Essilor

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Essilor
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0000121667
Gründung 1972
Sitz Charenton-le-Pont FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Xavier Fontanet
Mitarbeiter ca. 53.000 (2012)[1]
Umsatz 4,989 Mrd. Euro (2012)
Branche Augenoptik
Website essilor.com

Essilor International S.A. ist ein weltweit operierendes augenoptisches Unternehmen mit Hauptsitz in Charenton-le-Pont, am Südrand von Paris. Als eines der 40 größten französischen Unternehmen werden seine Aktien an der Pariser Börse als Teil des CAC40 gehandelt.

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Da Essilor aus mehreren Fusionen entstanden ist, werden im Folgenden die Entstehungsgeschichten der wichtigsten beteiligten Firmen beschrieben.

Die Geschichte von Essilor International beginnt mit der Arbeitervereinigung Association Fraternelle des Ouvriers Lunetiers. Sie entsteht in Frankreich im Jahr 1848 als Vorläufer der Gewerkschaft der Augenoptiker. Der Name Essel der bis 1964 bestand haben wird entsteht aus der Abkürzung für Societé Lunetiers- SL.

1910 entsteht parallel dazu die Firma Télégic. Gründer ist der Erfinder des Bifokalglases, Dr. Borsch. Télégic stellt 1956 das erste Brillenglas aus dem leichten, organischem Werkstoff CR 39 unter dem Namen Orma her.

1948 gründet Georges Lissac das Unternehmen Lentilles Ophtalmiques Spéciales- LOS. Später wird as Unternehmen in Lentilles Ophtalmiques RationnelllesLOR umbenannt.

In den 1950er Jahren wird die erste randlose – nicht gebohrte sondern gefräste – Faden- Brille, die Nylor-Brille, am Markt eingeführt und Bernard Maintenaz von Essel erfindet das erste Gleitsichtglas.

1955 wird die Societé industrielle de LunietterieSIL gegründet.

1966 fusionieren LOR und Télégic, die dann wiederum 1969 mit SIL zu Silor, der Société Industrielle Lentilles Ophtalmiques Rationelles, fusionieren.

1972 gilt als Gründungsjahr von ESSILOR, da in diesem Jahr ESSEL und SILOR zur Essilor International S.A. fusionieren und 3 Jahre später als erstes augenoptisches Unternehmen an die Börse gehen.

1973 kauft Essilor die Optische Anstalt Emil Ehinger in Freiburg im Breisgau auf, die 1920 gegründet wurde und seit 1958 Generalvertretung war.

1976 übernimmt Essilor die Optik GmbH in Braunschweig, um sich weiteres Know-how zu sichern.

1979 werden die ersten asiatischen Produktionsstätten in Bataan auf den Philippinen gegründet. In den darauf folgenden Jahren folgen viele weitere Produktionsstätten und Vertriebszentren.

1991 werden nach der „Wende“ Teile der optischen Werke in Rathenow aufgekauft. Diese zählten bis zur Trennung Deutschlands zu den stärksten und einflussreichsten Glasherstellern in Deutschland.

2000 wird ein Joint Venture mit dem japanischen Linsenhersteller Nikon eingegangen.

2008 wird der Schweizer Schleifmaschinenhersteller Satisloh Holding AG, der aus dem Wetzlarer Unternehmen Loh Optikmaschinen und dem Schweizer Unternehmen Satis Vakuum hervorgegangen ist, von Schweiter Technologies AG für 340 Mio. Euro gekauft.[2]

Kartellabsprachen[Bearbeiten]

Im Juni 2010 hat das Bundeskartellamt gegen mehrere Brillenglashersteller und den Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) wegen Kartellabsprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 115 Millionen Euro verhängt.

Betroffen waren folgende Unternehmen:

  • Die beiden deutschen Essilor Niederlassungen Essilor GmbH und Rupp+Hubrach Optik GmbH, Bamberg,
  • Carl Zeiss Vision GmbH, Aalen,
  • Rodenstock, München
  • Hoya Lens Deutschland GmbH, Mönchengladbach.[3] [4]

Produkte[Bearbeiten]

Das bekannteste Produkt des Unternehmens ist das Gleitsichtglas Varilux, das mittlerweile in vielen verschiedenen Ausprägungen vorhanden ist. Schnelle Produktlebenszyklen und eine Häufung der Produktneueinführungen sind ein Kennzeichen mehr und mehr gesättigter Märkte, dem sich die Brillenglashersteller gegenüber sehen.

Darüber hinaus werden auch organische und mineralische silikat- Einstärkengläser unter verschiedenen Herstellermarken, mit Beschichtungen und Veredelungen zur Reflexminderung und mit strahlenabsorbierender Wirkung aus vorwiegend selbstentwickelten Materialien hergestellt. Essilor vertreibt seit 1990 auch selbsttönende Kunststoff- Brillengläser der Transitions Optical Inc., die ein Zusammenschluss mit PPG Industries aus Pittsburgh in den USA ist.

Essilor in Europa[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 hat Essilor in Europa noch 4 Massen-Produktionsstätten, davon befinden sich drei in Frankreich und eine in Irland.[5]

Essilor Deutschland[Bearbeiten]

Die Essilor GmbH in Deutschland besteht seit dem Zusammenschluss der Teilbetriebe Emil Ehinger, Optik GmbH, und Rathenow seit dem Jahr 2000 aus dem Hauptsitz in Freiburg und den Standorten Rathenow, Braunschweig. Um die Logistik zwischen den einzelnen Standorten zu erleichtern wurde 1997 das Logistikzentrum Hanau eingerichtet, über das der gesamte Versand und Warenumschlag organisiert wird.

Das Unternehmen ist nunmehr an 4 Standorten mit rund ca. 450 Mitarbeitern in Deutschland vertreten. Der Produktionsbereich an den Standort Freiburg wurde im Jahr 2012 nach Braunschweig verlagert, im Jahr 2013 wurde der Produktionsbereich des Standortes Rathenow geschlossen und die Produktion in Niedriglohnländer verlagert.

Essilor Österreich[Bearbeiten]

In Österreich besteht das Unternehmen seit 1969, vorerst als österreichische Filiale des deutschen Generalvertreters von Essel, Emil Ehinger dann, 1983, kam es zur Fusion mit dem Bereich Augenoptik von Swarovski. Von den 1970er bis in die 1990er Jahre teilte sich das Unternehmen mit Zeiss und Hugo Michtner- Rodenstock praktisch den gesamten österreichischen Brillen- und Gläsermarkt mit eigenen Rezeptschleifereien in Wien. Seit 1995 ist die Essilor Austria GmbH eine hundertprozentige Tochter der französischen Essilor International S.A.

Am 1. April 2013 übersiedelte das Unternehmen mit 45 Mitarbeitern nach Brunn am Gebirge und betreut von hier aus die österreichischen Optiker, sowie die Standorte in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slovenien, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien.

Essilor Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz ist Essilor mit der Essilor (Suisse) SA in Genf und einer Zweigniederlassung in Zürich vertreten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.essilor.com/en/Investors/DocReports/Presentation_2012_Results_Essilor.pdf Jahresbericht 2012
  2. Schweiter Technologies, Medienmitteilung vom 16. Juni 2008
  3. http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/aktuelles/presse/2010_06_10.php (Pressemeldung des Bundeskartellamtes vom 10. Juni 2010)
  4. heise: 115 Millionen Euro Bußgeld für Brillengläserhersteller und Optikerverband.
  5. Production sites. Essilor Website, abgerufen am 13. August 2013.