Ohligs

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Stadtteil Ohligs
Stadt Solingen
Wappen von Stadtteil Ohligs
Koordinaten: 51° 9′ 41″ N, 7° 0′ 42″ O
Höhe: 100 (–160) m ü. NHN
Einwohner: 19.978 (2015)[1]
Eingemeindung: 1929
Postleitzahlen: 42697, 42699
Vorwahl: 0212
Karte
Lage von Stadtteil Ohligs in Solingen

Ohligs ist der bevölkerungsreichste Stadtteil der nordrhein-westfälischen Großstadt Solingen und war viele Jahrhunderte ein Teil der damals größeren Siedlung und späteren Stadt Merscheid.[2] Als man in den 1860er Jahren eine Bahnstrecke zwischen Haan-Gruiten und Köln-Deutz realisieren wollte, kam eine optimale Trassenführung nur über Ohligser Siedlungsgebiet infrage. Ein verkehrsgünstiger und notwendiger Bahnhof konnte nur auf der damals unbebauten Brachfläche der alten Hofschaft Ohligs gebaut werden. Der neue Bahnhof wurde mit der offiziellen Inbetriebnahme der Bahnstrecke Gruiten–Deutz am 25. September 1867 eröffnet und erhielt zunächst den Namen Bahnhof Ohligs-Wald.

Aufgrund der enormen Wirtschaftsentwicklung, verursacht durch den Bau des Bahnhofs und der Zuwanderung von Neubürgern, nahm die Bedeutung von Ohligs rapide zu.[3] Am 11. August 1891 wurde die Stadt Merscheid in Ohligs umbenannt und Ohligs entwickelte sich zur einer prosperierenden Mittelstadt im Landkreis Solingen. Durch politischen Beschluss und gegen den Willen der Mehrheit der Ohligser Bürgerschaft, wurde Ohligs am 1. August 1929 mit den Städten Wald, Höhscheid, Gräfrath und Solingen zur neuen Großstadt Solingen zusammengeschlossen.

Hauptbahnhof im Solinger Stadtteil Ohligs
Ohligs-Mitte (hier die Düsseldorfer Straße)
Ohligser Naherholungsgebiet (hier der Stiehlsteich)
Ohligser Hofschaft Maubes
Ohligser Hofschaft Poschheide

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohligs ist Teil der Mittelbergischen Hochflächen. Die Gesteine bestehen hauptsächlich aus Devonischen Schiefer, Grauwacken und Sandsteine. Nach Westen fällt der Stadtteil mit deutlicher Neigung zur Bergischen Heideterrasse ab. Ohligs liegt auf etwa 100 bis 160 Metern über NHN. [4] Der Stadtteil ist relativ flach und im Naherholungsgebiet Ohligser Heide befindet sich Solingens tiefster Punkt. Er beträgt nur 53 Meter über dem Meeresspiegel.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heute zu Ohligs gehörende Gebiet erstreckt sich beiderseits der Bahnstrecke Haan-Gruiten und Köln-Deutz, die den Stadtteil in zwei Teile teilt. Dem westlichen Teil gab der Volksmund den Namen Unterland, der östliche heißt Oberland. Grenzen zu den Nachbarstadtteilen Wald im Norden, Merscheid im Osten und Aufderhöhe im Süden sind offiziell nicht definiert, die Stadtteile gehen folglich vielerorts fließend ineinander über.

An vielen Stellen konnte Ohligs sein kleinstädtisches Flair mangels Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und trotz diverser Abbrüche in der Nachkriegszeit bewahren. Ein Großteil von Ohligs gilt heute mit seiner Architektur als idealtypisch für eine deutsche Kleinstadt im Stil der Gründerzeit (1871–1914).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ohligser Stadtgebiet kann man heute von Nordosten bis Südwesten grob in drei Bereiche gliedern.

Ohligs-Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum des heutigen Stadtteils Ohligs ist noch immer der Hauptbahnhof in Ohligs-Mitte, den in der Vergangenheit diverse andere öffentliche Bauwerke umgaben, wie z. B. das Rathaus, das Amtsgericht, die Festhalle, das Schwimmbad Sauerbreystraße, einige Schulen, die Postfiliale und die Polizei.[5] Speziell das Viertel westlich des Bahnhofes (Unterland) um die Düsseldorfer Straße zeigt vielfach eine geschlossene Bebauung mit Gebäuden des Historismus und vereinzelt auch des Klassizismus. Typisch sind vor allem die zweistöckigen Wohnhäuser aus der Zeit zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Ersten Weltkrieg. Auch viele Fabrikantenvillen aus dieser Zeit befinden sich in Ohligs, insbesondere entlang der Hauptstraßen oder der bedeutenderen Nebenstraßen.[6] Das Unterland kennzeichnen diverse Wohngebiete, einige haben ihre Ursprünge in der Gründerzeit oder den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und wurden in der Nachkriegszeit umfassend erweitert. Zusammenhängende Gewerbegebiete gibt es nur wenige im Stadtteil. Eines befindet sich am Heiligenstock westlich des Marktplatzes, ein weiteres an der Mühlenstraße. Weitere Gewerbeflächen liegen östlich des Bahnhofes (Oberland) und an der Kottendorfer Straße, besonders prägen Lagerhallen oder alte Werkstätten in Hinterhöfen dieses Wohngebiet.

Lochbachtal und Ittertal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Caspersbroich im Ohligser Ittertal

Auf dem Höhenrücken nördlich des Lochbachtals ist der Stadtteil Ohligs überwiegend dünn besiedelt. Dort befinden sich neben vielen Wald- und Ackerflächen noch einige für das Bergische Land typische Hofschaften mit ihren häufig verschieferten Fachwerkhäusern. Dies umfasst besonders das Gebiet zwischen den beiden Bahnstrecken Gruiten–Deutz und Düsseldorf–Solingen und dort hauptsächlich die Hofschaften Keusenhof, Schnittert, Maubes, Wilzhaus und Kuckesberg. Östlich des Bahndamms, im Tal der Itter liegt das aus dem Mittelalter stammende Schloss Caspersbroich.

Hauptdurchgangsstraße auf dem Höhenrücken ist die Landesstraße 85, die Weyerstraße, die Ohligs mit Wald und Gräfrath verbindet. An der Straße befindet sich das umfangreiche Areal der Firmen Kronprinz und Borbet, dahinter das Industriegebiet Monhofer Feld. Der Stiehlsteich, ein ehemals von der Firma Kronprinz angelegter Stauteich, befindet sich westlich des Firmengeländes und fungiert heute als Naherholungsgebiet für die in den Nachkriegsjahren entstandene Wohnsiedlung Dresdener/Leipziger Straße. Südlich der Weyerstraße befindet sich um die Deusberger Straße eine zum Teil stark in das Lochbachtal abfallende Wohnsiedlung, die ab der Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert entstanden war und in der Nachkriegszeit umfassend erweitert wurde.

Ohligser Heide und Hackhauser Wald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Ohligs-West und Solingen-Mitte befindet sich die Stadtautobahn Landesstraße 141n, die sogenannte Viehbachtalstraße. Ein Zubringer der Landesstraße 288 führt durch das Viehbachtal weiter bis zur großen Straßenkreuzung an der Bonner Straße. Gegenüber befindet sich das in den 1970ern entstandene ehemalige Verwaltungsgebäude der Solvay GmbH. Das Hochhaus am Rande der Ohligser Heide wird heute von der Solinger Stadtverwaltung genutzt. Die Ohligser Heide ist ein bis in das 20. Jahrhundert hinein mehrheitlich von Heide bedecktes Gebiet, das im Zuge von Wiederaufforstung zwischen 1877 und dem Ersten Weltkrieg heute zu großen Teilen bewaldet ist. Erst seit dem Jahr 2000 ist man darum bemüht, durch Heiderenaturierung den ursprünglichen Charakter der Landschaft wiederherzustellen.[7] Die Ohligser Heide ist durch zahlreiche Radwanderwege erschlossen. Inmitten der Heide befindet sich das Freibad Heide, außerdem der Spielplatz Engelsberger Hof und am Rande der Heide der Solinger Vogel- und Tierpark.

Hackhauser Wald (hier das Schloss Hackhausen)

Die Siedlung Hackhausen, die dem Waldgebiet Hackhauser Wald dem Namen gab, wird heute durch die Landesstraße 228, die Bonner Straße geteilt. Östlich der Straße liegt in einer Kurve das Wasserschloss Hackhausen, dessen Wurzeln als Adelssitz bis in das Mittelalter zurückreichen. Rund um die bewaldete Ortslage Hackhausen finden sich zudem drei repräsentative Herrenhäuser der Industriellenfamilie Berg aus der Zeit zwischen 1890 und 1950, darunter die denkmalgeschützte Villa Berg und der Waldhof Hackhausen.

Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohligser Hofschaft Engelsberg

Innerhalb von Ohligs gibt es viele Wohnplätze. Einige davon sind für das Bergische Land typische Hofschaften, deren Grenzen aber nicht genau festgelegt sind. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über einen Großteil dieser Wohnplätze:

  • Brabant, Broßhaus, Buschfeld, Caspersbroich, Deusberg, Engelsberg, Engelsberger Hof, Hackhausen, Hansa-Quartier[8], Keusenhof, Kovelenberg, Mankhaus, Maubes, Monhofer Feld, Olbo-Park, O-Quartier[9], Poschheide, Scharrenberg, Schnittert, Suppenheide, Waldsiedlung[10], Wilzhaus, Verlach

Nachbarstadtteile und -städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar angrenzender Nachbarstadtteil von Ohligs (entgegen dem Uhrzeigersinn) ist im Norden der Stadtteil Wald, der direkt an Ohligs grenzt. Die Städte Haan, Hilden und Langenfeld sind es im Westen. Im Süden grenzt der Solinger Stadtteil Aufderhöhe an Ohligs an und im Osten sind es die Stadtteile Merscheid und Höhscheid. Die mittlere Entfernung zum Solinger Stadtzentrum beträgt ca. 9 Kilometer.

Haan Wald Merscheid
Hilden Nachbargemeinden Höhscheid
Langenfeld Aufderhöhe Höhscheid

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensherkunft von Ohligs konnte bis heute nicht zweifelsfrei geklärt werden. Die älteste nachweisbare schriftliche Nennung des Ortsnamens Ohligs wurde in einer auf den 22. April 1714 datierten (handgezeichneten) Karte von Joan Peter gefunden. Auf dieser Karte ist ein Wegenetz, bestehend aus Trampelpfaden, zu erkennen, welches um die Hofschaft Olligs gezeichnet wurde. Gepflasterte Straßen aus Stein waren auf Ohligser Gebiet erst ab den 1850er Jahren üblich. Beim Versuch einer Deutung des Ortsnamens stellte der letzte Bürgermeister der Stadt Ohligs, Paul Sauerbrey (1876–1932), fest: „Den Ursprung des Namens unserer Stadt einwandfrei zu erklären, ist nicht möglich. Darüber haben sich die Geschichtsforscher gestritten und werden auch in der Zukunft kaum zu einer geschichtlich einwandfreien Erklärung kommen. Wie in vielen Fällen bei Gründungen von Gemeinwesen, wird auch im Falle unserer Stadt der Name eines Menschen sich fortgeerbt und der ersten Siedelung den Namen gegeben haben. Da heute noch der Name ,Ohliger‘ in der Umgebung vertreten ist, hat diese Vermutung immerhin den Schein einer Möglichkeit.“[11]

Anfänge bis Französische Besatzung (um 1000–1808)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Erich Philipp Ploennies: Einzelhöfe (um 1715) im damaligen Großraum Solingen

Auf Ohligser Gebiet reichen die Siedlungsanfänge bis in das 10. Jahrhundert zurück. Wie in der gesamten Region des Bergischen Landes war zunächst die sogenannte Einzelhofbesiedlung mit sehr wenigen Bewohnern üblich, die sich an dazu geeigneten Stellen weilerartig verdichtete. Der ursprüngliche Kernort Ohligs wurde von den ersten Siedlern in der Gegend um die heutige untere Düsseldorfer Straße bzw. an der Abzweigung zum Heiligenstock gegründet. Diese sehr kleine Gruppe von Siedlern (weniger als 30 Menschen) hat möglicherweise den heute nicht mehr existierenden Ohligs-Hof gegründet. Einige Historiker gehen davon aus, dass der Name Ohligs auf diese alte Hofbezeichnung zurück geht. Ein kurzes Straßenstück zwischen Eller und Bonner Straße trägt heute den Namen „Im Ohligs“ und erinnert an diese alte Hofbezeichnung.[4]:1f.

Die heutige Ortslage von Ohligs bestand über Jahrhunderte aus nicht mehr als ein paar Bauernhäuser in Form einer bergischen Hofschaft, deren ungefährer Standort noch heute anhand des Straßenstücks Im Ohligs nachvollzogen werden kann. Neben der Hofschaft Ohligs existierten zahlreiche weitere, wie etwa Schnittert, Barl, Hüttenhaus oder Maubes, deren Jahrhunderte alte Fachwerkhäuser heute einen Spiegel jener Zeit darstellen. Noch um 1715 hatte sich im Raum Ohligs kein Siedlungskern herausgebildet. Die Karte von Erich Philipp Ploennies weist lediglich diverse Einzelhöfe sowie vereinzelte Schleifkotten aus, die hauptsächlich an den Ufern von Vieh-, Loch- und Itterbach lagen. Die Geschichte der Hackhauser Mühle lässt sich bis in das Jahr 1639 zurückverfolgen. Erst 1715 genannt werden die Broßhauser Mühle und die Scharrenberger Mühle am Viehbach.[4]:11 Von den insgesamt 41 Hofschaften, die dem Deutzer Fronhof im Jahre 1788 den Feld- und Sackzehnt ablieferten, lagen 19 auf dem Gebiet der späteren Bürgermeisterei Merscheid/Ohligs.[4]:2f. Dies waren (heutige Schreibweise): Poschheide, Engelsberg, Untenmankhaus, Scharrenberg, Wahnenkamp, Suppenheide, Kullen, Rennpatt, Hüttenhaus, Bockstiege, Piepers, Ohligs, Scheidt, Potzhof, Brabant, Diepenbruch, Broßhaus, Kottendorf und Kuckesberg. Den Fruchtzehnt hatten die Höfe Garzenhaus, Heipertz und Monhof abzuliefern.[4]:3f. Über die Jahrhunderte bestanden zwei Hofgerichte, das eine am Deutzer Hof, das andere in Schnittert. Das Schnitterter Land- und Hofgericht war der Kellnerei Burg zugehörig.[4]:4 Neben diesen Hofschaften waren seit dem Mittelalter auch das Schloss Hackhausen sowie der Rittersitz Schloss Caspersbroich auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils von Bedeutung.[12]

Napoleon mit seiner Garde impériale (1806)

Unter Napoleon Bonaparte und seiner Garde impériale wurde der Deutzer Hof säkularisiert und der Klerus verlor seine Besitztümer auf Ohligser Gebiet. Unter französischer Besatzung entstand 1806 das Großherzogtum Berg, zu dem auch der Ohligser Raum innerhalb des Arrondissement Elberfeld gehörte.

Unter Merscheider Verwaltung (1808–1891)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

französische Besatzungssoldaten (um 1812)
Ohligs, mit seinen Nachbargemeinden (in den Grenzen bis 1929)
Fachwerkhaus der Ohligser Hofschaft Scharrenberg

Im Zuge der Installation eines neuen Verwaltungssystems (nach französischer Art) wurde 1808 die damals neue Mairie Merscheid gebildet. Die Mairie Merscheid entstand aus den alten fünf Honschaften des Kirchspiels Wald, namentlich Schnittert, Barl, Bavert, Limminghofen und Hackhausen. Diese fünf Honschaften gelten bis heute als Ohligser Ursprungsland.[13]

Erstes Merscheider Gemeindehaus an der Weyerstraße 75 (erbaut 1868)

Das Ohligser Siedlungsgebiet stand fortan unter Merscheider Verwaltung, das in Größe und Siedlungsverdichtung zu diesem Zeitpunkt noch bedeutsamer war als die benachbarte kleine Hofschaft Ohligs, die nur sehr wenige Häuser hatte. Im Jahre 1815 wurde aus der Mairie eine preußische Bürgermeisterei, die zum Kreis Solingen innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf gehörte. Das Urkataster von 1830 zeigt für Ohligs und noch ausgeprägter für Merscheid deutliche Siedlungskernbildungen an. Zu diesem Zeitpunkt (um 1830) lebten im Raum Ohligs/Merscheid ca. 4.000 Einwohner. Außerdem avancierte die Weyerstraße, die Ohligs mit der Stadt Wald verbindet, zur bevorzugten Wohngegend und wurde alsbald zum Zentrum des Gemeindelebens. Dort hatten zunächst auch die Bürgermeister Merscheids ihren Amtssitz. Von 1817 bis 1848 wurden die Bürgermeistereien Wald und Merscheid zudem in Personalunion verwaltet. Auf diese Weise konnten die Kosten für das Gehalt des Bürgermeisters geteilt werden. Merscheid wurde im Zuge der preußischen Städteordnung am 24. September 1856 das Stadtrecht verliehen.[4]:2f.

evangelisches Gemeindehaus Ohligs an der Mankhauser Straße 13

Von 1864 bis 1867 wurde eine Bahnstrecke durch das Lochbachtal in Ohligs gebaut. Für den Bau des dafür notwendigen Bahndamms, mussten viele umliegende Hofschaften weichen. Als Beispiel dienen die ehemaligen Hofschaften Kullen und Kulltappen östlich des Bahndamms.[14] Bei der Hofschaft Hüttenhaus östlich von Ohligs entstand mit dem Bahnhof Ohligs-Wald, der am 25. September 1867 eröffnet wurde, der erste Bahnhof auf heutigem Solinger Gebiet. Noch im Jahre 1867 baute man eine Stichstrecke von Ohligs nach Solingen mit Bahnhof am Weyersberg. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz bewirkte eine ökonomische Trendwende im Ohligser Kerngebiet: Die Gegend um den damals neuen Bahnhof wurde zum bevorzugten Siedlungsgebiet, das sich mit Handel, Industrie und Wohnen immer weiter verdichtete. Zur Anlage eines Marktplatzes in Ohligs kaufte man im Jahre 1866 Grundstücke an der unteren Düsseldorfer Straße, 1875 wurde der Marktplatz erweitert. Um 1860 gründete sich die evangelische Kirchengemeinde Ohligs. Kurz darauf wurde ein evangelischer Friedhof angelegt, 1865 errichtete man die evangelische Kirche an der heutigen Wittenbergstraße, 1866 folgte die Einweihung. 1887 wurde ein neuer Friedhof westlich der Bonner Straße angelegt, der 1896 und 1907 erweitert wurde. Im Jahre 1868 erfolgte der Bau eines Rathauses, das man in Merscheid Gemeindehaus nannte, oberhalb der Hofschaft Engelsberg. Es wurde bis 1876 von Bürgermeister Kelders benutzt. Um 1875 wurde zudem ein Ortsstatut erlassen, das die Aufstellung von Fluchtlinienplänen vorsah. Damit einher gingen die ersten offiziellen Straßennamen in der Stadtgemeinde Merscheid, während die weilerartige Besiedlung zuvor kaum eigene Straßennamen hervorgebracht hatte. Zu den ersten Straßennamen gehörten: Hauptstraße, Wiesenstraße, Taubenstraße, Lindenstraße, Zweigstraße, Hofstraße, Herzogstraße und Mittelstraße, von denen nur die Tauben-, Hof-, Herzog- und Mittelstraße heute noch diese Namen tragen.[4]:3

Die Bahnstrecke trennte Ohligs in zwei Teile, das Oberland im Osten und das Unterland im Westen. Damit eine Querung der Strecke dennoch möglich war, errichtete die Bahn in Höhe des Bahnhofs 1878 eine Seilbrücke von 48 Meter Länge und 1,50 Meter Breite. Doch die Brücke war selbst für Fußgänger auf lange Sicht zu eng und die Aufgänge zu steil. Im Jahre 1884 wurde eine neue Brücke aus Stein errichtet, die nun 2,05 Meter breit war und im Volksmund den Namen Jammerbrücke trug, da auch sie bei der Verkehrsbelastung nicht ausreichend war. Trotz Protesten in der Bevölkerung blieb die Brücke stehen. Sie wurde später als Brücke aus Beton neu gebaut und trägt seitdem den Namen Berliner Brücke[15][16]:57f. Nach dem Bau der Korkenzieherbahn erhielt die Stadt Wald im Jahre 1890 einen eigenen Bahnhof, den damals neuen Bahnhof Wald. Der Namenszusatz Wald entfiel in Ohligs und der Bahnhof hatte von 1880 bis 1929 die offizielle Bezeichnung Bahnhof Ohligs. 1890 wurde Ohligs an das Telefonnetz angeschlossen.

Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph in Ohligs hat ihren Ursprung um 1850 und zählte weniger als 200 Gemeindemitglieder. Damals gehörten die Katholiken in Ohligs noch zur Pfarrgemeinde St. Katharina in Wald. Das Kerngebiet der Ohligser Katholiken war die so genannte „Scharrenbergerheide“ (Gebiet um die heutige Hackhauser Straße). Am 25. November 1862 erfolgte die Fertigstellung der ersten katholischen Kirche auf Ohligser Stadtgebiet an der Hackhauser Straße, die den Namen St. Joseph erhielt. Der 25. November 1862 gilt seitdem als offizielles Gründungsdatum der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph in Ohligs. Die Gemeinde hatte zu diesem Zeitpunkt schon über 700 Gemeindemitglieder. 1891 wurde diese Kirche jedoch wieder abgerissen, da sie für die wachsende katholische Gemeinde zu klein geworden war. Nur zwei Jahre später 1893 wurde an gleicher Stelle die heutige Pfarrkirche St. Joseph neu gebaut. Gemeindepfarrer Joseph Joisten segnete die neue Kirche am 19. März 1893.[17]

Die Kirche, die die Hausnummer „4“ übrigens mit dem Kölner Dom teilt, ist heute ein Gotteshaus für ca. 6.500 Ohligser Katholiken und durch den 40 Meter hohen Glockenturm das „Wahrzeichen von Ohligs“.[18]

Eigenständige Stadt Ohligs (1891–1929)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1891 wurde an der heutigen Merscheider Straße das neue Rathaus nur wenige hundert Meter vom Bahnhof Ohligs entfernt eingeweiht. Merscheid hatte zu dieser Zeit seine Bedeutung gegenüber Ohligs längst eingebüßt. Die Bevölkerungsentwicklung und die damit entstandene Finanzkraft von Ohligs, war gegenüber Merscheid so stark, dass man am 11. August 1891 Merscheid in Ohligs unbenannt hatte und Ohligs der neue Name der Kleinstadt im Landkreis Solingen wurde.[16]:47 Im Zuge erneuter Grenzkorrekturen zwischen Wald und Ohligs trat Ohligs 1893/1894 die Hofschaften Tiefendick und Scheuer an Wald ab. Ob im Gegenzug Ohligs die Hofschaft Krausen von Wald erhielt, lässt sich nicht nachweisen. Am 3. Januar 1894 wurde die Bahnstrecke von Hilden in Betrieb genommen, wodurch der Bahnhof in Ohligs zum Kreuzungsbahnhof wurde. Zwischen 1893 und 1895 entstand neben dem Rathaus das Gebäude des Amtsgerichts. Es folgten weitere städtische Versorgungseinrichtungen: Eine Gasanstalt wurde 1892 errichtet, 1897 folgte ein Wasserwerk, 1901 der Schlachthof an der Hildener Straße. 1893/1894 wurde der Bau eines gemeinsamen Krankenhauses mit der Stadt Wald diskutiert, der aber schließlich von den Ohligser Stadtverordneten abgelehnt wurde. Stattdessen errichtete man im Jahre 1897 an der Virchowstraße ein eigenes Krankenhaus. Im Jahre 1904 wurde an der Talstraße die Ohligser Festhalle eröffnet.[4]:3ff.

Auch die private Bautätigkeit rund um den Bahnhof riss nicht ab, sondern steigerte sich um die Jahrhundertwende sogar noch. Dies verdeutlicht die Einwohnerzahl von Ohligs, die zwischen 1871 und 1910 um 22 Prozent stieg. Der Kernbereich von Ohligs konnte seit dem Jahre 1900 eine starke Verdichtung aufweisen. Dies galt bis hin zu Mittelstraße, Händel- und Kamper Straße im Osten und Talstraße, Bonner Straße, Kärntener Straße und Heiligenstock im Westen. Im Kern wies die Stadt zu dieser Zeit bereits, vor allem in Richtung der Düsseldorfer Straße, eine nahezu geschlossene Bebauung mit mehrgeschossigen Gebäuden auf. Rasch bildete sich außerdem ein Stadtergänzungsgebiet, das bis hin zur Hackhauser Straße, dem Schützenplatz, der Dunkelnberger und der Grenzstraße im Südwesten reichte und im Nordwesten von der Bahnlinie begrenzt wurde. Die Hofschaften in den Randbezirken – Barl, Maubes, Schnittert, Keusenhof, Wilzhaus – blieben weilerartig, wenn auch durchsetzt von teils größeren Industriebetrieben. Insgesamt ließen Wohnen und Industrie keine klare Trennung erkennen, überwiegend bildeten sich Mischgebiete, speziell entlang der Höhenrückenstraßen (zum Beispiel die Merscheider Straße). Reine Industriegebiete bildeten sich z. B. in Weyer und am Rande der Ohligser Innenstadt.[4]:3ff. Ab 1906 plante der obere Kreis Solingen die Errichtung eines gemeinsamen Krankenhauses, dem heutigen Städtischen Klinikum. Ohligs verweigerte eine Beteiligung mit Verweis auf das bereits fertiggestellte eigene Krankenhaus. Auch weigerte man sich, das eigene Krankenhaus so umzubauen, dass auch die Stadt Wald es nutzen konnte. Im Jahre 1910 gab es zehn praktische Ärzte in Ohligs, einen Augen- und einen Tierarzt. 1912 waren insgesamt drei Apotheken in der Stadt konzessioniert.[4]:6f. Im Jahre 1920 wurde in Ohligs eine Volkshochschule gegründet. In den Jahren 1922/1923 wurde der Waldfriedhof am heutigen Hermann-Löns-Weg angelegt.

Städtevereinigung (seit 1929)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Stadt Ohligs beschloss, an der damaligen Rathausstraße (heute Sauerbreystraße) ein Hallenbad zu errichten, stand schon bei Baubeginn 1928 fest, dass die Gemeinden des oberen Kreises Solingen, namentlich Gräfrath, Wald, Höhscheid und Solingen, mit Ohligs am 1. August 1929 zu einer neuen Großstadt Solingen fusionieren sollten. Schärfster Gegner dieser Vereinigung war die Bürgerschaft von Ohligs gewesen. Aufgrund der enormen Wirtschaftskraft kämpften Ohligser Bürger und Politiker jedoch vergeblich für den Erhalt der Eigenständigkeit. Der Kampf unter Führung des letzten Ohligser Bürgermeisters Paul Sauerbrey war vergeblich und der Preußische Landtag beschloss mit Mehrheit der Stimmberechtigten Abgeordneten schließlich die Städtevereinigung.[16]:392ff. Mitte der 1930er Jahre wurde die heutige Autobahn 3 gebaut, die ganz im Westen auch über Ohligser Gebiet verläuft. Die Anschlussstelle Solingen in Langenfeld-Wiescheid wurde 1936 eröffnet.[4]:1

Beisetzung der Ermordeten vom Wenzelnberg vor dem alten Ohligser Rathaus (1945)

Noch in der Endphase des Zweiten Weltkriegs im April 1945 wurden am Wenzelnberg bei Langenfeld-Wiescheid 71 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet. Nach der Befreiung durch die Amerikaner Ende April 1945 ließen diese die Leichen exhumieren und am 1. Mai 1945 auf dem Platz vor dem Ohligser Rathaus beerdigen. Die Bevölkerung war zur Teilnahme an der Trauerfeier verpflichtet. Erst 1965 wurden die Leichen erneut exhumiert und wieder am Wenzelnberg beigesetzt, wo sich seitdem eine Gedenkstätte befindet.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Stadtteil Ohligs von den Bomben der Alliierten weitgehend verschont. Größere bauliche Veränderungen, insbesondere durch diverse Neubauten, brachte erst die Nachkriegszeit mit sich. Auch Straßen, die bislang nur locker bebaut waren, erlebten eine bauliche Verdichtung, wie etwa die Deusberger Straße. Die Grundsteinlegung für den Neubau der St.-Lukas-Klinik an der Schwanenstraße erfolgte im Jahre 1961. Ein Jahr darauf war das neue Krankenhaus fertiggestellt. Ebenso veränderte sich in dieser Zeit das Gesicht von Bahnhof und Innenstadt grundlegend. Alles begann im Januar 1967, als zunächst die umfassende Renovierung der Festhalle abgeschlossen wurde und kurz darauf, am 26. Januar 1967, das neue Empfangsgebäude des Bahnhofes Solingen-Ohligs eingeweiht wurde.[19]:43 Diesem Neubau ging der Abriss des Vorgängerbaus voraus, der zuletzt in stark ramponiertem Zustand gewesen war.[20] Erst 1970 startete der von den Ohligsern lang ersehnte Umbau des Bahnhofsvorplatzes, Baubeginn war der 1. Juli 1970. Im Zuge der Errichtung eines großzügigen Busbahnhofes musste unter anderem das stadtbildprägende sogenannte Bügeleisenhaus weichen. Ohligs erhielt ein neues Gesamtkonzept für den Verkehr, die Düsseldorfer Straße wurde zur Fußgängerzone zurückgebaut, zwei Einbahnstraßen sollten den dadurch steigenden Verkehr auffangen. Die Talstraße führte von nun an den Verkehr von Ost nach West, die Südstraße mit der verlängerten Hackhauser Straße den Verkehr aus der Gegenrichtung.[19]:47 Einige neue Wohnviertel entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Ohligser Westen. Im Zuge der Vorbereitungen für einen S-Bahn-Betrieb auf der Bahnstrecke Düsseldorf–Solingen erfolgte der Bau des Haltepunktes Solingen Vogelpark an der Hildener Straße, der am 23. Februar 1977 eingeweiht werden konnte.

Die erste S-Bahn der Linie S 7 befuhr die Strecke am 28. September 1980. Seit dem Jahre 1979 ist der Bahnhof Solingen-Ohligs an das Intercity-Netz angeschlossen. Das 68 Millionen D-Mark teure Klärwerk an der Stadtgrenze zu Hilden und Haan wurde am 22. August 1997 fertiggestellt. Am 8. November 1997 wurde die 60.000 D-Mark teure historische Persil-Uhr am Rande des Ohligser Marktplatzes offiziell eingeweiht.[19]:73 Im Zuge der Regionale 2006 sollten der Bremsheyplatz vor dem Hauptbahnhof sowie der gesamte Busbahnhof mit Taxistand ein neues Gesicht erhalten, nachdem schon das Bahnhofsgebäude selbst durch eine energetische Sanierung und barrierefreie Zugänge ein neues, modernes Erscheinungsbild in orange erhalten hatte. In diesem Zusammenhang wurden folgende Maßnahmen umgesetzt: Änderungen der Verkehrsführung im Umfeld des Bahnhofes, Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Ausstattung der Unterführung unter dem Solinger Hauptbahnhof mit neuem Farb- und Lichtkonzept[21], Bau eines Parkhauses mit 200 Stellplätzen, Verlegung des Taxistandes. Gebaut wurde von 2007 bis zum Jahr 2009, die Baukosten betrugen rund 3,3 Millionen Euro.[22] In diesem Zuge erhielt nach der Stilllegung des alten Hauptbahnhofes in der Solinger Innenstadt der Ohligser Bahnhof am 10. Dezember 2006 den neuen Namen Solingen Hauptbahnhof.

Italienische Migration (1960 bis 1980)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige italienische „Gastarbeiter“ beim Deutschunterricht (1962)

Im Zuge der Gastarbeiterbewegung kamen ab Anfang der 1960er Jahre sehr viele Italiener nach Solingen-Ohligs. Die damals noch jungen Gastarbeiter stammten fast alle aus dem nord sizilianischen Dorf Trappeto. Zwischen 1960 und 1980 sind über 70 % der Bevölkerung von Trappeto nach Ohligs ausgewandert. Die meisten Italiener in Ohligs wohnen an der Lennestraße, Weststraße und Emscherstraße, diese Wohngegend wird im Ohligser Volksmund auch Klein Napoli genannt.[23][24] Der größte Teil der ehemaligen Gastarbeiter war in der Metallverarbeitung und der Schneidwarenindustrie tätig. Einige kehrten nach Jahrzehnten zurück oder pendeln zwischen beiden Städten, viele Trappetesi leben noch heute in Ohligs. Rund 5.600 Solinger haben heute einen italienischen Pass. Damit hat Solingen den nach der Autostadt Wolfsburg zweitgrößten italienischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.[25]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohligs bildet heute, zusammen mit den beiden anderen westlichen Stadtteilen Aufderhöhe und Merscheid, den bevölkerungsreichsten Stadtbezirk Solingens. Im Jahr 2016 hatte der Bezirk über 42.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid. 12 233 Einwohner sind ausländischer Herkunft, die meisten Migranten stammen aus Italien. 8963 Menschen sind älter als 65 Jahre (Statistikstelle der Stadt Solingen).[26]

Einwohnerentwicklung und Häuserzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner- und Häuserzahlen seit Gründung der Mairie Merscheid, unter französischer Besatzung im Jahr 1808:

Jahr Einwohnerzahl Häuserzahl Bezug
1808 ca. 2.500 Mairie Merscheid
1827 3.814 530 Bürgermeisterei Merscheid
1843 5.221 Bürgermeisterei Merscheid
1858 6.668 915 Stadt Merscheid
1871 8.772 1.245 Stadt Merscheid
1885 12.646 1.765 Stadt Merscheid
1895 17.048 2.107 Stadt Ohligs
1905 24.257 2.746 Stadt Ohligs
1929 29.768 Stadt Ohligs
1939 32.024 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1946 35.393 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
1961 37.227 4.466 Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
2016 42.129[27] Stadtbezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksvertretung für Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung in der
Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid 2018
      
Insgesamt 15 Sitze

Die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ist das wichtigste politische Gremium für Ohligs. Die Mitglieder dieser Vertretung werden Bezirksvertreter genannt und in freier, gleicher und geheimer Wahl für die Dauer einer Legislaturperiode gewählt. Der Vorsitzende einer Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister.[28] Die Bezirksvertretung ist das direkt gewählte Gremium, welches das öffentliche Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtbezirks vertritt. Sie hat die Aufgabe, die Eigenart des Bezirks und ihrer Gebietsteile zu bewahren und fortzuentwickeln sowie Wünsche und Interessen ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu erfassen und zur Geltung zu bringen. Die Bezirksvertretung befasst sich mit öffentlichen Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht. Einzelheiten ergeben sich aus der Gemeindeordnung NRW und der Hauptsatzung der Stadt Solingen. Die Bezirksvertretung ist für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig und hat ein Anhörrecht zu allen relevanten Dingen im Stadtbezirk. So kümmert sie sich etwa um Angelegenheiten des Straßenverkehrswesens, des Schulwesens sowie um die Pflege des Ortsbildes im Bezirk und fungiert als lokale Schnittstelle zwischen dem Rat, der Stadtverwaltung und den Bürgern. Die Sitzungen der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid sind in der Regel öffentlich. Die Bezirksvertretung tagt meist im Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße 100 in Ohligs. Nach Absprache mit dem Bezirksbürgermeister können die Sitzungen grundsätzlich unterbrochen werden, damit Einwohnerinnen und Einwohner ihre Meinung darstellen können. Die Bezirksvertretung wurde das letzte Mal am 25. Mai 2014 von den Wahlberechtigten des Stadtbezirks gewählt. Die aktuelle Legislaturperiode für die Bezirksvertretung beträgt einmalig sechs Jahre und endet am 13. September 2020.[29]

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014–heute: Marc Westkämper (CDU) (Bezirksbürgermeister)
  • 2014–heute: Juliane Hilbricht (Grüne-offene Liste) (1. Stellvertreterin des Bezirksbürgermeister)
  • 2014–heute: Axel Schultz (SPD) (2. Stellvertreter des Bezirksbürgermeister)[30]

Bürgermeister der ehemaligen Stadt (1889 bis 1929)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Politiker übten das Amt des Bürgermeisters aus:[31]

  • Paul Martin Trommershausen (1889–1903)
  • Karl Czettritz (1903–1920)
  • Erich vom Bruch (kommissarisch 1920–1921)
  • Wilhelm Langhans (kommissarisch 1921–1922)
  • Paul Sauerbrey (1922–1929)

Ab dem 1. Oktober 1920 wurden die Verwaltungsgeschäfte zunächst von dem Beigeordneten Erich vom Bruch geführt. Dieser wurde jedoch zum Bürgermeister von Leer (Ostfriesland) gewählt und schied so am 20. November 1920 aus. Nach diesem führte bis 1921 der Beigeordnete Menge die Amtsgeschäfte kommissarisch. 1921 wurde Wilhelm Langhans zum neuen Beigeordneten für Ohligs gewählt. Zu diesem Zeitpunkt war die Bürgermeisterstelle vakant, daher nahm Langhans als Vertreter der Bürgerschaft die Amtsgeschäfte wahr, bis Paul Sauerbrey 1922 sein Amt antrat.[32]

Wappen und Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ohligs bat 1891 um die Genehmigung zum Führen eines Stadtwappens, nachdem seit 1833 Siegel in Gebrauch waren. Ein erster Entwurf mit drei Feldern, der ein schwarz geflügeltes Rad, einen bergischen Löwen und sieben Silbersterne sowie darüber eine dreitürmige Mauerkrone zeigte und in den Farben Gold, Rot und Blau gehalten war, wurde sowohl von Wilhelm II. wie auch vom Heroldsamt aufgrund der Einbeziehung des bergischen Löwen und der Gestaltung der Mauer abgelehnt. Zwei weitere Entwürfe wurden eingereicht, von denen der zweite die Zustimmung des Kaisers fand. Dieses Wappen, das unten abgebildet ist, wurde der Stadt Ohligs im Jahre 1896 verliehen.[4]:5f.

Blasonierung: Das Stadtwappen trägt in einem gotischen Schild, gespalten in Blau und Gold, vorn sieben silbernen Sterne im Verhältnis 2:2:2:1 und hinten ein schwarzes Flügelrad. Das Oberwappen zeigt eine zinnengekrönte Stadtmauer mit geschlossenem Tor und drei Türmen.

Beschreibung: Die sieben Sterne repräsentieren die Zahl der Höfe, aus denen die Stadt einst hervorgegangen ist. Das Flügelrad symbolisiert die Bedeutung des Bahnhofes für Ohligs mit seiner Verbindung zur Eisenbahn. Die Mauerkrone mit den drei Türmen weist Ohligs als Kleinstadt aus.[33]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ohligs finden jedes Jahr eine Vielzahl kultureller Festivitäten statt. Die nachfolgende Auflistung stellt nur die wichtigsten jährlichen Veranstaltungen im Stadtteil Ohligs dar.

„OTV Karnevals-Party“ im Februar oder März[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer am letzten Samstag vor Rosenmontag findet in der OTV-Halle am Schützenplatz Solingens größte Karnevals-Party statt. Die Party wird vom Ohligser Sportverein OTV 88 veranstaltet. Jedes Jahr feiern bis zu 2.000 Besucher (meist kostümiert) bei Livemusik Karneval.[34][35]

„Frühlingserwachen“ im März[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer an einem März-Sonntag findet das „Frühlingserwachen“ in Ohligs statt. Dieses Stadtteilfest, bietet den Besuchern mit aktivem Kunstmarkt und verkaufsoffenem Sonntag, entlang der Düsseldorfer Straße abwechslungsreiche Unterhaltung.[36][37]

„Dürpelfest“ im Mai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Volksfest im Bergischen Städtedreieck ist das Dürpelfest in Ohligs, welches jedes Jahr über 100.000 Besucher anzieht.[38] Die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft e. V. (OWG) veranstaltet und verantwortet dieses Volksfest seit Mai 1975. Das Dürpelfest findet immer an einem Mai-Wochenende in Ohligs-Mitte statt. An über 40 Ständen und einem Kirmes-Platz mit Fahrgeschäften wird den Besuchern ein vielfältiges Programm angeboten. Berühmt ist das Dürpelfest vor allem für live gespielte Musik von unterschiedlichsten Bands, die ohne Eintritt auf fünf Bühnen vor Publikum spielen.

Das Dürpelfest 2019 findet vom 24. bis einschließlich 26. Mai 2019 statt.[39]

„Kneipenfreitag“ im August[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Monat August findet an einem Freitagabend der Ohligser „Kneipenfreitag“ statt. Bis zu 15 Gastronomiebetriebe (Kneipen, Clubs, Restaurants, Cafés und Bistros) aus Ohligs werden mit Fahnen ausgestattet, die auf ein Musikevent hinweisen. Das Musikprogramm besteht aus unterschiedlicher Live-Musik bis hin zu DJs die in den teilnehmenden Kneipen auflegen.[40][41]

„Brückenfest“ im Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer an einem Oktober-Sonntag findet das „Brückenfest“ in Ohligs statt. Dieses Straßenfest, welches mit Büchermarkt und verkaufsoffenem Sonntag, entlang der Düsseldorfer Straße statt findet, wird mit kulinarische Köstlichkeiten, Live-Musik und Kunst-Events von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft e. V. (OWG) veranstaltet.[42][43][44]

„Weihnachtsdürpel“ im Dezember[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Weihnachtsmarkt mit dem Namen Weihnachtsdürpel findet immer im Dezember vor der evangelischen Stadtkirche an der Wittenbergstraße statt.[45] Über 20 Aussteller präsentieren sich an der Wittenbergstraße einheitlichen in Holzhütten.[46] Alles, was zu einem gemütlichen Weihnachtsmarkt gehört, findet sich beim Ohligser Weihnachtsdürfpel wieder: Kulinarisches für die Weihnachtszeit, handgemachte Adventsgestecke und ein Kinderkarussell.[47]

Kultur, Sport und Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zukünftige Planetarium, an der Tunnelstraße in Ohligs
Solinger Vogel- und Tierpark am Hermann-Löns-Weg

Im Ohligser Westen liegt die Ohligser Heide, ein etwa 250 Hektar großes Naherholungsgebiet mit Wald-, Heide- und Sumpfflächen. Dazu gehört auch ein städtisches Freibad, das Heidebad. Kurz vor der Stadtgrenze zu Hilden befindet sich der Engelsberger Hof, der größte Spielplatz Solingens, mit Teich und landschaftlich reizvoll inmitten der Heide gelegen. Am Rande der Heide befindet sich der 1927 gegründete Solinger Vogel- und Tierpark.

Planetarium an der Tunnelstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem ehemaligen Kugelgasbehälter an der Tunnelstraße östlich des Hauptbahnhofs entsteht ein neues Planetarium und eine neue Sternwarte. Diese Wissenseinrichtung wird den Namen Galileum Solingen erhalten. Die alte Sternwarte an der Sternstraße in Solingen-Wald wurde im April 2018 geschlossen. Die Walter-Horn-Gesellschaft als Betreiber des Galileums beziffert die Gesamtinvestition auf ca. 8 Mio. Euro. Für das neue Planetarium wird ein alter Gaskugelbehälter der Stadtwerke Solingen umgebaut. Die Sternwarte wird in einem daneben gelegenen Neubau Platz finden. Die Projektionskuppel kommt aus den USA, der Steuerungsprojektor aus Japan und die Videotechnik aus Frankreich. Im Planetarium in der Kuppel bietet Platz für über 80 Besucher. Die Eröffnung am neuen Standort ist für das Frühjahr 2019 geplant.[48]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der OTV 88 ist der mitgliederstärkste Sportverein in Ohligs, der mit eigener Halle am Schützenplatz aktuell neun Abteilungen hat (Badminton, Handball, Kanu, Schach, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Turnen und Volleyball).

Logo des ehemaligen Vereins Union Solingen
ehemaliges Fußballstadion am Hermann-Löns-Weg

Das ehemalige Zweitliga-Stadion am Hermann-Löns-Weg in Ohligs[49] war Jahre lang Heimstätte des traditionsreichen Fußballvereins Union Solingen.[50] Das Stadion wird aktuell (Stand Frühjahr 2018) abgerissen.[51][52][53]

Der Fußballverein Union Solingen entstand am 24. Juli 1974 durch die Fusion des OSC Solingen und dem VfL Solingen-Wald. Unter dem Namen Union Solingen gelang im Mai 1981 der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. In der Saison 1983/84 erreichten die Solinger mit dem fünften Tabellenplatz ihren sportlichen Zenit. Ein Jahr später erreichte die Mannschaft im DFB-Pokal das Viertelfinale, wo sie mit 1:2 an Borussia Mönchengladbach scheiterte. Im Jahre 1989 stieg die Union aus der 2. Bundesliga ab und wurde ein Jahr später in die Verbandsliga durchgereicht. Im Jahr 2012 hat sich die Union nach einem Zusammenschluss mit dem BSC Aufderhöhe offiziell in BSC Union Solingen 1897 e. V. unbenannt und ist Mitglied im Fußballverband Niederrhein. Aktuell (Saison 2017/18) spielt die BSC Union Solingen in der Kreisliga B (9. Liga).[54][55]

Ohligser Jongens e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ohligser Jongens e. V. ist ein 2014 gründeter Heimatverein.[56] Als gemeinnütziger und überparteilicher Verein beteiligen sich die Ohligser Jongens aktiv an der Stadtteilentwicklung in Ohligs. Das Kürzel OLX (für Ohligs), welches im Stadtteil sehr geläufig ist, geht auf eine Initiative der Ohligser Jongens zurück.[57][58] Die Jongens unterstützen auch zahlreiche gemeinnützige Zwecke, u. a. verleihen sie den Paul-Sauerbrey-Preis für besonderes Engagement im Stadtteil.[59]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsgeschichte (Mittelalter bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleifer im Mittelalter bei der Arbeit

Für die Wirtschaftsgeschichte von Ohligs war, wie auch in den anderen Stadtteilen Solingens, über Jahrhunderte das metallverarbeitende Gewerbe, insbesondere die Herstellung von Schneidwaren, prägend. Die Anfänge reichen bis in das Mittelalter zurück. In überwiegender Zahl wurden die Schneidwaren in den Schleifkotten oder Hämmern an Itter-, Loch- und Viehbach gefertigt. Im Jahre 1715 gab es davon allein auf Ohligser/Merscheider Gebiet 15 Schleifkotten und Mühlen sowie ein Hammerwerk. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts arbeiteten die Schleifer exportorientiert, wobei die Schneidwaren mithilfe von Handelshäusern etwa nach Frankreich, Italien, die Niederlande, die nordischen Länder und Amerika geliefert wurden. Im 19. Jahrhundert hatte das Schneidwarenindustrie einen so hohen Anteil an der Erwerbstätigkeit, dass andere Branchen wie zum Beispiel der Textilsektor dagegen quasi unbedeutend waren.

Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich auch Großbetriebe der Schneidwarenindustrie in Ohligs nieder. Dazu zählten unter anderem die Firma Gerling, die noch in den 1970er Jahren mit 470 Beschäftigten der größte Taschenmesserhersteller Deutschlands war, sowie die Firma Altenbach & Söhne mit 220 Beschäftigten um 1970, die Schneidwaren aller Art herstellte. Daneben bestanden vor allem kleinere und mittlere Hersteller wie das Unternehmen Robert Herder (Windmühlenmesser). Große Firmen arbeiteten noch Ende des 20. Jahrhunderts in nennenswerter Zahl mit Heimarbeitern.

Die Poschheider Mühle war der erste Standort der Firma Bremshey

Die Fabrikfertigung in Ohligs begann indes nicht in der Schneidwarenindustrie, sondern in der Herstellung von Bügelrahmen für Taschen, Zigarren- oder Zigarettenetuis. Diese sogenannten Bügelfabriken ergänzten ab den 1840er Jahren die Schneidwarenindustrie. Hinzu kam wie in Wald ab Ende des 19. Jahrhunderts auch die Schirmfuniturenindustrie. Die Fabrikfertigung von Schirmgestellen sorgte für die massive Vergünstigung von Schirmen. Großfabriken wie Kortenbach & Rauh in Wald sowie Bremshey & Co. in Ohligs entstanden.[4]:15ff. Die Firma Bremshey & Co.,[60] hatte ihren Standort von der Poschheider Mühle zu einer Fläche westlich der Bahnlinien (heute Kelders- und Bremsheyplatz) verlagert und dort zunächst Bajonette und Gewehre produziert. Der Betrieb ging aber 1876 zur Herstellung von Regenschirmgestellen über. Nach Erfindung des Taschenschirms begann Bremshey 1932 mit dessen Serienproduktion unter dem Markennamen Knirps. Neben der Produktion in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs Ohligs wurde später jenseits der Stadtgrenze zu Hilden ein zweiter Standort eingerichtet, den heute die Firma Qiagen nutzt. Die Verwaltung der Bremshey AG blieb bis zum Konkurs 1982 an der Ahrstraße in Ohligs.

Gründeraktie der Actien-Brauerei Ohligs vom 27. Februar 1899

Östlich der Bahnlinien, an der Weyerstraße, nahm 1897 die Firma Kronprinz AG für Fahrradteile der Unternehmer Rudolf Kronenberg und Carl Prinz die Fertigung von Fahrradrädern auf. Daraus wurde später die Produktion von Rädern für PKW und LKW. Nach dem Tod der Gründer (1907 und 1934) übernahm Mannesmann schrittweise alle Aktien von Kronprinz. 1997/1999 kaufte Michelin in zwei Schritten das Unternehmen. Die Räderfertigung wird am Standort deutlich verkleinert von den Unternehmen Kronprinz und Borbet getrennt weitergeführt. Die Deindustrialisierung ab den 1980er Jahren, die mit Abwanderungen der Industrie infolge mangelnder Gewerbeflächen oder Fabrikschließungen und massiven Arbeitsplatzverlagerungen einherging, hat einen Strukturwandel zur Folge gehabt. Nach dem Konkurs von Bremshey 1982, ging Gerling 1987/1989 in Insolvenz, die Firma Klopp folgte 1991.[4]:15ff. 1899 entstand die Actien-Brauerei Ohligs, die 1972 mit der 1753 in Solingen gegründeten Brauerei Beckmann verschmolzen wurde. Am 24. März 1989 schloss die Brauerei Beckmann in Ohligs ihre Pforten.[19]:15ff. Die Stadt ist seither darum bemüht, vermehrt Dienstleistungsunternehmen in Ohligs anzusiedeln. In der ehemaligen Mathildenhütte an der Kronenstraße siedelte sich zum Beispiel 1997 die Firma Zweibrüder Optoelectronics an, die sich mit der Produktion von Taschenlampen der Marke LEDLENSER einen Namen gemacht hat. Noch immer gibt es viele kleine und mittlere Unternehmen der Schneidwarenindustrie im Stadtteil. Die größten Arbeitgeber aber sind heute die St.-Lukas-Klinik mit rund 700 Mitarbeitern sowie die Automobilzulieferer Kronprinz und Borbet mit je etwa 500 Beschäftigten.

2016 hat das Softwareunternehmen Codecentric AG auf dem ehemaligen Buschmann'schen Gelände östlich des Bahnhofs die neue Konzernzentrale fertiggestellt. In Deutschland, Bosnien, Serbien und den Niederlanden ist Codecentric an 14 Standorten vertreten und beschäftigt aktuell über 350 Mitarbeiter. Codecentric hat von Anfang an drei zusätzliche Bauabschnitte am Standort Ohligs vorgesehen. Der nächste, ein Anbau an den bestehenden Flügel, soll 2019 bezogen werden und 120 neue Arbeitsplätze schaffen. Das gesamte Investitionsvolumen beziffert die Codecentric AG auf ca. 15 Millionen Euro (Stand 2017).[61] [62]

Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft e. V. (OWG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft e. V. (OWG) wurde 1965 von Ohligser Geschäftsleuten gegründet. Die OWG ist die stärkste Händlergemeinschaft in Solingen. Die Interessengemeinschaft repräsentiert inhabergeführte Einzelhandels-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen aus dem Stadtteil Ohligs. Hauptaufgaben der OWG sind u. a. das konzipieren von Marketingmaßnahmen für den Ohligser Einzelhandel, sowie die Planung und Veranstaltung des jährlichen Dürpelfestes im Mai.[63]

Ohligser Immobilien- und Standortgemeinschaft e. V. (ISG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 gründeten 20 Privatpersonen, die alle eine Immobilie auf der Düsseldorfer Straße (Haupt-Einkaufsmeile von Ohligs) besitzen, die Ohligser Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG). Unter Mitwirkung vieler Beteiligter im Stadtteil entwickelte die ISG ein konkretes Maßnahmenprogramm, um die Düsseldorfer Straße attraktiver zu gestalten. Die Investitionen umfassen vor allem Gestaltungs- und Servicemaßnahmen, um die Verweildauer auf der Düsseldorfer Straße zu steigern und die Angebotsqualität im Stadtteilzentrum zu erhöhen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt für einen geplanten Zeitraum von 5 Jahren ca. 559.000 Euro. Ein Sofortprogramm für mehr Sauberkeit, bessere Öffentlichkeitsarbeit und die Stärkung des Wochenmarktes wird seit 2018 umgesetzt.[64][65][66]

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Einkaufsmöglichkeit ist die Fußgängerzone auf der Düsseldorfer Straße mit Kettenläden und zahlreichen inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften. In den 1960er Jahren wurde die Straße zur Fußgängerzone zurückgebaut. Heute bilden die restaurierten Hausfassaden ein historisches Ensemble gewachsener Stadtstruktur aus der Gründerzeit.[67]

O-Quartier am Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Berliner Bauunternehmen Kondor Wessels[68] hat im Jahr 2017 das 15.800 m2 große Areal am Ohligser Marktplatz erworben. Der neue Eigentümer kündigte an, die alte Ohligser Leinen- und Baumwollweberei (Olbo) bis Oktober 2018 abzureißen.[69] Im Herbst 2019 soll auf der Fläche zwischen Aachener Straße und Heiligenstock die Grundsteinlegung für das neue Ohligser Wohnviertel erfolgen.[70] Das neue Wohnviertel soll den Namen O-Quartier erhalten.[71] Die Gesamtinvestition soll bei ca. 70 Millionen Euro für das Ohligser Immobilienprojekt liegen.[72] Auf dem Areal der ehemaligen Ohligser Textil-Fabrik Olbo (das seit 2007 brach liegt), sollen ab 2019 über 300 neue Wohnungen und evtl. 3 Ladenlokale mit einer Gesamtverkaufsfläche von max. 200 m2 entstehen. Als Parkmöglichkeit soll eine neue Tiefgarage mit über 200 Pkw-Stellplätze dienen.[73] Überwiegend sollen Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen, mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von ca. 75 m2. Am Ende entstehen 23.000 m2 neuer Wohnraum für ca. 400 Neubürger in Ohligs. Die Fertigstellung der neuen Wohnungen soll im Sommer 2021 erfolgen.[74]

Auch in die jahrelang geforderte Aufwertung des Ohligser Marktplatzes sowie der Düsseldorfer Straße investiert Kondor Wessels. Das Unternehmen versicherte, hierfür den Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro zu übernehmen.[75]

Die ursprüngliche Planung, auf dem Gelände ein Einkaufszentrum bzw. ein Vollsortimenter zu errichten, hatte die Stadt Solingen zugunsten von mehr Wohnbebauung abgelehnt. Der Solinger Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) stellte dazu fest: „Es hat sich gezeigt, dass die Olbo-Fläche keine ideale Lösung für einen Vollsortimenter mit Anbindung an den Ohligser Markt eröffnet“. Ein neuer Vollsortimenter soll jetzt direkt am Ohligser Marktplatz entstehen.[76] Der neue Vollsortimenter (ausdrücklich kein Discounter) soll mit einer Verkaufsfläche von mindestens 1.500 m2 ebenerdig auf Parterre-Ebene zusammen mit einer neuen Filiale der Stadt-Sparkasse Solingen im alten Globus-Haus auf der Düsseldorfer Str. 80 entstehen.[77] Die Solinger Stadt-Sparkasse will die beiden alten Ohligser Geschäftsstellen bis Ende des Jahres 2019 schließen. Der Haupteingang soll einen direkten Zugang zum Ohligser Marktplatz haben. Das Globus-Haus hat auf der Rückseite (Emscherstraße) eine Tiefgarage mit ca. 120 Stellplätzen.[78][79] Zusätzlich wird die Ohligser Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) ab 2018 rund um die Düsseldorfer Straße ca. 72.000 Euro investieren.[80]

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sagte: „Der Investor hat sich verpflichtet, sich an die planerischen Vorgaben der Solinger Stadtverwaltung zu halten“. Solinger Kommunalpolitiker loben die neuen Planungen: „Wir sind froh, dass der Gordische Knoten durchschlagen wurde und deutlich mehr Wohnungen zum Zuge kommen“, sagte Dietmar Gaida (Grüne). Bezirksbürgermeister Mark Westkämper (CDU) hofft: „dass es zum Wohle von Ohligs nun zügig vorangeht“.[81]

Printmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohligs Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bis heute erscheinende Ohligser Zeitung, zugleich die mit der größten Verbreitung im Stadtteil, ist die im Verlag B. Boll erscheinende Monatszeitung OHLIGS AKTUELL, eine Lokalausgabe des Solinger Tageblatts. Das Stadtteilblatt OHLIGS AKTUELL erscheint immer am Monatsende, in einer Auflage von über 20.000 Exemplaren im Stadtteil Ohligs und den angrenzenden Gemeinden. Seit 1982 wird das Geschehen in Ohligs intensiv redaktionell betreut. Die Verteilung erfolgt kostenlos an fast alle Haushalte im Verbreitungsgebiet.[82]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ohligser Südwesten befindet sich am Ende der Schwanenstraße die St.-Lukas-Klinik, die von der Kplus Gruppe betrieben wird und nach dem Städtischen Klinikum in Gräfrath das zweitgrößte Solinger Krankenhaus ist.

Das erste Ohligser Krankenhaus an der Virchowstraße ging nach der Städtevereinigung 1929 in die Städtischen Krankenanstalten Solingen über. Bereits 1934 wurde es aus Kostengründen geschlossen. Das Gebäude beherbergte daraufhin unter anderem ein Lazarett, eine Frauenklinik und war auch der erste Standort des Elisabeth-Roock-Altenheims, bevor dieses im Jahre 2006 in den Höhscheider Neubau umzog. Das alte Gebäude wurde schließlich im Sommer 2006 abgerissen und an seiner Stelle eine Wohnsiedlung errichtet.[83]

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ohligser Brunnenstraße, nahe der Cobra, befindet sich die Feuer- und Rettungswache II der Berufsfeuerwehr Solingen.[84] An der Hildener Straße im äußersten Ohligser Westen befindet sich die Löscheinheit 1 der Freiwilligen Feuerwehr Solingen.

Stadtteilbüro Ohligs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtteilbüro unterstützt die Stadtteilplanung für Ohligs, es informiert, berät und aktiviert u. a. Bewohner, Einzelhändler und Immobilieneigentümer aus Ohligs. Es ist Teil eines Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes, das zum Ziel hat, Wohnen und Leben in Ohligs attraktiver zu gestalten und das direkte Wohnumfeld aufzuwerten. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen wird dabei mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt. So wurde z. B. 2017 der Planetenweg als neue Verbindung vom Hauptbahnhof zum zukünftigen Galileum eröffnet.[85]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell gibt es in Ohligs zwei Grundschulen, an der Bogenstraße und Südstraße.

Geschwister-Scholl-Gesamtschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist an zwei Standorten in Aufderhöhe (Klassen 5–7/Uhlandstraße) und in Ohligs (Klassen 8–13/Querstraße) untergebracht. Sie ging aus dem gleichnamigen Gymnasium hervor, das im Zuge der Errichtung der Gesamtschule 1990 aufgelöst wurde. Die Gesamtschule hat ca. 1.300 Schüler (einschließlich der gymnasialen Oberstufe) und nahm im Schuljahr 2009/10 den Ganztagsbetrieb auf. Die Scholle bietet als einzige weiterführende Schule in Solingen Italienisch (neben Englisch und Französisch) als dritte Fremdsprache ab Klasse 8 an.

Humboldtgymnasium an der Humboldtstraße

Humboldtgymnasium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Humboldtgymnasium, benannt nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, besteht seit 1903 und liegt in Solingen-Wald direkt an der Stadtteilgrenze zu Ohligs. Das in der Sekundarstufe I 5-zügige Gymnasium hat über 1.200 Schüler und ca. 80 Lehrer. Das Schulgebäude wurde 1978 modernisiert und 2002 um einen Neubau erweitert. Zudem verfügt das Gymnasium über eine eigene separate Sporthalle an der Nietzschestraße.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtautobahn Viehbachtalstraße verbindet Solingen-Mitte mit dem Ohligser Westen

Die in den 1970er-Jahren geplante A 54 wurde auf Solinger Stadtgebiet nur als vierspurige Stadtautobahn L 141n, als sogenannten Viehbachtalstraße, zwischen Solingen-Mitte und Ohligs-West realisiert, sie besitzt keinen direkten Anschluss an das übrige Fernstraßennetz. Eine Weiterführung der L 141n zur A 542 ist, nach heftigen Diskussionen in der Politik, seit 2011 ebenfalls nicht mehr geplant.[86]

Die nächste Autobahnanschlussstelle Solingen befindet sich wenige Kilometer südlich an der A 3 auf dem Gebiet der Stadt Langenfeld an der Stadtgrenze zu Aufderhöhe. Seit dem Jahre 1936 ist Solingen mit dieser Anschlussstelle an das Fernstraßennetz angebunden. Das Hildener Kreuz, Schnittstelle der Autobahnen 3 und 46, liegt mit der Anschlussstelle Hilden etwa acht Kilometer nordwestlich.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solingen Hauptbahnhof (zum Aufnahmezeitpunkt noch Bahnhof Solingen-Ohligs)

In Ohligs liegt mit dem Solinger Hauptbahnhof der größte und wichtigste Bahnhof Solingens mit ICE- und IC-Verbindungen auf der Bahnstrecke KölnWuppertal. Von hier aus ist der Kölner Hauptbahnhof in 18 Minuten zu erreichen. Nach Düsseldorf und weiter in Richtung Dortmund verkehrt die Linie S 1 der S-Bahn Rhein-Ruhr. Diese bedient im Westen Ohligs‘ zusätzlich noch den Haltepunkt Solingen Vogelpark. Außerdem verbindet die S-Bahn-Linie 7 (Der Müngstener) Ohligs mit Remscheid und Wuppertal.

Die bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 bestehende Direktverbindung zum Bahnhof Düsseldorf Flughafen Terminal (damalige Linie S 7) wurde zugunsten des durchgehenden Verkehrs nach Dortmund aufgegeben. Deshalb müssen Fahrgäste zum Düsseldorfer Flughafen nun mit der S 1 bis zum Fernbahnhof Düsseldorf Flughafen fahren oder am Hauptbahnhof Düsseldorf in die von Bergisch Gladbach (über Neuss) kommende Linie S 11 umsteigen.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Busbahnhof von Solingen ist der Ohligser-Busbahnhof, er liegt direkt am Solinger Hauptbahnhof. Viele Solinger-Buslinien und zwei O-Buslinien (Ringlinien 681 und 682) verbinden Ohligs mit fast allen Solinger Stadtteilen. Auch die Städte Haan, Hilden, Langenfeld und Düsseldorf sind mit Bussen der Stadtwerke Solingen bzw. der Düsseldorfer Rheinbahn vom Ohligser-Busbahnhof aus zu erreichen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tim Kurzbach, seit 2015 Oberbürgermeister von Solingen (* 27. April 1978 in Ohligs)

Einziger Ehrenbürger der Stadt Ohligs war der langjährige Stadtverordnete von Merscheid/Ohligs, Otto Nippes (1842–1922), der von 1881 bis 1911 auch ehrenamtlicher Beigeordneter war.[87] Der aktuelle Oberbürgermeister von Solingen Tim Kurzbach ist ein gebürtiger Ohligser.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rheinischer Städteatlas Ohligs; Lfg. XII Nr. 66, 1996; Bearbeiterin: Elisabeth Reuß; Rheinland-Verlag Köln, ISBN 3-7927-1565-1
  • Johannes Fahmüller, Ralf Rogge, Marco Kieser: Villen in Solingen. Bürgerliche Wohnhäuser zwischen 1860 und 1950. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-292-6.
  • Manfred Kohl: Zeitsprünge Solingen-Ohligs. Sutton-Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-229-2.
  • Ralf Rogge, Armin Schulte, Kerstin Warncke: Solingen – Großstadtjahre 1929–2004. Wartberg Verlag 2004, ISBN 3-8313-1459-4
  • Ralf Rogge: Ohligs wie es früher war Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-8313-1177-3.
  • Heinz Rosenthal: Solingen. Geschichte einer Stadt. 3 Bände, Braun, Duisburg
    • Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. 1969, DNB 457973358.
    • Band 2: Von 1700 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 1972, ISBN 3-87096-103-1.
    • Band 3: Aus der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1975, ISBN 3-87096-126-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ohligs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Solinger Tageblatt vom 4. August 2015, S. 19
  2. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/ohligs-ist-mehr-als-nur-eine-haltestelle-aid-1.7155068
  3. http://www.bilder-von-solingen.de/html/bahnhof_und_umgebung.html
  4. a b c d e f g h i j k l m n o Rheinischer Städteatlas Ohligs; Lfg. XII Nr. 66, 1996; Bearbeiterin: Elisabeth Reuß; Rheinland-Verlag Köln
  5. https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/ohligs-eine-komplette-stadt-lebt-stadt-5148855.html
  6. Johannes Fahmüller, Ralf Rogge, Marco Kieser: Villen in Solingen. Bürgerliche Wohnhäuser zwischen 1860 und 1950. Worms 2009, S. 46/47, 69–72, 107/108, 120–124, 139/140, 169–173, 186–189, 193–197, 209/210, 218–231, 234–238, 246/247.
  7. Marina Alice Mutz: Engelsberger Hof. In: Zeitspurensuche. Abgerufen am 17. April 2016.
  8. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/solingen/600-neue-arbeitsplaetze-im-hansa-quartier-aid-1.6865336
  9. https://rp-online.de/nrw/staedte/solingen/olbo-abriss-soll-in-14-tagen-starten_aid-23247157
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