Fernando Manuel Costa Santos

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Fernando Santos
Spielerinformationen
Voller Name Fernando Manuel Costa Santos
Geburtstag 10. Oktober 1954
Geburtsort LissabonPortugal
Position Abwehr[1]
Vereine in der Jugend
1966–1971 Benfica Lissabon
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1971–1973
1973–1975
Marítimo Funchal
GD Estoril Praia
Stationen als Trainer
1987–1994
1994–1998
1998–2001
2001–2002
2002–2003
2003–2004
2004–2006
2006–2007
2007–2010
2010–2014
GD Estoril Praia
CF Estrela Amadora
FC Porto
AEK Athen
Panathinaikos Athen
Sporting Lissabon
AEK Athen
Benfica Lissabon
PAOK Thessaloniki
Griechenland
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Fernando Manuel Costa Santos (* 10. Oktober 1954 in Lissabon), kurz Fernando Santos, ist ein portugiesischer Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Santos war in der Jugendabteilung von Benfica Lissabon aktiv, ohne allerdings den Sprung in die Profimannschaft des portugiesischen Spitzenklubs zu schaffen. 1971 wechselte er zu Marítimo Funchal, zwei Jahre später schließlich zu GD Estoril Praia, wo er bereits 1975, also im Alter von 21 Jahren, seine aktive Karriere beendete.[1]

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Nach der aktiven Laufbahn entschied sich Santos Trainer zu werden. 1987 übernahm er GD Estoril Praia als erste Cheftrainerposition. Dort konnte er erste Erfolge feiern.[1] Durch Platz zwei in der Liga de Honra im Jahr 1990/91 gelang dem Team der Aufstieg in die 1. Liga. Anschließend positionierte er sein Team im sicheren Mittelfeld der Liga und schaffte den Klassenerhalt. Auch im Folgejahr sicherte er mit seiner Mannschaft den Verbleib in der höchsten portugiesischen Liga. Zur Spielzeit 1993/94 tat man sich dann schwer und sackte in die Abstiegszone. Am Saisonende stieg Estoril ab. Santos verließ den Klub und heuerte zur Folgespielzeit bei CF Estrela Amadora an.[1] Unter dem neuen Trainer entwickelt sich Amadora von Jahr zu Jahr vom Abstiegsteam zu einem Klub, der sich im Mittelfeld der Tabelle behaupten kann. Mit Platz sieben 1997/98 gelang Santos zudem die beste Platzierung Amadoras in der Vereinsgeschichte. Seine Leistungen weckten Begehrlichkeiten, so dass der Top-Klub FC Porto ihn 1998 unter Vertrag nahm[1], wo er António Oliveira ablöste.

Auf Anhieb gewann man die nationale Meisterschaft.[1] Im Pokal schied die Mannschaft jedoch bereits früh aus und auch in der UEFA Champions League 1998/99 war bereits nach der Vorrunde Schluss. In den kommenden beiden Jahren verpasste Santos mit Porto als Vize-Meister zweimal den Ligatitel, konnte aber jeweils den Gewinn des Taça de Portugal feiern. 2001 löste ihn dann Octávio Machado ab. Santos bewegte sich darauf ins Ausland und unterzeichnete einen Vertrag beim griechischen Klub AEK Athen.[1] Er führte das Team ins Endspiel um den nationalen Cup, das sein Team gegen Olympiakos Piräus mit 2:1 gewann. In der Liga reichte es zum Vize-Meistertitel. Seine Leistung ehrten die Griechen mit der Auszeichnung zum Super-League-Trainer des Jahres. Trotzdem trennten sich beiden Parteien wieder und Santos unterzeichnete bei Ligakonkurrent Panathinaikos Athen.[1] Zwar steuerte die Mannschaft auf den Ligagewinn zu, verspielte diesen aber in den letzten beiden Spielen.

Im internationalen Wettbewerb war im UEFA-Pokal-Viertelfinale gegen Porto Schluss. Im Sommer 2003 zog es den Fußballlehrer in die Heimat zu Sporting Lissabon.[1][1] Ohne Titel verließ er den Klub im Folgejahr wieder und ging zurück nach Griechenland, um erneut Cheftrainer von AEK Athen zu werden. Mit einer verjüngten Mannschaft schaffte es Santos ins Halbfinale des Pokals und führte den Verein auf Rang drei, drei Punkte hinter Meister Olympiakos Piräus. Wieder wurde er zum Trainer des Jahres in der höchsten griechischen Liga gewählt. In der Saison 2005/06 war es dann die Vize-Meisterschaft. Bereits im Mai 2006 wurde bekannt, dass Santos zur neuen Spielzeit Benfica Lissabon übernehmen würde.[2][3] Knapp scheiterte man in der Meisterschaft. Kurz nach Beginn 2007/08 wurde Santos vom Klubvorstand entlassen.[4] Von September 2007 bis Mitte 2010 trainierte er den griechischen Club PAOK Thessaloniki.[5]

Beim finanziell und sportlich angeschlagenen Klub sollte er zusammen mit dem neuen Klubpräsidenten Theodoros Zagorakis einen Neuaufbau beginnen. Um eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen, wurden bereits im Sommer 2007 Transfers getätigt. Santos lockte dann in der Winterpause seinen Landsmann und früheren Nationalspieler Sérgio Conceição zu PAOK. Mit Abschluss der Spielzeit belegte der Klub Rang neun in der Liga. Um den Kader aufzublähen und besser zu machen, einigten sich Trainer und Klubvorstand im Sommer 2008, Spieler wie Pablo Contreras, Zlatan Muslimović und Pablo García unter Vertrag zu nehmen. Ende 2008/09 war PAOK zwar noch immer acht Punkte hinter dem Meister Olympiakos Piräus, was aber zu Platz zwei reichte. Dies war die beste Platzierung seit 1985. In den Relegationsspielen um den Kampf um die internationalen Wettbewerbe verspielte Santos dann aber mit seinem Team die Champions-League-Teilnahme und schaffte nur den Einzug in die Qualifikationsrunde zum UEFA Europa League 2009/10.

Um weitere Qualität im Kader zu haben, schlug Santos und die Vereins-Führung im Sommer 2009 erneut auf dem Transfermarkt zu und sicherte sich die Dienste von Bruno Cirillo, Vitolo und Vasilios Koutsianikoulis. In den Play-Offs zur Europa League scheiterte der Klub am niederländischen Verein SC Heerenveen. In der Liga lief es erneut gut. Rang drei Stand zum Saisonende zugute. In den Quali-Spielen für die Champions-League setzte sich Santos Team dann gegen AEK Athen, Aris Thessaloniki und Olympiakos Piräus und schaffte den Einzug in die Quali-Runde für den bedeutendsten europäischen Wettbewerb. Nach dem enttäuschenden Abschneiden Griechenlands bei der WM 2010 räumte der langjährige deutsche Trainer Otto Rehhagel seinen Platz als Nationaltrainer. Als dessen Nachfolger wurde auch Santos genannt, der erst kurz zuvor von seinem Amt als PAOK-Trainer zurücktrat.[1] 2009 wurde der Fußballlehrer zum dritten Mal zum Trainer des Jahres der Super League gewählt wurde.

Bald darauf unterzeichnete er beim griechischen Verband einen Vertrag bis 2012 und ist seitdem Nationaltrainer Griechenlands.[6] Wie schon oft zuvor, sollte Santos einen Umbruch einläuten und die Mannschaft wieder auf Erfolgskurs führen. Zum ersten Länderspiel unter seiner Führung am 11. August 2010 gegen Serbien stellte Santos acht Debütanten vor (u. a.: Giorgos Tzavelas). Andere langjährige Nationalspieler wie Angelos Charisteas sortierte der Portugiese aus.[7] Das Premierenspiel wurde mit 1:0 gewonnen.[8] Zwar stand kein Debütant in der Startelf, mit Ioannis Papadopoulos, Stergos Marinos und Ioannis Maniatis wurden drei „Neue“ im Laufe des Spiels eingewechselt. Erstmals zu einem Pflichtspiel betreute er die Mannschaft am 3. September bei der EM-Quali-Partie gegen Georgien, die 1:1 endete.[9] Im Dezember 2010 ehrten ihn die Griechen zum vierten Mal als Super-League-Trainer des Jahres.[10] Der weitere Verlauf der EM-Qualifikation gestaltete sich äußerst positiv. In der Gruppe F[11] blieben die Hellenen ungeschlagen und qualifizierten sich als Gruppensieger für die Fußball-Europameisterschaft 2012. Dort überstand die Mannschaft von Fernando Santos die Vorrunde und scheiterte erst im Viertelfinale an Deutschland. Auch die folgende Qualifikation zur WM 2014 wurde erfolgreich bestritten. Über die Relegationsspiele gegen Rumänien schafften die Griechen den Sprung zur WM-Endrunde. Im Februar 2014 kündigte Fernando Santos an, sein Amt als Nationaltrainer Griechenlands nach der WM in Brasilien niederzulegen.[12] Bei der WM konnte er die griechische Mannschaft erstmals in die K.-o.-Runde führen. Dort erreichte Griechenland gegen Costa Rica ein 1:1 n. V., schied dann aber im Elfmeterschießen aus. Vor dem Elfmeterschießen wurde er vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt. Aufgrund dessen erhielt er eine Geldstrafe von der FIFA und wurde für acht Spiele gesperrt, die bei den nächsten offiziellen Spielen der Mannschaft, für die er zukünftig tätig sein wird, verbüßt werden müssen.[13] Nach der WM trat er wie angekündigt zurück.

Τitel[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Individuell[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Santos wird Rehhagel-Nachfolger vom 1. Jul 2010 auf uefa.com
  2. Santos für Koeman vom 20. Mai 2006 auf transfermarkt.de
  3. Ferrer neuer AEK Coach vom 8. Juni 2006 auf transfermarkt.de
  4. Benfica entlässt Fernando Santos vom 20. August 2007 auf transfermarkt.de
  5. Santos trainiert PAOK vom 4. September 2007 auf transfermarkt.de
  6. Fernando Santos wird Rehhagel-Nachfolger vom 1. Juli 2010 auf bz-berlin.de
  7. Santos mistet Rehhagel-Nachlass aus vom 2. August 2010 auf spox.com
  8. Spielbericht: Serbien - Griechenland 0:1 (0:1) auf weltfussball.de
  9. Spielbericht: Griechenland - Georgien 1:1 (0:1) auf weltfussball.de
  10. Auszeichnungen in Griechenland vom 23. Dezember 2010 auf transfermarkt.de
  11. EM-Qualifikation 2010/2011 - Gruppe F auf weltfussball.de
  12. Fernando Santos plant seinen Abschied. In: fussball-wm-total.de. FUSSBALL-WM-total, 27. Februar 2014, abgerufen am 28. Februar 2014.
  13. fifa.com: „Entscheide der FIFA-Disziplinarkommission zu WM-Fällen“


Vorgänger Amt Nachfolger

Dušan Bajević
Angelos Anastasiadis
Dušan Bajević
Fernando Santos
Trainer des Jahres (Griechenland)
2002
2005
2009
2010

Dušan Bajević
Savvas Kofidis
Fernando Santos
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