Internationale Filmfestspiele von Venedig 2012

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Logo der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig
Das Hotel Excelsior, Treffpunkt für den erstmals veranstalteten Filmmarkt von Venedig

Die 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig (italienisch 69. Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica) fanden vom 29. August bis zum 8. September 2012 statt. Sie zählen neben der Berlinale und den Internationalen Filmfestspielen von Cannes zu den drei bedeutendsten A-Festivals der Welt. 2012 wurden 3231 Lang- und Kurzfilme für das Festival eingereicht, von denen mehr als 50 aus über 40 Ländern[1] in drei Sektionen (Venezia 69, Außer Konkurrenz, Orizzonti) sowie zwei Retrospektiven (80!, Venezia Classici) vorgestellt wurden. Bei allen aufgeführten Filmen handelte es sich um Weltpremieren.[2] Am häufigsten waren Produktionen und Koproduktionen aus Frankreich vertreten (anteilig 25 Filme), gefolgt von Italien (20) und den Vereinigten Staaten (15).[1] Den Hauptpreis gewann der südkoreanische Beitrag Pieta von Kim Ki-duk. Der Film stellt einen jungen und brutalen Geldeintreiber aus Seoul (dargestellt von Lee Jung-jin) in den Mittelpunkt, der auf eine ältere Frau (Cho Min-soo) trifft, die behauptet, seine Mutter zu sein.[3]

Hauptspielstätte am Lido war der Palazzo del Cinema mit dem Sala Grande (1032 Sitzplätze). Weitere Spielstätten 2012 waren der Sala Darsena (1300 Plätze), PalaBiennale (1700), der Sala Perla in Venedigs Casino (400) und der temporär in der Hauptspielstätte eingerichtete Sala Volpi (150).[4]

Eröffnet wurden die Filmfestspiele mit Mira Nairs außer Konkurrenz laufenden Politthriller The Reluctant Fundamentalist.[5] Die Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Mohsin Hamid (dt. Titel: Der Fundamentalist, der keiner sein wollte) erzählt die Geschichte eines pakistanischen Princeton-Absolventen (dargestellt von Riz Ahmed), der in den Vereinigten Staaten Karriere gemacht hat, aber nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in sein Heimatland zurückkehrt. Abschlussfilm war L’homme qui rit von Jean-Pierre Ameris mit Gérard Depardieu und Emmanuelle Seigner in den Hauptrollen.[6]

Neuer Direktor des Filmfestivals, das zur Biennale di Venezia gehört, wurde 2012 der Italiener Alberto Barbera. Der frühere Leiter des Turiner Filmfestivals und des dortigen nationalen Filmmuseums (Museo nazionale del Cinema) hatte bereits von Dezember 1998 bis April 2002 dieses Amt bekleidet und löste Marco Müller ab, der das Filmfestival seit 2004 geleitet hatte[7] (im März 2012 war bekannt geworden, dass Müller die Leitung des konkurrierenden Filmfestivals von Rom übernehmen würde[8]). Ein neu eingeführtes Reglement schrieb die Anzahl der Filme im internationalen Wettbewerb die um den Goldenen Löwen konkurrieren auf maximal 20 vor, nachdem bei den vorangegangenen Auflagen stets mehr Filme um den Hauptpreis des Festivals gewetteifert hatten. Gleichzeitig sollten in Zukunft nicht mehr als elf Filmproduktionen außerhalb des Wettbewerbs gezeigt werden und die Anzahl an offiziellen Nebensektionen wurde neben den Retrospektiven auf eine (Orizzonti) verringert.[9] Weitere signifikante Neuerungen waren die Eröffnung eines offiziellen Filmmarkts wie in Cannes und Berlin unter Leitung des Franzosen Pascal Diot („Venice Film Markt“, 30. August bis 3. September im Hotel Excelsior), auf dem Filmrechte gekauft und veräußert werden konnten sowie die Einrichtung des „Biennale College“, eines speziellen Workshops für die Produktion von Low-Budget-Filmen junger internationaler Regisseure.[10] Erstmals in der Geschichte des Filmfestivals wurden außerdem im Rahmen der Sektion Orizzonti gegen eine Gebühr Online-Streams von Lang- und Kurzfilmen angeboten.[11]

Bereits als Gewinner fest stand Francesco Rosi. Der italienische Filmregisseur und Drehbuchautor, der 1963 für seinen sozialkritischen Spielfilm Hände über der Stadt den Hauptpreis des Filmfestivals gewann, wurde mit dem Goldenen Löwen für das Lebenswerk eines Filmschaffenden geehrt. Einher ging diese Ehrung mit der Uraufführung einer restaurierten Fassung seines Films Der Fall Mattei, für den er 1972 den Hauptpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen hatte.[12]

Die in Italien tätige polnische Schauspielerin Kasia Smutniak wurde als Moderatorin für die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie ausgewählt.[13]

Offizielle Sektionen[Bearbeiten]

Wettbewerb[Bearbeiten]

Jury[Bearbeiten]

Jurypräsident: der US-Amerikaner Michael Mann
Statistik
(Stand: 2012)
* = ehemaliger Gewinner des Goldenen Löwen
Regisseur/-in Einladungen
Takeshi Kitano* 7
Kim Ki-duk 4
Marco Bellocchio,
Brian De Palma
3
Francesca Comencini,
Brillante Mendoza,
Ulrich Seidl
2
Paul Thomas Anderson, Olivier Assayas, Ramin Bahrani, Peter Brosens und Jessica Woodworth, Rama Burshtein, Daniele Ciprì, Xavier Giannoli, Harmony Korine, Terrence Malick, Valeria Sarmiento, Kirill Serebrennikow 1

Als Nachfolger des letztjährigen Jurypräsidenten Darren Aronofsky wurde Anfang Juni 2012 Michael Mann präsentiert.[14] Er war damit der dritte US-amerikanische Jurypräsident in Folge seit Quentin Tarantino (2010). Der Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent Mann, der wiederholt betonte kein Genreregisseur sein zu wollen,[15] war in der Vergangenheit zu den wenigen Autorenfilmern des Hollywood-Kinos gezählt worden.[16] Er hatte 2004 in Venedig seinen Thriller Collateral vorgestellt, während er 2011 als Produzent an dem Wettbewerbsbeitrag Texas Killing Fields – Schreiendes Land mitgewirkt hatte, der Regiearbeit seiner Tochter Ami Canaan Mann. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung würden in Manns Arbeit „Bild, Ton, Musik und Produktionsdesign, Schauspieler und Schauplätze von Anfang an eine Symbiose“ eingehen, „die den besonderen Sog der Filme“ ausmache.[17]

Wie in den Vorjahren standen dem Jurypräsidenten bei seiner Entscheidung Jurymitglieder zur Seite, wobei die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren um zwei erhöht wurde. Es handelte sich überwiegend um Filmschaffende:[18]

Konkurrenten um den Goldenen Löwen[Bearbeiten]

Das Wettbewerbsprogramm war am 26. Juli 2012 auf einer offiziellen Pressekonferenz in Rom bekanntgegeben worden. Bis zum 21. Juni, dem Ende der Einreichungsfrist,[9] waren 1459 Spielfilme[2] vorgeschlagen worden. Am 7. August wurde mit Paul Thomas Andersons Spielfilm The Master ein weiterer Wettbewerbsfilm nachgereicht.[19] 18 Produktionen aus 13 Ländern konkurrierten um den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals. Wie bei den letzten Auflagen kamen die Mehrheit der gezeigten Filme aus Europa (11), gefolgt von den Vereinigten Staaten (4) und Asien (3). Bis auf den mit Outrage Beyond zum siebten Mal eingeladenen japanischen Regisseur Takeshi Kitano (1997 für Hana-Bi mit dem Goldenen Löwen geehrt) hatte keiner der eingeladenen Filmemacher den Hauptpreis des Festivals gewinnen können.

Mit vier Beiträgen waren US-amerikanische Filmemacher wie schon in den Vorjahren am häufigsten vertreten, gefolgt von ihren Kollegen aus Italien (drei) und Frankreich (zwei). Die Regisseure von zehn der 18 bekanntgegebenen Produktionen (Olivier Assayas, Ramin Bahrani, die Co-Regisseure Peter Brosens und Jessica Woodworth, Rama Burshtein, Daniele Ciprì, Xavier Giannoli, Harmony Korine, Terrence Malick, Valeria Sarmiento und Kirill Serebrennikow) debütieren im Wettbewerb von Venedig. Deutsche und Schweizer Filmemacher waren wie bei der letztjährigen Auflage nicht vertreten. Dagegen erhielt der Österreicher Ulrich Seidl seine zweite Einladung nach Venedig. Nach Hundstage (Spezialpreis der Jury 2001) konkurriert Seidl 2012 mit der Koproduktion Paradies: Glaube. Der zweite Teil seiner Paradies-Trilogie (der erste Teil Paradies: Liebe wurde in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes 2012 eingeladen) stellt eine alleinstehende Frau um die 50 (gespielt von Maria Hofstätter) in den Mittelpunkt. Sie verbringt ihren Urlaub damit, mit einer „Wandermuttergottes-Statue“ von Haus zu Haus zu gehen, um Österreich katholischer zu machen. Es entwickelt sich ein Kleinkrieg um Ehe und Religion, als ihr auf einen Rollstuhl angewiesener Ehemann, ein ägyptischer Moslem (Nabil Saleh), nach Jahren der Abwesenheit wieder zu ihr zurückkehrt.[20]

Film Regie Land Darsteller (Auswahl)
Après mai
(Love)
Olivier Assayas Frankreich Clément Métayer, Lola Créton, Félix Armand
At Any Price Ramin Bahrani Vereinigte Staaten Dennis Quaid, Zac Efron, Kim Dickens, Heather Graham
Bella addormentata Marco Bellocchio Italien, Frankreich Toni Servillo, Isabelle Huppert, Alba Rohrwacher, Michele Riondino,

Maya Sansa, Pier Giorgio Bellocchio

La cinquième saison Peter Brosens
Jessica Woodworth
Belgien, Niederlande, Frankreich Aurélia Poirier, Django Schrevens, Sam Louwyck, Gill Vancompernolle
Un giorno speciale Francesca Comencini Italien Filippo Scicchitano, Giulia Valentini
Izmena (Измена)
(Betrayal)
Kirill Serebrennikow Russland Franziska Petri, Dejan Lilic, Albina Dzhanabaeva, Arturs Skrastins
Lemale et Ha'chalal
(Fill the Void)
Rama Burshtein Israel Hadas Yaron, Yiftach Klein, Irit Sheleg, Chaim Sharir
Linhas de Wellington Valeria Sarmiento Portugal, Frankreich Nuno Lopes, Soraia Chaves, John Malkovich, Marisa Paredes, Melvil Poupaud, Mathieu Amalric
The Master Paul Thomas Anderson Vereinigte Staaten Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix, Amy Adams
Outrage Beyond Takeshi Kitano Japan Tomokazu Miura, Ryo Kase, Fumiyo Kohinata, Toshiyuki Nishida
Paradies: Glaube
(Paradise: Faith)
Ulrich Seidl Österreich, Frankreich, Deutschland Maria Hofstätter, Nabil Saleh
Passion Brian De Palma Frankreich, Deutschland Rachel McAdams, Noomi Rapace, Paul Anderson, Karoline Herfurth
Pieta (피에타) Kim Ki-duk Südkorea Cho Min-soo, Lee Jung-jin
Sinapupunan (Thy Womb) Brillante Mendoza Philippinen Nora Aunor, Bembol Rocco
Spring Breakers Harmony Korine Vereinigte Staaten James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson,

Heather Morris

È stato il figlio Daniele Ciprì Italien Toni Servillo, Giselda Volodi, Alfredo Castro, Fabrizio Falco
Superstar Xavier Giannoli Frankreich, Belgien Kad Merad, Cécile de France
To the Wonder Terrence Malick Vereinigte Staaten Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem

Orizzonti[Bearbeiten]

Pierfrancesco Favino

Die Sektion Orizzonti (dt.: Horizont) widmet sich neuen Trends im internationalen Film und stellt vor allem unkonventionelle Filme vor, darunter Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme. Es wurden sowohl Kurz- als auch Langfilme akzeptiert. Erstmals in der Geschichte des Filmfestivals wurden im Rahmen von Orizzonti Online-Streams von 10 aufgeführten Lang- und 13 Kurzfilmen angeboten. Ab 20. August wurden 500 weltweit gültige „virtuelle Kinotickets“ zu einem Preis von 4,20 Euro pro Person angeboten. Die Filme, in der Originalsprache mit englischen Untertiteln versehen, waren ab Aufführungstag 24 Stunden lang für den Nutzer einsehbar.[11]

Der Vorsitz der internationalen Jury oblag dem italienischen Schauspieler Pierfrancesco Favino. Ihm zur Seite standen folgende Jurymitglieder:[21]


Langfilme
Filmtitel Regie Produktionsland Darsteller (Auswahl)
Araf
(Araf. Somewhere in Between)
Yeşim Ustaoğlu Türkei Neslihan Atagül, Baris Hacihan, Özcan Denis, Nihal Yalçin, Ilgaz Kocatürk
Bellas mariposas Salvatore Mereu Italien Sara Podda, Maya Mulas, Micaela Ramazzotti
Boxing Day Bernard Rose Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten Danny Huston, Matthew Jacobs
Gaosu tamen, wo cheng baihe qu le
(Fly with the Crane)
Ruijun Li China Ma Xingehun, Tang Long, Wang Siyi
Gli equilibristi Ivano De Matteo Italien, Frankreich Valerio Mastandrea, Barbora Bobulova
L’intervallo Leonardo di Costanzo Italien, Schweiz, Deutschland Francesca Riso, Alessio Gallo, Carmine Paternoster, Salvatore Ruocco
Ja tozhe hochu
(I Also Want It)
Alexey Balabanov Russland Yrii Matveev, Alexander Mosin, Oleg Garkusha, Alisa Shitikova
Kapringen
(A Hijacking)
Tobias Lindholm Dänemark Pilou Asbæk, Søren Malling
Khanéh Pedari
(The Paternal House)
Kianoush Ayari Iran Mehdi Hashemi, Mehran Rajabi, Nasser Hashemi, Shahab Hosseini
Leones Jazmin Lopez Argentinien, Frankreich, Niederlande Julia Volpato, Pablo Sigal, Macarena Del Corro, Diego Vegezzi, Tomas Mackinlay
Low Tide Roberto Minervini Vereinigte Staaten, Italien, Belgien Daniel Blanchard, Melissa Blanchard, Vernon Wilbanks
Menatek Ha-maim Idan Hubel Israel Moshe Ivgy, Naama Shapira, Tom Yefet
San zi mei
(Three Sisters)
Ibrahim El Batout Frankreich, China Dokumentarfilm
Sennen no yuraku
(The Millennial Rapture)
Kōji Wakamatsu Japan Shinobu Terajima, Shiro Sano, Kengo Kora, Sosuke Takaoka, Shota Sometani
El Sheita Elli Fat
(Winter of Discontent)
Ibrahim El Batout Ägypten Amr Waked, Salah Al Hanafy, Farah Youssef
Tango libre Frédéric Fonteyne Belgien, Frankreich, Luxemburg François Damiens, Sergi López, Jan Hammenecker, Anne Paulicevich, Zacharie Chasseriaud
Wadjda Haifaa Al Mansour Saudi-Arabien, Deutschland Waad Al-Masanif, Abdullrahman Algohani, Reem Abdullah, Sultan Al Assaf, Ahd Kamel
Yema Djamila Sahraoui Algerien, Frankreich Djamila Sahraoui, Samir Yahia, Ali Zarif
Kurzfilme
Filmtitel Regie Produktionsland Darsteller (Auswahl)
Bansulli
(The Flute)
Min Bham Nepal Nikita Budhthapa, Ghanashyam Giri, Naresh Bhandari
Cargo Carlo Sironi Italien Lidiya Liberman, Flavius Gordea, Marius Bizau, Inga Chiriac
Cho-De
(Invitation)
Min-Young Yoo Südkorea Lee Sang-hee
Diamond Sutra Tsai Ming-liang Taiwan Lee Kang-sheng
Franck-Etienne vers la béatitude Constance Meyer Frankreich Gérard Depardieu, Marina Foïs, Samir Guesmi
I’m the One Paola Morabito Australien James Fraser, Maya Stange, Alan Dukes
Las manos limpias Carlos Armella Mexiko Sonia Couoh, Francisco Godínez
Living Still Life Bertrand Mandico Frankreich, Belgien, Deutschland Elina Löwensohn
Luisa no está en casa Celia Rico Clavellino Spanien Asunción Balaguer, Fernando Guillén, María Alfonsa Rosso
Marla Nick King Australien Eddie Ritchard, Dale March, Lani Tupu
Miracle Boy Jake Mahaffy Vereinigte Staaten Cameron Cannon, Carter Taylor, Adam DeLany, Tyler Cook
O Afinador Bernando Camargo
Matheus Parizi
Brasilien Lui Seixas, Norival Rizzo, Sandra Corveloni
Resistente Renate Costa
Salla Sorri
Dänemark, Paraguay, Finnland Alberto Bonnet
La sala Alessio Giannone Italien Nicola Valenzano, Ketty Volpe, Gianfranco Gengari, Filomena La Vacca
Titloi telous
(Out of Frame)
Yorgos Zois Griechenland

Retrospektiven[Bearbeiten]

80![Bearbeiten]

Die Retrospektive 80! widmete sich in Anlehnung an die erste Auflage der Filmfestspiele von Venedig vor 80 Jahren sieben seltenen Lang- und drei Mittellang- und Kurzfilmen, die im Rahmen des Festivals aufgeführt worden waren. Die Kopien stammten aus Beständen der Historic Archives of the Contemporary Arts of the Biennale (ASAC). Die Filme wurden in Vorbereitung am L’Immagine Ritrovata in Bologna restauriert und digital oder analog auf ein 35-mm-Format gezogen.[22]

Spielfilme
Mittellang- und Kurzfilme
  • Pytel blech (A Bagful of Fleas) von Věra Chytilová (Tschechoslowakei, 1963)
  • Zablácené mesto (Mud-covered City) von Václav Táborský (Tschechoslowakei, 1963)
  • Ahora te vamos a llamar hermano von Raúl Ruiz (Chile, 1971)

Venezia Classici[Bearbeiten]

Die Reihe Venezia Classici präsentierte ergänzend zur Retrospektive 80! restaurierte Filmklassiker sowie Dokumentarfilme über das Filmemachen und einzelne Filmschaffende. Neben Der Fall Mattei des Ehrenpreisträgers Francesco Rosi wurde auch eine durch Criterion restaurierte Kopie der Originalfassung von Heaven’s Gate (1980, 219 min) gezeigt, im Beisein des Regisseurs Michael Cimino, der mit dem Persol Award ausgezeichnet wurde, benannt nach einem Sponsor des Filmfestivals.[23] Die ungekürzte Fassung war bei den Filmfestspielen von Venedig im Jahr 1982 uraufgeführt worden.[24]

Restaurierte Filme
Dokumentarfilme

Premio Luigi De Laurentiis und unabhängige Filmreihen[Bearbeiten]

Den Premio Luigi De Laurentiis vergab eine Jury unter Vorsitz des indischen Filmregisseurs Shekhar Kapur. Die Auszeichnung ehrte den besten Debütfilm eines Regisseurs (Löwe der Zukunft), alle Sektionen konnten berücksichtigt werden. Der Preis war mit einer Summe von 100.000 US-Dollar dotiert.[25]

Parallel zum Filmfestival fanden zwei unabhängige Filmreihen statt. Die italienische Filmkritikervereinigung Sindacato Nazionale Critici Cinematografici Italiani veranstaltete die Internationale Kritikerwoche (Settimana Internazionale della Critica – SIC), bei der internationale Debütfilme von einer unabhängigen Kommission ausgewählt wurden. Die Associazione Nazionale Autori Cinematografici (ANAC) bereitete gemeinsam mit der Associazione Autori e Produttori Indipendenti (API) die Giornate degli Autori – Venice Days vor, die italienische und ausländische Spiel- und Dokumentarfilme zeigte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Übersicht über die während des Festivals vergebenen Preise:[26]

Hauptpreise (Wettbewerb um den Goldenen Löwen)[Bearbeiten]

Kim Ki-duk


Weitere Preise[Bearbeiten]

  • FIPRESCI-Preis: The Master von Paul Thomas Anderson (Wettbewerb) und L’intervallo von Leonardo Di Costanzo (Orizzonti und Internationale Kritikerwoche)
  • SIGNIS-Preis: To the Wonder von Terrence Malick, Lobende Erwähnung: Lemale et Ha'chalal von Rama Burshtein
  • RaroVideo-Publikumspreis der Internationalen Kritikerwoche: Äta Sova Dö von Gabriela Pichler
  • Label Europa Cinemas Award: Crawl von Hervé Lasgouttes
  • Leoncino d’Oro Agiscuola Award: Pieta von Kim Ki-duk
  • Cinema-for-UNICEF-Erwähnung: È stato il figlio von Daniele Ciprì
  • Francesco Pasinetti (SNGCI) Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo
  • Francesco Pasinetti (SNGCI) Award – Bester Dokumentarfilm: La nave dolce (The Human Cargo) von Daniele Vicari
  • Francesco Pasinetti (SNGCI) Award – Bester Darsteller: Valerio Mastandrea (Gli Equilibristi)
  • Pasinetti-Spezialpreis: Clarisse von Liliana Cavani
  • Brian Award: Bella addormentata von Marco Bellocchio
  • Queer Lion Award (Associazione Cinemarte): The Weight von Jeon Kyu-Hwan
  • Arca CinemaGiovani Award (Wettbewerb): La Cinquième saison von Peter Brosens und Jessica Woodworth
  • Arca CinemaGiovani Award (Bester italienischer Film): La città ideale von Luigi Lo Cascio
  • Biografilm Lancia Award: La nave dolce (The Human Cargo) von Daniele Vicari und Bad25 von Spike Lee
  • CICT – UNESCO “Enrico Fulchignoni” Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo
  • CICAE – Cinema d’Arte e d’Essai Award: Wadjda von Haifaa Al Mansour
  • CinemAvvenire Award (Wettbewerb): Paradies: Glaube von Ulrich Seidl
  • CinemAvvenire Award – Bester Film (Il cerchio non è rotondo (Cinema per la pace e la ricchezza delle diversità)): Wadjda von Haifaa Al Mansour
  • FEDIC Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo, Lobende Erwähnung: Bellas Mariposas von Salvatore Mereu
  • Fondazione Mimmo Rotella Award: Après mai von Olivier Assayas
  • Future Film Festival Digital Award: Bad25 von Spike Lee, Lobende Erwähnung: Spring Breakers von Harmony Korine
  • P. Nazareno Taddei Award: Pieta von Kim Ki-duk, Lobende Erwähnung: Sinapupunan von Brillante Mendoza
  • Lanterna Magica (CGS) Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo
  • Open Award: The Company You Keep von Robert Redford
  • La Navicella – Venezia Cinema Award: Sinapupunan von Brillante Mendoza
  • Lina Mangiacapre Award: Queen Of Montreuil von Sòlveig Anspach
  • AIF – FORFILMFEST Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo
  • Mouse d’Oro Award: Pieta von Kim Ki-duk
  • Mouse d’Argento: Anton tut ryadom (Anton’s Right Here) von Lyubov Arkus
  • UK – Italy Creative Industries Award – Best Innovative Budget Award: L’intervallo von Leonardo Di Costanzo
  • Gillo Pontecorvo – Arcobaleno Latino Award: Laura Delli Colli
  • Christopher D. Smithers Foundation Award: Low Tide von Roberto Minervini
  • Interfilm Award für die Förderung des interreligiösen Dialogs: Wadjda von Haifaa Al Mansour
  • Giovani Giurati del Vittorio Veneto Film Festival Award: The Company You Keep von Robert Redford, Lobende Erwähnung für Toni Servillo
  • Premio Cinematografico “Civitas Vitae prossima” Award: Terramatta von Costanza Quatriglio
  • Green Drop Award: La cinquième saison von Peter Brosens und Jessica Woodworth

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Countries represented at the 69th Venice Film Festival bei labiennale.org (abgerufen am 29. Juli 2012).
  2. a b Statistics of the 69th Venice Film Festival bei labiennale.org (abgerufen am 29. Juli 2012).
  3. Filmprofil bei labiennale.org (englisch; abgerufen am 8. September 2012).
  4. Information bei labiennale.org (abgerufen am 29. Juli 2012).
  5. 69th Venice International Film Festival, Screenings Schedule. bei labiennale.org (abgerufen am 20. Oktober 2012).
  6. Ulrich Seidls "Paradies: Glaube" in Venedig im Wettbewerb bei derstandard.at, 26. Juli 2012 (abgerufen am 29. Juli 2012).
  7. Filmfestival und Architekturbiennale: Neue Festivalleiter für Venedig bei Spiegel Online, 28. Dezember 2011 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  8. Marco Müller übernimmt Filmfest in Rom. In: Der Tagesspiegel, 18. März 2012, Nr. 21278, S. 26.
  9. a b vgl. Meldung auf der Startseite labiennale.org (englisch; abgerufen am 22. Juli 2012).
  10. Venice Biennale Cinema section: what's new in 2012 bei labiennale.org, 18. April 2012 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  11. a b 10 feature-length and 13 short films from the Orizzonti section available in streaming around the world concurrently with the Lido bei labiennale.org, 20. August 2012 (abgerufen am 29. August 2012).
  12. Francesco Rosi Golden Lion for Lifetime Achievement bei labiennale.org, 10. Mai 2012 (abgerufen am 11. Mai 2012).
  13. Kasia Smutniak to host the 69th Venice Film Festival bei labiennale.org, 24. Juli 2012 (aufgerufen am 29. Juli 2012).
  14. Cinema: Michael Mann President of the International Jury of the Venezia 69 Competition bei labiennale.org, 1. Juni 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  15. Lueken, Verena: Denn sie wissen, was sie tun. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2006, Nr. 195, S. 31.
  16. Michael Mann. In: Internationales Biographisches Archiv 43/2007 vom 27. Oktober 2007, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 25/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  17. Körte, Peter: Pulsschlagartig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Februar 2003, Nr. 30, S. 38.
  18. Marina Abramovic, Laetitia Casta, Peter Ho-Sun Chan, Ari Folman, Matteo Garrone, Ursula Meier, Samantha Morton, Pablo Trapero to form the Venezia 69 International Jury chaired by Michael Mann bei labiennale.org, 13. Juli 2012 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  19. 4 new titles join the roster of the 69th Venice Film Festival bei labiennale.org, 7. August 2012 (abgerufen am 16. August 2012).
  20. PARADIES: Glaube im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig bei ulrichseidl.com (abgerufen am 29. Juli 2012).
  21. Sandra den Hamer, Runa Islam, Jason Kliot, Nadine Labaki, Milcho Manchevski, Amir Naderi, to form the Orizzonti International Jury chaired by Pierfrancesco Favino bei labiennale.org, 17. Juli 2012 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  22. «80!» For the 80th anniversary of the Venice Film Festival 10 rare restored films from the Collections of the ASAC bei labiennale.org, 19. Juni 2012 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  23. American filmmaker Michael Cimino to receive the Persol 2012 award bei labiennale.org, 10. August 2012 (abgerufen am 29. August 2012).
  24. Venezia Classici – Restored Films bei labiennale.org, 25. Juli 2012 (abgerufen am 29. Juli 2012).
  25. Michel Demopoulos, Isabella Ferrari, Matt Reeves, Bob Sinclar to form the Jury for the “Luigi De Laurentiis” Venice Award for a Debut Film, chaired by Shekhar Kapur bei labiennale.org, 17. Juli 2012 (abgerufen am 22. Juli 2012).
  26. Collateral Awards of the 69th Venice Film Festival bei labiennale.org, 8. September 2012 (abgerufen am 8. September 2012).
  27. Premi ufficiali della 69. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica bei labiennale.org, 8. September 2012 (abgerufen am 8. September 2012).