Liste der Gerechten unter den Völkern

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Der Garten der Gerechten unter den Völkern

Die Liste der Gerechten unter den Völkern enthält nach Herkunftsländern geordnet Personen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden.

Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2019 betrug die Zahl der Gerechten 27.362 aus 51 Ländern.[1]

Die Sortierung nach „Herkunftsländern“ orientiert sich hier an den Zuordnungen, die Yad Vashem vorgenommen hat. In etlichen Fällen ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich bzw. auch nicht sinnvoll, etwa bei Personen binationaler Herkunft, bei Personen, die nach der Rettungstat ihre Staatsangehörigkeit gewechselt haben oder bei Menschen, die Staaten zugeordnet werden mussten, die zum Zeitpunkt ihres Todes noch nicht bestanden.

Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ägypter wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Mohamed Helmy 1901 1982 Lebte als Arzt in Berlin und versteckte dort von 1942 bis zum Kriegsende die Jüdin Anna Boros.[2] 2013

Albanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

75 Albaner wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Albanien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Refik Veseli 1926 oder 1927 2000 oder 2003 Während der deutschen Besatzung Albaniens initiierte er die Aufnahme von zwei jüdischen Familien im Haus der Familie Veseli. Die Familien wurden mit offenen Armen empfangen, mit Essen versorgt und in einem Raum oberhalb der Scheune untergebracht. Mit der Zeit begannen auch andere Anwohner, Juden versteckt zu halten. Bei Kontrollen der deutschen Besatzer verlor jedoch niemand ein Wort hierüber, trotz Einschüchterungen seitens der Deutschen. Auch Belohnungsgelder für jeden, der Hinweise zur Ergreifung versteckter Juden gab, konnte die ärmliche Bevölkerung Krujas nicht zu Denunziationen bewegen.[2] 1987

Armenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

24 Armenier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Armenien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Pran Tashchiyan 1890 Pran Tashchiyan und ihr Mann versteckten von Februar 1942 bis zur Befreiung im April 1944 zwei jüdische Kinder.[2] 2002

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1.751 Belgier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Belgien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Hélène de Bie 11. Dez. 1896 19. Okt. 1983 Hélène Vandenbril arbeitete ehrenamtlich in der katholischen Pfadfinderinnenorganisation der Schwestern Marcelle und Madeleine De Meulemeester. Nachdem Belgien 1940 von der Wehrmacht besetzt worden war und die Deportation jüdischer Belgier begonnen hatte, beschlossen sie, zu deren Rettung beizutragen.

Im Oktober 1942 wandte sich Abt Buisseret des Klosters in Saint-Gilles an die Schwestern De Meulemeester und bat um Hilfe für Henri Szlamovicz (* 21. Juni 1942), einen damals fünf Monate alten jüdischen Jungen. Hélène Vandenbril traf sich mit der Mutter und deren damals neun Jahre alten Tochter Rachel in Brüssel. Die Mutter übergab dieser ihren fünf Monate alten Sohn. Die ältere Tochter, Rachel Szlamovicz, wurde in einem Kloster versteckt. Sie besuchte ihren kleinen Bruder noch eine Zeitlang. Die Eltern der Kinder tauchten unter, wurden aber im Oktober 1943 inhaftiert. Die Mutter Henri Szlamovicz’ wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Der Vater Abraham Szlamovicz war zunächst im Lager Fort Breendonk inhaftiert. Später kam er ins SS-Sammellager Mechelen.

Hélène Vandenbril heiratete Benoît de Bie, einen belgischen Offizier, und zog mit ihm nach Antwerpen. Das kinderlose Ehepaar zog Henri Szlamovicz wie einen eigenen Sohn auf. Er nannte sie „Tantchen“ und „Onkel Ben“. Sie erinnerten ihn stets daran, dass sie nicht seine leiblichen Eltern seien und diese ihn wieder heimholen würden.

Abraham Szlamovicz holte nach seiner Befreiung im September 1944 seine Tochter Rachel zu sich. Die Spur zu seinem Sohn hatte sich verloren, denn Abt Buisseret war inzwischen gestorben. Rachel Szlamovicz erinnerte sich an die Schwestern De Meulemeester, die dem Vater die Antwerpener Adresse des Ehepaars de Bie gaben. Diese lebten nun bei der Familie von Hélène de Bie auf dem Land. Dort traf der Vater nach Jahren wieder seinen Sohn.[2]

2002

Bosnien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

47 Bosnier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Bosnien und Herzegowina

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Ahmed Sadik 1884 1. Apr. 1945 Ahmed Sadik rettete seinen jüdischen Freund Isidor Papo mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Ohne zu zögern, brachte Sadik die Familie zu sich nach Hause und beschaffte Dokumente, die es ihnen ermöglichte, die italienische Besatzungszone zu erreichen. Ahmed Sadik bezahlte für seine Heldentat mit seinem Leben. Er wurde denunziert und deportiert. Alle Familienmitglieder der Familie Papo haben den Krieg überlebt.[2] 1984

Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Brasilianer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Aracy de Carvalho Guimarães Rosa 5. Dez. 1908 3. März 2011 Aracy de Carvalho war für die Visaabteilung im brasilianischen Konsulat in Hamburg verantwortlich, wo sie 1938 als Sekretärin arbeitete. In dieser Funktion half sie einer Gruppe von Juden, Visa nach Brasilien zu bekommen, und half ihnen, finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden bevor sie Deutschland nach Brasilien verlassen konnten[2] 1982
Luís Martins de Souza Dantas 1876 1954 War zur Zeit der Besatzung Botschafter in Paris und stellte vorschriftswidrig Visa an Juden aus. Als ihm die Ausstellung von Visa verboten wurde, stellte er noch über 500 nun rückdatierte Visa an Juden aus. 2003

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20 Bulgaren wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Bulgarien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Dimitar Peschew 25. Juni 1894 22. März 1973 Dimitar Jossifow Peschew, ein bürgerlich-nationaler bulgarischer Politiker, verhinderte am 9. März 1943 in seiner Eigenschaft als stellvertretender bulgarischer Parlamentspräsident durch seine Intervention bei Innenminister Gabrowski und gegenüber dem bulgarischen Zaren Boris III. den Abtransport der bulgarischen Juden. Am 8. März 1943 waren in den Bahnhöfen die Waggons zur Deportation in die Vernichtungslager Treblinka bereitgestellt worden. Darüber hatte ihm am Abend des 8. März eine Delegation aus seinem Heimatswahlkreis Kjustendil berichtet.[2] 1973

Chile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Chilenen wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Samuel Del Campo 23. Mai 1882 Stellte in seiner Funktion als Konsul für mehrere Juden gefälschte Dokumente bereit[2] 2016
Maria Errazuriz 11. Dez. 1893 8. Juni 1972 María María Edwards Mac-Clure war in Paris unter dem Namen María Errázuriz oder Tante Marie bekannt. Sie rettete als freiwillige Krankenschwester im besetzten Paris jüdische Waisenkinder, denen die Abschiebung in ein Konzentrationslager drohte. Wurde von der Gestapo gefangen genommen und gefoltert, konnte jedoch entkommen. 2005

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Chinesen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Ho Feng Shan 10. Sep. 1901 1997 Rettete als chinesischer Konsul in Wien hunderte, möglicherweise tausende Juden, indem er Visa für Shanghai ausstellte, die als Emigrationsnachweis zur Ausreise notwendig waren. Bekannt als Schindler Chinas.[2] 2005
Pan Jun Shun 1889 1974 Lebte als chinesischer Staatsbürger in Charkiw in der Ukraine und versteckte und rettete ein ukrainisches jüdisches Mädchen. 1995

Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

22 Dänen wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Dänemark

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Knud Dyby 1915 2011 Knud Dyby, ein dänischer Polizist, war während der deutschen Besetzung Dänemarks im Jahr 1940 in der Widerstandsbewegung tätig und beteiligte sich an Sabotagen, Spionage und der Produktion von Untergrundzeitungen. 1943 wirkte er an der Flucht der dänischen Juden mit. Er nutzte seine durch das Segeln entstandenen Kontakte zu Fischern, um die Überfahrt jüdischer Dänen nach Schweden zu organisieren und brachte selbst Gruppen nach Nordhavn, wo sie von Seeleuten in Empfang genommen oder bis zur Überfahrt in Privathäusern untergebracht wurden. Da die dänische Küste von der dänischen Polizei bewacht wurde, konnte er in seiner Funktion als Polizist erfahren, in welches Richtung die Flüchtlingsboote aufbrechen mussten, um nicht den Patrouillenbooten der Deutschen zu begegnen. Er half ebenso bei der Flucht weiterer gefährdeter Personen nach Schweden, die z. B. aufgrund von Sabotage oder journalistischer Tätigkeit von der Verhaftung durch die Gestapo bedroht waren.

Dyba konnte sich selbst vor der Gefangennahme im Zuge der militärischen Aktion Möwe am 19. September 1944 retten, bei der die dänische Polizei aufgelöst und 2235 Polizisten in die Konzentrationslager Neuengamme und Buchenwald deportiert wurden. Während auch sein eigenes Polizeirevier besetzt war, gelang es ihm, aus einem zweiten Gebäude, welches der Gestapo nicht bekannt war, etwa 400 Ausweispapiere sowie Stempel und weiteres Material zu entwenden, mithilfe eines Taxifahrers an der Razzia vorbeizuschleusen und dem dänischen Untergrund zur Verfügung zu stellen. Kopien der mit Hilfe dieser Unterlagen gefälschten Ausweispapier finden sich im Dänischen Nationalmuseum. Von diesem Zeitpunkt an blieb er bis zum Kriegsende in immer wechselnden Wohnungen untergetaucht, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen.[2]

2004

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

627 Deutsche wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Deutschland

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Elisabeth Abegg 3. März 1882 8. August 1974 Versteckte in Berlin Verfolgte u. a. in ihrer Wohnung, organisierte Nahrung, Geld sowie gefälschte Papiere und unterrichtete heimlich Kinder und Jugendliche, die aufgrund der Nürnberger Gesetze nicht mehr unterrichtet werden durften.[2] 1967
Albert Battel 21. Januar 1891 1952 Rettete im Sommer 1942 zusammen mit Max Liedtke Juden, die vor der drohenden Deportation aus dem Ghetto von Przemyśl geflohen waren, und verhinderte zeitweise die Räumung des Ghettos durch die SS. Später ließ er etwa 500 Insassen des Ghettos in eine Kaserne überführen; in deren Kellerräumen entgingen sie der Deportation in Vernichtungslager.[3] 1981
Berthold Beitz 26. September 1913 30. Juli 2013 Stufte in Boryslaw mehrere hundert jüdische Zwangsarbeiter – darunter auch arbeitsunfähige – als unentbehrlich für die Erdölindustrie ein und beschäftigte sie in den von ihm verwalteten Fabriken, wodurch diese der Deportation entgingen. Zusammen mit seiner Frau Else Beitz versteckte er zudem Juden in seinem eigenen Haus. 1973
Hans Georg Calmeyer 23. Juni 1903 3. September 1972 War Leiter der Abteilung „Innere Verwaltung“ in Den Haag, zu der auch das „Judenreferat“ gehörte, in den besetzten Niederlanden. Seine Aufgabe war u. a. die „Klärung rassischer Zweifelsfälle“. Er akzeptierte wissentlich auch gefälschte Papiere, um die Einordnung von Menschen als „Arier“ oder als „Viertel-“ bzw. „Halbjuden“ statt als „Volljuden“ zu ermöglichen, und gab Hinweise, wie eine möglicherweise lebensrettende Einordnung zu erreichen sei. Auch eine Verwarnung durch Vorgesetzte hielt ihn nicht davon ab. Er konnte so mindestens 3700 Menschen retten, während gleichzeitig für etwa 2000 Juden die Einordnung als „Zweifelsfälle“ durch ihn den Tod bedeutete. 1992
Theodor Dipper 1903 1969 Organisator der Untergrundorganisation Württembergische Pfarrhauskette, die in Kirchen und Privathäusern von Pfarrern und deren Angehörigen verfolgte Juden verbarg. Ehemann von Hildegard Dipper. 2008
Hans von Dohnanyi 1. Januar 1902 9. April 1945 Ermöglichte 1942 den jüdischen Berliner Rechtsanwälten Fritz Arnold und Julius Fliess mit ihren Familienangehörigen die Flucht in die Schweiz, indem er sie als Agenten des Amtes Ausland/Abwehr ausgab. Über die von ihm veranlasste angebliche Operation U-7 konnten 13 Personen in die Schweiz ausreisen, nachdem er bei einem geheimen Besuch deren Aufnahme als Flüchtlinge vorbereitet hatte. 2003
Wolfgang Frommel 8. Juli 1902 13. Dezember 1986 Versteckte ab 1942 in Amsterdam eine Gruppe größtenteils jüdischer Jugendlicher aus Deutschland und den Niederlanden vor dem Zugriff der deutschen Besatzungsmacht, darunter Claus Victor Bock und Friedrich W. Buri.[4] 1973
Auguste Gehre 2. Oktober 1898 Januar 1972 Auguste Gehre und ihr Mann versteckten in Berlin den jüdischen Hausarzt der Familie ab 1943 in ihrer Wohnung und trugen dazu bei, dass seine Verwandten Unterschlupf fanden. Außerdem versorgten sie sie mit Lebensmitteln. 1988
Wilhelm Hammann 25. Februar 1897 26. Juli 1955 War als Kommunist Häftling im KZ Buchenwald, wo er „Blockältester“ des „Kinderblock 8“ war, in dem jüdische Kinder einsaßen. Als die Nachricht von der bevorstehenden Deportation der jüdischen Kinder durchsickerte, rettete er 159 Kinder, indem er ihnen den Stern von der Häftlingskleidung entfernte, der sie als jüdische Kinder auswies.[5] 1984
Julius von Jan 17. April 1897 21. September 1964 Kritisierte als evangelischer Pfarrer und Mitglied der Bekennenden Kirche in seiner Bußtagspredigt am 16. November 1938 offen die Pogrome um den 9. November 1938. Er sei „ein leuchtends Beispiel für Integrität, da er als Mann Gottes den Juden in der dunkelsten Zeit ihrer Geschichte zur Seite stand. Jan habe das Wort ergriffen gleich nachdem die Synagogen niedergebrannt und jüdische Geschäfte im ganzen Land verwüstet und geplündert worden waren. Er habe getan, was jeder humane Mensch hätte tun sollen und doch war er nur die Ausnahme, hieß es zur Begründung.“[6] 2020
Helmut Kleinicke 19. November 1907 1979 Verhalf in Chrzanów über einem Dutzend Juden zur Flucht. Er versteckte sie im Keller seiner Dienstwohnung oder in den Gewächshäusern der Kreisgärtnerei und stellte ihnen falsche Papiere aus, damit sie das Land verlassen konnten. 2020
Bernhard Lichtenberg 3. Dezember 1875 5. November 1943 Nach den staatlich gelenkten Ausschreitungen gegen Juden und Christen jüdischer Abstammung in den Novemberpogromen 1938 trat Lichtenberg öffentlich für die Verfolgten ein. Lichtenberg versteckte Juden, sorgte für die Ausreise von jüdischen Kindern nach England und betreute Gefangene.[7] 2004
Margarete Meusel 26. Mai 1897 16. Mai 1953 Sozialfürsorgerin und Mitglied der Bekennenden Kirche. Nahm von 1933 bis 1936 jüdische Fürsorgerinnen als Praktikanten auf. Sie vermittelte ab 1941 Frauen, die von Deportationen in Vernichtungslager bedroht waren, in sichere Unterkünfte. 2006
Fritz Niermann 24. September 1898[8] 9. März 1976[8] Lebensmittelhändler Fritz Niermann hielt vier Frauen vier Wochen lang, bis zum Einmarsch der Amerikaner in Essen am 11. April 1945, in seinem Haus Markscheide 50 in Essen-Altendorf versteckt. Sie flüchteten auf dem Weg vom KZ-Außenlager Humboldtstraße zur Arbeit bei der Friedrich Krupp AG.[9] Zudem hielt Niermann weitere russische Zwangsarbeiter versteckt. 1985
Karl Plagge 10. Juli 1897 19. Juni 1957 Deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major, der während des Zweiten Weltkriegesmindestens 250 ihm zugewiesene jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in dem Ghetto Vilnius des Nationalsozialismus bewahrte. Von 1931 bis zu seinem Austritt 1939 NSDAP-Mitglied. Als Major war Plagge ab 1941 der Leiter des Heereskraftfahrparks (HKP) 562 Ost im litauischen Wilna (Vilnius).

Dank seiner stetigen Bemühungen, Juden in sein Arbeitslager zu holen und auch die Familien zusammenzuhalten, konnten ca. 250 von über 1000 inhaftierten Juden den Holocaust überleben. Diesen – die anderen wurden aufgespürt und ermordet – gelang es aufgrund von Plagges Warnung vor der Übernahme des Lagers durch die SS, bis zur endgültigen Besetzung von Vilnius durch die Rote Armee in selbst vorbereiteten Verstecken zu überleben.

2004
Gerhard Radke 18. Februar 1914 24. Juli 1999 Radke war als Soldat in der Nähe von Belgrad stationiert. In dem Haus, in dem er untergebracht war, lebte auch eine aus Belgrad geflüchtete jüdische Familie. Radke half ihnen, ihre in Belgrad zurückgelassenen Pässe zu holen, indem er sie mit einem Militärfahrzeug zu ihrer Wohnung fuhr und die dort angebrachte Versiegelung aufbrach. Anschließend besorgte er ihnen alle für die Ausreise nach Palästinanotwendigen Reisepapiere, bevor er an die russische Front versetzt wurde. 1977
Herbert Richter 5. August 1901 8. Mai 1944 Architekt. Für das Widerstandsnetz von Harro Schulze-Boysen beschaffte er Informationen aus dem Generalstab des Oberkommandos der Luftwaffe (OKL). Richter war 1939 mit dem Arzt Georg Groscurth, dem Chemiker Robert Havemann und dem Zahnarzt Paul Rentscheiner der Mitbegründer der Widerstandsgruppe Europäische Union. 2005
Oskar Schindler 28. April 1908 9. Oktober 1974 beschäftigte während des 2. Weltkrieges 1200 jüdische Zwangsarbeiter und rettete sie damit vor dem sicheren Tod. 1993
Konrad Schweser 16. November 1899 28. Februar 1975 Schweser war ein deutscher Baumeister, der von Juni 1940 bis Oktober 1941 in Polen als Stadtbaumeister diente, wobei er Juden durch die Beschaffung zusätzlicher Lebensmittel unterstützte. Anschließend war er bis Kriegsende bei der Organisation Todt in der Ukraine beschäftigt. Dort rettete er in Teplyk mindestens 44 Juden das Leben, indem er sie vor Mitgliedern der SS versteckte. Ihm wurde 1971 das Bundesverdienstkreuz verliehen. 1968
Armin T. Wegner 16. Oktober 1886 17. Mai 1978 Armin T. Wegner protestierte im April 1933 in einem offenen Brief an Adolf Hitler gegen die Judenverfolgung. Der Brief wurde von keiner Zeitung veröffentlicht, woraufhin Wegner ihn direkt an das Braune Haus schickte. Kurz darauf wurde er deswegen verhaftet, gefoltert und mehrere Monate lang interniert. 1967
Ludwig Wörl 28. Februar 1906 27. August 1967 Als Lagerältester in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz versorgte er Häftlinge medizinisch und rettete einigen das Leben. 1963
Konrat Ziegler 12. Januar 1884 8. Januar 1974 Ziegler verhalf 1938 in Berlin einem jüdischen Freund zur Emigration und wurde daraufhin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wieder in Freiheit und ausgebombt, versteckte er seinen ehemaligen jüdischen Kollegen Kurt Latte in Osterode. 2000

Ecuador[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ecuadorianer wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Manuel Antonio Munoz Borrero 1891 18. Juni 1973 Konsul Ecuadors in Stockholm seit 1931, wurde 1941 entlassen, da er 80 Reisepässe nach Istanbul geschickt hatte, die dort an überwiegend jüdische Polen verteilt worden waren. Da der Konsulposten im schwedischen Stockholm aber nach seiner Entlassung unbesetzt blieb und die Schweden die Unterlagen und Stempel des Konsulats nicht wie von Ecuador gewünscht einzogen, blieben diese im Besitz von Manuel Borrero. Auf Bitten des jüdischen Oberrabbiners in Schweden, Rabbi Avraham Israel Jacobson, stellte er damit illegal ecuadorianische Reisepässe für Juden im besetzten Europa nach Listen aus, die ihm der Rabbi vorlegte. Diese Pässe boten nur begrenzten Schutz für die Verfolgten, die meisten Inhaber wurden dennoch ermordet. Für die meisten bedeuteten sie nur einen Aufschub, einzelne jedoch überlebten dank der von Borrero ausgestellten Papiere.[2] 2011

El Salvador[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Salvadorianer wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Arturo Castellanos 23. Dez. 1893 18. Juni 1977 Von 1941 bis 1945 Konsul El Salvadors in Genf, bestätigte in dieser Zeit die angebliche El Salvadorianische Staatsbürgerschaft für ca. 40.000 Juden und stellte sie so unter den Schutz der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.[2] 2010

Estland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Estländer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Polina Lentsman 1907 22. Juni 1990 Polina Lentsman versteckte und rettete die Jüdin Dina Kruglikova und ihr Kind.[2] 2003
Eha Masing Unterstützte gemeinsam mit ihrem Mann Uku während der deutschen Besatzung den ihnen bekannten Ethnologen Isidor Levin mit Lebensmitteln, Kleidung und gefälschten Dokumenten. 1996
Uku Masing 11. Aug. 1909 25. Apr. 1985 Unterstützte gemeinsam mit seiner Frau Eha während der deutschen Besatzung den ihnen bekannten Ethnologen Isidor Levin mit Lebensmitteln, Kleidung und gefälschten Dokumenten. 1966

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

4099 Franzosen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Frankreich

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Madeleine Barot 4. Juli 1909 28. Dez. 1995 Madeleine Barot war in der protestantischen Jugendbewegung aktiv und Generalsekretärin von CIMADE, der Dachorganisation dieser Bewegung. Die Organisation beschloss, Opfern des Vichy-Regimes und der Besatzung, von denen die meisten ausländische Juden waren, zu helfen. Barot war vor allem im Internierungslager Gurs in Südfrankreich aktiv. Sie bewirkte die Freilassung zahlreicher Lagerinsassen. Es gelang ihr, Kinder, kranke Erwachsene und ältere Menschen in Einrichtungen zu bringen, die sie unter der Schirmherrschaft von CIMADE eröffnete, hauptsächlich in der Stadt Le Chambon-sur-Lignon. Barots Aktivitäten hat Hunderte von Juden gerettet.[2] 1988
Jules Boucherit 29. März 1877 1. Apr. 1962 Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg versteckte Jules Boucherit, ein berühmter Geiger und Musiklehrer, zahlreiche jüdische Musiker vor der Gestapo. Er unterrichtete sie, kümmerte sich um ihre materiellen Bedürfnisse und schützte sie. 1993
Théomir Devaux 17. März 1885 28. Jan. 1967 Trotz Überwachung und mehreren Hausdurchsuchungen der Gestapo gelang es Théomir Devaux durch die Verschwiegenheit des kleinen Kreises seiner Helfer, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges unentdeckt über 400 jüdische Kinder vor der Deportation in die Konzentrationslager zu retten. 1996
Rémy Dumoncel 28. Okt. 1888 15. März 1945 Rémy Dumoncel gab Schriftstellern, die im nationalsozialistisch besetzten Frankreich keine Werke mehr veröffentlichen konnten, finanzielle Unterstützung und versteckte elsässische Juden im Département Dordogne, wo er ein Haus besaß. In seiner Eigenschaft als Bürgermeister stellte er Juden und anderen Flüchtlingen falsche Personaldokumente aus und half ihnen so, in nicht besetzte Landesteile Frankreichs zu fliehen. 1985
Jacques Ellul 6. Jan. 1912 19. Mai 1994 Jacques Ellul nahm mit seiner Frau Widerstandskämpfer auf, spanische Flüchtlinge, geflohene Kriegsgefangene und verfolgte Juden. Außerdem warnte er eine jüdische Nachbarsfamilie vor ihrer drohenden Verhaftung, besorgte ihnen falsche Papiere und

eskortierte sie nach Lezay (Deux-Sèvres), wo Pastor Pierre Fouchier, ein Mitglied desselben Netzwerks, sie bei sich versteckte und so ihr Leben rettete.

2001
Louis Forestier 4. Apr. 1907 7. Nov. 1973 Versteckte Charlotte Grenèche Berger und Alice Pichon Radzyner, rettete ihnen so das Leben. 2009
Père Marie-Benoît 30. März 1895 5. Feb. 1990 Im Zweiten Weltkrieg verhalf er etwa 4000 Juden aus Südfrankreich zur Flucht nach Spanien, in die Schweiz und nach Italien. 1966
Pierre-Marie Gerlier 14. Jan. 1880 17. Jan. 1965 Ende August 1942 hatte Pierre-Marie Gerlier sich, als der höchste Repräsentant der katholischen Kirche in der unbesetzten Zone, dem offenen Widerstand gegen die Judendeportationen angeschlossen. Er weigerte sich, den örtlichen Vichy-Behörden 84 jüdische Kinder zu übergeben, die in katholischen Kinderheimen Aufnahme gefunden hatten, nachdem ihre Eltern in den Wochen zuvor deportiert worden waren. Auch die Kinder sollten auf ausdrückliche Anordnung von Pierre Laval in die Vernichtungslager deportiert werden. 1981
Adélaïde Hautval 1. Jan. 1906 12. Okt. 1988 Ende Januar 1943 wurde Adélaïde Hautval in das KZ Auschwitz als „Judenfreundin“ deportiert und dort bald als Häftlingsärztin (Häftlingsnr. 31.802) im Krankenrevier des Stammlagers eingesetzt. Der Standortarzt Eduard Wirths teilte sie unter anderem dem KZ-Arzt Carl Clauberg zu, um diesem bei Zwangssterilisationen zu assistieren. Nachdem Hautval festgestellt hatte, dass weibliche jüdische Häftlinge mittels Röntgenstrahlen sowie Ovariektomien sterilisiert und Opfer medizinischer Experimente wurden, weigerte sie sich, weiter an den Versuchsreihen teilzunehmen.

Ohne Bestrafung für ihre Weigerung wurde sie daraufhin ins KZ Auschwitz-Birkenau verbracht, wo sie als Häftlingsärztin tätig wurde und Mithäftlinge unterstützte. In Birkenau sollte sie bei den medizinischen Experimenten von Josef Mengele assistieren, was sie ebenfalls ablehnte. Im August 1944 wurde sie nach einer Typhuserkrankung ins KZ Ravensbrück überstellt, wo sie am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit wurde.

Nach der Befreiung versorgte sie noch die kranken Häftlinge im Lager und kam Ende Juni 1945 in Paris an. Sie begann, ihre Lagererfahrungen im Konzentrationslagerniederzuschreiben, und war 1946 Zeugin in mehreren Militärgerichtsprozessen gegen Angehörige des KZ-Personals.

1965
Père Jacques de Jésus 29. Jan. 1900 2. Juni 1945 Père Jacques de Jésus war ein französischer Priester des Karmelitenordens, der wegen des Versteckens jüdischer Kinder vor den nationalsozialistischen Besatzungstruppen Frankreichs in das Konzentrationslager Gusen deportiert wurde. 1985
Gabriel Piguet 24. Feb. 1887 3. Juli 1952 Bischof Gabriel Piguet, ein Veteran des Krieges von 1914 bis 1918, unterstützte die Rettung von Juden durch katholische Institutionen in seiner Diözese. Durch seine Fürsorge wurden zahlreiche jüdischen Kinder gerettet. 2000
Paul Ramadier 17. März 1888 14. Okt. 1961 Paul Ramadier war ein prominenter sozialistischer Politiker, der nach dem Krieg Ministerpräsident von Frankreich wurde. Ramadier und seine Frau Marguerite halfen dem jüdischen Professor Henri-Lévy Bruhl und seiner Familie während der Besetzung und retteten so ihr Leben. Er unterstützte auch Salomon Grumbach aus dem Elsass, einen jüdischen Sozialisten und Abgeordneten, der von der Polizei gesucht wurde. Ramadier hat ihn in ein sicheres Versteck gebracht und damit sein Leben gerettet. Während der gesamten Besatzungszeit blieb Ramadier in Kontakt mit jüdischen Freunden, einschließlich prominenter Politikern wie Léon Blum, und leistete jede mögliche psychologische und materielle Unterstützung. 1985
Suzanne Spaak 6. Juli 1905 12. Aug. 1944 Suzanne Spaak war Mitglied im Geheimdienstnetzwerk „Red Orchestra“ und half zahlreichen jüdischen Kindern das Leben zu retten, die von Abschiebung bedroht waren. Anfang 1943 wurden Informationen über die Vorbereitungen für die Abschiebung jüdischer Kinder bekannt. Spaak beteiligte sich aktiv an einer Operation, die von Pastor Paul Vergara und Marcelle Guillemot initiiert wurde und die mehr als sechzig Kinder in Sicherheit brachte. Sie schützte einige der Kinder in ihrem Haus, bis sie alle zu Menschen gebracht wurden, die bereit waren, sie zu beschützen. Mit der Hilfe ihrer Kameraden versorgte Spaak die Kinder auf großes persönliches Risiko mit Lebensmittelkarten und Kleidung. 1985
Pierre-Marie Théas 14. Sep. 1894 3. Apr. 1977 Der Bischof Pierre-Marie Théas setzte sich während des Zweiten Weltkriegs in Hirtenbriefen aktiv gegen die Deportation von Juden aus Frankreich ein, wurde zeitweise von der Gestapo verhaftet und war für insgesamt zehn Wochen in einem Konzentrationslager.
André Trocmé 7. Apr. 1901 5. Juni 1971 Pfarrer und einer der treibenden Kräfte hinter der organisierten Rettung mehrerer tausend Juden in der Region Le Chambon-sur-Lignon, die dafür kollektiv als Region der Gerechten unter den Völkern aufgenommen wurde. 2010

Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Georgier wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Sergey Metreveli 10. Nov. 1906 1. Okt. 1991 Versteckte und rettete Emil Zigler und Peotr Rabinivich in Kislovodsk.[2] 2004

Griechenland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

355 Griechen wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Griechenland

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Damaskinos Papandreou 3. März 1891 19. Mai 1949 Damaskonos Papandreou studierte Jura und Literatur in Athen, bevor er 1917 in den Klerus eintrat. 1918 wurde er zum Metropoliten von Korinth und 1938 zum Erzbischof von Athen gewählt, ein Amt, das er wegen seiner politisch liberalen Einstellung erst nach der Diktatur Ioannis Metaxas’ 1941 antreten durfte, die er unter Hausarrest in einem Kloster verbrachte.

Nachdem die Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1941 Griechenland besetzt hatte, wurde Damaskinos zur wichtigsten Figur des nicht-kommunistischen Widerstands. Er baute ein Netzwerk des Klerus auf, mit dem Notlagen der Bevölkerung gelindert werden sollten, die aus der Besatzung folgten. Zudem trat er gegen die Verschleppung von Zwangsarbeitern, Geiselnahmen und die Bedrohung der griechischen Juden durch die Deutschen ein.[2]

1969

Indonesien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Indonesier wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Tolé Madna 12. Mai 1896 1. Sept. 1992 Im September 1942, kurz nach Beginn der Deportation der Juden in den Niederlanden, wurde Johanna Madna von ihrer jüdischen Nachbarin Gitla Munzer aus Polen gebeten, ihren zehn Monate alten Sohn Alfred zu verstecken. Gitlas Ehemann Simche versteckte sich bereits in einer psychiatrischen Klinik und ihre beiden älteren Töchter waren woanders untergebracht worden. Anfangs versteckte Johanna den Jungen bei ihrer Schwester, aber es stellte sich bald heraus, dass ihr Zuhause nicht sicher genug war. Dann wandte sich Johanna an ihren Ex-Ehemann Tolé Madna, der sich bereit erklärte, den Jungen aufzunehmen und sich um ihn zusätzlich zu seinen drei Kinder zu kümmern. Zusammen mit Mima Saïna, der Haushälterin, kümmerte sich Tolé fast drei Jahre lang um Alfred, bis zur Befreiung von Den Haag im Mai 1945.[2] 2003
Mima Saina 1. Jan. 1945 2003

Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Irin wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Mary Elizabeth Elmes 1909 3. Juni 2002 Die in Cork, Irland geborene Mary Elisabeth Elmes, die in Perpignan für die Quäker tätig war, stellte sich der wachsenden Notlage jüdischer Flüchtlinge, die in Haftlagern in den Pyrenäen interniert waren.

Elmes schloss sich der jüdischen OSE-Organisation und insbesondere Dr. Joseph Weill und Andrée Salomon an, die sich für die Rettung von Juden einsetzten. Bis Mitte August 1942 konnten Kinder legal aus den Lagern entlassen werden, doch am 11. August begannen Deportationen von Juden aus dem Lager Rivesaltes, zunächst nach Drancy bei Paris und von dort nach Auschwitz. Von diesem Zeitpunkt an bis zur Schließung des Lagers am 25. November 1942 entließen die Behörden keine Kinder mehr aus dem Lager. Elmes war sich der Bedeutung der Deportationen voll bewusst. Sie und ihre jüdischen Kollegen schmuggelten Kinder aus dem Lager und brachten sie an sichere Orte.[2]

2013

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

714 Italiener wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Italien

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Giacomo Bassi 18. März 1886 1968 Versteckte als Gemeindesekretär von San Giorgio su Legnano eine fünfköpfige jüdische Familie in der örtlichen Grundschule und versorgte sie bis Kriegsende mit Lebensmitteln und falschen Dokumenten.[2] 1998
Vincenzo Fagiolo 5. Feb. 1918 22. Sep. 2000 Katholischer Priester, der sich in seiner Diözese Rom für verfolgte Juden einsetzte. 1983

Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Japaner wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Chiune Sugihara 1. Jan. 1900 31. Juli 1986 Als japanischer Konsul in Litauen stellte er von Juli bis September 1940 entgegen den offiziellen Anweisungen tausende handgeschriebene Transitvisa für Juden aus, die es diesen ermöglichten, Litauen noch vor der deutschen Besatzung zu verlassen, wird oft als „Japanischer Oskar Schindler“ bezeichnet.[2] 1985

Kroatien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

118 Kroaten wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Kroatien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Branko Bauer 18. Feb. 1921 11. Apr. 2002 Bauer interessierte sich schon als Schüler für den Film. Während des Zweiten Weltkrieges besuchte auch er die bei den NS-Besatzern sehr beliebten Kinos in Zagreb. Gemeinsam mit seinem Vater, Čedomir Bauer, versteckte er deren jüdischen Pächter Ljerka Freiberger 1942 vor den Ustascha.[2] 1992

Kuba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kubanerin wurde mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Amparo Pappo 1896 19. Nov. 1987 Die aus Kuba stammende Amparo Otero floh, als die Deutschen Frankreich besetzten, von Paris nach Süden in die unbesetzte Zone. Sie ließ sich in Siran in der Region Cantal nieder, wo die Familie ihrer Schwester lebte, und lebte von der Herstellung von Hüten. Trotz ihrer persönlichen Not fühlte sich Amparo verpflichtet, anderen in Not zu helfen. Sie half anderen Flüchtlingen, organisierte Veranstaltungen für Kinder, deren Väter Kriegsgefangene waren, und brachte jüdische Kinder bei sich unter.[2] 2011

Lettland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

138 Letten wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Lettland

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Jānis Lipke 1. Feb. 1900 14. Mai 1987 Jānis Lipke war zunächst als Schauermann im Rigaer Hafen tätig. Nachdem er im Juli 1941 Zeuge von Diskriminierungen gegen lettische Juden durch die Nationalsozialisten geworden war, entschloss er sich, als Lagerarbeiter für die damalige Luftwaffetätig zu werden, um unter dem Deckmantel dieser Funktion Juden aus dem Rigaer Ghetto zu schmuggeln und zu verstecken. Auf diese Weise bewahrte er bis zum Einmarsch der Roten Armee im Oktober 1944 etwa 56 Juden vor Ermordung durch die Nazis. In Lipkes Rettungsaktion waren neben seiner Frau Johanna und seinen beiden Söhnen rund 25 Helfer involviert.[2] 1977

Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

904 Litauer wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Litauen

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Elena Lukauskienė 1. Jan. 1909 17. März 1959 1944 nahm die Familie von Elena Lukauskienė zwei jüdische Kinder vom Konzentrationslager Kauen auf. 2006

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Luxemburger wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Victor Bodson 24. März 1902 29. Juni 1984 Stellte sein Haus in Steinheim an der deutsch-luxemburgischen Grenze als Zwischenstation einer Fluchtroute für Juden aus Deutschland zur Verfügung. Etwa 100 Flüchtlinge, die durch die Sauer geschwommen waren, wurden in seinem Haus versorgt und von Bodson auf sichere Verstecke verteilt.[2] 1971

Moldawien/Republik Moldau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

79 Moldauer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Republik Moldau

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Gratina Plugar 1. Jan. 1909 17. März 1959 Die jüdische Familie Shargorodski waren die besten Freunde von Kondrati und Gratina Plugar und ihrem Sohn Andrey, geb. 1931, in Rybnitsa. Als Deutschland im Juni 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, versuchten die Shargorodskis, nach Osten zu fliehen. Wegen des raschen Vormarsches der deutschen Armee mussten sie jedoch nach Rybnitsa zurückkehren. Am 5. August 1941 besetzten die Deutschen und Rumänen Rybnitsa. Als im September 1941 ein Ghetto errichtet wurde, mussten die Shargorodskis mit den anderen Juden der Stadt dorthin ziehen. Im Ghetto waren die Lebensbedingungen und die sanitären Einrichtungen schlecht. Nach einigen Monaten brach dort eine Typhusepidemie aus, die über ein Jahr andauerte und viele Menschenleben kostete. Während ihres gesamten Aufenthalts im Ghetto wurden die Shargorodskis von der Familie Plugar unterstützt. Gratina schlich sich oft in das Ghetto, um ihnen Essen und Kleidung zu bringen. Die Bewohner des Ghettos durften sonntags und donnerstags zweimal pro Woche eine Stunde lang ausgehen, um auf dem städtischen Markt Waren zu kaufen. An diesen Tagen kam Gratina dorthin, um Volko Shargorodski Körbe voller Lebensmittel zu geben. Alle Hilfen, die sie ihnen während der Besatzung leisteten, wurden unentgeltlich gewährt. Als sich die Front Rybnitsa näherte, wurden die rumänischen Einheiten, die die Stadt kontrollierten, durch deutsche Einheiten ersetzt, die die Judenverfolgung verschärften.

Zu diesem Zeitpunkt, im Februar 1944, stimmte Gratina zu, Frima, die Tochter von Shargorodskis, in ihrem Haus zu verstecken, während sich die Eltern und Frimas Bruder in den Häusern anderer Freunde versteckten. Frima blieb bei den Plugars bis zur Befreiung von Rybnitsa durch die Rote Armee am 30. März 1944. Nach dem Krieg lebten die beiden Familien weiterhin in Rybnitsa und unterhielten über die Jahre hinweg freundschaftliche Beziehungen.[2]

2004

Montenegro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Montenegriner wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Petar Zankovic 1. Apr. 1924 17. Juni 2002 Half 1942–1943 die Familie Zaltkovich zu verstecken und so zu retten.[2] 2006

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5778 Niederländer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus den Niederlanden

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Willem Arondeus 22. Aug. 1894 1. Juli 1943 Mitglied der Widerstandsgruppe von Künstlern um den Bildhauer Gerrit van der Veen, beteiligt am Anschlag auf das Amsterdamer Einwohnermeldeamt, um durch Vernichtung von Ausweiskopien Fälschungen von Ausweispapieren u. a. für Juden zu erleichtern.[2] 1986
Corrie ten Boom 15. Apr. 1892 15. Apr. 1983 Gründete eine Untergrundorganisation, die zahlreiche Juden während der Besatzung der Niederlande rettete, versteckte mehrere Familien hinter einem Verschlag im eigenen Haus. 1967
Gerard Fleischeuer 25. Feb. 1889 29. März 1945 Versteckte mehrere verfolgte Juden in seinem Haus. 2000
Wolfgang Frommel 8. Juli 1902 13. Dez. 1986 Nach der Okkupation der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht und der Entscheidung der Quäker, dem Druck der Besatzer nachzugeben und jüdische Kinder aus Schloss Eerde in ein Nebengebäude zu verbannen, versuchten Wolfgang Frommel und Wolfgang Cordan die Schulleitung dafür zu gewinnen, die jüdischen Kinder untertauchen zu lassen. Als die Schulleitung sich diesem Plan widersetzte und gar mit Anzeigen bei der Gestapo drohte, entschlossen sich Frommel und Cordan, auf eigene Faust zu handeln und den ihnen nahestehenden Schülerinnen und Schülern zur Flucht zu verhelfen und diese zu verstecken. Alle versteckten Jugendlichen überlebten die deutsche Besetzung – trotz der allgegenwärtigen Bedrohung durch Razzien der deutschen Besatzungsmacht und deren niederländischen Hilfsorgane. 1973
Miep Gies 15. Feb. 1909 11. Jan. 2010 1933 bewarb sie sich als Sekretärin in Otto Franks niederländischer Filiale der Firma Opekta. Sie erhielt den Posten, und es entwickelte sich eine Freundschaft zu Otto Frank, seiner Frau Edith sowie den Töchtern Anne und Margot.

Als die Gefahr für die jüdische Bevölkerung auch in den Niederlanden zunahm, informierte Otto Frank Miep Gies über seine Pläne, mit der gesamten Familie unterzutauchen. Trotz der Gefahr, die auch für sie dadurch entstand, sagte sie ihm sofort ihre Hilfe zu. Am 5. Juli 1942 erhielt Margot Frank die Aufforderung, sich in einem Arbeitslager zu melden. Otto Frank beschloss daraufhin, die Familie und sich selbst unverzüglich im Hinterhaus in der Prinsengracht 263 zu verstecken, was eigentlich erst für einen späteren Termin geplant war. Miep Gies begleitete zunächst Margot, später Otto, Edith und Anne in das Versteck. Später stießen noch die Familie van Pels und Gies’ Zahnarzt Fritz Pfeffer dazu. In den folgenden zwei Jahren half Miep Gies den Familien Frank und van Pels sowie Fritz Pfeffer mit Lebensmitteln und Zeitungen, aber auch mit freundschaftlicher Zuneigung und Ermutigung. Diese Zeit ist besonders detailliert im Tagebuch der Anne Frank wiedergegeben. Zu den Helfenden gehörten noch Johannes Kleiman, Bep Voskuijl und Victor Kugler.

Am 4. August 1944 wurden die Versteckten von der „Grünen Polizei“ entdeckt und verhaftet. Miep Gies war ebenfalls anwesend, konnte aber einer Verhaftung entgehen, indem sie dem Kommissar Karl Josef Silberbauer erklärte, sie sei, wie er auch, aus Wien. Daraufhin sah er von einer Meldung ab, drohte ihr aber, sie aufzuspüren, falls sie fliehen sollte. Später versuchte sie, Silberbauer mit Geld zu bestechen, um die Entlassung der Familien Frank und van Pels aus der Haft zu erreichen, die in der Regel den Tod bedeutete. Der Polizist wies diesen Bestechungsversuch zurück, da er „nicht in der Position“ sei, „dies entscheiden zu dürfen“.

Miep Gies betrat noch am Nachmittag nach der Verhaftung das Hinterhaus und rettete die übriggebliebenen persönlichen Gegenstände der deportierten Familien, unter anderem auch die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank. Diese übergab sie 1945 Otto Frank, der als einziger nach Amsterdam zurückkehrte.

1972
Walraven van Hall 10. Feb. 1906 12. Feb. 1945 Walraven van Hall wurde im August 1940 Präsident der Abteilung der Niederländischen Union (Nederlandsche Unie) in Zaandam. Diese Bewegung hatte sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung der Niederlande zu einen. Sie wurde Ende 1941 von der deutschen Besatzungsmacht verboten. Van Hall reagierte besorgt auf die antijüdischen Maßnahmen der Besatzer.

Walraven van Hall und sein Bruder gingen in den Untergrund. Sie halfen, Geld für Streikende und Familien von Seeleuten aufzutreiben. Dabei hielt van Hall Kontakt zur niederländischen Exilregierung und sorgte dafür, dass die Kreditgeber die Sicherheit hatten, ihre Darlehen nach Ende der Besatzung von der niederländischen Regierung zurückzubekommen. Van Hall konnte die Namen der Kreditgeber nicht offen notieren. Also teilte er den Kreditgebern eine wertlose Aktie aus und notierte Codenamen der Empfänger und die Anzahl der Aktien. So entstand eine Untergrund-Bank, die mittellosen Familien und untergetauchten Juden neben Geld auch Lebensmittelkarten und Ausweise zukommen ließ.

Mit Billigung der niederländischen Exilregierung konnte van Hall von der niederländischen Bank (De Nederlandsche Bank) 50 Millionen Gulden erhalten, indem er Geldscheine fälschte und sie in Banken in echte Geldscheine umtauschen ließ. Walraven van Hall wurde Leiter des National Support Fund. Er unterstützte viele Widerstandsgruppen und Untergrundzeitungen wie Trouw, Het Parool und Vrij Nederland. Walraven van Hall bekam den Beinamen Olieman (Ölmann), da er die Meinungsverschiedenheiten zwischen Gruppen abschwächen konnte.

Jeden Freitag trafen sich die Leiter der Widerstandsgruppen, aber am 27. Januar 1945 wurde der Ort des Treffens der deutschen Besatzungsmacht verraten. Die Leiter der Widerstandsgruppen wurden verhaftet. Walraven van Hall wurde am 12. Februar 1945 in Haarlem erschossen und nach dem Kriegsende mit vielen weiteren Widerstandskämpfern auf den Ehrenfriedhof Bloemendaal umgebettet.

1978
Johannes Kleiman 17. Aug. 1896 28. Jan. 1959 Johannes Kleiman war mit Otto Frank bekannt, seit dieser in den frühen 1920er-Jahren in Amsterdam eine Bankfiliale gegründet hatte. Er wurde 1923 Prokurist in dieser Filiale, die ihren Sitz in der Keizersgracht 604 hatte. Nachdem diese Filiale bereits 1924 wieder eingegangen war, arbeitete Kleiman ab 1925 im Betrieb seines Bruders Willy.

1933 gründete Otto Frank wieder eine Firma in Amsterdam, die 1938 in die Prinsengracht 263 umzog. Dort wurde Kleiman Buchhalter von Opekta und Pectacon. Am 18. Dezember 1941 wurde er offiziell Franks Nachfolger in der Leitung der Opekta, da dieser als Jude die Firma nicht mehr führen durfte. Ab dem 6. Juli 1942 lebte die Familie Frank versteckt im Hinterhaus der Prinsengracht 263 und wurde unter anderem von Kleiman versorgt. Dieser litt unter gravierenden Magenproblemen; am 31. März 1943 hatte er eine Magenblutung und im September desselben Jahres musste er operiert werden.

Am 4. August 1944 wurde Kleiman zusammen mit der Familie Frank und seinem Kollegen Kugler verhaftet. Vom Hauptquartier des SD in der Euterpestraat in Amsterdam wurden Kleiman und Kugler zunächst ins Gefängnis am Amstelveenseweg verlegt, vom 7. bis zum 11. September waren sie im Gefängnis an der Weteringschans in Amsterdam. Danach wurden sie ins Durchgangslager Amersfoort überstellt, aus dem Kleiman am 18. September 1944 auf Betreiben des Roten Kreuzes entlassen wurde.

In der Nachkriegszeit setzte er sich für die Bewahrung des Hauses Prinsengracht 263–267 in Amsterdam als Gedenkstätte ein.

1971
Victor Kugler 5. Juni 1900 16. Dez. 1981 Im Mai 1938 erlangte Victor Kugler die Staatsbürgerschaft der Niederlande. 1940 ermöglichte ihm dies und die Tatsache, dass er nicht jüdischen Glaubens war, die Enteignung der Pectacon von Otto Frank zu verhindern. Er löste Pectacon auf und übernahm die Leitung der von ihm neu gegründeten „Gies & Co“.

Von Juli 1942 bis August 1944 half er seinen Kollegen Miep Gies, Johannes Kleiman und Bep Voskuijl, acht Menschen in einem behördlich versiegelten Nebengebäude des Firmensitzes in Amsterdam vor den Verfolgungen durch Anhänger des Nationalsozialismus zu verstecken. Unter diesen war auch Anne Frank. Am 4. August 1944 wurde er von einem unbekannten Informanten an die Gestapo verraten.

Victor Kugler wurde in der Gestapo-Zentrale in der Euterpestraat in Amsterdam verhört, dann am selben Tag in ein Gefängnis für Juden und „politische Gefangene“, die auf die Abschiebung warteten, transportiert. Am 7. September wurde er in das Gefängnis in Weteringschans in eine Zelle mit zum Tode verurteilten Menschen gelegt. Es folgte vier Tage später, am 11. September, die Verlegung ins Durchgangslager Amersfoort, wo er für den Transport nach Deutschland vorgesehen war. Am 17. September wurde der Bahnhof von Amersfoort durch einen Bombenanschlag zerstört. Am 26. September wurde Kugler mit etwa 1.100 anderen Männern nach Zwollegebracht und zum Ausheben von Panzergräben gezwungen.

Kugler wurde erneut vom 30. Dezember 1944 bis zum 28. März 1945 von der SA nach Wageningen zur Zwangsarbeit verlegt. Als rund 600 Häftlinge von Wageningen durch Renkum, Heelsum, Oosterbeek, Arnheim, Westervoort und Zevenaar marschierten, mit der Absicht am folgenden Tag nach Deutschland weiterzugehen, erfolgte ein Luftangriff und Kugler nutzte die Verwirrung zur Flucht. Er wurde von einem Landwirt für ein paar Tage versteckt, lieh sich ein Fahrrad und machte sich auf den Weg zurück nach Hilversum. Er erreichte die Stadt im April 1945. Dort versteckte er sich bis zur Befreiung der Niederlande am 5. Mai 1945 durch englisch-amerikanische Truppen.

1973
Walle Nauta 8. Juni 1916 24. März 1994 Er und seine Frau Ellie versteckten in ihrer Wohnung ein jüdisches Mädchen. 2008
Willemijn Posthumus-van der Goot 2. Mai 1897 16. Jan. 1989 Willemijn Posthumus-van der Goot und ihr Mann nahmen das jüdische Mädchen Bertha Eveline (Bep) Koster bei sich auf, die dadurch die nationalsozialistische Besatzungszeit überlebte. 2008
Tante Truus 21. Apr. 1896 30. Aug. 1978 In den 1930er Jahren begann Geertruida Wijsmuller (Tante Truus) für das Niederländische Komitee für jüdische Belange (Comité voor Bijzondere Joodse Belangen) zu arbeiten und beschäftigte sich zunächst mit Lebensmittel- und Medikamententransporten in verschiedene notleidende Gebiete Europas. Sie arbeitete zusammen mit der Berlinerin Recha Freier zur Rettung jüdischer Kinder.

Nachdem sich die Situation der jüdischen und nicht-arischen Bevölkerung in Nazi-Deutschland immer mehr zuspitzte, reiste Geertruida Wijsmuller ab November 1938 mehrfach nach Wien und ließ nicht locker, bis sie von Adolf Eichmann empfangen wurde, der zu dieser Zeit die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ leitete und von dem sie schließlich Anfang Dezember die Zusage erhielt, dass innerhalb von fünf Tagen 600 Kinder nach England ausreisen dürften, wenn sie den Transport in dieser Zeitspanne würde organisieren können. Als ihr dies erstaunlicherweise gelang und am 11. Dezember 1938 der Kindertransport über die Niederlande nach Großbritannien stattfinden konnte, folgten weitere, und schließlich waren mehr als 10.000 Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei nach England gebracht, bis die Aktion am 1. September 1939 – dem Beginn des Zweiten Weltkriegs – ihr Ende fand. Dann hatte sie schon 74 Transporte organisiert.

Aber auch während des Krieges fuhr sie fort, Juden und anderen Verfolgten zu helfen. Sie unternahm Reisen nach Skandinavien, Belgien und Frankreich, organisierte Ausreisen, schützte Verfolgte und betätigte sich an Hilfsaktionen.

1974
Bep Voskuijl 5. Juli 1919 6. Mai 1983 Bep Voskuijl gehörte zu den Helfern der Familien Frank und van Pels sowie Fritz Pfeffers, als diese sich durch „Untertauchen“ vor den Besatzern der Niederlande zu retten versuchten indem sie sich im heutigen Anne-Frank-Haus versteckten. 1971
Gisèle van Waterschoot van der Gracht 11. Sep. 1912 28. Mai 2013 Gisèle van Waterschoot van der Gracht war die Tochter des niederländischen Geologen und Juristen Willem van Waterschoot van der Gracht und der Österreicherin Josephine Freiin von Hammer-Purgstall (1881–1955).

Mit ihrer Familie wechselte Gisèle van Waterschoot van der Gracht 1940 nach Bergen. Hier lernte sie 1941 im Haus des Dichters und Schriftstellers Adriaan Roland Holst die beiden deutschen Immigranten Wolfgang Cordan und Wolfgang Frommel kennen. Im selben Jahr konnte sie in Amsterdam an der Herengracht 401 eine Wohnung beziehen. Ein Jahr später zogen Frommel und Friedrich W. Buri in diese Wohnung ein. Gemeinsam versteckten sie eine Gruppe meist jüdischer Jugendlicher deutscher und niederländischer Nationalität. Der Beitrag Gisèle van Waterschoot van der Gracht zum Überleben der versteckten Menschen während der deutschen Besatzungs- und Verfolgungszeit war aktiv und essentiell. 1942 kam es zu ihrer Bekanntschaft mit Max Beckmann, zu dem sie auch nach dessen Emigration in die USA den Kontakt aufrechterhalten konnte.

1998
Joop Westerweel 25. Jan. 1899 11. Aug. 1944 Nach seiner Rückkehr in die Niederlande wurde Joop Westerweel Lehrer in Bilthoven und begann bald darauf, sich um die Aufnahme und Ausbildung geflohener jüdischer Kinder aus Polen und Deutschland zu kümmern. 1942 gründete er die Gruppe Westerweel und wurde einer der führenden Köpfe des Niederländischen Widerstands. Die Gruppe war schon dadurch ungewöhnlich, dass sie aus Juden und Nichtjuden bestand, die zusammenarbeiteten, um jüdische Leben zu retten, in dem sie Verstecke im Untergrund sowie Ausweispapiere und Fluchtwege organisierte. Insgesamt unterstützte die Gruppe Westerweel circa 300 bis 400 jüdische Kinder und Jugendliche und rettete einen Großteil von ihnen. Westerweel selbst wurde bei dem Versuch, zwei Jungen über die Niederländische Grenze nach Belgien zu schmuggeln, am 10. März 1944 verhaftet. Er wurde zum Konzentrationslager Vught gebracht und gefoltert, verriet aber keinerlei Informationen über seine Mitstreiter. Am 11. August 1944 wurde er hingerichtet. 1964
Jan Zwartendijk 29. Juli 1896 14. Sep. 1976 Er hatte als holländischer Vizekonsul in Kaunas, Litauen 2400 Juden Visa nach Curaçao und Niederländisch-Guayana erteilt, wodurch sie ein Transvisum in das japanisch besetzte Shanghai vom japanischen Diplomaten in Litauen, Chiune Sugihara, erhalten konnten. 1997

Nordmazedonien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10 Mazedonier wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Nordmazedonien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Smiljan Franjo Čekada 29. Aug. 1902 18. Jan. 1976 Smiljan Franjo Čekada wurde am 18. August 1940 zum Bischof von Skopje in Mazedonien ernannt. Während der Besatzungszeit durch die Nationalsozialisten setzte er sich für die mazedonischen Juden ein. Seine Bemühungen wenigstens die konvertierten katholischen Juden vor der Deportation ins KZ Auschwitz zu retten, waren wenig erfolgreich; einige Kinder konnte er jedoch in Klöstern retten. 2011

Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

67 Norweger wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Norwegen

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Per Roth 1914 Ein norwegischer politischer Gefangener im Konzentrationslager Sachsenhausen in Deutschland namens Per Roth, geboren 1914 in Stavanger, arbeitete als Krankenpfleger im Lagerkrankenhaus und rettete das Leben von 11 jungen Juden. Sie waren am 24. Juni 1943 aus Auschwitz gebracht worden, um als Versuchskaninchen für das medizinische Personal unter der Leitung von Dr. Dohmen zu dienen.[2] 1994

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

110 Österreicher wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Österreich

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Wanda Bottesi 26. Sep. 1923 2. Nov. 2008 Wanda Bottesi versteckte im Sommer 1944 die beiden von der Verschickung in ein KZ bedrohten Jüdinnen Lorraine Justman-Visnicki und Mirjam Fuchs in ihrer Wohnung in Innsbruck, während ihr Bekannter Anton Dietz gefälschte Papiere besorgte.[2] 1980
Karl B. Gröger 1918 1. Juli 1943 Gemeinsam mit Coos Hartogh, Leendert Barentsen, Cornelius Roos u. a. gab Karl Gröger in den Niederlanden eine Zeitschrift heraus, die bewaffneten Widerstand gegen die Besatzung propagierte. Gemeinsam mit einer Widerstandsgruppe um Gerrit van der Veen verübte er am 27. März 1943 einen Anschlag auf das Einwohnermeldeamt von Amsterdam, bei dem Papiere vernichtet wurden, die für die Organisation von Deportationen der jüdischen Bevölkerung nötig waren. Gröger wurde dafür drei Monate später hingerichtet. 1986
Irene Harand 7. Sep. 1900 2. Feb. 1975 Irene Harand war Mitbegründerin der „Weltbewegung gegen Rassenhass und Menschennot“, die unter dem Namen „Harand-Bewegung“ bekannt wurde. Sie verhalf nach ihrer Flucht in die USA österreichischen Juden zu Visa für die USA, wodurch mehr als 100 Menschen vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen konnten. 1967
Ella Lingens 18. Nov. 1908 30. Dez. 2002 Ella Lingens versteckte während der Reichspogromnacht zehn Juden in ihrem Zimmer in Wien; ab 1941 unterstützte sie gemeinsam mit ihrem Mann Kurt wiederholt jüdische Bekannte, bspw. indem sie ihnen bei der Flucht half. Sie versteckte eine junge Jüdin 1941/42 mehrere Monate lang in ihrer Wohnung, versorgte sie mit Nahrung und ermöglichte ihr mit Hilfe der Identität ihrer Haushälterin Arztbesuche und eine notwendige Operation. Nach Denunziation durch einen Bekannten, der vorgab, bei der Flucht zweier jüdischer Ehepaare helfen zu wollen, wurde Ella Lingens gemeinsam mit dem befreundeten Karl Motesiczky im Herbst 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie als Ärztin eingesetzt und bewahrte in dieser Funktion einige jüdische Häftlinge vor der Ermordung in den Gaskammern. Nach einem Todesmarsch von Auschwitz nach Dachau erlebte Ella Lingens dort das Kriegsende. 1980

Peru[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Peruaner wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Jose Maria Barreto 12. Aug. 1948 Jose Maria Barreto, Perus Generalkonsul in Genf, war bereit, entgegen den Anweisungen seines Heimatlandes, peruanische Pässe für Juden unter deutscher Besatzung auszustellen und wurde daraufhin gekündigt. Der Versuch, Juden vor dem Tod zu retten, beendete Barretos diplomatische Karriere.[2] 2014
Isabel Weill (Zuzunaga) 10. Apr. 1895 20. Mai 1984 Versteckte und rettete Jack Szarfscher. 2016

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

6.992 Polen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Polen

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Gertruda Bablinska 1902 1995 Das katholische Kindermädchen rettete dem verwaisten jüdischen Jungen Michael Stolowicki das Leben, indem sie ihn wie einen eigenen Sohn aufzog. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ging sie mit ihm nach Israel.[2] 1963
Władysław Bartoszewski 19. Feb. 1922 24. Apr. 2015 War als Mitglied des Rats für die Unterstützung der Juden (Żegota) an der Rettung zehntausender polnischer Juden beteiligt. Beteiligte sich zudem 1944 am Warschauer Aufstand. 1965
Jerzy Bielecki 21. März 1921 20. Okt. 2011 Jerzy Bielecki wurde 1940 beim Versuch nach Ungarn zu fliehen, von der Gestapo verhaftet und am 14. Juni 1940 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort gehörte er zu den ersten Häftlingen und erhielt die Häftlingsnummer 243 eintätowiert. Im Juli 1944 gelang ihm die Flucht aus dem Lager in einer SS-Uniform und mit einem Passierschein, zusammen mit einer jüdischen Freundin, Cyla Cybulska, die er im Lager kennengelernt hatte. Es gelang ihm auf diesem Weg sich und Cyla Cybulska das Leben zu retten. 1985
Jan Dobraczyński 20. Apr. 1910 5. März 1994 Mitglied der Katholischen Nationalen Partei und Oberhaupt der Organisation für verlassene Kinder in Warschau, half Żegota, jüdische Kinder in katholischen Klöstern unterzubringen und so zu retten. 1993
Mieczysław Fogg 30. Mai 1901 3. Sep. 1990 Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs trat Mieczyslaw Fogg vor der polnischen Armee, die gegen Hitler-Deutschland kämpfte, sowie (solange es noch in Betrieb war) im polnischen Radio auf. Während der Okkupationszeit versuchte er anfangs, in Revuen und Cafés zu singen, doch stellte er diese Versuche ein, nachdem ihm klar geworden war, dass er unter Beobachtung der Gestapo stand. Anschließend arbeitete er als Kellner und schloss sich der Heimatarmee an. Im Warschauer Aufstand 1944 kämpfte er nicht nur mit der Waffe in der Hand gegen die Deutschen, sondern gab auch eine Vielzahl von Konzerten in den Stellungen, Krankenhäusern und auf den Barrikaden der umkämpften Hauptstadt. In den Kämpfen wurde er mehrfach verwundet.

Fogg rettete mehreren befreundeten Juden während der Besatzungszeit das Leben, indem er ihnen in seiner Wohnung Unterschlupf bot und gefälschte Reisepapiere besorgte.

1989
Jan Karski 24. Apr. 1914 13. Juli 2000 Den Tarnnamen Jan Karski legte sich der junge Diplomat Jan Kozielewski 1942 zu, als er für die polnische Untergrundarmee Armia Krajowa (AK) zu seiner letzten und gefährlichsten Mission aufbrach. Zwischen 1942 und 1943 informierte er die polnische Exilregierung in London sowie die britische und US-amerikanische Regierung von der tragischen Situation in Polen und über die systematische Ermordung der Juden. Karski berichtete als Augenzeuge, weil er in einer Uniform der ukrainischen Miliz in das Sammellager Izbica eingeschleust wurde, von dem aus vollgeladene Güterzüge in ein nahegelegenes Vernichtungslager Belzec abfuhren.

Durch einen Tunnel des jüdischen Widerstands gelangte Karski in das Warschauer Ghetto. Dort sah er die ausgehungerten Kinder und die sterbende jüdische Bevölkerung auf den Straßen. Einer, der ihn aus dem Ghetto eskortierte, war der jüdische Widerstandskämpfer Leon Feiner.

Im Juli 1943 traf sich Karski persönlich mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt und berichtete ihm über die Situation in Polen und darüber, was er gesehen hatte.

1982
Zofia Kossak-Szczucka 10. Aug. 1889 9. Apr. 1968 Den Anfang und die ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs erlebte sie in Warschau, wo sie konspirativ und karitativ aktiv war. Sie stand an der Spitze der katholischen Untergrundorganisation Front Odrodzenia Polski (Front für die Wiedergeburt Polens) und in dieser Funktion publizierte sie im August 1942 einen Protest gegen den Holocaust, der überwiegend auf Informationen von Jan Karski beruhte. Der Protest wurde in den Mikrofilm aufgenommen, der vom Büro für Information und Propaganda der Heimatarmee (BIP) zusammengestellt worden war, um die Engländer über die Lage der Juden zu informieren.

Sie war Initiatorin der Żegota, einer Organisation, die ca. 75.000 Juden vor der Vernichtung bewahrte. Führender Aktivist in Kossaks „Konrad-Żegota-Komitee“ war der spätere polnische Außenminister Władysław Bartoszewski, der ihr 1942 von Jan Karski vorgestellt worden war. Sie unterhielt Kontakte zur geheimen militant katholischen Organisation Unia und schrieb für die Untergrundzeitung Polska żyje (Polen lebt). 1943 wurde sie verhaftet und in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, anschließend wurde sie im Warschauer Frauengefängnis „Serbia“ interniert. 1944 wurde sie freigelassen und nahm am Warschauer Aufstand teil.

1982
Jerzy Lerski 1917 1992 Jerzy Lerski, Student an der Universität Lemberg, galt schon vor dem Krieg als entschiedener Gegner der Diskriminierung jüdischer Studenten an polnischen Universitäten. Lerski organisierte die Polska Młodzież Społeczno-Demokratyczna (polnische sozialdemokratische Jugend), eine Bewegung, die gegen Nationalismus und Antisemitismus kämpfte. Obwohl er 1938 von antisemitischen Studenten geschlagen wurde, setzte Lerski seine Aktivitäten fort. Lerski verbrachte die deutsche Besetzung Polens in England, wo er in der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS) aktiv war. Zu gegebener Zeit wurde Lerski als Abgesandter der polnischen Exilregierung nach Polen entsandt. Er wurde mit dem Fallschirm nach Polen gebracht und erreichte Warschau, ausgestattet mit einer großen Summe von Dollars für die Jewish Fighting Organization (ŻOB). Das Geld wurde an Adolf Berman ("Borowski") übergeben, der Lerski den jüdischen Untergrundführern in Warschau und Krakau vorstellte. Während seines Aufenthalts in Warschau nahm Lerski an gefährlichen Missionen teil, um Juden aus Gefängnis- und Konzentrationslagern zu schmuggeln. Nach seiner Rückkehr nach London übergab er einen Bericht an den Führer der polnischen Exilregierung und an den jüdischen Vertreter Dr. Schwarzbart. Lerski nahm auch Mikrofilme der jüdischen Untergrundpresse in Warschau mit nach London. Lerski sah seine Untergrundtätigkeit als seinen Beitrag zum Krieg gegen einen gemeinsamen Feind und als Verpflichtung gegenüber den jüdischen Bürgern Polens 1985
Wanda Makuch-Korulska 12. Okt. 1919 1. Apr. 2007 Makuch-Korulska machte 1938 ihr Abitur und begann ein Studium der Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität Warschau. Während des Zweiten Weltkrieges war sie Instrukteurin von Militär-Vorbereitungskursen für Frauen für den Untergrundkampf. Während der deutschen Besetzung Polens arbeitete sie mit der Polnischen Heimatarmee (polnisch: Armia Krajowa, AK) zusammen, mit deren Verdienstorden sie in London ausgezeichnet wurde, und nahm auch am Warschauer Aufstand teil.

Makuch-Korulska riskierte ihr Leben, indem sie das Warschauer Ghetto betrat, um Halina Walfisz, ihrer langjährigen Freundin, zu helfen. Makuch-Korulska konnte Walfisz bei der Flucht aus dem Ghetto helfen, indem sie für sie arische Papiere beschaffte. Sie fand eine Unterkunft bei Chaya Gutkowska, einer jüdischen Flüchtigen, die durch Makuchs Kontakte Hilfe aus dem polnischen Untergrund erhielt. Mit ihren falschen Angaben begann Walfisz in einer Fabrik zu arbeiten, in der Hausschuhe hergestellt wurden. Die Gestapo verhaftete sie jedoch und im Juli 1943 wurde sie in das Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht. Nach der Evakuierung des Lagers und ihrer Befreiung in der Nähe von Magdeburg kehrte Walfisz 1945 nach Warschau zurück und blieb mit Makuch eng befreundet.

1994
Albin Małysiak 12. Juni 1917 16. Juli 2011 Albin Małysiak trat am 12. April 1936 der Ordensgemeinschaft der Lazaristen bei und erhielt seine Ausbildung in Polen und Litauen. Nach Abschluss seines Studiums am Instytut Teologiczny Księży Misjonarzy in Krakau legte er am 12. April 1936 Profess ab. Während des Zweiten Weltkriegs war er im Institut und der Provinzialverwaltung tätig. Wegen der deutschen Besatzung empfing er erst am 1. Mai 1941 die Priesterweihe durch den Krakauer Weihbischof Stanisław Rospond und war in der Seelsorge unter anderem in Krakau tätig. 1943/44 gab er zusammen mit Schwester Bronisława Wilemska DC, Oberin des Helclów-Hauses, jüdischen Mitbürgern Asyl und besorgte diesen gefälschte Ausweise und Geburtsurkunden. 1993
Czesław Miłosz 30. Juni 1911 14. Aug. 2004 Czesław Miłosz, der bekannte polnische Dichter und Autor des berühmten Gedichts Campo dei Fiori über den Aufstand im Warschauer Ghetto und spätere Nobelpreisträger für Literatur, war schon vor dem Krieg für seine liberalen Ansichten bekannt. Während der Besatzung lebte Miłosz in Warschau, wo er in den Reihen der sozialistischen Untergrundorganisation Wolnosc (Freiheit) tätig war. Im Rahmen seiner Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Organisation erweiterte er seine Hilfe auf Juden, die sich in der Stadt versteckten. Zur gleichen Zeit organisierte sich sein Bruder Andrzej Miłosz, der in Wilna lebte, auch im polnischen Untergrund. Im Jahr 1943 schmuggelte sein Bruder Andrzej Seweryn Tross und seine Frau, versteckt in einem Lastwagen, nach Warschau. Als sie in Warschau ankamen, empfing Czesław Herrn und Frau Tross, fand einen Platz für sie, um sie zu verstecken und finanziell zu unterstützen. Czesław half auch Felicia Wołkominska, ihrer Schwester und ihrer Schwägerin, jüdischen Flüchtlingen, die am Vorabend des Aufstands im Warschauer Ghetto aus Warschau geflohen waren. Das Ehepaar Tross wurde im Sommer 1944 im Warschauer Aufstand getötet, Wolkominska überlebte jedoch und wanderte 1957 nach Israel aus. 1989
Igor Newerly 24. März 1903 19. Okt. 1987 Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges ging Newerly in den Untergrund. Er war an der Suche nach Verstecken für Juden beteiligt, die aus dem Ghetto geflohen waren, und sein Haus stand seinen jüdischen Freunden immer offen, um als vorübergehender Unterschlupf zu dienen, bis ein sicherer Ort gefunden werden konnte. Er half unter anderem seinen Kollegen aus Mały Przegląd, Kuba Herzstein und Lejzor Czarnobroda. Newerly wurde 1943 von der Gestapo verhaftet und verbrachte die Zeit bis Kriegsende in den Konzentrationslagern Majdanek, Auschwitz, Oranienburg und Bergen-Belsen. 1982
Irene Gut Opdyke 5. Mai 1922 17. Mai 2003 Musste 1942 mit ansehen, wie ein deutscher Soldat ein Baby in die Luft warf und es erschoss. Beschloss daraufhin, Menschen jüdischer Abstammung zu helfen, versteckte zwölf von ihnen und rettete ihnen dadurch das Leben. 1982
Tadeusz Pankiewicz 21. Nov. 1908 5. Nov. 1993 Als nach der deutschen Besetzung Polens in Krakau ein „jüdisches Wohnviertel“ eingerichtet wurde, fand sich die Apotheke von Tadeusz Pankiewicz im abgezäunten Bereich des Krakauer Ghettos wieder. Da Pankiewicz sich erfolgreich, unter anderem mit Schmiergeld, gegen eine Verlegung der Apotheke wehrte, überstand die Apotheke die zweieinhalb Jahre des Ghettos von 1941 bis 1943. Trotz der Gefahr für sein eigenes Leben nutzte Pankiewicz seine Apotheke, um sich aktiv für die Hilfe und Rettung der Juden einzusetzen. Während einer der Aktionen, die die Deutschen im Ghetto durchführten, versteckte Pankiewicz Dr. Abraham Mirowski in seiner Apotheke sowie Irena Cinowicz (geb. Halpern), die seit 1942 im Ghetto gefangen war. Die Apotheke überstand auch die weiteren Kriegsjahre und wurde 1951 in der Volksrepublik Polen verstaatlicht. In den 1980er Jahren wurde ein kleines Museum eingerichtet. 1983
Stefania Podgórska 2. Juni 1921 29. Sep. 2018 Nachdem ihr Vater 1938 nach schwerer Krankheit gestorben war, begann Stefania Podgórska 1939 in Przemyśl in der Tuchwaren-Handlung der jüdischen Familie Diamant zu arbeiten. Während der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 versteckte sie auf dem Dachboden des Hauses, in dem sich das Geschäft befand, 13 Juden – alle erlebten die Befreiung. 1961 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, wo sie Josef Diamant heiratete, einen der von ihr Geretteten. 1979
Franciszek Raszeja 2. Apr. 1896 21. Juli 1942 Nach Beendigung der Kriegshandlungen war Franciszek Raszeja seit Dezember 1939 als Arzt in Warschau tätig und unterrichtete im Untergrund Studenten der Geheimen Warschauer Universität. Er nahm Verbindung mit Professor Ludwik Hirszfeld auf, der sich im Warschauer Ghetto aufhielt, und organisierte einen Blutspendedienst für die jüdische Bevölkerung. Am 21. Juli 1942 begab sich Raszeja trotz der drohenden Gefahren ins Ghetto, um einen Patienten zu behandeln. Er wurde in der Wohnung des Patienten mit dem Patienten, dessen Familie, zwei jüdischen Ärzten und einer Krankenschwester von Angehörigen der SS erschossen. 2000
Cecylia Roszak 25. März 1908 16. Nov. 2018 Ordensschwester. Zusammen mit anderen Dominikanerinnen gab Cecylia Roszak einer Gruppe von Juden, darunter Abba Kovner, Unterschlupf in ihrem Kloster in Wilna. 1984
Irena Sendler 15. Feb. 1910 12. Mai 2008 Schon vor dem Krieg arbeitete Irena Sendler in verschiedenen Abteilungen des Sozialamts Warschau. Nach der Besetzung Warschaus im September 1939 setzte sie ihre Arbeit fort und benutzte diese, um Juden zu helfen. Zusammen mit ihren Kollegen vom Sozialamt fälschte sie hunderte Dokumente, indem sie anstelle der Namen von Sozialhilfe erhaltenden Juden polnische Namen eintrugen.

Als das Warschauer Ghetto am 16. November 1940 zum Sperrgebiet erklärt wurde, besorgte Sendler für sich und ihre Helferinnen Dienstausweise der Sanitärkolonne, zu deren Aufgabe die Bekämpfung ansteckender Krankheiten gehörte. Das ermöglichte ihr zusammen mit Helfern, ca. 2500 jüdische Kinder aus dem Ghetto zu schmuggeln, um sie in polnischen Familien, Klöstern und Waisenhäusern unterzubringen. Über Kontakte innerhalb des Wohlfahrtsministeriums erhielten die Kinder falsche Papiere. Auch katholische Pfarrämter halfen: Sie besorgten falsche Geburtsurkunden. Ab Oktober 1942 verstärkten die Deutschen ihre Kontrolle, so dass weitere Hilfe über das Sozialamt unmöglich wurde. Ab Dezember 1942 arbeitete Sendler mit der Untergrundorganisation Żegota zusammen und übernahm dort die Leitung des Kinderreferats. So konnte sie ihre Schützlinge weiter finanziell unterstützen.

Am 20. Oktober 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt. Unter Folter sollte sie die Namen und Verstecke der geretteten Kinder preisgeben, doch laut Anna Mieszkowskasie verriet sie nichts. Die Żegota konnte Irena Sendler durch Zahlung von Bestechungsgeldern nach 3 Monaten freikaufen. Ein SS-Mann schlug sie auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung nieder und ließ sie am Straßenrand liegen. Von ihrer offiziell vollzogenen Hinrichtung las sie in den Bekanntmachungen der Besatzer. Irena Sendler änderte daraufhin ihre Identität und lebte unter falschem Namen bis zum Ende des Krieges im Untergrund.

Um eine spätere Zusammenführung der Kinder mit ihren Eltern zu ermöglichen, hatte Irena Sendler Namenslisten mit ihren verschlüsselten Adressen geführt und in Einmachgläsern unter einem Apfelbaum in einem Garten versteckt.

1965
Henryk Sławik 1894 23. Aug. 1944 Henryk Slawik war ein polnischer Politiker, Diplomat und Sozialarbeiter, der während des Zweiten Weltkriegs durch Ausstellen falscher polnischer Pässe 5000 ungarische und polnische Juden aus Budapest vor dem Holocaust bewahrte. 1990
Rudolf Weigl 2. Sep. 1883 11. Aug. 1957 Nach dem Kriegsausbruch 1939 kehrte Rudolf Weigl von einem Forschungsaufenthalt in Abessinien nach Polen zurück. Nach dem Einmarsch der Sowjettruppen im September 1939 setzte er die Tätigkeit des Instituts im nun sowjetisch besetzten Lembergweiter fort. Das Gebäude des benachbarten Mädchengymnasiums wurde an das Institut angeschlossen. Die Produktion von Fleckfieber-Impfstoffen wurde massiv gesteigert. Nach dem deutschen Einmarsch in der Stadt am 30. Juni 1941 ließen die neuen Besatzer insgesamt 25 Professoren der Universität erschießen, darunter den früheren polnischen Ministerpräsidenten und Mathematiker Kazimierz Bartel. Weigl erklärte sich angesichts der zunehmenden Gefahr für sein eigenes Leben bereit, unter den Deutschen weiter zu arbeiten, weigerte sich jedoch, die Deutsche Volksliste zu unterzeichnen.

In den folgenden vier Jahren leitete er das Institut für Fleckfieber und Virusforschung in Lemberg, einem Ableger des Instituts für Fleckfieber – und Virusforschung des Oberkommando des Heeres in Krakau unter Hermann Eyer. In diesem Zusammenhang rettete er zahlreichen Menschen (geschätzt wird die Zahl auf mehrere Tausende) das Leben, indem er ihre Arbeit als „kriegswichtig“ bezeichnete. Unter den Angestellten befanden sich auch polnische Hochschulprofessoren, wie Stefan Banach, Bronisław Knaster und Władysław Orlicz. Die Angestellten fütterten infizierte Läuse mit ihrem Blut, aus den Därmen der Insekten wurde das Serum gewonnen. Unter den so Geretteten befanden sich auch Juden, etwa sein Naturwissenschaftlerkollege und Soziologe Ludwik Fleck.

2003
Henryk Woliński 1901 12. März 1986 Musste 1942 mit ansehen, wie ein deutscher Soldat ein Baby in die Luft warf und es erschoss. Beschloss daraufhin, Menschen jüdischer Abstammung zu helfen, versteckte zwölf von ihnen und rettete ihnen dadurch das Leben. 1974
Antonina Wyrzykowska 2. Aug. 1916 29. Nov. 2011 Im Sommer 1941 haben die deutschen Behörden in Łomża ein Ghetto eingerichtet und dort die Juden aus der Umgebung eingesperrt. Antonina Wyrzykowska und ihr Mann versuchten trotz der Lebensgefahr, den Juden zu helfen und versorgten sie mit Lebensmitteln. Das Łomżaer Ghetto wurde am 1. November 1942 liquidiert und die Insassen in Vernichtungslager deportiert.

Im November 1942 errichteten die Wyrzykowskis unter dem Schweine- und Hühnerstall zwei geheime Räume und versteckten dort sieben Juden: Moses Olszewicz, Berek Olszewicz, Schmul Wasserstein, Elke, die Braut des Moses Olszewicz, Israel Grądowski, Jankel Kubrzański und Lea Sosnowska. Einige von ihnen haben vorher die Massaker von Jedwabne überlebt.

Die deutschen Gendarmen haben das Bauerngut mit Spürhunden durchsucht, jedoch die versteckten Räume nicht entdeckt. Die Juden blieben dort bis zum Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945. Sechs von sieben Juden haben das Gehöft bald verlassen, nur Schmul Wasserstein blieb weiter bei der Familie Wyrzykowski.

Zwei Monate später wurde Antonina Wyrzykowska in der Nacht vom 13. zum 14. März 1945 von sechs Nachbarn überfallen und verprügelt. Die Banditen wollten den geretteten Juden Wasserstein töten, konnten ihn aber nicht finden, haben nur das Gehöft beraubt. Am nächsten Tag flohen die Wyrzykowskis mit ihren zwei Kindern nach Łomża, wo sie bei den geretteten Juden Unterkunft fanden.

1976

Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Portugiesen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Carlos Sampaio Garrido 5. Apr. 1883 Als portugiesischer Botschafter in Budapest versteckte er 12 Juden in einem von der Botschaft angemieteten Haus. Nach seiner Abberufung 1944 organisierte er in Abstimmung mit seinem Nachfolger Alberto Carlos de Liz-Teixeira Branquinho von Bern aus über 1000 Dokumente, darunter 700 provisorische portugiesische Pässe, für ungarische Juden.[2] 2010
Aristides de Sousa Mendes 19. Juli 1885 3. Apr. 1954 Als Generalkonsul in Bordeaux verteilte er – entgegen den Vorschriften der portugiesischen Regierung – etwa 30.000 Visa an verfolgte Personen, darunter schätzungsweise 10.000 Juden, denen er so die Durchreise durch Spanien nach Portugal ermöglichte. 1966
Joaquim Carreira 8. Sept. 1908 1. Jan. 1981 Als Italien im September 1943 von den Deutschen besetzt wurde, bot Joaquim Carreira einer Reihe von durch die Nationalsozialisten verfolgten Personen Schutz, darunter drei Mitglieder der jüdischen Familie Cittone: Elio, sein Vater Roberto und sein Onkel Isacco. 2014

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

66 Rumänen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Rumänien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Traian Popovici 17. Okt. 1892 4. Juni 1946 Traian Popovici wurde in Udeştii (Bezirk Suczawa) als Sohn eines Priesters der orthodoxen Kirche geboren. Nach dem Gymnasium begann er ein Jurastudium, welches er 1914 für den freiwilligen Kriegsdienst in der rumänischen Armee unterbrach und 1919 mit der Dissertation abschloss. Danach arbeitete er als Anwalt in Czernowitz. Im Juni 1940 flüchtete er vor dem Einmarsch der Roten Armee nach Bukarest, wo er in der Betreuung rumänischer Flüchtlinge mitwirkte. Nach der Rückeroberung der Nordbukowina durch die rumänische Armee wurde er Anfang August 1941 zum Bürgermeister der Stadt Czernowitz ernannt.

Im Oktober 1941 wurden die 50.000 Juden der Stadt auf Anweisung von General Ion Antonescu in ein Ghetto verbracht. Als ihnen wenig später die Deportation in das rumänische Besatzungsgebiet Transnistrien drohte, protestierte Popovici, gemeinsam mit dem deutschen Konsul Fritz Schellhorn, beim Gouverneur General Calotesc mit dem Argument der Unabkömmlichkeit aus wirtschaftlichen Gründen gegen diese Anweisung. Antonescu gestattete eine vorläufige Ausnahmeregelung für 20.000 Juden. Die Auswahl traf eine Kommission der rumänischen Armee. Popovici selbst stellte für über 4.000 Juden Aufenthaltsgenehmigungen (autorizaţie) aus. Die meisten der zunächst geretteten Juden wurden im Sommer 1942 dennoch nach Transnistrien deportiert. Popovici wurde im Juni 1942 des Bürgermeisteramtes enthoben.

Als Ende 1943 der Rückzug der rumänischen Armee begann, versuchte Popovici erfolglos den Bukowiner Juden die Rückkehr aus Transnistrien zu ermöglichen. Nur wenigen gelang vor dem Sturz von Antonescu am 23. August 1944 die Heimkehr.[2]

1969

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

209 Russen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Russland

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Maria Skobzowa 20. Dez. 1891 31. März 1945 Maria Skobzowa versuchte während der deutschen Besetzung von Paris jüdische Flüchtlinge, denen Taufscheine ausgestellt wurden, vor der Deportation in die Konzentrationslagerzu retten. Im Februar 1943 wurde sie deswegen verhaftet und zunächst ins KZ Royallieu, später ins KZ Ravensbrück gebracht. Am Karsamstag, den 31. März 1945, wurde sie nach einer Selektion in die Gaskammer geschickt.[2] 1985

Schweden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10 Schweden wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Schweden

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Raoul Wallenberg 4. Aug. 1912 1947 Ging 1944 als schwedischer Gesandtschaftssekretär mit einer Namensliste von 800 Juden mit Bezügen zu Schweden nach Budapest, um diese Menschen vor dem Holocaust zu retten. Dort verteilte er schwedische Schutzpässe in großer Zahl, die ihre Träger als schwedische Staatsbürger auswiesen, die ihre Repatriierung erwarteten. Mit Geld des US-amerikanischen War Refugee Board mietete er für etwa 10 000 noch lebende Juden Budapests 32 Gebäude an, die er für extraterritorial erklärte. Seine Schutzpässe verteilte er unter Einsatz seines Lebens eigenhändig unter Menschen, die bereits im Zug nach Auschwitz saßen. In den letzten Tagen vor dem Einmarsch der Roten Armeeverhinderte einer seiner Leute durch Verhandlungen mit dem letzten deutschen General in Budapest den Plan ungarischer Pfeilkreuzler, das Budapester Ghetto mit tausenden Juden in die Luft zu sprengen.[2] 2006

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

49 Schweizer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Schweiz

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
August Bohny 9. Juli 1919 18. Aug. 2016 Er war Mitbegründer und Leiter der Häuser Abric, Faidoli, Atelier Cévenol und Ferme Ecole in Le Chambon-sur-Lignon, wo er mit Pfarrer André Trocmé und einheimischen Flüchtlingshelfern zahlreiche Kinder vor Razzien und Deportationen retten half.[2]
1990
Friedel Bohny-Reiter 20. Mai 1912 18. Dez. 2001 Sie arbeitete mit ihrem Mann August Bohny für das Kinderheim Le Chambon-sur-Lignon, arbeitete mit Emma Ott, Elsa Lüthi-Ruth und Elisabeth Eidenbenz von der Maternité suisse d’Elne zusammen und konnte zahlreiche Internierte vor der Deportation in das KZ Auschwitz-Birkenau retten. 1990
Friedrich Born 10. Juni 1903 14. Jan. 1963 Als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Budapest richtete er Krankenhäuser, Kinder- und Waisenheime sowie Volksküchen für die ungarischen Juden ein; in diesen Schutzhäusern und durch Borns Einsatz entgingen tausende Juden der Deportation. 1987
Paul Grüninger 27. Okt. 1891 22. Feb. 1972 Durch Vordatierung von Einreisevisa und Fälschung von Dokumenten ermöglichte er als Polizeihauptmann mehr als 3.000 Flüchtlingen die Einreise in die Schweiz. Grüninger wurde dafür 1939 vom Dienst suspendiert und zu einer Geldstrafe verurteilt. Vom Kanton St. Gallen wurde er erst 1993 politisch rehabilitiert. 1971
Ernest Prodolliet 1905 1984 In seiner Eigenschaft als Leiter der Passabteilung bei der Schweizer Konsularagentur in Bregenz (1.4.1938) erteilte er ca. 300 Durchgangsvisa an österreichische Juden. Er überzeugte die Grenzbeamten, ihnen auch ohne Visum Einlass zu gewähren. 1982

Serbien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

139 Serben wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Serbien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Katica Janosevic Katica Janošević, eine Serbin, die am Rande des jüdischen Viertels Dorćol in Belgrad lebte, war eine gute Freundin der Familie Arueti. Nach der deutschen Invasion in Jugoslawien im April 1941 wurden verschiedene Familienmitglieder der Familie Arueti ermordet, darunter der Ehemann von Anuška Arueti, Solomon Danon, ihr Vater Avraham, und die Brüder Maks, Josef und Jakov.

Durch die engagierten Bemühungen von Katica Janošević überlebte Anuška (später Hana Pardo) den Krieg und wanderte später nach Israel aus.[2]

1964

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

602 Slowaken wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Slowakei

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Pavol Peter Gojdič 17. Juli 1888 17. Juli 1960 Als einziger slowakischer Bischof hatte Pavol Peter Gojdič während des Zweiten Weltkriegs öffentlich gegen den Holocaust protestiert. Darüber hinaus ließ er Hunderte von Juden pro forma taufen, um sie vor dem Völkermord zu retten.[2] 2007

Slowenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 Slowenen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hautartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Slowenien

Einige der Geehrten:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Ivan Breskvar 3. Apr. 1905 7. Mai 1986 Ivan Breskvar, geboren in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, zog 1931 nach Varaždin in Kroatien, wo er eine Familie gründete und drei Kinder hatte. In Varaždin arbeitete Breskvar als Textilingenieur in einer Seidenfabrik. Bald wurde er zum Leiter der Seidenweberei befördert, wo er Milan Blass kennenlernte, einen in Slowenien geborenen Juden, der als Chemieingenieur ein Experte für Seidenfärbung war. Es gelang den Beiden zwei jüdische Kinder vor der Deportation zu retten. Ivan Breshvar brachte die Kinder zur Familie Kumrić in Cerje Nebojse, einem etwa 50 km entfernten Dorf. Hier blieben die Kinder bis zum Kriegsende.[2] 1998
Zora Piculin Zora Pičulin aus Ljubljana, Slowenien, war im Haus der jüdischen Familie Gatenjo aus Skopje als Kindermädchen für deren einzigen Sohn Shaul beschäftigt. 1941, als die Deutschen in Jugoslawien einmarschierten, wurde Mazedonien an Bulgarien angegliedert, und am 11. März 1943 wurden alle Juden dort zusammengetrieben und in ein Durchgangslager in Skopje verbracht, von wo aus sie nach Treblinka geschickt wurden. Zu dieser Zeit erkrankte der zweieinhalbjährige Shaul an einer schweren Ohrenentzündung und seine Mutter erhielt eine Sondergenehmigung, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Pičulin bot an, sich um den Jungen zu kümmern. Mitten in der Nacht brachte Pičulin Shaul aus dem Krankenhaus und versteckte sich mit ihm in einem Kloster in Skopje. Dies war zu einer Zeit, als jeder Jude in der Stadt deportiert wurde und die bulgarischen Faschisten ausgiebig nach Juden suchten, die versuchten zu fliehen. Pičulin verließ das Kloster mit Shaul und sie wanderten durch den Wald, wo sie das Kind mit Beeren und Pilzen fütterte. Auf der Suche nach einem Versteck kamen die beiden schließlich in einem kleinen Kloster in Letnica an. Pičulin bat um Unterkunft für sich und das Kind und bot an, dafür zu kochen und zu putzen. Das Angebot wurde angenommen und trotz der harten Bedingungen, unter denen sie arbeitete und lebte, blieb sie zwei Jahre bei Shaul im Kloster. Nach dem Krieg kehrte Pičulin mit Shaul nach Skopje zurück, wo sie entdeckte, dass alle Juden in Mazedonien ermordet worden waren, einschließlich Shauls Eltern. 1975
Andreij Tumpej 1886 1973 Katholischer Priester, der drei jüdische Mädchen im Ort Banovo Brdo im Kloster versteckte.[10] 2001
Uroš Žun 6. März 1903 4. Mai 1977 Uroš Žun, der Kommissar der jugoslawischen Grenzpolizei in Maribor, gestattete einer Gruppe deutscher jüdischer Jugendlicher den Grenzübertritt nach Jugoslawien. Žun hatte von der Regierung in Belgrad den ausdrücklichen Befehl erhalten, jüdischen Flüchtlingen das Überqueren der Grenze zu untersagen, aber er wusste, dass die Rückkehr der Mädchen nach Deutschland gleichbedeutend mit einer Todesstrafe war. Diese Aktion war zu einer Zeit, in der Jugoslawien ein halbfaschistisches Regime hatte, mutig und außergewöhnlich, und in der Tat trug die Entschlossenheit und Beharrlichkeit von Žun über einen Zeitraum von zwei Wochen dazu bei, die Regierung in Belgrad zu überzeugen. 1986
Ivan Župančič Im Sommer 1942, mehr als ein Jahr nach der Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien und auf dem Höhepunkt der Politik der Verfolgung und Deportation der Juden, Roma und Serben durch die faschistische Ustaša, wurde der neun Jahre alte jüdische Junge Dan Stockhamer in das Haus von Ivan und Ljubica Župančić in der Stadt Banja Luka (heute in Bosnien-Herzegowina) gebracht. Die Familie Župančić kümmerte sich einige Monate um den Jungen und trug so zu seinem Überleben bei. 2002
Liubica Župančič 2002

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neun Spanier wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Martin Aguirre y Otegui Martín Aguirre y Otegui, ein baskischen Flüchtling, der einen jüdischen Jungen rettete.[2] 2011
Conception Faya Blasquez 1905 20. Mai 1979 Die aus Spanien stammende Conception Faya (geb. Blasquez) lebte 1926 in Pamiers (Ariège) an der französisch-spanischen Grenze, wo sie heiratete und vier Kinder hatte.

Als der Zweite Weltkrieg in Frankreich begann, wurde Conception zusammen mit anderen spanischen Bürgern im Rivesaltes-Lager inhaftiert. Sie blieb dort bis November 1942, als sie in das Internierungslager Gurs gebracht wurde. In Gurs lernte Conception eine jüdische Familie kennen, die auch dort interniert war: Elise Mizrahi und ihre beiden Kinder Gisèle und Jacques. Sie und Conception wurden gute Freunde. Conception wurde im Mai 1943 von Gurs entlassen, und dank einer Tante wurden Elise und ihre Kinder bald darauf freigelassen. Conception nahm sie sofort in ihr Haus auf, eine bescheidene Wohnung mit zwei Schlafzimmern. Elise bat Conception später, auch ihre beiden Neffen aus Paris, Maurice und Régine Moreno, aufzunehmen. Sie stimmte zu und reiste selbst nach Paris, um die Kinder in Sicherheit zu bringen. In der kleinen Wohnung von Conception lebten zeitweise elf Personen, sechs davon unter falscher Identität. Die Familie Mizrahi blieb bis zur Befreiung bei Conception Faya.

2011
Eduardo Propper de Callejón 9. Apr. 1895 1972 Spanischer Diplomat, ermöglichte in Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Konsul Aristides de Sousa Mendes durch die Ausgaben von mehr als dreißigtausend Transitvisa an Juden, zwischen 1940 und 1944 Tausenden von Juden die Flucht aus dem besetzten Frankreich nach Portugal. 2007
Carmen Santaella 14. Feb. 1913 27. Feb. 2012 Carmen Schrader wurde 1913 im niedersächsischen Grethem geboren. 1936 heiratete sie José Ruiz Santaella, und gemeinsam verbrachten sie einige Jahre in Spanien. Dann wurde Ruiz Santaella zum Landwirtschaftsattaché der spanischen Botschaft in Berlin ernannt, weshalb das Ehepaar 1942 nach Berlin übersiedelte.1943 zogen sie mit ihren vier Kindern in das Haus einer adligen Familie in einem Dorf in der Nähe. Dort versteckten sie 1944 Gertrude Neumann, die für sie nähte, und stellten die Kinderkrankenschwester Ruth Arndt und ihre Mutter Lina Arndt unter falschen Namen als Kinderfrau und Köchin ein und schützten sie so vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, bis José Ruiz Santaella im September desselben Jahres in die Schweiz versetzt wurde. 1988
Jose Santaella 4. Okt. 1904 1. Jan. 1997 1988
Ángel Sanz Briz 28. Sep. 1910 11. Juni 1980 Spanischer Diplomat, der 1944 über 5.000 ungarische Juden rettete, indem er ihnen spanische Pässe ausstellte. 1991

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Türke wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Selahattin Ülkümen 1914 7. Juni 2003 Als Generalkonsul auf der Insel Rhodos stellte er 1944 ca. 50 Juden türkische Pässe aus und bewahrte sie so vor der Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.[2] 1989

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

118 Tschechen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Tschechien

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Milena Jesenská 10. Aug. 1896 17. Mai 1944 Nach der durch das Münchener Abkommen erfolgten Okkupation durch das nationalsozialistische Deutsche Reich und anschließender Zerschlagung der Rest-Tschechei schloss Milena Jesenská sich 1939 dem antifaschistischen tschechoslowakischen Widerstand an. Sie nahm die illegale Arbeit bei der Zeitschrift V boj (In den Kampf) auf und organisierte die Flucht von Juden und jüdischen und nichtjüdischen Emigranten aus der Tschechoslowakei. Sie half Funktionären der KPTsch, sich vor der Gestapo zu verstecken. Im November 1939 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Dresdner Untersuchungsgefängnis gebracht. Es folgte ein Prozess in Dresden, der mit einem Freispruch endete. Dennoch wurde sie „zwecks Umerziehung“ ins KZ Ravensbrück deportiert.[2] 1994

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2624 Ukrainer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Ukraine

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Raisa Gnezdilova 1907 1982 Die Familie Gnezdilov lebte mit zwei Söhnen in der Stadt Cherson. Der Vater wurde im deutsch-sowjetischen Krieg zum Militärdienst einberufen und fiel ein Jahr später in die Schlacht. Seine Witwe Raisa und die Jungen befanden sich in einer besetzten Stadt. Im September 1941 erlebte Raisa die Vertreibung ihrer jüdischen Nachbarn aus ihren Häusern in ein Ghetto, das im Stadtteil Pankratovski Most eingerichtet wurde. Unter den Vertriebenen befanden sich Esfir Mirochnik, ihre Tochter Faina, die mit dem Russen Pjotr Babenko verheiratet war, und ihre Enkelin Lidiya, die fünf Jahre alt war. Raisa Gnezdilova und Pjotr Babenko. dem Ehemann von Esfir Mirochnik, gelang es Esfir Mirochnik und ihre Enkelin Lidiya zu retten.[2] 2001

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

867 Ungarn wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Ungarn

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Zoltán Bay 24. Juli 1900 4. Okt. 1992 Versteckte jüdische Kollegen vor den Nationalsozialisten.[2] 1998

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fünf US-Amerikaner wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Varian Fry 15. Okt. 1907 13. Sep. 1967 Leitete ein Netzwerk von Helfern in Marseille, das mehr als 2000 Juden die Flucht aus dem Frankreich des Vichy-Regimes ermöglichte, zumeist auf dem Weg über Schmugglerpfade durch die Pyrenäen nach Spanien und von dort nach Portugal oder per Schiff von Marseille in die französische Kolonie Martinique, von wo aus die Weiterreise in die USA möglich war.[2] 1994
Martha Sharp 25. Apr. 1905 1. Jan. 1999 Martha und Waitstill Sharp registrierten in Prag Flüchtlinge, hielten Kontakt mit diplomatischen Botschaften, trieben ihnen Stipendien und Arbeitsstellen im Ausland auf und organisierten trotz vieler bürokratischer Hürden die Flucht vieler Menschen. In einem Fall begleitete Martha 35 Flüchtlinge, darunter Journalisten, politische Führer und zwei Kinder, deren Eltern Selbstmord begangen hatten, nach England. In einem weiteren Fall konnte sie in Kooperation mit der britischen Organisation „Movement for the Care of Children from Germany“ Kindern die Flucht ermöglichen.

Im Mai 1940 wurde das Paar von der unitarischen Kirche gebeten, in Paris eine Außenstelle zu errichten. Der deutsche Einmarsch in Frankreich kam ihnen jedoch zuvor; deshalb richteten sie ihr Büro in Lissabon ein. In Zusammenarbeit mit vielen Personen und Organisationen, zum Beispiel einem weiteren Büro der unitarischen Kirche im nicht besetzten Marseille, ermöglichten sie in dieser Zeit Tausenden von Menschen die Flucht, insbesondere politischen Flüchtlingen, die sich gegen den Nationalsozialismus in Deutschland oder die Franco-Diktatur in Spanien ausgesprochen hatten, sowie Akademikern, Wissenschaftern und Intellektuellen. So gelang beispielsweise die Flucht des deutschen Schriftstellers Lion Feuchtwanger, des Medizin-Nobelpreisträgers Otto Meyerhof und des österreichischen Schriftstellers Franz Werfel.

2005
Waitstill Sharp 1902 1. Jan. 1984 2005
Lois Gunden 1915 2005 Lois Gunden wuchs in Goshen, Indiana, auf und ging 1941 nach Südfrankreich, um für das Mennonitische Zentralkomitee zu arbeiten. Sie richtete ein Kinderheim ein, in dem sie spanische Flüchtlingskinder und jüdische Kinder versteckte. Im Januar 1943 wurde sie von den Deutschen festgenommen, 1944 aber bei einem Gefangenenaustausch freigelassen. 2013
Roddie Edmonds 20. Aug. 1919 8. Aug. 1985 Unteroffizier Roddie Edmonds (geb. 1919) aus Knoxville, Tennessee, diente während des Zweiten Weltkriegs in der US-Armee. Er beteiligte sich an der Landung der amerikanischen Streitkräfte in Europa und wurde von den Deutschen gefangen genommen. Zusammen mit anderen amerikanischen Kriegsgefangenen, darunter auch Juden, wurde er in das Lager Stalag IXA in der Nähe von Ziegenhain gebracht. Entsprechend ihrer antijüdischen Politik haben die Nationalsozialisten jüdische Kriegsgefangene ausgewählt, und viele von ihnen an der Ostfront wurden in Vernichtungslager geschickt oder getötet. In einigen Fällen wurden im Westen auch jüdische Kriegsgefangene von den anderen getrennt. Irgendwann im Januar 1945 sollten alle jüdischen Kriegsgefangenen in Stalag IXA am nächsten Morgen antreten. Unteroffizier Edmonds, der für die Gefangenen verantwortlich war, befahl allen Kriegsgefangenen - Juden und Nichtjuden -, zusammenzustehen. Als der zuständige deutsche Offizier sah, dass alle Insassen des Lagers vor ihrer Kaserne standen, wandte er sich an Edmonds und sagte: „Sie können nicht alle Juden sein.“ Darauf antwortete Edmonds: „Wir sind alle Juden.“ Der Deutsche streckte die Pistole aus und bedrohte Edmonds, aber Edmonds schwankte nicht und erwiderte: „Gemäß der Genfer Konvention müssen wir nur unseren Namen, Rang und unsere Seriennummer angeben. Wenn Sie mich erschießen, müssen Sie uns alle erschießen, und nach dem Krieg werden Sie wegen Kriegsverbrechen angeklagt.“ Daraufhin gab der deutsche Offizier auf, drehte sich um und verließ die Szene. 2015

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

22 Bürger des Vereinigten Königreichs wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus dem Vereinigten Königreich

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Frank Foley 24. Nov. 1884 8. Mai 1958 In den 1930er Jahren wurde Frank Foley als Leiter der Außenstelle des Secret Intelligence Service, des britischen Auslandsgeheimdienstes, in Berlin nach Deutschland geschickt. Zur Tarnung seiner Tätigkeit hatte er offiziell die Funktion eines Beamten für Passangelegenheiten (passport control officer) bei der britischen diplomatischen Vertretung in der deutschen Hauptstadt inne, wobei sich hinter der Passabteilung der Botschaft die Operationszentrale des MI6 in Berlin verbarg.

Nachdem er in seiner Stellung zunächst vor allem mit der Überwachung der Bewegungen sowjetischer Spione und Agitatoren in Mitteleuropa befasst gewesen war, rückte im Verlauf der 1930er Jahre die zunehmend aggressiver werdende Politik seines Gastlandes in den Fokus von Foleys Tätigkeit.

Anerkennung brachten ihm nach 1945 vor allem seine Anstrengung zur Unterstützung von in Deutschland lebenden Juden, sich der Verfolgung durch das nationalsozialistische System zu entziehen, ein: Hilfe leistete er diesen insbesondere dadurch, dass er die Visavorschriften des Foreign Office sehr großzügig interpretierte und sogar gefälschte Papiere ausstellte, um Juden die Ausreise aus dem deutschen Herrschaftsgebiet zu ermöglichen. Obwohl er keine diplomatische Immunität genoss, holte er sogar Juden aus Konzentrationslagern und versteckte sie in seiner eigenen Wohnung.[2]

1999

Vietnam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vietnamese wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Paul Nguyễn Công Anh 31. Jan. 1919 In Vietnam geboren, studierte er seit 1941 an der Universität in Nizza, wo er die Jüdin Jadwiga Alfabet kennenlernte und später heiratete, um sie als französische Staatsbürgerin vor der Deportation zu bewahren. Als Nizza 1943 von den Deutschen besetzt wurde, versteckte er nicht nur seine Frau, sondern auch ihren Onkel und ihre Tante samt deren Baby, besorgte ihnen falsche Papiere und brachte sie mit dem Zug nach Annecy, von wo aus sie in die nahegelegene Schweiz geschmuggelt wurden.[2] 2007

Weißrussland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

660 Weißrussen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.[1]

Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Weißrussland

Darunter:

Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr
Elena Frolova 1951 Helena Frolova lebte mit ihrem Ehemann Ivan, einem Eisenbahner, in der Stadt Borisov (heute Barysau) im Bezirk Minsk. Ihr einziger Sohn war Kampfpilot und wurde nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges einberufen. Frolova war eine streng gläubige Katholikin und sie glaubte, dass ihr Sohn sicher nach Hause zurückkehren würde, wenn sie ein hilfloses Kind, vorzugsweise ein jüdisches, retten würde. Frolova reiste nach Minsk und ging in ein russisches Kinderheim, das die Deutschen oft nach jüdischen Kindern durchsuchten. Sie holte die zweijährige Galina Rubenchik ab, die von ihrer Mutter Hasia Rubenchik, einer örtlichen Ghetto-Insassin, im Kinderheim untergebracht worden war. Galina war ein sehr krankes Kind und Frolova nahm sie mit nach Hause und pflegte sie hingebungsvoll. Frolova sah sich dabei erheblichen Gefahren ausgesetzt, insbesondere weil alle Nachbarn wussten, dass sie ein jüdisches Mädchen versteckte. Außerdem nahm die Gestapo in dieser Zeit ihren Ehemann wegen des Verdachts der Sabotage fest. Er wurde brutal gefoltert und nach Hause entlassen, wo er kurz darauf starb. Gleichzeitig drohten ihre Nachbarn, sie anzuprangern, wenn sie weiterhin Galina beherbergte. Aufgrund der erhöhten Gefahr verließ Frolova Borisov mit Galina und begab sich in den Bezirk Grodno, in dem sie Verwandte hatte. Dort adoptierte sie Galina offiziell und das Kind wuchs in dem Glauben auf, dass Frolova ihre leibliche Mutter sei.

Im Jahr 1944 kehrten sie in das befreite Borisov zurück und Frolova weigerte sich, sich von Galina zu trennen, trotz ihrer schlechten finanziellen Situation, ihres schlechten Gesundheitszustands und der Bitte ihres Sohnes, das Mädchen in ein Waisenhaus zurückzubringen. 1951 beging Frolova Selbstmord und vererbte Galina die Hälfte ihres Hauses und ihres Besitzes. Als Galina (damals Fradkina) bereits verheiratet war, fand sie 1964 ihre leiblichen Eltern und Geschwister. Galina wanderte in den 1990er Jahren nach Israel aus.[2]

1996

Einige Porträts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder aus dem „Garten der Gerechten“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Gedenktafeln und Monumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht über die Anzahl der Gerechten nach Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Anzahl
Ägypten 1
Albanien 75
Armenien 24
Belgien 1.731
Bosnien und Herzegowina 47
Brasilien 2
Bulgarien 20
Chile 2
China 2
Dänemark 22
Deutschland 627
Ecuador 1
El Salvador 1
Estland 3
Frankreich 4.099
Georgien 1
Griechenland 355
Indonesien 2
Irland 1
Italien 714
Japan 1
Kroatien 118
Kuba 1
Lettland 138
Litauen 904
Luxemburg 1
Mazedonien 10
Republik Moldau 79
Montenegro 1
Niederlande 5.778
Norwegen 67
Österreich 110
Peru 2
Polen 6.992
Portugal 3
Rumänien 66
Russland 209
Schweden 10
Schweiz 49
Serbien 139
Slowakei 602
Slowenien 15
Spanien 9
Tschechische Republik 118
Türkei 1
Ukraine 2.634
Ungarn 867
USA 5
Vereinigtes Königreich 22
Vietnam 1
Weißrussland 660
Insgesamt[1] 27.362

Rückgaben der Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meir Wagner, Mosche Meisels: Die Gerechten der Schweiz: eine Dokumentation der Menschlichkeit. Tel Aviv 1999.
  • Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg. i. A. von Yad Vashem): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-900-7.
  • Yad Vashem (Hrsg.): The Encyclopedia of the Righteous Among the Nations.
    • Israel Gutman u. a.: Europe (Part I) and Other Countries. Jerusalem 2007 (Österreich, Brasilien, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Ungarn, Italien, Japan, Luxemburg, Norwegen, Portugal, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Vereinigte Staaten von Amerika).
    • Israel Gutman u. a.: Europe (Part II). Jerusalem 2011 (Albanien, Weißrussland, Bulgarien, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Moldau, Rumänien, Russland, Ukraine, Jugoslawien).
    • Dan Michman: Belgium. Jerusalem 2005.
    • Lucien Lazare: France. Jerusalem 2003.
    • Jozeph Michman, Bert Jan Flim: The Netherlands. Band 1. Jerusalem 2004.
    • Jozeph Michman, Bert Jan Flim: The Netherlands. Band 2. Jerusalem 2004.
    • Sara Bender, Shmuel Krakowski: Poland. Band 1. Jerusalem 2004.
    • Sara Bender, Shmuel Krakowski: Poland. Band 2. Jerusalem 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Righteous Among the Nations – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba Yad Vashem: About the Righteous – Statistics. Abgerufen am 13. Januar 2020.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw Righteous Among the Nations Database mit Details zum Grund der Ehrung
  3. Seev Goshen: Albert Battels Widerstand gegen die Judenvernichtung in Przemysl. Miszelle. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 33, Nr. 3. Walter de Gruyter, 1985, ISSN 0042-5702 (ifz-muenchen.de [PDF; 671 kB; abgerufen am 17. September 2018] ausführliche Beschreibung der Aktionen).
  4. Zit. n. Claus Victor Bock: Untergetaucht unter Freunden. Ein Bericht, Amsterdam 1942–1945. 3., durchges. Aufl. Castrum-Peregrini-Presse, Amsterdam 1989, ISBN 90-6034-053-1; sowie Friedrich W. Buri: Ich gab dir die Fackel im Sprunge. W. F. Ein Erinnerungsbericht. Hrsg. und mit einem Nachw. von Stephan C. Bischoff. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2009, ISBN 978-3-86650-068-6.
  5. Buchenwald Concentration Camp and the Rescue of Jews. (Nicht mehr online verfügbar.) In: yadvashem.org. 2013, archiviert vom Original am 16. April 2013; abgerufen am 13. April 2019 (englisch).
  6. Pfarrer Julius von Jan als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. 14. Oktober 2020, abgerufen am 14. Oktober 2020 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Tag für Tag, nur Audio, Dauer 06:28 mm:ss, hörbar nur bis 19.01.2038 wegen des deutschen Telemediengesetzes (TMG) in Verbindung mit dem Rundfunkstaatsvertrag in der Fassung der 22. Änderung).
  7. Barbara Stühlmeyer, Ludger Stühlmeyer: Bernhard Lichtenberg. Ich werde meinem Gewissen folgen (= Topos-Taschenbücher. Band 835). Butzon & Bercker (Topos plus Verlagsgemeinschaft), Kevelaer 2013, ISBN 978-3-8367-0835-7.
  8. a b Walter Kern: Stille Helden aus Essen. Widerstehen in der Zeit der Verfolgung 1933–1945. Alte Synagoge Essen, Essen 2014, ISBN 978-3-924384-41-8, S. 66–73.
  9. Gedenktafel in Essen-Altendorf, vormals am Haus Markscheide 50.
  10. Archivierte Kopie (Memento vom 25. März 2013 im Internet Archive)
  11. Protest gegen Gaza-Krieg: Niederländer gibt israelische Auszeichnung zurück. In: Spiegel Online. 15. August 2014, abgerufen am 15. August 2014.