Varaignes

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Varaignes
Varanha
Wappen von Varaignes
Varaignes (Frankreich)
Varaignes
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 36′ N, 0° 32′ OKoordinaten: 45° 36′ N, 0° 32′ O
Höhe 115–241 m
Fläche 16,60 km2
Einwohner 418 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km2
Postleitzahl 24360
INSEE-Code

Das Schloss von Varaignes

Varaignes (okzitanisch Varanha[1]) ist eine französische Gemeinde mit 418 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Bussière-Badil). Außerdem bildet sie Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname geht sehr wahrscheinlich auf den gallorömischen Eigennamen Varanius oder Veranius zurück.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Varaignes

Varaignes liegt vier Kilometer nordwestlich von Javerlhac und 16 Kilometer nordwestlich von Nontron. Die Gemeinde befindet sich rechtsseitig unweit der Hauptverkehrsachse Nontron-Angoulême (D 75) und kann von dieser aus über die D 90, welche sie zusätzlich an die Querverbindung Montbron-Piégut-Pluviers anbindet, erreicht werden.

Varaignes ist eine Grenzgemeinde zum Département Charente und wird von folgenden Gemeinden umgeben:

Folgende Weiler und Einzelhöfe gehören zum Gemeindegebiet: Basse Côte, Beauséjour, Bellevue, Chablat, Chez Berthonnet, Chez Bouret, Chez Chèvre, Chez Durand, Chez Gauty, Chez Guillout, Chez Marot, Chez Mondy, Chez Raby, Chez Rouyer, La Baysse, La Côte, La Vacherie, le Cousset, Le Débat, Le Fayard, Le Gauty, Le Grand Moulin, Les Faures, Les Loges, Les Penauds, Les Peyrières, Les Virades, Montchoisy und Quillac.

Varaignes liegt in einem rechten Seitental des Bandiat, am südwestwärts fließenden gleichnamigen Flüsschen Varaignes.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird in ihrer Gesamtheit von flachliegenden Sedimentgesteinen des Dogger unterlagert, in der Hauptsache von weißen, kreideartigen Oolithkalken aus dem Mittleren Bajocium. Es folgen Oberes Bajocium (weiße Oolithkalke und beige peloidführende Kalke) und Unteres Bathonium (braune, lithoklastenreiche Kalkmikrite). Die Sedimente bilden Teil des Aquitanischen Beckens, sie transgredierten im Lias weiter östlich bei Soudat über das variszische Grundgebirge des Massif Central. Das Bajocium ist ein sehr guter Grundwasserleiter und neigt überdies zur Karstifizierung.

Kurz vor Ortseingang quert eine Südost-Nordwest-streichende Störungszone, die mit einem Versatz von 150 Meter nach Nordost parallel zur Störungszone von Javerlhac verläuft und möglicherweise bis Vouthon durchhält. An ihr wurde der auf der Nordostseite liegende Grundgebirgsblock herausgehoben. Sie zeigt die gleiche Vererzung mit Cadmium-haltigem Zink sowie Blei (Sphalerit mit Greenockit sowie Bleiglanz).

Am Nordwestrand des Gemeindegebietes zieht ein langgezogener tertiärer alluvialer Schuttfächer aus dem Grundgebirge heraus über die Sedimentgesteine hinweg; er besteht aus Sanden und Kiesen und bildet topographische Höhenrücken.

Plateau- und Hanglagen werden oft auch von pleistozänen Lockersedimenten maskiert.

Im Flusstal des Bandiat wurden mittelpleistozäne, ockerfarbene, tonhaltige Sande mit polierten Quarz- und Grundgebirgsgeröllen auf einer Mittelterrasse abgelagert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss von Varaignes, aufgenommen von außerhalb des Ortskerns

Die Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich in Varaignes bis ins Paläolithikum zurückverfolgen (Funde bei Les Roches). Auch für die Gallo-römische Kultur fanden sich Belege. Die Kirche Saint-Jean Baptiste stammt aus dem 12. bzw. 13. Jahrhundert (mit romanischem Chor, romanischem Portal im Limousinstil sowie gotischen Seitenkapellen). Mit dem Bau des Schlosses von Varaignes wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert begonnen, im 16. Jahrhundert wurde es dann stark umgebaut. Es besitzt einen Turm (Donjon), Wehrgang, unterirdische Kellergewölbe und ein Eingangsportal im Renaissancestil.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Varaignes
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 516 10,1 31,0/km²
1968 457 9,6 27,5/km²
1975 436 9,9 26,3/km²
1982 436 10,3 26,3/km²
1990 432 10,6 26,0/km²
1999 418 11,0 25,2/km²
2005 408 11,2 24,6/km²
2009 424 25,5/km²
2014 414 24,9/km²
2015 418 25,2/km²

Quelle: INSEE[2]

Die Einwohnerzahl ist generell rückläufig, sie hatte nach 1962 einen starken Rückgang zu verbuchen, der aber seit 1975 abgeflacht ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Jean Baptiste aus dem 12./13. Jahrhundert. Wurde im 15. und im 19. Jahrhundert baulich stark verändert.
  • Schloss Varaignes aus dem 13. und 16. Jahrhundert. Beherbergt eine Werkstatt und Museum der Weberei und der einheimischen Pantoffelindustrie (Charentaises).

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich am 11. November findet in Varaignes ein weithin bekannter, volksfestartiger Truthühnermarkt statt. Bei dieser Gelegenheit treffen sich die beiden Bruderschaften aus Varaignes und aus Licques in Nordfrankreich.

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bruderschaft aus Licques
trifft ein
Der Vorbeimarsch der Truthühner ...

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Okzitanische Namen der Gemeinden im Périgord auf der Website des Conseil général de la Dordogne
  2. Varaignes auf der Website des Insee

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al. (1986). Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Varaignes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien