Sido

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sido (Begriffsklärung) aufgeführt.

Sido (bürgerlich Paul Hartmut Würdig; * 30. November 1980 in Berlin)[1][2] ist ein deutscher Rapper, der zurzeit bei Urban/Universal Music unter Vertrag steht. Sein Künstlername wird von ihm als Abkürzung für „super-intelligentes Drogenopfer“ interpretiert, früher stand es für „Scheiße in dein Ohr“ (eine Zeile Sidos aus dem Royal-TS-Track Terroarr!).[3]

Sido in Frankfurt am Main (2011)

Leben[Bearbeiten]

Sido am Tag der Eröffnung seines eigenen Tattoostudios in Berlin (2010)

Sido ist Sohn einer Sintiza und eines Deutschen, wie er in einigen Interviews (unter anderem mit den Zeitschriften Galore und tip) erklärte. In einem bigFM-Interview sagte Sido, er sei außerdem zu einem Achtel iranischer Herkunft.

Bis zu seinem achten Lebensjahr lebte er mit seiner jüngeren Schwester bei seiner alleinerziehenden Mutter im Ost-Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. 1988 wurde der Ausreiseantrag der Mutter genehmigt und sie zog mit den beiden Kindern nach West-Berlin, wo sie kurzzeitig mit Asylbewerbern in einer Notunterkunft im Wedding lebten.[4] Nach neunmonatigem Aufenthalt in Lübeck kehrten sie nach West-Berlin zurück und zogen ins Märkische Viertel, wo Sido die Bettina-von-Arnim-Oberschule besuchte, eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

Auf seinen Sohn aus früherer Beziehung spielte Sido bereits 2004 mit Zeilen wie „Ich verwöhn meinen Sohn mit Aggro“ (Aggro Ansage Nr. 4) an, auf seinem zweiten Soloalbum Ich widmete er ihm das Lied Ein Teil von mir. Auf geäußerte Kritik an seinem vermeintlichen musikalischen „Erziehungsstil“ gegenüber einem kleinen Kind entgegnete er, dass sein Sohn Musik der Pop-Rock-Gruppe Juli möge und den Teil der Musik seines Vaters, der von Gewalt handle, nicht zu hören bekomme. Mit der Mutter des gemeinsamen Kindes war er vorübergehend verlobt, die Beziehung brach aber auseinander.

Nach fünf Jahren Beziehung verlobte er sich am 14. Februar 2010 mit der ehemaligen Nu-Pagadi-Sängerin Doreen Steinert, einer Hochzeit kam jedoch im Frühjahr 2012 die Trennung zuvor.[5][6]

Seit Mai 2012 ist er mit der Moderatorin Charlotte Engelhardt liiert, die er nur wenige Monate später heiratete.[7][8][9] Am 14. August 2013 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Das Paar lebt in Hohen Neuendorf.

Paul Würdig ist ein Cousin zweiten Grades von Menowin Fröhlich.[10]

Karriere[Bearbeiten]

Sido auf dem Hiphop-Open in Stuttgart (2003)

Würdig ist seit 1997 im Musikgeschäft tätig. Zusammen mit Bobby Davis (B-Tight) veröffentlichte er als RoyalTS einige Werke beim Berliner Hip-Hop-Undergroundlabel Royal Bunker (Royal für Royal Bunker, TS für Tight/Sido). RoyalTS gründeten auch eine Rap-Crew namens Die Sekte (mit Rhymin Simon und Vokalmatador, später auch Tony D), später benannten sich Sido und B-Tight in A.i.d.S. (Alles ist die Sekte) um.

Bei einem Konzert wurden die drei zukünftigen Chefs des damals noch nicht existierenden Labels Aggro Berlin auf Sido und B-Tight aufmerksam, woraufhin sie beschlossen, das Label zu gründen und die beiden unter Vertrag zu nehmen.

Solokarriere[Bearbeiten]

Sidos Solokarriere begann 2003 mit dem WeihnachtsSong (auf dem Labelsampler Aggro Ansage Nr. 3) und dem Arschficksong. Beide wurden wegen frauenverachtender Inhalte der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Prüfung vorgelegt, aber nicht indiziert. Das Video zum Arschficksong wurde mit der Einschränkung „FSK 16“ freigegeben. Sidos erstes Soloalbum mit dem Titel Maske veröffentlichte er im April 2004. Der Titel bezieht sich auf die verchromte Totenkopfmaske, die Sido während dieser Zeit seiner Karriere bei Live-Auftritten trug.[11] Es folgten die beiden Auskopplungen Mein Block und Fuffies im Club, die ebenso wie das Album in den Charts in die Top 20 stiegen. Zudem wurde noch der Arschficksong (mit leicht zensiertem Video) zum ersten Mal offiziell als Single veröffentlicht, was Sido gleichzeitig drei Singles in den Charts bescherte. Die dritte Single des Albums, Mama ist stolz, ist ein ernst gemeinter Ausdruck der Dankbarkeit Sidos für seine Mutter (Nur meine Mutter hat immer hinter mir gestanden), die ihren Text darin selbst einspricht.

Mein Block machte Sido und Aggro Berlin in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Der Song beschreibt die (vorgeblich) ghettoartige soziale Realität in einem Plattenbau der Berliner Trabantenstadt Märkisches Viertel („MV“), die als Problemsiedlung bekannt ist. Eine Textanalyse von Form und Inhalt, „fast schon parodistisch -- köstlich“,[12] findet sich in dem Buch LYRIX – Lies mein Lied.[13] Der eingängige, trotzig-stolze Refrain Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend / meine Straße, mein Zuhause, mein Block! wurde so bekannt, dass eine Parodie eines 16-jährigen Schülers namens MC Jeremy, die unter dem Titel Mein Dorf ironisch aus der Sicht der Landbevölkerung dagegen hielt, wenige Monate später ebenfalls ein Charthit wurde. Mein Block wurde erstmals auf der Beilage-CD #36 des Hip-Hop-Magazins Juice veröffentlicht, auf dessen zwei Vormonatsausgaben (#34 und #35) bereits zwei Titel mit dem Namen Mein Block von Hecklah & Coch sowie Blumentopf erschienen waren. Zum Teil wird der Titel als Reaktion auf die vorangegangenen Titel der beiden anderen Interpreten angesehen. In Anbetracht des üblichen zeitlichen Vorlaufs bei der Produktion von Titel und Zeitschrift gilt die ebenso kursierende Variante als glaubwürdiger, dass der Titel schon bestand und lediglich ein den Umständen angepasstes Intro erhielt, in dem auf die vorangegangene CD Bezug genommen wurde. Des Weiteren gab es später unabhängig hiervon Interpretationen des Mein-Block-Themas von den Rappern Azad und Eko Fresh. Sidos Album Maske verkaufte sich über 180.000 Mal und wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Sein zweites Album Ich wurde nach circa 80.000 Vorbestellungen schon zwei Tage nach Veröffentlichung über 100.000 Mal verkauft und gleichfalls mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Im Verlauf seiner Karriere entwickelte sich Sido vom „Untergrund-“ zum „Mainstream-Künstler“. Während seine Fangemeinde deutlich jünger wurde, galt er bei einigen in der Hip-Hop-Szene bald als verhasster „Mainstream-Rapper“. Seinen Auftritt als Deine Lieblings Rapper zusammen mit Harris beim Hip-Hop- und Reggaefestival Splash! 2005 beendete er vorzeitig, da die beiden vom Publikum ausgebuht und mit Gegenständen und Lebensmitteln beworfen wurden. Sämtliche Aggro-Berlin-Künstler traten seither nicht mehr beim Splash-Festival auf.

Anlässlich des Bundesvision Song Contests im Februar 2005, bei dem Sido den dritten Platz für Berlin belegte, nahm er während der Performance von Mama ist stolz seine Maske ab. Dieser Auftritt war der vorläufige Höhepunkt seiner zunehmenden Fernsehpräsenz im Umfeld von Stefan Raab und dessen ProSieben-Sendung TV total. Im März 2005 nahm Sido an der ebenfalls von Raab initiierten Wok-WM teil.

Nach dem Album Maske, zwei weiteren Labelsamplern, einem Album mit Harris als Deine Lieblings Rapper und diversen Featurings kam Ende 2006 sein zweites Soloalbum Ich auf den Markt. Kurze Zeit später, am 20. April 2007, veröffentlichte er ein Album namens Eine Hand wäscht die Andere, auf dem einige Features mit Sido von anderen Künstlern zusammengefasst wurden.

Im Frühjahr 2007 gründete Sido zusammen mit B-Tight das Label Sektenmuzik, auf dem alle Mitglieder von Die Sekte unter Vertrag stehen.

Sein drittes Soloalbum mit dem Titel Ich & meine Maske erschien Ende Mai 2008, und Sido erreichte damit erstmals Platz 1 in den deutschen Albumcharts.

Am 30. Oktober 2009 erschien Sidos viertes Soloalbum mit dem Titel Aggro Berlin. Die erste Single daraus, Hey du!, erzählt von Sidos Kindheit in der DDR und danach in West-Berlin. Es war das erste Mal, dass Sido seine Ost-Berliner Herkunft öffentlich machte. Als Aushängeschild des West-Labels Aggro Berlin hatte er daraus lange ein Geheimnis gemacht und verbreitet, er sei in Berlin-Reinickendorf geboren. Im Lied berichtet er, dass es nicht gerade „cool“ war ursprünglich aus dem Osten zu kommen und dass er nicht von seinen Kumpels gehänselt werden wollte. Bei dieser am 16. Oktober 2009 erschienen Single verwendet er den Refrain von Marias Lied aus Linie 1, der in Berliner Dialekt gesungen ist.[14]

Ende Januar 2010 gab Sido im „Fontane-Haus“ im Märkischen Viertel, ein Unplugged-Konzert, das von MTV aufgezeichnet wurde. An dem Konzert wirkten Adel Tawil von Ich + Ich, Kurt Krömer, die Hip-Hop Formation K.I.Z. und Stephan Remmler von Trio mit. Sido ist der siebte deutsche Künstler und nach den Fantastischen Vier der zweite Hip Hop-Act, der ein MTV Unplugged machte. Das dazugehörige Album wurde im Mai 2010 veröffentlicht.

Ende 2010 tauchte im Internet ein Lied der unbekannten Punkband Fritzl's Töchter auf, das vom Rapper und Sido-Vertrauten Liquit Walker promotet wurde. Schnell wurde die Vermutung laut, beim Sänger der Band handle es sich um Sido selbst. Zudem hatte dieser einige Zeit zuvor bekannt gegeben, mit einer Punkband musizieren zu wollen. Eine Verbindung zu Fritzl's Töchter wurde jedoch dementiert.[15] Erst Mitte 2012 gab Sido in einem Interview bekannt, Teil der Band zu sein. Obwohl albumreifes Material vorhanden sei, sei vorerst aber keine Veröffentlichung geplant.[16]

Am 14. Dezember 2012 erschien das Best-Of-Album #Beste, das neben Sidos persönlichen Lieblingsliedern sechs zuvor unveröffentlichte Titel enthält.[17] Die Auskopplung Bilder im Kopf avancierte zu seiner erfolgreichsten Single und wurde in Deutschland mit Platin ausgezeichnet. Weiters wurde eine DVD seines „Sido & Friends“-Konzertes vom Juni 2012 in Wien angekündigt. Diese ist bislang allerdings noch nicht erschienen.

Am 18. Oktober 2013 wurde ein Video zu dem Song 30-11-80 veröffentlicht, dem Titeltrack seines am 29. November erscheinenden Albums. Die Zahlen im Titel stehen für die Geburtsdaten Würdigs. In dem fast elf Minuten langen Track sind neben Sido 18 weitere Künstler vertreten, laut Sido damit fast alle seiner „Lieblingsrapper“.[18] Am 29. November 2013 wurde zudem ein gleichnamiges Soloalbum veröffentlicht, das bereits in der ersten Verkaufswoche auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einstieg. Neben Gastbeiträgen diverser deutscher Rapper waren auf 30-11-80 auch Helge Schneider, Marius Müller-Westernhagen und Mark Forster vertreten.

Am 13. Januar 2014 veröffentlichte Sido das Musikvideo zum Track Fühl dich frei aus dem Album 30-11-80, welcher der Titelsong des Films Nicht mein Tag mit Axel Stein und Moritz Bleibtreu ist.[19]

Kollaborationsprojekte[Bearbeiten]

Zusammen mit dem Rapper Harris vom Berliner Hip-Hop-Duo Spezializtz bildet Sido das Duo Deine Lieblings Rapper. Ein Album der beiden erschien im Oktober 2005 über Aggro Berlin und trägt den Namen Dein Lieblings Album. Aus diesem Album wurde lediglich die Single Steh wieder auf ausgekoppelt, deren Video großes Aufsehen erregte, da sich Sido und Harris in dem Video kreuzigen lassen. Als Grund für diesen Auftritt nannte Sido in einem Interview, er sei eine Art „Jesus“ für die deutsche Rapszene. Immer, wenn etwas an Deutschrap auszusetzen ist, sehe man sein Gesicht als Aufmacher. Gleichzeitig reagierte er damit auf die Indizierung seines Albums Maske und dreier Aggro-Ansage-Alben im Herbst 2005, die allerdings im April 2006 in abgeänderter Version neu erschienen (als Maske X etc.). Die beiden sind auch als Deine Lieblings Rapper auf anderen Alben vertreten und treten oft gemeinsam auf. In nächster Zeit sind keine Projekte der beiden geplant, da sie jeweils an anderen Projekten arbeiten. Allerdings schloss Sido ein zweites Deine-Lieblings-Rapper-Album nicht aus.

Auf der letzten Singleauskopplung des Albums A Grand Don't Come for Free des britischen Rappers Mike Skinner hat Sido einen Gastauftritt: Die deutsche Veröffentlichung der im Juli 2005 erschienenen Single Blinded by the Lights enthält eine von Sido und Shizoe eingesungene deutsche Version mit dem Titel Geblendet vom Licht. Ein Remix des Lieds ist auf dem Album Ich und meine Maske zu finden.

Zusammen mit dem polnischen Rapper Gural nahm Sido das Musikstück Te Typy auf. Diese erschien 2005 auf dem Album Drewnianej Malpy Rock des Polen.

Mit Stonedeafproduction (SDP) sang Sido 2010 Ne Leiche und 2012 Die Nacht von Freitag auf Montag.

2011 nahm Sido gemeinsam mit Bushido nach langjähriger Feindschaft ein Album mit dem Titel 23 auf. Im Rahmen dessen treten die beiden als Formation 23 auf.

Fernseh- und Filmkarriere[Bearbeiten]

Am 27. Januar 2007 kritisierte Sido bei der Show TRL die Band Linkin Park und Bandmitglied Mike Shinodas Nebenprojekt Fort Minor.[20] Dies sorgte für Aufruhr in den Fangemeinden beider Bands.

Am 3. Mai 2007 moderierte Sido zusammen mit Johanna Klum und Collien Fernandes die Verleihung des Musikpreises Comet in Köln.

Am 29. Mai 2007 hat Sido zusammen mit B-Tight die MTV-Show Urban TRL moderiert und dabei gleich seine neue Single Schlechtes Vorbild präsentiert, die auf Platz 1 gewählt wurde. Bereits 2005 wurde Sido einmal als Moderator von TRL eingesetzt. In der Show moderierte der Rapper mit Harris, zu Gast war die Bloodhound Gang.

Im selben Jahr war Sido Jurymitglied in der siebten Staffel der Castingshow Popstars.[21]

Im Jahr 2009 hatte Sido einen Gastauftritt in dem Film Männersache mit Mario Barth und Dieter Tappert in den Hauptrollen. Er stellt sich im Film als Guido vor und rät einem jungen Mann, der mit einer Maske auf dem Kopf an ihm vorbeiläuft, dass er das lassen solle, weil es nicht funktionieren würde.

In dem Reality-Format „Club der bösen Mädchen“ (gesendet in den Pro7-Magazinen SAM und taff) wirkte Sido in der dritten Staffel (ausgestrahlt im Juni 2009) als Erzieher mit.

Einen Tag vor der Bundestagswahl 2009, am 26. September 2009, zeigte ProSieben, in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung, die Sendung „Sido geht wählen“. Sido sprach dafür mit Politikern aller Fraktionen, darunter Renate Künast von der Partei Bündnis 90/Die Grünen und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, und ließ sich erklären, warum er zur Wahl gehen soll und wofür die einzelnen Politiker und Parteien stehen. Die Sendung wurde für den Grimme-Preis 2010 nominiert.[22] Eine weitere Nominierung erhielt „Sido geht wählen“ in der Kategorie Bestes Dokutainment für den Deutschen Fernsehpreis.[23]

Sido gilt überdies als einer der Finanziers der Web-TV-Sendung 51TV mit Playboy 51. Am 1. August 2010 war er selbst Gast in der zweistündigen Liveshow, in der er auch ein Urlaubsvideo vorstellte und im Duett mit Çalıkıran diverse Raplinien vortrug.[24][25]

Für den ORF ist Sido seit Ende 2010 als Juror in diversen Castingshows tätig, so war er Mitglied der Jury in der österreichischen Casting-Show Helden von morgen und in der Talentshow Die große Chance. Zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 war die Dokusoap Blockstars – Sido macht Band zu sehen, in der Sido mit Jugendlichen aus sozial schwachen Verhältnissen eine Rapgruppe gründete.[26]

Am 29. Dezember 2011 kam der Film Blutzbrüdaz in die Kinos, in dem Sido eine der Hauptrollen spielt. Der Film startete mit rund 130.000 Zuschauern in 257 Kinos innerhalb einer Woche und landete damit auf Platz 6 der deutschen Kinocharts.[27]

Im März 2013 gewann er in der Talksendung Absolute Mehrheit 300.000 Euro mit Thesen zur Legalisierung von weichen Drogen. Über die Verwendung des Geldes machte er keine Angaben,[28][29] sein Management erklärte, dass er Spendenempfänger nicht öffentlich benennen würde.[30]

2013 war Würdig in Die Spätzünder 2 – Der Himmel soll warten zu sehen,[31] in der er sich selbst spielt.[32] Im Film Halbe Brüder des Regisseurs Christian Alvart, der 2014 gedreht wird, übernimmt er an der Seite von Fahri Yardim und Tedros Teclebrhan eine Hauptrolle.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Am 15. November 2006 veröffentlichte Sido eine Biografie namens Ich will mein Lied zurück.
  • Mitte 2010 eröffnete er in Berlin ein Tattoo-Geschäft mit dem Namen Ich und meine Katze.[33]
  • Sido nannte Edward Snowden einen „modernen Jesus“ und bot ihm Asyl bei sich Zuhause an.[34]
  • Anfang 2013 brachte Sido in Zusammenarbeit mit der belgischen Firma On.Earz seine Kopfhörer Superstarz auf den Markt.[35]

Kontroversen[Bearbeiten]

2004 kam es im Backstage-Bereich des MTV HipHop Open in Stuttgart zu einer Schlägerei zwischen Sido und dem Rapper Azad. Über die weiteren Beteiligten und den genauen Ablauf der Auseinandersetzung gibt es widersprüchliche Angaben. Anlass soll eine von Sido auf der Bühne ausgesprochene sexuelle Beleidigung gegen Azads Mutter gewesen sein.[36]

Am 12. Oktober 2009 wurde ein Verfahren gegen Sido wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung eröffnet. In der Anklage wurde ihm unter anderem vorgeworfen, eine gehbehinderte Frau mit Steinen beworfen zu haben, was Sido jedoch bis zuletzt bestritten hat. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 14.000 Euro eingestellt.[37]

Im September 2011 kam es bei der ORF-Castingshow Die Große Chance zu einem Streit zwischen Sido und dem Kronen Zeitung-Kolumnisten Michael Jeannée. Daraufhin, nachdem Jeannée backstage vor laufender Kamera erklärte: „Der Sido, der gehört vernichtet“,[38] brachte die Kronen Zeitung einen sehr negativen Artikel über den Rapper unter dem Titel „Das Leben des 'ORF-Stars' als einziger Mix aus Kriminalität und Taktlosigkeit“.[39][40][41] Sido ging, aufgrund des Artikels, juristisch gegen die Kronen Zeitung vor, verklagte sie erfolgreich wegen übler Nachrede und auf Schadenersatz in Höhe von 7000 Euro.[42][43]

Im November 2011 sorgte Sido im Rahmen einer Gala in Wien durch die Aussage „Ihr Österreicher habt uns da mal einen rübergeschickt, der uns Ordnung beigebracht hat!“ für einen Eklat. Dies wurde als Anspielung auf Adolf Hitler interpretiert. Einige ORF-Moderatoren, darunter Martina Kaiser und Eberhard Forcher, reagierten mit Empörung auf die Aussagen, zumal Sido vom Österreichischen Rundfunk gefördert wird. ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz erklärte daraufhin: „Der Satz, der während Sidos Bühnenshow gefallen ist, war ausschließlich ironisch gemeint und ein Versuch des Künstlers, die Stimmung auf der Tanzfläche zu heben. Von der überwiegenden Zahl der Anwesenden wurde diese Ironie auch erkannt und daher mit einem Schmunzeln quittiert.“[44][45]

Am 20. Oktober 2012 gab der ORF bekannt, die Zusammenarbeit mit Sido mit sofortiger Wirkung zu beenden. Am Vortag war es im Anschluss an die Liveshow „Die große Chance“ zu einer Auseinandersetzung zwischen dem ORF-Reporter Dominic Heinzl und Sido gekommen, im Zuge derer Sido handgreiflich wurde. Gemäß einem von Heinzl veröffentlichten Videomitschnitt entwickelte sich das Zusammentreffen der beiden Kontrahenten zu einem Streit. Die Konfrontation eskalierte und Sido begann Heinzl daraufhin wüst zu beschimpfen und attackierte ihn schließlich mit einem Faustschlag ins Gesicht, worauf Heinzl zu Boden ging. Am 21. Oktober 2012 entschuldigte sich Sido via Twitter bei Heinzls Mutter für eine im Rahmen der Auseinandersetzung geäußerte Beleidigung.[46][47]

Am 31. Oktober teilte der ORF mit, dass Sido nach einer Woche Pause, wieder Bestandteil der Jury der Sendung Die große Chance sei. Der ORF begründete diese überraschende Entscheidung damit, dass sich beide beteiligten Personen einsichtig ihrer falschen Handlung gezeigt haben, und somit die Wiedereinstellung Sidos als Beispiel für das ideale Ende eines Streites – die Versöhnung und der Neustart – zu sehen ist.[48] In seinem Lied Hier bin Ich Wieder spielt Sido mit der Textzeile „[...] Heinzl macht ne Judorolle. Auf dem Boden, weil er sein Niveau da suchen wollte [...]“ auf den Vorfall an.[49]

Für seine Punktevergabe als Mitglied der deutschen Jury zum Eurovision Song Contest 2014 wurde er aus dem Internet teilweise kritisiert, weil die Jury, der er angehörte, den späteren Gewinner Österreich auf Platz 13 und stattdessen Dänemark auf Platz 1 gesetzt hatte.[50] Sido reagierte mit der Argumentation, es sei nur die Diskussion zulässig, „warum mir die Komposition und die Performance des Herren aus Österreich nicht gefallen hat“. Dies wiederum sei eine „reine Geschmacksfrage“.[51]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sido/Diskografie
Jahr Titel Chartpositionen[52] Anmerkungen Cover
DE AT CH
2004 Maske 3
(28 Wo.)
46
(7 Wo.)
79
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. April 2004
Deutschland: 190.000[53]
Maske - Cover.jpeg
2006 Ich 4
(31 Wo.)
21
(15 Wo.)
18
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 2006
Deutschland: 100.000+
Ich - Cover.jpg
2008 Ich und meine Maske 1
(43 Wo.)
2
(25 Wo.)
2
(44 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Mai 2008
Deutschland: 100.000+
Österreich: 10.000+
Schweiz: 30.000+
Ich und meine Maske - Cover.jpg
2009 Aggro Berlin 5
(13 Wo.)
5
(13 Wo.)
3
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Oktober 2009
2013 30-11-80 1
(26 Wo.)
2
(25 Wo.)
1
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. November 2013
Deutschland: 100.000+
Österreich: 7.500+
Schweiz: 10.000+

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Comet

  • 2004: in der Kategorie Newcomer National
  • 2009: in der Kategorie Bester Song
  • 2010: in der Kategorie Bester Song
  • 2011: in der Kategorie Bester Künstler

Echo

Bravo Otto

  • 2004: in Gold in der Kategorie Rapper National
  • 2006: in Silber in der Kategorie Bester Rapper National
  • 2007: in Silber in der Kategorie Bester Rapper National

Juice-Awards

  • 2006: Platz 1 in der Kategorie Album National für Ich

Goldenes Tape

  • 2007: für 15 Nummer-1-Platzierungen des Videos Straßenjunge in der MTV-Show Total Request Live

Swiss Music Award

  • 2009: in der Kategorie Best Album Urban International

Europe Music Award

  • 2010: in der Kategorie Best German Act

Goldene Schallplatte (Deutschland)

Goldene Schallplatte (Österreich)

Goldene Schallplatte (Schweiz)

Platin-Schallplatte (Deutschland)

  • 2013: für die Single Bilder im Kopf

Platin-Schallplatte (Schweiz)

3x Goldene Schallplatte (Deutschland)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sido – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wird sich Paul seiner Charlotte würdig erweisen? Abgerufen am 8. März 2013.
  2. Sido über sein Leben. Stern.de, 5. November 2009, abgerufen am 31. August 2011.
  3.  Interview mit Sido. In: Galore. Volume 09, VISIONS Verlag GmbH, Juni 2005, S. 63.
  4. Julia Finger: Die Stasi machte Sidos Mutter „verrückt“. Welt Online, 29. Oktober 2009, abgerufen am 5. September 2011.
  5. Sido hat sich mit seiner Freundin verlobt. Welt Online, 31. März 2010, abgerufen am 5. September 2011.
  6. Vor der Hochzeit: Sido macht Schluss auf Stern.de
  7. Sido liebt Charlotte Engelhardt, Artikel vom 7. Mai 2012, abgerufen am 8. Mai 2012
  8. Rapper Sido und Charlotte Engelhardt haben geheiratet Berliner Morgenpost vom 23. Dezember 2012, abgerufen am 23. Dezember 2012
  9. Charlotte Würdig im Baby-Interview. taff-Interview, 27. Februar 2013. 1:48 min: „Wir haben im Juli geheiratet […].“
  10. Sido und DSDS-Vize Menowin sind verwandt. Welt Online, 5. Mai 2010, abgerufen am 5. September 2011.
  11. [1] GOTV, 29. April 2012, [2] Focus Online, 29. April 2012
  12. Fritz Ostermayer im ORF / FM4 im Sumpf, 6. November 2011
  13. Matthias Penzel: Ja-und-nein-aber / Schmutziger Reim. In LYRIX – Lies mein Lied. 33 1/3 Wahrheiten über deutschsprachige Songtexte, Hrsg. Erik Waechtler u. Simon Bunke, Freiburg/Br. 2011
  14. Sido: Mein Ost-Block. BZ Online, 27. Oktober 2009, abgerufen am 5. September 2011.
  15. Erste Hörprobe von Sidos Punkband? MeinRap.de, 28. Oktober 2010, abgerufen am 12. November 2012.
  16. 1 Sido - 30-11-80, Mixery-Raw-Deluxe Interview. Mixery Raw Deluxe, 7. November 2013, abgerufen am 19. November 2013.
  17. Sido – #Beste (Tracklist & Cover). 2. November 2012, abgerufen am 12. November 2012.
  18. focus.de: Sido versammelt in „30-11-80“ 18 Kollegen zum Rap-Marathon 18. Oktober 2013 (abgerufen am 26. Oktober 2013)
  19. Sido - Fühl dich frei (Official Video | Titelsong „Nicht mein Tag“). 13. Januar 2014, abgerufen am 17. Januar 2014.
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSido über Linkin Park – sch**** Hopper! 2011, abgerufen am 24. März 2010 (Video, Ausschnitt aus MTV Masters „Linkin Park“): „Linkin Park ist übelst für'n Arsch egal was sie machen […]“
  21. Uwe Mantel: Sido castet für ProSieben: Neue Jury bei „Popstars“. DWDL.de GmbH, 11. Juni 2008, abgerufen am 5. September 2011.
  22. Nominierungen Unterhaltung 2010. Grimme-Institut GmbH, abgerufen am 5. September 2011 (Die Nominierte Sendung wurde am 26. September 2009 um 23.00 Uhr zum ersten mal auf Pro7 ausgestrahlt.).
  23. Die Nominierungen 2010. Der deutsche Fernsehpreis, 22. September 2010, abgerufen am 5. September 2011.
  24. Sido bei 51TV mit Playboy 51 und Fiko (Video). meinrap.de, 2. August 2010, abgerufen am 5. September 2011 (Text und Video).
  25. playboy51tv: 51TV Zu Gast: SIDO. ustream.tv, 1. August 2010, abgerufen am 5. September 2011 (Video).
  26. "Blockstars": Sängerinnen aus dem Stripclub und Sidos Wort ist Gesetz. derStandard.at, 15. November 2011, abgerufen am 16. November 2011.
  27. Sido und B-Tight rappen in die Kinocharts. Focus online, 2. Januar 2012.
  28. http://www.krone.at/Stars-Society/Sido_gewinnt_in_Raabs_Polit-TV-Show_300.000_Euro-Kraeftig_abgecasht-Story-355922
  29. http://www.spiegel.de/panorama/leute/rapper-sido-gewinnt-bei-stefan-raabs-polit-show-absolute-mehrheit-a-890697.html
  30. http://top.de/news/87f0-wirbel-sidos-300-000-euro-gewinn-absolute-mehrheit
  31. Jascha Porger: Sido mit einem neuen Film – “Live is Life – Die Spätzünder 2″ (News). HipHop.biz, 3. Dezember 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012.
  32. juicemagazintv: Sido – Interview #Beste (JUICE TV). 11. Dezember 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012 (Video).
  33. Sven Kuschel: Sido eröffnet Tatoo-Laden. Bild.de, 19. Juli 2010, abgerufen am 31. August 2011.
  34. http://www.weser-kurier.de/freizeit_artikel,-Edward-Snowden-ist-ein-moderner-Jesus-_arid,719872.html
  35. http://www.androidpit.de/sido-superstarz-im-test-ein-satz-heisse-ohren
  36. http://www.laut.de/Hip-Hop-Open/Azad-verpruegelt-Sido/12-07-2004
  37. Rapper Sido muss 14.000 Euro zahlen. Spiegel Online, 13. Oktober 2009, abgerufen am 4. September 2011: „Der Richter stellte das Verfahren gegen Zahlung von 14.000 Euro ein.“
  38. Jeannée vs Sido – Die große Chance auf youtube.com
  39. ORF zeigt Schlagabtausch zwischen Sido und Jeannée. In: Die Presse.
  40. „Arrogante Scheiße“: Sido beschimpft Jeannée auf derstandard.at
  41. ORF zeigt „Sido gegen Jeannée“, kurier.at (Version vom 23. September 2011 im Internet Archive)
  42. Sido gewinnt Prozess gegen „Krone“. nachrichten.at, 20. März 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  43. Der Rapper, die „Krone“ und die üble Nachrede auf derstandard.at
  44. SIDO – Anspielung auf Hitler?
  45. Aufregung um Hitler-Sager von Sido
  46. OÖ Nachrichten: Sido schlug Heinzl mit Faust – ORF beendet Zusammenarbeit mit dem Juror, 21. Oktober 2012
  47. „good bye orf1!“ – Sido nimmt Rauswurf gelassen, Kurier am 21. Oktober 2012
  48. Sido bekommt eine zweite Chance, ORF am 31. Oktober 2012
  49. http://www.oe24.at/leute/oesterreich/So-rappt-Sido-gegen-Dominic-Heinzl/121680815
  50. http://www.bild.de/unterhaltung/musik/conchita-wurst/sido-waehlte-sie-nur-auf-platz-13-35936794.bild.html
  51. Sido verteidigt sein schlechtes Votum für Conchita Wurst, in: Focus online vom 12. Mai 2014, abgerufen am 20. Mai 2014
  52. Chartquellen: DE AT CH
  53. nino repage2.de