Butzow

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Butzow in Vorpommern. Zum Ortsteil der Gemeinde Beetzseeheide in Brandenburg siehe Butzow (Beetzseeheide).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Butzow führt kein Wappen
Butzow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Butzow hervorgehoben
53.83333333333313.654Koordinaten: 53° 50′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 12,82 km²
Einwohner: 441 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17392
Vorwahl: 03971
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 022
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2 17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Reinhard Götz
Lage der Gemeinde Butzow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Butzow ist eine Gemeinde südlich von Anklam. Die Gemeinde wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet. Bis zum 1. Januar 2005 gehörte die Gemeinde zum Amt Spantekow.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Butzow
  • Lüskow
  • Alt Teterin
  • Neu Teterin

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Butzow liegt südlich der Bundesstraße 199 und westlich der Bundesstraße 197. Die Stadt Anklam befindet sich etwa fünf Kilometer nordöstlich. Die Bundesautobahn 20 ist über den Anschluss Anklam (ca. 25 km) zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Butzow

Butzow wurde erstmals 1282 und dann 1365 als „Budessow“ genannt. Es war von altersher ein Rittergut mit den Ortschaften Butzow, Lüskow und Blesewitz im Besitz der Familie von Lüskow. Als diese in der männlichen Linie ausstarb, verkaufte sie den Besitz 1773 an die Brüder Oberst Jarislaw Ulrich Friedrich und Hauptmann Kurt Friedrich Christian von Schwerin auf Auerose. 1782 überließ aber Kurt seinem Bruder Jarislaw den Besitz. 1842 war ein Besitzer Krüger aktenkundig, 1855 ging der Besitz dann an die Familie von Zanthier.

1865 hatte Butzow 1 Herrenhaus, 3 Wohn- und 8 Wirtschaftsgebäude. Es lebten hier 65 Einwohner in 11 Familien.

Lüskow

1291 wurde der Ort mit „Lüsco“, 1344 mit „Lustcowe“ und 1556 mit „Lußkow“ urkundlich genannt. Lüskow war ein Rittergut und hatte 1842 die gleichen Besitzer wie Butzow. Die Schwerine auf Auerose verkauften den Besitz Lüskow 1842 an den Anklamer Sanitätsrat Dr. Maß.

1865 Hatte der Ort 1 Kirche, 1 Schule, 6 Wohn- und 17 Wirtschaftsgebäude. Es lebten hier 116 Einwohner in 16 Haushaltungen, bei diesen war 1 Inspektor mit Familie und sonst alles Tagelöhner des Gutes.

Alt Teterin

Alt Teterin wurde 1424 als „Teterin“ erstmals urkundlich genannt. Der slawische Name bedeutet soviel wie „Auerhahn“.

Besitzlich gehörte der Ort in der Folge den Familien Hahn, Grumbkow, Bohlen, Schwerin und Eickstedt, war aber immer an leibeigene Pacht-Bauern vergeben. Nach 1806 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben und es erfolgte eine Separation, das bedeutete, dass die Bauern die Wirtschaften als freien Besitz erhielten.

1865 hatte das Dorf 1 Kirche, 1 Predigerhaus, 1 Schule, 26 Wohn- und 24 Wirtschaftsgebäude, 1 Schmiede, 1 Ölmühle und 1 Krug. Es lebten hier 207 Einwohner in 19 großen und 3 kleinen Bauernwirtschaften, sowie 10 Tagelöhnerfamilien.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee am 29. April nahmen sich in Alt Teterin 32 Menschen zwischen 30. April und 2. Mai 1945 das Leben, überwiegend vergewaltigte Mädchen und Frauen, zum Teil mit ihren Kindern. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge weihte Ende 2009 ein Granitkreuz mit einer Bronzetafel für die Opfer ein. Die Aufschrift lautet: „Aus Angst und Verzweiflung nahmen sie sich und ihren Kindern das Leben“. Bis dahin hatten die Toten namenlos unter Rasen neben der Dorfkirche gelegen.[2][3]

Neu Teterin

Neu Teterin wurde 1851 als solches genannt. Vorher wurde aber bereits 1835 das ritterschaftliche Vorwerk Neu Teterin im Preuß. Urmeßtischblatt verzeichnet. Es gehörte zum Gut Müggenburg, dann Stretense. Um 1865 gehörte das Anwesen als gewandeltes Rittergut dem Kammerherrn August von Heyden-Linden. Der nahm aber seinen Wohnsitz in Stretense.

1865 hatte der Ort 2 Wohn- und 6 Wirtschaftsgebäude, sowie 26 Einwohner in 4 Familien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche von Alt Teterin
Mausoleum auf dem Kirchhof Alt Teterin

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Butzow

  • Die Kirche Alt Teterin stammt vom Anfang des 14. Jahrhunderts
  • Auf dem Kirchhof von Alt Teterin steht das Mausoleum aus Feldstein
  • Die Kirche Lüskow ist ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert
  • Das Gutshaus Lüskow (auch Parkhaus) stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der eineinhalbgeschossige Fachwerkbau besitzt ein hohes Mansarddach, Fledermausgauben und eine Eingangsdiele. Zum Anwesen gehörte ein barocker Landschaftspark, von dem Reste erhalten sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 132
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865 (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. „Gedenktafel erinnert an Drama in Alt Teterin“. In: „Stimme und Weg“. Hrsg. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Heft 1/2010, S. 28
  3. Nils Köhler:Das Ende des Schweigens. Aufarbeitung des Dramas von Alt Teterin. „Stimme und Weg“, Heft 2/2010, S. 12-13

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Butzow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien