VW Golf Variant

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Volkswagen Golf Variant
Produktionszeitraum: seit 1993
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Kombi
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der VW Golf Variant ist ein Kombi-Modell des Unternehmens Volkswagen. Dieses Fahrzeug gibt es bis jetzt in fünf Generationen (Golf III Variant, Golf IV Variant bzw. Bora Variant, Golf V Variant, Golf VI Variant und Golf VII Variant), die jeweils auf der Plattform der Schräghecklimousine VW Golf der entsprechenden Generation basieren.

Golf III Variant[Bearbeiten]

1. Generation
VW Golf III Variant (1993–1995)

VW Golf III Variant (1993–1995)

Produktionszeitraum: 1993–1999
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,9 Liter
(40–140 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(47–81 kW)
Länge: 4340 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1430 mm
Radstand: 2475 mm
Leergewicht: 1160–1455 kg

Auf den ersten Golf Variant (Typbezeichnungen: zunächst 1HXO, später 1H für die PKW und 1HXOF für die Lkw-Version) musste sich die Kundschaft lange gedulden. Von der Unternehmensleitung wurde er oft als Konkurrent des damals noch nicht so großen VW Passat Variant angesehen. Dieser rangierte der Größe nach in den Baureihen Passat B1 und B2 zwischen Opel Kadett Caravan und Opel Rekord E (ab 1986: Omega) Caravan.

Der Mitte 1988 erschienene VW Passat B3 wies jedoch eine ausgezeichnete Raumausnutzung auf, so dass er platzmäßig fast auf den Omega Caravan aufschloss. Somit bot sich eine zusätzliche Marktnische für einen kleineren Kombi.

Diese Lücke wurde im September 1993 mit Erscheinen des Golf III Variant geschlossen. Sehr erfolgreich, denn der „Golf mit Happy-End“ (Werbe-Slogan) war bald ein großer Renner im Golf-Programm. Die bis dahin marktführenden Caravan-Modelle Opel Kadett-/Opel Astra hatten nun eine starke Konkurrenz. Durch die Kombination mit den etwa zeitgleich eingeführten TDI-Motoren im Jahre 1993 ergaben sich für den Golf Variant bald lange Lieferfristen. Bis heute ist diese Kombination ein sehr beliebter Dienstwagen.

VW Golf III Variant (1995–1999)

Im Herbst 1995 wurde ein leichtes Facelift durchgeführt. Merkmale waren ganzflächig in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger und abgerundete seitliche Blinkleuchten in den vorderen Kotflügeln. Airbags gehörten zur Serienausstattung und ein neuer SDI-Motor mit 1,9 Litern Hubraum mit 47 kW (64 PS) und direkter Einspritzung kam hinzu.

Durch die etwas spätere Einführung wurde er nach der Einführung der Golf IV Limousine im Herbst 1997 weiter gebaut. Die Produktion wurde jedoch zu diesem Zeitpunkt von Wolfsburg in das 200 km westlich gelegene Osnabrück zum Unternehmen Karmann verlagert. Dort lief die Produktion dann noch zwei Jahre bis zum Frühjahr 1999 hinein.

Den Golf Variant gab es mit allen bekannten Golf-III-Motoren von 60 bis 190 PS, mit Ausnahme der Benziner 1.6 (75 PS), 2.0 16V GTI (150 PS) und 2.8 VR6 (174 PS). Dafür wurde der 16 PS stärkere 2,9 l als Allrad angeboten. Auf der Dieselseite waren anfangs noch die alten Wirbelkammer-Motoren mit 64 und 75 PS (TD) zu haben sowie die weit verbreiteten TDI der ersten Generation mit Verteilerpumpe (90 und 110 PS).

Es gab darüber hinaus zahlreiche Sondermodelle: Bon Jovi, Rolling Stones, Pink Floyd, Joker, Europe, Family, etc. Zum Ende der Laufzeit gab es auch das Sondermodell yachting mit speziellem Frontspoiler und Heckansatz. Ebenso wurde der Variant als Syncro angeboten. In Verbindung mit den Benzinmotoren mit 90 PS, 115 PS und 190 PS, wie auch mit dem Dieselmotor mit 90 PS, deckte der Golf Variant somit auch den Allradsektor ab.

Technische Daten[Bearbeiten]

Golf IV Variant[Bearbeiten]

2. Generation
VW Golf IV Variant (1999–2006)

VW Golf IV Variant (1999–2006)

Produktionszeitraum: 1999–2006
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
(55–85 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(50–96 kW)
Länge: 4397 mm
Breite: 1735 mm
Höhe: 1473–1485 mm
Radstand: 2515 mm
Leergewicht: 1304–1538 kg

Die zweite Generation (1J5) wurde von April 1999 bis Juni 2006 hergestellt. Er basiert technisch auf der Golf IV Limousine, von der auch die Motorenpalette stammt, deren Leistungsspektrum bei den Ottomotoren von 55 kW (75 PS) beim 1,4-Liter-Vierzylinder bis zu 85 kW (115 PS) im 2,0-Liter und bei den Dieseln von 50 kW (68 PS) beim 1,9 SDI bis zu 96 kW (130 PS) beim 1,9 TDI PD reicht. In Ländern, in denen der Bora Variant nicht vertrieben wurde (z.B. Dänemark, Schweden und Norwegen), bot VW den Golf Variant auch mit der stärkeren Benziner-Motorisierungen ab 110 kW (150 PS) an.

Auch vom Golf IV Variant gab es zahlreiche Sondermodelle (zum Beispiel Edition, Champ, Pacific, Ocean, Special, GT Sport, Sport Edition). Die letzten Exemplare verließen das Werk in Wolfsburg im Juni 2006.

Technische Daten[Bearbeiten]

Bora Variant[Bearbeiten]

1. Generation
VW Bora Variant (1999–2004)

VW Bora Variant (1999–2004)

Produktionszeitraum: 1999–2004
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,8 Liter
(74–150 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(74–110 kW)
Länge: 4409 mm
Breite: 1735 mm
Höhe: 1473–1485 mm
Radstand: 2515 mm
Leergewicht: 1344–1503 kg

Der Bora Variant (Typ 1J6) wurde von April 1999 bis Dezember 2004 als eine luxuriöser ausgestattete Variante des Golf IV Variant verkauft. Sie unterscheidet sich vom Golf IV Variant lediglich durch eine geänderte Frontpartie, eine umfangreichere Ausstattung sowie eine etwas andere Motorenpalette. Hier waren die jeweils stärksten Motoren (Benziner ab 110 kW (150 PS) und TDI mit 110 kW (150 PS)) dem Bora vorbehalten, während die schwächeren Benziner und Diesel mit unter 74 kW (100 PS) nur für den Golf verfügbar waren.

Die Strategie, den Bora Variant so als „Edelkombi“ zu etablieren und damit teurer verkaufen zu können, ist jedoch nicht aufgegangen. Das Modell entpuppte sich als regelrechter Flop.

Der Bora Variant wurde als Jetta Wagon auch in den USA vertrieben.

Technische Daten[Bearbeiten]

Golf V Variant[Bearbeiten]

3. Generation
VW Golf V Variant (2007–2009)

VW Golf V Variant (2007–2009)

Produktionszeitraum: 2007–2009
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
(59–147 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,0 Liter
(77–103 kW)
Länge: 4556 mm
Breite: 1781 mm
Höhe: 1505 mm
Radstand: 2578 mm
Leergewicht: 1255–1414 kg

Der Golf V Variant war durch die Einführung des Golf Plus zunächst keine beschlossene Sache. Die Kombivariante wurde dann jedoch durch den damaligen Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder umgesetzt.

Das nun auf dem Design des VW Jetta V basierende Fahrzeug wurde auf dem 77. Genfer Auto-Salon im März 2007 vorgestellt und wurde wie dieser in Mexiko produziert. Die Auslieferung erfolgte ab Juni 2007, fast vier Jahre nach der Modelleinführung der Golf V Limousine.

Nach nur zwei Jahren wurde er im Mai 2009 zum Golf VI.


Technische Daten[Bearbeiten]

Golf VI Variant[Bearbeiten]

4. Generation
VW Golf VI Variant (2009–2013)

VW Golf VI Variant (2009–2013)

Produktionszeitraum: 2009–2013
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,6 Liter
(59–118 kW)
Dieselmotoren:
1,6–2,0 Liter
(66–103 kW)
Länge: 4534 mm
Breite: 1781 mm
Höhe: 1504 mm
Radstand: 2578 mm
Leergewicht: 1231–1471 kg

Der Golf VI Variant war ab Mitte Mai 2009 erhältlich und nutzte wie der Golf VI die Plattform PQ35, auf der bereits der Golf V (Limousine und Variant) basierte.

Das vom Design her noch an den VW Jetta V angelehnte Vorgängermodell wurde technisch und optisch an den neuen Golf VI angepasst. Die optischen Anpassungen betrafen vor allem die Front und das Armaturenbrett, während das Heck fast unberührt blieb. Auch die TSI-Motoren wurden vom Golf VI übernommen. Die Produktion erfolgte wie bisher in Mexiko.

Im April 2013[2] endete die Produktion des Golf VI Variant. Der Nachfolger kam im Sommer 2013 auf den Markt.

In Argentinien wird der Golf IV Variant als VW Vento Variant vermarktet. Der Golf VI Variant wird als Jetta SportWagen auch in den USA vertrieben.

Technische Daten[Bearbeiten]

Golf VII Variant[Bearbeiten]

5. Generation
VW Golf VII Variant (seit 2013)

VW Golf VII Variant (seit 2013)

Produktionszeitraum: seit 2013
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,4 Liter
(63–103 kW)
Dieselmotoren:
1,6–2,0 Liter
(66–110 kW)
Länge: 4562 mm
Breite: 1799 mm
Höhe: 1481 mm
Radstand: 2635 mm
Leergewicht: 1285–1528 kg

Die fünfte Ausführung des Variant ist im August 2013 auf den Markt gekommen und nutzt die Plattform des VW Golf VII.

Nachdem der Vorgänger lediglich eine Weiterentwicklung des Golf V darstellte, wurde mit dem Golf VII ein komplett neues Fahrzeug auf die Räder gestellt. Auch die Motorenpalette wurde modernisiert.

Technische Daten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • VW Golf III Betriebsanleitung, dänisch 09.1993
  • VW Golf III Betriebsanleitung, dänisch 07.1996
  • VW Golf IV Bordbuch, Heft 3.3 „Technische Daten“, deutsch 05.1999
  • VW Golf IV Bordbuch, Heft 3.3 „Tekniske data“, dänisch 05.2001
  • VW Golf IV Bordbuch, Heft 3.3 „Technische Daten“, deutsch 05.2002
  • VW Bora Bordbuch, Heft 3.3 „Tekniske data“, dänisch 05.1999
  • VW Bora Bordbuch, Heft 3.3 „Technical Data“, englisch 05.2002
  • VW Golf IV Variant 2.0 BiFuel Zusatzanleitung, deutsch 12.2004
  • VW Golf V Variant/Jetta Bordbuch, Heft 3.3 „Technische Daten“, deutsch 05.2007
  • VW Golf V Variant/Jetta Nachtrag, deutsch 06.2007
  • VW Golf V Variant/Jetta Nachtrag, deutsch 11.2007
  • VW Golf V Variant/Jetta Nachtrag, deutsch 12.2008
  • Der neue Golf Variant Technik und Preise, Modelljahr 2014
  • Den nye Golf Variant, Oktober 2013 (dänisch)
  • Automobil Revue, Katalog 2003, ISBN 3-905386-03-8 (deutsch und französisch)

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VW Golf Variant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Liste der nicht E10-geeigneten Volkswagen-PKW-Modelle
  2. VW Golf VI (Typ 1K) Daten am autobild.de, abgerufen am 20. April 2014