Pavel Maslák

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Pavel Maslák 2011 in Ostrava

Pavel Maslák (* 21. Februar 1991 in Havířov, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Leichtathlet, der auf verschiedenen Sprintdistanzen antritt. Als tschechischer Rekordhalter und Europameister feierte er seine größten Erfolge im 400-Meter-Lauf.

Maslák startete als Sechzehnjähriger bei den Leichtathletik-Jugendweltmeisterschaften 2007 in Ostrava über 400 Meter, schied jedoch bereits im Vorlauf aus. Auch bei den Leichtathletik-Juniorenweltmeisterschaften 2008 in Bydgoszcz konnte er sich im 100-Meter-Lauf nicht für die zweite Runde qualifizieren. Seinen ersten größeren internationalen Erfolg erzielte er mit dem Gewinn der Silbermedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den Leichtathletik-Junioreneuropameisterschaften 2009 in Novi Sad. Bei den Leichtathletik-Juniorenweltmeisterschaften 2010 in Moncton wurde er Siebter im 200-Meter-Lauf. Über dieselbe Distanz gewann er bei den U23-Leichtathletik-Europameisterschaften 2011 in Ostrava die Bronzemedaille und erreichte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu die Halbfinalrunde.

2012 gelang Maslák der endgültige Durchbruch in der Aktivenklasse. Bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Istanbul belegte er den fünften Rang im 400-Meter-Lauf. Die Stadionrunde erwies sich in der Folge als seine stärkste Disziplin. In der Freiluftsaison verbesserte er den 34 Jahre alten tschechischen Rekord über diese Distanz auf 45,31 Sekunden.[1] Einige Wochen später steigerte er sich sogar auf 45,17 Sekunden. Seinen bis dahin größten Erfolg feierte Maslák mit dem Sieg im 400-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki. Es war die erste Europameisterschaftsmedaille für einen Tschechen in dieser Disziplin.[2] Mit der tschechischen 4-mal-400-Meter-Staffel belegte er im Finale trotz eines neuen Landesrekords von 3:02,72 Minuten nur den sechsten Platz. Bei den Olympischen Spielen in London verbesserte er im Vorlauf den Landesrekord erneut: In 44,91 Sekunden lief er erstmals unter 45 Sekunden. Im Semifinale war jedoch Endstation für ihn.[3]

Im März 2013 wurde Maslák im schwedischen Göteborg Halleneuropameister, mit der 4-mal-400-Meter-Staffel gewann er die Bronzemedaille. Bei den Weltmeisterschaften in Moskau belegte er den fünften Platz.

2014 gewann Maslák bei den Hallenweltmeisterschaften im polnischen Sopot seinen dritten internationalen Titel im 400-Meter-Lauf. Dabei verbesserte er seinen eigenen nationalen Hallenrekord auf 45,24 s und kletterte zugleich in der europäischen Bestenliste auf den zweiten Platz.[4] Bereits zu Beginn der Hallensaison hatte er seine gute Form unter Beweis gestellt, als er die Halleneuroparekorde über die selten gelaufenen 300 und 500 Meter gebrochen hatte. Beim Flanders Indoor in Gent verbesserte er in 32,15 Sekunden die alte Bestmarke des Franzosen Leslie Djhone um 32 Hundertstelsekunden.[5] Über 500 Meter unterbot er in Prag den Halleneuroparekord des Israelis Donald Sanford in 1:00,36 Minuten um eine halbe Sekunde.[6] Am 9. Mai stellte er in Doha mit 44,79 s einen neuen Nationalrekord über die 400-Meter-Distanz auf. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung musste er seine Wettkampfsaison Ende Mai beenden und auf die Verteidigung seines Europameistertitels verzichten. Seit Anfang 2013 wird Maslak vom ehemaligen Teambetreuer Juventus Turins Angelo Fernandez trainiert.[7]

Bei den Halleneuropameisterschaften 2015 in Prag siegte Maslák überlegen und lief mit einer Zeit von 45,33 Sekunden einen neuen Meisterschaftsrekord. Bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam errang er die Silbermedaille.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. European Athletic Association: Czech and Turkish records, European leads for Stambolova, Harrer, Gollnow and Pavey (englisch), 20. Mai 2012
  2. European Athletic Association: Maslak claims 400m gold (Memento des Originals vom 1. Juli 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.european-athletics.org (englisch), 29. Juni 2012
  3. HDsports.at: Goldhattrick für Großbritannien & Siebenkampf-Skandal. 4. August 2012
  4. IAAF: Report: men's 400m final – Sopot 2014 (englisch), 8. März 2014
  5. RTBF: Maslak bat le record d'Europe du 300m à Gand (französisch), 9. Februar 2014
  6. European Athletic Association: Stunning performances from Ukhov and Maslak in Prague (englisch), 26. Februar 2014
  7. Injured Maslak misses 400m title defence, season over. Yahoo Sports. 15. Juli 2014. Abgerufen am 7. März 2015.