Danmarks Radio

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DR
Senderlogo
Logo seit Februar 2013
Allgemeine Informationen
Empfang: Antenne, Kabel, Satellit, digital
Intendant: Maria Rørbye Rønn (Generaldirektorin)
Sendebeginn: 1. April 1925 (als Statsradiofonien,
1959–1996 Danmarks Radio,
seit 1996 DR)
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Website: www.dr.dk
Liste von Fernsehsendern
altes Logo bis Februar 2013
DR Byen ist seit 2006 Hauptsitz der Sendeanstalt.

Danmarks Radio (DR) ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Dänemark. Obgleich im Alltag weiterhin oft die Bezeichnung „Danmarks Radio“ verwendet wird, bezeichnet sich das Unternehmen selbst ausschließlich als „DR“ und ist auch nur so im Unternehmensregister eingetragen.

Gesendet wird hauptsächlich auf Dänisch. Einmal in der Woche wird eine Sendung auf Grönländisch und auf Färöisch ausgestrahlt.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

DR arbeitet auf der rechtlichen Grundlage des Rundfunkgesetzes, das unter anderem die Organisationsstruktur des Senders definiert. Die Geschäftsführung von DR untersteht einem elfköpfigen Vorstand, dessen Mitglieder jeweils für vier Jahre ernannt werden. Den Vorsitzenden und zwei weitere Vorstandsmitglieder bestimmt die dänische Kulturministerin, sechs Mitglieder das Parlament und zwei Mitglieder die DR-Belegschaft. Vorstandsvorsitzender ist seit 2008 Michael Christiansen.[1]

Die Geschäftsführung des Senders besteht aus der Intendantin und sieben weiteren Direktorinnen und Direktoren. Seit 2011 ist Maria Rørbye Rønn reguläre DR-Intendantin, nachdem sie das Amt bereits seit 2010 kommissarisch geführt hatte.[2]

DR ist das größte dänische Medienunternehmen und wurde 1925 gegründet. Außer Hörfunk und Fernsehen gehören Online-Dienste, mobile Plattformen und Live-Veranstaltungen zum Aufgabenspektrum des Senders. DR unterhält drei verschiedene Orchester und fünf Chöre.[3]

DR ist Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sowie der Nordvision, einem Zusammenschluss staatlicher Rundfunkanstalten in den nordischen Ländern.

Hörfunk[Bearbeiten]

Das ehemalige Hauptgebäude in Kopenhagen (Radiohuset)

Mit vier werbefreien Hauptprogrammen erzielt DR einen Marktanteil von etwa 70 % und dominiert damit klar den Hörfunkmarkt. Alle Programme haben dabei einen hohen Wortanteil. In Norwegen und Schweden werden ebenfalls die Bezeichnungen P1, P2, P3 und P4 verwendet. Die Programme sind dort inhaltlich ähnlich ausgerichtet. P4 Norge ist allerdings ein Privatsender.

Programme[Bearbeiten]

Es werden vier in ganz Dänemark über UKW verbreitete Hörfunkprogramme P1/P2, P3, P4 und P5 ausgestrahlt, wobei sich die ursprünglich eigenständigen Sender P1 und P2 eine UKW-Senderkette teilen. Im vierten Programm werden täglich mehrstündige lokale Sendungen aus Regionalstudios gesendet. Weitere Hörfunkprogramme werden exklusiv im Digitalradio-Standard DAB sowie im Internet verbreitet.

  • P1: Reines Wortprogramm mit aktuellen Informationen, Diskussionen, Features und Themenmagazinen aller Art. Etwa vergleichbar mit BBC Radio 4, Deutschlandfunk oder France Culture. Marktanteil: etwa 6 %.[4]
  • P2: Klassische Musik und Kulturjournalismus. Zu später Stunde laufen zudem Sendungen über Folk- und Weltmusik. Marktanteil: etwa 2 %.[4]
  • P3: Junge Popwelle mit sehr breitgefächerter, progressiver Musikauswahl. Das Spektrum reicht von dänischem und internationalem Hip-Hop über Alternative Rock und Britpop bis zu aktuellem Chartpop. Auch tagsüber sind die Titel vergleichsweise vielfältig. Darunter sind viele Songs, die in den deutschen „Hitradios“ erst Wochen später oder gar nicht ins Programm kommen. Bei der mutigen Auswahl entsteht zum Teil ein sehr unruhiger Höreindruck. P3 bietet zudem einen relativ hohen Wortanteil mit originellen, satirischen, absurden Beiträgen, respektlosem Humor und durchgehend sehr viel Ironie. Comedyartige Spots werden nicht nur für Rubriken, sondern auch zu tagesaktuellem Gesprächsstoff geliefert. Marktanteil: etwa 20 %.[4]
Danmarks Radio Regionalstudio Bornholm
  • P4: Programm mit ausführlichen regionalen Inhalten. Dazu ist das Programm mehrere Stunden täglich auseinandergeschaltet. Es wird dann aus den Regionalstudios Musik von Classic Rock bis zu dänischen Schlagern gesendet. P4 erreicht einen dominierenden Marktanteil von etwa 40 %.[4]
  • P5: Wortprogramm für Information und Seewetterbericht
  • P6 Beat: Sender für Soft Rock
  • P7 Mix: Sender für Popmusik und Soft Rock
  • P8 Jazz: Sender für Jazzmusik
  • DR Ramasjang: Kinderradio für Drei- bis Sechsjährige
  • Mama: Programm für die Hausfrau; sendet eigenen Angaben zufolge sog.Hausfrauenpop und Soft Rock.
  • DR Ultra: Kinder- und Jugendradio für Sieben- bis Zwölfjährige. Teilt sich ab 4. März 2013 die Radiofrequenzen mit DR Ramasjang.
  • Nyheder: Nachrichten- und Infoprogramm (vergleichbar mit den Info-Sendern der ARD)
  • DAB-Programme: Über den Digitalradiostandard DAB werden weitere Spezialprogramme nahezu dänemarkweit ausgestrahlt. Darunter sind auch Regionalkanäle. Diese Programme sind auch als Livestream im Internet zu hören. Außerdem war zeitweise ein Sender für Verkehrsinformationen geplant, der jedoch nie in Betrieb genommen wurde.

Verbreitungswege[Bearbeiten]

Neben UKW und DAB wird auch auf Mittelwelle gesendet. Über den auch in weiten Teilen Deutschlands empfangbaren Mittelwellensender Kalundborg auf Seeland mit der Frequenz 1062 kHz wird seit 15. Februar 2007 nur noch wenige Stunden am Tag das Sonderprogramm P5 Mellembølge[5] gesendet. Der Sendebetrieb auf der Langwellenfrequenz 243 kHz wurde am gleichen Tag vollständig beendet. Zuvor war auf Langwelle das Programm P1 und auf Mittelwelle ein Mix aus P3 und P4 zu empfangen. Ein Auslandsdienst auf Kurzwelle für Hörer im Ausland wurde von DR schon vor einigen Jahren eingestellt.

Alle Hörfunkprogramme werden im Internet als Live-Stream und teilweise auch als Podcast verbreitet.

Fernsehen[Bearbeiten]

Programme[Bearbeiten]

DR betreibt sechs Fernsehprogramme (Stand: Mai 2014): die Hauptprogramme DR1 und DR2 und seit der Umstellung auf den digitalen Sendebetrieb im November 2009 auch DR3 (bis Januar 2013: DR HD) und die Spartenkanäle DR K, DR Ramasjang und seit März 2013 DR Ultra:[3]

  • DR1: Das erste dänische Fernsehprogramm DR1, ein Vollprogramm ähnlich dem des Ersten, zeigt neben Nachrichten, Spielfilmen und Dokumentationen auch politische Diskussionen sowie Fussballländerspiele der dänischen Nationalmannschaft. Seit 2012 werden Sendungen wie bei DR HD in hoher Auflösung ausgestrahlt.
  • DR2: Das zweite dänische öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm DR2 zeigt dagegen Sendungen mit eher kulturellem Charakter, Debatten und Übertragungen von Sitzungen des Folketing.[6]
  • DR3 ersetzt seit dem 28. Januar 2013[7] DR HD, der ab 2009 ausgewählte Sendungen in hoher Auflösung brachte.
  • DR K: Der Kultur- und Geschichtskanal DR K konzentriert sich auf ein Angebot mit Kunst, Kultur, Geschichte, Musik, Design, Architektur, Mode, dänischen Dramaserien und Fiktion.[8]
  • DR Ramasjang: Ist ein Kinderkanal für drei- bis sechsjährige Zuschauer als Zielgruppe.[9]
  • DR Ultra: Ein Kindersender, der sich an Sieben- bis Zwölfjährige richtet. Er ist vergleichbar mit Nickelodeon/Nick.Jr von Viacom und startete am 4. März 2013.[9]

Verbreitungswege[Bearbeiten]

Die neuen Programme werden in MPEG-4 ausgestrahlt, ebenso geht DR Update zur MPEG-4-Ausstrahlung über. DR1 und DR2 senden dagegen bis 2012 weiterhin in MPEG-2. Gebührenpflichtig werden DR1 und DR2 im Raum Nord-Atlantik gesendet: auf den Färöer Inseln, Island (Reykjavík, Akureyri), Grönland (Nuuk, Sisimiut, andere Orte geplant, -4 Stunden zeitversetzt)

DVB-T[Bearbeiten]

Bereits seit April 2006 waren die Programme DR1, DR2 und TV 2 flächendeckend in Dänemark über DVB-T (vermarktet unter dem Namen DTT) zu empfangen. Seit dem 1. November 2009 strahlt DR mit dem vollständigen Übergang zur DVB-T-Ausstrahlung in Dänemark (dort als DTT bezeichnet) alle oben genannten Fernsehprogramme aus.[10] Alle DR-Programme sind werbefrei. In Deutschland ist der DVB-T Empfang innerhalb Schleswig-Holsteins eingeschränkt möglich (mit Zimmerantenne nur nördlich des Nord-Ostsee-Kanals zu empfangen; südlich des Nord-Ostsee-Kanals nur mit Dachantenne und erhöhtem Aufwand).

Kabel[Bearbeiten]

Satellit[Bearbeiten]

Über Satellit sind DR1, DR2 und zahlreiche skandinavische Programme aus Lizenzgründen verschlüsselt. Benutzt werden die Positionen 5° Ost und 1° West. Karten werden nur an dänische Gebührenzahler abgegeben. Die Radioprogramme P1, P2, P3 und P4 (Kopenhagen) werden unverschlüsselt über Satellit für Europa abgestrahlt.

Internet[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2008

Das Fernsehen stellt ausgewählte Beiträge ins Netz, insbesondere die Nachrichtensendungen TV Avisen (DR 1) und Deadline (DR 2). Inhaber einer dänischen IP-Adresse (i.d.R. und so auch intendiert Internetnutzer, die sich physisch in Dänemark befinden) können die Fernsehprogramme auch als Livestream verfolgen. Ab 2008 sollen große Teile des Fernseharchivs[11] on-demand verfügbar werden.

Örtlichkeiten[Bearbeiten]

DR Byen im Juni 2006, Blick von der gleichnamigen Metro-Station

Zentrale Gebäude[Bearbeiten]

Der Dänische Rundfunk hat seit 2006/2007 seinen Hauptsitz in dem Gebäudekomplex DR Byen, der in Ørestad liegt, einem Stadtteil Kopenhagens auf der Insel Amager. Der Neubau des Sendezentrums war kontrovers diskutiert worden. Durch unerwartet hohe Baukosten musste Danmarks Radio 2007 zahlreiche Programmetats kürzen und Mitarbeiter entlassen.

Die alten Immobilien wurden für 750 Millionen Dänische Kronen an die Developer Sjælsøgruppe verkauft. Bereits 2001 wurde das Hörfunkgebäude Radiohuset an das Königlich Dänische Musikkonservatorium verkauft.

Das Konzerthaus Kopenhagen (DR Koncerthuset) nach Plänen des französischen Architekten Jean Nouvel wurde im Januar 2009 eröffnet.

Regionalstudios[Bearbeiten]

DR Regionen – Regionalstudios des Dänischen Rundfunks

Versorgung der Dänischen Minderheit[Bearbeiten]

Die dänische Minderheit in Deutschland empfängt die dänischen Programme vor allem terrestrisch und im Kabel. Sie sind nahezu in ganz Südschleswig über die dänischen Sender Rangstrup und Rødekro zu empfangen. Auch vom Sender Flensburg-Engelsby werden alle vier Radioprogramme sowie DR1 und TV2 gesendet. Dies geschieht jedoch mit Richtwirkung nach Norden und dient in erster Linie der Versorgung abgeschatteter Lagen auf der dänischen Seite der Flensburger Förde.

Konkurrenz[Bearbeiten]

Die mit Abstand größte Konkurrenz für DR besteht aus dem Fernsehsender TV 2, der seine Fernsehprogramme in ganz Dänemark ausstrahlt. Obwohl er vom dänischen Staat gegründet und grundfinanziert wurde, erzielt er seine Einnahmen auf privatrechtlicher Grundlage. Lediglich die kurzen Regionalsendungen werden aus Rundfunk-/Fernsehlizenzmitteln finanziert. Ab dem 11. Januar 2012 wurde das Programm von TV2 in einen Pay-TV Sender umgewandelt und kann nur noch gegen eine zusätzliche Gebühr empfangen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Tore Mortensen: Fortællinger om jazzen. Dens vej gennem Statsradiofonien, Danmarks Radio og DR. Aalborg Universitetsforlag, Aalborg 2010, ISBN 978-87-7307-983-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Danmarks Radio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.dr.dk — Offizielle Homepage von Danmarks Radio (dänisch)
  • DR Byen (englisch) auf www.dr.dk

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Executive Board, auf der Webseite von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  2. Management Board, auf der Webseite von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  3. a b DR in brief, Webseite von DR, abgerufen am 27. Mai 2014 (englisch)
  4. a b c d Auswertung einer Gallup-Studie im April 2007 (dänisch)
  5. Sendezeiten von P5 Mellembølge (dänisch)
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarie Ravn Nielsen: DR kommer med to nye tv-kanaler. Danmarks Radio, 4. Juni 2012, abgerufen am 3. März 2013 (dänisch).
  7. DR3
  8. Jan Dohrmann: DRs nye kanaler får navnene DR Ramasjang, DR K og DR HD auf der Website des DR, eingestellt am 19. März 2009, abgerufen am 3. September 2011 (dänisch)
  9. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMathias Aleksander Olsen: Sådan bliver det nye Ramasjang og Ultra. Danmarks Radio, 28. Februar 2013, abgerufen am 3. März 2013 (dänisch).
  10. Übersicht über aktuelle und künftige TV-Kanäle (dänisch)
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFolke Schimanski: Kann am dänischen Wesen das Copyright genesen? 22. Juni 2007, abgerufen am 19. August 2009.