Bahnstrecke Halle–Hann. Münden

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Halle (Saale) Hbf – Hann. Münden
Regional-Express überquert im Sommer 2007die ehemalige innerdeutsche Grenze
Regional-Express überquert im Sommer 2007
die ehemalige innerdeutsche Grenze
Strecke der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden
Kursbuchstrecke (DB): 590 (Halle–Nordhausen)
600 (Nordhausen–Eichenberg)
611 (Eichenberg–Kassel)
Streckennummer (DB): 6343
Streckenlänge: 193,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Zweigleisigkeit: durchgehend außer:
Eichenberg Ostkopf–Eichenberg
Bundesland (D): Sachsen-Anhalt, Thüringen,
Niedersachsen, Hessen
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von Cottbus
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von Berlin
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von Magdeburg
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von Halberstadt
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0,0 Halle (Saale) Hbf 106 m
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ehem. Hafenbahn Halle (Verbindung zur HHE)
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nach Leipzig
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Güterstrecke von Halle (Saale) Gbf
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Güterverbindungsstrecke von Leipzig
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3,2 Abzw Halle (Saale) At
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3,5 Abzw Halle (Saale) Ac
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nach Merseburg
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4,0 Halle-Rosengarten
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4,6 Abzw Halle (Saale) Aw (S-Bahn)
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Halle-Silberhöhe
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5,6 Abzw Halle (Saale) Aw
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Halle Südstadt
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7,7 Abzw Halle Südstadt Sa
Brücke über Wasserlauf (groß)
8,8 Saale 85 m
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
9,1 Abzw Angersdorf Awo
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
S-Bahn-Strecke nach Halle-Nietleben
Planfreie Kreuzung – oben
Strecke Halle-Nietleben–Merseburg
Bahnhof, Station
9,9 Angersdorf (ehem. Schlettau b. Halle)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Güterstrecke nach Merseburg
Haltepunkt, Haltestelle
12,7 Zscherben 110 m
Straßenbrücke
A 143
Haltepunkt, Haltestelle
15,9 Teutschenthal Ost 113 m
   
ehem. von Salzmünde
Bahnhof, Station
18,3 Teutschenthal 105 m
Haltepunkt, Haltestelle
21,0 Wansleben am See 101 m
Haltepunkt, Haltestelle
23,0 Amsdorf 94 m
Gleisdreieck – geradeaus, ex nach links, von links
ehem. von Vitzenburg
Bahnhof, Station
26,7 Röblingen am See 97 m
   
ehem. zur Zuckerfabrik Erdeborn
Haltepunkt, Haltestelle
29,1 Erdeborn 110 m
   
34,5 Helfta 150 m
   
ehem. zur Halde Hermann-Schacht
Bahnhof, Station
37,7 Lutherstadt Eisleben 171 m
   
ehem. z. Krug- spät. Karl-Liebknecht-Hütte
Haltepunkt, Haltestelle
41,5 Wolferode 202 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Hettstedt
Bahnhof ohne Personenverkehr
46,6 Blankenheim (Kr Sgh) Bez. Trennungsbf 260 m
Tunnel
Blankenheimer Tunnel (875 m) 262 m
Bahnhof, Station
48,4 Blankenheim (Kr. Mansfeld-Südharz) 259 m
Haltepunkt, Haltestelle
52,6 Riestedt 218 m
Bahnhof, Station
59,2 Sangerhausen 158 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Erfurt
Bahnhof, Station
65,9 Wallhausen (Helme) 147 m
Straßenbrücke
A 38
Haltepunkt, Haltestelle
71,6 Bennungen 152 m
Bahnhof, Station
75,6 Roßla 153 m
Bahnhof, Station
79,4 Berga-Kelbra (Keilbahnhof) 157 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Thyraliesel nach Stolberg (Harz)
   
ehem. Kyffhäuser Kleinbahn
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(ehem. Trasse)
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Landesgrenze Sachsen-Anhalt / Thüringen
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84,4 Aumühle
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84,6 Görsbach 160 m
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Bahnhof, Station
89,4 Heringen (Helme) 166 m
Straßenbrücke
A 38
Bahnhof, Station
97,1 Nordhausen 183 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Südharzstrecke nach Northeim
   
ehem. Helmetalbahn (nie in Betrieb)
Straßenbrücke
A 38
Haltepunkt, Haltestelle
101,8 Werther 202 m
Bahnhof, Station
105,3 Wolkramshausen 228 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Erfurt
Haltepunkt, Haltestelle
108,6 Nohra (Wipper) 217 m
Straßenbrücke
A 38
Haltepunkt, Haltestelle
111,5 Wipperdorf ehem. Pustleben 220 m
Bahnhof, Station
115,4 Bleicherode Ost 226 m
   
ehem. nach Herzberg
Straßenbrücke
A 38
Haltepunkt, Haltestelle
118,9 Gebra (Hainleite) (ehem. Bf) 236 m
Bahnhof, Station
123,9 Sollstedt 261 m
Bahnhof, Station
127,6 Bernterode 266 m
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130,4 Abzw Bernterode West
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(4,0) Deuna Werkbf (Zementwerk)
Haltepunkt, Haltestelle
132,9 Gernrode-Niederorschel (Hp+Anst)
Haltepunkt, Haltestelle
135,6 Hausen (Eichsfeld) 314 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Gotha
Bahnhof, Station
139,4 Leinefelde 340 m
   
ehem. nach Wulften
Haltepunkt, Haltestelle
143,3 Beuren 323 m
Haltepunkt, Haltestelle
146,3 Wingerode 305 m
Haltepunkt, Haltestelle
148,6 Bodenrode 295 m
   
ehem. von Schwebda
Bahnhof, Station
155,1 Heilbad Heiligenstadt 248 m
Haltepunkt, Haltestelle
159,7 Uder (Hp+Anst) 228 m
Haltepunkt, Haltestelle
167,0 Arenshausen 210 m
   
ehem. Verbindungsstrecke nach Göttingen
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
169,1 Abzw Eichenberg Ostkopf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Verbindungsstrecke nach Göttingen
   
169,2 Landesgrenze Thüringen / Hessen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Hauptstrecke von Göttingen
Bahnhof, Station
170,5 Eichenberg 231 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Hauptstrecke nach Bebra
   
ehem. Gelstertalbahn nach Velmeden
Bahnhof, Station
175,7 Witzenhausen Nord 184 m
Haltepunkt, Haltestelle
181,4 Witzenhausen Gertenbach 147 m
   
Landesgrenze Hessen / Niedersachsen
Bahnhof, Station
185,0 Hedemünden 142 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
188,0 Werra
   
Laubach
Straßenbrücke
189,0 Werratalbrücke, A 7
Planfreie Kreuzung – unten
189,1 Werratalbrücke, SFS Göttingen–Kassel
   
ehem. Hannöversche Südbahn von Göttingen
Bahnhof, Station
193,5 Hann. Münden 140 m
Strecke – geradeaus
Hannöversche Südbahn nach Kassel

Die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden (zusammen mit einem Teil der Hannöverschen Südbahn auch Halle-Kasseler Bahn genannt) ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Niedersachsen. Sie verläuft von Halle (Saale) über Sangerhausen, Nordhausen und Eichenberg nach Hann. Münden, wo sie in die Hannöversche Südbahn nach Kassel einmündet.

Verlauf[Bearbeiten]

Hauptbahnhof Halle; die Züge von und nach Sangerhausen–Kassel fahren auf der Westseite (rechts) ab.

Die Bahnlinie steigt von Halle kommend über Lutherstadt Eisleben in das Mansfelder Land hinauf. Bei Blankenheim liegt der einzige Tunnel der Strecke. Von dort aus senkt sich der Verkehrsweg wieder, bis er bei Sangerhausen die Goldene Aue erreicht, eine Ebene zwischen Harz und Kyffhäuser. An deren Westende erreicht die Bahnstrecke das thüringische Nordhausen. Von hier aus steigt sie wieder an, berührt Bleicherode und durchquert über Leinefelde und Heilbad Heiligenstadt das Eichsfeld. Sie wechselt bei Eichenberg vom Tal der Leine in das der Werra und folgt ihr bis Hann. Münden in Niedersachsen.

Die Strecke ist kurvenreich. Bis zur Elektrifizierung wurden Güterzüge auf den Anstiegen auf beiden Seiten des Blankenheimer Tunnels (Blankenheimer Rampe oder Riestedter Rampe) nachgeschoben. Dazu waren im Bahnbetriebswerk Röblingen am See 120 Jahre lang Lokomotiven stationiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung und Eröffnung[Bearbeiten]

Bereits bei der Planung der Thüringer Bahn war 1838 eine Variante über Nordhausen diskutiert worden, die sich nicht gegen die Trasse über Erfurt durchsetzen konnte. Trotz erheblichen Druckes aus der Region schlossen der Staat Preußen und die Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft erst 1862 einen Vertrag, der eine Strecke von Halle nach Heiligenstadt vorsah.

Bahnhof Heiligenstadt

Zwar war Kassel Ziel, der weitere Verlauf blieb aber noch umstritten, zumal die günstige Trasse durch Werra- und Fuldatal über das Königreich Hannover führte. Preußen war an einer Direktverbindung nach Kassel interessiert, die unabhängig von der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft war.

Im Januar 1863 wurde formal die Konzession erteilt, kurz darauf begannen die Bauarbeiten. Am 1. September 1865 wurde der Verkehr von Halle über Eisleben bis Sangerhausen aufgenommen, am 10. Juli 1866 bis Nordhausen und am 9. Juli 1867 über Leinefelde und Heiligenstadt bis Arenshausen. Nach der Annexion des Königreichs Hannover infolge des Krieges von 1866 versuchte Preußen der Bahngesellschaft einen Verlauf über Großalmerode, Helsa und Kaufungen vorzuschreiben, um den Kaufunger Wald mit seinen Glashütten und Bergwerken zu erschließen. Das hätte eine aufwendige und steigungsreiche Trasse erfordert.

Bei Arenshausen unterquert ein Feldweg beide Bahntrassen. Vorne ging es 1867 bis 1884 nach Friedland, hinten seit 1872 (mit Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg) nach Eichenberg.

Die Bahngesellschaft sträubte sich und baute zuerst nur den ohnehin vorgesehenen Anschluss über Friedland (Han) nach Göttingen (1. August 1867 eröffnet), von wo aus über die Hannöversche Südbahn bereits eine – zwar etwas längere als die vorgesehene – Verbindung nach Kassel bestand. Die übrigen Arbeiten wurden verzögert.

1869 hatte sich die Bahngesellschaft durchgesetzt, Arenshausen wurde über Eichenberg, Witzenhausen-Nord (oberhalb der Stadt und auf der anderen Werraseite) und Hedemünden mit Hann. Münden verbunden. Von dort bis Kassel wurde die bestehende Hannöversche Südbahn zweigleisig ausgebaut. Am 13. März 1872 waren die Arbeiten beendet.

Entwicklung bis 1945[Bearbeiten]

Bahnhofsbrief von Halle nach Nordhausen an die Redaktion der Nordhäuser Zeitung. Bahnpoststempel von der Strecke: Halle–Kassel.

Der Verkehr entwickelte sich schnell. Schon nach wenigen Jahren wurden mehrere Anschlussstrecken in Betrieb genommen, so 1869 die Südharzstrecke Nordhausen–Northeim und Wolkramshausen–Erfurt (Nordhausen-Erfurter Eisenbahn) und 1870 die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde. Ab 1876 wurde in Eichenberg die spätere Nord-Süd-Strecke von Friedland nach EschwegeBebra gequert (Siehe Bahnstrecke Bebra–Göttingen).

Am 1. Juni 1876 wurde die Strecke verstaatlicht, auch um sie in das Projekt der Kanonenbahn einzubinden.[1] Diese strategische Bahn benutzte die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zwischen Blankenheim bei Sangerhausen und Leinefelde. Dazu wurde 1879 die Berlin-Blankenheimer Eisenbahn aus (Berlin/Magdeburg–Güsten–) Hettstedt östlich des Blankenheimer Tunnels angeschlossen. Ebenfalls noch 1879 wurde diese mit einer Verbindung Sangerhausen–Erfurt ergänzt. Ab Leinefelde wurde die Strecke Richtung Gotha für die Kanonenbahn benutzt. Der Ausbau der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden war nicht nur militärisch motiviert, sondern auch ein Druckmittel für die Verstaatlichung der Thüringer Bahn (1882/86).

Bereits 1884 wurde die Verbindung Arenshausen–Friedland wieder aufgegeben.

Zusammen mit Südharzstrecke, Sollingbahn und der Bahnstrecke Ottbergen–Altenbeken stieg die Strecke Nordhausen–Halle zu einer der wichtigsten Ost-West-Güterstrecken auf; ein etwas geringerer Verkehr lief von Magdeburg und Halle über Nordhausen und Kassel nach Frankfurt. Im Personenzugverkehr fuhren beispielsweise auf dem Abschnitt Leinefelde–Eichenberg im Sommer 1939 werktags vier Schnellzugpaare, fünf Eilzugpaare und zehn Personzugpaare.[2]

Nordwestlich von Nordhausen nahe der Südharzstrecke wurde 1943 das Konzentrationslager Dora-Mittelbau eingerichtet, zu dem ausgedehnte unterirdische Waffenfabriken gehörten. Um den Durchgangsverkehr aus diesem Bereich herauszuhalten, wurde begonnen, eine Verbindung der Südharzstrecke bei Osterhagen mit der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zwischen Nordhausen und Werther zu bauen. Der Bau dieser „Helmetalbahn“ kostete mehreren hundert Zwangsarbeitern das Leben. Fertiggestellt wurde sie nicht mehr, ihr Verlauf wurde ab 1945 von der innerdeutschen Grenze gequert. Dämme und Brückenreste sind noch heute zu sehen.[3]

Bahnhof Sangerhausen. Nach dem Krieg 1964 sparsam wiederaufgebaut.

In den letzten Kriegsjahren war die Strecke mit Rüstungs- und Militärtransporten, aber auch mit Häftlingszügen überlastet. Reparaturen fanden kaum noch statt. Der Hauptbahnhof in Halle wurde am 31. März 1945 schwer beschädigt. Deutsche Truppen sprengten Anfang April auf dem Rückzug die Werrabrücke. Am 7. April wurde im Bahnhof Sangerhausen ein Munitionszug getroffen, der daraufhin explodierte. Zehn Tage später war der gesamte Bereich der Strecke amerikanisch besetzt.

Schon im Mai 1945 wurde der Verkehr abschnittsweise wiederaufgenommen.

Trennung 1945[Bearbeiten]

Nach der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen wurde die Bahn zwischen Arenshausen und Eichenberg unterbrochen. Der letzte Zug über die spätere Innerdeutsche Grenze fuhr am 24. Juli 1945, als die US-Truppen Thüringen an die Sowjetarmee übergaben. Bei den folgenden durch die Sowjetarmee überwachten Demontagen kam es am 16. April 1946 bei Eisleben durch den Eingriff von sowjetischen Soldaten in den Eisenbahnbetrieb zu einem schweren Eisenbahnunfall. 24 Menschen starben und zahlreiche weitere wurden verletzt.

In den Folgejahren wurden Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene und andere „Displaced Persons“ mit der Bahn nach Arenshausen gefahren, von dort mussten sie zu Fuß nach Friedland in das dortige Grenzdurchgangslager. Bis 1952 gab es Bemühungen, die Strecke wiederzueröffnen. Stattdessen wurde die Grenze immer undurchlässiger. Ab 1952 lag der Bahnhof Arenshausen in der „Sperrzone“, die Züge fuhren bis Arenshausen, durften aber nur mit Sondergenehmigung benutzt werden. Die Gleise über die Grenze von Arenshausen bis Eichenberg wurden abgebaut.

Wiederaufbau und weiterer Ausbau in der DDR[Bearbeiten]

Bahnhof Nordhausen

Bis 1947 wurde das zweite Gleis weitgehend demontiert, von Halle nach Sangerhausen aber schon bis 1954 wiederaufgebaut. 1965 wurde die Strecke bei Berga-Kelbra verlegt, um die Helme aufstauen zu können (Talsperre Kelbra).

Der Abbau von Kali und die neugegründete Zementindustrie bei Deuna führten bis 1979 zum zweigleisigen Ausbau bis Sollstedt, der Güterverkehr nahm immer weiter zu. 1986 wurde die Elektrifizierung von Halle bis Leinefelde beschlossen, die im Januar 1989 begann und 1993 abgeschlossen wurde.

Am 11. Oktober 1985 stießen bei Eisleben eine Lokomotive und der P 9476 zusammen. Dabei starben 13 Menschen, 40 weitere wurden verletzt.[4]

Wiederaufbau und weiterer Ausbau in der Bundesrepublik[Bearbeiten]

Bahnhof Fuldatal-Ihringshausen mit Cantus-Triebwagen. Die Bundesbahn beabsichtige nach dem Bau der Schnellfahrstrecke (im Trog) auf diese Station zu verzichten.

Die Brücke über die Werra bei Hedemünden und die der Hannöverschen Südbahn über die Fulda bei Ihringshausen waren zerstört, konnten aber bereits im August 1945 wieder eingleisig befahren werden; ab 1949 waren die Strecken wieder durchgehend zweigleisig.

Seit dem 25. September 1964 ist der westliche Teil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden elektrifiziert. Dabei wurde der Bahnhof Eichenberg umgebaut und die „Hallesche Ausfahrt“ abgehängt.

Bis zur Eröffnung der über Kassel führenden Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg war der Westteil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden Teil der Zubringerstrecke zwischen Kassel und Göttingen zum auf der Bahnstrecke Göttingen–Bebra stattfindenden Intercity-Verkehr.

Göttingen war Umsteigebahnhof, während die IC-Züge selber den direkten Weg von Bebra nach Göttingen ohne Halt in Eichenberg nahmen und Kassel umfuhren.

Im Zusammenhang mit der Schnellfahrstrecke gab es Planungen, die Streckenteile zwischen Eichenberg und Kassel auf eine eingleisige Regionalstrecke zu reduzieren.

Beim Bau der Schnellfahrstrecke wurde die Hannöversche Südbahn im Bereich Fuldatal-Ihringshausen und Vellmar verlegt, wobei kein Bahnhof mehr vorgesehen war. Die Gemeinde Fuldatal erreichte aber in einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Bundesbahn die Wiederherstellung eines Bahnhofs.

Die Hannöversche Südbahn wurde zwischen Göttingen und Hann. Münden über Dransfeld in zwei Schritten zwischen 1980 und 1995 stillgelegt und schließlich abgebaut. So wie ihr südliches Ende Hann. Münden–Kassel der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zur Ergänzung als Halle-Kasseler Bahn zugezählt wird, benutzt die Hannöversche Südbahn seitdem mit Eichenberg–Hann. Münden einen Teil der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden.

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit[Bearbeiten]

Wiederaufbau des Abschnitts Arenshausen–Eichenberg im April 1990

Ende November 1989 wurde die Schließung der 3,9 km langen Gleislücke zwischen Arenshausen und Eichenberg diskutiert und am 30. November der Planungsauftrag erteilt. Noch im Januar 1990 wurde eine Grenzübergangsstelle geplant. Wenige Wochen später waren dafür nur noch Container vorgesehen.[5] Bereits im Januar 1990 begannen die Bauarbeiten. Dazu gehörte auch der Ausbau beider Bahnhöfe mit Bahnsteigen für überlange Züge (476 m in Eichenberg).[2]

Beim Wiederaufbau des Streckengleises kam es zu der Kuriosität, dass beide Bahngesellschaften das jeweils rechte Gleis zuerst aufbauten und sich an der Grenze verfehlten. Auf der Ostseite folgte das zweite Gleis wenige Wochen später. Am 3. Mai war es durchgängig verlegt, am 26. Mai fuhr der erste Zug von Arenshausen nach Eichenberg.[5] Der reguläre Betrieb wurde am 27. Mai 1990 aufgenommen,[5] bis zum 30. Juni mit Pass- und Zollkontrollen.

Der Bahnhof Eichenberg mit Regionalexpress nach Halle (2007). Nur die drei rechten Gleise führen nach Osten.
Der Bahnhof Arenshausen ist 2007 nur noch Haltepunkt, der Bahnsteig Richtung Heiligenstadt liegt weiter östlich. Für die Grenzkontrollen war ein viel längerer Bahnsteig angelegt worden, der noch als Grünstreifen zu erkennen ist.

In Eichenberg wurde der Bahnsteig der Halleschen Strecke östlich der bestehenden Anlage wieder errichtet. Die wiedereröffnete Verbindung wird eingleisig und höhengleich in die südwestliche Ausfahrt eingebunden. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der Strecke deutlich begrenzt. Aus Hann. Münden wird die Nord-Süd-Strecke kreuzungsfrei unterfahren, aus Leinefelde nach Hann. Münden wird entweder links gefahren oder das komplette Gleisfeld gequert.

1991 wurden die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit beschlossen. Dazu gehörte, als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 6,[5] der Ausbau von Eichenberg nach Halle. Die Strecke wurde bis 1994 für 268 Mio. € zweigleisig (bis auf Eichenberg) ausgebaut und elektrifiziert, zwischen Halle und Abzw. Bernterode West wurde im Rahmen des Projektes lediglich die im Januar 1989 begonnene Elektrifizierung fortgeführt und fertiggestellt.

Parallel dazu wurde für 1,4 Mrd. € die Südharzautobahn neu gebaut, die die Bahnlinie zwischen Bleicherode und Wallhausen fünfmal überquert.

1998 wurde am Nordostende von Eichenberg eine Verbindungskurve eröffnet, die Direktfahrten Halle (oder Erfurt)–Göttingen ermöglicht.

Die 1993 eingeführte Interregioverbindung Halle–Kassel–Frankfurt konnte sich nur zwei Jahre halten, ebenso nahmen die IR Hamburg–Konstanz später den Weg über die Schnellfahrstrecke.

Im Jahr 2003 wurde eine Interconnex-Verbindung Rostock–Berlin–Halle–Kassel–Köln–Neuss angeboten, die sich aber nur wenige Monate halten konnte.

Im Rahmen eines Festaktes wurde zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 der ehemalige Bahnhof Gernrode beziehungsweise Niederorschel in Haltestelle Gernrode-Niederorschel umbenannt.

Weitere Planungen[Bearbeiten]

Gleisdreieck bei Eichenberg, Von Halle–Arenshausen aus geht es rechts nach Friedland–Göttingen und links nach Eichenberg–Kassel. Im Hintergrund ein Cantus-Triebwagen von Göttingen nach Fulda.

In den nächsten Jahren sind keine weiteren Ausbauten zu erwarten, die Strecke wird jedoch schrittweise mit elektronischen Stellwerken ausgestattet. Dabei wird die abschnittsweise immer noch fehlende Zugbeeinflussung nachgerüstet. Daneben sind östlich von Leinefelde, insbesondere zwischen Sangerhausen und Angersdorf, erhebliche Sanierungen nötig; derzeit müssen die Züge vielfach auf 50 km/h abbremsen. Im „ÖPNV-Plan“ des Landes Sachsen-Anhalt wird ein Ausbau dieses Abschnittes auf 140 km/h gefordert, davon erhofft sich das Land auch eine Stärkung des Güterverkehrs[6].

Der „weitere Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans sieht im südlichen Teil der Hannöverschen Südbahn eine Verbindungsstrecke von Speele nach Mönchehof an der Bahnstrecke Kassel–Warburg vor, um Güterzügen aus und nach Hann. Münden vom und zum Ruhrgebiet den Fahrtrichtungswechsel in Kassel zu ersparen[7]. Das Projekt ist umstritten, der Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn fordern stattdessen den Ausbau der über Ottbergen führenden, vom Norden der Hannöverschen Südbahn nach Westen abzweigenden (Solling- und Eggebahn). Für den Güterverkehr wird schon jetzt die Eichenberger Kurve teilweise genutzt um ohne Kopfmachen auf der Hannöverschen Südbahn nach Norden, ab Hannover-Linden über die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken, ab Hameln auf der Bahnstrecke Elze–Löhne und ab Löhne auf der Bahnstrecke Hamm–Minden ins Ruhrgebiet zu fahren.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten]

Personenverkehr[Bearbeiten]

Regional-Express nach Halle verlässt Kassel-Wilhelmshöhe. Bis Ihringshausen wird die Schnellfahrstrecke (links) benutzt.

Die gesamte Strecke wird im Fahrplan 2008 von einem Regional-Express Kassel–Halle im Zwei-Stunden-Takt befahren; alle weiteren Züge benutzen nur Teilstrecken. Teile der Strecken werden von den Regionalexpress-Linien Göttingen–Heiligenstadt–Gotha–Erfurt–Gera–Zwickau/Glauchau, Nordhausen–Erfurt und Magdeburg–Erfurt, die auch im 2-Stunden-Takt verkehren, benutzt. Hinzu kommt die Linie Kassel–Heiligenstadt–Erfurt die seit 15. Dezember 2013 von DB Regio bedient wird (davor Erfurter Bahn). Auf allen diesen Linien gilt das Wochenendticket für Fernreisende. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 verkehrt am Freitag einmal der Intercity Kyffhäuser von Frankfurt am Main über Halle (Saale) Hbf nach Leipzig Hbf und am Sonntag wieder zurück.

Ergänzt werden diese Züge durch Regionalbahnen, bestehend aus BR 143 mit Doppelstockwagen. In Halle befahren die Züge der Linie S7 der S-Bahn Mitteldeutschland einen Teil der Strecke, die Saalebrücke wird gemeinsam genutzt. Die Verbindung Halle–Nordhausen wird von einer stündlich fahrenden Regionalbahnlinie bedient, die in Erinnerung an die Bergbautradition der Region „Kupfer-Express“ genannt wird. Die Regionalbahn Nordhausen–Leinefelde verkehrt etwa stündlich, diese Züge fahren alle zwei Stunden weiter bis Heiligenstadt; von Heiligenstadt bis Eichenberg fahren nur die Regional-Express-Züge. Eichenberg–Kassel wird von Triebwagen der Cantus Verkehrsgesellschaft auf der Linie aus Göttingen erschlossen. Diese Linie fährt in Kassel zum Hauptbahnhof, alle anderen nach Wilhelmshöhe.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurden einige Fahrten der Erfurter Bahn zwischen Kassel und Eichenberg gestrichen, von denen einige nach heftigen Beschwerden im April wieder eingeführt wurden.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof und Abzweig Ihringshausen mit Güterzug Richtung Eichenberg. Außen die Gleise der Halle-Kasseler Eisenbahn, innen Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg.

Auf der Gesamtstrecke herrscht der Güterverkehr vor. Damit hat sich die Arbeitsteilung wieder eingestellt, die schon vor 1945 auf den Ost-West-Hauptstrecken zwischen Harz und Thüringer Wald geherrscht hat; über Sangerhausen–Nordhausen (Bahnstrecke Halle–Hann. Münden) fährt der Güterverkehr, über Erfurt–Bebra (Bahnstrecke Halle–Bebra) der schnelle Personenverkehr. Einem weiteren Wachstum stehen die nicht kreuzungsfreie Einführung der Strecke in Eichenberg und der zur Weiterfahrt in Richtung Ruhrgebiet notwendige Fahrtrichtungswechsel in Kassel entgegen.

Umleitungsstrecke[Bearbeiten]

Umgeleiteter ICE nach Dresden durchfährt Leinefelde

Hin und wieder werden bei Betriebsstörungen auf der Bahnstrecke Halle–Bebra die Intercity-Express- und Intercity-Züge über die komplette Bahnstrecke oder Abschnitte umgeleitet. Zuletzt trat dies insbesondere im Zusammenhang mit Baumaßnahmen im Erfurter Hauptbahnhof auf.

Die Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt wurde elektrifiziert, wodurch für die Bahnstrecke Halle–Bebra unter Teilbenutzung der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden eine schnelle Umleitungsstrecke zwischen Halle und Erfurt entstand.

Tarife[Bearbeiten]

Der Abschnitt von Halle (S) bis Teutschenthal gehört zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund MDV, der von Eichenberg nach Kassel zum Nordhessischen Verkehrsverbund NVV.

Zwischen den niedersächsischen Orten gelten auch die Fahrscheine des Verkehrsverbund Südniedersachsen, auch auf der Verbindung von Hedemünden nach Göttingen durch Hessen über Eichenberg. Hier gilt auch das Niedersachsenticket, ebenso darf man mit dem Hessenticket von Witzenhausen über das niedersächsische Hann. Münden nach Kassel fahren.

Fahrscheine der Deutschen Bahn gelten auch in den Zügen der Cantus und der Erfurter Bahn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Lauerwald: Die Halle-Kasseler Eisenbahn. transpress Verlagsgesellschaft Berlin 1993, ISBN 3-344-70788-4.
  • Josef Högemann: Eisenbahnen im Harz – Band 1: Die Staatsbahnstrecken. Verlag Kenning, Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-43-5.

Zu einzelnen Bereichen:

  • Wolfgang Koch, Werner Keller, Paul Lauerwald: Bahnhof Eichenberg – Glanz, Fall und Wiederaufstieg eines Eisenbahn-Knotenpunktes. Verlag Vogt, Hessisch Lichtenau 1990, ISBN 3-9800576-6-6.
  • Rudolf Wegner: Verkehr und Verkehrswege im Raum Hann. Münden – die Entwicklung in den letzten 200 Jahren. Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V., Hannoversch Münden 1992, ISBN 3-925451-21-8.
  • Paul Lauerwald: Vor 20 Jahren: Erster Lückenschluss im deutsch-deutschen Schienennetz nach 45-jähriger Teilung. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift 54, 2010, S. 161–165. ISSN 1611-1648.
  • Rolf Enke: Rund um den Bahnhof Eisleben. Eigenverlag Lutherstadt Eisleben, 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Halle–Hann. Münden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. No. 14. Provinzial-Correspondenz. Vierzehnter Jahrgang. 5. April 1876, Textinhalt, Scan
  2. a b Ralf Roman Rosberg: Grenze über deutschen Schienen 1945–1990. EK-Verlag, Freiburg 1990, ISBN 3-88255-829-6, S.129.
  3. Josef Högemann: Eisenbahn Altenbeken – Nordhausen. Verlag Kenning, Nordhorn 1991, ISBN 3-927587-06-0, S. 21.
  4. Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 16.
  5. a b c d Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (Hrsg.): Das Projekt Nr. 6. Broschüre, Mai 1994.
  6. ÖPNV-Plan des Landes Sachsen-Anhalt 2005–2015, S. 74 f (PDF, 4,8 MB)
  7. Bundesverkehrswegeplan 2003, S. 57
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