Le Bourdeix

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Le Bourdeix
Le Bourdeix (Frankreich)
Le Bourdeix
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 35′ N, 0° 38′ OKoordinaten: 45° 35′ N, 0° 38′ O
Höhe 141–275 m
Fläche 11,69 km²
Einwohner 238 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche und Mairie von Le Bourdeix

Le Bourdeix, okzitanisch Lu Bordelh oder Lu Borg Dei, ist eine französische Gemeinde mit 238 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Nontron). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Okzitanische Lu Borg Dei ist wahrscheinlich aus Lu Borg d'Aún hervorgegangen, was sich seinerseits wiederum vom Gallischen Burgus Agedunus stammen dürfte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Le Bourdeix

Le Bourdeix ist etwa zehn Kilometer von dem südsüdöstlich liegenden Nontron und rund sieben Kilometer von Piégut-Pluviers im Nordosten entfernt.

Das Gemeindegebiet wird von der Doue in zwei Hälften geteilt. Die Doue kommt von Saint-Estèphe herüber und fließt anfänglich noch in west-östlicher Richtung. Südwestlich vom Ortskern nimmt sie als rechten Seitenarm den Ruisseau des Forges auf und biegt dann nach Südwesten ab. Die Südgrenze des Gemeindegebiets zu Saint-Martin-le-Pin bildet der in WNW-Richtung fließende Combas, ein kleiner linker Seitenbach der Doue.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 141 Metern über dem Meer an der Doue im äußersten Südwesten, der höchste Punkt mit 275 Metern bei Puydivert im Nordosten.

Le Bourdeix wird von folgenden 7 Gemeinden umgeben:

Zum Gemeindegebiet von Le Bourdeix gehören folgende Weiler, Gehöfte, sowie eine ehemalige Schmiede und eine Ziegelei: Bonnefont, Bouchardières, Chaffrelière, Chez Carrier, Combas, La Chapoulie, La Grange, Le Claud, Le Débat, Le Doyer, Le Dubreuil, Le Moulin Rou, Le Petit Pys, Le Prieuré, Les Forges, Les Grenouilles, Les Queyroux, Pinard, Plaisance, Puydivert, Rapy, Rouméjoux und Serpine.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Le Bourdeix liegt zum Großteil auf dem Piégut-Pluviers-Granodiorit. Nur im Westabschnitt (Höhenrücken westlich des Ruisseau des Forges und der Doue) transgredieren flachliegende Liassedimente (Arkosen des Hettangiums und Tonsteine des Toarciums) über den Granodiorit. Der Höhenrücken nördlich des Combas (zwischen Le Prieuré und La Chapoulie) wird ebenfalls vom Lias eingenommen. Die Tonsteine des Toarciums wurden früher bei Les Grenouilles als Rohstoff für die mittlerweile stillgelegte Ziegelei abgebaut. Westlich vom Weiler Bouchardières quert eine NNW-SSE-streichende Störung; die im Westen liegenden Liassedimente sind hier gegenüber dem Granodiorit abgesenkt worden. Der Granodiorit zeigt Vererzungen an Baryt bei Combas und Pinard sowie Bleiglanz bei Pinard.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Bouchardières, Ansicht vom Ortskern aus

Die ältesten erhaltenen Bauwerke in Le Bourdeix sind der aus Granodioritquadern erbaute Donjon aus dem 11. Jahrhundert und die romanische Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, ebenfalls in Granodiorit. Der Donjon ist der einzige Überrest der einstigen Wehrschlösser von Le Bourdeix, deren erstes in der Regierungszeit von Karl VII. gegen 1450 von den Engländern im Verlauf des Hundertjährigen Kriegs zerstört wurde. Im 15. Jahrhundert wurde ein zweites Wehrschloss 50 Meter weiter errichtet, im 17. Jahrhundert folgte ein drittes nahe der Kirche. Im 18. Jahrhundert waren diese beiden Wehrschlösser noch erhalten.

Die ursprüngliche romanische Kirche wurde 1480 um ein auf der Südseite angebautes zweites Nebenschiff erweitert und bildet jetzt eine 21 x 6 Meter messende, rechteckige Hallenkirche. Der romanische Deckenteil wird von runden Gewölbebogen abgestützt, der Anbau jedoch von Spitzbogen. In der ehemaligen Schmiede Les Forges, durch die die Grenze zum benachbarten Étouars läuft, wurde zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert Eisenerz aus dem Nontronnais in Hochöfen geschmolzen (Gusseisen) und zu Kanonen für die französische Marine in Rochefort weiterverarbeitet. Die Schmiede wurde mit Wasserkraft betrieben, für diesen Zweck wurde der Ruisseau des Forges daher zu einem Weiher aufgestaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Le Bourdeix
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 296 2,8 25,3/km²
1968 254 2,5 21,7/km²
1975 207 2,1 17,7/km²
1982 212 2,2 18,1/km²
1990 230 2,4 19,7/km²
1999 229 2,5 19,6/km²
2006 251 2,8 21,5/km²
2007 254 2,8 21,7/km²
2008 260 2,9 22,2/km²
2012 240 2,7 20,5/km²
2013 239 20,4/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerung hat in den 1960er Jahren Einbußen erlitten; seit 1975 ist sie jedoch wieder stetig am Wachsen, ab 2008 aber erneut rückläufig.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2001 der Handwerker Alain Lapeyronnie, der Debout la France vertritt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Le Bourdeix liegt an der D 3 von Bussière-Badil nach Nontron. Über die D 91 E besteht eine Verbindung in nordöstlicher Richtung nach Piégut-Pluviers. Eine Kommunalstraße verlässt Le Bourdeix in südliche Richtung, überquert die Doue und verzweigt sich dann nach Saint-Martin-le-Pin und nach Nontron. Eine andere Kommunalstraße verbindet den Ortskern mit dem östlich gelegenen Nachbarort Saint-Estèphe.

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrug die erwerbstätige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 100 Personen, was 41,7 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Davon hatten 88 eine Beschäftigung, 12 waren arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum September 2007 ist die Zahl der Arbeitslosen angestiegen, die Arbeitslosenrate liegt jetzt bei 12,0 %.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde 26 Unternehmen ansässig, davon 14 in Handel, Transport und Dienstleistungen, 7 in Industrie, 2 im Baugewerbe, 2 im Sektor Verwaltung, Lehrwesen, Gesundheitswesen und Soziales sowie eines im Sektor Landwirtschaft, Forst- und Fischereiwesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Donjon von Le Bourdeix

Sehenswert in Le Bourdeix sind:

  • Der 20 Meter hohe Donjon aus dem 11. Jahrhundert, seit 1988 Monument Historique.
  • Die Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert
  • Ein alter Taubenturm
  • Die Mühle Moulin de Pinard in der Mehl gemahlen und Walnußöl produziert wurde
  • Die Schmiede Les Forges d'Étouars.

Die im 15. Jahrhundert und gegen 1600 stark veränderte Kirche von Le Bourdeix ist für ihre erstaunlichen Fresken bekannt. Dargestellt sind Verstorbene mit blassen Gesichtern, eingehüllt in schwarze Roben. Die aus dem 15. - 16. Jahrhundert stammenden Abbildungen sollen eine symbolische Abwehrfunktion gegenüber der Pest und anderer Seuchen gehabt haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al.: Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM, 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Le Bourdeix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Bourdeix auf der Website des Insee