Misselberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Misselberg
Misselberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Misselberg hervorgehoben
50.3069444444447.7694444444444260Koordinaten: 50° 18′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Nassau
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 0,74 km²
Einwohner: 93 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56377
Vorwahl: 02604
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 087
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Adelsheimer Hof 1
56377 Nassau
Webpräsenz: www.vgnassau.info
Ortsbürgermeister: Gerd Brenig
Lage der Ortsgemeinde Misselberg im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Misselberg ist ein oberhalb der Lahn gelegenes Dorf und eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz, die der Verbandsgemeinde Nassau angehört.

Geographie[Bearbeiten]

Misselberg liegt ca. 5 km südwestlich von Nassau rund 150 Höhenmeter oberhalb des tief eingeschnittenen Lahntals.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1361 wurde es erstmals urkundlich als Mistelberg erwähnt. Noch 1604 bestand der Ort aus einem Hof mit lediglich drei Häusern. Er gehörte bis 1821 zu Dienethal. Seit dem späten Mittelalter war Misselberg im Besitz des Dreiherrischen Amtes Nassau. Zum Ort gehört der historisch sehenswerte Hof Mauch in der Gemarkung Dausenau.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Misselberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Misselblume[Bearbeiten]

Unmittelbar am oberen Ortsrand von Misselberg findet sich ein Vorkommen einer Zwergform wilder gelber Narzissen (Narcissus pseudo-narcissus L.), die Misselblumen genannt werden. Am Ort ist auch die Bezeichnung Bangertsblumen geläufig, da sie in einer Obstwiese wachsen (Bangert: Baumgarten). Bestände wilder Narzissen sind in der Bundesrepublik äußerst selten und vorwiegend in der Eifel und im Hohen Venn zu finden. Das örtliche Vorkommen der Misselblume ist als Naturdenkmal unter der Bezeichnung „Misselblumenwiese Misselberg“ seit dem 3. Mai 1994 geschützt. Schutzzweck ist „die Erhaltung des Pflanzenbestandes der gelben Narzisse (Narcissus pseudo-narcissus L.) in ihrer kulturhistorisch geprägten (natürlichen) Lebensgemeinschaft“. Die Misselblumen sind sehr an die Bodenverhältnisse ihres Standortes angewiesen. Versuche, Misselblumen zu verpflanzen, und sei es nur in die umliegenden Gärten, sind regelmäßig gescheitert.

Die Misselblumen sind als Besonderheit bereits im 19. Jahrhundert bekannt. So besuchte am 24. April 1887 Kronprinz Friedrich Wilhelm, der Sohn von Kaiser Wilhelm I. und spätere Kaiser Friedrich III., mit seinen Töchtern Sophie und Margarethe den Ort Misselberg, um die blühenden Bestände der Misselblumen zu sehen. Im März/April ist sie noch heute ein touristischer Anziehungspunkt.

Die Misselblumen sind in allen Teilen giftig.

Das Wappen, das die Gemeinde seit 1992 führt, nimmt einerseits Bezug auf die Misselblumen, andererseits auf die so genannte Knautheiche, einer Eiche, die nach einem Kurgast namens Knauth benannt ist, der vor dem Ersten Weltkrieg Geld spendete, um den Baum zu erhalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Schaab (1999): Die Misselblume. In: Das Heimatjahrbuch des Rhein-Lahn-Kreises Band XIV, S. 95-96

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Misselberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen