VW Tiguan

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Volkswagen
VW Tiguan Sport & Style (2007–2011)

VW Tiguan Sport & Style (2007–2011)

Tiguan
Produktionszeitraum: seit 2007
Klasse: SUV
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
(90–155 kW)
Dieselmotoren:
2,0 Liter
(81–130 kW)
Länge: 4426–4457 mm
Breite: 1809 mm
Höhe: 1686–1703 mm
Radstand: 2604 mm
Leergewicht: 1501–1695 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der VW Tiguan ist ein Fahrzeugmodell der Marke Volkswagen im Marktsegment der Sport Utility Vehicles, das seit Sommer 2007 verkauft wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfang Dezember 2006 präsentierte Volkswagen auf der Los Angeles Motorshow eine Konzeptstudie für ein Kompakt-SUV, die bereits große Übereinstimmungen mit dem späteren Tiguan aufwies. Die offizielle Vorstellung der Serienversion erfolgte auf der IAA 2007 in Frankfurt am Main.

Das Fahrzeug übernimmt größtenteils Module der Modellreihen VW Golf und VW Passat, darunter den bekannten 4MOTION-Allradantrieb mit Haldex-Kupplung und die selbstlenkende Einparkhilfe. Optisch ist der Tiguan an den VW Touareg angelehnt, Innenausstattung und Abmessungen orientieren sich am VW Golf Plus. Das Kofferraumvolumen beträgt zwischen 360 (mit Ladeboden und Notlaufrad) bzw. 470 (ohne Cargomanagement und ohne Reserverad) und 1510 Liter (ohne Reserverad mit umgeklappten Rücksitzen).

Angeboten wird der Tiguan in den drei Ausstattungsvarianten Trend & Fun, Sport & Style und Track & Field. Die beiden erstgenannten wurden für den Straßeneinsatz konzipiert, die Variante Track & Field auch für einen Einsatz in leichtem Gelände. Letztere hebt sich optisch durch einen anders ausgeführten Frontstoßfänger von den beiden anderen ab (dieser ermöglicht einen Böschungswinkel von 28° gegenüber nur 18° bei den Varianten Trend & Fun und Sport & Style); die drei Varianten haben verschieden umfangreiche Serienausstattungen.

In China wird der Tiguan seit 2010 als Langversion angeboten. Der Radstand ist um 8 cm auf 4,54 m verlängert. Ein Verkauf in Europa ist (Stand 2010) nicht geplant.[1]

Öffentliches Interesse am Tiguan weckten auch die langen Verhandlungen zwischen dem VW-Management und der Gewerkschaft IG Metall; letztere wollte die ursprünglich geplante Produktion in Palmela (Portugal) bei der VW-Tochtergesellschaft VW Autoeuropa Ltda. verhindern. Am 27. September 2005 wurde bekanntgegeben, dass der Tiguan von der Unternehmenstochter Auto 5000 GmbH im Stammwerk Wolfsburg gebaut werden soll.[2] Geplant war die Fertigung von bis zu 130.000 Einheiten pro Jahr. Anfangs traten das Topmodel Heidi Klum und ihr damaliger Ehemann Seal in Werbespots für den Tiguan auf.

Namensfindung[Bearbeiten]

In den Medien kursierte lange der Name „VW Marrakesh“. Der Name war von einer Zeitung, angelehnt an eine frühere VW-Studie, eingeführt worden und wurde von vielen anderen Medien übernommen. Die Marketingabteilung von Volkswagen versuchte wochenlang vergeblich, den Gebrauch dieses falschen Namens zu stoppen. Die offizielle Bezeichnung bei Volkswagen lautete zu diesem Zeitpunkt schlicht „kompakter Geländewagen“ oder „Kompakt-SUV“; sein Name sollte erst kurz vor der Markteinführung bekannt gegeben werden.

Das aus den Begriffen Tiger und Leguan zusammengesetzte Kunstwort „Tiguan“ entstand aus einer Umfrage in der Zeitschrift Auto Bild,[3] deren Leser bis zum 15. Juni 2006 über den Namen des zukünftigen Fahrzeugs abstimmen konnten. Dabei setzte sich „Tiguan“ mit 36 Prozent der Stimmen gegen die Alternativen „Nanuk“, „Namib“, „Rockton“ und „Samun“ durch. Die im Vorfeld angekündigten Namen „Marrakesh“ und „Beduin“ wurden verworfen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[4] Crashtest-Stern 5.svg

Im Euro-NCAP-Crashtest erreichte der Tiguan fünf von fünf möglichen Sternen im Insassenschutz, bei der Kindersicherheit kam er auf vier Sterne und beim Fußgängerschutz lediglich auf SUV-typische zwei von vier Sternen.[4]

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Juli 2011 wurde der Tiguan überarbeitet. Äußerliche Unterschiede sind die weniger geschwungenen Scheinwerfer, die geänderte Front- und Heckschürzen sowie modifizierte Heckleuchten.

Technische Neuerungen betraf die beide Benzinmotoren:

Der Anfang 2011 eingestellte 1,4 TSI mit 110 kW (150 PS) wurde zum Facelift durch einen Motor mit 118 kW (160 PS) abgelöst.

Der 2,0 TSI mit 147 kW (200 PS) erhielt im Rahmen des Facelifts einen sparsameren Motor mit 155 kW (210 PS).

Ein halbes Jahr vor der Modellpflege wurde die kleine 2,0 TSI-Version mit 125 kW (170 PS) gestrichen. Die Nachfolge trat ein hubraumgleicher Motor mit 132 kW (180 PS) an.

Zudem kam eine vierte Ausstattungsvariante Track & Style hinzu, welche die Mehrausstattungen von Sport & Style auf Track & Field überträgt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Die interne Bezeichnung des Tiguan bei Volkswagen lautet „Typ 5N“. Als Motorisierungen werden vier Ottomotoren von 90 bis 147 kW (122–200 PS) und drei Dieselmotoren von 81 bis 125 kW (110–170 PS) Leistung angeboten. Komplette Neuentwicklungen sind dabei die 2,0-Liter-TDI-Motoren mit Common-Rail-Einspritzung, die serienmäßig mit Partikelfilter ausgestattet sind und seit April 2009 ab Werk die Euro-5-Abgasnorm erfüllen. Für zuvor verkaufte Fahrzeuge, die ebenfalls die erforderlichen Abgasgrenzwerte unterschritten, aber vor Inkrafttreten der Euro-5-Norm ausgeliefert wurden, bietet Volkswagen eine Aktualisierung der Motorsteuersoftware an; danach können diese auf die Euro-5-Norm umgeschrieben werden.[5] Einstiegsmotorisierung bei den Benzinmotoren ist ein 1,4-Liter-TSI-Motor mit 90 kW (122 PS) Leistung, bei den Dieselmotoren ein 2,0-Liter-TDI-Motor mit 81 kW (110 PS).

Bei seiner Markteinführung war der Tiguan zunächst ausschließlich mit dem Allradantrieb „4MOTION“ erhältlich. Inzwischen können Modelle mit dem 1,4-Liter-TSI-Motor mit 110 kW Leistung und dem 2,0-Liter-TDI-Motor mit 81 kW mit Vorderradantrieb geordert werden. Der 103-kW-Dieselmotor und die beiden 125-kW- und 147-kW-Ottomotoren sind wahlweise mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (bis Juni 2010 mit 6-Gang-Wandler-Automatikgetriebe) erhältlich.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2009: Top Safety Pick 2010[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AutoBild.de (14. Juni 2010): VW Tiguan LWB in China Abgerufen am: 16. Juni 2010
  2. Spiegel Online: VW baut Golf-Geländewagen in Wolfsburg
  3. Auto Bild: Vorschau VW Tiguan
  4. a b Auto, Motor und Sport, Heft 22/2007, Seite 16, „Euro NCAP-Crashtest“
  5. VW Tiguan TDI erfüllt Euro 5: Kostenlose Software-Aktualisierung und Umschreibung. auto motor sport, 18. März 2009, abgerufen am 5. August 2010.
  6. http://www.autobild.de/artikel/die-sichersten-us-autos-2010_1012142.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkswagen Tiguan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien