Kaub

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Kaub. Für die deutsche Kabarettistin siehe Hannelore Kaub, für den deutschen Politiker siehe Reinhold Kaub.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kaub
Kaub
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kaub hervorgehoben
50.0879638888897.762472222222274Koordinaten: 50° 5′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 74 m ü. NHN
Fläche: 12,98 km²
Einwohner: 847 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56349
Vorwahl: 06774
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 069
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.stadt-kaub.de
Stadtbürgermeister: Karl-Heinz Lachmann (SPD)
Lage der Stadt Kaub im Rhein-Lahn-Kreis
Lahnstein Lahnstein Arzbach Bad Ems Becheln Dausenau Fachbach Frücht Kemmenau Miellen Nievern Braubach Dachsenhausen Filsen Kamp-Bornhofen Osterspai Burgschwalbach Flacht Hahnstätten Kaltenholzhausen Lohrheim Mudershausen Netzbach Niederneisen Oberneisen Oberneisen Schiesheim Auel Bornich Dahlheim Dörscheid Dörscheid Kaub Kestert Lierschied Lykershausen Nochern Patersberg Prath Reichenberg (Rheinland-Pfalz) Reitzenhain (Taunus) Sankt Goarshausen Sauerthal Weisel (Rhein-Lahn-Kreis) Weyer (Rhein-Lahn-Kreis) Altendiez Aull Balduinstein Birlenbach Charlottenberg Cramberg Diez Dörnberg (Lahn) Eppenrod Geilnau Gückingen Hambach (bei Diez) Heistenbach Hirschberg (Rhein-Lahn-Kreis) Holzappel Holzheim (Aar) Horhausen (Nassau) Isselbach Langenscheid Laurenburg Scheidt (Rhein-Lahn-Kreis) Steinsberg (Rheinland-Pfalz) Wasenbach Allendorf (Rhein-Lahn-Kreis) Berghausen (Einrich) Berndroth Biebrich (bei Katzenelnbogen) Bremberg (Rhein-Lahn-Kreis) Dörsdorf Ebertshausen Eisighofen Ergeshausen Gutenacker Herold (Rheinland-Pfalz) Katzenelnbogen Klingelbach Kördorf Mittelfischbach Niedertiefenbach Oberfischbach Reckenroth Rettert Roth (Rhein-Lahn-Kreis) Schönborn (Rhein-Lahn-Kreis) Attenhausen Dessighofen Dienethal Dornholzhausen (Rhein-Lahn-Kreis) Geisig Hömberg Lollschied Misselberg Nassau (Lahn) Obernhof Oberwies Pohl (Nassau) Pohl (Nassau) Schweighausen Seelbach (Nassau) Singhofen Sulzbach (Rhein-Lahn-Kreis) Weinähr Winden (Nassau) Zimmerschied Zimmerschied Berg (Taunus) Bettendorf (Taunus) Bogel Buch (Taunus) Diethardt Ehr Endlichhofen Eschbach (bei Nastätten) Gemmerich Hainau Himmighofen Holzhausen an der Haide Hunzel Kasdorf Kehlbach (Rheinland-Pfalz) Lautert Lipporn Marienfels Miehlen Nastätten Nastätten Niederbachheim Niederwallmenach Oberbachheim Obertiefenbach (Taunus) Oberwallmenach Oelsberg Rettershain Ruppertshofen (Rhein-Lahn-Kreis) Strüth Strüth Weidenbach (Taunus) Welterod Winterwerb Hessen Landkreis Mainz-Bingen Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Mayen-Koblenz Westerwaldkreis Koblenz Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild
Kaub (Gesamtansicht)
Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub
Kaub im 17. Jahrhundert (Matthäus Merian)
Blüchers Rheinübergang bei Kaub, Historienmalerei von Wilhelm Camphausen
ehemalige Zollschreiberei

Kaub, zeitweise auch Caub geschrieben, ist eine Stadt am Rhein im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat. Kaub hat knapp 900 Einwohner und ist bekannt durch die im Rhein gelegene Burg Pfalzgrafenstein. Die Stadt gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kaub liegt am rechten Ufer des Rheins bei Stromkilometer 546 und damit genau in der Mitte zwischen Mainz (Stromkilometer 500) und Koblenz (Stromkilometer 592). Die Stadt liegt malerisch zwischen dem Rheinufer und den steil aufragenden Felsabhängen des Rheinischen Schiefergebirges, in die der Fluss sich eingeschnitten hat. Bei Kaub haben der Holzbach und der Volkenbach mit großem Gefälle zwei Täler in die den Rhein begleitenden Steilhänge geschnitten. Auf dem dazwischen gelegenen Bergrücken der Kauber Platte trägt ein Felssporn die Burg Gutenfels.[2]

Im Rhein in Höhe des Volkenbachtals ist auf der kleinen Insel Falkenau die Zollburg Pfalzgrafenstein errichtet. Ein Kilometer oberhalb dieser Felseninsel und mit dieser durch ein Leitwerk verbunden, beginnt der Kauber Werth. Wenige hundert Meter weiter stromaufwärts in Höhe des Bacharacher Werth endet das Niedertal am Rheinufer, kenntlich an zwei dort stehenden Wohngebäuden. Der steil ansteigende Talgrund des Niedertals war für Jahrhunderte die Grenze zwischen der Kurpfalz und dem Rheingau. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier die Zonengrenze zwischen der Französischen Besatzungszone, zu der Kaub gehörte, und der Amerikanischen Besatzungszone. Zugleich wurde das Niedertal zur Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Stromabwärts gehört auch noch der Roßstein gegenüber von Oberwesel zu Kaub.[2]

Zwischen dem Blüchertal, durch das der Holzbach fließt, und dem Niedertal erstreckt sich der Kauber Stadtwald zwischen Weisel und Sauerthal hindurch 5 Kilometer weit bis kurz vor die Ortslage von Ransel. In diesem Gebiet liegen mehrere aufgegebene Schiefergruben. Im Stadtwald liegt die höchste Erhebung von Kaub mit einer Höhe von 425 Metern.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Kaub gehören neben dem Stadtgebiet folgende Wohnplätze:[3]

  • Auf dem Hainbusch
  • Burg Gutenfels
  • Ernestineschacht im Volkenbachtal
  • Kauber Platte
  • Niedertal
  • Rennseiterstollen
  • Viktoriastollen (Teilweise)
  • Wasserhaus

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadtgrenze von Kaub liegt auf einer Länge von acht Kilometern in der Fahrrinne des Rheins. Am gegenüberliegenden Ufer grenzt Kaub im Süden an Bacharach und im Norden an Oberwesel. Am Rheinufer in Höhe des Urbachtals hat Kaub eine ganz kurze gemeinsame Grenze mit Sankt Goarshausen. Dann folgen im Norden als Nachbarorte die Höhengemeinden Dörscheid und Weisel. Im Osten gibt es eine gemeinsame Grenze mit dem Lorcher Stadtteil Ransel und mit Sauerthal. Abgeschlossen wird die Reihe der Nachbarorte im Süden mit dem Lorcher Stadtteil Lorchhausen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Gemarkung wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Bei Grabungsarbeiten am Dicken Turm wurde ein Grab entdeckt, dass der Latènezeit um 500 vor Christus zugerechnet wird. Ein Römergrab im Bereich des Bahnhofs wird der Zeit um 260 nach Christus zugerechnet. Zur Zeit der Karolinger gehörte die Gemarkung zum Einrichgau.

Zur Herkunft des Ortsnamens liegen verschiedene Theorien vor. So könnte er vom keltischen „cabi“ (Häuschen) oder vom lateinischen „cubare“ (Lagerstätte, Schieferlager) oder „cupa“ (Weinfass, Kufe) abstammen. Die Legende führt den Namen auf den Mainzer Bischof Theonest zurück. Er soll von den arianischen Germanen im Jahr 406 gesteinigt, in ein durchlöchertes Weinfass (Kufe) gesteckt und dann in den Rhein gestoßen worden sein. Das Fass wurde bei Kaub an Land gespült. Als Dank für seine Rettung lehrte Theonest den Einwohnern das Christentum und den Weinbau. In historischen Quellen wird der Ort teils mit K und teils mit C geschrieben. Für den Ortsnamen überlieferte mittelalterliche/frühneuzeitliche Schreibweisen sind unter anderem aber auch: Cuba (983,1315); Caupun (1135); Cuoba (1250); Cubio (1255); Kuben (1257) Kawbe (1433) und Kub (1434).

Am 14. Juni 983 wurde Kaub als „cuba villula“ erstmals anlässlich der Veroneser Schenkung[4] im Besitz des Mainzer Erzbischofs erwähnt, der aber den Besitz nicht halten konnte. Im frühen 13. Jahrhundert wurde die Burg Caub oberhalb der Stadt erbaut.

Das mittelalterliche Kaub[Bearbeiten]

Im Jahr 1257 gewährt Philipp I von Falkenstein-Münzenberg dem Kloster Eberbach Zollfreiheit am kauber Rheinzoll. Dieses ist die erste urkundliche Erwähnung der Zollstation. Durch eine Schenkung des Burgmann Heinrich von Heppenheft gelangte das Kloster Eberbach 1259 in den Besitz des kauber Weinberg Gräfenberg. 1266 werden erstmals Burgmänner zu „Valkenowe“ der späteren Zollburg Pfalzgrafenstein erwähnt. Bei einem Schiedsspruch in der Familie derer zu Falkenstein wird Kaub am 19. August 1277 erstmals als ummauerte Stadt bezeichnet.

1277 verkaufte Philipp II. von Falkenstein-Münzenberg den damals schon befestigten Ort, die Burg Gutenfels mit den Zollrechten und Kirchenpatronat von Weisel an den Pfalzgrafen Ludwig den Strengen für 2100 Mark Aachener Pfennige. Im Jahr 1282 erhielt Adolf von Nassau ein Burglehn der Pfalzgrafen in Kaub. Dieser erfuhr am 5. Mai 1292 seine Wahl zum deutschen König auf de Burg Kaub. Zwei Jahre später wurde Graf Wilhelm I. von Katzenelnbogen in die Reihe der kauber Burgmänner aufgenommen.

Erstmals wird eine Kirche in Kaub im Jahr 1315 erwähnt. Diese war eine Filialkirche der Pfarrei Weisel. Unter König Ludwig dem Bayern erhielt Kaub 1324 Stadtrechte wie sie die Stadt Boppard besitzt. Zu dieser Zeit wurde die Stadtbefestigung um das vor der alten Stadtmauer liegende Markt- und Bäckerviertel herum erweitert. Im selben Jahr schenkt Ludwig der Bayer die Pfarrei Weisel an das Kloster Klarenthal bei Wiesbaden.

Nach dem Bau der Burg Pfalzgrafenstein (ab 1326/27) wurde Kaub neben Bacharach die bedeutendste Zollstelle der Pfalzgrafen. Die Durchführung der Zollerhebung oblag mit dem Zollschreiber, dem Beseher, dem Nachgänger und dem Nachschreiber mehreren Beamten. Die Zollerhebung Kaub wurde von Papst Johannes XXII. als Begründung des Kirchenbanns gegen König Ludwig den Bayern aufgeführt.

Neben dem Zoll erhielt Kaub seine Bedeutung im Laufe der Zeit vor allem durch den Weinbau sowie bis zur Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts durch die Schifffahrt und den Lotsendienst. Die Kauber Lotsenstation war die größte am Rhein.

Vermutlich in den 1340er Jahren wurde die Stadt eine eigenständige Pfarrei. In diese Zeit fiel auch die Ersterwähnung des Schieferbergbau. Dieser war aufgrund seiner Verwitterungsbeständigkeit ein begehrter Baustoff. Zwischen 1368 und 72 unterhalten die Pfalzgrafen eine Münze in der Stadt.

Das im Süden gelegene Zöllerviertel wurde 1485–1487 befestigt. Für 1479 ist erstmals eine Schule im Ort belegt.

Kaub war seit dem 15. Jahrhundert kurpfälzischer Amtssitz. Das Amt Kaub umfasste neben Kaub noch die Dörfer Weisel, Dörscheid und Sauerthal sowie den Hof Fromborn. Das Amt unterstand dem Oberamt in Bacherach.

Aus den erhaltenen Protokollen des Stadtrats ist die Stadtverfassung des 15. Jahrhunderts überliefert. An der Spitze der Stadt stand ein gewählter Schultheiß der vom kurpfälzischen Amtmann bestätigt wurde. Der Schultheiß wurde durch einen juristisch ausgebildeten Stadtschreiber unterstützt. Der Stadtrat (Schöffen) bestand aus sechs Mitgliedern. Weiterhin gab es den Rats- und den gemeinen Bürgermeister. Der Ratsbürgermeister wurde von den Schöffen gewählt. Ihm oblag die Führung der laufenden Amtsgeschäfte. Der gemeine Bürgermeister wurde von den Viertelmeistern und den Schöffen gemeinsam gewählt. Ihm oblag eine Kontrollfunktion. die Viertelmeister waren Vertreter der Stadtviertel: Bächerviertel, Linderviertel, Städterviertel und Zöllerviertel. Die städtische Gerichtsbarkeit oblag dem Stadtgericht aus Schultheiß und Schöffen. Es hatte die „Hals und Hauptgerchtsbarkeit“ und war für Eigentumsfragen zuständig. Das Gericht führte ein eigenes Siegel. Dieses zeigte einen segnenden Bischof in einem durchlöcherten Schiff. Der Bischof wird als Theonest gedeutet. Die mittelalterliche Stadtverfassung hatte bis 1803 bestand.

Die Belagerung von 1504[Bearbeiten]

Infolge des Landshuter Erbfolgekrieg kam es zu einer schweren Belagerung Kaubs. König Maximilian beauftragte 1504 den Landgrafen Wilhelm von Hessen mit der Durchsetzung der Reichsacht gegen die Kurpfalz. Der Landgraf begann am 18. August mit der Belagerung von Stadt und Burg Kaub. Obwohl die Hessen die Stadt intensiv unter Beschuss nahmen konnten sie sie nicht erobern. Infolge eines Schießpulverunfall während der Belagerung brach jedoch ein Feuer aus, in dem 1 Mensch starb und 20 Gebäude zerstört werden. Am 7. September traf Ruprecht von der Pfalz mit seinen Truppen bei Kaub ein. Die Hessen zogen sich daraufhin zurück. Die Burg Kaub wird in Folge der erfolgreichen Verteidigung 1508 in Burg Gutenfels umbenannt.

In diese Zeit gehört die Legende um Elslein von Kaub, die Tochter des lokalen Geschützgießermeisters, die als Soldat verkleidet den kurpfälzisch Verstärkungstruppen den richtigen Weg in die Stadt wies. Eine Gedenktafel am Amtshaus rekapituliert, dass Kaub trotz 900 verschossener Steinkugeln, denen 830 gusseiserne Kugeln gegenüberstanden, am Ende kurpfälzisch blieb.

frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Mitte des 16. Jahrhunderts setzte verstärkt die Reformation in der Kurpfalz ein. Die Einwohner von Kaub konvertierten zum neuen Glauben und das Kirchenwesen wurde umfassend umgestaltet. In der Stadt lebten zu dieser Zeit 90 Bürger (1578).

Während dem Dreißigjährigen Krieg war Kaub als wichtige Zollstation der Rheinschifffahrt wiederholt Eroberungsziel der Kriegsparteien. Die Kurpfalz war Gründungsmitglied der Protestantische Union.

Die Stadt wurde 1620 vorläufig von spanischen Truppen erobert. Im Winter 1620/21 starben 57 Einwohner an der Pest. Im folgenden Jahr 1621 erstürmen die Spanier endgültig die Stadt und die Burg Gutenfels. Der Pfarrer von Kaub wird während der Besatzungszeit "aus Hass" erschossen. Im Winter 1624/25 starben 22 Einwohner an der Pest. 1631 erstürmen schwedische und 1632 hessische Truppe die Stadt. 1635 besetzen kaiserliche Truppen den Ort, die verbliebenen Einwohner wahren ins Umland geflüchtet. Durch ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer brannten zahlreiche Häuser im Städterviertel ab. 1639/40 ist die Stadt wieder von schwedischen, 1645 von französischen und 1646 von kaiserlichen Soldaten besetzt. 1647 eroberten hessische Truppen den Ort, geben ihn jedoch nach dem Westfälischen Frieden an Kurpfalz zurück.

Die Wiederaufbauarbeiten ziehen sich über mehrere Jahre hin. Im Jahr 1663 wurde das Rathaus wiederhergestellt. Für 1684 ist die Wiederherstellung der Kirchenorgel belegt. Zwischen 1684 und etwa 1699 bestand sogar eine Lateinschule in der Stadt. Infolge des pfälzischen Kirchensimultaneum gründete sich 1686 eine katholische Pfarrgemeinde, die die Stadtkirche gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde nutzte. Beide Gemeinden verfügten jedoch über selbstständige Schulen und Friedhöfe. Auch die jüdische Gemeinde besitzt einen eigenständigen Friedhof.

Während des Pfälzischer Erbfolgekrieg rücken französische Truppen 1689 gegen Kaub vor, sehen jedoch nach Zahlung von erheblichen Geldbeträgen von einer Plünderung der Stadt ab.

Für das Jahr 1742 sind in Kaub 180 Bürger und 32 Witwen belegt. Viele Bürgern waren im Weinbau tätig. Daneben bestanden 133 Gewerbetreibende. Die wichtigsten Gewerbezweige waren der Schieferabbau und die Rheinschifffahrt. Der Schiefer des Kauber Schieferzuges hatte die beste Qualität im Oberen Mittelrheintal und war weltberühmt.

Bei einem Hochwasser 1748 starben 2 Frauen und es wurden mehrere Häuser schwer beschädigt. Trotz des Versuchs einer Bachregulierung kam es auch in den folgenden Jahren immer wieder zu schweren Hochwässern.

Seit 1759 ist eine Poststation der von den Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost in Kaub nachweisbar.

Während des Ersten Koalitionskriegs überquerte im März 1793 ein preußisches Heer unter Kommando von Oberst Szekuly bei Kaub den Rhein mit Hilfe einer Pontonbrücke. Die Stelle wurde gewählt, da der Pfalzgrafenstein einen zusätzlichen Stützpunkt im Fluss bot. Aber noch am 23. September desselben Jahres gelang es der französischen Revolutionsarmee, die Burg Gutenfels zu erobern.

Nach dem Friede von Lunéville kam Kaub an das Fürstentum Nassau-Usingen. Die Stadt war Teil der Entschädigung, die Nassau für seine linksrheinischen Verluste beanspruchte. Am 2. Dezember 1802 wurde in Kaub der offizielle Huldigungsakt durchgeführt. Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde die Besitzergreifung nachträglich legitimiert. Das Haus Nassau-Usingen wurde 1806 zum Herzogtum Nassau erhoben.

Blüchers Rheinübergang 1814[Bearbeiten]

Auf ihrem Marsch nach Frankreich nach der Völkerschlacht bei Leipzig in den Befreiungskriegen sammelte sich die Schlesische Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Blücher im Dezember 1813 auf der rechten Rheinseite auf einer Breite von Mannheim bis Neuwied. Das Zentrum der Armee mit Blücher und den Korps Yorck und Langeron sammelte sich oberhalb von Kaub auf dem Taunus mit dem Plan, von Weisel durch das Holzbachtal und die Stadt zum Rhein vorzustoßen und diesen hier zu überqueren. In der Neujahrsnacht 1814 setzten die Kauber Lotsen eine Vorhut und erste Truppen in Nachen über den Rhein, während russische Pioniere eine Brücke aus Leinwandpontons bauten. Nach dem Brückenbau überquerte Blüchers Armee vom 2. bis 5. Januar den Rhein.[5] Das Holzbachtal ist seitdem als Blüchertal bekannt und die Straße, die von Weisel nach Kaub hineinführt, heißt Blücherstraße.

Zur selben Zeit wie Blücher überquerten das Korps Sacken den Rhein bei Mannheim und das Korps St. Priest zwischen Neuwied und der Lahnmündung (bei Lahnstein) mit Schwerpunkt Koblenz.

Herzogtum Nassau[Bearbeiten]

Ausschnitt der Topographische Aufnahme der Rheinlande mit der Stadt Kaub (um 1819)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts standen in der Stadt etwa 166 Wohnhäuser, drei Mühlen und einige Nebengebäude. Regelmäßig verursachen Hochwässer erhebliche Probleme im Ort. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist von besonders strengen Wintern gekennzeichnet, so ist nach Aufzeichnungen zwischen 1822 und 1847 der Rhein fast jedes Jahr zugefroren (siehe Kleine Eiszeit).

Mit der Eingliederung der Stadt in das Herzogtum Nassau kam es zu weitreichenden Verwaltungsreformen. So wurde eine neue Ortsverfassung eingeführt (1805). Es gab nur noch einen sechsköpfigen Stadtrat und einen jährlich zu wählenden Bürgermeister. Der Ort wurde in das neu errichtete Amt St. Goarshausen (1816) eingegliedert und verlor damit den Status als Amtsstadt. Das Steuerrecht wurde grundlegend neu gestaltet. Im Ort wurde eine Amtsapotheke (1803) eingerichtet, für den Marktbrunnen wird über eine neue bleierne Rohrleitung mit Wasser versorgt (1810) und in der Simultanschule (1817) wurden Kinder aller Konfessionen einheitlich unterrichtet. Mit der niederländischen „Zeeuv“ legt am 3. November 1824 der erste Dampfer in Kaub an. Der Holzbach/Blücherbach wurde 1828/29 überwölbt und mit einer Straße überbaut.

Die Garnison in der Burg Gutenfels wurde 1804 aufgelöst. Die Burg und die Stadtbefestigung wurden Schrittweise zum Abbruch versteigert. Erst der Kauf der Ruine durch den Archivrat Friedrich Gustav Habel verhinderte die völlige Zerstörung.

In der nassauischen Phase kommt es zu einer starken Ausweitung des Schieferbergbau. Waren es 1823 noch 12 Gruben so sind es 1828 bereits 62 Gruben. Die Jahresproduktion beträgt etwa 13.500 Reis Schiefergestein. Im Gründungsjahr der Gewerkschaft der Grube Wilhelm-Erbstollen 1837 wurden in Kaub in 131 Gruben über 24.000 Reis Schiefer zumeist untertage abgebaut. Die denkmalgeschützte Anlage der ehemaligen Grube Wilhelm-Erbstollen gibt heute noch Zeugnis von der Bedeutung des Bergbaus für die Stadt. Der Hauptstollen der Grube Viktoria war namensgebend für den Kauber Ortsteil Viktoriastollen.

Eine Folge des Aufschwungs war die zunehmend engere Bebauung der Ortsfläche, wodurch sich Feuer sehr leicht ausbreiten konnten. So wurde bei einem Brand im Ort am 7. Oktober 1843 insgesamt 25 Gebäude der 212 Gebäude der Stadt zerstört. Aus den Grundstücken der niedergebrannten Gebäude entstand der Kirchenplatz. Zwei Jahre später wurde der noch heute genutzte simultane Friedhof an der „Rauscheley“ eingerichtet. Auf Initiative von Friedrich Gustav Habel wurde 1846 eine Gewerbeschule in Kaub eröffnet. Im selben Jahr zerstörte ein Feuer 22 Gebäude, darunter die Apotheke. Bei einem Brand 1848 wurden über dreißig Gebäude, darunter das als Synagoge genutzte, zerstört. Mehr als 60 Familien wurden obdachlos.

Im Jahr 1860 wurde in Kaub die Kanalisation ausgebaut. Die Arbeiten verliefen zeitgleich mit den Bauarbeiten an der Nassauischen Rheinbahn von Wiesbaden nach Koblenz. Diese wurde im Februar 1862 dem Verkehr übergeben. Im Jahr 1862 wurde eine private Handelsschule gegründet; sie musste (nach mehrfachem Besitzerwechsel) wegen finanzieller Schwierigkeiten 1879 wieder schließen.

Preußen[Bearbeiten]

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen war der Ort von 1866 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der Preußens. Dort gehörte es der Provinz Hessen-Nassau und dem Regierungsbezirk Wiesbaden an. Im Jahr 1866 wurde durch die preußische Kreis- und Provinzialordnung die nassauische Ämterteilung aufgehoben. Kaub gehörte anfänglich zum Rheingaukreis und ab 1886 zum neuerrichteten Kreis Sankt Goarshausen. In Folge der preußischen Annexion wurde am 1. Januar 1867 der Rheinzoll endgültig aufgehoben.

In Beginn der preußischen Phase fällt der Neubau des Schul- und Rathauses durch Eduard Zais 1868. Aus dem Ort nehmen 71 Personen als Soldaten am Deutsch-Französischen Krieg teil.

In der Preußenzeit wurde der Ortsname wie auch bei anderen preußischen Städten nach einem Erlass des Innenministeriums[6] mit C geschrieben. Diese Schreibweise war in Kaub bereits seit dem 16. Jahrhundert vorherrschend. Erst im frühen 20. Jahrhundert änderte sich die Schreibweise.[7] Die Änderung der Schreibweise des Bahnhofs von Caub in Kaub trat am 15. Dezember 1933 in Kraft.[8]

Bergsturz 1876[Bearbeiten]

Historische Aufnahme nach dem Bergsturz von 1876

Schon vor dem Jahr 1876 waren an dem Steilhang oberhalb der Stadt Felsbewegungen festgestellt worden, die die Planung von Schutzmaßnahmen notwendig machten. Deren Kosten waren auf 150.000 Mark berechnet worden und die Maßnahmen sollten auf mehrere Jahre verteilt umgesetzt werden.

Durch anhaltende Regenfälle in den ersten beiden Märzwochen 1876 führten im Deutschen Reich fast sämtliche Flüsse, auch der Rhein, Hochwasser. Zudem hat durch den anhaltenden Starkregen der steigende Wasserdruck im Berginneren an einer Stelle des unteren Berggehänges, die man bisher von technischer Seite für fest und außerhalb der Bewegung stehend angesehen hatte, am 10. März 1876 das Gerölle des Schiefergebirges auf einer Breite von 65 bis 85 Meter losgelöst. Dieses riss auf dem Weg nach unten die angelegten Schutzmauern mit fort und verschüttete am Fuß des Berges fünf Vorderhäuser in der Hochstraße und drei Hinterhäuser in der Rheinstraße. Dieser Bergsturz kostete 25 Menschen das Leben.[9]

Zur dauerhaften Hangsicherung und zur Beseitigung der in Bewegung gewesenen Felsentrümmer und Schuttmassen wurden Gesamtkosten von 540.000 Mark veranschlagt.[10]

Ortsgeschichte im Kaiserreich[Bearbeiten]

Im Oktober desselben Jahres wurden durch ein Feuer fünf Gebäude im Ort zerstört. Von den nach dem Bergrutsch neu erbauten Häusern wurden drei bei einem weiteren Bergrutsch am 9. Februar 1879 zerstört.

Im Jahr 1888 wurde die Ruine Gutenfels wieder aufgebaut. Aufgrund eines Feuers im Zöllerviertel werden 1893 insgesamt 11 Gebäude zerstört. Im Jahr 1900 wurde eine Turnhalle eingeweiht. In dem Gebäude war auch der erste Kindergarten untergebracht. Ein Jahr später erreichte die Kauber Schule mit 454 Kindern den höchsten Schülerstand ihrer Geschichte.

Ein weiterer Ausbau der Wasserversorgung erfolgte 1904. Im selben Jahr wurde eine Straßenbeleuchtung aus Acetylengasbeleuchtung installiert. Hierfür musste in Kaub ein Gaswerk erbaut werden. Im folgenden Jahr wurde der Kauber Pegelturm errichtet. Die Anlagestelle der Köln-Düsseldorfer wurde im Jahr 1909 eingerichtet. Ein Jahr später wurde die Stadt erneut von einem Brand heimgesucht. In der Metzgergasse brannten 5 der 232 Gebäude des Ortes nieder. Mit 233 Hektar verfügt Kaub über die größte Weinanbaufläche am Rhein.

Während des Ersten Weltkriegs fielen 59 Einwohner bei Kampfhandlungen, weitere 26 gelten als vermisst.

Freistaat Flaschenhals (1919–1923)[Bearbeiten]

Bei der alliierten Rheinlandbesetzung nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden am rechten Rheinufer um Koblenz und Mainz zwei Brückenköpfe mit einem Radius von 30 Kilometern gebildet, zwischen denen um Kaub ein schmaler Flaschenhals unbesetzt blieb, der sich als Freistaat Flaschenhals 1919 bis 1923 selbst verwaltete, da er von fast allen Verbindungen zum Gebiet der Weimarer Republik abgeschnitten war.

Der Freistaat endete am 25. Februar 1923. In Kaub marschierten französische und marokkanische Truppen ein. 24 Einwohner von Kaub wurden ausgewiesen, sechs wurden inhaftiert und einer erschossen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Jahr 1920 erfolgte die Einführung der elektrische Straßenbeleuchtung. Infolgedessen konnte das Gaskraftwerk abgerissen werden. Der frei gewordene Platz wurde später für das Schifferkinderheim in Kaub verwendet.

Adolf Hitler, und Paul von Hindenburg wurden 1933 zu Ehrenbürgern der Stadt erklärt. Diese Erklärung wurde nach der Zeit des Nationalsozialismus auf Beschluss des Stadtrates wieder aberkannt.

Im Zweiten Weltkrieg (1939-45) wurde die Gemarkung der Stadt mehrfach von Alliierten Bomben getroffen. Hierbei wurde die Pfalz beschädigt. Bei einem Angriff auf einen Personenzug kam es 1944 zu mehreren Toten. Am 26. März 1945 um 14:00 Uhr rücken amerikanische Panzer in Kaub ein. Damit war der Krieg beendet.

Kaub wurde der Franzosischen Besatzungszone zugeschlagen, und kam dadurch zum Land Rheinland-Pfalz.

Im Jahr 1965 wurde ein neues Freibad in Kaub fertiggestellt.

1969 wird Kaub Teil des neugeschaffenen Rhein-Lahn-Kreis. Durch die Kommunalreform von 1972 wurde Kaub Teil der Verbandsgemeinde Loreley.

Die 1970er Jahre sind durch einen Niedergang traditionellen Gewerbezweige von Kaub gekennzeichnet. Durch den Ausbau des Rheins wurde der Lotsendienst zunehmend entbehrlich. Die Anbaufläche für Wein sank auf 71 Hektar. Die letzten Schiefergruben stellten 1972 ihren Betrieb ein. In den folgenden Jahren kam es zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1578 90 Bürger
1654 198 Einwohner
1814 1228 Einwohner
1843 1501 Einwohner
1885 2169 Einwohner
1905 2028 Einwohner
1939 2357 Einwohner
1952 2554 Einwohner
1982 1323 Einwohner
2006 996 Einwohner
2011 840 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Der Ort gehört bei Wahlen zum Deutschen Bundestag zum Bundestagswahlkreis Koblenz (Wahlkreis 201). Bei Wahlen zum Landtag Rheinland-Pfalz gehört er zum Wahlkreis Koblenz/Lahnstein (Wahlkreis 8). Kaub gehört der am 1. Juli 2012 geschaffenen Verbandsgemeinde Loreley an.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Kaub besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. In der vorherigen Wahlzeit von 2004 bis 2009 gehörten dem Stadtrat 16 Mitglieder an.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[11]

Wahl SPD CDU FWG KBL WGR Gesamt
2009 3 2 3 4 12 Sitze
2004 5 3 7 1 16 Sitze

KBL = Kauber Bürgerliste

Stadtbürgermeister[Bearbeiten]

Ehrenamtlicher Stadtbürgermeister ist seit 26. August 2009 Karl-Heinz Lachmann (SPD). In einer Stichwahl am 21. Juni 2009 gegen den seit 1989 amtierenden Amtsinhaber Heribert Werr (KBL) erhielten beide je 309 Stimmen. Diese angesichts der hohen Zahl der ausgezählten Stimmen seltene Patt-Situation und der dadurch erforderliche und am Tag nach der Wahl herbeigeführte Losentscheid erregte eine breite Aufmerksamkeit in den Medien.[12][13]

Wappen[Bearbeiten]

Das ehemalige Stadtwappen (1907–1956)

Das heutige Stadtwappen wurde der Stadt am 12. Mai 1956 verliehen. Es handelt sich um ein geviertes Schild. Im rechten Obereck befinden sich die wittelsbacher Rauten als Symbol der 500-jährigen Zugehörigkeit zur Kurpfalz. Die übrigen Ecken sind mit Symbolen der zu den traditionellen Kauber Berufen aufgefüllt. Rhein und Anker für Schifffahrt und Lotsenwesen, Weinrebe mit Traube für die Winzer und Schlägel und Eisen für den Schieferbergbau.

Das vorhergehende Wappen der Stadt Kaub verwies auf die Theonest Legende. Seine Blasonierung lautete: „In Blau ein Bischof im goldenen Gewand, mit silberner Mitra und goldenem Nimbus, mit segnend erhobener Rechten und dem silbernen Stab in der Linken, wachsend aus einem durchlöcherten Schiff, beiderseits von 2 goldenen Engeln, deren eines rechts neben ihm, das andere auf dem Zinnenbekrönten Rudersteven steht.“ Das Wappen wurde seit 1907 geführt und 1934 offiziell genehmigt. Es ging auf das Gerichtssiegel von 1390 bis 1761 verwendete Gerichtssiegel zurück. Andere erhaltene Siegel bzw. Stadtwappen zeigen als Petrus oder Nikolaus gedeutete Bischofsfiguren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfälzische Doppelkirche: rechts evangelischen Pfarrkirche St. Trinitatis, links (mit Dachreiter) katholische Pfarrkirche St. Nikolaus
Kauber Schiffermast mit der Inschrift: Gute Fahrt in Gottes Namen. Zum Gedächtnis an alle Vereinskameraden, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben gaben. Schifferverein Kaub 1887. 6. Januar 1962
  • Die Burg Pfalzgrafenstein liegt auf einer Insel im Rhein.
  • Als Reste der Stadtbefestigung sind fünf erhaltene Haupttürme und ein kleiner Wehrgang zwischen Altem Rathaus und Mainzer Torturm erhalten. Dieser arkadenüberdeckte Wehrgang ist auch heute noch begehbar und kann bei Hochwasser als Notgang benutzt werden. Die fünf Türme sind der Mainzer Torturm (im Kern 13. Jahrhundert, mehrfach verändert zeitweise in Fachwerk und mit Zinnenkranz, heute Hotelrestaurant), der heutige Kirchturm von St. Trinitatis, der Dicke Turm oder Diebsturm (1485–1487, Haube zwölfeckig mit Holzumgang, seit 1806 in Privatbesitz), der Zollschreiberturm im Innenhof des kurpfälzischen Amtshauses sowie der Weseler Turm außerhalb des Ortes im Blüchertal.
  • Das Blücherdenkmal schuf Fritz Schaper erst 80 Jahre nach dem historischen Ereignis an der Rheinfront. Hier verläuft eine kleine Promenade mit Parkanlagen, Cafés und Restaurants.
  • Die Zollstraße (parallel zum Rheinufer verlaufend, durch die Bahnlinie von der Promenade getrennt) ist die zweite Flaniermeile des Ortes mit einigen historischen Gebäuden, Cafés und Restaurants. Im Zollhaus , einem Fachwerkbau wohnte August Neidhardt von Gneisenau 1813/1814. Auch im ehemaligen Gasthaus Stadt Heidelberg (um 1780, heute Sitz eines Weinguts) nahm Gneisenau Quartier.
  • Die ehemalige Zollschreiberei (Zollstraße 42) wurde 1552 auf der alten Stadtmauer erbaut und diente als kurpfälzisches Amtshaus bis 1801; seither befindet es sich in Privatbesitz. Von 1485 stammt das in die Stadtmauer eingelassene Wappen des Pfalzgrafen bei Rhein. Im Innenhof mit Fachwerkbau, Galerie und Zollschreiberturm sind Hochwassermarkierungen angebracht.
  • Die Kurpfälzische Amtskellerei nebenan war schon im 14. Jahrhundert Amtskellerei, Kelterhaus, Fruchthaus und Salzspeicher; das hintere Gebäude im Innenhof mit Treppenturm steht auf den Mauern dieses älteren Baus. Das straßenseitige Haupthaus stammt von 1722 und diente als kurpfälzische Verwaltungsbehörde, später als Forstverwaltung; seit 1969 ist es in Privatbesitz. Über dem Eingang prangt die Apokalyptische Sonnenfrau aus Kapitel 12 der Offenbarung des Johannes mit der Inschrift Mulier amicta sole et luna sup pedibus eius (dt. "Eine Frau mit der Sonne bekleidet und dem Mond unter ihren Füßen"). Seit Sommer 2010 befindet sich in diesem Gebäude die Rheinsteigjugendherberge, eine der modernsten Jugendherbergen in Deutschland.
  • Einige Gebäude von historischer Bedeutung, die heute allerdings völlig verändert sind, befinden sich in der Metzgergasse. Nr. 2 ist das angebliche Geburtshaus des Elslein von Kaub. Vom ehemaligen Mainzer Domhof aus der frühesten Zeit der Stadtgeschichte (Nr. 21) ist nichts mehr übrig. Maria Spes von Bielefeld, Freifrau von Witzleben, erwarb den Bau 1734 und schenkte ihn 1755 dem Kloster Allerheiligen in Oberwesel. Dieses Gebäude (Pfarrhaus bis 1802) ist 1876 abgebrannt. An dem Neubau ist aber noch das Wappen des Freiherrn Adam Heinrich von Witzleben, Kommandant auf Burg Gutenfels in den Jahren 1714–1751, und seiner Ehefrau Maria angebracht.
  • Das Blüchermuseum ist im ehemaligen Gasthaus Zur Stadt Mannheim in der Metzgergasse (Quartier Blüchers) untergebracht. Der Weinhändler Kilp hatte hier seit 1764 eine Konzession.
  • Gegenüber dem kleinen Marktplatz mit dem achteckigen Brunnen, den vier wasserspeiende Masken speisen und den ein steinerner Löwe als Emblem des Hauses Nassau zum Gedenken an Wilhelm I. krönt, und der Apotheke von 1803 befinden sich nebeneinander die evangelische und die katholische Kirche.
  • Der älteste Teil der Pfarrkirche ist der 27 Meter hohe fünfgeschossige Turm, der zur Stadtbefestigung gehörte. Dieser stammt mit dem ursprünglichen Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert. Um 1440 wurde das Langhaus umgebaut. Dieses war seit alters her der Heiligen Dreifaltigkeit (St. Trinitatis) geweiht, der Chorraum hingegen stand unter dem Patronat von St. Nikolaus. Ab 1560 fanden in der Kirche nur protestantische Gottesdienste statt. Ab 1687 nutzten Katholiken und Protestanten die Kirche nach dem Pfälzischen Kirchensimultaneum für 20 Jahre gemeinsam. Als 1707 der Chorbogen vermauert wurde, entstand eine Doppelkirche. Von da an feierten die Protestanten ihre Gottesdienste im Langhaus, der Kirche St. Trinitatis, die Katholiken im Chorraum. Dieser wurde 1771 abgebrochen um an dieser Stelle 1772 die katholische Kirche St. Nikolaus als Spätrokoko-Bau zu errichten mit einem Dachreiter für zwei Glocken und einem Nikolaus-Relief über dem Eingang. Wertvollstes Ausstattungsstück war die so genannte Cauber Madonna, eine bedeutende Skulptur rheinischer Spätgotik, die sich seit 1924 im Hessischen Landesmuseum in Kassel befindet; hier gibt es nur eine Replik.
  • Das Alte Rathaus (Marktstraße 4) mit Fachwerkobergeschoss ist ein Wiederaufbau (1655–1663) eines im Dreißigjährigen Krieg abgebrannten Ursprungsbaus von 1603.
  • Enge Gassen führen in die oberen, autofreien Bereiche an Hochstraße und Schlossweg, der in den Rheinsteig auf die Rebhänge übergeht.
  • Die Burg Gutenfels wurde bis zum Verkauf 2006 als Hotel genutzt.
  • Auf der Kauber Platte liegt ein Gestüt mit einer Zucht von Vollblutarabern[14]
  • Der Kauber Schiffermast am Rheinufer in Höhe des Pegelturms und der ehemaligen Lotsenstation.
  • Das erste Deutsche Motorrollermuseum befindet sich seit Sommer 2010 in der Gartenstraße.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kaub

Ansichten von Kaub[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kaub liegt an der rechtsrheinischen Bahnstrecke, die in der Hauptsache dem Güterverkehr dient. Im Personenverkehr halten in Kaub Regionalzüge. Die Bundesstraße 42 führt zwischen Stadtmauer und Rhein an Kaub vorbei. Wichtige Passagierschiffe, wie zum Beispiel die der Köln-Düsseldorfer fahren Kaub an. Eine Auto-Schnellfähre verbindet Kaub über die Bundesstraße 9 mit Oberwesel und Bacharach am linken Rheinufer. Die Landstraße durch das Blüchertal nach Weisel ist der südliche Ausgangspunkt für Fahrten auf das Loreleyplateau von Bornich.

Pegel Kaub[Bearbeiten]

Pegelturm und Hochwassermarken

Für die Rheinschifffahrt nach Bestimmungsorten oberhalb von Koblenz ist der Pegel Kaub als Rechengröße von zentraler Bedeutung. Danach bemisst sich, besonders bei Niedrigwasser, für die Frachtschifffahrt die mögliche Ladetiefe und damit die Tauchtiefe des Schiffes. Man lädt so beispielsweise 80 bis 120 cm auf den Pegel Kaub je nach Risikobereitschaft und Pegeltendenz (steigend oder fallend).

Der Pegelturm und die Hochwassermarken I und II befinden sich in Höhe der Fährrampe. Der Pegelnullpunkt liegt bei Höhe 67,66 über NN, die Marke I bei Pegel 460 (Höhe 72,26über NN) und die Marke II, bei der die Schifffahrt eingestellt wird, bei Pegel 640 (Höhe 74,06 über NN), kurz unterhalb der Oberkante der Ufermauer.[15]

Tourismus und Wanderwege[Bearbeiten]

Kaub profitiert von moderatem Tourismus mit wenigen Hotels, Gasthöfen, Pensionen und Ferienappartements abseits vom Strom der internationalen Gäste am Rhein, die sich auf den Rheingau und die Loreley konzentrieren und in der Regel mit dem Schiff an Kaub vorbei fahren. Auch viele Autotouristen an der Bundesstraße 42 frequentieren Kaub nur als Durchgangsort.

Dominierende touristische Themen sind Blücher und das Elslein. Nach Blücher sind einige Cafés und Restaurants benannt. Ein zeitgenössisches Elslein wurde alljährlich zum Winzerfest gekürt, ungeachtet der Tatsache, dass das legendäre Elslein nichts mit dem Wein zu tun hatte.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau in Kaub wird innerhalb des Anbaugebiets Mittelrhein unter der Großlage Herrenberg subsumiert. Die Einzellagen heißen Backofen, Blüchertal, Pfalzgrafenstein, Rauschelay und Roßstein. Die steilsten Rebhänge rund um die Burg Gutenfels werden seit 2008 neu bepflanzt, eingestürzte Mauerteile mussten umfangreich saniert werden. Die Lage lag über Jahre brach und verwilderte zusehends, was dem Landschaftsbild sehr abträglich war. Weitere Rebflächen liegen nördlich des Ortes, die von Familienweingütern mit etwa 60 % Riesling, 30 % Spätburgunder und 10 % anderen Rebsorten bewirtschaftet werden. Dabei werden Prädikatsstufen bis zur Beerenauslese insbesondere aus der Sorte Riesling erzielt. Neben der Weinproduktion erzeugen die ortsansässigen Betriebe auch Weinbrand und Tresterbrand.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Dreier: Neujahr 1813/14: Mit Blücher bei Kaub über den Rhein. 3. berichtigte Auflage. Selbstverlag, Kaub 1996.
  • Wilhelm Kimpel: Die Steuerleute und Lotsen auf der Gebirgstrecke des Mittelrheins mit ihren Stationen in Bingen, Kaub und St. Goar. 2. erw. Auflage. Kaub 1999, ISBN 3-929866-04-8.
  • Werner Schäfke: Der Rhein von Mainz bis Köln. DuMont-Kunstreiseführer. Köln 2006, ISBN 3-7701-4799-5.
  •  Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau. Beyerle, Wiesbaden 1843.
  •  Kurt Dehe, Stadtverwaltung Kaub (Hrsg.): 1000 Jahre Kaub 983-1983. Mönch-Verlag, Koblenz/ Bonn 1983.

Dokumente[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaub – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Kaub – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Kaub – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Topografische Karte 1:25.000
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-PfalzAmtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 45 (PDF; 2,3 MB)
  4. Im Rahmen des Reichstages von Verona am 14. Juni 983 schenkte Kaiser Otto II. seinem Mainzer Erzkanzler Willigis die Stadt Bingen und die Landschaft, die sich diesseits des Rheines von der Brücke über die Selzbach erstreckt bis nach Heimbach, jenseits des Rheines aber von der Stelle, wo das Elzbächlein in denselben fließt, bis zu dem Dörflein cuba villula.
  5. Berthold Seewald: Die preußische Invasion begann an Neujahr 1814. In: welt.de. 31. Dezember 2013.
  6. vergleiche Abschnitt Geschichte bei Köln
  7. vergl. Koblenz oder mit Beleg: Kassel [1]
  8. RBD Mainz; Verzeichnis der Änderungen von Bahnhofsnamen
  9. Der Bergrutsch am 10.3.1876. Homepage der Stadt Kaub
  10. Nothstandsvorlage der preußischen Staatsregierung zur Abwendung eines weiteren Bergsturzes bei Caub am Rhein
  11. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  12. fr-online vom 26. Juni 2009: Bürgermeisterwahl in Kaub: SPD im Glück
  13. Statistisches Landesamt: Direktwahlen der Orts- und Stadtbürgermeister sowie der Ortsvorsteher
  14. Gestüt Kauber Platte
  15. Pegel Kaub bei ELWIS