Antifaschismus

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Antifaschismus bezeichnet die Gesamtheit der Bewegungen und Ideologien, die sich in Theorie und Praxis gegen jede Erscheinungsform von Faschismus wendet. Die übliche Selbstbezeichnung der Akteure ist „Antifaschist“.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antifaschismus bezieht sich auf die Selbstbezeichnung der von Mussolini begründeten italienischen völkisch-nationalistischen paramilitärischen „Bünde“ Fasci d'Azione (1915) und Fasci di Combattimento (1919) und deren Ideologie und Politik als fascismo. „Faschismus“ bedeutet im ursprünglichen Wortsinn „Bundismus“, trifft keine politisch-inhaltliche Aussage, ist eine politisch neutrale Bezeichnung.[1] Damit steht „Faschisten“ und „Faschismus“ in einem inhaltlichen Gegensatz zu „Nationalsozialisten“ und „Nationalsozialismus“, Selbstbezeichnungen der deutschen und anderer NS-Bewegungen, die nach dem Ersten Weltkrieg und dem politischen Zusammenbruch von 1918/19 in Existenzkrisen der kapitalistischen Ordnung als rechte politische Formationen demagogisch die Vorstellung eines „Antikapitalismus“ und „vermeintlich sozialistischer“ (Heinrich A. Winkler) Programm- und Politikinhalte zu verbreiten versuchten.[2] Verwendet wurde und wird im deutschsprachigen Raum, aber auch in anderen Sprachgebieten „Faschismus“ oft synonym mit „Nationalsozialismus“.

„Faschismus“ war innerhalb des europäischen linken und linksliberalen Lagers die übliche Bezeichnung für die verschiedenen militant nationalistischen Bewegungen und mit der Machtübernahme durch die Fasci di Combattimento in Italien (1922) für die nun aufkommenden nationalistisch-autoritären Regime. 1923 veröffentlichte der Leiter des Parteiarchivs der SPD, Paul Kampffmeyer, eine Schrift „Der Faschismus in Deutschland“.[3] Nach Emil Julius Gumbel, bekannter Anhänger der Friedensbewegung und Mitglied der Deutschen Liga für Menschenrechte, zeigte in den rechtsradikalen „Fememorden“ der 1920er Jahre „der Faschismus sein wahres Gesicht“.[4] Kurt Tucholsky publizierte 1926 in der Weltbühne einen Beitrag, der den „Fascismus in Frankreich“ mit dem in Deutschland verglich.[5] Für Thomas Mann war der „Faschismus“ eine „ethnische Religion“.[6]

Dabei blieb es selbst unter den Bedingungen eines zugespitzten Antikommunismus in den 1950er/60er Jahren. Nach wie vor war es auch im westlichen gesellschafts- und politikwissenschaftlichen Fachdiskurs üblich, das NS-Regime als „faschistisch“ zu bezeichnen. Dafür steht etwa die bis heute als Standardwerk geltende Schrift von Ernst Nolte Die faschistischen Bewegungen. Die Krise des liberalen Systems und die Entwicklung der Faschismen (1966).[7]

Dieser Begrifflichkeit entsprach komplementär „Antifaschismus“ für die Gegnerschaft gegen den „Faschismus“. Darin eingeschlossen war stets der deutsche und sonstige „Nationalsozialismus“. „Antifaschist“ war innerhalb eines pluralen politischen Spektrums die übliche Selbstbezeichnung seiner Gegner.

Im europäischen Raum wurde Antifaschismus innerhalb des linken und republikanischen Politikdiskurses spätestens seit Anfang der 1920er Jahre zum Schlüsselbegriff der Bekämpfung des militanten völkischen Nationalismus:

Nach Nolte tritt der „neue Begriff ‚Antifaschismus‘“ erstmals zu Beginn der 1920er Jahre in Italien auf.[8] Seit 1922 existierte eine „antifaschistische Untergrundpresse“ in Italien.[9] 1925 formulierte der bürgerlich-liberale Philosoph Benedetto Croce ein Manifesto degli intellettuali antifascisti.[10], und der italienische Priester und Politiker des katholischen Partito Popolare Italiano Luigi Sturzo publizierte die Schrift Pensiero antifascista.[11] 1923 wurden von der Komintern und der Roten Gewerkschafts-Internationale eine „Antifaschistische Weltliga“ und ein gleichnamiger Verlag gegründet, der in Berlin und Wien eine deutschsprachige Zeitschrift „Hefte der Antifaschistischen Liga“ sowie die von Rudolf Schlichter herausgegebene Satirezeitschrift „Chronik des Faschismus (Rote Revue)“ publizierte, in der etwa Zeichnungen von George Grosz zu finden waren.[12] Bereits 1924 stellte die Liga ihre Tätigkeit allerdings wieder ein.[13] 1926 schrieb der österreichische Sozialdemokrat Julius Deutsch, Gründer (1923) und Vorsitzender des Republikanischen Schutzbundes, das Buch Antifaschismus! Proletarische Wehrhaftigkeit im Kampfe gegen den Faschismus.[14] Deutsch bezeichnete das deutsche sozialdemokratische „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, eine Stütze des rechten Parteiflügels der SPD,[15] und den österreichischen „Republikanischen Schutzbund“ der SPÖ ebenso als „antifaschistische“ Organisationen wie den „Roten Frontkämpferbund“ der KPD.[16]

Bereits mit ihren Namen zum Antifaschismus als ihrem Hauptthema bekannten sich drei Gründungen der Weimarer KPD: die nach dem Verbot des Roten Frontkämpferbunds (RFB) 1929 entstandene Antifaschistische Junge Garde,[17] eine Jugendorganisation, und die im Mai 1932 entstandene Antifaschistische Aktion, die fließende Übergänge zum Kampfbund gegen den Faschismus hatte.[18]

In der KPD beinhaltete in den 1920er/30er Jahren „Antifaschismus“ über den bloßen Kampf gegen den militanten völkischen Nationalismus hinaus die Vorstellung von der Notwendigkeit grundlegender politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, denn Faschismus habe seine Wurzeln im Kapitalismus. Diesen engen Zusammenhang zwischen Faschismus und Kapitalismus vertraten auch nichtkommunistische Wissenschaftler wie etwa Emil Lederer (1929, 1934),[19] Franz Borkenau, Arthur Rosenberg oder die Theoretiker der Frankfurter Schule mit etwa dem Diktum „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen“ (Max Horkheimer, 1939).

In der Sache unzutreffend ist die Deutung, es handle sich bei Antifaschismus um einen exklusiv „kommunistischen Sprachgebrauch“ bzw. um „kommunistische Terminologie“ (die distanzierend grundsätzlich in Anführungsstriche zu setzen sei) bzw. der Terminus sei „durch die kommunistischen Parteien“ „festgelegt“.[20] In dieser Perspektive werden die Begriffe Faschismus und stärker noch Antifaschismus vermehrt seit dem Untergang der DDR als „DDR-Propagandasprache“ vermieden. An der Stelle von Faschismus wird dann etwa die demagogische Selbstbezeichnung Nationalsozialismus, der Terminus Drittes Reich oder das personalisierende Hitler verwendet. Es handle sich bei diesem Sprachgebrauch – so der Politikwissenschaftler Wolfgang Wippermann – um „einen sprachlichen Sonderweg“, denn sowohl in Europa als auch in den USA werde Faschismus „sehr wohl noch benutzt“.[21] Im englischsprachigen Raum ist Nationalsozialismus ausgesprochen unüblich, an dessen Stelle stehen nazism oder fascism.[22] Auch in Deutschland hat Antifaschismus eine feste Position. So wird der Begriff beispielsweise zustimmend in Publikationen der staatlichen Bundeszentrale für politische Bildung[23] oder im Bayerischen Rundfunk eingesetzt[24].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo der Antifaschistischen Aktion 1932

Innerhalb der antifaschistischen Kräfte hatten in Deutschland eine starke Arbeiterbewegung mit den sie tragenden Gewerkschaften und zwei Großparteien, KPD und SPD, und deren Verhältnis zueinander besondere Bedeutung. Die Führung und weite Teile der Anhängerschaft von SPD und KPD betrachteten sich auch in Bezug auf die NS-Bewegung nicht als Bündnispartner, sondern als Gegner und Konkurrenten.

In erbitterter Feindschaft belegte man sich wechselseitig mit der Zuschreibung „Faschist“. Die KPD bezeichnete die SPD und ihre Führung zeitweise als „Sozialfaschisten“ und orientierte auf die Brechung des Einflusses der sozialdemokratischen Führung, „Hauptstütze“ der bürgerlichen Herrschaftsform, als vordringliche Aufgabe.[25] Dabei konnte sie sich auch etwa auf rechte sozialdemokratische Intellektuelle beziehen, die den Nationalsozialismus mit einem „nationalen Sozialismus“ zu bekämpfen suchten und eine „Nähe, wenn nicht sogar Verwandtschaft zu den konservativ-revolutionären und faschistischen Ideologien“ aufwiesen,[26] oder in der praktischen Politik auf die blutige Niederschlagung der 1.-Mai-Kundgebung 1929 in Berlin (Blutmai) mit 32 Todesopfern durch den sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Zörgiebel, die innerhalb der linken und republikanischen Öffentlichkeit viel Empörung auslöste (Liga für Menschenrechte, Carl von Ossietzky, Deutsches Friedenskartell, Helene Stöcker u. a.).[27]

Die SPD ihrerseits vertrat die Ansicht, es handle sich bei der KPD um „die rotlackierte Doppelausgabe der Nationalsozialisten“ (Kurt Schumacher, 1930). „Der Faschismus“, so Karl Kautsky 1930, sei „nichts als das Gegenstück“ des Kommunismus, „Mussolini nur der Affe Lenins.“ Otto Wels und Rudolf Breitscheid bezeichneten Faschisten und Kommunisten als „Zwillingsbrüder“ (1931).[28] Dabei bezog die SPD sich etwa auf die gemeinsame Unterstützung des Streiks bei der Berliner Verkehrsgesellschaft (1932) durch KPD und NSDAP[29] und erklärte, dass die kommunistische Politik generell Rechtsextremisten in die Hände spiele.[30]

Die Einschätzungen, was von Antifaschisten gegen die aufkommende NSDAP und ihre deutschnationalen Bündnispartner zu tun sei, gingen in Führung und Anhängerschaft zwischen den beiden Parteien weit auseinander. Die Erfahrungen, die die Linke mit den bürgerlichen Eliten und deren Parteien, mit dem Staatsapparat und auch mit der Sozialdemokratie gemacht hatte, belegten für viele Kommunisten die Richtigkeit einer „Ablehnung von Parlament, bürgerlichem Staat und Sozialdemokratie“.[31] Dem stand der sozialdemokratische uneingeschränkt legalistische Kurs selbst angesichts von Verfassungsbrüchen durch Regierungen wie dem „Papenstreich“ gegen die Preußische Regierung am 20. Juli 1932 gegenüber, „bis es zu spät war“ (Wolfgang Benz).[4] Die „Tolerierungspolitik“ gegenüber den Kabinetten Papen und Schleicher wie insgesamt „Passivität und Ratlosigkeit“ der SPD und der erklärte Verzicht auf außerparlamentarische Maßnahmen wie Massenstreiks der SPD-geführten Gewerkschaften, wie sie den Kapp-Putsch niedergeschlagen hatten, wurden von vielen Linken und vor allem der KPD heftig kritisiert.[32]

Schon in den 1920er Jahren rief der parteilose Schriftsteller Erich Mühsam die beiden Arbeiterparteien zum gemeinsamen Kampf gegen die Nationalsozialisten auf. In seiner Zeitschrift Fanal plädierte er „für eine Einheitsfront aller antifaschistischen Kräfte“ (Wolfgang Benz). Die einzige Kraft, die imstande sei, Hitlers Machtergreifung zu verhindern, sei „der verbundene Wille der vom Nationalsozialismus nicht verwirrten deutschen Arbeiterschaft.“[4] Es kam aus der Kritik am Kurs von SPD und KPD stattdessen zu einer Aufsplitterung der antifaschistischen Organisationen durch Abspaltungen wie der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO) oder der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) von den Hauptträgern des zeitgenössischen Antifaschismus.

Dem Grundgedanken einer „Einheitsfront von unten“ folgte die KPD, deren Führung in der Bündnisfrage uneinig war, mit der 1932 gegründeten Antifaschistischen Aktion. An die sozialdemokratische Arbeiterschaft richtete sie damit ein Angebot zum gemeinsamen Handeln.[33] Als Aufgabe der Antifaschistischen Aktion bezeichnete der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann das „Niederreißen“ der „Mauer“, „die zwischen kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeitern“ stehe.[34] Mit der Neugründung folgte die Partei mehrheitlich dem Drängen der Komintern nach einer Aufgabe ihrer Frontstellung gegen die Sozialdemokratie. Sie blieb aber dabei, dass die SPD ins gegnerische bürgerliche Lager übergelaufen sei. An der Basis wurde die Antifaschistische Aktion als „strategische Wende“ gegen den nationalsozialistischen Hauptfeind „begeistert begrüßt“.[35]

1932 griff ein „Linkskartell der Geistesarbeiter“, an dessen Spitze sich mit einem Appell an die Arbeiterparteien, der „entsetzlichen Gefahr der Faschisierung“ Einheitslisten bei den Wahlen entgegenzusetzen, Albert Einstein, Käthe Kollwitz und Heinrich Mann gestellt hatten, das Wort von der „antifaschistischen Einheitsfront“ auf. Ernst Thälmann, Otto Wels und Theodor Leipart (ADGB) schwiegen dazu. Die SPD-Führung verbot ausdrücklich Listenverbindungen auch auf unterer Ebene. Die SPD-Gewerkschaften sahen „für Einigungsversuche keine Erfolgsmöglichkeiten“.[36]

NS-Regime: antifaschistischer Widerstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland und Österreich gelang es dem NS-Regime, die Arbeiterschaft als soziale Basis der politischen Linken teils zu gewinnen, teils zu neutralisieren. Ohnehin Unterstützer der NS-Bewegung, nun des Regimes waren die klein-, bildungs- und besitzbürgerlichen Schichten. Die große Mehrheit aller Spielarten des Bürgertums begrüßte die Liquidierung des Verfassungsstaats und der Linken. Eine nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ bildete sich schicht- und milieuübergreifend heran, die Zeithistoriker heute von einer Konsens- und Zustimmungsdiktatur sprechen lässt.[37] Unter diesen Bedingungen war jeder Widerstand, gerade aber linker antifaschistischer Widerstand, anders als in vielen anderen Ländern Europas die Sache in der Bevölkerung isolierter kleiner Gruppen,[38] und einen bewaffneten Widerstand gab es anders als etwa in Frankreich, Italien oder Polen im Deutschen Reich zu keinem Zeitpunkt.

Innerhalb des deutschen und österreichischen Widerstands waren Kommunisten insofern besser auf eine mit dem Parteiverbot einhergehende Untergrundexistenz vorbereitet, als sie bereits seit Ende der 1920er Jahre ein temporäres antikommunistisches terroristisches Regime, wie es nun an die Macht gekommen war, erwartet und schützende Strukturen aufgebaut hatten. Von der NSDAP „als entschlossenste Gegner gefürchtet“ waren sie „vor allen anderen dem Terror des Regimes ausgesetzt“.[39] Insgesamt wurde etwa die Hälfte der 360.000[40] KPD-Mitglieder in den folgenden Jahren inhaftiert,[41] etwa 25.000 wurden ermordet.[42] Dennoch wurden immer wieder neu Widerstandszellen gebildet und der Versuch, sie zu vernetzen, unternommen. Zum Teil gelang es, in diese Gruppen um ihre kommunistischen Kerne auch bürgerliche Kräfte einzubeziehen wie 1942 im Fall der sogenannten Roten Kapelle (NS-Begriff). Die Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob trat 1944 in Kontakt mit den Staatsstreich-Verschwörern um Graf Schenk von Stauffenberg und den mit diesen verbundenen Sozialdemokraten Adolf Reichwein und Julius Leber.[43] Ähnlich wie der KPD erging es der Sozialdemokratie, die sich nach dem Abreißen ihrer Verbindungen ins Ausland auf eine „Strategie des Überlebens“ beschränkte.[44]

1934 milderte die SPD-Führung im Prager Manifest ihren scharf antikommunistischen Kurs etwas. „Ob Sozialdemokraten, Kommunisten, ob Anhänger der zahllosen Splittergruppen“, die Einigung der Arbeiterklasse werde zum Zwang, den die Geschichte auferlege.[45] Damit ging sie auf kritische Stimmen aus der Partei ein. Zugleich aber blieben alle Vereinbarungen mit Kommunisten über ein gemeinsames Handeln gegen das NS-Regime durch den Exil-Vorstand verboten.[46] Die einflussreiche deutsche Sozialdemokratie stand innerhalb der Sozialistischen Arbeiterinternationale (SAI) auf dem rechten Flügel. Sie lehnte anders als z. B. die italienischen oder französischen Sozialdemokraten weiterhin jegliche Zusammenarbeit mit Kommunisten ab. Als 1934 ein politisch breit angelegtes Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus (WFKF) gegründet wurde, das ab 1935 Heinrich Mann leitete und in dem auch Kommunisten führend mitarbeiteten, verbot die SAI ihren Mitgliedsparteien jede Beteiligung.[47]

Joris Ivens, holländischer Filmregisseur (links), Ernest Hemingway und Ludwig Renn (rechts) bei den Internationalen Brigaden. Renn war Chef des Stabs der XI.Internationale Brigade und Kommandeur des Thälmann-Bataillons

1935 revidierte der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale die Abgrenzungspolitik gegenüber der Sozialdemokratie als schweren Fehler. Der Kongress verpflichtete die Mitgliedsparteien auf die „bedingungslose Aktionseinheit“ mit den Sozialdemokraten und auf eine Volksfront mit allen Antifaschisten.[48] Die wenig später stattfindende Brüsseler Konferenz der KPD bekräftigte diesen Kurs.[49] Zu dessen Umsetzung fanden sich noch im selben Jahr führende Kommunisten, Sozialdemokraten, Sozialisten und Linksliberale in Paris zur Vorbereitung eines Volksfrontausschusses im Lutetia-Kreis zusammen, in dem der Schriftsteller Heinrich Mann den Vorsitz übernahm.[50] Der Erfolg war jedoch gering. Es bildete sich zwar in Deutschland eine kleine von Sozialdemokraten dominierte und zudem zerstrittene Gruppe Deutsche Volksfront. Sie lehnte es jedoch ab, mit der KPD-Führung zusammenzuarbeiten und überhaupt von dieser Seite auch nur unterstützt zu werden. 1938/39 endete sie durch die Gestapo.[51] Ihre Abgrenzungspolitik gegenüber Kommunisten und deren Gleichsetzung mit den Trägern der NS-Bewegung und des NS-Systems gab die SPD-Führung als Grundsatz und Handlungsanweisung für die Mitgliedschaft nie auf.

Eine besondere Herausforderung ergab sich 1936 weltweit für Menschen mit antifaschistischem Selbstverständnis aus dem von den italienischen und deutschen faschistischen Regimen mit allen Mitteln unterstützten Versuch rechtsgerichteter Kreise, die demokratisch gewählte republikanische Regierung in Spanien durch einen Bürgerkrieg zu stürzen, damit sich dort ein weiteres Regime wie in Italien und Deutschland etablieren konnte. Mehr als 40.000 Männer und Frauen aus mehr als 40 Staaten kämpften in den Internationalen Brigaden, um Demokratie und Republik zu verteidigen. 60 bis 70 Prozent der etwa 5.000 deutschen Brigadisten waren Mitglieder der KPD,[52] ebenfalls viele waren Sozialdemokraten und andere kamen aus den zahlreichen sozialistischen und kommunistischen Kleingruppen. Nachdem der Krieg im Februar 1939 zugunsten der Franquisten entschieden war, gingen die Interbrigadisten, die aus Gründen politischer oder rassischer Verfolgung nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten oder wollten, nach Frankreich. Dort wurden sie in Lagern interniert. Viele wurden später vom Vichy-Regime an die Gestapo ausgeliefert. Andere konnten aus den Lagern fliehen und schlossen sich dem französischen bewaffneten Widerstand an.[53]

Während sich die zahlreichen Aktivisten und Gruppierungen der Linken durchweg als Antifaschisten verstanden und das NS-Regime wie schon in den 1920er Jahren die NS-Bewegung unter „Faschismus“ subsumierten, ist die Zuschreibung „antifaschistisch“ bei bürgerlichen Personen oder Gruppen nicht uneingeschränkt möglich, weil sie entweder umstritten wie im Falle der Studentengruppe Weiße Rose[54] oder verfehlt sein kann wie im Fall der Teilnehmer an dem Putschversuch im Juli 1944, zu dessen hervorgehobenen Protagonisten entschiedene Antidemokraten und Wegbereiter des NS-Regimes gehörten, die eine antifaschistische Nachkriegsordnung ablehnten und auf antikommunistischer Grundlage den Krieg gegen die UdSSR gemeinsam mit den Westalliierten fortzuführen beabsichtigten.[55] Das hielt nach 1945 eine starke westdeutsche Meinungsströmung nicht davon ab, sie gemeinsam mit dem linksbürgerlichen bis kommunistischen „antifaschistischen“ Widerstand als „Vaterlandsverräter“ zu diffamieren.[56]

Nach dem Ende des NS-Regimes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antifaschistischer Konsens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDU-Plakat, Januar 1946 (Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung)

Von den ersten Jahren nach dem Ende des NS-Regimes sprechen viele Historiker, Gesellschafts- und Politikwissenschaftler als von der Phase des „antifaschistischen Konsenses“. Es ist ein zeitgenössischer Begriff, der die Gemeinsamkeit in der Haltung der verschiedenen Gruppen von der KPD bis zur CDU gegenüber dem „Hitler-Faschismus“ zum Ausdruck bringen sollte.[57] Ohne dass es dazu Absprachen gegeben hätte, gab es eine „auffallende Analogie zwischen den Globalvorstellungen von Exilgruppen, aus den KZs entlassenen Antifaschisten, den kommunistischen, sozialdemokratischen und christlichen Vertretern der Arbeiterbewegung und den Alliierten“, wie sie im Potsdamer Abkommen bereits formuliert waren und wie sie auf die Erfahrungen vor und mit dem NS-Regime zurückgingen. Dazu gehörte eine allgemeine „antikapitalistische Grundstimmung“,[58] die mit einschloss, dass der Kapitalismus mit den schlimmsten Tyranneien, für die das NS-Regime mit seinen Massenverbrechen stand, ohne große Probleme zurechtkam, wenn er nicht überhaupt das NS-Regime hervorgebracht hatte. Dem stand der überlieferte Antikommunismus „der bürgerlichen Welt, von dem der Faschismus so lange gelebt“ habe, entgegen, wie der Schriftsteller Thomas Mann 1944 in Sichtweite des kommenden militärischen Siegs der Anti-Hitler-Koalition und einer politischen Neuordnung gesagt hatte. Der dem Antikapitalismus entgegengesetzte Antikommunismus habe „etwas Abergläubisches und Kindisches“, er bilde „die Grundtorheit unserer Epoche.“[59]

Auch die CDU formulierte mit ihrem Ahlener Programm zunächst antikapitalistische Zielvorstellungen,[60] die ähnlich wie im linken Teil des politischen Spektrums u. a. gegen die Konzentration des Kapitals in Großkonzernen gerichtet waren, wie sie das Aufkommen des NS-Regimes ermöglicht hatten (siehe z. B. das Nürnberger Verfahren gegen die IG Farbenindustrie und deren Entflechtung). Wesentliches Element des antifaschistischen Konsenses war daher die Vorstellung von der Notwendigkeit antikapitalistischer Eingriffe in das Wirtschaftssystem (Dekartellisierung) als Voraussetzung einer demokratischen Nachkriegsentwicklung. Innerhalb Deutschlands nahm dieser Konsens für eine kurze Zeit in den Antifaschistischen Ausschüssen und Komitees (Antifas) praktische Gestalt an.[61]

Sommer 1945: Plakat, das die Massenverbrechen des NS-Regimes im Vernichtungslager Auschwitz anprangert und auf den Schwur von Buchenwald Bezug nimmt.

Auf gemeinsame alliierte Anordnung wurden seit Sommer 1945 in zahlreichen Städten aller Besatzungszonen den Stadtverwaltungen „Ausschüsse für die Opfer des Faschismus“ angegliedert, die zum einen Behörden und zum anderen politische Vertretungsorgane waren. Sie leisteten Sozialfürsorge, Aufklärungsarbeit über das NS-Regime, fahndeten nach NS-Verbrechern und waren Träger von Gedenkveranstaltungen.[62] Auf Initiative politisch Verfolgter und des Berliner „Hauptausschusses der Opfer des Faschismus“ wurde mit dem 9. September 1945 der „Tag der Opfer des Faschismus“ eingeführt, der in Berlin von sämtlichen neu zugelassenen Parteien und u. a. von der jüdischen Gemeinde, den Kirchen und den Gewerkschaften getragen wurde. Der OdF-Tag fand deutschlandweit statt. Hunderttausende beteiligten sich. Durch Tageszeitungen, Rundfunk, Wochenschauen sowie in hoher Auflage publizierte Gedenkbroschüren hatte er eine große Ausstrahlung auf die Nachkriegsgesellschaft und lässt sich als „Gegengewicht zu dem weit verbreiteten diffusen Gefühl der ‚deutschen Katastrophe‘“ und einer „Schlussstrichmentalität“ werten. Als Interessenvertretung für NS-Verfolgte gründeten vor allem politisch verfolgte Antifaschisten verschiedener Parteien und Parteilose 1947 die gesamtdeutsche überparteiliche Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN).[63]

Blockbildung/Kalter Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch in der Schlussphase des NS-Regimes oder kurz danach hatten sich lokal und regional antifaschistische Initiativen als provisorische Verwaltungsorgane und Träger einer Neuordnung in Deutschland gebildet, nach westlicher Forschung mindestens 137, nach DDR-Forschung mindestens 500. Es kam zu deren „rascher Auflösung ... in den westlichen Besatzungszonen“ von oben.[64][65] Als zu weit links stehend wurden sie bereits im Sommer 1945 erst in der US-Zone, dann in der britischen Zone von den Militärregierungen verboten.[66] Erst deutlich später, auf Grund des hohen Anteils sozialistischer und kommunistischer Offiziere aus der Résistance, schloss sich die französische Besatzungsverwaltung dem an.[67] Die sowjetischen Behörden forderten zwar die Auflösung der Antifa-Initiativen, jedoch wurden „repressive Schritte“ zur Umsetzung „selten angewendet.“ Sie vollzog sich in der Absicht, Sympathien gewinnen zu können, unspektakulär über Integrationsangebote. Die Auflösung ging einher mit einer Integration und Mitarbeit in den Kommunalverwaltungen, den Stadt- und Gemeindeausschüsse sowie „Blockausschüsse“ der „antifaschistisch-demokratischen Parteien“.[68] Der „Tag der Opfer des Faschismus“ wurde in der DDR staatlicher Feiertag.

1948 verboten die britischen und US-Behörden den OdF-Tag für die Berliner West-Sektoren. Der Westberliner Magistrat beteiligte sich nicht weiter und richtete stattdessen eine kleine Gedenkfeier in Plötzensee, dem Ort der Hinrichtung mehrerer Angehöriger des bürgerlichen Widerstands, aus. 1948 wurde in Westdeutschland und in Westberlin zum ersten Mal wieder ein „Volkstrauertag“ als Gedenktag für die deutschen volksgemeinschaftlichen Kriegstoten begangen.[69]

Sommer 1945: Plakat, das die Massenverbrechen des NS-Regimes im Vernichtungslager Auschwitz anprangert und auf den Schwur von Buchenwald Bezug nimmt.

Unter dem geopolitischen Vorzeichen einer West- bzw. Ostblockbildung aus je unterschiedlichen ökonomischen und politischen Systemen setzte sich in Westdeutschland inzwischen der Antikommunismus als bestimmendes Politikkonzept durch und in Ostdeutschland der Antifaschismus. Antikommunismus wurde im Westen zur Staatsdoktrin (Karl Dietrich Bracher)[70] und Staatsideologie (Hermann Weber)[71], Antifaschismus erhielt dieselbe Bedeutung im Osten.[72]

Daraus ergaben sich jeweils Konsequenzen für den Umgang mit dem völkischen und NS-Erbe. Antikommunismus bildete eine Schnittmenge des NS-Regimes mit westalliierter antikommunistischer Politik.[73] Die Fortführung des Antikommunismus ermöglichte anders als der traditionell eng mit ihm verknüpfte, aber durch die Massenverbrechen kompromittierte Antisemitismus eine Kontinuität, die gesellschaftlich beliebt und politisch erwünscht war.[74] Antikommunismus unterstützte und legitimierte die Verdrängung der NS-Vergangenheit,[75] wie sie mit dem Übergang von der Bestrafung zur Begnadigung und zur Wiedereinstellung NS-Belasteter auf allen Ebenen stattfand.[76] Wiedereingestellt wurden nach groben Mindestangaben bereits bis 1950 mehr als 430.000 zunächst als NS-belastet Entlassene, davon mehr als 200.000 Beamte.[77] 1951 folgte mit dem „131er-Gesetz“ ein massenhafter Schub von 98 Prozent der noch verbliebenen Ex-Nationalsozialisten als Rückkehrer in den Staatsdienst oder als Pensionsempfänger.[78] Nach Auskunft von Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, blieben allein im Bundesinnenministerium 60 bis 70 Prozent der leitenden Beamten über das NS-Ende hinaus im Amt.[79] Durchweg handelte es sich bei den Begnadigten, Wiedereingestellten und mit guten Pensionen Versehenen um entschiedene Antikommunisten. Wenig beliebt in der Mehrheitsbevölkerung war die Entschädigung der NS-Opfer, die zudem als politisch Verfolgte zumeist linke Antifaschisten waren. Nur ein Bruchteil wurde entschädigt, oft nach langjährigen zermürbenden Verfahren.[80]

Die Kontinuität NS-volksgemeinschaftlicher Haltungen in der Bevölkerung über 1945 hinaus und fachlicher Expertenbedarf bewirkten auch in der DDR den institutionellen Fortbestand ehemaliger NSDAP-Mitglieder und Mitläufer.[81] Eine „Rückflut“ in den Staatsapparat wie im Westen ereignete sich dort jedoch nicht. Vielmehr blieb diesen „in aller Regel die Rückkehr in den Bereich der inneren Verwaltung, den Polizei- und Justizapparat oder als Lehrer in den Schuldienst“ aufgrund des staatlichen Antifaschismus verwehrt.[82]

Eine Ost-West-Differenz spiegelt sich auch im justiziellen Umgang mit den NS-Verbrechen. „12.890 rechtskräftigen Urteilen bei etwa 17 Millionen Einwohnern in der DDR ... stehen etwas mehr als 6.500 rechtskräftige Urteile in der BRD mit gut 60 Millionen Einwohnern gegenüber.“ Dabei sei zu berücksichtigen, „dass viele mutmaßliche NS-Verbrecher Zuflucht in Westdeutschland gesucht und gefunden haben und im Westen durch Tricks alte Nazis ganze Verfahren ... erfolgreich hintertrieben haben“, wie Heiner Lichtenstein feststellte.[83] In einer jüngeren Untersuchung (2016) bekräftigte der Historiker Klaus Bästlein, das prozentual durchweg höhere Ausmaß an Strafverfolgung von NS-Verbrechen in der ehemaligen DDR: „So urteilte der Osten im Verhältnis mehr als zwei Mal so viele Personen wegen NS-Tötungsverbrechen ab als der Westen.“[84] Von den etwa 60.000 justiziellen NS-Todesurteilen wurde nach Helmut Kramer vom Forum Justizgeschichte in Westdeutschland keins gesühnt.[85] Ingo Müller kam zu dem generellen Fazit, dass die wie auch immer „belasteten Nazis natürlich vor den Sowjets mehr Angst hatten und daher von selbst in die Westzonen kamen“, zumal die sowjetischen Militärbehörden und dann die DDR eine antifaschistische „Null-Lösung“ in der Wiedereinstellungsfrage praktiziert hätten, wie sie „schon früh von den West-Alliierten verworfen“ worden sei.[86]

Der westliche Antikommunismus führte in der Bundesrepublik zum Verbot der KPD (1956). Bereits 1951 war deren Jugendorganisation, die FDJ, verboten worden, nachdem 1951 die Straftatbestände „Hochverrat“, „Staatsgefährdung“ und „Landesverrat“ mit dem Ersten Strafrechtsänderungsgesetz („Blitzgesetz“[87]) überarbeitet worden waren.[88] Es wurden Straftatbestände aus der Zeit des NS-Regimes, die die Alliierten zunächst außer Kraft gesetzt hatten, wieder eingeführt.[89] Die Bundesrepublik war nun innerhalb des Westens – sieht man von den Einparteien-Diktaturen in Portugal und in Spanien ab – der einzige europäische Staat mit einem Verbot der Kommunistischen Partei und einer daraus hervorgehenden Kommunistenverfolgung. Zeitweilig wurden monatlich 1,2 Millionen Postsendungen aus der DDR „angehalten“ und überprüft.[90] Es kam in den 1950er und 1960er Jahren zu etwa 80 Verboten tatsächlich oder angeblich kommunistischer Organisationen, zu mindestens 125.000 Verfahren gegen Kommunisten, Linkssozialisten und andere mit dem Verdacht linker Sympathien belegte Personen und zu weit mehr als 7.000 Verurteilungen zu Haftstrafen.[91] Die davon Betroffenen waren als Antifaschisten häufig bereits unter dem NS-Regime verfolgt worden. Der Repression ausgesetzt war auch die wichtigste Organisation der NS-Verfolgten, die antifaschistische VVN. Wenn es auch nicht gelang, sie zu verbieten, so waren ihre Mitglieder doch Berufsverboten und anderen Formen öffentlicher Ächtung ausgesetzt.

Dies setzte sich auch fort, als im Zuge der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten mit der DKP eine Neugründung einer kommunistischen Partei in Westdeutschland möglich wurde. Begleitend wurden Ausgrenzung und Repression von Linken, vor allem aber von Kommunisten, durch einen „Radikalenerlass“ fortgeführt (1972), der Berufsverbote ermöglichte. Damit einher gingen die Observierung Verdächtiger durch westdeutsche Nachrichtendienste und die öffentliche Ächtung auch von Menschen mit antifaschistischem Selbstverständnis als „kommunistisch beeinflusst“ und „DDR-gesteuert“. Die VVN als einzige bundesweite parteiübergreifende antifaschistische Organisation zerfiel dennoch nicht und konnte ihre Tätigkeit fortsetzen.

Seit der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Schlussphase der DDR mit dem Untergang des staatlichen Antifaschismus kam es zur Neuorganisation von Rechtsextremisten, zu rechtsextremistischen Aufläufen und zu spektakulären fremdenfeindlichen Gewalttaten im Osten Deutschlands, so etwa in Eberswalde mit dem Mord an dem Angolaner Amadeu Antonio (November 1990), mit Brandanschlägen in Hoyerswerda (September 1991) und Rostock-Lichtenhagen (August 1992). Auch im Westen zeigten sich in diesem Zeitraum derartige Erscheinungen, so etwa mit Brandanschlägen in Hünxe (Oktober 1991), Mölln (November 1992) und Solingen (Mai 1993).[92] Völkisch-nationalistische Ausschreitungen führten hier wie dort zu zahlreichen Toten und Verletzten.

Noch in der DDR gründete sich im Mai 1990 der Bund der Antifaschisten (BdA).[93] Die ostdeutschen BdA-Gruppen schlossen sich mit der seit 1971 auch für Nichtangehörige der Erlebnisgeneration bestehenden Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) zu einer gesamtdeutschen antifaschistischen Organisation zusammen.

Unabhängig von diesem seit Anbeginn landesweiten Zusammenschluss existieren in Deutschland weit über 100 lokale und regionale Gruppen und Initiativen, die sich mit ihrem Namen in die Tradition der historischen Antifa-Gruppen stellen,[94] sich mit aktuellen Fragen der Rechtsentwicklung beschäftigen, aber auch Erinnerungsarbeit leisten, NS-Geschichte aufarbeiten und weitervermitteln.[95] Es gibt zahlreiche Stolperstein-Initiativen, die ihre Aktivitäten nicht nur rassistisch Verfolgten, sondern zugleich auch lokalen politisch verfolgten Antifaschisten widmen, etwa den „Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaftlern, die als Antifaschisten gegen das Regime und die Willkür der Nationalsozialisten gearbeitet und gekämpft haben.“[96] Es gibt ferner mehr oder weniger abseits von organisatorischen Zusammenschlüssen Einzelpersönlichkeiten, die sich in Wort und Tat öffentlich gegen nazistische und andere völkisch-nationalistische Inhalte und Aktivitäten wenden wie etwa die Berlinerin Irmela Mensah-Schramm[97], der Schauspieler Rolf Becker,[98] der Sänger Konstantin Wecker[99] oder die Sängerin und Auschwitzüberlebende Esther Bejarano.

Antifaschistische Kunst und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1920er Jahren sahen wichtige Repräsentanten von Kunst und Literatur sich als Antifaschisten, stellten ihre Kulturbeiträge bewusst in den politischen Kontext des Antifaschismus und in der Gegnerschaft zu völkischem Nationalismus und Militarismus („Antikriegskunst“) in einen internationalistischen Rahmen. Der Machtergreifung durch die NSDAP und ihre deutschnationalen Bündnispartner folgten Flucht und Vertreibung eines großen Teils dieser und anderer Repräsentanten einer modernen, international beachteten deutschen Kultur. Während die Kunst der im ns-kontrollierten Europa verbliebenen „Inneren Emigration“ sich in einer Grauzone weder als rein „privat“ noch als offen „antifaschistisch“ darstellt,[100] traten unter den zahlreichen Exilkünstlern vor allem Exponenten der Linken „in aller Entschiedenheit“ für eine von dem „Prinzip antifaschistischer Solidarität“ getragene kämpferische Kunst ein.[101] „Kunst und Literatur im Exil“ ist vor diesem Hintergrund in den Rezeptionswissenschaften zu einem festen Begriff geworden und wird bis heute als „antifaschistisch“ eingeordnet.[102]

Filmkunst und Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltberühmte Werke der Kunst sind in oft populären Formen zwischen 1933 und 1945 teils durch deutsche, teils durch nichtdeutsche Künstler mit antifaschistischem Selbstverständnis entstanden. In der Filmkunst gehören dazu etwa die US-Produktionen Der große Diktator (1940) von Charles Chaplin, Sein oder Nichtsein (1942) von Ernst Lubitsch oder Casablanca (1942) von Michael Curtiz. Werke der Malerei von Weltrang schufen Renato Guttuso, Frida Kahlo, Fernand Léger, Pablo Picasso oder Diego Rivera, diese jeweils Mitglieder der kommunistischen Partei ihrer Heimatländer.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche dezidiert antifaschistische Exil-Komponisten waren Paul Dessau, Hanns Eisler oder Kurt Weill. Weltruhm erlangte der sowjetische Komponist Dmitri Schostakowitsch, dessen 7. Sinfonie in C-Dur 1941 zur Zeit der Belagerung Leningrads durch die NS-Wehrmacht in Leningrad entstand. Sergei Prokofjew schrieb die Oper Die Geschichte vom wahren Menschen (1948), dem Kampfpiloten Alexei Maressjew. Ein antifaschistischer heutiger Komponist ist der Grieche Mikis Theodorakis. (Vgl. auch die Liste der vom NS-Regime oder seinen Verbündeten verfolgten Komponisten)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Bedeutung kommt der deutschen antifaschistischen Exilliteratur zu.[103] Zahlreiche Bücher und über 400 Exilzeitschriften erschienen außerhalb der Reichweite des Regimes. Besonders bekannt wurden z. B. Die Geschwister Oppermann (1933) und Exil (1940), zwei Romane aus der „Wartesaal-Trilogie“ von Lion Feuchtwanger, die in Amsterdam erschienen, die Szenenfolge Furcht und Elend des Dritten Reiches (1937ff.), Erstaufführung 1938 in Paris, und das Bühnenstück Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (1941 in Finnland geschrieben), Erstaufführung 1958, von Bertolt Brecht, die Romane Das siebte Kreuz (1942), Erstausgabe in Englisch in den USA,[104] und Transit (1944), Erstauflagen in Englisch und Spanisch in den USA und in Mexiko,[105] von Anna Seghers.

Feuchtwanger war ein parteiloser „linksbürgerlicher“[106] Autor. Brecht verstand sich als Marxist und stand der KPD nah. Seghers war seit 1928 Mitglied der KPD. Brecht wie Seghers gingen aus dem Exil in den Osten Deutschlands. Feuchtwanger blieb in den USA. In der Bundesrepublik war nach Klaus Völker der „offizielle Literaturbetrieb“ bis in die Mitte der 1960er Jahre „Anti-DDR, Anti-Brecht“, und die Autoren der Exil-Literatur wurden „nicht gelesen“.[107] In der BRD und in Österreich erfuhr Brecht in den 1950er und 1960er Jahren verbunden mit Kampagnen gegen „Schundliteratur“ Aufführungsverbote. Er wurde mit dem Etikett „Propagandist des kommunistischen Gewaltregimes“ belegt.[108] Die genannten drei und andere vom NS-Regime „verbrannte Dichter“ (Jürgen Serke) erhielten in der DDR hohe Literaturauszeichnungen. Seghers leitete von 1952 bis 1978 den Schriftstellerverband der DDR. Brecht konnte „mithilfe der starken Kulturförderung der DDR“[109] im Berliner Ensemble sein im Exil entwickeltes Theaterkonzept verwirklichen.

Heute gehören viele antifaschistische Werke zur kanonisierten deutschen und deutschsprachigen Literatur und sind ein fester Teil europäischer Kultur.[110]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historiografische und politologische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Abel, Enrico Hilbert (Hrsg.): „Sie werden nicht durchkommen!“ Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Verlag Edition AV, Lich 2015
  • Manfred Agethen, Eckhard Jesse, Ehrhart Neubert: Der missbrauchte Antifaschismus. DDR-Staatsdoktrin und Lebenslüge der deutschen Linken. Freiburg i. Br. 2002, ISBN 3-451-28017-5
  • Peter Altmann, Heinz Brüdigam, Barbara Mausbach-Bromberger, Max Oppenheimer: Der deutsche antifaschistische Widerstand 1933-1945. In Bildern und Dokumenten, Frankfurt a. M. 1975
  • Peter Brandt, Ulrich Schulze-Marmeling (Hrsg.): Antifaschismus – Ein Lesebuch. Deutsche Stimmen gegen Nationalsozialismus und Rechtsextremismus von 1922 bis zur Gegenwart. LitPol-Verlagsgesellschaft, Berlin 1985, ISBN 3-88279-030-X
  • Christoph Classen: Faschismus und Antifaschismus. Die nationalsozialistische Vergangenheit im ostdeutschen Hörfunk (1945–1953). Böhlau Verlag, Köln [u. a.] 2003
  • Hans Coppi: Die nationalsozialistischen Bäume im sozialdemokratischen Wald. Die KPD im antifaschistischen Zweifrontenkrieg. In: Utopie kreativ, H. 96/Oktober 1998, S. 5–12 und H. 97/98/November/Dezember 1998, S. 7–17
  • Hans Coppi: Antifaschismus. In: Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus, Bd. 1, Argument-Verlag, Hamburg, 1994, Sp. 326-338.
  • Julius Deutsch: Antifaschismus. Proletarische Wehrhaftigkeit im Kampfe gegen den Faschismus. Wien 1926 (Buchdaten bei OBV)
  • Frank Deppe, Georg Fülberth, Rainer Rilling (Hrsg.): Antifaschismus. Distel-Verlag. Heilbronn 1996, ISBN 3-929348-14-4
  • Jürgen Danyel: Die geteilte Vergangenheit. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002642-1
  • Thomas Doerry, Antifaschismus in der Bundesrepublik. Vom antifaschistischen Konsens 1945 bis zur Gegenwart, Frankfurt a. M. 1980
  • Antonia Grunenberg: Antifaschismus – Ein deutscher Mythos. Rowohlt, Reinbek 1993, ISBN 978-3499131790
  • Klaus Kinner: Rechtsextremismus und Antifaschismus. Dietz-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-320-02015-3
  • Heinz Karl, Erika Kücklich (Hrsg.): Die Antifaschistische Aktion – Dokumentation und Chronik, Mai 1932 bis Januar 1933. Dietz-Verlag, Berlin (DDR) 1965
  • Romain Rolland, Heinrich Mann, Thomas Mann: Spanien. Menschen in Not. Bilder aus dem verwüsteten Spanien. Aarau 1937.
  • Annette Leo, Peter Reif-Spirek: Helden, Täter und Verräter. Studien zum DDR-Antifaschismus. Metropol, Berlin 1999
  • Gestapo-Berichte über den antifaschistischen Widerstandskampf der KPD 1933 bis 1945. ausgew., eingel. u. bearb. von Margot Pikarski, Dietz, Berlin (DDR) 1989
  • Ulrich Schneider, Jean Cardoen: Antifaschistischer Widerstand in Europa 1922-1945. Köln 2015.
  • Josef Spiegel: Die Faschismuskonzeption der KPD 1929–1933. Eine Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung der kommunistischen Presse. Lit, Münster 1986, ISBN 3-88660-285-0
  • Günther Weisenborn: Der lautlose Aufstand. Bericht über die Widerstandsbewegung des deutschen Volkes 1933-1945. Rowohlt, Reinbek 1953

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antifaschistischer Widerstand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tibor Zenker, Faschismus, Antifaschismus. Ausgewählte Texte, Wien 2011, S. 9.
  2. Siehe z. B.: Heinrich A. Winkler: Liberalismus und Antiliberalismus. Studien zur politischen Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 38). Göttingen 1979, S. 187.
  3. Paul Kampffmeyer, Der Faschismus in Deutschland, Berlin 1923.
  4. a b c Wolfgang Benz: Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Informationen zur politischen Bildung, H. 243 (2003), online.
  5. Barbara Berzel, Die französische Literatur im Zeichen von Kollaboration und Faschismus, Tübingen 2012, S. 380.
  6. Eung-Jun Kim, Literatur als Historie. Zeitgeschichte in Thomas Manns „Doktor Faustus“ und in Günter Grass' „Blechtrommel“, Würzburg 2004, S. 123.
  7. Siehe auch die Literaturliste von Nolte.
  8. Ernst Nolte, Die faschistischen Bewegungen. Die Krise des liberalen Systems und die Entwicklung der Faschismen, München 1966, S. 61.
  9. Adriano Dal Pont, Massimo Massara, Giornali fuori legge. La stampa clandestina antifascista 1922-1943, Rom 1964, passim.
  10. Mauro Forno, La stampa del ventennio: strutture e trasformazioni nello stato totalitario, Soveria Mannelli 2005, S. 44.
  11. Luigi Sturzo, Pensiero antifascista, Turin 1925.
  12. Rosamunde Neugebauer, George Grosz: Macht und Ohnmacht satirischer Kunst, Berlin 1993, S. 136.
  13. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Bd. 30 (1982), H. 7-12, S. 832.
  14. Julius Deutsch, Antifaschismus! Proletarische Wehrhaftigkeit im Kampfe gegen den Faschismus, Wien 1926.
  15. Peter Brandt: Antifaschismus und Arbeiterbewegung. Aufbau, Ausprägung, Politik in Bremen 1945/46, Hamburg 1976, S. 32.
  16. Julius Deutsch: Antifaschismus! Proletarische Wehrhaftigkeit im Kampfe gegen den Faschismus, Wien 1926, S. 101ff.
  17. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933, 2009, S. 184f.
  18. Friedbert Mühldorfer: Kampfbund gegen den Faschismus, 1930-1933, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  19. Emil Lederer: Kapitalismus, Klassenstruktur und Probleme der Demokratie in Deutschland 1910-1940. Ausgewählte Aufsätze (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 39). Göttingen 1979.
  20. Siehe etwa: Gerhard Strauss, Ulrike Hass, Gisela Harras, Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist. Ein Lexikon zum öffentlichen Sprachgebrauch (Schriften des Instituts für deutsche Sprache, Bd. 2), Westberlin/New York 1989, S. 158; Thomas Widera, Dresden 1945–1948. Politik und Gesellschaft unter sowjetischer Besatzungsherrschaft, Göttingen 2011, S. 68.
  21. Werner Loh/Wolfgang Wippermann (Hrsg.), „Faschismus“ kontrovers, Stuttgart 2002, S. 52.
  22. Siehe z. B. das Wörterbuch Merriam-Webster, [1] oder das Glossar der Tageszeitung The Guardian, [2] oder fascism, [3].
  23. J.W. Aust/Thomas Aust, Literatur im Nationalsozialismus. Überblick Werke und Autoren, 17.3.2008, siehe etwa: [4], [5], [6], [7].
  24. Ties Marsen, Ernst Grube: KZ-Kind, Antifaschist, Jude, 28.10.2011 (Reihe "Zeit für Bayern"), siehe: [8].
  25. Bernd Faulenbach, Zur Rolle von Totalitarismus- und Sozialfaschismus-„Theorien“, in: Mike Schmeitzner (Hrsg.), Totalitarismuskritik von links: deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert, Göttingen 2007, 119-134, hier: S. 125f.
  26. Stefan Vogt: Nationaler Sozialismus und soziale Demokratie. Die sozialdemokratische Junge Rechte 1918-1945, Bonn 2006, S. 14, 455, passim.
  27. Gerhard Kraiker, Elke Suhr, Carl von Ossietzky, Reinbek 1994, Kapitel Arbeiterparteien und Demokratie.
  28. Mike Schmeitzner: Der Totalitarismusbegriff Kurt Schumachers, in: ders. (Hrsg.), Totalitarismuskritik von links: deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert, Göttingen 2004, S. 249–282, hier: S. 255.
  29. Dazu siehe: Michael Ruck: Wirtschaft und Arbeitsgesellschaft im Zeichen der Großen Krise, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
  30. Bernd Faulenbach, Zur Rolle von Totalitarismus- und Sozialfaschismus-„Theorien“, in: Mike Schmeitzner (Hrsg.): Totalitarismuskritik von links: deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert, Göttingen 2007, 119-134, hier: S. 126ff.
  31. Friedbert Mühldorfer: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), 1919-1933/1945-1956, Historisches Lexikon Bayerns.
  32. Andreas Dorpalen, SPD und KPD in der Endphase der Weimarer Republik, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 31 (1983), H. 1, S. 77–105, hier: S. 79ff., siehe auch: [9].
  33. Friedbert Mühldorfer: Kampfbund gegen den Faschismus, 1930-1933, in: Historisches Lexikon Bayerns.
  34. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933, 2009, S. 543.
  35. Carsten Voigt: Kampfbünde der Arbeiterbewegung: das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und der Rote Frontkämpferbund in Sachsen 1924–1933, 2009, S. 544.
  36. Diese und die vorausgegangenen Angaben nach: Siegfried Grundmann: Einsteins Akte. Wissenschaft und Politik - Einsteins Berliner Zeit, Berlin/Heidelberg/New York 2004, 2. Aufl., S. 220ff.
  37. Siehe etwa: Frank Bajohr, Die Zustimmungsdiktatur, in: Hamburg im „Dritten Reich“, Göttingen 2005, S. 69–121; Robert Gellately, Lenin, Stalin und Hitler: Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten, Bergisch Gladbach 2007, S. 413ff.; Uwe Danker, Volksgemeinschaft und Lebensraum: Die Neulandhalle als historischer Lernort (Beiträge zur Zeit- und Regionalgeschichte, Bd. 3), Neumünster/Hamburg 2014; Hansjörg Riechert, Andreas Ruppert, Herrschaft und Akzeptanz. Der Nationalsozialismus in Lippe während der Kriegsjahre. Analyse und Dokumentation, Wiesbaden 2008.
  38. Hermann Graml, Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.), Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Aufl., S. 309–321, hier: S. 309.
  39. Hermann Graml: Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Aufl., S. 309–321, hier: S. 309.
  40. Hermann Graml, Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß, Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Aufl., S. 309–321, hier: S. 309.
  41. Hermann Weber, Die Wandlung des deutschen Kommunismus, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1969, S. 247.
  42. Benjamin Ortmeyer/Katharina Rhein, NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung 1933-1945, Weinheim/Basel, 2015, S. 12f.
  43. Hermann Graml, Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß, Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Aufl., S. 309–321, hier: S. 310.
  44. Hermann Graml: Widerstand, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1998, 3. Aufl., S. 309–321, hier: S. 311.
  45. Reinhard Kühnl: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, Köln 1975, S. 408f.
  46. Ursula Langkau-Alex, Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront, Bd. 1, Berlin 2004, S. 10.
  47. Ursula Langkau-Alex, Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront, Bd. 1, Berlin 2004, S. 99.
  48. Hermann Weber, Jakov Drabkin, Bernhard H. Bayerlein, Aleksandr Galkin: Deutschland, Russland, Komintern - Überblicke, Analysen, Diskussionen, Berlin/Boston 2014, S. 108.
  49. Hermann Weber, Jakov Drabkin, Bernhard H. Bayerlein, Deutschland, Russland, Komintern - Dokumente (1918–1943), Teilbd. 1, Berlin/München/Boston 2015, S. 1.134.
  50. Jens Gmeiner/Markus Schulz, Deutsche Volksfront ohne Volk - Manifeste des Widerstandes, in: Johanna Klatt, Robert Lorenz (Hrsg.), Bielefeld 2011, S. 169–198, hier: S. 177f.
  51. Ursula Langkau-Alex, Geschichte des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront, Bd. 2, Berlin 2004, S. 294ff.
  52. Walther L. Bernecker, Krieg in Spanien 1936-1939, Darmstadt 1991, S. 112.
  53. Lukas Kohn, Die Internationalen Brigaden, 2011, in: HP des Deutschen Historischen Museums, [10].
  54. Siehe etwa die Aussage von Barbara Probst, die darüber hinaus jegliche politischen Motive der Weißen Rose in Abrede stellt: Michael Verhoeven, Mario Krebs: Die Weiße Rose. Der Widerstand Münchner Studenten gegen Hitler - Informationen zum Film, Frankfurt a. M. 1982.
  55. Siehe etwa Magnus Brechtken in: Hitler-Attentat am 20. Juli 1944. „Stauffenberg wollte keine parlamentarische Demokratie“, in: Süddeutsche Zeitung, 21. Juli 2012, [11].
  56. Manfred Krieg, Collective-Memory-Setting durch Gedenktagsjournalismus? Eine Untersuchung langfristiger Agenda-Setting-Effekte am Beispiel der Berichterstattung über den Widerstand des 20. Juli 1944 (1954-2004), in: Klaus Arnold/Walter Hömberg/Susanne Kinnebrock (Hrsg.), Geschichtsjournalismus. Zwischen Information und Inszenierung, Berlin 2010, 2., durchges. Aufl., S. 188.
  57. Siehe etwa: Detlev Peukert: Antifaschistischer Konsens als Voraussetzung einer demokratischen Nachkriegsentwicklung, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 22 (1977), H. 11, S. 1.367ff.; Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges: Alte und neue Rechte an den Hochschulen, Münster 1999, S. 140; Hermann Weber: Die DDR 1945-1990, München 2012, 5., akt. Aufl., S. 8 (bezogen auf Gesamtdeutschland); Torben Fischer, Matthias N. Lorenz: Lexikon der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte nach 1945, Münster 2015, 2. erw. und überarb. Aufl., S. 116.
  58. Statt Zitierung zahlreicher Historiker: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Markt oder Plan. Wirtschaftsordnungen in Deutschland 1945-1961, Frankfurt a. M. 1997, S. 134.
  59. Thomas Mann, Schicksal und Aufgabe [1944], in: ders., Politische Reden und Schriften, 3. Bd., Frankfurt a. M. 1968, S. 130–145, hier: S. 142.
  60. So die übereinstimmende Auffassung unter Historikern, Gesellschafts- und Politikwissenschaftlern, siehe z. B.: Uwe Schummer: Im Mittelpunkt steht der Mensch. Die Alternativen der christlich-sozialen Arbeitnehmer, Frankfurt a. M. 1995, S. 23 („in fast jeder Zeile spürbarer Antikapitalismus“).
  61. Siehe z. B.Antifaschistische Ausschüsse und Komitees auf der Website des Bundesarchivs.
  62. Siehe Kreuzberger Gedenktafel für die Opfer des Naziregimes 1933–1945, [12].
  63. Alle Angaben und Zitierungen, soweit nicht anders angegeben, siehe: Hans Coppi/Nicole Warmbold, Der zweite Sonntag im September. Zur Geschichte des ersten Gedenktages für die Opfer des Faschismus, Gedenkstättenrundbrief 131, S. 12-19, siehe:[13].
  64. Jeannette Michelmann: Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa in der Sowjetischen Besatzungszone, Köln/Weimar/Wien 2002, S. 369f.
  65. Hans Woller: Gesellschaft und Politik in der amerikanischen Besatzungszone. Die Region Asbach und Fürth, München 1986, S. 89.
  66. Christoph Kleßmann, Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945-1955 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 193), Bonn 1984, S. 122.
  67. Klaus-Dietmar Henke: Politische Säuberung unter französischer Besatzung: Die Entnazifizierung in Württemberg-Hohenzollern. Stuttgart 1981, S.37 f.
  68. Jeannette Michelmann, Die Aktivisten der ersten Stunde. Die Antifa 1945 in der sowjetischen Besatzungszone zwischen Besatzungsmacht und Exil-KPD, Jena 2001, Diss., S. 380ff., siehe: [14].
  69. Alle Angaben und Zitierungen, soweit nicht anders angegeben, siehe: Hans Coppi/Nicole Warmbold, Der zweite Sonntag im September. Zur Geschichte des ersten Gedenktages für die Opfer des Faschismus, Gedenkstättenrundbrief 131, S. 12-19, siehe:[15]
  70. Zit. nach Hans Karl Rupp (Hrsg.), Die andere BRD. Geschichte und Perspektiven, Marburg (Lahn), S. 17; so auch: Hans-Gerd Jaschke, Streitbare Demokratie und Innere Sicherheit: Grundlagen, Praxis und Kritik. Grundlagen, Praxis und Kritik, Opladen 1991, S. 94.
  71. Hermann Weber, Gerda Weber, Leben nach dem „Prinzip links“. Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten, Berlin 2006, S. 54.
  72. Peter Graf Kielmannsegg: Nach der Katastrophe. Eine Geschichte des geteilten Deutschland, Berlin 2000, S. 562f.
  73. Bernd-A. Rusinek: „Westforschungs“-Traditionen nach 1945. Ein Versuch über Kontinuität, in: Burkhard Dietz, Ulrich Tiedau, Helmut Gabel(Hrsg.): Griff nach dem Westen. Die „Westforschung“ der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropäischen Raum (1919-1960), Teil 2, Münster/New York/München/Berlin 2003, S. 1.141-1.204, hier: S. 1.147.
  74. Detlef Siegfried, Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 1960er Jahre, Göttingen 2006, S. 187.
  75. Stephan Buchloh, „Pervers, jugendgefährdend, staatsfeindlich“. Zensur in der Ära Adenauer als Spiegel des gesellschaftlichen Klimas, Frankfurt a. M./New York 2002, S. 301.
  76. Siehe z. B.: Jang-Weon Seo, Die Darstellung der Rückkehr. Remigration in ausgewählten Autobiographien deutscher Exilautoren, Würzburg 2004, S. 100.
  77. Peter Reichel, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Politik und Justiz, München 2001, S. 112.
  78. Adolf M. Birke/Udo Wengst, Die Bundesrepublik Deutschland. Verfassung, Parlament und Parteien 1945-1998, München 2010, S. 81.
  79. Hans Kratzer, Institut erforscht NS-Vergangenheit in Behörden. Wie Nazis nach dem Krieg Karriere machten, Süddeutsche Zeitung, 6. März 2017, siehe: [16].
  80. Peter Reichel, Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Politik und Justiz, München 2001, S. 97.
  81. Zum Gesamtabschnitt siehe auch: Hans Karl Rupp, Politik nach Auschwitz. Ausgangspunkte, Konflikte, Konsens. Ein Essay zur Geschichte der Bundesrepublik, Münster 2005, passim.
  82. Andreas Hilger, Mike Schmeitzner, Clemens Vollnhals, Sowjetisierung oder Neutralität?: Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945–1955, Göttingen 2011, S. 235.
  83. Heiner Lichtenstein: Zeitgeschichtliche Jahrestage. Ärzteprozess, DDR-NS-Prozesse, Ghetto Riga, Eichmanns Todesurteil, Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, 180/2006, S. 159, siehe auch: [17].
  84. Klaus Bästlein: Zeitgeist und Justiz. Die Strafverfolgung von NS-Verbrechen im deutsch-deutschen Vergleich und im historischen Verlauf. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. 64. Jg. 2016, Heft 1, S. 5–28, S. 12.
  85. Presse- und Informationsstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2003, S. 31.
  86. Dörte Hinrichs/Hans Rubinich, Harte Strafen und schnelle Begnadigungen. Der NS-Juristenprozess von 1947 und seine Folgen, in: Deutschlandradio Kultur, 14.2.2007, siehe auch: [18].
  87. Dieter Bänsch, Die Fünfziger Jahre. Beiträge zu Politik und Kultur, Tübingen 1985, S. 81.
  88. 11.7.1951, siehe z. B.: Ernst Schumacher, Ein bayerischer Kommunist im doppelten Deutschland: Aufzeichnungen des Brechtforschers und Theaterkritikers in der DDR 1945-1991, München 2007, S. 156.
  89. Lukas Busche, Kommunistenverfolgung in der alten Bundesrepublik. Zur Situation der politisch Inhaftierten im Strafgefängnis Wolfenbüttel der 1950er und 1960er Jahre am Beispiel des Berthold K., in: Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung, 29.4.2016, siehe: [19].
  90. Alexander von Brünneck, Politische Justiz gegen Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1968, Frankfurt a. M. 1979, S. 184.
  91. Alexander von Brünneck, Politische Justiz gegen Kommunisten in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1968, Frankfurt a. M. 1979, S. 278; etwas neuer mit höheren Zahlenangaben auch: Rolf Gössner, Die vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges. Verdrängung im Westen - Abrechnung mit dem Osten?, Berlin 1998, S. 26.
  92. Überblick/Chronologie, August 1991 bis Januar 1992, in: Deutscher Bundestag, Drucksache 12/2186, 4. März 1992 (pdf).
  93. Hans Coppi: Der Bund der Antifaschisten in: Antifaschistisches Blatt, 27. März 2000.
  94. Geschichte & Organisierung der Antifa Buchprojekt bei theorie.org erschienen, in: Antifaschistisches Blatt, 14. September 2011.
  95. Siehe z. B.: Veranstaltung: Ein schmaler Grat – Widerstand im KZ Buchenwald, Jugendantifa Uelzen, 4. März 2013.
  96. Siehe z. B.: Remscheider im Kampf gegen den Faschismus.
  97. Claudia Wangerin: Ernste Justizpossen, in: Junge Welt, 12. Oktober 2016 (Link kostenpflichtig).
  98. Rolf Becker: Was tun?, in: Veranstaltungskalender Nordfriesland.
  99. Vor zehn Jahren waren Heinz Ratz und Konstantin Wecker auf Antifa-Tour, jetzt soll ihr 'Büro für Offensivkultur' Antifaschisten unterstützen.
  100. Jost Hermand, Kultur in finsteren Zeiten. Nazifaschismus, Innere Emigration, Exil, Köln/Weimar/Wien 2010, S. 177.
  101. Jost Hermand, Kultur in finsteren Zeiten. Nazifaschismus, Innere Emigration, Exil, Köln/Weimar/Wien 2010, S. 216.
  102. Siehe etwa die Literaturliste in: Jost Hermand, Kultur in finsteren Zeiten. Nazifaschismus, Innere Emigration, Exil, Köln/Weimar/Wien 2010.
  103. Siehe z. B. J. W. Aust, Thomas Aust, Literatur im Nationalsozialismus, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, in: [20], oder den Abschnitt „Antifaschistische Literatur“ in: [21].
  104. Ursula Elsner, Das siebte Kreuz, München 1999, S. 98.
  105. Michael Minden, Modern German Literature, Cambridge (UK) 2011, S. 204.
  106. Siehe z. B.: Klaus Modick, Feuchtwanger im Kontext der 20er Jahre, Hamburg 1981, S. 114. Er gehörte mit mehreren Kommunisten und Sozialdemokraten dem „Aktionsausschuß für Freiheit in Deutschland“ an und nahm an der Arbeit des „Vorbereitenden Ausschusses für die Schaffung der Deutschen Volksfront“ teil: Peter Stolle, Das Hitlerbild in den Romanen Lion Feuchtwangers, München 2004, S. 19.
  107. Klaus Völker im Radiofeature im DeutschlandRadio: Bohéme und Klassenkampf, Der Schriftsteller Robert Wolfgang Schnell, S. 10, siehe: [22].
  108. Stephan Buchloh, Erotik und Kommunismus im Visier. Der Kampf gegen Bertolt Brecht und gegen die 'Schundliteratur', in: York-Gothart Mix (/Hrsg.), Kunstfreiheit und Zensur in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin/Boston 2014, S. 67–95, hier: S. 81ff.
  109. Norddeutscher Rundfunk, Literatur in der DDR, in: [23].
  110. Siehe etwa den „Lesekanon des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte“ der TU Dresden (2016): [24], die Wertung der drei Genannten als die Herauszuhebenden „‚großen‘ deutschen Autoren“ der neueren Literatur durch den österreichischen Literaturwissenschaftler Konstantin Kaiser: Konstantin Kaiser, Literatur und Widerstand. Die politische Natur und Tradition des Widerstandsbegriffs in: [25] oder den Rahmenlehrplan Deutsch Sekundarstufe II für Berlin-Brandenburg: [26].
  111. Die Deutsche Gedichtebibliothek. Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte, [27].