Lussas-et-Nontronneau

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Lussas-et-Nontronneau
Lussas-et-Nontronneau (Frankreich)
Lussas-et-Nontronneau
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 30′ N, 0° 35′ OKoordinaten: 45° 30′ N, 0° 35′ O
Höhe 125–232 m
Fläche 22,35 km2
Einwohner 313 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Das Château de Beauvais mit Taubenturm

Lussas-et-Nontronneau (okzitanisch Luçac et Nontroneu) ist eine französische Gemeinde mit 313 Einwohnern (1. Januar 2014) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Kanton Nontron). Außerdem ist das Gemeindegebiet Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbezeichnung Lussas geht auf den gallorömischen Eigennamen Lucius oder Lucaeus zurück, gefolgt von dem Suffix –acum (Domäne des, gehörig zu). Nontronneau ist ein Diminutiv von Nontron.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lussas-et-Nontronneau liegt etwa 7 Kilometer westsüdwestlich von Nontron (Ortskern Lussas).

Sie wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Neben den beiden Ortskernen von Lussas und Nontronneau gehören zum Gemeindegebiet von Lussas-et-Nontronneau folgende Weiler, Gehöfte, ein Schloss und Geländepunkte:

Bondazeau, Bois de Clarat, Bois de la Rauque, Bois du Prêtre, Bosredon, Buzetière, Château de Beauvais, Chez Bini, Chez Garni, Chez Mauvy, Chez Veyssière, Clarat, Fontroubade, La Croix de Charles, La Saudie, La Tonnelle, La Vieille Vigne, Lacabane, Lamourette, Le Grand Verger, Le Roc de Montcheuil, Le Sauvage, Les Bellus, Les Borderies, Les Codercs, Les Fours, Lombardière, Montament (Ruine), Plaisance, Puychissou, Puyfagnoux, Terre Noire, Vieux Sirieix und Villejalet.

Der Nordost- und Nordteil des Gemeindegebietes wird vom Bandiat berührt und in nordwestlicher Richtung entwässert. Zum Bandiat fließen in nördlicher Richtung zwei kleine linke Seitenbäche bei Villejalet und bei Lombardière, die stellenweise zu Weihern aufgestaut sind. An einer Quelle östlich von Lussas an der Gemeindegrenze zu Saint-Martial-de-Valette entspringt ein kleiner Bach, der in westlicher Richtung zum Gemeindegebiet von Connezac hin abfließt und dort anschließend in den Beaussac mündet. Nördlich vom Château de Beauvais besitzt er noch einen rechten Seitenarm.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 125 Metern über dem Meer am Bandiat bei Bondazeau im Norden, der höchste Punkt mit 232 Metern auf einem Höhenrücken im äußersten Südosten.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westfassade der romanischen Kirche von Nontronneau

Die ältesten anstehenden Gesteine im Gemeindegebiet von Lussas-et-Nontronneau stammen aus dem Lias. Diese flachliegenden Sedimente des Unteren Jura sind bei Lombardière in einem kleinen, linken Seitental des Bandiats aufgeschlossen. Über dem Lias folgt dann kalkiger Dogger, der die Hanglagen südlich des Bandiats aufbaut. Der Dogger besteht aus Oberem Bajocium und Bathonium, in der Hauptsache kryptokristalline Oolithkalke. Er kann auch rekristallisiert auftreten. Nördlich von Lussas ist noch Oxfordium (feinkörnige, beigefarbene Kalke) erhalten geblieben. Der Rest des Gemeindegebietes wird jedoch weitestgehend von pleistozänem Kolluvium verhüllt. Nördlich vom Château de Beauvais finden sich würmzeitliche, kalkige Hangschuttablagerungen (französisch Grèzes), die durch Gelifraktion erzeugt wurden. Am Hochpunkt im Südosten ist ferner ein kleines Vorkommen von gesteinsbildenden Sanden und Schottern fluviatilen Ursprungs erwähnenswert, die aus dem Eozän stammen dürften; sie gehören zu einem fossilen Flusssystem des sich damals in Hebung befindenden Massif Central; sein Hauptast verläuft in SSW-Richtung entlang der Gemeindegrenze von Saint-Martial-de-Valette und Saint-Front-sur-Nizonne.

Der rekristallisierte Dogger lässt auf tektonische Vorgänge schließen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste Siedlungsreste in der Gemeinde gehen bis ins Paläolithikum zurück. So wurden 1908 in der Grotte des Grèzes Spuren aus dem Oberen Mousterien entdeckt. Kulturzeugnisse in Lussas-et-Nontronneau sind ein gallorömischer Villenkomplex aus dem 1. Jahrhundert bei Nontronneau, der während der Trockenheit von 1967 zum Vorschein kam.. Aus dem Mittelalter stammen mehrere romanische Bauwerke, wie beispielsweise die Kirche Saint-Étienne in Lussas aus dem 12. Jahrhundert, die Kirche in Nontronneau und die Überreste der alten Kapelle in Fontroubade, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Die einstige romanische Kapelle Saint-Christophe in Bondazeau ist mittlerweile vollständig verschwunden. Das Château de Beauvais wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut.

Lussas-et-Nontronneau bestand einst aus vier Pfarreien: Lussas, Fontroubade, Nontronneau und Bondazeau. Die zuvor unabhängigen Gemeinden Lussas und Nontronneau fusionierten 1827 zu Lussas-et-Nontronneau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Lussas-et-Nontronneau
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 461 4,3 20,6/km²
1968 364 3,6 16,3/km²
1975 370 3,7 16,6/km²
1982 359 3,7 16,1/km²
1990 363 3,8 16,2/km²
1999 371 4,1 16,6/km²
2006 376 4,1 16,8/km²
2007 359 3,9 16,1/km²
2009 323 14,5/km²
2012 310 3,6 13,9/km²
2013 311 13,9/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerung von Lussas-et-Nontronneau hat während der 1960er schwere Einbußen erlitten, sich dann aber wieder stabilisiert. Seit 2006 ist sie erneut stark rückläufig.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Lussas-et-Nontronneau ist seit März 2001 die im Handel tätige Frau Mauricette Belly.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruinen der romanischen Kapelle Sainte-Radegonde in Fontroubade

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Lussas kann über die D 95, die an die D 708 von Nontron nach Mareuil anbindet, erreicht werden. Die D 95 verläuft dann weiter in nordwestlicher Richtung nach Hautefaye und Mainzac (Charente). Am Nordost- und Nordrand des Gemeindegebiets zieht im Bandiattal die D 75 von Nontron in Richtung Angoulême vorbei. Von ihr zweigen mehrere Kommunalstraßen ab, die ins Gemeindegebiet von Lussas-et-Nontronneau führen. So beispielsweise bei Villejalet in Richtung Nontronneau, bei Lespinasse (Gemeinde Saint-Martin-le-Pin) in Richtung Clarat, Château de Beauvais und Lussas sowie bei Jommelières (Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert) zum Weiler Bondazeau.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherrschend in der Gemeinde Lussas-et-Nontronneau sind landwirtschaftliche (Ackerbau, Tierhaltung) und forstwirtschaftliche Betriebe (ausgedehnte Waldungen).

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 waren 144 Erwerbsfähige zwischen 15 und 64 Jahren in der Gemeinde gemeldet, dies entspricht 46,4 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen stieg seit 2007 leicht von 14 auf 15 an, die Arbeitslosenrate beträgt somit 10,3 %.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren 25 Unternehmen in Lussas-et-Nontronneau ansässig, davon 8 in Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, 7 in Handel, Transport und Dienstleistungen, 4 im Baugewerbe, 4 in der industrie und 2 im Sektor Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Soziales.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Kirche Saint-Étienne in Lussas aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die romanische Kirche Saint-Jean von Nontronneau.
  • Die Ruinen der romanischen Kapelle Sainte-Radegonde in Fontroubade aus dem 12. Jahrhundert, seit 1988 Monument historique.
  • Das Château de Beauvais mit Taubenturm, aus dem 16. Jahrhundert, seit 1973 Monument historique.

Der gallorömische Villenkomplex bei Nontronneau befindet sich in Privatbesitz und wurde nach dem Ende der Forschungskampagnen von 1970 bis 1984 und 2002 bis 2005 wieder mit Sand bedeckt, um die Konservierung zu garantieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floc'h u. a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lussas-et-Nontronneau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lussas-et-Nontronneau auf der Website des Insee