Krempe (Steinburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Krempe
Krempe (Steinburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Krempe hervorgehoben
53.8366666666679.48972222222226Koordinaten: 53° 50′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Steinburg
Amt: Krempermarsch
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 3,39 km²
Einwohner: 2358 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 696 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25361
Vorwahl: 04824
Kfz-Kennzeichen: IZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 61 055
Adresse der Amtsverwaltung: Birkenweg 29
25361 Krempe
Webpräsenz: www.krempe.de
Bürgermeister: Volker Haack (CDU)
Lage der Stadt Krempe im Kreis Steinburg
Karte

Krempe (plattdeutsch: Kremp) ist eine Stadt im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Sie ist ländlicher Zentralort der Kremper Marsch und Verwaltungssitz des Amtes Krempermarsch.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Krempe liegt rund 50 Kilometer nordwestlich von Hamburg und zehn Kilometer südlich von Itzehoe in ländlicher Umgebung an der (ehemals schiffbaren) Krempau, einem Nebenarm der Stör. Mit rund 2300 Einwohnern ist Krempe nach Arnis die zweitkleinste Stadt Schleswig-Holsteins.

Über das Gebiet der Kommune verläuft die L 119, die seit 2002 durch eine Umgehungsstraße nördlich um die Stadt herumgeführt wird. Wenige Kilometer westlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 431 von Elmshorn nach Brunsbüttel, einige Kilometer östlich die Autobahn A 23 von Hamburg nach Itzehoe. Die Bahnlinie der Marschenbahn führt durch Krempe, so dass Züge von Hamburg nach Westerland durch Krempe fahren und der Ort mit den Zügen der Regionalbahn Schleswig-Holstein an den Nahverkehr angebunden ist.

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt
Der Königshof

Geschichte[Bearbeiten]

Krempe ist, wie die gesamte Marsch, seit langem bewohnt. Die erste urkundliche Erwähnung fand um 1234 statt, die Verleihung der Stadtrechte geschah auf Betreiben der Ritter von Barmstede. An der Entwässerung der Stadt waren holländische Siedler beteiligt, welcher der Stadt im Mittelalter zu einem festen Grund verhalfen. Ab 1535 wurde Krempe befestigt, ab 1595 wurden unter Christian IV. die Ausbauten so erweitert, dass eine Anlage mit Wallgraben, Bastionen und vier Toren entstand, der Graben war bis zu 25 Meter breit und der Wall bis 4,5 Meter hoch. Zu dieser Zeit stand die Stadt in ihrer wirtschaftlichen Blüte und war nach Rendsburg die zweitgrößte Festung in Schleswig-Holstein. Über die Krempau wurde Handel mit so entfernten Städten wie Venedig und Lissabon getrieben, wobei das Rathaus der Kremper Kaufmannsgilde auch als Verwaltungsbau diente.

Die Befestigungen des Ortes erwiesen sich im Dreißigjährigen Krieg als nicht ausreichend und Krempe wurde 1628 von den Truppen Wallensteins erobert. Bedingt durch Kriegsschäden, die Verschlickung der ehemals schiffbaren Krempau und vor allem der Gründung Glückstadts verlor Krempe während des 17. Jahrhunderts langsam an Bedeutung. 1857 wurde die Glückstadt-Elmshorner Eisenbahnlinie bis an die Stör verlängert. Damit erhielt die Stadt Bahnanschluss.

Politik[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die CDU neun und die SPD acht Sitze in der Gemeindevertretung. Zwischenzeitlich ist ein Mitglied der SPD Fraktion aus der Partei ausgetreten und somit als fraktionsloses Mitglied in der Ratsversammlung.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold oberhalb und unterhalb eines schmalen blauen Wellenbalkens drei im Dreipass gestellte, mit den Köpfen einander zugewendete blaue Fische. Zwischen den beiden oberen ein schwarzer Wolfskopf.“[2]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Mit den Gemeinden Gramzow in der Uckermark im Nordosten Brandenburgs, Sankt Martin im Sulmtal in der Steiermark (Österreich) und Reichenbach in Preußisch Holland in Ostpreußen, heute in Polen, unterhält Krempe partnerschaftliche Verbindungen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Den Mittelpunkt der Stadt bildet das Renaissance-Rathaus von 1570. Das Haus war ehemals mit einem Stufengiebel geschmückt und trägt einen kleinen Dachreiter. Im Inneren finden sich der Rats-Saal und der Große Saal, die beide mit reichen Malereien ausgestattet sind, sowie eine große Lagerhalle an der Nordseite des Baus. Das Rathaus wurde 1990 umfassend restauriert und gehört zu den schönsten historischen Rathäusern des Landes. Rund um das Rathaus befindet sich der fast vollständig von Altbauten umstandene Markt.

Die Kremper Kirche St. Peter befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Markt und Rathaus. Die Kremper Kirche ist der mindestens dritte Bau an dieser Stelle, eine erste Kirche ist um 1239 erwähnt. Diese Kirche erhielt 1506 einen neuen Turm, welcher 1648 während eines Sturmes auf das Schiff fiel und dieses weitgehend zerstörte. Der Nachfolgebau brannte 1814 aus, nachdem schwedische Truppen hier Pulvervorräte gelagert hatten. Die heutige Kirche ist ein klassizistischer Bau von 1832, für den Christian Frederik Hansen die Entwürfe geliefert hat.

Der Königshof wurde als Nye Hus 1543 erbaut und 1558 durch den dänischen König erworben. Das Fachwerkhaus diente Christian III. als Residenz, wenn er sich in Krempe aufhielt.

Auf dem Mühlenberg steht der ehemalige Wasserturm von 1902, der mit seiner Höhe von etwa 36 Metern die Stadtsilhouette mitbestimmt.

Überregional bekannt ist der Ort für seine Fahnenschwenker, die auf dem jährlichen Gildefest auftreten.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krempe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein