Nochern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Nochern
Nochern
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Nochern hervorgehoben
50.17757.7244444444444250Koordinaten: 50° 11′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 7,11 km²
Einwohner: 515 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 56357,
56346 (Gute Mühle, Saueressigs Mühle, Ströbels Mühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 099
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen
Webpräsenz: www.nochern.de
Ortsbürgermeister: Gerhard Beilstein
Lage der Ortsgemeinde Nochern im Rhein-Lahn-Kreis
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Über dieses Bild

Nochern ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, die ihren Verwaltungssitz in St. Goarshausen hat.

Im Jahr 2005 hat das Dorf den ersten Platz beim Landeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft belegt.

Geographie[Bearbeiten]

Zu Nochern gehört auch der Weiler Molsberg sowie die Wohnplätze Auf der Brunke, Gute-Mühle, Haus Feuerbach, Saueressigs-Mühle, Ströbels-Mühle und Friederikenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Evangelisches Pfarramt Nochern

Die erste Nennung als Nochere erfolgte im Jahr 893 im Prümer Urbar. Die Abtei Prüm besaß in Nochern 15 Mansen. Im Jahr 1185 gingen die Vogteirechte für Nochern an die Herren von Katzenelnbogen, die Grundherrschaft war bereits 1089 durch Schenkung des Prümer Abts Wolfram an das Stift St. Goar gelangt, welches sie bis zur Säkularisation innehatte. Nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen ging die Landeshoheit im Jahr 1479 an die Landgrafen von Hessen über.

Bereits 1528 wurde durch Landgraf Philipp von Hessen die Reformation eingeführt. Von diesem Zeitpunkt an bildete Nochern gemeinsam mit Lierschied eine Pfarrei, wobei der Pfarrer in Nochern lebte. 1666 wurde ein gemeindeeigenes Gebäude errichtet, das wohl als Rat- und Schulhaus diente. Das 1829 durch einen Neubau ersetzte Gebäude diente noch bis 1971 als Volksschule für den Ort.

In Nochern lebten immer nur wenige Juden. Diese gehörten, ebenso wie die Juden von Lierschied, zur Synagogengemeinde Weyer. Die Toten wurden auf dem gemeinsamen Jüdischen Friedhof beigesetzt.[3] Für die während der NS-Zeit aus Nochern deportierten Familien Gerson und Oster[4] wurde dort eine Gedenkplatte errichtet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Nochern besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Schild durch eine geschweifte Spitze gespalten, vorne in Blau eine goldene Weintraube mit Blättern, hinten in Blau drei goldene Ähren. Unten in Gold eine rote Lilie“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Evangelische Kirche mit Turm und Querhaus in neugotischer Formensprache stammt aus dem Jahr 1892. Entworfen wurde sie nach Plänen des Architekten Ludwig Hofmann aus Herborn. Charakteristisch für die Bauzeit sind die ungleichmäßigen farbigen Absetzungen der Eckquader. Im Innern umläuft eine Empore auf drei Seiten die Saalkirche, die durch einen 5/8 Chor abgeschlossen wird.[5]
  • Außerhalb des Ortes liegt der Jüdische Friedhof Nochern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley, 1994

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nochern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 45 (PDF; 2,3 MB)
  3. Franz Gölzenleuchter: Jüdische Spuren im Rhein-Lahn-Kreis Selbstverlag, Limburg 1998
  4. Das Bundesarchiv: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (Suche nach "Nachname" und "Nochern")
  5. W. Krammes, B. Jakobs und H.Gräff (Herausgeber): Die Kirchen im Mittelrheintal, Führer zu den Bauten des UNESCO-Welterbes Mittelrhein, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-237-6