Ohligs

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Koordinaten: 51° 9′ 41″ N, 7° 0′ 42″ O

Stadtteil Ohligs
Stadt Solingen
Wappen von Stadtteil Ohligs
Höhe: 100 (–160) m ü. NHN
Einwohner: 19.978 (2015)[1]
Eingemeindung: 1929
Postleitzahlen: 42697, 42699
Vorwahl: 0212
Karte

Lage von Stadtteil Ohligs in Solingen

Ohligser Stadtzentrum
Ohligser Naherholungsgebiet, der Stiehlsteich
Heidelandschaft in der Ohligser Heide

Ohligs ist der westlichste Stadtteil der nordrhein-westfälischen Großstadt Solingen.

Die ehemals kleine Hofschaft Ohligs war viele Jahrhunderte ein Teil der damals größeren Siedlung und späteren Stadt Merscheid. Durch den Anschluss an die Bahnstrecke Gruiten–Deutz im Jahre 1867 wuchs die Einwohnerzahl von Ohligs rasant. Aufgrund der enormen Wirtschaftsentwicklung, verursacht durch den Bau des Bahnhofs Ohligs und der Zuwanderung von Neubürgern, nahm die Bedeutung von Ohligs rapide zu. Am 11. August 1891 wurde die Stadt Merscheid in Ohligs umbenannt und Ohligs entwickelte sich zur einer prosperierenden Kleinstadt im Landkreis Solingen. Durch politischen Beschluss und gegen den Willen der Mehrheit der Ohligser Bürgerschaft wurde Ohligs am 1. August 1929 mit den Städten Wald, Höhscheid, Gräfrath und Solingen zur neuen Großstadt Solingen zusammengeschlossen.

Ohligs bildet heute, zusammen mit den beiden anderen westlichen Stadtteilen Aufderhöhe und Merscheid, den bevölkerungsreichsten Stadtbezirk Solingens. Am 31. Dezember 2015 hatte der Bezirk 42.302 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid (Statistikstelle der Stadt Solingen). [2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohligs befindet sich im Westen der zum Süderbergland gehörenden Mittelbergischen Hochflächen. Devonische Schiefer, Grauwacken und Sandsteine sind dort von Sand-, Kies- oder Schotteraufschüttungen der Rheinhauptterrasse überlagert. Ursprünglich setzte sich der Ort aus mehreren Hofschaften zusammen, die auf einem Höhenrücken auf etwa 100 bis 160 Metern über NHN lagen. Nach Westen fällt der Höhenzug mit deutlicher Stufe zur Bergischen Heideterrasse und somit zur Niederrheinischen Bucht ab.[4]

Das heutige Ohligser Gebiet ist zum Teil relativ flach, der tiefste Punkt Solingens befindet sich dort. Am Rande der Ohligser Heide, einem Naherholungsgebiet nahe der Stadtgrenze zu Hilden, beträgt die Höhe nur 53 Meter über dem Meeresspiegel.

Nachbarstädte und -stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar angrenzende Nachbarstädte sind (entgegen dem Uhrzeigersinn) Haan, Hilden, Langenfeld (Rheinland) (alle im Kreis Mettmann) sowie Leichlingen (Rheinland) im Rheinisch-Bergischen Kreis. Im Nordosten grenzt der Solinger Stadtteil Merscheid an Ohligs, im Süden liegt der Stadtteil Aufderhöhe. Die mittlere Entfernung zum Solinger Stadtzentrum beträgt neun Kilometer.

Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb von Ohligs gibt es viele Wohnplätze. Einige davon sind für das Bergische Land typische Hofschaften, deren Grenzen aber nicht genau festgelegt sind. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über einen Großteil dieser Wohnplätze:

  • Brabant, Broßhaus, Buschfeld, Caspersbroich, Deusberg, Engelsberger Hof, Hackhausen, Hansa-Quartier[5], Keusenhof, Kovelenberg, Mankhaus, Maubes, Monhofer Feld, Olbo-Park, Poschheide, Scharrenberg, Schnittert, Suppenheide, Unterland, Wilzhaus, Verlach

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herkunft des Ortsnamens Ohligs ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Möglicherweise geht der Name Ohligs auf die alte Hofbezeichnung "Ohligs-Hof" zurück. Dieser Hof lag am unteren Ende der heutigen Düsseldorfer Straße/(Abzweigung) Heiligenstock. Ein kurzes Straßenstück zwischen Eller und Bonner Straße trägt heute den Namen "Im Ohligs" und erinnert an diese alte Hofbezeichnung.

Beim Versuch einer Deutung des Ortsnamens stellte der letzte Bürgermeister der Stadt Ohligs Paul Sauerbrey fest: „Den Ursprung des Namens unserer Stadt einwandfrei zu erklären, ist nicht möglich. Darüber haben sich die Geschichtsforscher gestritten und werden auch in der Zukunft kaum zu einer geschichtlich einwandfreien Erklärung kommen. Wie in vielen Fällen bei Gründungen von Gemeinwesen, wird auch im Falle unserer Stadt der Name eines Menschen sich fortgeerbt und der ersten Siedelung den Namen gegeben haben. Da heute noch der Name 'Ohliger' in der Umgebung vertreten ist, hat diese Vermutung immerhin den Schein einer Möglichkeit.“[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf heutigem Ohligser Gebiet gibt es nur wenige Bodenfunde aus vorgeschichtlicher Zeit. Darunter befinden sich der Fund eines Steinbeils an der Langhansstraße und der Fund eines Grabhügels mit kaiserzeitlich-germanischen Urnenscherben am Engelsberger Hof in der Ohligser Heide. Außerdem fanden sich Siedlungsspuren des 11. bis 12. Jahrhunderts im Viehbachtal in der Nähe der Scharrenberger Mühle, deren Datierung die gefundene Pingsdorfer Ware ermöglicht.[4]:1

Anfänge bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus in Hackhausen

Im Raum Ohligs reichen die Siedlungsanfänge bis in das 10. Jahrhundert zurück. Wie in der gesamten Region war zunächst die sogenannte Einzelhofbesiedlung üblich, die sich an dazu geeigneten Stellen weilerartig verdichtete. Schwerpunktmäßig fand die Besiedelung im 14. und 15. Jahrhundert statt.[4]:1f.

Auch die Ortslage Ohligs bestand über Jahrhunderte aus nicht mehr als ein paar Häusern in Form einer bergischen Hofschaft, deren ungefährer Standort noch heute anhand des Straßenstücks Im Ohligs nachvollzogen werden kann. Neben dieser Hofschaft existierten zahlreiche weitere, wie etwa Schnittert, Barl, Hüttenhaus oder Maubes, deren teilweise noch vorhandenen, Jahrhunderte alten Fachwerkhäuser heute einen Spiegel jener Zeit darstellen.

Die frühe Geschichte von Ohligs ist untrennbar mit der Ortschaft Wald verbunden, die über Jahrhunderte weitaus bedeutender war. Das zunächst im kaiserlichen Besitz befindliche Lehen in der villa Wald geriet über Umwege schließlich im Jahre 1147 in den Besitz des Klosters Deutz. Der Deutzer Fronhof fungierte als Hebestelle für die zehntpflichtigen Höfe der Abtei Deutz, von denen einige auch auf dem Gebiet des heutigen Ohligs lagen. Im Kirchspiel Wald erfolgte spätestens im Jahre 1249 die Einteilung des Gebietes in Honschaften. Ab 1363 gehörte das Kirchspiel Wald zum Amt Solingen in der Grafschaft Berg.

Noch im Jahre 1715 hatte sich auf dem Gebiet der späteren Bürgermeisterei beziehungsweise Stadt Merscheid/Ohligs kein Siedlungskern herausgebildet. Die Karte von Erich Philipp Ploennies weist lediglich diverse Einzelhöfe sowie vereinzelte Schleifkotten oder Mühlen aus, die hauptsächlich in den Bachtälern an Vieh-, Loch- und Itterbach lagen. In der Ploennies-Karte von 1715 findet sich auch die erste urkundliche Nennung des Ortsnamens Ohligs.[4]:2f.

Die Geschichte der Hackhauser Mühle lässt sich bis in das Jahr 1639 zurückverfolgen, die Poschheider Mühle hat bereits vor 1656 bestanden. Erst 1715 genannt werden die Broßhauser Mühle und die Scharrenberger Mühle am Viehbach.[4]:11

Von den insgesamt 41 Hofschaften, die dem Deutzer Fronhof im Jahre 1788 den Feld- und Sackzehnt ablieferten, lagen 19 auf dem Gebiet der späteren Bürgermeisterei Merscheid/Ohligs. Dies waren (heutige Schreibweise): Poschheide, Engelsberg, Untenmankhaus, Scharrenberg, Wahnenkamp, Suppenheide, Kullen, Rennpatt, Hüttenhaus, Bockstiege, Piepers, Ohligs, Scheidt, Potzhof, Brabant, Diepenbruch, Broßhaus, Kottendorf und Kuckesberg. Den Fruchtzehnt hatten die Höfe Garzenhaus, Heipertz und Monhof abzuliefern.[4]:3f.

Über die Jahrhunderte bestanden zwei Hofgerichte, das eine am Deutzer Hof, das andere in Schnittert. Das Schnitterter Land- und Hofgericht war der Kellnerei Burg zugehörig.[4]:4

Neben diesen Hofschaften waren seit dem Mittelalter auch das Schloss Hackhausen sowie der Rittersitz Schloss Caspersbroich auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils von Bedeutung.[7]

Unter Merscheider Verwaltung (1806–1891)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1803 wurden die Kloster säkularisiert und der Deutzer Hof verlor seine Besitztümer auf Ohligser Gebiet.

Unter französischer Besatzung wurde 1806 das Großherzogtum Berg gegründet, zu dem auch der Ohligser Raum innerhalb des Arrondissement Elberfeld gehörte. Im Zuge der Installation eines neuen Verwaltungssystems wurde aus fünf Honschaften des Kirchspiels Wald, namentlich Schnittert sowie Teilen von Barl, Bavert, Limminghofen und Hackhausen, die Mairie Merscheid gebildet. Das Ohligser Siedlungsgebiet stand fortan unter Merscheider Verwaltung, das in Größe und Siedlungsverdichtung zu diesem Zeitpunkt noch bedeutsamer war als die benachbarte kleine Hofschaft Ohligs, die nur sehr wenige Häuser hatte.

Im Jahre 1815 wurde aus der Mairie eine preußische Bürgermeisterei, die zum Kreis Solingen innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf gehörte. Das Urkataster von 1829/1830 zeigt sowohl für Ohligs als auch noch ausgeprägter für Merscheid deutlichere Siedlungskernbildungen. Außerdem avancierte Weyer an der Stadtgrenze zu Wald zur bevorzugten Wohngegend und wurde alsbald zum Zentrum des Gemeindelebens. Dort hatten zunächst auch die Bürgermeister Merscheids ihren Amtssitz. In der Zeit vom 15. Juni 1817 bis 31. Dezember 1848 wurden die Bürgermeistereien Wald und Merscheid zudem in Personalunion verwaltet. Auf diese Weise konnten die Kosten für das Gehalt des Bürgermeisters geteilt werden. Merscheid wurde im Zuge der preußischen Städteordnung am 24. September 1856 das Stadtrecht verliehen.[4]:2f.

Die katholische Kirchengemeinde legte im Jahre 1858 den Grundstein für eine Kapelle in der Ohligser Scharrenbergerheide. 1859 folgte die Fertigstellung, 1862 die Weihe und Errichtung des Rektorats St. Joseph. Die Kirche musste wegen Baufälligkeit bereits 1891 abgerissen werden. Ein Neubau – die heutige Pfarrkirche St. Joseph – wurde 1893/1894 an gleicher Stelle an der Hackhauser Straße erbaut.

Allein der Tatsache, dass sich eine Bahnstrecke zwischen Haan und Opladen am günstigsten über Ohligser Gebiet realisieren ließ, verdankt die spätere Stadt Ohligs ihre weitere Entwicklung. Von 1864 bis 1867 wurde die Strecke durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft gebaut, für deren Bahndamm über das Lochbachtal in Ohligs viele umliegende Hofschaften weichen mussten. Als Beispiel dienen die ehemaligen Hofschaften Kullen und Kulltappen östlich des Bahndamms.[8] Bei der Hofschaft Hüttenhaus östlich von Ohligs entstand mit dem Bahnhof Ohligs-Wald, der am 25. September 1867 eröffnet wurde, der erste Bahnhof auf heutigem Solinger Gebiet. Noch im Jahre 1867 baute man eine Stichstrecke von Ohligs nach Solingen mit Bahnhof am Weyersberg. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz bewirkte eine Trendwende: die Gegend um den Bahnhof wurde zum bevorzugten Siedlungsgebiet, das sich mit Handel, Industrie und Wohnen immer weiter verdichtete.

Erstes Merscheider Gemeindehaus, Ziegelbau Weyerstraße 75

Zur Anlage eines Marktplatzes in Ohligs kaufte man im Jahre 1866 Grundstücke an der unteren Düsseldorfer Straße, 1875 wurde der Marktplatz erweitert. Um 1860 gründete sich die evangelische Kirchengemeinde Ohligs. Kurz darauf wurde ein evangelischer Friedhof angelegt, 1865 errichtete man die evangelische Kirche an der heutigen Wittenbergstraße, 1866 folgte die Einweihung. 1887 wurde ein neuer Friedhof westlich der Bonner Straße angelegt, der 1896 und 1907 erweitert wurde. Im Jahre 1868 erfolgte der Bau eines Rathauses, das man in Merscheid Gemeindehaus nannte, oberhalb der Hofschaft Engelsberg. Es wurde bis 1876 von Bürgermeister Kelders benutzt. Um 1875 wurde zudem ein Ortsstatut erlassen, das die Aufstellung von Fluchtlinienplänen vorsah. Damit einher gingen die ersten offiziellen Straßennamen in der Stadtgemeinde Merscheid, während die weilerartige Besiedlung zuvor kaum eigene Straßennamen hervorgebracht hatte. Zu den ersten Straßennamen gehörten: Hauptstraße, Wiesenstraße, Taubenstraße, Lindenstraße, Zweigstraße, Hofstraße, Herzogstraße und Mittelstraße, von denen nur die Tauben-, Hof-, Herzog- und Mittelstraße heute noch diese Namen tragen.[4]:3

Die Bahnstrecke trennte Ohligs in zwei Teile, das Oberland im Osten und das Unterland im Westen. Damit eine Querung der Strecke dennoch möglich war, errichtete die Bahn in Höhe des Bahnhofs 1878 eine Seilbrücke von 48 Meter Länge und 1,50 Meter Breite. Doch die Brücke war selbst für Fußgänger auf lange Sicht zu eng und die Aufgänge zu steil. Im Jahre 1884 wurde eine neue Brücke errichtet, die nun 2,05 Meter breit war und im Volksmund den Namen Jammerbrücke trug, da auch sie bei der Verkehrsbelastung nicht ausreichend war. Trotz Protesten in der Bevölkerung blieb die Brücke; eine Unterführung wurde erst 1928 für den Verkehr freigegeben.[9]:57f.

Nach dem Bau der Korkenzieherbahn erhielt die Stadt Wald im Jahre 1890 einen eigenen Bahnhof; der Namenszusatz Wald entfiel darum am Ohligser Bahnhof. Am 3. Januar 1894 wurde die Bahnstrecke von Hilden in Betrieb genommen, wodurch der Bahnhof in Ohligs zum Kreuzungsbahnhof wurde.

Stadt Ohligs (1891–1929)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1890 wurde der Grundstein gelegt, im Jahre 1891 konnte das neue Rathaus wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt eingeweiht werden. Merscheid hatte seine Bedeutung gegenüber Ohligs und seinem Eisenbahnanschluss längst eingebüßt – im Jahr des Rathausneubaus, am 11. August 1891, erfolgte auch die Umbenennung der Stadt Merscheid in Ohligs.[9]:47 Im Zuge erneuter Grenzkorrekturen zwischen Wald und Ohligs trat Ohligs 1893/1894 die Hofschaften Tiefendick und Scheuer an Wald ab. Ob im Gegenzug Ohligs die Hofschaft Krausen von Wald erhielt, lässt sich nicht nachweisen.

1890 wurde Ohligs an das Telefonnetz angeschlossen. Zwischen 1893 und 1895 entstand neben dem Rathaus das Gebäude des Amtsgerichts. Es folgten weitere städtische Versorgungseinrichtungen: Eine Gasanstalt wurde 1892 errichtet, 1897 folgte ein Wasserwerk, 1901 der Schlachthof an der Hildener Straße. 1893/1894 wurde der Bau eines gemeinsamen Krankenhauses mit der Stadt Wald diskutiert, der aber schließlich von den Ohligser Stadtverordneten abgelehnt wurde. Stattdessen errichtete man im Jahre 1897 an der Virchowstraße ein eigenes Krankenhaus. Im Jahre 1904 wurde an der Talstraße die Ohligser Festhalle eröffnet.[4]:3ff.

Auch die private Bautätigkeit rund um den Bahnhof riss nicht ab, sondern steigerte sich um die Jahrhundertwende sogar noch. Dies verdeutlicht die Einwohnerzahl von Ohligs, die zwischen 1871 und 1910 um 22 Prozent stieg. Der Kernbereich von Ohligs konnte seit dem Jahre 1900 eine starke Verdichtung aufweisen. Dies galt bis hin zu Mittelstraße, Händel- und Kamper Straße im Osten und Talstraße, Bonner Straße, Kärntener Straße und Heiligenstock im Westen. Im Kern wies die Stadt zu dieser Zeit bereits, vor allem in Richtung der Düsseldorfer Straße, eine nahezu geschlossene Bebauung mit mehrgeschossigen Gebäuden auf. Rasch bildete sich außerdem ein Stadtergänzungsgebiet, das bis hin zur Hackhauser Straße, dem Schützenplatz, der Dunkelnberger und der Grenzstraße im Südwesten reichte und im Nordwesten von der Bahnlinie begrenzt wurde. Die Hofschaften in den Randbezirken – Barl, Maubes, Schnittert, Keusenhof, Wilzhaus – blieben weilerartig, wenn auch durchsetzt von teils größeren Industriebetrieben. Insgesamt ließen Wohnen und Industrie keine klare Trennung erkennen, überwiegend bildeten sich Mischgebiete, speziell entlang der Höhenrückenstraßen (zum Beispiel die Merscheider Straße). Reine Industriegebiete bildeten sich z. B. in Weyer und am Rande der Ohligser Innenstadt.[4]:3ff.

Ab 1906 plante der obere Kreis Solingen die Errichtung eines gemeinsamen Krankenhauses, dem heutigen Städtischen Klinikum. Ohligs verweigerte eine Beteiligung mit Verweis auf das bereits fertiggestellte eigene Krankenhaus. Auch weigerte man sich, das eigene Krankenhaus so umzubauen, dass auch die Stadt Wald es nutzen konnte. Im Jahre 1910 gab es zehn praktische Ärzte in Ohligs, einen Augen- und einen Tierarzt. 1912 waren insgesamt drei Apotheken in der Stadt konzessioniert.[4]:6f.

Im Jahre 1920 wurde in Ohligs eine Volkshochschule gegründet. In den Jahren 1922/1923 wurde der Waldfriedhof am heutigen Hermann-Löns-Weg angelegt. Ende der 1920er Jahre wurde an der damaligen Rathausstraße (heute Sauerbreystraße) ein Hallenbad errichtet, obwohl schon bei Baubeginn feststand, dass die Gemeinden des oberen Kreises Solingen, namentlich Gräfrath, Wald, Höhscheid und Solingen, mit Ohligs am 1. August 1929 zu einer neuen Großstadt Solingen fusionieren wollten. Schärfster Gegner dieser Vereinigung war Ohligs gewesen, das nicht zuletzt wegen seiner enormen Wirtschaftskraft für seine Eigenständigkeit kämpfte. Doch der Kampf unter dem letzten Ratsherrn und Bürgermeister Paul Sauerbrey war vergeblich und der Preußische Landtag beschloss schließlich die Städtevereinigung.[9]:392ff.

Seit der Städtevereinigung (1929 bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beisetzung der Ermordeten vom Wenzelnberg vor dem Ohligser Rathaus 1945

Mitte der 1930er Jahre wurde die heutige Autobahn 3 gebaut, die ganz im Westen auch über Ohligser Gebiet verläuft. Die Anschlussstelle Solingen in Langenfeld-Wiescheid wurde 1936 eröffnet.[4]:1

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Stadt Ohligs von den Bomben der Alliierten weitgehend verschont. Größere bauliche Veränderungen durch diverse Abbrüche und Neubauten brachte erst die Nachkriegszeit mit sich. Auch Straßen, die bislang nur locker bebaut waren, erlebten eine bauliche Verdichtung, wie etwa die Deusberger Straße.

Noch in der Endphase des Zweiten Weltkriegs im April 1945 wurden am Wenzelnberg bei Langenfeld-Wiescheid 71 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet. Nach der Befreiung durch die Amerikaner Ende April 1945 ließen diese die Leichen exhumieren und am 1. Mai 1945 auf dem Platz vor dem Ohligser Rathaus beerdigen. Die Bevölkerung war zur Teilnahme an der Trauerfeier verpflichtet. Erst 1965 wurden die Leichen erneut exhumiert und wieder am Wenzelnberg beigesetzt, wo sich seitdem eine Gedenkstätte befindet.

Die Grundsteinlegung für den Neubau der St.-Lukas-Klinik an der Schwanenstraße erfolgte im Jahre 1961. Ein Jahr darauf war das neue Krankenhaus fertiggestellt. Ebenso veränderte sich in dieser Zeit das Gesicht von Bahnhof und Innenstadt grundlegend. Alles begann im Januar 1967, als zunächst die umfassende Renovierung der Festhalle abgeschlossen wurde und kurz darauf, am 26. Januar 1967, das neue Empfangsgebäude des Bahnhofes Solingen-Ohligs eingeweiht wurde.[10]:43 Diesem Neubau ging der Abriss des Vorgängerbaus voraus, der zuletzt in stark ramponiertem Zustand gewesen war.[11] Erst 1970 startete der von den Ohligsern lang ersehnte Umbau des Bahnhofsvorplatzes, Baubeginn war der 1. Juli 1970. Im Zuge der Errichtung eines großzügigen Busbahnhofes musste unter anderem das stadtbildprägende sogenannte Bügeleisenhaus weichen. Ohligs erhielt ein neues Gesamtkonzept für den Verkehr, die Düsseldorfer Straße wurde zur Fußgängerzone zurückgebaut, zwei Einbahnstraßen sollten den dadurch steigenden Verkehr auffangen. Die Talstraße führte von nun an den Verkehr von Ost nach West, die Südstraße mit der verlängerten Hackhauser Straße den Verkehr aus der Gegenrichtung.[10]:47

Einige neue Wohnviertel entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Ohligser Westen. Im Zuge der Vorbereitungen für einen S-Bahn-Betrieb auf der Bahnstrecke Düsseldorf–Solingen erfolgte der Bau des Haltepunktes Solingen Vogelpark an der Hildener Straße, der am 23. Februar 1977 eingeweiht werden konnte. Die erste S-Bahn der Linie S 7 befuhr die Strecke am 28. September 1980. Seit dem Jahre 1979 ist der Bahnhof Solingen-Ohligs an das Intercity-Netz angeschlossen.

Das 68 Millionen D-Mark teure Klärwerk an der Stadtgrenze zu Hilden und Haan wurde am 22. August 1997 fertiggestellt. Am 8. November 1997 wurde die 60.000 D-Mark teure historische Persil-Uhr am Rande des Ohligser Marktplatzes offiziell eingeweiht.[10]:73

Im Zuge der Regionale 2006 sollten der Bremsheyplatz vor dem Hauptbahnhof sowie der gesamte Busbahnhof mit Taxistand ein neues Gesicht erhalten, nachdem schon das Bahnhofsgebäude selbst durch eine energetische Sanierung und barrierefreie Zugänge ein neues, modernes Erscheinungsbild in orange erhalten hatte. In diesem Zusammenhang wurden folgende Maßnahmen umgesetzt: Änderungen der Verkehrsführung im Umfeld des Bahnhofes, Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Ausstattung des Tunnels mit neuem Farb- und Lichtkonzept, Bau eines Parkhauses mit 200 Stellplätzen, Verlegung des Taxistandes. Gebaut wurde von November 2007 bis zum Jahr 2009, die Baukosten betrugen rund 3,3 Millionen Euro.[12] In diesem Zuge erhielt nach der Stilllegung des alten Hauptbahnhofes in der Solinger Innenstadt der Ohligser Bahnhof am 10. Dezember 2006 den neuen Namen Solingen Hauptbahnhof.

Künftiger Standort des Galileums: der alte Kugelgasbehälter an der Tunnelstraße

Das Ensemble um das ehemalige Rathaus mit Amtsgericht und Bürgerhaus wurde im Jahre 2006 an einen Solinger Investor, der die Gebäude in der Folgezeit sanierte. Seit Beendigung der Arbeiten Mitte 2009 wird das Ensemble gewerblich genutzt. Der Schwimmbetrieb im Hallenbad an der Sauerbreystraße wurde im Juli 2011 eingestellt. Das Bad wurde zuletzt nur noch von Schulklassen benutzt, seit der Erweiterung der Klingenhalle wurde es nicht mehr benötigt. Seit Sommer 2011 sucht die Stadt einen Käufer für das Objekt.[13]

Seit 2016 wird die Erneuerung des Stadtteilzentrums von Ohligs im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms Stadtumbau West durch eine Reihe von Projekten gefördert, die insbesondere im Ostteil von Ohligs angesiedelt sind. Grundlage für alle Vorhaben ist das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (INSEK) Ohligs.[14][15] Das im Auftrag der Stadt arbeitende und durch die Stern GmbH – NRW betriebene Stadtteilbüro begleitet die Umsetzung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes vor Ort und unterstützt die Aktivitäten der Verwaltung. Ein wichtiges Projekt in diesem Zusammenhang ist das Galileum Solingen: In einem ehemaligen Kugelgasbehälter der alten Gasanstalt an der Tunnelstraße östlich des Bahnhofs entsteht das Galileum Solingen als modernes Planetarium mit angeschlossener Sternwarte, das zudem als Gemeinsweseneinrichtung fungiert. Nachdem die Finanzierung über zusätzliche Spenden gesichert wurde, ist der Baubeginn im Jahre 2016 erfolgt, die Eröffnung ist für 2018 geplant. Im Zuge der gesamten Umgestaltung des östlichen Bahnhofsumfelds im Jahre 2017 erfolgte bereits 2016 der Neubau der Firmenzentrale des Solinger Softwareentwicklers codecentric auf einer ehemaligen Brachfläche südlich des Galileums.[16]

Wappen und Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ohligs bat 1891 um die Genehmigung zum Führen eines Stadtwappens, nachdem seit 1833 Siegel in Gebrauch waren. Ein erster Entwurf mit drei Feldern, der ein schwarz geflügeltes Rad, einen bergischen Löwen und sieben Silbersterne sowie darüber eine dreitürmige Mauerkrone zeigte und in den Farben Gold, Rot und Blau gehalten war, wurde sowohl von Wilhelm II. wie auch vom Heroldsamt aufgrund der Einbeziehung des bergischen Löwen und der Gestaltung der Mauer abgelehnt. Zwei weitere Entwürfe wurden eingereicht, von denen der zweite die Zustimmung des Kaisers fand. Dieses Wappen, das unten abgebildet ist, wurde der Stadt Ohligs im Jahre 1896 verliehen.[4]:5f.

Das Stadtwappen trägt die folgende Blasonierung: In einem gotischen Schild gespalten in Blau und Gold (Gelb), vorn sieben silberne (weiße) Sterne im Verhältnis 2:2:2:1 und hinten ein schwarzes Flügelrad. Das Oberwappen zeigt eine zinnengekrönte Stadtmauer mit geschlossenem Tor und drei Türmen. Dabei repräsentieren die sieben Silbersterne die Zahl der Höfe, aus denen die Stadt einst hervorgegangen ist. Das Flügelrad symbolisiert Eisenbahn und Geschäftsverkehr. Die Mauerkrone mit den drei Türmen weist Ohligs als Kleinstadt aus.[17]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner- und Häuserzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner- und Häuserzahlen von Ohligs beziehungsweise Merscheid in ausgewählten Jahren nach Gründung der Bürgermeisterei stellen sich wie folgt dar:[4]:9f.[3]

Jahr Einwohnerzahl Häuserzahl Bezug
1816 3.350 Bürgermeisterei Merscheid
1827 3.814 530 Bürgermeisterei Merscheid
1832 4.182 660 Bürgermeisterei Merscheid
1843 5.221 Bürgermeisterei Merscheid
1858 6.668 915 Stadt Merscheid
1868 7.738 1.129 Stadt Merscheid
1871 8.772 1.245 Stadt Merscheid
1885 12.646 1.765 Stadt Merscheid
1895 17.048 2.107 Stadt Ohligs
1905 24.257 2.746 Stadt Ohligs
1925 29.804 Stadt Ohligs
1939 32.024 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1946 35.393 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1961 37.227 4.466 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1970 45.223 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1995 43.737 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
2015 42.302[18] Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
2015 19.978 Stadtteil Ohligs

Italienische Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gastarbeiterbewegung kamen ab Ende der 1950er Jahre zahlreiche Sizilianer nach Solingen-Ohligs. Die meisten stammten aus dem Dorf Trappeto, aus dem insgesamt zwei Drittel der Bevölkerung nach Deutschland, hauptsächlich nach Ohligs auswanderten. Sie waren dort zum größten Teil in der Metallverarbeitung und der Schneidwarenindustrie tätig. Einige kehrten nach Jahrzehnten zurück oder pendeln zwischen beiden Städten, viele Trappetesi leben noch heute in Ohligs. Rund 5.600 Solinger haben heute einen italienischen Pass. Damit hat Solingen den nach der Autostadt Wolfsburg zweitgrößten italienischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.[19][20]

Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung in der
Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid 2017
      
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ist das wichtigste politische Gremium für Ohligs. Die Mitglieder dieser Vertretung werden Bezirksvertreter genannt und in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl für die Dauer einer Legislaturperiode gewählt. Der Vorsitzende einer Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister.[21] Die Bezirksvertretung ist das direkt gewählte Gremium, welches das öffentliche Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtbezirks vertritt. Sie hat die Aufgabe, die Eigenart des Bezirks und ihrer Gebietsteile zu bewahren und fortzuentwickeln sowie Wünsche und Interessen ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu erfassen und zur Geltung zu bringen. Die Bezirksvertretung befasst sich mit öffentlichen Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht. Einzelheiten ergeben sich aus der Gemeindeordnung NRW und der Hauptsatzung der Stadt Solingen. Die Bezirksvertretung ist für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig und hat ein Anhörrecht zu allen relevanten Dingen im Stadtbezirk. So kümmert sie sich etwa um Angelegenheiten des Straßenverkehrswesens, des Schulwesens sowie um die Pflege des Ortsbildes im Bezirk und fungiert als lokale Schnittstelle zwischen dem Rat, der Stadtverwaltung und den Bürgern. Die Sitzungen der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid sind in der Regel öffentlich. Die Bezirksvertretung tagt meist im Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße 100 in Ohligs. Nach Absprache mit dem Bezirksbürgermeister können die Sitzungen grundsätzlich unterbrochen werden, damit Einwohnerinnen und Einwohner ihre Meinung darstellen können.

Die Bezirksvertretung wurde das letzte Mal am 25. Mai 2014 von den Wahlberechtigten des Stadtbezirks gewählt. Die aktuelle Legislaturperiode für die Bezirksvertretung beträgt einmalig sechs Jahre und endet am 13. September 2020. Der aktuelle Bezirksbürgermeister für Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ist Marc Westkämper (CDU), seine Stellvertreterin ist Juliane Hilbricht (GRÜNE).[22]

Bebauung, Gliederung und Beschreibung des Stadtteils[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heute zu Ohligs gehörende Gebiet erstreckt sich beiderseits der Bahnstrecke Gruiten–Köln-Deutz, die, von Norden nach Süden verlaufend, den Stadtteil in zwei Teile teilt. Dem westlichen Teil gab der Volksmund den Namen Unterland, der östliche heißt Oberland. Grenzen zu den Nachbarstadtteilen Aufderhöhe im Süden und Merscheid im Osten sind offiziell nicht definiert, die Stadtteile gehen folglich vielerorts fließend ineinander über. An vielen Stellen konnte Ohligs sein kleinstädtisches Flair bewahren und mangels Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sowie diverser Abbrüche in der Nachkriegszeit zum Trotz sind in Ohligs weite Teile der gründerzeitlichen Architektur aus der Blütezeit der Stadt erhalten geblieben. Das Ohligser Gebiet kann man heute von Nordosten bis Südwesten grob in drei Bereiche gliedern.

Zwischen Lochbach- und Ittertal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser in der Hofschaft Maubes

Auf dem Höhenrücken nördlich des Lochbachtals ist der Stadtteil Ohligs überwiegend dünn besiedelt. Dort befinden sich neben vielen Wald- und Ackerflächen noch einige für das Bergische Land typische Hofschaften mit ihren häufig verschieferten Fachwerkhäusern. Dies umfasst besonders das Gebiet zwischen den beiden Bahnstrecken Gruiten–Deutz und Düsseldorf–Solingen und dort hauptsächlich die Hofschaften Keusenhof, Schnittert, Maubes, Wilzhaus und Kuckesberg. Westlich des Bahndamms, tief unten im Tal der Itter liegt das aus dem Mittelalter stammende Schloss Caspersbroich.

Hauptdurchgangsstraße auf dem Höhenrücken ist die Landesstraße 85, die Weyerstraße, die Ohligs mit Wald und Gräfrath verbindet. An der Straße befindet sich das umfangreiche Areal der Firmen Kronprinz und Borbet, dahinter das Industriegebiet Monhofer Feld. Der Stiehlsteich, ein ehemals von der Firma Kronprinz angelegter Stauteich, befindet sich westlich des Firmengeländes und fungiert heute als Naherholungsgebiet für die in den Nachkriegsjahren entstandene Wohnsiedlung Dresdener/Leipziger Straße. Südlich der Weyerstraße befindet sich um die Deusberger Straße eine zum Teil stark in das Lochbachtal abfallende Wohnsiedlung, die ab der Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert entstanden war und in der Nachkriegszeit umfassend erweitert wurde.

Ohligs Innenstadt, Ober- und Unterland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum des heutigen Stadtteils Ohligs ist noch immer der Bahnhof, den in der Vergangenheit auch diverse andere öffentliche Bauwerke umgaben, wie das Rathaus und das Amtsgericht, die Festhalle, das Schwimmbad Sauerbreystraße, einige Schulen, die Postfiliale und die Polizei. Speziell das Viertel westlich des Bahnhofes um die Düsseldorfer Straße zeigt vielfach eine geschlossene Bebauung mit Gebäuden des Historismus und vereinzelt auch des Klassizismus. Typisch sind vor allem die zweistöckigen Wohnhäuser aus der Zeit zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Ersten Weltkrieg. Auch viele Fabrikantenvillen aus dieser Zeit befinden sich in Ohligs, insbesondere entlang der Hauptstraßen oder der bedeutenderen Nebenstraßen.[23]

Das Unterland kennzeichnen diverse Wohngebiete, einige haben ihre Ursprünge in der Gründerzeit oder den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und wurden in der Nachkriegszeit umfassend erweitert. Zusammenhängende Gewerbegebiete gibt es nur wenige im Stadtteil. Eines befindet sich am Heiligenstock westlich des Marktplatzes, ein weiteres an der Mühlenstraße. Weitere Gewerbeflächen liegen östlich des Bahnhofes und an der Kottendorfer Straße. Deutlich häufiger als Gewerbegebiete sind Gewerbe- oder Lagerhallen in Hinterhöfen oder alteingesessene Fabriken in Wohngebieten.

Ohligser Heide, Hackhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Hackhausen

Zwischen Aufderhöhe und Ohligs befindet sich an der Straße An der Gemarke der Anfang der Schnellstraße Landesstraße 141n, der sogenannten Viehbachtalstraße, die über Merscheid und Mitte nach Wald führt. Ein Zubringer der Landesstraße 288 führt durch das Viehbachtal weiter bis zur großen Straßenkreuzung mit der Bonner Straße. Gegenüber befindet sich das in den 1970ern entstandene ehemalige Verwaltungsgebäude der Solvay GmbH. Das Hochhaus am Rande der Ohligser Heide, das Solvay bis in die 1990er Jahre nutzte, wird heute von der Stadtverwaltung genutzt.

Die Ohligser Heide ist ein bis in das 20. Jahrhundert hinein mehrheitlich von Heide bedecktes Gebiet, das im Zuge von Wiederaufforstung zwischen 1877 und dem Ersten Weltkrieg heute zu großen Teilen bewaldet ist. Erst seit dem Jahr 2000 ist man darum bemüht, durch Heiderenaturierung den ursprünglichen Charakter der Landschaft wiederherzustellen.[24] Die Ohligser Heide ist durch zahlreiche Radwanderwege erschlossen. Inmitten der Heide befindet sich das Freibad Heide, außerdem der Spielplatz Engelsberger Hof und am Rande der Heide der Solinger Vogel- und Tierpark.

Die Siedlung Hackhausen trennt heute die Landesstraße 228, die Bonner Straße, die von Aufderhöhe und Langenfeld nach Ohligs führt. Östlich der Straße liegt in einer bewaldeten Kurve das Wasserschloss Hackhausen, dessen Wurzeln als Adelssitz bis in das Mittelalter zurückreichen. Rund um die Ortslage Hackhausen finden sich zudem drei repräsentative Herrenhäuser der Industriellenfamilie Berg aus der Zeit zwischen 1890 und 1950, darunter die denkmalgeschützte Villa Berg und der Waldhof Hackhausen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wirtschaftsgeschichte von Ohligs war, wie auch in den anderen Stadtteilen Solingens, über Jahrhunderte das metallverarbeitende Gewerbe, insbesondere die Herstellung von Schneidwaren, prägend. Die Anfänge reichen bis in das Mittelalter zurück. In überwiegender Zahl wurden die Schneidwaren in den Schleifkotten oder Hämmern an Itter-, Loch- und Viehbach gefertigt. Im Jahre 1715 gab es davon allein auf Ohligser/Merscheider Gebiet 15 Schleifkotten und Mühlen sowie ein Hammerwerk. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts arbeiteten die Schleifer exportorientiert, wobei die Schneidwaren mithilfe von Handelshäusern etwa nach Frankreich, Italien, die Niederlande, die nordischen Länder und Amerika geliefert wurden. Im 19. Jahrhundert hatte das Schneidwarenindustrie einen so hohen Anteil an der Erwerbstätigkeit, dass andere Branchen wie zum Beispiel der Textilsektor dagegen quasi unbedeutend waren.

Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich auch Großbetriebe der Schneidwarenindustrie in Ohligs nieder. Dazu zählten unter anderem die Firma Gerling, die noch in den 1970er Jahren mit 470 Beschäftigten der größte Taschenmesserhersteller Deutschlands war, sowie die Firma Altenbach & Söhne mit 220 Beschäftigten um 1970, die Schneidwaren aller Art herstellte. Daneben bestanden vor allem kleinere und mittlere Hersteller wie das Unternehmen Robert Herder (Windmühlenmesser). Große Firmen arbeiteten noch Ende des 20. Jahrhunderts in nennenswerter Zahl mit Heimarbeitern.

Die Poschheider Mühle war der erste Standort der Firma Bremshey

Die Fabrikfertigung in Ohligs begann indes nicht in der Schneidwarenindustrie, sondern in der Herstellung von Bügelrahmen für Taschen, Zigarren- oder Zigarettenetuis. Diese sogenannten Bügelfabriken ergänzten ab den 1840er Jahren die Schneidwarenindustrie. Hinzu kam wie in Wald ab Ende des 19. Jahrhunderts auch die Schirmfuniturenindustrie. Die Fabrikfertigung von Schirmgestellen sorgte für die massive Vergünstigung von Schirmen. Großfabriken wie Kortenbach & Rauh in Wald sowie Bremshey & Co. in Ohligs entstanden.[4]:15ff.

Die Firma Bremshey & Co.,[25] hatte ihren Standort von der Poschheider Mühle zu einer Fläche westlich der Bahnlinien (heute Kelders- und Bremsheyplatz) verlagert und dort zunächst Bajonette und Gewehre produziert. Der Betrieb ging aber 1876 zur Herstellung von Regenschirmgestellen über. Nach Erfindung des Taschenschirms begann Bremshey 1932 mit dessen Serienproduktion unter dem Markennamen Knirps. Neben der Produktion in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs Ohligs wurde später jenseits der Stadtgrenze zu Hilden ein zweiter Standort eingerichtet, den heute die Firma Qiagen nutzt. Die Verwaltung der Bremshey AG blieb bis zum Konkurs 1982 an der Ahrstraße in Ohligs.

Östlich der Bahnlinien, an der Weyerstraße, nahm 1897 die Firma Kronprinz AG für Fahrradteile der Unternehmer Rudolf Kronenberg und Carl Prinz die Fertigung von Fahrradrädern auf. Daraus wurde später die Produktion von Rädern für PKW und LKW. Nach dem Tod der Gründer (1907 und 1934) übernahm Mannesmann schrittweise alle Aktien von Kronprinz. 1997/1999 kaufte Michelin in zwei Schritten das Unternehmen. Die Räderfertigung wird am Standort deutlich verkleinert von den Unternehmen Kronprinz und Borbet getrennt weitergeführt.

Die Deindustrialisierung ab den 1980er Jahren, die mit Abwanderungen der Industrie infolge mangelnder Gewerbeflächen oder Fabrikschließungen und massiven Arbeitsplatzverlagerungen einherging, hat einen Strukturwandel zur Folge gehabt. Nach dem Konkurs von Bremshey 1982, ging Gerling 1987/1989 in Insolvenz, die Firma Klopp folgte 1991.[4]:15ff. Am 24. März 1989 schloss die 1753 gegründete Brauerei Beckmann in Ohligs ihre Pforten.[10]:15ff. Die Stadt ist seither darum bemüht, vermehrt Dienstleistungsunternehmen in Ohligs anzusiedeln. In der ehemaligen Mathildenhütte an der Kronenstraße siedelte sich zum Beispiel 1997 die Firma Zweibrüder Optoelectronics an, die sich mit der Produktion von Taschenlampen der Marke LEDLENSER einen Namen gemacht hat. Noch immer gibt es viele kleine und mittlere Unternehmen der Schneidwarenindustrie im Stadtteil. Die größten Arbeitgeber aber sind heute die St.-Lukas-Klinik mit rund 700 Mitarbeitern sowie die Automobilzulieferer Kronprinz und Borbet mit je etwa 500 Beschäftigten.

2016 hat das Softwareunternehmen Codecentric AG auf dem ehemaligen Buschmann'schen Gelände östlich des Bahnhofs die neue Konzernzentrale fertiggestellt. In Deutschland, Bosnien, Serbien und den Niederlanden ist Codecentric an 14 Standorten vertreten und beschäftigt aktuell über 350 Mitarbeiter (Stand 2017).[26]

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Einkaufsmöglichkeit ist die Fußgängerzone auf der Düsseldorfer Straße mit Kettenläden und zahlreichen inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften. In den 1960er Jahren wurde die Straße zur Fußgängerzone zurückgebaut. Heute bilden die restaurierten Hausfassaden ein historisches Ensemble gewachsener Stadtstruktur aus der Gründerzeit.

Einkaufszentrum O-Quartier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 erwarb die Graf von Thun und Hohenstein Veit Gewerbebauten KG[27], ein 2,2 Hektar großes Areal am Ohligser Marktplatz, zwischen Aachener Straße und Heiligenstock. Auf dem Areal der ehemaligen Textilfabrik Olbo will die Eigentümergesellschaft ein Einkaufscenter mit dem Namen O-Quartier realisieren. Die Graf von Thun und Hohenstein Veit Gewerbebauten KG hat das geplante Investitionsvolumen für das O-Quartier auf ca. 40 Millionen Euro beziffert.[28]

Der ursprüngliche Bebauungsplan sah eine Gesamteinzelhandelsfläche von 9000 m² vor. Dieser Bebauungsplan erntete Skepsis und verursachte einen großen Widerstand in der Ohligser Bürgerschaft.[29] Aufgrund der massiven Kritik über den alten Bebauungsplan, beschloss die Solinger Stadtverwaltung einen neuen Bebauungsplan. Dieser soll dem Projekt O-Quartier konzeptionell neuen Schub verschaffen.[30] Der neue Bebauungsplan soll das Einzelhandelsangebot reduzieren und sieht erheblich mehr Wohnraum vor.[31] Die Verkaufsfläche für das O-Quartier soll im neuen Bebauungsplan von 9000 m² auf 5000 m² sinken.[32]Dagegen wehrt sich der Investor. Die Eigentümergesellschaft beurteilt, dass ein O-Quartier mit nur 5000 m² Verkaufsfläche nicht umsetzbar sei. Als Kompromiss hat die Eigentümergesellschaft vorgeschlagen, die Verkaufsfläche weniger als von der Stadtverwaltung gefordert zu reduzieren und 89 Wohnungen zusätzlich zu bauen.

Die erheblichen Zweifel konnten bis jetzt nicht ausgeräumt werden, dass das ursprüngliche Konzept dem gewünschten Einkaufsverhalten der Ohligser Bürgerschaft entspricht. [33]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle Solingen befindet sich wenige Kilometer südlich an der A 3 auf dem Gebiet der Stadt Langenfeld an der Stadtgrenze zu Aufderhöhe. Seit dem Jahre 1936 ist Solingen mit dieser Anschlussstelle an das Fernstraßennetz angebunden. Das Hildener Kreuz, Schnittstelle der Autobahnen 3 und 46 liegen mit der Anschlussstelle Hilden etwa acht Kilometer nordwestlich.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ICE in Solingen Hauptbahnhof

In Ohligs liegt mit dem Solinger Hauptbahnhof der wichtigste Bahnhof Solingens mit ICE- und IC-Verbindungen auf der Bahnstrecke KölnWuppertal. Von hier aus ist der Kölner Hauptbahnhof in 18 Minuten zu erreichen. Nach Düsseldorf und weiter in Richtung Dortmund verkehrt die Linie S 1 der S-Bahn Rhein-Ruhr. Diese bedient im Westen Ohligs‘ zusätzlich noch den Haltepunkt Solingen Vogelpark. Außerdem verbindet die S-Bahn-Linie 7 (Der Müngstener) Ohligs mit Remscheid und Wuppertal.

Die bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 bestehende Direktverbindung zum Bahnhof Düsseldorf Flughafen Terminal (damalige Linie S 7) wurde zugunsten des durchgehenden Verkehrs nach Dortmund aufgegeben. Deshalb müssen Fahrgäste zum Düsseldorfer Flughafen nun mit der S 1 bis zum Fernbahnhof Düsseldorf Flughafen fahren oder am Hauptbahnhof Düsseldorf in die von Bergisch Gladbach (über Neuss) kommende Linie S 11 umsteigen.

Mehrere zum Teil im O-Busbetrieb verkehrende Buslinien verbinden Ohligs mit Solingen-Mitte, den anderen Stadtteilen und den umliegenden Städten. Dazu gehören insbesondere die Ringlinien in der Stadt Solingen (681 und 682). Auch die Städte Haan, Hilden und Langenfeld sind mit Bussen der Stadtwerke Solingen bzw. der Rheinbahn vom Busbahnhof am Hauptbahnhof aus zu erreichen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zwei Grundschulen (Bogenstraße und Südstraße) finden sich in Ohligs als weiterführende Schulformen eine Gesamtschule und ein Gymnasium.

Geschwister-Scholl-Gesamtschule Ohligs

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist an zwei Standorten in Aufderhöhe (Klassen 5–7/Uhlandstraße) und in Ohligs (Klassen 8–13 Querstraße) untergebracht. Sie ging aus dem gleichnamigen Gymnasium hervor, das im Zuge der Errichtung der Gesamtschule 1990 aufgelöst wurde. Die Schule hat etwa 1.300 Schüler (einschließlich der gymnasialen Oberstufe) und nahm im Schuljahr 2009/10 den Ganztagsbetrieb auf. Die Scholle bietet als einzige weiterführende Schule in Solingen Italienisch (neben Englisch und Französisch) als dritte Fremdsprache ab Klasse 8 an.

Humboldtgymnasium

Humboldtgymnasium

Das Humboldtgymnasium, benannt nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, besteht seit 1903 und liegt in Solingen-Wald direkt an der Stadtteilgrenze zu Ohligs. Das in der Sekundarstufe I 5-zügige Gymnasium hat über 1.200 Schüler und etwa 80 Lehrer. Das Schulgebäude wurde 1978 eingeweiht und 2002 um einen Neubau erweitert. Zudem verfügt die Schule über eine eigene separate Sporthalle.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ohligser Südwesten befindet sich am Ende der Schwanenstraße die St.-Lukas-Klinik, die von der Kplus Gruppe betrieben wird und nach dem Städtischen Klinikum in Gräfrath das zweitgrößte Solinger Krankenhaus ist.

Das erste Ohligser Krankenhaus an der Virchowstraße ging nach der Städtevereinigung 1929 in die Städtischen Krankenanstalten Solingen über. Bereits 1934 wurde es aus Kostengründen geschlossen. Das Gebäude beherbergte daraufhin unter anderem ein Lazarett, eine Frauenklinik und war auch der erste Standort des Elisabeth-Roock-Altenheims, bevor dieses im Jahre 2006 in den Höhscheider Neubau umzog. Das alte Gebäude wurde schließlich im Sommer 2006 abgerissen und an seiner Stelle eine Wohnsiedlung errichtet.[34]

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ohligser Brunnenstraße, nahe der Cobra, befindet sich die Feuer- und Rettungswache II der Berufsfeuerwehr Solingen.[35] An der Hildener Straße im äußersten Ohligser Westen befindet sich die Löscheinheit 1 der Freiwilligen Feuerwehr Solingen.

Sport, Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadion am Hermann-Löns-Weg

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Fußballzweitligist und heutige Sechstligist (Verbandsliga Niederrhein) Union Solingen ist ein traditionsreicher Fußballverein. Seine Heimspiele richtete der Verein im Stadion am Hermann-Löns-Weg aus. Der OTV 88 ist ein bekannter Sportverein, der mit eigener neu gebauter Halle in der Nähe des Schützenplatzes viele Sportarten, wie zum Beispiel Schach, Handball und Taekwon-Do, unterrichtet.

Parks und Grünflächen, Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solinger Vogel- und Tierpark

Im Ohligser Westen liegt die Ohligser Heide, ein etwa 250 Hektar großes Naherholungsgebiet mit Wald-, Heide- und Sumpfflächen. Dazu gehört auch ein städtisches Freibad, das Heidebad. Kurz vor der Stadtgrenze zu Hilden befindet sich der Engelsberger Hof, der größte Spielplatz Solingens, mit Teich und landschaftlich reizvoll inmitten der Heide gelegen. Am Rande der Heide befindet sich das seit 2010 zum Verkauf vorgesehene Stadion am Hermann-Löns-Weg und der 1927 gegründete Solinger Vogel- und Tierpark. In den ehemaligen Gebäuden der Brauerei Beckmann an der Kottendorfer Straße ist seit einigen Jahren die Diskothek Getaway untergebracht. Die Ostseite des Bahnhofes zusätzlich beleben soll das kurz vor der Realisierung stehende Galileum Solingen.

Dürpelfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Volksfest in Solingen ist das Dürpelfest in Ohligs mit ca. 100.000 Besuchern, an allen drei Festtagen zusammen. [36] Ursprünglich geht das Dürpelfest als Teil der Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum der Stadtrechte Solingens im Jahr 1974 zurück. Die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft e. V. (OWG) organisiert, veranstaltet und verantwortet seit dem Jahr 1975 dieses Volksfest und hat es im Mai 1975 offiziell als Dürpelfest initiiert. Dürpel sind in der Solinger Mundart die Stufen zur Eingangstür eines Hauses. Das Dürpelfest findet jedes Jahr an einem Mai-Wochenende in der Fußgängerzone, der Düsseldorfer Straße, in der Ohligser Innenstadt statt. An über 40 Ständen und einem Kirmes-Platz mit Fahrgeschäften (Ohligser Marktplatz) wird den Besuchern ein vielfältiges Programm angeboten. Berühmt ist das Dürpelfest vor allem für live gespielte Musik von unterschiedlichsten Bands, die ohne Eintritt auf fünf Bühnen vor Publikum spielen.

Das 44. Dürpelfest findet vom 25. bis einschließlich 27. Mai 2018 statt.[37]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister (der ehemaligen Städte Ohligs und Merscheid)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten übten in der Bürgermeisterei Merscheid beziehungsweise Stadt Ohligs das Amt des Bürgermeisters aus:[38]

  • Johann Abraham Koeller, Bürgermeister von Merscheid (1808–1811)
  • Peter Daniel Koeller, Bürgermeister von Merscheid (1811–1837)
  • Franz von Falderen, Bürgermeister von Merscheid (1837–1848)
  • Friedrich Wilhelm Tilmes, Bürgermeister von Merscheid (1851–1863)
  • Theodor Kelders (1832–1910), Bürgermeister von Merscheid (1863–1889)
  • Paul Martin Trommershausen, Bürgermeister von Merscheid/Ohligs (1889–1903)
  • Karl Czettritz (gest. 1920), Bürgermeister von Ohligs (1903–1920)
  • Paul Sauerbrey (1876–1932), Bürgermeister von Ohligs (1922–1929)

In den Jahren 1817 bis 1848 wurden die Gemeinden Wald und Merscheid in Personalunion verwaltet. Nach dem Tod des Bürgermeisters Peter Daniel Koeller verwaltete der kommissarische Bürgermeister Gottlieb Kyllmann die Gemeinde bis zum Amtsantritt des Bürgermeisters von Falderen. Nach dem Abgang des Bürgermeisters von Falderen wurde die Gemeinde von Friedrich Wilhelm Tilmes bis zu seinem Amtsantritt kommissarisch verwaltet. Ab dem 1. Oktober 1920 wurden die Verwaltungsgeschäfte zunächst von dem Beigeordneten vom Bruch geführt. Dieser wurde jedoch zum Bürgermeister von Leer (Ostfriesland) gewählt und schied so am 20. November 1920 aus. Nach diesem führte der Beigeordnete Menge und anschließend der Beigeordnete Wilhelm Langhans die Verwaltungsgeschäfte, bis Paul Sauerbrey 1922 sein Amt antrat.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einziger Ehrenbürger der Stadt Ohligs ist der langjährige Stadtverordnete von Merscheid/Ohligs, Otto Nippes (1842–1922), der von 1881 bis 1911 auch ehrenamtlicher Beigeordneter war.[39]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ohligs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rheinischer Städteatlas Ohligs; Lfg. XII Nr. 66, 1996; Bearbeiterin: Elisabeth Reuß; Rheinland-Verlag Köln, ISBN 3-7927-1565-1
  • Johannes Fahmüller, Ralf Rogge, Marco Kieser: Villen in Solingen. Bürgerliche Wohnhäuser zwischen 1860 und 1950. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-292-6.
  • Manfred Kohl: Zeitsprünge Solingen-Ohligs. Sutton-Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-229-2.
  • Ralf Rogge, Armin Schulte, Kerstin Warncke: Solingen – Großstadtjahre 1929–2004. Wartberg Verlag 2004, ISBN 3-8313-1459-4
  • Ralf Rogge: Ohligs wie es früher war Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-8313-1177-3.
  • Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. 3 Bände, Braun, Duisburg
    • Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. 1969, DNB 457973358.
    • Band 2: Von 1700 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 1972, ISBN 3-87096-103-1.
    • Band 3: Aus der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1975, ISBN 3-87096-126-0.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Solinger Tageblatt vom 4. August 2015, S. 19
  2. http://www2.solingen.de/C12572F800380BE5/files/InternetAltersgruppenStadtbezirke.pdf/$file/InternetAltersgruppenStadtbezirke.pdf
  3. a b Quelle: Stadt Solingen, Stadtdienst Statistik (Bevölkerung)
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q Rheinischer Städteatlas Ohligs; Lfg. XII Nr. 66, 1996; Bearbeiterin: Elisabeth Reuß; Rheinland-Verlag Köln
  5. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/600-neue-arbeitsplaetze-im-hansa-quartier-aid-1.6865336
  6. http://www.zeitspurensuche.de/02/sgoohl1.htm
  7. Manfred Kohl: Zeitsprünge Solingen Ohligs. Sutton-Verlag, Erfurt 2007, S. 9–13.
  8. Manfred Kohl: Zeitsprünge Solingen Ohligs. Sutton-Verlag, Erfurt 2007, S. 14–15.
  9. a b c Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. Aus der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1975, Band 3, Braun, Duisburg 1975, , ISBN 3-87096-126-0.
  10. a b c d Ralf Rogge, Armin Schulte, Kerstin Warncke: Solingen – Großstadtjahre 1929–2004. Wartberg Verlag 2004, ISBN 3-8313-1459-4
  11. Manfred Kohl: Zeitsprünge Solingen-Ohligs, S. 54
  12. Stadt Solingen: Flyer zur Neugestaltung des Busbahnhofes (PDF-Dokument)
  13. Solinger Morgenpost: Neue Konzepte für alte Hallenbäder, vom 24. März 2016, abgerufen am 27. März 2016
  14. Stadtentwicklungskonzept Ohligs auf der Webseite der Stadt Solingen
  15. Stadtteilbüro Ohligs
  16. Solinger Tageblatt: Ohligs rückt ins Blickfeld, vom 21. März 2016
  17. Marina Alice Mutz: Wappenbeschreibung. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 30. März 2016 (deutsch).
  18. http://www2.solingen.de/C12572F800380BE5/files/InternetAltersgruppenStadtbezirke.pdf/$file/InternetAltersgruppenStadtbezirke.pdf
  19. Michaela Böhm: Trappeto-Solingen-Trappeto … und zurück. Deutschlandradio Kultur, 20. Dezember 2015, abgerufen am 30. März 2016 (deutsch).
  20. Uli Preuss: Ohligser Italiener haben mehr als eine Heimat. In: Solinger Tageblatt. 6. Juli 2016, abgerufen am 6. Juli 2016.
  21. Vorsteher werden Bezirksbürgermeister. In: Solinger Morgenpost. 15. Juli 2011, abgerufen am 11. März 2015.
  22. https://ratsportal.solingen.de/ris/inhalt/bezirksvertretung-ohligs-aufderhoehe-merscheid/ www.ratsportal.solingen.de/
  23. Johannes Fahmüller, Ralf Rogge, Marco Kieser: Villen in Solingen. Bürgerliche Wohnhäuser zwischen 1860 und 1950. Worms 2009, S. 46/47, 69–72, 107/108, 120–124, 139/140, 169–173, 186–189, 193–197, 209/210, 218–231, 234–238, 246/247.
  24. Marina Alice Mutz: Engelsberger Hof. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 17. April 2016 (deutsch).
  25. Chronik der Bremshey AG. Archiviert vom Original am 4. Oktober 2013, abgerufen am 7. August 2014 (deutsch).
  26. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/codecentric-bezieht-neubau-in-ohligs-aid-1.6409447
  27. http://graf-thun.de/pages/impressum.php
  28. https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/wirtschaft/plaene-einkaufszentrum-liegen-truemmern-6775502.html
  29. http://www.ohligser-jongens.de/index.php/ohligs/o-quartier
  30. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/graefin-sieht-treffen-als-eine-der-letzten-chancen-an-aid-1.6859175
  31. https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/graefin-wollen-o-quartier-gemeinsam-planen-8397501.html
  32. http://www.stadtteilbuero-ohligs.de/
  33. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/stadtrat-entscheidet-ueber-o-quartier-aid-1.6798259
  34. Marina Alice Mutz: Zwei Geburtshäuser in Ohligs. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 11. April 2016 (deutsch).
  35. Feuer und Rettungswache II auf solingen.de, abgerufen am 30. März 2016
  36. https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/knapp-besucher-beim-duerpel-8336361.html
  37. http://owg-ohligs.de/nachrichten/lesen/25-27052018-duerpelfest/ba28b7a94edd108a938082c6da9dea48/
  38. Marina Alice Mutz: Solinger Bürgermeister. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 26. März 2016 (deutsch).
  39. Solinger Tageblatt: Nippesstraße aus der Reihe Straßennamen, 2016