VW Golf Cabriolet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Volkswagen Golf Cabriolet
Hersteller: Volkswagenwerk AG, ab 1985:
Volkswagen AG
Produktionszeitraum: 1979–2002; seit 2011
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Cabriolet, zweitürig
Vorgängermodell: VW Käfer Cabrio
Nachfolgemodell:

Als Golf Cabrio werden mehrere Fahrzeugmodelle des Automobilherstellers Volkswagen bezeichnet. Ab März 1979 wurde das erste Modell auf der technischen Basis des Golf I hergestellt, es folgten Modelle auf Basis des Golf III und Golf VI. Vom Golf I Cabrio wurden bis August 1993 389.000 Wagen hergestellt; von Juli 1993 bis Mai 1998 wurde das Nachfolgemodell auf Basis des Golf III 171.000-mal produziert.[1] Im Juni 1998 gab es eine Facelift-Version des Golf III Cabrio.

Alle Golf-Cabrio-Generationen stellte die Firma Karmann in Osnabrück her, die auch an der Entwicklung des offenen Golfs beteiligt war und noch bis Januar 1980 das Vorgängermodell Käfer Cabrio produzierte. Einzelne Fahrzeuge der Baureihen Golf III und Golf IV Cabrio produzierte auch Volkswagen de Mexico in ihrem Werk Puebla.

Das Golf Cabrio war von Frühjahr 1979 bis zu seiner Produktionseinstellung Anfang 2002 stets eines der beliebtesten offenen Fahrzeuge auf dem deutschen und österreichischen Markt.

Im Juni 2011 brachte Volkswagen ein neues Golf Cabriolet auf Basis des Golf VI auf den Markt, das im März 2011 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt wurde.[2]

Inhaltsverzeichnis

Einführung des Überrollbügels [Bearbeiten]

Das Golf Cabrio war das erste offene Fahrzeug mit einem festen Überrollbügel. In den 70er Jahren begann in den USA eine Diskussion bezüglich Fahrzeugsicherheit. Demnach war Cabriofahren außerordentlich „unsicher“, da die Fahrzeuge wenig Widerstand bzw. Schutz bei Seitenkollision und Unfällen mit Überschlag boten. Aus diesem Grund führte VW beim offenen Golf den Überrollbügel ein.

VW Golf Cabrio GL (1980)

Der neue Wagen kam anfangs bei der Käfer-gewohnten Kundschaft nicht gut an und wurde besonders in roter Lackierung mit dem neuen Überrollbügel etwas abwertend als „Erdbeerkörbchen“ bezeichnet.[3] Kritisch an dem neuen VW-Modell wurde gesehen, dass das „Offenfahrgefühl“ durch die nicht völlig versenkbaren hinteren Seitenscheiben und den Bügel eingeschränkt wird. Vorteilhaft ist jedoch, dass die vorderen Sicherheitsgurte (das viersitzige Auto hat auf den beiden hinteren Plätzen nur Beckengurte) am Bügel einen höheren oberen Anlenkpunkt haben und durch ihn die Sicherheit bei Unfällen mit Überschlag und die Torsionssteifigkeit der Karosserie erhöht ist.

Nach dem Golf Cabrio bauten auch viele weitere Automobilhersteller bei ihren Cabrios Überrollbügel ein. Einige Beispiele sind das Ford Escort Cabrio (1983), das Peugeot 205 Cabrio (1986) und das Opel Kadett Cabrio (1987).

Selbst in der letzten Generation bis 2002 war der Überrollbügel noch beim Golf Cabrio zu finden. Heute (2013) ist er fast ausgestorben, da viele Cabrios automatisch aufklappende Stützen als Überrollschutz besitzen. Auch das seit März 2011 gebaute Golf Cabriolet auf Basis des Golf VI hat keinen festen Überrollbügel.

Persenning [Bearbeiten]

Beim Golf I Cabrio ist bei geöffnetem Dach die Verwendung der mitgelieferten Persenning vorgeschrieben; vor allem zum Schutz von Passanten bei eventuellen Unfällen vor den offenliegenden und scharfkantigen Metallgelenken. Beim ersten Modell bis August 1981 – ab da lag das geöffnete Dach 10 cm tiefer – baute das Verdeck sehr hoch auf, dass bei schlechter Wegstrecke die Gefahr des Schwingens gegeben war und die Verriegelung ausgelöst wurde. Der Fahrtwind bewegte dann das entriegelte Verdeck nach oben. Bei der darauffolgenden Generation (Golf III und IV) ist das Verdeck tiefer angebracht, was auch eine bessere Sicht nach hinten ermöglicht. Die Persenning ist nicht zwingend erforderlich, wurde jedoch beim Golf III/IV mitgeliefert, um Verschmutzungen des Himmels zu vermeiden.

Modellgeschichte [Bearbeiten]

Das Golf I Cabrio wurde ab März 1979 mit zwei Motorisierungen als Cabrio GLS mit 1,5 Liter Hubraum und 70 PS sowie Cabrio GLi mit 1,6 Liter und 110 PS angeboten. Nach der Produktionseinstellung des Käfer Cabrio Anfang 1980 wurde der offene Golf zum Verkaufsschlager. Nachdem die Absatzzahlen für Cabrios in den 1980er-Jahren stetig anstiegen und das Golf Cabrio auch in zahlreichen TV-Serien erschien (Schwarzwaldklinik, Remington Steele), erreichte das Fahrzeug einen gewissen Kultstatus und ist heute (2008) ein gesuchter Youngtimer.

Die Produktion des ersten Golf Cabrios wurde auch fortgesetzt, nachdem der Golf I im August 1983 durch den VW Golf II abgelöst worden war.

Mit dem von VW als „Rundum-Spoilersatz" bezeichneten Facelift gab es im Mai 1987 eine Anpassung der Optik an den damaligen Zeitgeschmack. Dabei wurde der Kühlergrill grober verrippt und der Wagen erhielt durch größere Kunststoffstoßfänger mit angesetzten Radläufen und Schwellerverbreiterungen eine breitere, bulligere Form. Viele ältere Wagen wurden daraufhin auf die neue Optik umgerüstet. Die Motorenpalette entsprach während der gesamten Bauzeit im Allgemeinen den jeweils aktuellen Ottomotoren aus dem Golf.

Die Golf I Cabrios ab 1992 gab es auf Wunsch mit Fahrer-Airbag zu kaufen, wodurch es zum ersten VW wurde, bei dem ein Airbag erhältlich war. Entgegen häufiger Annahme gab es das Golf I Cabrio niemals mit einem Antiblockiersystem (ABS).

Im letzten Modelljahr 1993 wurde der Wagen nur noch mit dem 1,8-Liter-Motor mit einer Leistung von 72 kW (98 PS) und geregeltem Katalysator angeboten. Dieser Motor erfüllte die Abgasnorm Euro 1.

Viele Sondermodelle kamen heraus: Quartett, Bel Air, Young Line, Fashion Line, Classic Line, Toscana, Sportline, Acapulco, Genesis und Etienne Aigner.

Auch vom im Sommer 1993 erschienenen Golf III Cabrio gab es diverse Sondermodelle: Pink Floyd, Rolling Stones, Bon Jovi, Joker, Highline, Classic Edition.

Das Golf III Cabrio war 1995 einer der wenigen offenen Wagen, welcher auch mit einem Dieselmotor (TDI) lieferbar war.

Im Sommer 1998 kam das Golf IV Cabrio heraus. Die Veränderungen beschränkten sich jedoch auf veränderte Front- und Heckpartie sowie einige Details im Innenraum wie z. B. blau/rot Armaturenbeleuchtung und neue Oberflächen. Es handelte sich also prinzipiell lediglich um ein Facelift des Golf III Cabrio.

Logos Sondermodelle [Bearbeiten]

Technische Daten [Bearbeiten]

Golf I Cabrio (August 1988) [Bearbeiten]

Golf III/IV Cabriolet (1993 bis 2002) [Bearbeiten]

Modell Hubraum
cm³
Max. Leistung
kW (PS)
bei min-1
Max. Drehmoment
Nm
bei min-1
Motorkennbuchstabe Bauzeit
Ottomotoren
1.6 1595 74 (100) / 5800 135 / 4400 AEK 1994–1995
1.6 1595 74 (100) / 5800 140 / 3500 AFT / AKS 1995–2000
1.8 1781 55 (75) / 5000 140 / 2500 AAM / ANN 1993–2000
1.8 1781 66 (90) / 5500 145 / 2500 ABS / ADZ / ANP 1993–2000
2.0 1984 85 (115) / 5400 166 / 3200 2E / ADY 1993–1995
2.0 1984 85 (115) / 5400 166 / 2600 AGG / AKR 1995–2000
2.0 1984 85 (115) / 5400 165 / 3200 AWG / AWF / ATU 2000–2002
Dieselmotoren
1.9 TDI (VEP) 1896 66 (90) / 4000 202 / 1900 1Z / AHU 1995–1998
1.9 TDI (VEP) 1896 66 (90) / 3750 210 / 1900 ALE 1998–2002
1.9 TDI (VEP) 1896 81 (110) / 4150 235 / 1900 AFN / AVG 1996–2000

Golf VI Cabriolet (seit 2011) [Bearbeiten]

1.2 TSI 1.4 TSI 1.6 TDI 2.0 TDI
Bauzeitraum seit 06/2011
Motorkenndaten
Motortyp R4-Ottomotor R4-Dieselmotor
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung
Motoraufladung Turbolader
Hubraum 1197 cm³ 1390 cm³ 1598 cm³ 1968 cm³
max. Leistung 77 kW (105 PS) bei 5000/min 90 kW (122 PS) bei 5000/min 118 kW (160 PS) bei 5800/min 77 kW (105 PS) bei 4400/min 103 kW (140 PS) bei 4200/min
max. Drehmoment 175 Nm bei 1550-4100/min 200 Nm bei 1500–4000/min 240 Nm bei 1500-4500/min 250 Nm bei 1500–2500/min 320 Nm bei 1750-2500/min
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig 6-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional - 7-Gang-DSG - 6-Gang-DSG
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h 197 km/h 216 km/h 188 km/h 207 km/h [205 km/h]
Beschleunigung, 0–100 km/h 11,7 s 10,5 s 8,4 s 12,1 s 9,9 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 5,9 l Super 6,4 l Super [6,3 l Super] 4,8 l Diesel 4,5 l Diesel [5,1 l Diesel]
CO2-Emission (kombiniert) 139 g/km 149 g/km [147 g/km] 150 g/km [148 g/km] 125 g/km 119 g/km [134 g/km]
Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 5
Modell Hubraum
cm³
Max. Leistung
kW (PS)
bei min-1
Max. Drehmoment
Nm
bei min-1
Motorkennbuchstabe Bauzeit
Ottomotoren
1.2 TSI 1197 77 (105) / 5000 175 / 1550–4100 CBZB seit 06/2011
1.4 TSI 1390 90 (122) / 5000 200 / 1500–4000 CAXA seit 10/2011
1.4 TSI 1390 118 (160) / 5800 240 / 1500–4500 CAVD seit 06/2011
2.0 TSI (GTI) 1984 155 (210) / 5300–6200 280 / 1700–5200 CCZB seit 04/2012
2.0 TSI (R) 1984 195 (265) / 6000 350 / 2500–5000 seit 02/2013
Dieselmotoren
1.6 TDI 1598 77 (105) / 4400 250 / 1500–2500 CAYC seit 06/2011
2.0 TDI BlueMotion Technology 1968 103 (140) / 4200 320 / 1750–2500 CBAB seit 10/2011

Anmerkung: Das rote I im TSI-Schriftzug steht für den 90-kW-Motor und der rote TSI-Schriftzug steht für den 118-kW-Motor.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Auto-Bild Heft 24 vom 18. Juni 1999
  2. [1]
  3. „Das Erdbeerschälchen“ (Spiegel Online am 4. Mai 2011)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: VW Golf Cabriolet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien