Korlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Korlingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Korlingen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 44′ N, 6° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 2,08 km2
Einwohner: 808 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 388 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 070
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.korlingen.de
Ortsbürgermeister: Damian Marx
Lage der Ortsgemeinde Korlingen im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Blick über Korlingen und Gutweiler (hinten)
Gasthaus Benzmüller (2014)

Korlingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat. Der Ort liegt im moselfränkischen Sprachraum.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korlingen liegt an der Ruwer und befindet sich etwa fünf Kilometer südöstlich von Trier an der Landesstraße 143.

Zu Korlingen gehört auch der Wohnplatz Korlinger Mühle.[2]

Nachbarorte sind Waldrach und Morscheid im Nordwesten, Gutweiler im Süden sowie die Trierer Stadtteile Irsch und Filsch im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird 975 als Corlanch erstmals erwähnt, als Kaiser Otto II. in einer Urkunde die Besitzungen des Trierer Klosters St. Martin in Korlingen bestätigte.[3]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Korlingen landesherrschaftlich zu Kurtrier. Mit den Dörfern Irsch und Hockweiler bildete es die Propstei Irsch, die dem Amt Pfalzel zugeordnet war. In den erhaltenen Aufzeichnungen sind für das Jahr 1583 neun Feuerstellen (=Haushaltungen), für 1624 elf steuerpflichtige Familien festgehalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) und zeitgleicher Pestausbrüche wurden 1661 noch fünf Familien im Ort verzeichnet. In den nachfolgenden Jahrzehnten kam es mehrfach zum Einfall französischer Truppen in die Region und erneuten Verwüstungen. Im Jahr 1787 hatte Korlingen 77 Einwohner.[3]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Korlingen ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement, Arrondissement Trier. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen und war ab 1822 Teil der neugebildeten Rheinprovinz.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Korlingen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Korlingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

  • 1815 – 97
  • 1835 – 143
  • 1871 – 139
  • 1905 – 200
  • 1939 – 192
  • 1950 – 194
  • 1961 – 230
  • 1965 – 252
  • 1970 – 309
  • 1975 – 540
  • 1980 – 748
  • 1985 – 805
  • 1987 – 787
  • 1990 – 830
  • 1995 – 870
  • 2000 – 843
  • 2005 – 795
  • 2010 – 778

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Korlingen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2014 traten mindestens zwei Listen an, sodass eine personalisierte Verhältniswahl erfolgte.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[5] per Mehrheitswahl 12 Sitze
2014[6] 3 9 12 Sitze
2009 4 8 12 Sitze
2004 2 4 6 12 Sitze
1999 4 4 4 12 Sitze

* FWG = Freie Wählergruppe Korlingen e. V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damian Marx wurde am 25. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Korlingen.[7] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 95,0 % für fünf Jahre gewählt worden.[8]

Die Vorgänger von Marx waren Gerd Tholl (2009–2019) und Kurt Koppka (bis 2009).[7][9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Korlingen
Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin ein silbernes Schwert mit goldenem Griff, in Silber ein grüner Dreiberg, darauf ein Doppelkreuz in der Form des Ordenszeichens der Benediktiner.“[10]
Wappenbegründung: Korlingen, das bis zum Ende der Feudalzeit zum Kurfürstentum Trier zählte, stand im Besitz der Abtei St. Martin; sie war auch an der mittleren Gerichtsbarkeit beteiligt. St. Martin war Benediktinerabtei. Das Zeichen der Benediktiner, ein Doppelkreuz auf grünem Dreiberg, steht als Hinweis im unteren Schildteil. Die 1769 in „Corlingen“ erbaute Kapelle war den Märtyrern Johannes und Paulus geweiht. Sie führen als Attribut ein Schwert. Seit 1952 wird der hl. Valentin als Kirchen- und Ortspatron verehrt. Auch er führt als Symbol ein Schwert. Im Schildhaupt steht daher für die früheren Ortspatrone und den heutigen Ortspatron ein Schwert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die kleine Kapelle im Ortskern. Die Höhe über Korlingen (Schellberg) ist beliebt für Spaziergänge mit schöner Aussicht über die Trierer Höhenstadtteile Irsch, Filsch und Tarforst und über das Ruwertal zum Hunsrück. Im Winter kommen viele Trierer zum Rodeln, nicht nur im Herbst bieten sich gute Bedingungen für Drachenfans.[11] Die sog. Traumschleife Trierer Galgenkopftour (Wanderweg) verläuft auch durch das Gemeindegebiet. Sie passiert die Korlinger Wacken und führt zur Naumeter Kupp.[12]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Korlingen

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere kleine und mittlere Unternehmen sind im Ort ansässig,[13] darunter auch ein Schiefersteinbruch.[14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanja Gräff aus Korlingen wurde von Juni 2007 bis Mai 2015 vermisst, siehe Todesfall Tanja Gräff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 77–78.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Korlingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020[Version 2022 liegt vor.]. S. 114 (PDF; 1 MB).
  3. a b Karl-Josef Gilles: Chronik 1025 Jahre Korlingen. (PDF; 1.8 MB) Ortsgemeinde Korlingen, abgerufen am 7. Februar 2021.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Infothek
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Korlingen. Abgerufen am 7. Februar 2021.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. a b Aus der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates Korlingen vom 25. Juni 2019. In: Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer, Ausgabe 29/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 7. Februar 2021.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 7. Februar 2021 (siehe Ruwer, Verbandsgemeinde, neunte Ergebniszeile).
  9. FWG nominiert Gerhard Tholl. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 25. Februar 2009, abgerufen am 7. Februar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  10. Das Korlinger Wappen. Ortsgemeinde Korlingen, abgerufen am 7. Februar 2021.
  11. Korlingen. Ortsgemeinde Korlingen, abgerufen am 7. Februar 2021.
  12. Die Traumschleife „Galgenkopftour“. Ortsgemeinde Korlingen, abgerufen am 7. Februar 2021.
  13. Korlinger Betriebe. Ortsgemeinde Korlingen, abgerufen am 7. Februar 2021.
  14. Weber-Naturschieferabbau in Korlingen bei Trier. Weber Natursteine, abgerufen am 7. Februar 2021.