Bornich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bornich
Bornich
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bornich hervorgehoben
50.1286111111117.7691666666667300Koordinaten: 50° 8′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 12 km²
Einwohner: 1018 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 56348,
56346 (Loreley)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.bornich.de
Ortsbürgermeister: Winfried Spieß
Lage der Ortsgemeinde Bornich im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Bornich ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat. Bornich ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Hochfläche oberhalb des Mittelrheins (rechtsrheinisch) auf einem Ausläufer der Taunushöhen. Das Gemeindegebiet schließt das drei Kilometer entfernte Loreleyplateau und alle dort befindlichen Bauwerke und Aussichtspunkte mit ein. Zu Bornich gehören auch die Siedlungen Leiselfeld, Loreley und Sehnental sowie die Wohnplätze Gemeindemühle, Göttertsmühle, Rothe-Mühle, Schlagermühle und Spießer-Mühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Bornich wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1138 erwähnt. Im 13. Jahrhundert zählte der Ort zur Grafschaft Katzenelnbogen und nach deren Aussterben im 15. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen-Kassel. Mehrere Brände im 16. Jahrhundert verwüsteten die mittelalterliche Bausubstanz, von der nur Teile der Kirche erhalten blieben.

Nachdem das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Katzenelnbogen im Dreißigjährigen Krieg Zankapfel zwischen Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt war und 1626 vorübergehend von dieser eingenommen wurde, wurde es im Westfälischen Frieden 1648 dem teilsouveränen Fürstentum Hessen-Rotenburg (ab 1658 Hessen-Rheinfels-Rotenburg) zugesprochen und damit – da dieses von Hessen-Kassel abhängig war – indirekt an letzteres restituiert. Gemäß historischer Zeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert war das nur locker bebaute Gelände auf der Rheinhöhe in diesem Zeitraum weitläufig von einer Stadtmauer mit drei Stadttoren und Graben umgeben; diese Ummauerung ist nicht erhalten. Einige Scheunen aus dem 18. Jahrhundert bestehen noch.

Mit der Einnahme und Zerstörung der linksrheinisch gegenüber liegenden Burg Rheinfels von französischen Revolutionstruppen 1794 und Annexion an das Département de Rhin-et-Moselle wurde auch das rechtsrheinische Gebiet des Fürstentums Hessen-Rheinfels-Rotenburg, obwohl formal noch bestehend, napoleonisch kontrolliert. Ein Jahr nach dem Wiener Kongress kam Bornich zusammen mit der gesamten ehemaligen Grafschaft Katzenelnbogen durch einen Tauschvertrag 1816 an das 1806 neu entstandene Herzogtum Nassau; dieses wurde 1866 preußisch (Provinz Hessen-Nassau) und nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Bebauung Bornichs verdichtete sich erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zu einem geschlossenen Ortskern.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bornich, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 757
1835 926
1871 989
1905 984
1939 938
Jahr Einwohner
1950 1.052
1961 1.006
1970 1.004
1987 1.062
2005 1.103

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bornich besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 4 3 9 16 Sitze
2004 5 3 8 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Grün die wachsende Gestalt St. Urbans, des Schutzpatrons der Winzer, in silberner, goldbordierter Dalmatica und mit ebensolchem Birett, schwarzem Haupthaar und Bart, in der rechten einen goldenen Palmwedel haltend, die Linke auf den oberen Rand eines unten vor ihm schwebenden blauen Schildes gelegt, darin ein goldbewehrter, neunmal von Silber und Rot geteilter Löwe“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche Bornich

Die heute evangelische Kirche des Orts stammt in Teilen (Turm und Abschnitte des Kirchenschiffs) aus dem 12. Jahrhundert. Die übrigen Teile des Ursprungsbaus sind im 16. Jahrhundert abgebrannt. Vor der Reformation war Bornich Mutterkirche von Burg Katz, Burg Reichenberg, St. Goarshausen und Patersberg. Der Kirchenneubau von 1573 wurde im 18. Jahrhundert an der Südseite erhöht sowie in den Jahren 1960-62 restauriert.

Trotz barocker Veränderung im 18. Jahrhundert mit Stuckdecke und hölzerner Empore ist im Inneren die Struktur der ursprünglich romanischen Pfeilerbasilika mit aus der Wand geschnittenen Arkaden noch gut nachvollziehbar. Der Chor ist im Kern gotisch.

Markante Ausstattungsstücke sind der Orgelprospekt (1708), die 1724 eingebaute Kanzel sowie ein Ölgemälde, Kreuzigung mit Maria und Johannes darstellend, der flämischen Schule in der Nachfolge Peter Paul Rubens zugeschrieben.

Rathaus[Bearbeiten]

Das Rathaus befindet sich im ehemaligen Schulgebäude von 1726. Zwei Vorläuferbauten sind zerstört.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die frei auf der Höhe außerhalb des Dorfes stehende Adolfseiche wurde 1864 zu Ehren Adolfs I., des Herzogs von Nassau und späteren Großherzogs von Luxemburg, gepflanzt. Von dieser Höhe reicht eine weite Aussicht ins Rheintal und die umgebenden Rheinhöhen.

Vereinsleben[Bearbeiten]

  • Männergesangverein „Freundschaft“ Bornich, gegründet 1907
  • Turnverein Bornich 1912 e.V.
  • CVJM Bornich e.V., im Juni 1913 als Evang. Männer- und Jünglingsverein Bornich gegründet.
  • Motorradclub Bornich / Loreley e.V., gegründet 1988

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Kunstdenkmäler Rheinland-Pfalz und Saarland. 2. Auflage, Berlin, 1984

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bornich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 45 (PDF; 2,2 MB)
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat