Lorscheid

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Auch ein Ortsteil der Gemeinde Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) trägt den Namen Lorscheid.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lorscheid
Lorscheid
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lorscheid hervorgehoben
Koordinaten: 49° 44′ N, 6° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 439 m ü. NHN
Fläche: 5,09 km2
Einwohner: 568 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 080
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: www.lorscheid.eu
Ortsbürgermeisterin: Jutta Gard-Becker
Lage der Ortsgemeinde Lorscheid im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Blick von Westen
Kirche im Ortszentrum

Lorscheid (moselfränkisch: Löhschd [løːʃd]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat. Die Hochwaldgemeinde wurde mehrmals beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden ausgezeichnet.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lorscheid liegt auf ca. 420 m ü. NHN an einem Südhang am Rande des Osburger Hochwaldes unweit der Mosel. An der südlichen Gemarkungsgrenze fließt der Lorscheider Bach, der den an der nördlichen Gemarkungsgrenze fließenden Welgerbach unterhalb des Burgkopfes aufnimmt, und dann Feller Bach genannt wird. Zum Ort gehört die Scholersmühle am Lorscheider Bach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuttreste römischer Besiedlungen befinden sich südöstlich und nördlich von Lorscheid, keltische Hügelgräber südwestlich und östlich des Ortes.

Im Jahre 1211 wurde der Ort erstmals im Güterverzeichnis der Trierer Abtei St. Maximin erwähnt. Er gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Pfarrei Fell und zum Amt Maximin. Im Visitationsbericht des Erzstiftes Trier von 1569 wurde erstmals eine Kapelle genannt, die der hl. Gertrud geweiht war. Die hl. Gertrud ist auch die Schutzpatronin der heutigen spätromanischen Pfarrkirche aus dem Jahre 1804.

Lorscheid besteht aus den früheren Ortsteilen Wellscheid (im Südosten) und Lorscheid (Dorfzentrum bei der Kirche). Auf Matt gab es früher eine weitere Siedlung, die aber der Pest zum Opfer gefallen ist. Auf einer Karte des Erzbistums Trier aus dem Jahre 1645 ist der Ort als Meyert verzeichnet.

Ende des 18. Jahrhunderts kam Lorscheid zur Mairie und späteren Bürgermeisterei Farschweiler, 1934 zum Amt Waldrach in Ruwer und 1969 zur Verbandsgemeinde Ruwer.

Zum 800-jährigen Bestehen der Gemeinde wurde an Pfingsten 2011 ein eigenes Fest ausgerichtet.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 gab es in Lorscheid elf Feuerstellen (Haushalte), 1684 waren es zwölf.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lorscheid; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 187
1835 285
1871 382
1905 398
1939 452
1950 444
Jahr Einwohner
1961 410
1970 445
1987 453
1997 543
2005 601
2015 568

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Lorscheid besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[4]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2014: Jutta Gard-Becker
  • von 2009 bis 2014: Ludwig Welter
  • bis 2009: Karl-Heinz Knobloch

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Lorscheid
Wappenbeschreibung: „Der Schild ist von Gold über Blau geteilt, oben ein wachsender, schwarzer, rot bewehrter Doppeladler, unten drei silberne Lilien.“
Wappenbegründung: Das Wappen besteht aus dem Doppeladler, der die ehemalige Zugehörigkeit zur Trierer Abtei Sankt Maximin symbolisiert und Lilien, welche Attribute der heiligen Gertrud von Nivelles sind.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansässige Vereine sind der VfB Lorscheid 05, der Gemischte Chor, der Heimat- und Verkehrsverein, die Freiwillige Feuerwehr, die Reservistenkameradschaft und die Jugendgruppe Lorscheid.

Im Ort befindet sich das private Kulturzentrum Theater Petipa, in dem Konzerte, Theater, Lesungen, Ballettaufführungen sowie Kunstausstellungen stattfinden. Daneben wird Unterricht in Tanz, Gesang und Ballett erteilt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen sind der Kindergarten, das Jugendheim, der Dorfsaal, die Grillhütte, der Sportplatz und die Teichkläranlage am Lorscheider Bach. In Lorscheid befinden sich ein Seniorenheim, mehrere klein- und mittelständische Betriebe, Ferienhäuser südlich und westlich des Ortes sowie die Jugendhilfeeinrichtung Spechtmühle.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgeschilderte Wanderwege führen durch weite Wälder und stille Täler. Im Ort befindet sich das Restaurant Zum Wirtsgarten. Im Juni 2013 wurde der Römer-Keltenpfad bei Farschweiler und Lorscheid eröffnet.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lorscheid liegt an der Landesstraße 149. An das Fernstraßennetz ist der Ort angebunden über die Anschlussstellen Mehring oder Reinsfeld der Autobahn 1 und die Abfahrt Osburg-Neuhaus der Landesstraße 151 (ehem. Bundesstraße 52). Nach Trier und Hermeskeil bestehen Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel und das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lorscheid – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Offizielle Webseite zur 800-Jahrfeier der Gemeinde Lorscheid
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen