Sontra

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Sontra in Hessen. Der gleichnamige Nebenfluss der Wehre ist unter Sontra (Fluss) beschrieben.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sontra
Sontra
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sontra hervorgehoben
51.0697222222229.9344444444444265Koordinaten: 51° 4′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 111,29 km²
Einwohner: 7686 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36205
Vorwahlen: 05653, 05658 (Wichmannshausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 011
Stadtgliederung: 16 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 6
36205 Sontra
Webpräsenz: www.sontra.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Schäfer (SPD)
Lage der Stadt Sontra im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis Hessen Sontra Waldkappel Hessisch Lichtenau Gutsbezirk Kaufunger Wald Großalmerode Berkatal Meißner Neu-Eichenberg Witzenhausen Herleshausen Ringgau Wehretal Weißenborn Eschwege Wanfried Meinhard Bad Sooden-Allendorf Niedersachsen Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schwalm-Eder-Kreis Landkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Sontra ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis im nordöstlichen Teil von Hessen, Deutschland.

Der Luftkurort Sontra ist als „Berg- und Hänselstadt“ bekannt, wobei „Bergstadt“ auf die Zeit der Stadt mit Kupferschiefer-Bergbau und „Hänselstadt“ auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Hanse verweist. In der Stadt, die sich auf 111,29 km² Fläche erstreckt, leben 8.568 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Ansicht der Altstadt von Sontra

Sontra liegt zwischen Bad Hersfeld (etwa 30 km südwestlich), Kassel (etwa 45 km nordwestlich) und Eisenach (etwa 35 km östlich) östlich des Stölzinger Gebirges, nördlich des Richelsdorfer Gebirges und westlich des Ringgaus. Durchflossen wird es von der Sontra, die bei Wehretal in die Wehre mündet, und der Ulfe, die beim Ortsteil Wichmannshausen in die Sontra mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sontra grenzt im Norden an die Stadt Waldkappel und die Gemeinde Wehretal, im Osten an die Gemeinden Ringgau und Herleshausen (alle im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Gerstungen (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Wildeck und Nentershausen, sowie im Südwesten an die Gemeinde Cornberg (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt besteht Sontra aus den 15 Ortsteilen Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Hornel, Krauthausen, Lindenau, Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach, Ulfen, Weißenborn, Wichmannshausen und Wölfterode.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sontra-Domäne Metzlar
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 13 18 20 23 23 18 13 7 2 Ø 12,7
Min. Temperatur (°C) −1 −1 2 4 8 11 13 13 10 6 2 0 Ø 5,6
Temperatur (°C) −1,1 −0,4 2,8 6,7 11,2 14,4 15,9 15,3 12,3 8,1 3,4 0,3 Ø 7,4
Niederschlag (mm) 52,4 42,1 52,4 52,7 67,5 74,6 66,9 67,3 49,6 49,9 57,1 63,5 Σ 696
Sonnenstunden (h/d) 1,12 2,09 3,31 4,81 5,97 6,30 6,42 5,99 4,61 3,28 1,33 0,85 Ø 3,8
T
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−1
4
−1
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6
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0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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g
52,4
42,1
52,4
52,7
67,5
74,6
66,9
67,3
49,6
49,9
57,1
63,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Max.- / Min-Temperaturen,[2] Monatsdurchnittstemperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Sontra – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Lageplan zum Stadtbrand des Jahres 1821 mit Angabe der zerstörten Gebäude
Stadtansicht von Sontra um 1860

Im Jahre 775 wurde der Sontraner Stadtteil Ulfen erstmals erwähnt. Im 8. Jahrhundert wird auch Sontra selbst erstmals erwähnt. Der Ort war damals Mittelpunkt der Gesamtverwaltung und der obersten Gerichtsbarkeit für den fränkischen Ringgau (Burg und Thing im Regnumsundern). Von den landgräflichen Vögten von Sontra nennen die vorhandenen Urkunden 1224 Gottfried von Wartburg und 1225 einen Herrn von Boyneburg aber schon als landgräfliche Ministerialen advocatus de Sunthra. Die ersten Gerichtsherren auf der Burg Sontra stammten mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Boyneburgern ab. Nach dem Aussterben dieses Zweiges in Sontra um 1330 und der Veräußerung der Schutzherrschaft nannte sich der älteste Zweig der Boyneburger bis zu seinem Aussterben im 16. Jahrhundert nur noch von Sontra.[4] 1232 wird eine Kunigunde de Suntraha genannt, die beim Besuch des Grabes der Heiligen Elisabeth in Marburg Heilung erfahren habe.

Die Stadtrechte erhielt Sontra im Jahre 1368. Mindestens seit 1499 gab es in Sontra Kupferschieferbergbau, der bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein betrieben wurde. 1558 vernichtete ein Großbrand den mittelalterlichen Stadtkern, dabei brannte auch die Kirche aus. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Sontra eine Apotheke, die in der späteren „privilegierten Löwenapotheke“ fortlebte.

Am 2. März 1576 bestellte ein Fürstliches Rescript den Pfarrer Johannes Werner zu Sontra zum regionalen Vertreter des Superintendenten zu Allendorf an der Werra, um die benachbarten Pfarrer und Schullehrer zu visitieren – er war der erste überhaupt, denen in der Landgrafschaft Hessen das neue Amt eines Metropolitan anvertraut wurde. Dem landgräflichen Amt Sontra entsprach kirchlicherseits bis ins 20. Jahrhundert die Klasse Sontra.

Der Dreißigjährige Krieg setzte der Stadt hart zu. "Anno 1623 seindt alhier an der Rothen Ruhr. 137 Persohnen gestorben; anno 1626 seindt an der Pestil. 549 Persohnen gestorben, Syr.7 Was du thust o Mensch so bedenke das Ende." So steht es auf dem in der Stadtkirche aufgestellten Grabstein des Ulfener Pfarrers Johannes Bormann, 1626 in Sontra verstorben. In der Christnacht 1634 steckten die Kroatischen Reiter die Stadt in Brand; die Hälfte der Häuser wurde vernichtet und auch das landgräfliche Schloss wurde nachhaltig zerstört. Was übrig blieb, plünderten 1639 die Schweden. 1645 siedelten sich wieder Neubürger an. 1647 plünderten noch einmal kaiserliche Soldaten in der Stadt.

In Sontra waren seit dem 18. Jahrhundert sogenannte Schutzjuden ansässig, sie begründeten eine eigene Gemeinde, erwarben ein Grundstück für ihren Friedhof und durften eine eigene Schule betreiben. Am 13. November 1821 fielen erneut große Teile der Stadt einem Stadtbrand zum Opfer. Die brandgeschädigten Bürger wurden durch eine landesweite Sammlung unterstützt, ein kleiner Restbetrag bildete auf Anregung der kurfürstlichen Schadenskommission nach Ausgleich letzter Schäden 1824 einen Grundstock zur Ausstattung der Schule mit Lehrmitteln.

Der städtische Richtplatz befand sich vermutlich nicht auf dem heute so genannten Galgenberg, sondern vor der Stadt auf der Thingstätte. Die dorthin führende Straße, heute Bäckergasse, hat ihren Namen von den Beckarden, die den armen Sündern auf dem Weg zur Hinrichtung eine letzte Barmherzigkeit reichten.

In der zu Sontra gehörenden Siedlung Donnershag wurde in den 1920er Jahren die sogenannte Siedlungsgesellschaft „Freiland-Freigeld“ begründet.

In den Jahren von 1936 bis 1938 wurde an die alte Kupferschiefer-Tradition angeknüpft: Im Richelsdorfer Gebirge wurden Bergwerke neu aufgefahren und auf dem Brodberg wurden Flotations- und Hüttenanlagen zur Weiterverarbeitung des Kupfererzes gebaut. Durch die vorwiegend aus dem Mansfelder Land, aus Oberschlesien und aus dem Saargebiet angesiedelten Berg- und Hüttenleute wuchs die Einwohnerzahl von etwa 2200 auf 5500. Durch Flüchtlinge und Vertriebene wuchs sie 1945/46 abermals auf knapp 7000. Infolge eines Wassereinbruchs im Reichenberg-Schacht 1953 wurde der Kupferschieferabbau unrentabel, so dass 1955 die Kurhessische Kupferschiefer-AG liquidiert werden musste und zahlreiche Bergleute in Richtung Ruhrgebiet abwanderten.

Sontra gehörte bis zur Gebietsreform in Hessen (1972) dem Altkreis Rotenburg an. Die beiden Gemeinden Cornberg und Nentershausen verblieben im neu gegründeten Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ulfen und Weißenborn eingegliedert. Am 1. Oktober 1971 kamen Berneburg, Blankenbach, Lindenau und Wölfterode hinzu. Breitau, Diemerode, Heyerode und Krauthausen folgten am 31. Dezember 1971. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach und Wichmannshausen am 1. August 1972, dem Tag des Wechsels in den Landkreis Eschwege, abgeschlossen.[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,1 %
34,0 %
7,8 %
4,0 %
4,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,9 %p
-1,8 %p
-3,1 %p
+1,9 %p
-2,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,1 16 45,2 14 54,6 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,0 11 35,8 11 29,0 9
FWG Freie Wählergemeinschaft Sontra 7,8 2 10,9 3 8,5 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1 6,0 2 4,9 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,0 1 2,1 1 2,9 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 57,0 55,4 58,4

Magistrat[Bearbeiten]

Der Magistrat besteht aus neun Stadträten. Davon entfallen fünf Sitze auf die SPD, drei Sitze auf die CDU und ein Sitz auf die FWG.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Gerhard Büchling (parteilos) wurde am 6. März 1994 mit einem Stimmenanteil von 52,9 % zum Bürgermeister gewählt und am 7. November 1999 mit einem Stimmenanteil von 66,8 % wiedergewählt. Das Amt übernahm anschließend Karl-Heinz Schäfer (SPD), der am 22. September 2002 mit einem Stimmenanteil von 67,5 % gewählt wurde. Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer wurde am 1. Juni 2008 mit einem Stimmenanteil von 56,1 % wiedergewählt.

Stadtsiegel und Wappen[Bearbeiten]

Historisches Stadtsiegel von Sontra

Blasonierung: In Gold eine stilisierte blaue Rose. Auf der Rose ein golden bewehrter, neun Mal von Silber und Rot geteilter Löwe (Hessenlöwe).

Es gibt folgenden überlieferten Wappenspruch:

Die Stadt Sontra eine Rose hat, darinnen ein bunter Löwe staht'.
Dem Fürsten treu sein wohlgebührt und einer Stadt ihr' Namen ziert.

Interkommunale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Zusammen mit den Nachbargemeinden Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) und Nentershausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) wurde am 14. Oktober 2006 der Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit gegründet. Hieraus entwickelt sich eine enge Kooperation dieser drei Gemeinden mit teilweise bereits übergeordneter Erledigung in Eigenverantwortung von gemeinsamen Aufgaben aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur (Bildung), Freizeitgestaltung (Tourismus) und Landwirtschaft.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Sontra verfügt über einen mittelalterlichen Stadtkern mit zahlreichen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern. Das Sontraer Rathaus stammt aus dem Jahre 1668. Über dem Stadtteil Wichmannshausen befindet sich die Burgruine der Boyneburg, sie gehört noch immer zum Besitz der Familie von Boyneburg.

Evangelische Stadtkirche St. Marien[Bearbeiten]

Die Sontraer Kirche war zunächst nach ihrem ersten Schutzpatron, dem Heiligen Georg benannt, heißt aber heute St.-Marien-Kirche. Sie wurde erstmals 1483 bis 1493 von Grund auf erneuert,[7] dabei wurde die dem Bautyp einer gotischen Hallenkirche entsprechende Kirche auch im Grundriss verändert, bei diesem Umbau wurde das nördliche Seitenschiff entfernt, somit besitzt die Kirche nun einen asymmetrischen Grundriss. Das Langhaus besteht aus drei Gewölbejochen, der Chor besitzt zwei Joche. Das Äußere der Kirche macht mit dem sorgfältig bearbeiteten roten Sandsteinquaderwerk und dem mächtigen Dach einen sehr gediegenen Eindruck. Bei den Zugängen ist besonders das große Spitzbogenportal der Nordseite beachtenswert. Der Innenraum, in dem die nachmittelalterlichen Einbauten stark zurücktreten, wirkt weit und offen; zugleich auch hell und festlich. Die Ausmalung von 1934 orientiert sich an der Farbfassung der 1568 wiederhergestellte Ausmalung. Haupt- und Nebenschiff werden durch kräftige Rundpfeiler getrennt, auf denen weit gespannte Arkadenbögen ruhen. Der Chor wird durch die sechs großen Spitzbogenfenster mit dem vielgestaltigen Maßwerk erhellt. Seit 2003 schmücken drei Chorfenster mit dem Trinitätsthema des Londoner Künstlers Graham Jones die drei Chorfenster.[8]

Die Kirche wurde 1558 Opfer eines Großbrandes in der Sontraer Altstadt, dabei wurden auch die im Turm aufgehängten Glocken zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Kirche wurde der Kirchturm mit einer markanten Turmspitze versehen, diese stürzte aber bei einem Sturm am 27. Juli 1598 in die Tiefe.

Johann Adam Gundermann aus Wommen gilt als der Erbauer der Sontraer Orgel, er war ein talentierter Schüler des Stader Orgelbaumeisters Arp Schnitger. Gundermann stand noch am Anfang seiner Laufbahn, als er am 22. August 1711, erst 33-jährig in Sontra verstarb. Nach einer späteren Erweiterung verfügte die Orgel über 18 Register Gundermanns und fünf Register des Pedals. Sie galt als die klanglich beste Orgel in weitem Umkreis in ganz Kurhessen (außerhalb von Kassel).[9]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

In der Nähe des Heinrich-Schneider-Stadion am Quesselsberg befindet sich in einem Hanggelände der historische Jüdische Friedhof von Sontra mit einem Restbestand von etwa 150 Grabdenkmälern.

Museen[Bearbeiten]

  • Museum im alten Boyneburger Schloss im Stadtteil Wichmannshausen
  • Bergbau-Museum (Kupferschiefer-Bergbau) im Kellergewölbe des Historischen Rathauses von Sontra
  • Steinmühlen-Museum in Sontra

Sport[Bearbeiten]

Breitensport wird in der Stadt vom TV Sontra 1861 e. V. in mehreren Abteilungen betrieben. Der ortsansässige Fußballverein ist die SG Sontra 1919 e. V., der im Jahr 2010 in der Kreisoberliga Werra-Meißner spielt. Weitere Sportarten können im Freizeit- und Erlebnisbad (Freibad) mit Riesenrutsche, einem Minigolfplatz und einem Kegelzentrum betrieben werden.

In der Stadt gibt es zwei Schützenvereine, die Schützengilde Sontra und den Sportschützenverein 1958 Sontra e. V. Auf dem Dornberg bei Sontra betreibt der Mittelhessischen Verein für Flugsport e. V. Sontra/Bebra das Segelfluggelände Dornberg-Sontra.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Autobahnanschluss besteht über die Bundesautobahn 4 (Abfahrt Wommen/Sontra). Durch die Stadt führen die B 27 und die B 7. Durch die Stadtteile Krauthausen, Breitau und Ulfen führt B 400.

Die A 44, die um die Stadtteile herum führen wird, ist in Planung bzw. im Bau.

ReKo 41 bei der Einfahrt im Bahnhof

Sontra hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Göttingen–Bebra.

Durch seine Lage zwischen drei flachen und waldreichen Mittelgebirgen, dem Stölzinger Gebirge, dem Richelsdorfer Gebirge und dem Ringgau, gibt es ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen. Hier sind insbesondere der Hessische Radfernweg R5, der Barbarossaweg und der Europäische Fernwanderweg E6 zu nennen. Seit 2007 gibt es den Wetterlehrpfad-Nordhessen, ein regionaler Lehrpfad rund um den Ortsteil Wichmannshausen.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Jahre 1962 wurde die Husarenkaserne errichtet. Hier waren das Panzeraufklärungsbataillon 5 und die Panzerjägerkompanie 140 stationiert. Die Liegenschaft mit – am Ende – 780 Dienstposten wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2008 aufgelöst.

Bildung[Bearbeiten]

In Sontra gibt es die Adam von Trott-Schule (Gesamtschule), zwei Grundschulen und die Barbaraschule (Schule für Lernhilfe).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Fritz Rappe (1907–2003) war von 1937 bis 1974 Stadtpfarrer in Sontra und wurde anlässlich seiner Emeritierung zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Diese Übersicht (nach Geburtsdatum sortiert) enthält sowohl bedeutende, in Sontra geborene Persönlichkeiten als auch Personen die in Sontra wirkten, jedoch nicht hier geboren sind.

  • Kurt Reuber (1906–1944) war im Stadtteil Wichmannshausen von 1933 bis 1938 evangelischer Pfarrer. Von ihm stammt die berühmte Stalingradmadonna, die er zu Weihnachten 1942 anfertigte.
  • Karl Weyrich (1884–1973) war ab 1934 Sontraer Bürgermeister und nach seiner Pensionierung 1945 noch ehrenamtlich um die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt bemüht.
  • Harry Haffner (1900–1969), der NS-Jurist und letzte Präsident des Volksgerichtshofes, lebte ab 1946 weitgehend unbehelligt und unter dem falschen Namen 'Heinrich Hartmann' in Sontra.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Lorenz Collmann: Geschichte der alten Bergstadt Sontra in Niederhessen. Kassel 1863. (Digitalisat)
  • Jürgen Raabe: Zwangsarbeit bei der Kurhessischen Kupferschieferbergbau Sontra 1940–1945: Erkundungen, Studien u. Dokumente. Kassel 1986, ISBN 3-88122-340-1.
  • Ilse Gromes: Sontra im 30jährigen Krieg. (Beiträge zur Geschichte der Stadt Sontra, Heft 8). Sontra 1989, OCLC 180489467.
  • Thomas Schröder: Stadtführer Sontra mit Nentershausen und Cornberg. Verlag der Buchhandlung Oertel, 2013, ISBN 978-3-939464-24-2, S. 89 + Stichwortverzeichnis.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sontra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Max.- / Min-Temperaturen von MSN Weather – Bad Hersfeld, DEU
  3. Monatsdurchnittstemperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden (Normalperiode 1961–1990) Daten vom DWD (Sonnenstunden jeweils durch 30 gemittelt)
  4. Alfred Schulze: Der Ringgau und Sontra. In: Das Werraland. Heft 3, Eschwege 1967, S. 39–41.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389 und 406.
  6. Wahlergebnis auf hsl.de
  7.  Dorothea Schäfers: Sankt Marien – die Stadtpfarrkirche von Sontra. In: Werratalverein Eschwege e. V. (Hrsg.): Das Werraland. Heft 3, Eschwege 1976, S. 36.
  8. GJP (Götz J. Pfeiffer): Chorfenster von Graham Jones, in: Mut zum Gestalten. Kunstförderung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, 2013, S. 42–43.
  9.  Dieter Großmann: Die Stadtkirche St. Georg in Sontra. In: Werratalverein Eschwege e. V. (Hrsg.): Das Werraland. Heft 2, Eschwege 1957, S. 22–24.