Engelbrechtsche Wildnis

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Engelbrechtsche Wildnis führt kein Wappen
Engelbrechtsche Wildnis
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Engelbrechtsche Wildnis hervorgehoben
53.7855555555569.44722222222221Koordinaten: 53° 47′ N, 9° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Horst-Herzhorn
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 5,13 km²
Einwohner: 911 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25348
Vorwahl: 04124
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 027
Adresse der Amtsverwaltung: Elmshorner Straße 27
25358 Horst
Webpräsenz: www.amt-horst-herzhorn.de
Bürgermeisterin: Maren Nagel (KWV)
Lage der Gemeinde Engelbrechtsche Wildnis im Kreis Steinburg
Karte
Engelbrechtsche Wildnis
Besiedlung am Herzhorner Rhin

Engelbrechtsche Wildnis ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Engelbrechtsche Wildnis liegt direkt östlich von Glückstadt. Durch die Gemeinde fließt der Herzhorner Rhin und das Schwarzwasser.

Engelbrechtsche Wildnis ist eine Flächengemeinde ohne eigenen Ortskern und besteht neben Einzelgehöften aus den Siedlungen Am Herzhorner Rhin, Grillchaussee, Herrendeich und Obendeich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung der Gemeinde begann nach der Eindeichung der Herzhorner Wildnis im Jahre 1615. Das Gebiet gehörte von 1350 bis 1640 den Schauenburger Grafen von Adolf VII. bis hin zu Otto V., von 1641 bis 1671 und wiederum von 1697 bis 1704 den dänischen Königen Christian IV. bis zu Friedrich IV., von 1671 bis 1697 dem unehelichen Königssohn Ulrich Friedrich Güldenlöw, von 1704 bis 1754 Ferdinand Anthon zu Laurwig, von 1754 bis 1783 Christian Conrad von Danneskjold-Laurwigen, von 1783 bis 1861 Friedrich Ludwig Ernst von Bülow und zuletzt von 1861 bis 1867 dem Gutsbesitzer und Namensgeber Johannes Engelbrecht (1832-1914). Er hatte die Wildnis mit Vertrag vom 15. Juni 1860 für 440.000 dänische Reichsbanktaler (Rigsbankdaler) gekauft und ferner die Schulden von 216.800 Reichsbanktalern übernommen. Am 23. Dezember 1697 war die Gemeinde als adeliges Gut aus der Herrschaft Herzhorn ausgliedert worden.

1889 wurde die Gutsherrschaft durch den preußischen Staat aufgehoben. Die Gemeinde wurde eine eigenständige Kommune, die sich zunächst selbst verwaltete. Mit der Bildung des Amtsbezirks Herzhorn am 1. Oktober 1889 ging die Polizeiverwaltung auf den Amtsvorsteher über. 1950 schloss sich die Gemeinde dem Amt Herzhorn an.

Am 1. Januar 1974 wurde ein Teilgebiet mit damals etwa 200 Einwohnern an die Stadt Glückstadt abgetreten.[2]

Politik[Bearbeiten]

Von den zehn Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWV seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze und die SPD zwei.

Historische Gebäude[Bearbeiten]

Giebel des Hauses Herzhorner Rhin 21,
genannt Puppenhuus

An der Grillchaussee stehen die Backsteingebäude des ehemaligen Marinelazaretts Glückstadt, das 1942 eingeweiht wurde. Seit 1978 ist dort das Psychiatrische Centrum Glückstadt angesiedelt, eine Einrichtung der Vitanasgruppe mit Sitz in Berlin (Stand 2015).

Außerdem verfügt die Gemeinde über zahlreiche Bauernhäuser, die zum Teil in der Gründerzeit um Anbauten oder separate Wohnhäuser ergänzt wurden. Eines der großen alten Bauernhäuser liegt am Herzhorner Rhin 21 und beherbergt heute eine Gastwirtschaft. Bei einer Erweiterung des Hauses im Jahr 1877 entstand der prächtige Eingangsgiebel mit einer Frauenfigur über dem Eingang, die die Fruchtbarkeitsgöttin Flora darstellt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Engelbrechtsche Wildnis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.