Flugplatz Herzogenaurach

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Flugplatz Herzogenaurach
Flugplatz Herzogenaurach (Bayern)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code EDQH
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km nördlich von Herzogenaurach,
25 km nordwestlich von Nürnberg
Straße A3
Basisdaten
Eröffnung 14. Oktober 1962
Betreiber Flugplatz Herzogenaurach GmbH
Start- und Landebahn
08/26 700 m × 20 m Asphalt
Tower EDQH (2010)
Rollbahn (2010)
(2010)

Der Flugplatz Herzogenaurach ist ein als Verkehrslandeplatz klassifizierter Flugplatz etwa zwei Kilometer nördlich von Herzogenaurach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz liegt am nordwestlichen Ortsrand von Herzogenaurach am Birkenbühl auf einer Höhe von 326 m ü. NN. Naturräumlich befindet er sich auf einer um 30 Höhenmeter exponierten Hochebene oberhalb des Tales der Mittleren Aurach. Nördlich liegt der Aischgrund, südlich der Rangau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Flughafen entstand in Herzogenaurach als Militärflugplatz und wurde am 1. Oktober 1935 eröffnet. Er diente zur Ausbildung von Jagdfliegern und von 1939 bis 1945 waren dort Jagdgeschwader der Luftwaffe stationiert.[1] Die in Ost-West-Richtung verlaufende, etwa einen Kilometer lange Grasrollbahn war mit einer Ziegelsteinlage zusätzlich befestigt und befand sich etwa bei dem heutigen Qlympiaring.[2]

Nach der Besetzung im April 1945 durch alliierte Truppen wurde das dortige Gelände zur Herzo Base und den Deutschen war die Fliegerei zunächst verboten.

Der nach der Aufhebung des Flugverbotes 1951 gegründete Verein Aero-Club Herzogenaurach e. V. machte sich 1960 daran, eine geeignete Stelle für einen neuen Flugplatz zu suchen, da das Gelände des Fliegerhorstes erst 1992 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben wurde. Man fand diese in einem Grundstück etwa einen halben Kilometer nördlich der Stadtgrenze von Herzogenaurach. Im Herbst 1961 wurde eine 700 Meter lange Grasbahn von den Behörden abgenommen, welche aber erst am 14. Oktober 1962 offiziell eingeweiht wurde. 1970 wurde der Flugplatz zum Verkehrslandeplatz ausgebaut. Im Zuge dessen wurde auch die Bahn asphaltiert, welche am 28. Juni 1970 eröffnet wurde.

Flugplatz und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist ein Verkehrslandeplatz für Segel- und Motorflugzeuge bis 3700 kg MTOW sowie für Hubschrauber bis 5700 kg und wird meist von 9:00 bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang betrieben. Der Halter des Flugplatzes ist die Flugplatz GmbH Herzogenaurach. Eine Landung ist nur nach Erlaubnis des Halters möglich (PPR). Der Platz hat die ICAO-Kennung EDQH.

Es bestehen mehrere Wirtschaftsgebäude, ein Tower, ein Hangar, ein Restaurant und es gibt eine Tankmöglichkeit.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 4. März 1963 stürzte ein zweimotoriges Flugzeug vom Typ Douglas DC-3A-191 ab.[3]
  • Am 15. Juni 2010 flog eine Piper Cherokee mit zu hoher Geschwindigkeit an, fuhr nach der Landung über das Ende der Rollbahn hinaus und verunglückte dort.[4]
  • Am 16. September 2014 kam es zur Bruchlandung einer zweimotorigen Piper, deren Fahrwerk nicht ausgefahren war und das Ende des Rollfeldes um 200 m verfehlte.[5]
  • Am 7. August 2015 havarierte wiederum eine zweisitzigen Propellermaschine, die ebenso landete, ohne das Fahrwerk ausgefahren zu haben.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindestraße erschließt den Flugplatz zu der fünf Kilometer östlich verlaufenden Bundesautobahn 3 hin. Der ÖPNV bedient den Flugplatz nicht, die nächstgelegenen Zustiegsmöglichkeiten bestehen etwa 500 m südlich zu den Stadtbuslinien 201, 279 und 273, die An der Schütt an das Streckennetz des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg anschließen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Herzogenaurach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fliegerhorst Herzogenaurach
  2. Flughafen Herzogenaurach 1945 auf hist. Messtischblatt
  3. Flugunfall 1963
  4. Polizeibericht vom 16. Juni 2010
  5. Pressebericht InFranken.de 2016
  6. Pressebericht Nordbayern.de 2015