahrscheinlich von einem gallorömischen Eigennamen Regilius oder Regulius, versehen mit dem Suffix -acum als Ortsbezeichnung oder Besitzanspruch.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Paul in Reilhac

Die heutige Gemeinde Champniers-et-Reilhac ging 1806 aus einer Zusammenlegung der beiden bis dahin unabhängigen Gemeinden Champniers und Reilhac hervor, die neue Gemeinde nannte sich damals noch Reilhac-et-Champniers. Erst 1847 wurde die heutige Schreibweise Champniers-et-Reilhac eingeführt. Die beiden Ortschaften liegen beinahe fünf Kilometer voneinander entfernt, wobei Reilhac abseits der Hauptverkehrsader D 675 liegt.

Die Gemeinde Champniers-et-Reilhac grenzt an das Département Haute-Vienne. Reilhac ist die am nördlichsten gelegene Ortschaft im Département Dordogne. Bis nach dem im Westen gelegenen Montbron im Département Charente sind es 18 Kilometer, nach Saint-Mathieu im Nordnordosten nur 5 Kilometer (Luftlinie). Nontron im Südwesten ist 21 Kilometer entfernt.

Champniers-et-Reilhac wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Maisonnais-sur-Tardoire (Haute-Vienne) Maisonnais-sur-Tardoire (Haute-Vienne) Saint-Mathieu (Haute-Vienne)
Busserolles Nachbargemeinden
Piégut-Pluviers Piégut-Pluviers Saint-Barthélemy-de-Bussière

Auf dem Gemeindegebiet von Champniers-et-Reilhac liegen folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen und Geländepunkte: Belair, Beyranne, Chantelouve, Chèvre Morte, Chez Gonneau, Chez Tendeau, Étang de Pouyol, Fraisse, Gué du Bost, La Chabanne, La Chabroulie, La Chapaudie, La Coudenie, La Francherie, La Parentie, La Petite Chabane, La Trémoulie, Laubergie, Le Bost, Le Calvaire, Le Cluzeau, Le Grafeuil, Le Grand Bost, Le Moulin de la Chabroulie, Le Puy, Les Brousses, Les Fougères, Les Juries, Les Maisonnettes, Les Métairies, Les Petites Brousses, Les Petits Moulins, Les Prades, Les Simonies, Les Tamouzies, Maison Seule, Maisonneuve, Marcillac, Papey und Puyfaud.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 185 Meter über N. N. am Zusammenfluss von Trieux und Nauzon im äußersten Westen. Der höchste Punkt mit 360 Meter über N. N. befindet sich am äußersten Ostpunkt der Gemeinde. Dies spiegelt das generell pultschollenartige Einfallen der Landschaft gen Westen wider. Die maximale Höhendifferenz beträgt 175 Meter. Champniers liegt auf 290 Meter, Reilhac auf 247 Meter Meerhöhe.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Champniers-et-Reilhac

Durch Champniers verläuft die Nord-Süd-Achse D 675 von Nontron nach Saint-Mathieu. Die Nebenstraße D 111/D 117 stellt eine östliche Querverbindung in Richtung Cussac her, die D 110 führt nach Westen zum Ortsteil Reilhac und anschließend weiter nach Maisonnais-sur-Tardoire. Über die D 90 wird Busserolles im Westen erreicht.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südwesten des Gemeindegebietes wird vom Trieux, einem linken Nebenfluss der Tardoire, in Richtung Nordwesten entwässert. Am westlichsten Punkt der Gemeinde mündet der Nauzon, ein kleinerer rechter Nebenarm des Trieux, der gleichzeitig als Grenzfluss zum Département Haute-Vienne fungiert. Er geht im Oberlauf in den Ruisseau de l’Étang Neuf über, der den weiteren Grenzverlauf bildet. Im Südwesten liegen ferner zwei kleinere Stauseen, der L'Étang des Petits Moulins und der L'Étang Grolhier – letzterer ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet.

Generelle Entwässerungsrichtung ist nach Westen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die feinkörnige Fazies (Champniers-et-Reilhac-Leukogranit)

Das Gemeindegebiet von Champniers-et-Reilhac wird vollständig von variszischen Grundgebirgsgesteinen des nordwestlichen Massif Central unterlagert. In der Hauptsache ist dies der Saint-Mathieu-Leukogranit mit seiner feinkörnigen (Champniers-et-Reilhac-Leukogranitγ2) und seiner grobkörnigen Fazies (eigentlicher Saint-Mathieu-Leukogranitγ2M). Die grobkörnige Fazies enthält als seltene Einschlüsse bei Les Juries Nordnordwest-streichende Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit (ξ1) und bei Les Fougères einen in die Nordwest-Richtung gedrehten Pegmatitkörper (P).

Im Südwesten ist gerade noch der Piégut-Pluviers-Granodiorit in seiner feinkörnigen Randfazies (fγ3M) und in seiner grobkörnigen Normalfazies (γ3M) aufgeschlossen.

Im feinkörnigen Übergangsbereich der beiden Granitoide sind auch noch Züge und Linsen von Paragneis (ζ1-2) und migmatitischem Paragneis (1-2) zwischengeschaltet. Interessant ist der Übergang zwischen den Paragneisen und dem Granodiorit bei Laubergie, der über eine Distanz von gut 100 Meter sehr sukzessiv und konkordant zur Nordwest-streichenden Foliation der Paragneise erfolgt.

Die Granitoide werden von Störungen und teils scharartig auftretenden Mikrogranitgängen durchzogen. Die bevorzugte Streichrichtung ist Nordnordwest, aber auch nördliche, nordnordöstliche und nordöstliche Richtungen treten auf. Bei Chez Tendeau quert ein Ostsüdost-streichender Quarzgang den Granodiorit. Verwerfungen und Gänge sind das Ergebnis der spätvariszischen Dehnungstektonik.

Die Talungen des Nauzons und des Trieux weiten sich kurz vor ihrem Zusammenfluss. In ihnen wurde holozänes Alluvium abgelagert – Feinsande mit Quarzgeröllen (Formation Fy-z).

Ökologie und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Étang Petits Moulins

Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist seit 1998 ein integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet bilden die Talungen des Trieux, des Nauzon und des Ruisseau de la Francherie sowie der Étang Grolhier eine ökologische Schutzzone (kontinentale ZNIEFF des Typus 1 – Französisch Zone d'interèt écologique, faunistique et floristique). Die Schutzzone wird im Französischen als Vallées du réseau hydrographique de la Tardoire et du Trieux bezeichnet und ist bemerkenswert für ihre Flora und für ihre Wassergüte.

Die angetroffene Flora umfasst rund 40 Pflanzenarten, von denen vier als charakteristisch angesehen werden: Moschuskraut Adoxa moschatellina, Gefingerter Lerchensporn Cordyalis solida, Wiesenrauten-Muschelblümchen Isopyrum thalictroides und Atlantisches Hasenglöckchen Hyacinthoides non-scripta.

Seit 1979 ist der Étang Grolhier im Südwesten als 233 Hektar großes Naturreservat (Französisch site naturel) ausgewiesen (der Weiher selbst ist nur 22,4 Hektar groß).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Römerstraße von Périgueux nach Poitiers führte einst in der Nähe von Reilhac vorbei. Aus der gallorömischen Zeit stammt eine Villa, die 1922 am Étang des Petits Moulins am Südrand der Gemeinde entdeckt wurde. Reilhac besitzt eine romanische Kirche aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, in Champniers steht ebenfalls eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Vom ehemaligen Schloss in Champniers ist noch der viereckige Donjon erhalten geblieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Champniers-et-Reilhac
Jahr Einwohner


1962 694
1968 661
1975 554
1982 548
1990 544
1999 533
2007 508
2008 504
2012 500
2013 497
2015 478
2017 455

Quelle: INSEE[2]

Die Einwohnerzahlen sind seit 1962 generell rückläufig (Bevölkerungsverlust von 34 Prozent), mit sehr starkem Rückgang zwischen 1968 und 1975.

Bei einer Flächenausdehnung von 20,40 Quadratkilometer beträgt die Bevölkerungsdichte 22 Einwohner/km².

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Champniers-et-Reilhac ist seit März 2008 der zur DVD gehôrende Handwerker Daniel Védrenne.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrug die erwerbsfähige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 185 Personen, d. h. 37,0 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen hat im Vergleich zu 2007 von 20 auf 27 zugenommen, die Arbeitslosenquote liegt jetzt somit bei 14,6 %.

Unternehmen und Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde 62 unternehmen ansässig, davon 35 im Sektor Handel, Transport oder Dienstleistungen, 9 in der Landwirtschaft, Forst oder Fischerei, 9 im Baugewerbe, 6 in der Industrie und 3 im Sektor Verwaltung, Bildung, Gesundheitswesen oder Soziales.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Kirche Saint-Paul in Reilhac, zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts, Monument historique seit 1965
  • Romanische Kirche Saint-Paixent in Champniers, 12. und 15. Jahrhundert, mit oktogonalem Kirchturm
  • Château de Champniers, von dem nur der viereckige Turm erhalten ist[3]
  • Château de Reilhac aus dem 17. Jahrhundert

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chantal Tanet und Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. éditions Fanlac, 2000, ISBN 2-86577-215-2, S. 96.
  2. Champniers-et-Reilhac auf der Website des Insee
  3. Guy Penaud: Dictionnaire des châteaux du Périgord. éditions Sud Ouest, 1996, ISBN 2-87901-221-X, S. 72.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Le Pochat u. a.: Feuille Montbron. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM, 1986.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Champniers-et-Reilhac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien