Unreal Engine

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Unreal Engine
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Entwickler Epic Games
Aktuelle Version 4.6
(3. Dezember 2014)
Betriebssystem Windows, Mac, Dreamcast, Xbox (360 und One), PlayStation (24), Android, iOS, Linux
Programmier­sprache C++, UnrealScript (bis exkl. 4.0)[1]
Kategorie Spiel-Engine
Lizenz EULA
Deutschsprachig nein
www.unrealengine.com

Die Unreal Engine ist eine Spiel-Engine von Epic Games (früher Epic MegaGames), die bei der Entwicklung von Konsolen- und Computerspielen eingesetzt wird. Seit der ersten Veröffentlichung 1998 wurde die Spiel-Engine in zahlreichen Spielen verwendet und auf diverse Betriebssysteme und Spielkonsolen portiert.

Übersicht[Bearbeiten]

Das Framework der Unreal Engine besteht unter anderem aus der Grafik-Engine, der Skriptsprache UnrealScript und weiteren Hilfsprogrammen wie dem Leveleditor UnrealEd. Die erste Version der Unreal Engine kam 1998 zusammen mit dem Ego-Shooter Unreal auf den Markt. Dabei diente das Spiel zugleich als Grafikdemo für die Engine. Die Unreal Engine wurde in diversen weiteren Spielen verwendet, unter anderem mit neu geschriebenen Komponenten. Beispiele dafür sind Deus Ex oder Rune. Das erste Spiel mit der zweiten Generation der Engine erschien am 4. Juli 2002 mit dem kostenlosen Ego-Shooter America’s Army, gegen Ende 2002 erschienen Unreal Tournament 2003 und Unreal 2. Der Nachfolger Unreal Tournament 2004 verwendet die Unreal Engine 2.5.

Die dritte Generation der Engine aus dem Jahr 2006 stellt aufwändige Shader-Effekte, Oberflächen mit Offset Mapping und die Fähigkeit nebenläufig und unterbrechungsfrei Teile der Spielewelt nachzuladen bereit. Damit übertrifft sie die Fähigkeiten der Doom-3-Engine, die 2004 veröffentlicht wurde.

Kosten[Bearbeiten]

Die Kosten für die Lizenzierung des kompletten Frameworks der zweiten Generation belaufen sich auf exakt 350.000 US-Dollar, jede weitere Sub-Version der zweiten Generation kann für jeweils weitere 50.000 US-Dollar erworben werden. Des Weiteren werden 3 % Tantiemen veranschlagt.[2] Für die nichtkommerzielle Nutzung oder zu Unterrichtszwecken steht eine kostenlose Version, die Unreal Engine 2 Runtime Demo, unter einer EULA zur Verfügung. Hierbei ist allerdings der Funktionsumfang sehr stark eingeschränkt, unter anderem ist kein Zugriff auf den Quellcode möglich.[3] Seit November 2009 gibt es für die Unreal Engine 3 nun auch kostenlose Lizenzen für nichtkommerzielle Projekte, und für kommerzielle Projekte Lizenzen ab 99 US-Dollar, sowie 25 % Gewinnbeteiligung ab einem Umsatz von 50.000 US-Dollar.[4] Eine kostenlose Version der Unreal Engine 3 ist seit 5. November 2009 unter dem Namen „UDK“ (Unreal Development Kit) erhältlich.

Versionen[Bearbeiten]

Die Unreal Engine ist modular aufgebaut. Epic schreibt zwar diverse Teile der Engine neu, aber es bleibt dieselbe Engine. Deswegen existieren keine konkreten Versionsnummern, sondern lediglich nummerierte Builds, welche bestimmte Funktionen enthalten beziehungsweise nicht enthalten. Die veröffentlichten Framework-Pakete werden von Epic selbst jedoch immer mit Unreal Engine N tituliert, wobei N immer für die Generation bzw. die Version der Engine steht.

Erste Generation[Bearbeiten]

Unreal Engine[Bearbeiten]

Die erste Version der Unreal Engine, wegen ihrer Nachfolger auch Unreal Engine 1 genannt, wurde 1998 zusammen mit Unreal veröffentlicht. Allerdings hatten Legend Entertainment und MicroProse die Lizenz bereits vorher erworben. Die Unreal Engine 1.0 wurde für High-End PCs aus dem Jahre 1998 entwickelt. 226f war der finale Patch zu Unreal.

Unreal Engine 1.5[Bearbeiten]

Die Unreal Engine 1.5 wurde für High-End-PCs aus den Jahren 1999 bis 2001, und erstmals auch für die Dreamcast und die PlayStation 2 entworfen. Der Code wurde abgespalten, die Versionsnummer sprang auf die Zahl 300 und entwickelte sich von dort aus weiter bis zur Version 436. Der Codekern wurde komplett neu geschrieben, eventuell um den UnrealEd 2 zu integrieren. Bis zuletzt wurde durch das UTPG-Projekt die Version 451 entwickelt, welche für Entwickler (den UED) und Serverbetreiber einige Änderungen, Features und mehr Stabilität bringt.

Zweite Generation[Bearbeiten]

Killing Floor – Unreal Engine 2

Unreal Engine 2[Bearbeiten]

Die Unreal Engine 2[5] wurde für High-End-PCs aus den Jahren 2002 bis 2003, die Xbox, die Playstation 2 und den Nintendo GameCube entwickelt. Die Versionsnummer der zweiten Generation der Engine startete bei 500, Lizenzen starteten bei 600 und die erste Publikation, America’s Army trug die Nummer 927. Als Epic Games Unreal Tournament 2003 veröffentlichte, sprangen die Versionsnummern auf 2000 und höher. Wieder wurden große Teile des Codes neu geschrieben und eine neue Version des UnrealEd integriert.

Unreal Engine 2.5[Bearbeiten]

Die Unreal Engine 2.5 wurde für High-End-PCs aus den Jahren 2004-2005 entwickelt. Sie stellt eine verbesserte Version mit einer optimierten Rendering-Engine der Unreal Engine 2.0 dar. Die Unreal Engine 2.5 bot erstmals Unterstützung für 64-Bit Windows und 64-Bit Linux-Betriebssysteme.

Unreal Engine 2X[Bearbeiten]

Die Unreal Engine 2X ist ein Fork der Version 2.5 und wurde speziell für die Xbox entwickelt. Sie ist stark optimiert für die Xbox-Hardware-Shader-Pipeline, die Speicherverwaltung, das GUI-System, sowie die Xbox Live-Unterstützung.

Dritte Generation[Bearbeiten]

Rock of Ages – Unreal Engine 3
The Ball – Unreal Engine 3

Unreal Engine 3[Bearbeiten]

Die Spiel-Umgebung Unreal Engine 3 ist der direkte Nachfolger der Unreal Engine 2. Die neue Spiel-Umgebung zeichnet sich durch eine Technologie aus, die in den Jahren 2006 und 2007 „auf dem Stand der Dinge“ sein soll. Sie wurde im November 2006 erstmals mit dem Spiel RoboBlitz veröffentlicht. Wenige Tage darauf folgte die Portierung für die Xbox 360 mit Gears of War. Die Engine wird auch bei Unreal Tournament 3, dem Nachfolger von Unreal Tournament 2004 eingesetzt. Neben den Versionen für den Computer (Mac, Windows) und die Xbox gibt es auch eine Portierung für die PlayStation 3. Laut wiiinsider.de hat Mark Rein, Vice President bei Epic Games verkündet, dass ein Einsatz der Engine auf der Nintendo Wii ausgeschlossen sei.[6] Das Framework soll bis 2012 schrittweise erweitert und verbessert werden.[7] Eine Linux-Version war geplant[8], wurde jedoch nie veröffentlicht.

2010 erschienen die ersten Spiele für das iPhone auf Basis der Unreal Engine 3.

Die Spiele-Umgebung setzt auf das DirectX-9-Shadermodell 3[9] und stellt Unterstützung für DirectX 11 bereit.[10]

Logo des Unreal Development Kit
Unreal Development Kit

Seit 5. November 2009 ist die Unreal Engine 3 in Form des Unreal Development Kit für nicht-kommerzielle Verwendung kostenlos über die offizielle Website downloadbar. Weitere Versionen zur Entwicklung von Konsolen-Spielen sollen folgen. Im Zuge dieser Änderungen wurden auch die Kosten für eine kommerzielle Nutzung der Unreal Engine 3 stark verringert.[11][12]

Vierte Generation[Bearbeiten]

Unreal Engine 4[Bearbeiten]

Nach der Präsentation der Unreal Engine 3 gab Marketing-Chef Mark Rein auf Nachfrage durch einen Journalisten bekannt, dass seit etwa Mitte 2003 an der vierten Generation der Engine gearbeitet werde.[9] Große Entwicklungen wurden aber nicht vor 2008 begonnen.[7] Ab 2012 soll die Unreal Engine 4 einsatzbereit sein.[13] Als einer der ersten Entwickler sicherte sich Square Enix bereits im Oktober 2012 eine Unreal-Engine-4-Lizenz.[14] Die erste Version der Unreal Engine 4 erschien am 19. März 2014. Die aktuelle Version ist 4.6. Die Unreal Engine 4 ist mit einem Abonnement für 19$/Monat und 5% Gewinnabgabe (bei Einnahmen über 3000 € pro Quartal) erhältlich. Seit September 2014 ist der Zugang zur Engine für Schulen und Universitäten kostenfrei.[15]

Die Unreal Engine 4 unterstützt auch Linux und Mac OS.[16]

Spiele auf Basis der Unreal Engine (Auswahl)[Bearbeiten]

In folgenden Tabellen sind die verschiedenen Titel der Unreal-Reihe durch Fettschrift hervorgehoben, da diese – von der Unreal Engine 3 abgesehen – jeweils zeitgleich mit den Engines veröffentlicht wurden. Epic Games nutzte dies in der Vergangenheit öfter, um die Fähigkeiten der Engines zu demonstrieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere bekannte Engines

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unreal Engine 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warren Schultz: Unreal Engine 4 - First Look. In: http://gameindustry.about.com. Abgerufen am 9. Juni 2014 (englisch).
  2. Unreal Engine Licensing Terms auf unrealtechnology.com (englisch)
  3. Unreal Engine 2 Runtime Demo EULA auf udn.epicgames.com (englisch)
  4. Werbe-Video für den Unreal Development Kit auf youtube.com (englisch)
  5. Leistungsmerkmale der Unreal Engine 2 auf unrealtechnology.com (englisch)
  6. Epic „Oh nein! Keine Unreal Engine 3 am Wii!“ auf rebell.at
  7. a b Unreal Engine Versions/4 auf wiki.beyondunreal.com (englisch)
  8. Anfrage einer Linux-Version in der Mailingliste auf icculus.org
  9. a b Unreal Engine 4 in Entwicklung – Artikel bei Golem.de, vom 10. Juni 2005.
  10. Spielegrafik: "Der Markt ist reif für DirectX 11" – Artikel bei Golem.de, vom 2. März 2011.
  11. Unreal Engine 3 ab sofort kostenlos verwendbar. WinFuture.de, 6. November 2009.
  12. Epic Games gibt Unreal Engine 3 für kostenlose Nutzung frei. Golem.de, 6. November 2009.
  13. Nikole Zivalich: Unreal Engine 4 to be revealed in 2012 accordign to Epic’s Mark Rein. In: g4tv.com, 9. Februar 2012 (englisch).
  14. Tony Barthelmann: Square Enix schnappt sich auch die Unreal Engine 4. In: jpgames.de, 24. Oktober 2012.
  15. Unreal Engine 4 Goes Free for Academic Use 4. September 2014
  16. Unreal Engine 4 and Linux 19. Mai 2014