Dernau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Ahrweiler | |
| Verbandsgemeinde: | Altenahr | |
| Höhe: | 124 m ü. NN | |
| Fläche: | 5,72 km² | |
| Einwohner: |
1808 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 316 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 53507 | |
| Vorwahlen: | 02643 (Dernau) 02641 (Marienthal) |
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| Kfz-Kennzeichen: | AW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 31 017 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Roßberg 3 53505 Altenahr |
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| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Alfred Sebastian | |
| Lage der Ortsgemeinde Dernau im Landkreis Ahrweiler | ||
Dernau an der Ahr ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Dernau gehört der Verbandsgemeinde Altenahr an. Dernau ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Dernau liegt im Ahrtal am Rand des Ahrgebirges auf ca. 125 m ü. NN, etwa 30 km südlich von Bonn und 50 km nördlich von Koblenz. Die höchste Erhebung innerhalb der Gemeinde ist mit 360 m ü. NN der Krausberg.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Dernau grenzt im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden, Ortsgemeinden und Städte, beginnend im Norden: Grafschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rech und Mayschoß.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zu Dernau gehört ein kleiner Teil des östlich liegenden Ortes Marienthal; der größere Teil gehört zur Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Geschichte [Bearbeiten]
Römerzeit bis 1798 [Bearbeiten]
Bereits die Römer ließen sich im Ahrtal mit dem milden Klima nieder. Beim Bau der Keller des Dernauer Winzervereins im Jahre 1884 sowie bei verschiedenen anderen Gelegenheiten wurden Teile einer römischen Hofanlage (villa rustica) mit Warmwasseranlagen, Mosaiken, Badeanlage und einem Gräberfeld freigelegt. Des Weiteren traten Münzen aus dem 3. und 4. nachchristlichen Jahrhundert zu Tage.
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Bauteile einer Hypokaustenanlage
Nach dem Ende der römischen Epoche 407 wurde Dernau von den Franken (Ripuarer) besiedelt. Die Reste zweier mittelalterlicher Wasserburgen mit den dazugehörigen Grabenanlagen waren bis in die 1950er Jahre in den Flurstücken „Im Graben“ und „An der Burg“ wohl noch zu sehen.
Bis zum Jahr 843 gehörte das gesamte Gebiet zum fränkischen Karolingerreich. Gemäß den Beschlüssen des Vertrags von Verdun fiel das sogenannte Mittelreich an Lothar I., dem Namensgeber der späteren Region Lothringen. Lothar I. teilte sein Mittelreich nur 12 Jahre später an seine Nachkommen auf (Teilung von Prüm). Das mittlere Gebiet, das von Friesland über das Rheinland bis ans Mittelmeer grenzte, ging an seinen Sohn Lothar II.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 893 im Prümer Urbar. Im Prümer Güterverzeichnis wurde in diesem Jahr ein Weinbergsareal in „degernavale“ oder auch „degeneranauale“ mit einem Ertrag von drei Fudern Wein jährlich aufgeführt. Diese Nennung weist auf den Weinbauort Dernau, in dessen Gemarkung der Kesselinger Klosterhof im klimatisch günstigeren Tal der Ahr Wein anbaute.
Mit den Orten Mayschoß und Rech gehörte Dernau zur recht kleinen Grafschaft Saffenberg. Im Laufe ihrer Geschichte wechselte die namensgebende Saffenburg häufig Ihre Besitzer und wurde seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr permanent bewohnt. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges war die Saffenburg verschiedentlich Schauplatz von Hexenprozessen.
Nachdem die Hexenjäger aus Ahrweiler und von der Saffenburg von den Schweden 1632 vertrieben waren, wurden die Dörfer Dernau, Mayschoß und Rech von deren Truppen geplündert.
Bereits ca. fünfzig Jahre vorher (1588) war Dernau von den Landsknechten des Martin Schenk von Nideggen, in der Zeit als er Bonn besetzt hielt, geplündert worden.
Die Saffenburg wurde 1704 auf Veranlassung des Herzogs von Jülich zerstört, um zu verhindern, dass sich in Zukunft weiterhin Söldnertruppen hier festsetzen konnten.
Das in der Gemarkung Dernau liegende Kloster Marienthal wurde 1136 gegründet, in 1632 von den schwedischen Truppen geplündert, und 1646 von den Truppen Turennes niedergebrannt. In 1699 komplett neu wieder aufgebaut, wurde das Kloster 1802 unter Napoleon im Rahmen der Säkularisation aufgehoben. Im letzten Jahrhundert war es Teil einer staatlichen Weinbaudomäne. Dieser staatliche Weinbaubetrieb wurde 2004 von privaten lokalen Winzerbetrieben übernommen und weitergeführt bzw. weiter ausgebaut.
1798 bis Gegenwart [Bearbeiten]
Bereits seit 1794 von Napoleons Truppen okkupiert wurde von 1798 bis 1814 Dernau wie das gesamte Ahrtal französisches Gebiet und gehörte verwaltungsmäßig zum Kanton Ahrweiler, welcher seinerseits zum Arrondissement Bonn im Rhein-Mosel-Département gehörte. In diesen noch nicht einmal zwei Jahrzehnten wurden bedeutende Grundlagen für die heutige Form des Weinanbaus geschaffen. Nach Napoleons Niederlage und dem Wiener Kongress fiel Dernau wieder in deutsche Obhut und wurde wie fast alle ehemals französisch annektierten Gebiete dem Königreich Preußen zugeschlagen. Während des Deutschen Kaiserreichs zählte Dernau wie die gesamte Region zur preußischen Rheinprovinz, die nach 1945 aufgehoben wurden. Seither ist es Teil von Rheinland-Pfalz.
Gemälde zum historischen Dernau:
In den Jahren 1943–1944 entstand in Dernau auf Betreiben der nationalsozialistischen Regierung im Rahmen der Untertageverlagerung mit dem Lager Rebstock vor dem Tunnelportal ein geheimer Rüstungsbetrieb in dem Tunnel, in dem durch Zwangsarbeiter auch Bodenanlagen zum Abschuss von V-2-Raketen produziert wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland neu geordnet, das Hauptgebiet der Eifel und das Rheintal südlich von Bonn wurden vorübergehend zur französischen Besatzungszone, so auch Dernau. Mit der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz wurde Dernau 1946 dessen Bestandteil als Gemeinde im Landkreis Ahrweiler. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Überlegungen, das Gebiet der unteren und mittleren Ahr an Nordrhein-Westfalen anzugliedern, da starke nicht nur wirtschaftliche Verflechtungen mit dem Raum Bonn-Köln bestehen.
Von 1960 bis 1972 entstand zwischen Dernau und dem heutigen Stadtteil Ahrweiler von Bad Neuenahr-Ahrweiler der sogenannte Regierungsbunker („Dienststelle Marienthal“) der Bundesrepublik Deutschland. Er diente den damaligen Verfassungsorganen aus dem nahegelegenen Bonn als Ausweichsitz für den Verteidigungsfall. Nach Ende des Kalten Krieges verlor die Anlage ihre strategische Bedeutung und wurde mit dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin obsolet. Ein kleiner Teil der einst weitläufigen Anlage wurde in ein Museum des Kalten Krieges umgewandelt und am 1. März 2008 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der weitaus größte restliche Teil des Bunkers wurde jedoch entkernt und verschlossen.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat in Dernau besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]
| Wahl | CDU | FBL | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 2009 | 10 | 6 | 16 Sitze |
| 2004 | 11 | 5 | 16 Sitze |
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Alte Bruchsteinbrücke über die Ahr von 1717
- Alte Winzerhäuser im Ortskern
- Alter Kirchhof mit alten Basaltgrabsteinen an der Nordseite der Kirche
- Jüdischer Friedhof an der Straße nach Grafschaft-Esch
- Krausbergturm auf dem Krausberg
- Pfarrkirche St. Johannes Apostel und alte Sylvesterkapelle
- Regierungsbunker im Ortsteil Marienthal
- Ruine des Marienthaler Augustinerinnenklosters
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dernau
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Neben einer Vielzahl von Veranstaltungen meist regionaler Bedeutung bietet Dernau drei überregional bekannte Ereignisse, die selbst Besucher aus dem Ausland anziehen:
- Dernauer Weinfrühling - meist am letzten April-Wochenende
- Winzerfest - vier Tage am letzten September-Wochenende
- Martinsmarkt der regionalen Genüsse - am ersten oder zweiten November-Wochenende
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Dernau ist Sitz der Winzergenossenschaft Ahrwinzer und beherbergt einer Vielzahl von kleinen Weinbaubetrieben. Daneben finden sich hauptsächlich Kleinbetriebe wie Einzelhandel, Fachgewerke, Werkstätten. Einen breiten Raum nimmt der Gastronomiebereich und das Beherbergungswesen ein, von Straußwirtschaften über Gasthöfe und Restaurants bis hin zur einfachen Einkehrmöglichkeit des Eifelvereins auf dem Krausberg. Das Angebot an Unterkünften reicht von Privatzimmern über Gästehäuser und Frühstückspensionen bis hin zu einfachen Hotels und kompletten Ferienwohnungen. Gemäß Beherbergungsstatistik des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz wächst der Tourismussektor in Dernau überdurchschnittlich schnell. Der Wandel von einem Wochenend-Ausflugsziel der Rheinländer zu einem Ferienort ist in vollem Gange.
Landwirtschaft [Bearbeiten]
| Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet |
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen Weinbaugemeinden nach Rebfläche |
Bestockte Rebfläche |
Rebsorten | |
|---|---|---|---|---|
| Weißwein | Rotwein | |||
| ha | % | |||
|
Ahr
|
544 | 11,7 | 88,3 | |
| Bad-Neuenahr-Ahrweiler | 54 | 284 | 6,9 | 93,1 |
| Dernau | 201 | 106 | 8,8 | 91,2 |
Dernau ist weitgehend geprägt vom Weinbau und mit 106 Hektar bestockter Rebfläche zweitgrößte Weinbaugemeinde der Ahr. Es wird hauptsächlich Rotwein angepflanzt. Die Einzellagen der Gemeinde sind:
- Hardtberg, 30 Hektar
- Pfarrwingert, 10 Hektar
- Schieferlay, 21 Hektar
- Burggarten, 24 Hektar
- Goldkaul, 50 Hektar
Verkehr [Bearbeiten]
- Der Bahnhof Dernau liegt an der Unteren Ahrtalbahn (KBS 477) Remagen – Ahrbrück, auf der im Personennahverkehr die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) verkehrt.
- Für den öffentlichen Personennahverkehr auf der RB 30 gilt sowohl der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) als auch des regionalen Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), für Fahrten in ganz Nordrhein-Westfalen auch der NRW-Tarif. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr) (SPNV) von der DB-Regio Südwest.
- Dernau liegt an der Bundesstraße 267, der sogenannten Ahr-Rotweinstraße auf halbem Weg zwischen Altenahr und Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bekannte Persönlichkeiten [Bearbeiten]
In Dernau geboren [Bearbeiten]
- Johann Josef Leyendecker, Paul Josef Leyendecker, Mathias Leyendecker[4]
- Peter Joseph Ley[5]
- Willibald Näkel (1927–2004), Kommunalpolitiker, Bürgermeister/Ortsbürgermeister von 1964–1984, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Initiator von Ahr-Flurbereinigung und Wiederaufbau, Mitbegründer des Rotweinwanderweges 1972 mit Bruder Dr. Karl Näkel u. a., Winzer und Gastronom, Inhaber des Weinguts Meyer-Näkel in 2. Generation, Pionier des trockenen Ahr-Rotweins
- Wilhelm Josef Sebastian (* 1944), Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages
- Werner Näkel (* 1953), deutscher Winzer und Besitzer des Weinguts Meyer-Näkel in Dernau
- Mandy Großgarten (* 1987), 62. Deutsche Weinkönigin
- Julia Bertram (* 1989), 64. Deutsche Weinkönigin
mit Dernau verbunden [Bearbeiten]
- Martin Schenk von Nideggen (1540–1589), ein in niederländischen Diensten stehender Heerführer, plünderte mit seinen Truppen 1587 Dernau
- Stefan Leuer (1913–1979), Architekt und Hochschullehrer, baute den Aussichtsturm auf dem Krausberg
- Björn Glasner (* 1973), deutscher Radrennfahrer, aktiv seit 1978, Profi 1996–2010
- C. Julius Peregrinus: C. Julius Peregrinus, Camul und seine Ehefrau Primia, die ersten urkundlich erwähnten Dernauer Bürger (PDF; 635 kB),
Weblinks [Bearbeiten]
- Gemeinde Dernau
- Geschichte der Gemeinde Dernau
- Regierungsbunker Marienthal – Museum des Kalten Krieges
- Hochwässer in Dernau und ihr Einfluß auf die Topografie des Ortes
Einzelnachweis [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ Die Künstlerfamilie aus Dernau und ihre Erfolge in Paris zwischen 1848 und 1871
- ↑ Einer der ersten Goldsucher in Californien (ab 1852; * 1827 Dernau; † 1865 Lewiston /Idaho) (PDF; 30,7 MB)
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