Sceau-Saint-Angel

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Sceau-Saint-Angel
Vers Ceus Sent Angeu
Sceau-Saint-Angel (Frankreich)
Sceau-Saint-Angel
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 29′ N, 0° 42′ OKoordinaten: 45° 29′ N, 0° 42′ O
Höhe 157–262 m
Fläche 17,49 km2
Einwohner 124 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Kirche von Saint-Angel

Sceau-Saint-Angel, okzitanisch Vers Ceus Sent Angeu, ist eine französische Gemeinde mit 124 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2014: Nontron). Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Angel bzw. Sent Angeu leitet sich vom Heiligen Angelus ab. Die Bezeichnung Sceau ist eine französische Zusammenziehung des okzitanischen Vers (nach, hin) Ceus, wobei Ceus aus dem Lateinischen Cellis (Klosterzellen) hervorgegangen sein dürfte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sceau-Saint-Angel liegt knappe sechs Kilometer (Luftlinie) südsüdöstlich von Nontron und vier Kilometer westsüdwestlich von Saint-Pardoux-la-Rivière. Périgueux ist 33 Kilometer entfernt.

Sceau-Saint-Angel wird von folgenden Gemeinden umgeben:

Zum Gemeindegebiet von Sceau-Saint-Angel gehören folgende Weiler, Gehöfte und ein Schloss:

Argentine, Battelière, Beauvoir, Bellegarde, Brissoneau, Bro(u)illac, Château de l'Age, Courrière, Garreloup, Jayac, La Croix de Nadaillac, La Grésille, La Pouyade, Le Grand Mazerat, Le Petit Mazerat, Morelière, Pouyaud, Puymezier, Saint-Angel, Sarelière, Sceau und Tourbanier.

Beim Weiler Morelière entspringt die nach Westen abfließende Nizonne. Die Quelle des nach Südwesten entwässernden Boulou befindet sich in unmittelbarer Nähe von Saint-Angel. Ein kleiner Bach entwässert den Nordosten der Gemeinde in Richtung Dronne (nach Osten). Die Wasserscheide zwischen Nizonne und Boulou einerseits und Dronne andererseits verläuft in etwa mitten durch das Gemeindegebiet. Die Nordwestgrenze bildet die Wasserscheide zwischen Bandiat und Dronne.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 157 Metern über dem Meer bei Bro(u)illac im Nordosten, der höchste Punkt mit 262 Metern bei Brissoneau im Nordwesten.

Der überwiegende Teil des Gemeindegebiets von Sceau-Saint-Angel wird von ausgedehnten Waldungen eingenommen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordosten des Gemeindegebiets wird vom Lias (Pliensbachium - graublaue Dolomite), von Kalken (bioklastische Kalke, kryptokristalline Kalke und Oolithkalke) des Doggers (Bajocium und Bathonium) und von unterstem Malm (Oxfordium) unterlagert. Der Dogger kann stellenweise auch rekristallisiert vorliegen. Die Oberläufe der Nizonne und des Boulou werden von flachliegenden, oberkreidezeitlichen Schichten des Ligériens gesäumt. Unmittelbar unterhalb von Sceau tritt auch noch Cenomanium auf. Pleistozänes Alluvium und Kolluvium (Schotter und Sande) über- bzw. verdecken sodann den größten Teil des Gemeindegebiets. Für den Nordostabschnitt werden mehrere Südost-streichende Störungen vermutet, die in etwa parallel zur weiter östlich liegenden Störung von Le Puy verlaufen dürften, an welcher das kristalline variszische Grundgebirge (hier Paragneise) gegenüber den Sedimenten des Aquitanischen Beckens herausgehoben wurde. Das Vorhandensein rekristallisierten Doggers lässt ebenfalls auf Störungen schließen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältestes Kulturzeugnis in Sceau-Saint-Angel ist die romanische Kirche von Saint-Angel, die jedoch im 18. Jahrhundert baulich verändert wurde. Aus dem 14. Jahrhundert stammt die gotische Kapelle von La Pouyade.

Im Jahr 1868 benannte sich die Gemeinde, die bis dahin nur Saint-Angel hieß, in Sceau-Saint-Angel um (der Ortsteil Sceau ist wesentlich bedeutender als Saint-Angel).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Sceau-Saint-Angel
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 191 1,8 10,9/km²
1968 192 1,9 11,0/km²
1975 149 1,5 8,5/km²
1982 129 1,3 7,4/km²
1990 122 1,3 7,0/km²
1999 116 1,3 6,6/km²
2006 121 1,3 6,9/km²
2007 121 1,3 6,9/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerung Sceau-Saint-Angels hat ab 1968 schwere Einbußen erlebt, scheint sich aber ab 1999 wieder zu stabilisieren.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Sceau-Saint-Angel ist seit 2001 der der PCF angehörende Rentner Michel Combeau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • romanische Kirche von Saint-Angel
  • gotische Kapelle aus dem 14. Jahrhundert von La Pouyade
  • Château de l'Age
  • Beauvoir, ein U-förmiger Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Westteil des Gemeindegebiets von Sceau-Saint-Angel verläuft die D 675 in südlicher Richtung von Nontron nach Brantôme. Ferner quert die D 3 von Nontron nach Villars in Richtung Südost; von ihr zweigt eine Kommunalstraße ab, welche durch den Ortskern Sceau führt und sich dann nach Saint-Front-la-Rivière fortsetzt. Den Ortskern kreuzt ferner eine von Saint-Pardoux heraufkommende Kommunalstraße, die anschließend eine Querverbindung zur D 675 herstellt. Von letztgenannter Kommunalstraße besteht ein Abzweig bei Garreloup nach Saint-Angel und weiter nach Quinsac.

Durch den Nordteil der Gemeinde führte einst die mittlerweile stillgelegte Bahnstrecke von Nontron nach Thiviers.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sceau-Saint-Angel auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-P. Floc'h et al.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]