Arfons

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Arfons
Arfonts
Wappen von Arfons
Arfons (Frankreich)
Arfons
Region Okzitanien
Département Tarn
Arrondissement Castres
Kanton La Montagne noire
Gemeindeverband Lauragais Revel Sorèzois
Koordinaten 43° 26′ N, 2° 10′ OKoordinaten: 43° 26′ N, 2° 10′ O
Höhe 566–904 m
Fläche 40,71 km2
Einwohner 172 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 4 Einw./km2
Postleitzahl 81110
INSEE-Code

Arfons – Blick auf den Ort mit den schneebedeckten Pyrenäen im Hintergrund

Arfons (occitanisch: Arfonts) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 172 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Tarn in der Region Okzitanien (zuvor Midi-Pyrénées). Zur Gemeinde gehören auch die beiden Weiler Les Bastouls und Les Escudiés.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arfons liegt am Flüsschen Sor am Nordrand der Kulturlandschaft des Lauragais in den südwestlichen Ausläufern der Montagne noire und des Regionalen Naturparks Haut-Languedoc etwa 85 Kilometer (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung von Toulouse entfernt. Etwa 33 Kilometer südwestlich liegt Castelnaudary; die Kantonshauptstadt Revel liegt etwa 20 Kilometer westlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 420 212 179 177 176 185

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Ort beständig zwischen 1.300 und 1.500 Einwohner; danach sank die Zahl der Einwohner kontinuierlich ab. Erst in den letzten Jahrzehnten ist wieder ein leichter Anstieg festzustellen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als in den meisten Orten des Lauragais spielte der Anbau von Färberwaid (pastel) im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wegen der Höhenlage des Ortes und seiner waldreichen Umgebung kaum eine Rolle. Heute lebt Arfons in hohem Maße vom Tourismus (Wandern, Ferienwohnungen). Auf dem Gemeindegebiet wurden sowohl ein Windpark als auch eine Photovoltaikanlage installiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Geschichte des Ortes liegen nur wenige Informationen vor: Im Jahr 1150 erbauten die Ritter vom Orden des hl. Johannes von Jerusalem eine Burg, ein Hospital und eine kleine Kapelle, die zur Keimzelle des Ortes wurden. Zeitweise war die wald- und wasserreiche Gegend Rückzugsgebiet von Räuberbanden. Im 17. Jahrhundert soll Pierre-Paul Riquet, der Planer und Erbauer des Canal du Midi, hier die Idee zur Wasserversorgung des Kanals mit Hilfe von Staubecken und Kanälen (rigoles) gehabt haben.

Église Notre-Dame du Rosaire in Les Escudiés

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Weiler Les Escudiés steht eine kleine Pfarrkirche (Église Notre-Dame du Rosaire), die noch aus der Zeit des Ritterordens stammen soll und deren Außenmauern zum Teil in Trockenmauerwerkstechnik errichtet sind. Über einem Portalvorbau auf der Nordseite erhebt sich ein einfacher Glockengiebel (clocher-mur). Lediglich die Fenstereinfassungen sind aus exakt behauenem hellem Sandstein gefertigt. Im Innern ist die Kirche von einem hölzernen Dachstuhl gedeckt.
  • Mehrere Wohnhäuser der Gemeinde sind in derselben Technik aus unbehauenen Steinplatten unterschiedlicher Größe und Stärke (lauzes) errichtet. Einige wurden in späterer Zeit verputzt.
  • Über dem Eingang eines Hauses befindet sich eine Nische mit einer Statue (La Toustone), die von einigen für eine heidnische (Mutter-)Göttin, von anderen für ein stark abgenutztes Bildnis Mariens gehalten wird.
  • An einem anderen Haus ist tatsächlich eine ins späte Mittelalter datierte Muttergottesstatue angebracht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arfons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien