Bekond

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bekond
Bekond
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bekond hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 6° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 3,81 km2
Einwohner: 926 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54340
Vorwahl: 06502
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Webpräsenz: www.bekond.de
Ortsbürgermeister: Paul Reh
Lage der Ortsgemeinde Bekond im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Dorfkirche Sankt Clemens

Bekond ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz und gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekond wurde erstmals im Jahre 1203 urkundlich erwähnt. Der Name „Bekond“ stammt entweder vom keltischen Wort „Baccune“ (Wasserlauf) oder dem lateinischen Wort „Bacca“ (Beere) ab.

Architektonisch und historisch hervorzuheben ist das am östlichen Ortsrand gelegene Schloss (erstmalige Erwähnung 1653 als Wasserburg), das 1684 im Besitz des Trierer Kurfürsten war, der es 1709 dem Trierer Dompropst Karl Kaspar Freiherr von Kesselstatt übertrug. 1710 wurde das Wasserschloss von Johann Dekatusch nach Plänen des kurtrierischen Hofbaumeisters Philipp Honorius Ravensteyn zum feudalen Schloss der Familie Kesselstatt erweitert. Es handelt sich um eine dreiflügelige barocke Anlage. Bei Bauarbeiten in den 1980er Jahren wurden alte Ton-Wasserleitungen gefunden, die bereits im Mittelalter das Schloss sowie den Dorfbrunnen („Brenn“) mit Wasser aus dem nahegelegenen Wald „Enscher Busch“ versorgt haben. Zum Schloss gehört auch das Jagdhaus „Enscher Rehhaus“.

Während der Industrialisierung Deutschlands, vor allem in den 1920er Jahren, wanderten aus dem damals ärmeren Bekond zahlreiche jüngere Menschen aus, insbesondere in das Ruhrgebiet, sowie auch in das Saarland und die Vereinigten Staaten von Amerika. Viele ehemalige Auswanderer und ihre Nachfahren haben bis heute den Kontakt zu Bekond gehalten.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Bekond französische Kriegsgefangene untergebracht und zur Arbeit in der Landwirtschaft verpflichtet. Zum Teil ergaben sich daraus auch Freundschaften und ehemalige Gefangene besuchten „ihre Familien“ nach dem Krieg. Gegen Kriegsende 1945 wurde Bekond von amerikanischen Truppen besetzt und einige Zeit später von französischen.

Wegen der fehlenden Industrie ging das Wirtschaftswunder der 1950er und 1960er Jahre zunächst am immer noch landwirtschaftlich geprägten Bekond vorbei. Aufgrund der mittelständischen Wirtschaftsstruktur, des Tourismus und des Weinbaus überholte der Bekonder Lebensstandard jedoch seit den 1990er Jahren die Industrieregionen Deutschlands.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bekond besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über eine Gemeindepartnerschaft ist Bekond seit 1997 mit dem französischen Villefargeau in Burgund (Département Yonne) verbunden.

Dorfkirche Sankt Clemens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bekonder Pfarrkirche St. Clemens wurde 1827/28 errichtet. In ihr befindet sich die im Jahre 1855 erbaute und im Jahre 1996 vollständig restaurierte Breidenfeld-Orgel. Sie stellt nach dem Urteil von Fachleuten ein Instrument von hohem Denkmalwert dar.

Tourismus und Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bekond über einen kleinen Bergrücken bis zur Mosel erstrecken sich zahlreiche Weinbergsflächen. Bekannte Weinbaulagen sind der Schlossberg und der Brauneberg.

Der Ort verfügt über zwei Hotels und mehrere Pensionen. Bei Bekond findet sich ein Golfplatz des Golf-Club-Trier. Er wurde 1981 als 9-Loch-Golfplatz gebaut und 1997 auf 18 Löcher erweitert. Das Clubhaus wurde 1985 eingeweiht.

Bekond ist über einen eigenen Autobahnanschluss an der Bundesautobahn 1 erreichbar.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell lebt Bekond von der Landwirtschaft und vom Weinbau. Der Tourismus spielt eine nennenswerte Rolle. Im Ort gibt es zwei Kunstschmieden und weitere Handwerksbetriebe, jedoch keine produzierende Industrie. Daher dient Bekond auch als Wohnort für außerhalb Bekonds, insbesondere im 20 km entfernten Trier, Beschäftigte. Außerhalb des Orts befindet sich ein Gewerbegebiet und eine Zigarettenfabrik, in der Nähe die Fabrik eines Armaturenherstellers.

Alle zwei Jahre findet das „Bekonder Krumpernfest“ (Kartoffelfest) statt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bekond – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen