Flugplatz Jesenwang

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Flugplatz Jesenwang
Flugplatz Jesenwang (Bayern)
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Kenndaten
ICAO-Code EDMJ
Koordinaten

48° 10′ 27″ N, 11° 7′ 31″ OKoordinaten: 48° 10′ 27″ N, 11° 7′ 31″ O

567 m (1860 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km nördlich von Jesenwang,
30 km westlich von München
Straße B2
Basisdaten
Eröffnung 1963
Betreiber Flugplatz Jesenwang GmbH
Beschäftigte 60
Start- und Landebahn
07/25 408 m × 12 m Asphalt



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Der Flugplatz Jesenwang ist ein Sonderlandeplatz für die allgemeine Luftfahrt im Kreis Fürstenfeldbruck bei München und wird durch die Flugplatz Jesenwang GmbH betrieben. Es dürfen Flugzeuge bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 3 Tonnen, Helikopter bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 5,7 Tonnen, Ultraleichtflugzeuge, selbststartende Segelflugzeuge sowie Ballone dort starten und landen, sofern sie hierfür die Genehmigung des Flugplatzbetreibers eingeholt haben (PPR – Prior Permission Required). Flugzeuge ohne gültiges Lärmzeugnis können den Flugplatz nicht mehr anfliegen.

Flugbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz verfügt über eine 408 Meter lange und 12 Meter breite Start- und Landebahn. Eine Besonderheit stellt hierbei die Kreuzung der Bahn am Ende Piste 25 / Anfang Piste 07 mit der Ortsverbindungsstraße JesenwangAdelshofen dar. Für Start- und Landung von Flugzeugen wird der Autoverkehr durch Ampelschaltung angehalten, um Annäherungen zwischen Flugzeugen und Autos zu vermeiden.

Trotz seiner beengten Lage und kurzen Piste liegt der Flugplatz Jesenwang hinsichtlich der Zahl der Flugbewegungen an der Spitze der deutschen Sonderlandeplätze und im vorderen Bereich deutscher Flugplätze allgemein. Dies ist auf die nahezu alleinige Stellung als Platz für die allgemeine Luftfahrt im Münchener Raum zurückzuführen. Durch die Schließung des Flugplatzes Fürstenfeldbruck wird die Bedeutung des Flugplatzes voraussichtlich noch gestärkt.

Auf dem Gelände des Flugplatzes befinden sich die Flugschule München-Jesenwang (Privatpiloten- und Ultraleichtausbildung), die Air Charter Luftfahrt GmbH, Weiss H. Flugelektronik sowie die GILWA Luftfahrttechnik GmbH und ein Flugplatzrestaurant. Direkt angrenzend zum Flugplatzgelände befindet sich ein Testgelände. Dieses wird für Fahrsicherheit Training, Fahrzeugentwicklung, Filmaufnahmen und vieles mehr genutzt.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 24. April 2001 verunglückte eine Piper PA-18-150 auf EDMJ. Ein Tragflügel berührte in einer Windböe einen Busch. Bei dem nachfolgenden Ringelpiez wurde das Flugzeug zerstört.[1]
  • Am 1. Mai 2007 berührte eine Zodiac 601 D beim Landeanflug Baumwipfel und stürzte etwa 900 m vor der Landebahn ab. Das Ultraleichtflugzeug fing bei dem Aufprall sofort Feuer und explodierte, wobei die beiden Insassen zu Tode kamen.[2]
  • Mitte Juli 2014 überschlug sich ein Kleinstfluggerät unbekannter Bauart, das nach dem Start mangels Leistung nicht auf Höhe kam, ca. 400 m hinter der Startbahn in einem Stoppelacker. Der 63-jährige Alleinflieger kam mit dem Schrecken davon.[3]
  • Am 21. Mai 2016 bekam ein 50-jähriger Flieger unmittelbar nach dem Start auf EDMJ in geringer Höhe Motorprobleme. Das Rettungssystem seiner Maschine vom Typ Breezer Aircraft versagte. Er überlebte den Absturz ebenso wenig wie seine Begleiterin.[4]
  • Am 1. August 2019 stürzte ein zweisitziger Tiefdecker vom Typ Eurostar EV97 gegen 13:20 beim Landeanflug auf Jesenwang EDMJ knapp 2000 m vor dem Erreichen der Landebahn plötzlich steil in ein Maisfeld. Der 46-jährige Pilot wurde hierbei durch die Wucht des Aufpralls tödlich verletzt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFU-Jahresbericht 2001, Unfallbericht 3X038-0/01 (PDF, 1,08 MB)
  2. Pressebericht Donaukurier
  3. Pressebericht Merkur 7/2014
  4. Pressebericht Merkur 5/2016
  5. Pressebericht InFranken.de vom 1. August 2019