Saint-Riquier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saint-Riquier (Begriffsklärung) aufgeführt.
Saint-Riquier
Wappen von Saint-Riquier
Saint-Riquier (Frankreich)
Saint-Riquier
Region Picardie
Département Somme
Arrondissement Abbeville
Kanton Ailly-le-Haut-Clocher
Gemeindeverband Communauté de communes du Haut Clocher.
Koordinaten 50° 8′ N, 1° 57′ O50.1330555555561.946944444444433Koordinaten: 50° 8′ N, 1° 57′ O
Höhe 19–97 m
Fläche 14,48 km²
Einwohner 1.256 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 87 Einw./km²
Postleitzahl 80135
INSEE-Code

Saint-Riquier ist eine Stadt im französischen Département Somme in der Picardie.

Sie hat 1256 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) und liegt etwa 40 km nordwestlich von Amiens.

Geschichte[Bearbeiten]

Saint-Riquier datiert zurück ins 7. Jahrhundert. Centulum war die alte lateinische Bezeichnung der mittelalterlichen Ortschaft.[1] Neben der Bezeichnung Centulum existierte auch die Variante Centula.[2] Heute ist die Ortschaft nach dem Mönch namens Riquier (Richerius oder Richarius in den Quellen) benannt, der bei dem Ort Centulum ein Kloster gründete. Der Bau der Abtei begann bereits im 8. Jahrhundert, der größte Teil entstand jedoch erst im 15. und 16. Jahrhundert im Stil der Hochgotik. Zur Zeit der Karolinger wurde das Kloster von bekannten Persönlichkeiten, wie Angilbert und dem Kaiserenkel Ludwig geleitet.

Die Stadtrechte wurden im Jahre 1126 verliehen.

Die deutsche Partnerstadt Saint-Riquiers ist seit 1982 das baden-württembergische Stutensee.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Abteikirche Saint-Riquier

Wahrzeichen der Stadt ist die ehemalige Abtei mit der ihrer Kirche aus dem 8. bis 16. Jahrhundert. Die Orgel stammt aus dem 18. Jahrhundert. In der Abtei gibt es Skulpturen, Möbel und Malereien zu besichtigen. Hervorzuheben sind die Wandmalereien in der Schatzkammer aus dem 16. Jahrhundert. Sehenswert sind auch das Hospiz mit Kapelle aus dem 18. Jahrhundert (vollendet 1704) sowie ein quadratischer Wehrturm aus Sandstein, vollendet im 16. Jahrhundert.

Kultur[Bearbeiten]

Die Abtei von Saint-Riquier ist jeden Sommer Schauplatz der internationalen musikalischen Festspiele, bekannt unter dem Namen "Festival Estival" (Sommer-Festival) oder "Le Festival de Musique".

Äbte[Bearbeiten]

Aus der Familie der burgundischen Welfen:

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Möbius: Die karolingische Reichsklosterkirche Centula (Saint-Riquier) und ihr Reliquienschatz. Eine Fallstudie zum lebensweltlichen Verständnis frühmittelalterlicher Religiosität, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2013. ISBN 978-3-86583-767-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Graesse 1909: Centulum, S. Richerii monasterium
  2. Zu den verschiedenen Schreibweisen ein Ausschnitt aus der Vita Beatissimi Richarii des Alcuin: "In villa Centula. Pontivensium regio, vulgo le Ponthieu, tractus est Picardiae intra fines Ambiensium, Morinorum et Neustrianorum; cujus tractus caput Abbavilla (Abbeville), a qua duabus leucis orientem versus distat Centula seu Centulum oppidum, ubi Centulense monasterium, utrumque nunc S. Richarii (Saint-Riquier) nomine insignitum, ad Scarduonem (la rivière aux Cardons) num provinciae Pontivae [le Ponthieu], velut lucifer inter umbras oriens emicuit,…"

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Riquier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien