Angelique Kerber

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Angelique Kerber Tennisspieler
Angelique Kerber
Spitzname: Angie
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 18. Januar 1988
Größe: 173 cm
Gewicht: 68 kg
1. Profisaison: 2003
Spielhand: Links, beidhändige Rückhand
Trainer: Benjamin Ebrahimzadeh
Preisgeld: 5.994.678 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 376:212
Karrieretitel: 3 WTA, 11 ITF
Höchste Platzierung: 5 (22. Oktober 2012)
Aktuelle Platzierung: 7
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 53:54
Karrieretitel: 0 WTA, 3 ITF
Höchste Platzierung: 103 (26. August 2013)
Aktuelle Platzierung: 156
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 31. März 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Angelique Kerber (* 18. Januar 1988 in Bremen) ist eine deutsche Tennisspielerin, die auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt. Sie spielt seit 2003 auf der Profitour und wurde 2010 und 2011 mit dem TC Radolfzell Deutsche Mannschaftsmeisterin. In der Bundesliga-Saison 2012 spielte sie für den Ratinger TC Grün-Weiß. Ihren Wohnsitz hat sie in Kiel.

Leben[Bearbeiten]

Kerber, die seit ihrem dritten Lebensjahr Tennis spielt, nahm als Teenager auch an Schwimmturnieren teil. Nach ihrem Realschulabschluss entschied sie sich für eine Karriere als Tennisprofi. Ihre Managerin ist ihre deutsche Mutter Beata, trainiert wurde sie zunächst von ihrem polnischen Vater Sławek.[1] 2013 spielte sie gegen Serbien letztmals für Deutschland im Fed Cup. Als ihr „zweites Zuhause“ bezeichnet sie Puszczykowo (dt.: Unterberg) an der Warthe. Immer wenn sie dort bei ihrer Verwandtschaft weilt, trainiert sie im Tennis-Center ihres Großvaters.

Dass Kerber auf eine frühere Anfrage des polnischen Verbandes, ob sie nicht doch für Polen spielen wollte, nicht eingegangen ist, wurde von der polnischen Presse seinerzeit heftig kritisiert.[2] Kerber sagte dazu: „Es gab mal eine Anfrage vom polnischen Verband und weil ich mich nicht sofort entschieden hatte, bin ich da in der Presse ziemlich verrissen worden. Aber ich hätte wohl ohnehin für Deutschland gespielt, ich fühle mich als Deutsche.“[2]

Karriere[Bearbeiten]

2007–2011[Bearbeiten]

Kerber stand 2007 bei den French Open erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers, unterlag aber gleich in Runde eins Jelena Dementjewa. Beim Rasenturnier in Birmingham stieß sie bis ins Achtelfinale vor, wo sie Marion Bartoli unterlag. Beim Rasenturnier in ’s-Hertogenbosch erreichte sie das Viertelfinale, wo sie von der Top-Ten-Spielerin Anna Tschakwetadse gestoppt wurde. In der Weltrangliste kletterte Kerber auf Rang 67. In Wimbledon scheiterte sie in Runde eins erneut an Tschakwetadse, bei den US Open dann an Serena Williams.

2008 erreichte sie die dritte Runde von Indian Wells, verlor dort aber erneut gegen Bartoli. Vorübergehend verabschiedete sie sich aus den Top 100. Gegen Jahresende gewann sie die ITF-Turniere in Madrid und in Saint-Raphaël.

Bei den Australian Open verlor sie 2009 in Runde eins gegen Venus Williams. Im Juli gelang ihr der elfte Titelgewinn bei einem ITF-Turnier (Pozoblanco). Bei den US Open unterlag sie in Runde zwei María José Martínez Sánchez.

2010 unterlag sie bei den Australian Open in der dritten Runde Swetlana Kusnezowa, verlor das WTA-Finale von Bogotá gegen Duque Mariño und musste sich in Birmingham in Runde drei der späteren Siegerin Li Na geschlagen geben. In Wimbledon kam das Aus in der dritten Runde gegen Jarmila Gajdošová.

2011 erreichte Kerber als Ungesetzte (zu diesem Zeitpunkt stand sie auf Weltranglistenplatz 92) und nach 15 Jahren als erste Deutsche wieder das Halbfinale der US Open, der bis dahin größte sportliche Erfolg ihrer Karriere. Sie verlor dort in drei Sätzen gegen die an Nummer 9 gesetzte spätere Turniersiegerin Samantha Stosur.[3] Zuvor erreichte sie bereits das Halbfinale in Dallas (Dreisatzniederlage gegen Aravane Rezaï), im Oktober stand sie in Ōsaka ein weiteres Mal im Semifinale (1:6, 6:75 gegen Bartoli).

2012[Bearbeiten]

Auch in Auckland und in Hobart erreichte Kerber jeweils das Halbfinale, sie verlor gegen Flavia Pennetta (1:6, 2:6) bzw. Landsfrau Mona Barthel (0:6, 6:7). Bei den Australian Open unterlag sie in der dritten Runde Marija Scharapowa deutlich mit 1:6, 2:6. In Stuttgart gegen Tschechien gewann sie ihr Fed-Cup-Einzel gegen Lucie Hradecká souverän mit 6:4, 6:4. Anfang Februar gelang ihr schließlich bei den Open GDF Suez in Paris der erste Titelgewinn auf der WTA Tour. Im Endspiel bezwang sie Marion Bartoli mit 7:6, 5:7, 6:3, nachdem sie im Viertelfinale bereits Scharapowa mit 6:4, 6:4 besiegt hatte. In Indian Wells lag sie im Zweitrundenmatch gegen Sloane Stephens haushoch mit 2:6, 1:5 und 15:40 zurück, gewann aber noch in drei Sätzen; im Achtelfinale musste sie beim 6:3, 3:6, 7:64 gegen die aufstrebende US-Amerikanerin Christina McHale drei Matchbälle abwehren. Nach einem glatten Sieg über die Weltranglistensiebte Li Na (6:4, 6:2) ging es dann gegen die Nummer eins der Welt – Kerber verlor das Halbfinale gegen Wiktoryja Asaranka mit 4:6 und 3:6. Im März erreichte sie mit Rang 14 der Weltrangliste eine neue persönliche Bestmarke.

Beim Hartplatzturnier in Kopenhagen gelang ihr im April der zweite WTA-Turniersieg. Das Endspiel gegen Caroline Wozniacki, der sie im Vorjahr im Achtelfinale noch unterlegen war, gewann sie in zwei glatten Sätzen. Seit dem 14. Mai 2012 ist Kerber (unter anderem nach glatten Siegen erneut über Wozniacki in Stuttgart und über Venus Williams in Madrid) die in der WTA-Weltrangliste am besten platzierte deutsche Tennisspielerin. Nach ihrem Halbfinaleinzug in Rom – auf dem Weg dahin besiegte sie auch Petra Kvitová – und der anschließenden Niederlage gegen Scharapowa stieß sie (offiziell am 21. Mai 2012) als siebte deutsche Tennisspielerin in die Top Ten vor. Nach ihrem Erfolg bei den French Open, wo sie erstmals ins Viertelfinale kam, erreichte sie bereits Platz 8 der Weltrangliste. Im Juni unterlag sie beim Rasenturnier in Eastbourne im Finale der Österreicherin Tamira Paszek, die fünf Matchbälle abwehren und dann mit ihrem eigenen dritten Matchball das Turnier gewinnen konnte.

In Wimbledon kämpfte sich Kerber zum zweiten Mal nach den US Open 2011 bei einem Grand-Slam-Turnier bis ins Halbfinale vor, schied dort jedoch gegen Agnieszka Radwańska mit 3:6, 4:6 aus. Sie verbesserte sich im Ranking damit auf Position 7. Bei den Olympischen Spielen in London schied Kerber im Viertelfinale mit 4:6 und 5:7 gegen Asaranka aus. Im Doppel unterlag sie an der Seite von Sabine Lisicki im Achtelfinale mit 2:6, 5:7 den Williams-Schwestern, den späteren Goldmedaillengewinnerinnen.

Beim Hartplatzturnier in Cincinnati verlor Kerber das Finale gegen Li Na mit 6:1, 3:6 und 1:6, nachdem sie zuvor unter anderem Serena Williams (6:4, 6:4) und Petra Kvitová (6:1, 2:6, 6:4) besiegt hatte. Dennoch verbesserte sie sich auf Weltranglistenplatz 6. Bei den US Open erreichte sie (unter anderem nach einem Sieg über Venus Williams) das Achtelfinale, wo sie gegen Sara Errani in zwei Sätzen ausschied. In Peking zog sie mit einem Dreisatzerfolg über die frühere Weltranglistenerste Wozniacki ins Viertelfinale ein. Dort gab sie im Match gegen Scharapowa beim Stande von 0:6 und 0:3 auf.

Kerber qualifizierte sich außerdem für die WTA Championships 2012 in Istanbul, schied aber nach drei Niederlagen gegen Serena Williams, Asaranka und Li Na bereits nach der Vorrunde aus. Sie beendete das Jahr auf Platz 5 der Weltrangliste.

2013[Bearbeiten]

Kerber erreichte bei den Auftaktturnieren in Brisbane das Viertelfinale und in Sydney das Halbfinale. Bei den Australian Open unterlag sie im Achtelfinale Jekaterina Makarowa mit 5:7, 4:6. In Doha und Dubai scheiterte sie jeweils in der Auftaktpartie. In Indian Wells erreichte sie das Halbfinale, das sie gegen Wozniacki mit 6:2, 4:6 und 5:7 verlor. Beim Hartplatztunier in Monterrey zog sie erstmals in der Saison ins Endspiel ein. Dort traf sie auf Anastassija Pawljutschenkowa, der sie mit 6:4, 2:6 und 4:6 unterlag.

Im Play-off des Fed Cups kam Kerber gegen Serbien in zwei Einzelpartien zum Einsatz. Sie besiegte Bojana Jovanovski in zwei Sätzen, musste sich aber Ana Ivanović geschlagen geben. Beim Turnier in Stuttgart erreichte sie das Halbfinale, in dem sie Scharapowa unterlag. Es folgte ein Viertelfinaleinzug in Madrid, während sie bei den French Open nicht über das Achtelfinale hinaus kam. Auch beim Rasenturnier in Eastbourne scheiterte Kerber in der zweiten Runde gegen Jekaterina Makarowa schon früh. In Wimbledon verlor sie ebenfalls bereits in der zweiten Runde gegen Kaia Kanepi (6:3, 6:7, 3:6).

In den nachfolgenden Turnieren der US Open Series kam Kerber nicht über das Viertelfinale hinaus. Bei den US Open unterlag sie wie schon bei den Australian Open und den French Open bereits im Achtelfinale. Sie scheiterte knapp an Carla Suárez Navarro mit 6:4, 3:6 und 6:7. Mit ihrem Finaleinzug in Tokio erreichte sie zum zweiten Mal in der Saison ein Endspiel, der Titelgewinn blieb ihr jedoch erneut verwehrt - mit 2:6, 6:0 und 3:6 unterlag sie Petra Kvitová. Aufsteigende Form bewies sie mit ihrem Viertelfinaleinzug in Peking, ehe sie in Linz als Topgesetzte ihren dritten Karrieretitel gewann. Sie bezwang im Finale Ana Ivanović mit 6:4 und 7:66. Durch ihre Erfolge am Ende der regulären Saison konnte sich Kerber zum zweiten Mal nach 2012 für die WTA Championships qualifizieren. Dort erreichte sie mit einem Sieg und zwei Niederlagen Platz drei in ihrer Gruppe und verpasste so erneut das Halbfinale. Sie beendete das Jahr auf Platz 9 der Weltrangliste.

2014[Bearbeiten]

Zu Saisonbeginn verpflichtete sie als neuen Trainer Benjamin Ebrahimzadeh, der sie bereits in der Saison 2013 zeitweise betreut hatte.[4] Beim WTA-Turnier in Brisbane erreichte sie das Viertelfinale, in Sydney stand sie im Finale, wo sie sich Zwetana Pironkowa mit 4:6, 4:6 geschlagen geben musste. Bei den Australian Open scheiterte sie wie im Vorjahr im Achtelfinale, diesmal an Flavia Pennetta. Beim Hallenturnier in Paris kam sie bis zum Viertelfinale. Anschließend steuerte sie zwei Siege (gegen Daniela Hantuchová und Dominika Cibulková) zum Fed-Cup-Sieg gegen die Slowakei bei. Beim Premier-5-Turnier in Doha erreichte sie wieder mal ein Endspiel, das sie jedoch gegen Simona Halep mit 2:6, 3:6 verlor. In Dubai verlor sie bereits ihre Auftaktpartie.

Erfolge[Bearbeiten]

Einzel[Bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 12. Februar 2012 FrankreichFrankreich Paris WTA Premier Hartplatz (Halle) FrankreichFrankreich Marion Bartoli 7:63, 5:7, 6:3
2. 15. April 2012 DanemarkDänemark Kopenhagen WTA International Hartplatz (Halle) DanemarkDänemark Caroline Wozniacki 6:4, 6:4
3. 13. Oktober 2013 OsterreichÖsterreich Linz WTA International Hartplatz (Halle) SerbienSerbien Ana Ivanović 6:4, 7:66

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Turniersiegerin Ergebnis
1. 21. Februar 2010 KolumbienKolumbien Bogotá WTA International Sand KolumbienKolumbien Mariana Duque Mariño 4:6, 3:6
2. 23. Juni 2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Eastbourne WTA Premier Rasen OsterreichÖsterreich Tamira Paszek 7:5, 3:6, 5:7
3. 19. August 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cincinnati WTA Premier 5 Hartplatz China VolksrepublikChina Li Na 6:1, 3:6, 1:6
4. 7. April 2013 MexikoMexiko Monterrey WTA International Hartplatz RusslandRussland Anastassija Pawljutschenkowa 6:4, 2:6, 4:6
5. 28. September 2013 JapanJapan Tokio WTA Premier 5 Hartplatz TschechienTschechien Petra Kvitová 2:6, 6:0, 3:6
6. 10. Januar 2014 AustralienAustralien Sydney WTA Premier Hartplatz BulgarienBulgarien Zwetana Pironkowa 4:6, 4:6
7. 16. Februar 2014 KatarKatar Doha WTA Premier 5 Hartplatz RumänienRumänien Simona Halep 2:6, 3:6

Doppel[Bearbeiten]

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Siegerinnen Ergebnis
1. 20. Juni 2008 NiederlandeNiederlande ’s-Hertogenbosch WTA International Rasen LettlandLettland Līga Dekmeijere NeuseelandNeuseeland Marina Eraković
NiederlandeNiederlande Michaëlla Krajicek
3:6, 2:6

Abschneiden bei Grand-Slam-Turnieren und den WTA Tour Championships[Bearbeiten]

Einzel[Bearbeiten]

Turnier 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Bilanz Karriere
Australian Open 2 1 3 1 3 AF AF 11:6 AF
French Open 1 1 2 1 VF AF 8:6 VF
Wimbledon 1 1 3 1 HF 2 8:6 HF
US Open 1 2 1 HF AF AF 12:6 HF
WTA Tour Championships VR VR 1:5 VR

Doppel[Bearbeiten]

Turnier 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Karriere
Australian Open 1 1 1 1
French Open 1 1 2 1 2
Wimbledon 1 AF 1 AF
US Open 1 1 AF AF

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angelique Kerber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nina Hoffmann: Angelique Kerber: Deutsch-polnischer Familienbetrieb ; tennismagazin.de, 19. April 2010, abgerufen am 21. April 2013
  2. a b US Open – Kerber: „Meine Zeit wird kommen“; de.eurosport.yahoo.com, veröffentlicht am 6. September 2011 (letzter Zugriff am 7. Juli 2012)
  3. Party bei US Open beendet: Kerber schnuppert gegen Stosur an der Finalsensation; tennisnet.com, 11. September 2011.
  4. Der Mann an ihrer Seite, der Mann hinter Kerbers Erfolg, tennisnet.com, abgerufen am 17. Januar 2014
  5. tennisnet.com: Sportlerin des Jahres: Kerber verteidigt Titel