Leiwen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Leiwen
Leiwen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Leiwen hervorgehoben
49.8211111111116.8813888888889129Koordinaten: 49° 49′ N, 6° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 12,71 km²
Einwohner: 1540 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54340
Vorwahl: 06507
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 074
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Webpräsenz: www.leiwen.de
Ortsbürgermeister: Claus Feller (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Leiwen im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Leiwener Motive auf einer Ansichtskarte von 1976
Kurtrierer Hof

Leiwen an der Mosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Leiwen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Leiwen ist Namensgeber der naturräumlichen Einheit Leiwener Moselrandhöhen.

Ortsteile von Leiwen sind die Leiwenermühle im Dhrontal und der Zummeterhof.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 724 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 45 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im August. Im August fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 2 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Namen „Lyve“ oder „Lyue“ wurde der Ort erstmals in einer Urkunde vom 1. September 802 erwähnt, als Karl der Große anlässlich einer Schenkung zugunsten des Trierer Erzbischofs Weomad eine Grenzbescheibung fertigen ließ.[3]

Der Name des Ortes entstand wahrscheinlich aus dem lateinischen Wort clivus (Abhang, Steilheit, ansteigende Straße), jenem Pfad, der bei Leiwen die römische Handelsstraße auf der Höhe des Talrandes mit der Straße unten an der Mosel verband. Der untere Moselweg gab auch Detzem seinen Namen, da dort der zehnte Meilenstein steht. Oberhalb von Leiwen bietet die Zummethöhe einen eindrucksvollen Blick ins Moseltal auf die Trittenheimer Moselschleife. Hier soll Kaiser Augustus seiner Gemahlin Livia eine prunkvolle Villa als Sommerresidenz errichtet haben, wovon römische Bodenfunde zeugen.

Eine andere Deutung der Herkunft des Ortsnamens enthält die offizielle Homepage von Leiwen: Die besagte Gemahlin des Augustus soll die Namensgeberin sein. Das Leiwener Ortswappen zeigt unter anderem eine Münze mit dem Porträt Livias (58 v. – 29 n. Chr.).

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Leiwen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 5 8 3 16 Sitze
2004 5 8 3 16 Sitze
1999 6 7 3 16 Sitze

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Sankt Stefan und Rochus
Euchariuskapelle, heute Heimat- und Weinmuseum Leiwen.JPG
Laufwasserkraftwerk Dhrontalsperre
  • Fachwerkhaus Leiwen (Zehnthof). Das Ende des 15. Jahrhunderts errichtete Wohnhaus (dendrochronologisch 1485/86 datiert) wurde 1558 (Jahreszahl am zweitverwendeten Türpfosten) und 1824 (Datierung am Türsturz) umgebaut, 1936 instand gesetzt sowie 1976 und 1984 restauriert. Bis 1999 war das Fachwerkhaus noch bewohnt, steht seitdem aber leer.
  • Kurtrierer Hof, ehemaliges Hofgut und Sitz des kurfürstlichen Verwalters, des Meiers, in der Tränkgasse. Das Portal zeigt eine Datierung von 1610. Das Hofgebäude stammt aus der Renaissancezeit. Heute befindet sich ein Weingut darin.
  • Katholische Pfarrkirche St. Stefanus, erbaut um 1500. Chor, Joch und der Schluss um 1500. Langhaus und Westturm 1769 nach Plänen von Johannes Seiz durch seinen Bruder Andreas erbaut. Ausstattung der Erbauungszeit in reichen Rokokoformen. Monstranz um 1460/70. In der Krypta sind noch originalerhaltene Reste der gotischen Ausmalung aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen.
  • Euchariuskapelle, heute Heimat- und Weinmuseum, 1609 erstmals erwähnt, sind archäologische Funde aus vergangenen Epochen ausgestellt. Hervorzuheben ist eine Säulenfigur aus dem 11. Jahrhundert. In der angegliederten Scheune sind im Erdgeschoss eine komplette Küferwerkstatt, eine Destillationsanlage und der Weg von der „Traube am Stock“ zum „Wein in der Flasche“ (um 1950) zu sehen. Dass diese Gegend schon zu Zeiten der Römer besiedelt gewesen ist, zeigen die Ausgrabungen von römischen Landvillen in der Umgebung. Außerdem dokumentieren historische Fotografien das Leben der Leiwener zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Jüdischer Friedhof, Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Leiwen (1592–1938) und Klüsserath. Der Friedhof ist eine mahnende Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde von Leiwen, die ein Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde.
  • Weinbrunnen Leiwen, gestaltet von Adolf Herbig aus Enkenbach-Alsenborn, gestiftet von der Firma Carl Reh 1970 anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens. Ein schöner Brunnen mit modernem Platz in der Ortsmitte.
  • Gerichtshaus aus dem frühen 17. Jahrhundert in der Tränkgasse: der Portalsturz zeigt eine Datierung von 1610. Das Hofgebäude stammt aus der Renaissancezeit.
  • Skulpturenpark Bohnengarten, ein naturnaher Skulpturenpark mit ausschließlich heimischer Bepflanzung auf 12.000 m².
  • Das 'Dhrontalkraftwerk', 1913 in Betrieb genommen, liegt unmittelbar an der Mosel, unweit vom Ort; es ist immer noch funktionstüchtig. Sehenswert ist die wenige Kilometer entfernt liegende Dhrontalsperre, deren Wasser das Kraftwerk in Leiwen speist.

Sport[Bearbeiten]

Der örtliche Sportverein SV Leiwen 1946 (jetzt SV Leiwen-Köwerich 2000 e.V.) gehörte von 1971 bis 1978 der Fußball-Amateurliga Rheinland und von 1979 bis 1990 mit Unterbrechungen der Oberliga Südwest an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das große Weinfest mit offizieller Krönung der Leiwener Weinkönigin und ihrer zwei Prinzessinnen, der Festumzug und die öffentliche Weinprobe finden am dritten Augustwochenende statt.
  • In der Römerstraße findet am ersten Septemberwochenende das Weinlesestraßenfest statt, bei dem die Winzerinnen und Winzer des Ortes persönlich in vielen Ständen neben ihren besten Weinen auch regionale, moseltypische Speisen anbieten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig ist der Weinanbau und seine Vermarktung. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus. (Jahr 2009: Betten: 2.780, Gäste: 95.431, Übernachtungen: 400.790.) Leiwen verfügt über zwei große Ferienparks: Der Landal Greenpark „Sonnenberg“ ist vor allem bei Familien ein beliebtes Ausflugsziel. Im Jahre 1999 wurde der „Eurostrand Mosel“ eröffnet. Hier hat man sich auf Gruppen und Vereine spezialisiert. Nach dem Bau des Freizeitparks „Eurostrand“ konnte Leiwen seine Tourismuszahlen jährlich steigern.

Leiwen ist geprägt vom Weinbau und mit 273 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport und Zell größte Weinbaugemeinde der Mosel. Es wird traditionell überwiegend Riesling angebaut. Der Anteil von Weißweinreben liegt bei 94,2 %. Zu einer Zäsur des Leiwener Weinbaus kam es im Jahr 1985 durch die neu gegründete Vereinigung „Leiwener Jungwinzer“. Weg von der Massenerzeugung, hin zu weniger Ertrag, sorgfältiger Lese und schonender Weinbehandlung im Keller waren das erfolgreiche Konzept. Der Wettbewerb in Definitionsproben gilt bis heute als wichtigster Schritt zur Qualitätsoptimierung.

Weinlagen

Großlage: Sankt Michael

Leiwen ist auch ein Ort mit intaktem Einzelhandel und einer der wenigen Dörfer, in dem sich noch zwei Banken befinden, eine Geschäftsstelle der Sparkasse Trier und der Hauptsitz der Raiffeisenbank Mehring-Leiwen.

Im Juli 2008 gewann Leiwen im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Landesentscheid von Rheinland-Pfalz die Bronzemedaille. Seit 2011 wirbt Leiwen mit dem Slogan „Leiwen – ein starkes Stück Mosel“.

Persönlichkeiten des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Leiwen. Eine Ortsgeschichte. Von Hermann Erschens und weiteren Autoren. Herausgegeben von der Gemeinde Leiwen. Leiwen 2005.
  • Hermann Erschens: Leiwen. Unterwegs in Geschichte und Gegenwart. Leiwen 2008.
  • Hermann Erschens: Geschichte der ehemaligen Judengemeinde in Leiwen. Trittenheim 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leiwen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 40: „König Karl der Große schenkt dem Erzbischof Weomad...“ (www.dilibri.de)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen